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CMr Neueste Nachrichten

Caffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 77, Fernsprecher 951 und 952. MUUvoch, 6. März 1912» Fernsprecher 951 und 952. 2. Jahrgang.

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SieSchlacht am Birkenbaum.

Frankreich, wie es fühlt und hofft!"

Im Oldenburger Verlag von Gerhard Stalling ist soeben ein seltsames Schriftchen erschienen: Die Uebersetzung einer französi­schen Broschüre mit dem beachtenswerten Ti­tel:Der Untergang des Deutschen Reiches- und der (etwas rätselhaften) Un­terüberschrift:Die Schlacht auf dem Birkenfelde in Westfalen 19..-. Der Verfasser des Merkchens ist ein französischer Truppen-Kommandant, der sich auf dem Titel­blatt als Herr de Civrieux vorstellt, und der in seines Heldenherzens dunklem Drang sich verpflichtet fühlte, seinen (für die geheim­nisvolle Kunst des Prophetenamts von Natur aus empfänglichen) Landsleuten die Geheim­nisse irgend einer grübelnden Schäfer-Seele, modern und niedlich garniert, als düstres Bild naher Zukunst zu ostenbaren. Der Komman­dant de Civrieux hat sich indessen das Prophe­tenamt recht leicht gemacht: Er greift auf eine alte (auch in Deutschland hier und da noch Verbreitete) Volkssage zurück, die alsStraß­burger Weissagung- namentlich in Westfalen und in den Rheinlanden unter der Landbevölkerung von Generation zu Genera­tion sich forterbt.

DieStraßburger Weissagung-, deren eigentlicher Ursprung nicht mit Sicherheit fest­zustellen ist, hat dadurch einige Popularität erlangt, daß sie den letzten großen Krieg in Europa, das Ringen zwischen Deutschland und Frankreich, die Niederlage des napoleonischen Kaisertums und die Errichtung des Deutschen Reichs voraussagte. Sie ist indessen da­bei nicht stehen geblieben, sondern hat auch gleich den Untergang des neuen Reichs bestimmt. Der Straßburger Pro­phet deutet die Entwicklung dieser weltge­schichtlichen Ereignisse so, daßanderthalb Menschenalter nach der Niederwerfung der napoleonischen Herrschaft Frankreich, mit noch droi andern Mächte!« im Bunde, in der Schlacht am Birkenbaum die Macht des -Deutschen Reiches brechen und den Untergang Deutschlands unter dem dritten Hohenzollern- kaiser herbeiführen werde.- Das Schlachtfeld dieses Völkerkampfs soll in Westfalen liegen. Auf dieses, etwas dunkle Propheiten-Gesicht baut der Kommandant de Civrieux seine The­orie über denUntergang des Deutschen Rei­ches- aus. Er erblickt die ä u ß e r e Ursache der Riederzwingung der deustchen Macht in inner« Organisations-Mängeln des deustchen MMonen-Heeres und in der über­ragenden Stärke der modernen Luftarmee der Republik.

Da nach dem Tage von Vestailles nun baldanderthalb Menschenalter- verflossen, steht nach Herrn de Civrieux das Unheil also schon nahe an der deustchen Grenze, und wir werden uns beeilen müssen, wenn wir dem Verhängnis deswestfälischen Bistenbaums­entgehen wollen. ES ist außerordentlich freundnachbarlich von dem gallischen Krieger gehandelt, daß er uns so rechtzeittg auf das Schwest des Damokles aufmestsam macht, das in den Prophetrnwosten des Straßburger Sehers über unserm Haupte baumelt, und wir ftchlen uns eigentlich Herrn de Cicrieux zu Dank verpflichtet, daß er das düstre Bild der Zukunft so unerschrocken vor unserm Auge enthüAt. Den aufrichtigsten Dank der Deutschen hat sich der pro­phetische Krieger aber dadurch gesichert, daß er uns einen Einblick in die Geheimnisse des wahren französischen Volksemp­findens vermittelte, aus dem man dies­seits der Vogesen mancherlei lernen kann. Herr de Civrieux (der im Heer der Republik die Charge eines Führers befleidet) setzt in seinen Darlegungen den Revanche-Ge­danken als unverrückbare Selbstverständlich­keit voraus, und lediglich der Verherr- Rchung dieser tiefinnerlich in der Franzosen­seele wurzelnden Hoffnung gilt sein ffte- rarstch-prophetischer Versuch!

