Einzelbild herunterladen
 

Weler MMMriM

' Hessische Abendzeitung

Caffeler Abendzeitung '

2. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 14. März 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 84

F. H.

Berlin, 13. März.

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

auch ... Mensch ist!

6mft Ludwig von Hessen.

Ein Fürst, ein Künstler, ein Mensch!

wurzelt. Der Großherzog von Hessen denkt und fühlt liberal; sein menschliches Empfinden gründet sich auf die Freiheit des Geistes und die Unbefangenheit des Urteils. Und diese Voraussetzung, die ihm selbst als natur­notwendig und unerläßlich gilt, achtet Ernst Ludwig auch bei Andern. Als in Deutschland äst allgemein die Feuerbestattung (die nun endlich auch in Preußen zugelaffen wird) noch als eine Sünde wider den Heiligen Geist galt, konnten in Offenbach und Mainz die Freien ein Flammengrab finden. Hessen ist voll Frei­heit. Moderne und orthodoxe Prediger können ungehindert (ohne ein Ketzergericht befürchten zu müssen) nebeneinander wirken; niemand stört ihren Eifer; niemand nimmt Anstoß an der Ueberzeugung. die das Gewissen des An­dern offenbart: Die Duldsamkeit, das höchste Gesetz menschlicher Humanität, regiert im Hessenland, und der Apostel dieser Idee, ihr Vorkämpfer und nimmermüder Verteidiger ist Ernst Ludwig, der Träger der althessischen

Die Absicht des Berliner Oberbürgermeisters Kirschner, in den Ruhestand zu treten, wird irrigerweise meist als ein Produkt der letzten Tage dargestellt und in Zusammenhang ge­bracht mit der Wahl des Direktors des Zweck­verbandes, Dr. Steiniger, bei der bekanntlich Kirschners Kandidat unterlag. In eingeweihten Kreisen hat man aber bereits seit länge­rer Zeit mit einer Erneuerung des Rück- i trittsgesuchs Kirschners fest gerechnet, denn die-

Die daffeler Dieueften Nachrichten erscheinen wöchentlich sechtmnl und paar abend». Der Abonnementrpreir beträgt monatlich 50 Pfg. bei freier Zustellung taS Hauch Bestellungen Eden jederzeit von der SeschLftsstell« ober den Boten entgegengenommen. Druckerei. Berlag und Redaktion: Schlachthotstratze 28/80. Sprechstunden der Redaktion nur von l bi» 8 Uhr nachmittags Sprechstunden der Aurkunft-Stelle: Jeden Mittwoch und Sonnabend von 6 bis S llhr abends. Berliner Vertretung: SW, ?rtsdrtchftr. 16, Telephon: «ml Morttzpla, 676.

Ternburg als Bürgermeister-Kandidat.

In Verbindung mit den Gerüchten über den bevorstehenden Rücktritt des Berliner Ober­bürgermeisters Dr. Kirschner war in der Prche unter andern auch der frühere Kolomal- staatssekretär Bernhard Dernburg als Kandidat für den Oberbürgermeisterposten der Reichshauptstadt genannt worden. Herr Dern­burg hat allerdings inzwischen erklärt, daß ihm von einer solchen Kandidatur nichts be­kannt sei. und Oberbürgermeister Dr. Kirschner ist inzwischen auch zum Verzicht auf ferne Ruck- tritts absichten bestimmt worden. Dennoch dürfte interessieren, was in unterrichteten Der- !liner Kreisen über eine etwaige Kandidatur ' ' Wir erhalten folgende

ctnfertiontoretff Dte sechSaespaltene Zelle Mr etnhetmtsche Geschäft« 15 Pfg., für aus. wärttge gnferote 25 Pf, Reklamezeile für einheimisch« Geschäft» » Pst, für auSwLrttge Geschäfte 60 Pf. Beilagen für die Aesamtaustage werden mtt 5 SUlart pro Taufend be­regnet Wegen ihrer dichten «erbreitwig in der Restdenz und ^r Umgebwrg üud die Lasseler Neuesten Nachrichten ein vorzüglicher JnsertionSorgan. Geschäftrstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 18. Telephon: Amt Morigplah «78.

Aus den Parlamenten.

Reichstagsferien vor Pfingsten?

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Im Reichstag nimmt man an, daß die laufenden Arbeiten kurz vor Pfingsten abgeschlos fen werden können. Die Be­ratung des Etats dürfte noch vor Ende April beendet werden. Ter übrige vorliegend«

Dernburg... Zberbürgermeister?

