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SomMg, 25. FriE» ML

6efTe!et Neueste Nachrichten

tümern in gewissen Beamtenkreisen oorzubeu- ®en, die int Einklang mit dem objektiven Recht befindliche Ueberzengung des Vorsitzenden des Verbandes mittlerer Staats, und Reichseiscn- bahnbeamten im Kanzleidienst bestätigt, mir anderen Worten, nickt Neuerungen getroffen, andern längst bestehende Rechtsverhältnisse öffentlich anerkannt.

A Tie neuen Kriegsbeorderungen. Ende nächsten Monats erfolgt an alle Mannschasten des Beurlaubtenstandes die Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen. Das Bezirkskommando macht ausdrücklich darauf

Petersburg, 24. Februar. (Privat-Te- legramm.) Bei einem Schneesturm tm Gouvernement Omsk sind über zweihun­dert Menschen erfroren oder in den Schneemassen umgekommen. Tie seit drei Wo­chen unvermindert andauernde Kälte fordert auch anderwärts zahlreiche Opfer. Die letzten Tage haben furchtbare Schneestür­me gebracht, die manche Orte förmlich unter den Schneemaffen begraben haben.

Pa^ris, 24. Februar. (Priv attele» gram rn.) Gestern fand zwischen dem Leut­nant Touny und einem Herrn Charvet ein Degenduell statt, das durch private Zwistigkeiten verursacht worden war. Beim zweiten Gange wurde Charvet ernstlich am Oberarm verletzt.

Eine französische Niederlage in Marokko?

Paris, 24. Februar. (Privattele« gram m.) DasEcho de Paris" verzeichnet das Gerücht von einer Niederlage der französisch-marokkanischen Streitkräfte bei Mo- gador, gibt jedoch die Meldung unter formel­lem Vorbehalt wieder, da bisher weder im .Kriegsministerinm. noch im Kolonialmini­sterium -ine Bestätigung der Nachricht einge­laufen ist.

Ein Siebzehnjähriger als Massenmörder.

Petersburg, 24. Februar. (Privat« Telegramm.) In Narwa tötete der sieb- zehnjährige Schneiderlehrling Bals durch Beilhiebc seinen Meister, dessen Frau und einen Lehrling im Schlafe. Der Mörder stellte sich selbst der Polizei. Als Ursache des dreifachen Mordes gab er schlechte Be­handlung an.

Ter Herzog von Connaught verunglückt!

London, 24. Februar. (Privat-Te« legramm.) Herzog Arthur von Con­naught, über dessen bevorstehende Ernen­nung zum Vizekönig von Indien kürzlich be­richtet wurde, ist auf der Fuchsjagd mit den Pferden gestürzt und hat schwere Verlet­zung e n erlitten. Tas Befinden des Verun­glückten soll zu ernsten Besorgnissen Anlast geben.

Grotzfeuer in den Phönix-Werken.

Riga, 24. Februar. (Privat-Tel«« g ramm.) Die drei Walzabteilungen und der Maschinenraum der Waggonbauanstalt PH ö - n i x stehen seit gestern abend in Mammen. Ter Schaden wird schon jetzt auf mehrere hundert­tausend Mark geschätzt. Tie Löfchversuche wa­ren bisher vergeblich. Ueber die Ursache des Riesenbrandes schweben noch Ermittelungen.

(Rach Schluß der RrduMo« eingegaugen.)

Verhängnisvolle Srdrntsche inFrarrrreich (Privat-Telegrarnm.)

Lindequists Abschied aus der Armee-

Berlin, 24. Februar. (Privottele­tz r a m m.) Der frühere Staatssekretär des Reichskolonialamtes, Exzellenz von Linde- guist, der Anfang November vorigen Jahres aus dem Amte schied, da er das Marokko­abkommen nicht mit seinem Namen decken zu können glaubte, ist jetzt auch aus der Armee ausgeschieden.

Wieder eine Gasvergiftung!

Berlin, 24. Februar. (Privat-Tele­gramm.) Heute früh um halb acht Uhr wur­den in dem Hause Ritterstraste 101 die vier­undsechzig Jahre alte Schneiderin Friederike Baumann und ihr um ein Jahr jüngerer Bruder als Leichen aufgefunden. Der Tod war durch Gasvergiftung eingetre. ten. ES liegt ein Unglücksfall vor.

Beim Einbruchsdiebstahl erschossen!

Hannover, 24. Februar. (Privat-Tk- leg ramm.) Beim Einbruchsdiebstahl über­rascht und erschossen wurde in der vergan­genen Nacht in Schillerslage ein Dieb. Der Posthilfsstelleninhaber M ü n st e r m a n n hörte in seinem Bureau die Alarmglocke läuten. Als er das Postzimmer betrat, sah er einen Mann in der Telephonzelle. Der Beamte rief nun feinen Bruder herbei. Im gegenseitigen Kampf wollte dieser den Dieb in die Hand schießen, verfehlte aber sein Ziel und traf den Einbre­cher mitten ins Herz, der sofort tot nie­dersank.

Die Bombcumänner von Paris.

Paris, 24. Februar. (Privat-Tele- gramm.) Die Polizei setzt die Nachforschun­gen nach den Bombenattentätern ei'- rig fort. Sie glaubt, daß es sich um ein K o m plott handelt, das schon seit längerer Zeit vorbereitet ist. Auf Seite der ausständigen Autodroschkenführer glaubt man jedoch, daß es sich um Spitzel handelt, die ein Interesse daran haben, die Ausständigen in der öffcnlli- chen Meinung herabzusetzen.