Der Hinweis auf die Sieg-Garantie der ftanzösischen Lustarmee,-die Hoffnung auf .die alles niederzwingende wilde Tapferkeit der gelben und schwarzen Hilfstruppen Frankreichs-, und die Zuversicht auf dentat­kräftigen Beistand der englischen, belgischen und holländischen Bundesgenossen-: Das alles sind Pestpettiven, die uns zu den­ken geben müssen. Tas Projekt der Schaffung einer großen, schwarzen Armee Frank­reichs, zusammengesetzt und ständig ergänzt aus den Völkerstämmen des (durch den Erwerb Marokkos außerordentlich erweiterten) franzö- fu'tficn Kolonialreichs, und bestimmt, den na­türlichen Rückgang der unter der ständigen Ge- busten-Abnahme zusammenschrumpfcnden Re-

Spione inFrankfurta.M.

Die Verhaftung dreier Landesverräter; sensationelle Spionage-Snthüllnngen.

Regierung die Gründung und Unterhaltung einer Reichsanstalt für Luftschiff­ahrt und Flugtechnik, die ihren Sitz in Friedrichshafen haben soll. Die neue Reichsanstalt soll eine mit allen Hilfsmitteln der modernen Technik ausgestattete Ver-

Es scheint, daß die Spionage in Deutsch­land förmlich epidemisch auftritt. Die neueste Affäre, deren ganzer Umfang noch nicht ermittelt ist, spielt in unsrer Nachbarstadt Frankfurt a. M., wo in den letzten Tagen drei Personen unter dem dringenden Verdacht des Landesverrats verhaftet worden sind. Der Hauptverdächtige war der Polizei schon lange durch größere Geldausga­ben und Auslandsreisen (namentlich nach Paris) aufgefallen. Es soll sich hei der Affäre um Geschützzeichnungen und um das neue Etnheits gescho ß der Artil­lerie handeln. Die Affäre spielt auch nach Essen und Wilhelmshaven hinüber. Ein Verwandter des einen Verhafteten soll angeblich bei Krupp beschäftigt sein, liebet die sensationelle Affäre werden folgende Ein­zelheiten bekannt:

Frankfust a. M 8. März.

(Privat-Telegramm.)

Die hi« aufgedeckte Spionage-Affäre scheint größten Umfangs zu sein. Wie bekannt wird, verhaftete die Kriminalpolizei vor einigen Ta­gen einen hiesigen bekannten Wett-Ver- mittler. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden Briefe gefunden, die darauf schließen ließen, daß der Mann für die französische Regierung Spionage ttieb. Es wurden dann Telegramme und Stiefe abgefangen, und es zeigte sich, daß bet Verdacht berechtigt und die Hauptperson bei dieser Spionage ein angeblicher Tech­niker wat. Auch dieser wurde festgenommen. Die polizeilichen Nachfostchungen haben erge­ben, daß der Techniker der französischen Bot- schäft in Berlin schrieb, et sei imstande, ihr Geschützzeichnungen aus Essen und Zeichnungen der neuen Kruppschen Artillerie- geschütze zu liefern. Das wat im Dezember vorigen Jahres. Et erhielt darauf zur Ant­wort, et möge sich in Lutemburg mit einem französische« Agenten treffen, um diesem nähere Angaben zu machen. Anfang Januar reisten die beiden Verräter nach Luxemburg, wo sie mit dem Agenten eine Unterredung hatten. Beide erhielten dann ein Telegramm, worin sie aufgefordert wurden, nach Paris zu fah­ren. Der Techniker fuhr mit einem anderen Bekannten nach Paris und hatte dost mit dem Agenten eine längere Beratung, der dann die beiden