Wie uns aus Dortmund berichtet wird, hat infolge des unzureichenden Schuhes, den die Arbeitswilligen in den Dortmunder Be-! zirken genießen, und angesichts des Terrons- mus. der gegenüber den Arbeitswilligen auf verschiedenen Zechen ausgeübt wurde, derl Leiter des Gewerkschaftlichen Vereins christli­cher Bergarbeiter ein Telegramm an den Staatssekretär Delbrück ^fandst in dem er um stärker» Schutz der Arbeits­willigen bittet Es finden in den verschiede­nen Revieren noch Konferenzen statt, um weitere Maßnahmen zum Schutze der Arbeitswilligen zu veranlassen.

*

Sergarbeiterstreik in Brlgie«?

(Privat-Telegram m.)

Brüssel, 13. März.

Nachrichten zufolge, die hier eingetroffen sind, wird auch die belgische Arbeiterschaft i« eine Lohnbewegung.eintreten. DerBerg- arbeiterverband im Becken von Charleroi beschloß, eine Sobnerhöbung von iunf- zebn Prozent zu fordern. Der Lütticher Berg­arbeiterverband berief für nächsten Sonntag eine Versammlung in der gleichen Frag«i e>n- Wegen Verkürzung der gesetzlichen Arbeitszeit dürften die Zechen keine Erhörunq gewahren können. Der Streik wird bereits als wahrscheinlich bezeichnet, da nach ^>ge der Sache eine Verständigung kaum aussichts­reich erscheint.

beklagenswerte

Periode höfischer Anterftrömungen, mit denen jeder auch noch so hochgestellte Minister rechnen muß; ja Premierminister Kokowzew hat den schlauen Bauern Rasputin in längerer Audienz empfangen und soll ihm geraten haben, Petersburg Heber momen­tan zu verlassen und dafür später wieder in Livadia, fern von dem boshaften Petersburg, aufzutreten. Rasputins Macht besteht haupt­sächlich darin, daß er es verstanden bat, der jungen Zarin den Glauben beizubringen, daß nur seine Gebete das bedrohte Leben des Thronfolgers und des Zaren vor Gefahren schützen könnten! So unglaublich das klingt, so war ist es leider, und um diesen Gaukler scharen sich di« Intriganten des Zaren­hof e s und suchen ihr Schäflein hierbei zu scheren Ob es Kokowzew und Suchomlinow gelingen wird, den Zaren von diesem fanati­schen Wanderprediger rechtzeitig zu befreien und ihn in die eisigen sibirischen Gefilde abzu- schieben. bleibt eine offene Frage, denn der ge­gen Rasputin so energisch auftretende Erzbi­schof Hermogen, der selbst stets ein großer El- feier war und schließlich doch gegen dre Gau- kelci des Sibiriers aufzutreten wagte, wurde vom hl. Synod einfach kaltgestellt. -a-

Der russische Zar und seine Umgebung.

Depeschen aus Petersburg berichten über ein aufsehenerregendes Zerwürfnis, das zwischen dem zurzeit wieder fast allmächti­gen Großfürsten Nikolai Nrkolaie- witsch, dem Schwiegersohn des Königs von Montenegro, und dem allgemein als tüchtig anerkannten Kriegsminister, General S u - chomlinow, ausgebrochen ift, toetl der Großfürst alle Vorschriften und Erlasse des Ministers einfach als Oberkommandierender der Garden und des Petersburger Militär­bezirks ignoriert und von sich aus Ar­meebefehle erläßt, die diesen ministeriellenEr­lassen strikt widerfvrechen. Vor mehreren Jah­ren, als am Zarenhof der berüchtigte Hypno­tiseur Philippe, ein in Paris erzogener Bulgare, sein unheimliches Wesen trieb, er­freute dieser Gaukler sich auch der besonderen Protektion dieses Großfürsten: Jetzt, da der Wahrsager und W a n d e r p r ed r g er G e o r q i R a s P u t i n , ein sibirischer Bauer bei Hofe (wie man sagt) eine ähnliche Rolle spielt, wie damals Mr. Philippe, der nur nach großen Anstrengungen des berühmten Ober­polizisten Peter Ratschkowski entlarvt und vertrieben werden konnte, beginnt wieder eine

tragen.

Mmtzfe im Mhrrevier.

Reue Zusammenstöße mit der Polizei!