ins Ministerium des Innern

fühste. Dost sprachen die beiden mit einem höheren Beamten. Es wurde ihnen gesagt, daß man alles brauchen könne. Für einen Zündet zahle man 1000 Mast, für ein Geschoß 3000, für ein Verschlußstück 5000 Mast. Für die Otiginalzeichnung eines Geschützes zahle man sogar 8000 Mast. Der Hauptver­dächtige war dann noch zweimal in Pa­ris, nachdem inzwischen ein reger Tele­gramm- und Schriftwechsel stattgefunden hatte. Telegramme und Briefe wurden unter Chiffre nach Frankfust geschickt. In einem Brief et- Näste der Techniker, daß er Metall stücke, die er in Essen nicht bekommen könne, sich durch Einbruch in Wilhelmshaven ver­schaffen werde. Er hatte im ganzen bisher etwa fünfhundert Mast erhalten. In der vori­gen Woche reifte ein Bekannter von ihm, der früher bei Krupp tätig gewesen sein soll, nach Essen; et soll bei seiner Rückkunft nach Frankfurt bedeutsames Material mitge» bracht haben, dessen Verwertung aber nicht mehr möglich gewesen sein soll, da die Polizei

kruttetungs-Zfffer wettzumachen, hat schon längst greifbare Gestalt angenommen, und das schwatze Phantom-, das vor ein paar Iahten selbst von unfern militärischen Kapazitäten noch mild belächelt wurde, kann in nicht zu ferner Zeit gefahrbringende Wirklichkeit wer­den. Und was der Opfermut der Franzosen in der Erstrebung einer in Europa vorherr­schenden, jeden Augenblick kstegSferttgen L u f t- flotte zu leisten vermag, davon haben wir erst in diesen Tagen seht beachtensweste Pro­ben gesehen.

DieSchlacht am Bistenbaum- ist das Phantasieprodukt eines überreizten Kopfes, dessen Affekttonen sicher auch der Kommandant de Ciorieux nach ihrem taffächlichen Werte ein­zuschätzen versteht. Trotzdem scheint :u die Gelegenheit, aus der Mystik einen patrioti­schen Effekt herauszukrystallisieren, wich­tig genug, um fogar die Phantasien eines kranken Hirns in den Dienst der Revanche- Idee zu zwingen. Das Schstftcken des pro­phetischen Kommandeurs bat - t Frankreich in

feinen Auftraggeber inzwischen verhaftete. Auch der Agent wurde wenige Stunden nach Ankunft in Frankfust a. M. verhaftet. Die Er­mittlungen der Kriminalpolizei haben inzwi­schen soviel Belastungsmaterial ergeben, daß weitere Verhaftungen bevotstehen.

*

Hyronimus, Harmerland, Schellenberg.

(Telegramm unferS Korrespondenten.)

Frankfust a. M., 5. März.

Wie inzwischen festgestellt wurde, ist der Hauptbeteiligte an der Spionage-Affäre der verhaftete Techniker Josef Hieronymus aus Frankfurt a. M., ein dreißigjähriger Mann, der eine ziemlich bewegte Vergangen­heit hinter sich hat. Er hat fchon einmal we­gen Einbruchs ein Jahr Gefängnis bekom­men. Bei feiner Verhaftung gab er sich als Techniker aus, ist aber in letztet Zeit fast gar nicht in Stellung gewesen. Der zweite Ver­haftete ist ein Rheinländer, namens Hau - «erlaub, der brltte bet Kellner Heinrich Schellenbetg, bei bem Haunerland sich ein Zimmer gemietet hatte. Schellenbetg wat zu­letzt Buchmacher unb wurde vor einigen Monaten zu einet Gefängnisstrafe verurteilt, die er gegenwärtig verbüßt. Et wird sofort nach feinet Entlassung aus dem Gefängnis in Untersuchungshaft genommen werden. Hyro- nimus hat anscheinend

eine Unternehmung großen Stils

uchsanstalt für Luftschiffahtt wer­den, mit deren Leitung voraussichtlich Graf Zeppelin betraut werden wird. Es ist cho« eine große Anzahl von Gutachten einge­holt worden, und die Verhandlungen in den beteiligten Kreise« stehen nahe vor dem Ab- chluß. Augenblicklich wird die Angelegenheit inanziell geprüft. Voraussichtlich wird schon )er Etat für das nächste Jahr einen ent- prechenden Kredit für die ersten Baukosten ordern. Wie weiter verlautet, hat sich Gras Zeppelin bereit erklärt, die Leitung der neuen Reichsanstalt zu übernehmen und demgemäß in den R e i ch s d i e n st einzutreten.

Streik im Ruhrrevier?

Die Führet warnen vor bem Streik!

Die Situation im Ruhr-Revier hat sich seit zestern weiter verschärft und die Aus - tandsbewegung der Bergleute hat eine weitere Ausdehnung erfahren. Auf bet Zeche Kaiserstuhl I, wo gestern früh noch die ganze Belegschaft angefahren war, sinb zur Mittag- chicht nur hunbertstebzig Man« von runb leunhundert angefahren. Aus bet Zeche Kai- erstuhl II, wo gestern früh bereits neunhun­dert Mann gefehlt haben, ist zur Mittagschicht niemand mehr angefahren. Die Zeche läßt daher die Mittag- und auch die Äbendschicht ausfallen. Auch auf der Zeche Scharnhorst treiken zahlreiche Bergleute, lieber die augen­blickliche Lage geht uns folgende Meldung zu: Dortmund, 5. März.

geplant, denn er ließ verlauten, man möge ihm Gebäude mit wichtigen Papieren bezeich­ne«. Er habe 3eule an der Hand, die ihm die Papiere nötigenfalls mit Gewalt verschaf­fen würden. Es wäre damit beabsichttgt, die Originalzeichnungen nachts zu entwen­den, in aller Ruhe zu kopieren und Wie­der an Ort und Stelle zu bringen. In den letzte« Tagen hatte Hyronimus sich auch an die englische Botschaft in Berlin ge­wandt, doch sind die Verhandlungen anschei­nend durch seine Verhastung unterbrochen worden. Uebrigens war Hyronimus auf alles vorbereitet und hatte beispielsweise seine Möbel schon verkauft, um jederzeit fliehen zu können. Die Polizei ist zurzett damit be- fchästigt, die V e r b i n d u « g e n der drei Ver­hafteten zu ermitteln, die augenscheinlich noch mehrere Mitschuldige haben, deren Ver­haftung bevorsteht.

Noch eine Spionage AMre!

Cuxhavener Küstenbatterie-Geheimniffe.

(Privat-Telegramm.)

Kiel, 5. März.

Eine geheimnisvolle Spionagege- fchichte wird aus Cuxhaven gemeldet: Am Montag nachmittag betrat ein Fort-Wäch­ter die kleine, nicht ständig bewachte Küsten­batterie hinter der Kubelbake an der Elb münbmtg. In diesem Augenblick kamen ihm von dort zwei elegant gekleidete junge Herren entgegen, die eiligst zu entfliehen suchten. Der Fort-TSächter hielt jebodj einen der Fliehenden fest, worauf dieser einen Revolver herauszog und ihn dem Wächter mit der Drohung auf die Brust fetzte, daß er sofort schießen werde. Im ersten Schrecken gab der Wächter den Fremden frei. Die Beiden entflohen bann unb konn­ten bisher nicht ermittelt werden.

wenig Tagen eine nach Hunderttaufenden von Exemplaren zählende Verbreitung gefunden, woraus geschlossen werden darf, daß der Re­vanche-Gedanke in der vom Friedens­traum des zwanzigsten Jahrhunderts flüchtig gestreiften Seele des Franzosen von heute noch dieselbe Suggestivkraft besitzt, wie in den Tagen, da in Parts im Salon und in der Spelunke der wilde Ruf:A Berlin!* als Losungs- und Heldenwort galt. Der Kom­mandant de Ciorieux hat uns mit feinem Traum von derSchlacht am Birkenbaum" einen wirklich guten Dienst erwiesen, denn wir haben gesehen, was uns bisher Höflichkeit (ober Arglist) verbarg: Die S e e l e, die H o f f- nitng und das Ideal der Franzosen. F. H.