Die Lage im R u h r r e v i e r hat sich gegen zeftern kaum verändert. In Dortmund führte >ei Alte Bergarbeiterverband bei dem gegen- wärti-z dort anwesenden Regierungspräsidenten Beschwerde über das r i g o r o s« Vorgehen vieler Polizeibeamten. Regierungs- iräsident von Baake ließ durch einen Regie­rung srat erklären, er könne nichts unternehmen, olange ihm nicht die Unterlagen für eine Un. ersuchung vorliegen und die nötigen Angaben der Oertlichkeit und Tage zugestellt wurden. Die Delegierten der Streikenden berufen auf Donnerstag vormittag eine große Streik­versammlung nach dem Schützenhose em. Weitere Depeschen melden uns:

Essen, 13. März.

(Privat-Telegramm.)

Minister und Abgeordneter.

In der gestrigen Sitzung der zweiten hefli- scken Kammer verließen nach der Rede des so­zialdemokratischen Abgeordneten Dr. Fulda der den Minister des Innern fortgesetzt a u f s schwerste angriff und beleidigte, ohne von dem Vize-Präsidenten Korell zur Ordimng gerufen zu werden,.mt liehe Regie­rung svertreter das Haus. Rach län­gerer Geschästsordnungsdebatte wurde auf Antrag des Abgeordneten Osann beschlossen, eine Pause eintreten zu lassen, in der der Vor­stand der Kammer mit der Regierung verhan­deln soll«. Nach etwa einstündiger Per- Handlung des Kammervorstandes mit der Regierung und nach Beratung der Fraktions­vorstände erschienen die Regierungsvertreter ! wieder im Saale. Vizepräsident Korell stellte zunächst auf Grund des Stenogramms die

wiederholte« Beleidigungen des Abgeordneten Fulda fest und erteilte ihm zwei Ordnungsrufe. Sodann gab er im Namen des Gesamtvorstandes der Kammer eine Erklärung ab, in der er das Verhalten Fuldas aufS tiefste bedauerte und er­klärte, daß, wenn Mitglieder sich so außerhalb der üblichen Formen des Hauses stellten, es dem Vorstande unmöglich sei, die Ordnung und Würde des Hauses zu wahren. Sodann gaben sämtliche Vorstände der bürgerli­chen Fraktionen eine Erklärung ab, nt der sie ebenfalls den Vorfall aufs tiefste be­dauerten. Minister von Hombergk erklärte sich durch diese Genugtuung befriedigt und der Zwischenfall war damit erledigt. Der Vorfall hat in parlamentarischen Kreisen große Aufregung hervorqerufen und wird jedenfalls I noch ein Nachspiel haben.

Kabalen am zareahaf.

Das Land der Hessen feiert heut eine« Ju­beltag: Das zwanzigjährige Regierungsjubi­läum seines Großherzogs, Ernst Lud­wigs von Hessen! Das Ereignis an sich ist's vielleicht nicht, das die Hessenseele begeistert, denn zwanzig Jahre bedeuten auch in eines Fürsten Leben noch keine Spanne Zeit, die zu Feierklängen stimmte: Es ist die Persön­lichkeit Ernst Ludwigs, die die Begeisterung entfacht, und dieses Empfinden aufrichtiger Verehrung, die das Hessenvolk für seinen Für­sten tief im Herzen fühlt, ist erstanden und ge­wachsen in den zwei Jahrzehnten, die seit dem Regierungsantritt des Großherzogs verrausch­ten. Im kühlen Norden des Reichs, wo noch das Schwertgeklirr der Reisigen, die bie Für­stenhöh' sichern, durch Dichtung und Legende klingtz wird man die nahe Verbindung zwi- sch-t: Fürst und Volk, wie sie im Heflenland von altersher Brauch und Uebung ist, viel­leicht nicht verstehen und ihren Zauber nicht erkennen: im Süden aber, wo die Seele wär­mer fühlt, schaut man in der unmittelbaren Zusammengehörigkeit von Fürst und Volk auch in ihrer äußer« Wirklichkeitprägung das höchste und unantastbarste Gut.

Unter den in deutschem Land Regierenden gekört Ernst Ludwig vpn Hessen zu den inte­ressantesten und erfreulichsten Erscheinungen: Ein Fürst, der auf der Höh« der Herrschaft die Qualitäten vollendetster Menschlichkeit zur höchsten Entfaltung gebracht hat und als Re­gierender stets geblieben ist, was er von Na­tur aus war, ein hochgesinnter, ideal veran­lagter Mensch, dessen Auge nie der Wirklich­keit-Erkenntnis und dem natürlichen Empfin­den des Herzens entrückt ward. Kein Trau- mer und Romantiker (wie der unglücklich-geni­ale Ludwig von Bayern), kein gekrönter Ueber- mensch, sondern ein kraftbewußter Man«, der mit Nugem Blick die Grenzen des Erreich­baren abmißt und mit praktischem Verstand das Nützliche erstrebt. Als er, ein Dreiund­zwanzigjähriger, den Thron der hessischen Grotzhcrzöge bestieg, erhofften die Neuland- " Apostel von der zur Herrschaft gelangten Jugend einschneidende Wandlungen im staat­lichen Betrieb. Ernst Ludwig enttäuschte in­dessen die Phantasten: Die Regierungsleitung verblieb dem liberalen Staatsminister Fmger,