(Privat-Telegramm.)

Die Bergarbeiterführer geben sich alle erdenkliche Mühe, die Ruhrbergleute von einer weiteren Ausdehnnng des Streiks a b - zuhalten. Auch in den gestrigen Beleg- schastsversannnlungen der Dortmunder Ans­tändigen wurde cnergifch gegen eine Ar­beitsniederlegung polemisiert. Indessen verhehlt sich die Leitung des Alten Bergarbeiterverbandes nicht, baß unter ben Bergarbeitern eine Stimmung herrscht, dir bas Aenßerste befürchten läßt,, wenn heute bie Aechenbesttzer nicht eine be­friedigende Antwort erteilen. Heute werden die Delegierten der drei Verbände zusammen- treten und die enbgiltige Entscheidung treffen. In ben Dortmunder Belegfchaftsver- sammlungen ließen dieRedner ziemlich deut­lich durchblicken, daß die Konferenzen am Sonntag voraussichtlich die Parole für einen allgemeinen Streik der Bergar­beiter im gesamten Ruhrrevier ausgeben werden. Auf bie Eingabe des Bergarbeiter-Dreibundes an bie Zechenver­waltungen ist gestern bie erste Antwort eingegangen. Die Gewerkschaft König Ludwig erwiderte, sie fei nicht in ber Lage, zu ben Forderungen der Bergleute Stellung zu nehmen, da sie nicht von der Belegschaft auS- gingen. Rnr in einem Arbeiteraus- schuß könne die Vertretung bet Belegschaft erblickt werden unb zu Verhandlungen mit diesem fei bie Gewerkschaft bereit.

Der Riesenftreik in England.

(Privat-Telegramm.)

Wie uns aus London berichtet wird, ist die Lage im Ausstandsgebiet äußerst beunruhigend. In London eingetroffene Depeschen melden, daß die Effenbahnn der Amalgamated Compagny- beschlossen habe«, falls Militärzüge in das Streikgebiu abgeben sollten, diese während der Dauer des Streiks nicht zu befördern. Des weite­ren wirb uns aus Sunderland gemeldet, daß eine Versammlung der Eifenbahnangestellte« beschlossen hat, gleichfalls einen Sympa­thiestreik für die Kohlenarbeiter zu unternehmen. Die Angestellten verschiedener Eisenbahngesellschasten weigern sich, Kohlen zu transportieren, solange der Streik andauert. Eine Tagung des Transportarbeiterverbande» hat die Absicht bekannt gegeben, im Falle der Verwendung von Militär zum Schutz von Kohlenbergwerken oder Kohlenzugen, bem Bergarbeiterverbanb zu Hilfe zu kommen und die Transportarbeiter des ganzen Landes auf den Plan zu rufen.

ßMllenz Golf in Hanau.

Der Staatssekretär auf derDiamantenfahrtt'.

Graf Zeppelin im Reichsdienft?

©ine Reichsanstalt für Lustschiffahrt.

Ein Privattelegramm meldet uns aus Berlin: Wie in maßgebenden Kreisen zuverlässig verlautet, beabsichtigt die Reichs-

(Telegramm unsers Korrespondenten.) Hanau, 5. März.

Der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dr. Sols traf gestern in Begleitung zweier Regierungsrätc hier ein, um sich über das Diamantengewerbe, und zwar sowohl über die VerhättmZ« der Arbeitgeber, wie über