recht setzte. Der Minister erhielt weitestgehende Genugtuung. Hoffentlich trägt der Zwischen­fall zur Bessemng der parlamentarischen For­men bei, denn im Ernste läßt sich auch 'die Fol­gerung des Ministers, der Abgeordnete Fulda sei nunüberhaupt für ihn erledigt", nicht auf­recht erhalten.

des Magistrats verstanden, Herrn Dernburg kommunalpolittsch in den Vorder­grund zu bringen, und man hat tatsäch­lich damit erreicht, daß der frühere Staatssekre­tär in maßgebenden Kreisen des Magistrats bedeutend an Sympathie gewonnen hat. Wenn Herr Kirschner nach einiger Zeit definitiv ab­treten sollte, wird sich (wie ich aus bester Quelle erfahre) eine Deputation von Mit­gliedern des Magistrats zu Herrn Dernburg begeben, um ihm die Kandidatur anzn-

Zutermezzo im Hessen-Parlament. |

Die Minister verlassen daS Parlament!

Run hat auch das sonst so friedliche Hes­sen-Parlament in Darmstadt fernIn-| termezzo": Der Minister von H o m b e r g t be­kannte in der vorigen Woche, er habe Aeutze- rungen des Abgeordneten Dr. Fulda nrcht gehört, er habe daran wohl auch nicht viel verloren. Artig war diese Wendung «E, und wenn der Abgeordnete darauf brannte, «e dem Minister heimzuzahlen, so ist das zu ver­stehen. Er vergriff sich aber so gründlich, daß feine Urngangskorm ollem schon rh« 'n6 Un-

Gestern mittag wurde« sechs Teilnehmer des Streikkrawalles dem Amtsgericht Reck­linghausen eingeliefert. Zwei sind verheiratet, die übrigen junge Burschen. Alle sind Polen. Es sind ausserordentliche polizei­liche Vorbereitungen für den heutigen Schichtwechsel getroffen. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde beschlos. fen, zu gestatten, dass für die Dauer des Streiks die Gewerkschaft Deutscher Kaiser eine Schutz­wehr von zweiundfünfzig Mann und die Zeche Neumühl eine solche von zweiundManztg Mann einrichtet, die aus Beamte« bestehen soll. Die Schutzwehren habe« polizeiliche Rechte unb werden mit Revolvern und Polt-> zeiknütteln auSgestattet. Ihre Aufgabe ist, es die Zechenanlagen und die Arbeitswilligen! zu schützen. Gestern abend kam es in Ober- marrloh bei Hamborn zu schweren Ausschrei, tungen. Als eine Anzahl Arbeitswilliger von einem Polizeiaufgebot nach ihren Wohnungen begleitet wurde, entwickelte sich em Kamps zwischen Streikenden und der Polizeimann- schaft Die Schutzleute wurden mit Steinen beworfen und aus den Fenstern d« Hauser wurden etwa zweihundert Schüsse auf sie abgegeben. Die Ladenbesitzer sahen sich ge­zwungen, ihre Läden zu verbarrikadieren. ~et Mob zertrümmerte die Strassenlaterne«. Erst nach schweren Zusammenstössen gelang es der Polizei, die Ruhe wieder herzustellen. Viele von den Polizeibeamten wurden durch Stein- Würfe erheblich verletzt.

Herzogskrone!

Was Ernst Ludwig von Hesse« als Förderer der Kunst geleistet hat, steht auf den Blät­tern der deuffchen Kunstgeschichte in leuchten­den Lettern geschrieben. Als in Darmstadt sei­nerzeit die Hessische Landesausstellung eröffnet wurde, sprach er die gehaltvollen Worte:Das eifrige Vorwärtsstreben unserer hessischen Künstler, von dem besonders das letzte Jahr­zehnt erfüllt war, hat gute Früchte gebracht. Die Geschmacklosigkeit, die Unecht- h « i t in Form und Material, die sich noch um die Jahrhundertwende in Architektur und an­gewandter Kunst breit macht«, muß immer mehr einer Schönheit weichen, die aus Wahrheit und Zweckmäßigkeit her­vorwächst. Das bestätigt auch unsere Ausstel­lung auf der (was mit besonderer Anerken­nung gesagt sei) die f r e i e K u n st so vortreff­lich vertreten ist, wie dies wohl noch auf kei­ner. ausschließlich hessischen Ausstellung der Fall war. Möge diese Ausstellung der hessi­schen Künstlorschast die verdiente Anerkrn- nung bringen, möge ihr aber das Gefühl des Könnens und Gelingens auch ein Ansporn sein zu jugendfrischem Wefterstreben nach den H ö- h e n der K u n st, die die s ch ö n st« Blüte eines Volkes ist...!" Und dieser Fürst, der die Aufgaben seines Regentenamts in den nun zwei Jahrzehnten seiner Regierung mit vor- ______________ - bildlicher Hingabe erfüllt, fand inmitten der dem erst nach längerer Zeit der liberale frühere Staatsgeschäft« die Zeit und Muße, zusammen rheinhessische Provinzialdirektor Rothe, unb I mit Gustav Kaderburg ein fröhliches Lustspiel nach dessen Tode der noch jetzt im Amt befind- schreiben, das in den nächsten Wochen auf liche, von denselben Grundsätzen erfüllte ~-r. I Darmstädter Hofbühne seine Uraufführung Ewald folgte. Nach und nach wuchs bet junge eiIe6en soll. Glücklich das Volk, glücklich das Großherzog, der scharf beobachtete und lernte, gQnlj) ^ffen Herrscher nicht nur Fürst, sondern z» einer völlig selbständigen, fest am Steuer - - - - -

stehenden Persönlichkeit heran, nicht er- s ch ö p s t vom Amt des Regierenden, aber er­füllt von einem Herrschaftsbewußtsein, das bem Lande Fortschritt und dem Fürsten Ver­wirklichung seiner Ideale versprach.

Altmeister Goethe sprach einst (in einer Unterredung mit Eckermann über den jungen §arl August von Weimar) die weisen Worte:! Es gibt zwar viele, die fähig sind, über alles geschickt mitzureden; aber sie haben es nicht im Innern und krabbeln nur an den Oberflächen. Und es ist kein Wunder, wenn man die entsetz­lichen Zerstreuungen und Zerstückelungen be­denkt die d'as Hofleben mit sich führt und de­nen ein junger Fürst ausgesetzt ist. Von allem soll er Notiz nehmen. Er soll ein bißchen das kennen und ein bißchen das und wieder ein ... bißchen das. Dabei kann sich «bernickts setzen Demburgs verlautet, und nichts Wurzel schlagen, und es gehört per Meldung.

Fonds einer gewaltige« Natur dazu, um bei solchen Anforderungen nicht un Rauch aufzugehen. Der Großherzog war freilick ein gehonter großer Mensch: Er hatte die Gabe, Geister und Charakter zu unterscheiden! und jeden an seinen Platz zu stellen. Das war sehr viel. Dann hatte er noch etwas, was ebensoviel war, wo nicht «och mehr: Er war beseelt von dem edelsten Wohlwollen von der reinsten Menschenliebe und wollte mit ganzer Seele nur das Beste. Er gedachte immer zuerst an da. (/UCI I fer Bat" iiTfursett Abständen immer von neuem

des unb ganz zuletzt erst ein »en « auf fein £ «nb Subebebiitfni8 hingewie-

felber. Edlen Menschen *9£n^ -finc fen. Wenn es bisher (unb auch jetzt wieder für gute Zwecke befördern zu Helzen, wr. ta.e aeit) gelungen ist, Herrn Kirschner zum Hand immer bereit und offen. Es »at Ilt t? bleiben zu bewegen, so lag dies zumeist, an der viel Göttliches. Er hätte die ganze Menschs ^even l«»mi! Nachfolge. Kirsch- Heft beglücken mögen. Liebe ! 9 lnci selbst wünscht als Nachfolger einen Mann,

Liebe. Wer aber geliebt ist, hat leicht mQn b0I etncr Ausschreibung

gieren . . .! . des Postens in der Mehrheit des Magistrats

Enrst Ludwig von Hesse« wird get>e . . ... « bieten Wunsch

Sein Hessenvolk verehrt in ihm nicht nur b erfüllen hat bet frühere' Staatssekretär regierenden Fürsten, sondern (und wohl i , ü jedoch (wie

erster Linie) ben Menschen, dessen Welt- Beruha r b Dernbnrg, der lz

m.d MOT W to SM d-m ®.»«M

's >« W.n 3.u <m<h