Ehre . . .

aufmerksam, Lup ,

welche bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebracht sind, sofort dem Bezirks- eldwebel gemeldet werden müssen.

A Personalien von der Eisenbahn. Ober- bahnnteister Tontrup und Oberbahnhofsvorste­her Schütz (Rangierbahnhof) in Cassel wurde der Charakter alsRechnungsrat" allerhöchst verliehen. Oberbahnassistent Bentling ist zur Kömglichen Eisenbahn-Direktion Cassel ver-

noch etwas besorgen und bat den Begleiter, etwas auf den Koffer auszupassen. Als das Mädchen zurückkehrte. war der Begleiter unter Mitnahme des Koffers verschwunden. Dos junge Mädchen eilte sofort dem Ausgange zu und sah noch, wie der junge Mann das Weite suchte und kurz darauf verschwand. Nun mußte die Reise unterbleiben...

A Trauer in der katholischen Gemeinde. Zunr Begräbnis des Stadtpfarrers Johannes Ferdinand Gruß zu Fulda begab sich gestern eine Deputation des hiesigen katholischen Ge- >llenvereins unter ihrem Präses Kaplan Weh­ner nach der alten Bischofsstadt. Der Verstor­bene, der von 18941896 hier als Kaplan an der Kirche zur hl. Elisabeth tätig und allgemein beliebt war, har während seines hiesigen Auf­enthaltes als Präses des Gesellenvereins ge­wirkt. Pfarrer Gruß, der, noch nicht dreiund­vierzig Jchhre alt, der Lungenschwindsucht er­legen ist, wird in der hiesigen katholischen Ge­meinde stets ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.

A Kurhessen im Heere. Bei den jüngsten Personalveränderungen im Beurlaubtenstande wurden befördert: Zu Leutnants der Reserve Vizewachtmeister Haefe (II. Königsberg) des Jager-Regiments zu Pferde Rr. 2; Pünder (IV. Berlin) des Feldartillerie-Regiments Nr. 55; Bauermeister (Dessau) Jnfanterie-Reg. 94; Bollmann (Halberstadt), Jäger zu Pferde 2; Braune (Magdeburg) Feldartillerie-Rearm. 11; Rohde (Minden) Jäger zu Pferde Nr. 2; Frey- oldt (Meiningen) Jnfant.-Regim. 95: von Buenguer (Worms) Husaren-Regiment 14; Rosendorf (Stade) Jnfant.-Ncgiment 94. Zu Oberleutnants sind befördert: von Meper (Torgau) Feldart.-Regim. 11; Friedrich (Glo- gau) Jnfant.-Regim. 167; Decker! (Deutz) Feld­artillerie-Regiment 11: Fresenius (Wiesbaden) Dragoner-Regiment Nr. 5; Andreae (Frank­furt a. M.) Husaren-Regiment Nr. 14; Demski (Flensburg) Train-Bataillon Nr. 11. Der Abschied bewilligt: Kraiger. (Stettin) Hauptmann der Reserve, Feldartillerie Reg. 11.

A Der Revolver bei der Polizei. Durch allerhöchsten Erlaß sind auch die hiesigen Po­lizeibeamten ständig mit Revolvern ausgerüstet worden. Der Dienftrevo-lver ist Drepse'sches Modell. Die außerordentlich gute Aidsführung ermöglichst eine Tragweite von taufend Me. fern und besitzt auf zweihundert Meter noch eine solche Durchschlagskraft, daß er ein zehn Zentimeter dickes Eichenbrett glatt durchschlägt. Me bei den Jnsauteriegewehren Modell 98 werden auch hier Stahlmantel-Gefchosse ver. wandt. Jeder Pvlizeibearnte ist mit sechzehn Kugeln ausgerüstet, von denen sich acht im ge­ladenen Revolver, die übrigen sich in der Pa­tronentasche zur Rachfüllung befinden. Der Revolver wird an einem gelben Ledergurt über der Uniform getragen.

Zum Mord in Rothenditmold. Die Kö­nigliche Staatsanwaltschaft arbeitet zusammen mit der Kriminalpolizei rastlos an der Aufllä- rung des am neunzehnten September vorigen Jahres in Caflel-R. verübten Raubmordes an der Ehefrau des Zeichners August Müller, Marie, geb. Cron. Die Beschleunigung aller angestellten Ermittelungen ist umsomehr er­forderlich, als der Bruder der Ermordeten, der Kellner Fritz Cron sich bereits am elften März vor dem hiesigen Schwurgericht zu ver­antworten haben wird. Die Königliche Staats­anwaltschaft stellt noch immer umfassende Nach­forschungen an, um die damals gestohlenen Sachen wieder aufzufinden. Es handelt sich um dne silberne RemontoiEamcnuhr mit Goldrand Nr. 2712 mit dünner Doublekette, de­ren Schieber etwas zusamengedrückt ist, einen goldenen Damenring mit Steinchen und einen solchen mit einem Diamant, einen goldenen Herren-Kettenring, eine goldene Herren-Uhr- kette, eine Damenbrosche mit Photographie ei­nes jungen Mannes und eine Brieftasche, ent­haltend den Militärpaß des Ehemannes der Ermordeten, August Müller. Auf Ermittelung dieser Gegenstände oder eines Teiles derselben hat der Regierungspräsident eine Beloh­nung von zweihundert Mark ausge­setzt. Wenn mehrere Personen verschiedene dieser Gegenstände ermitteln, so wird die Be­lohnung angemessen verteilt. Die Staatsan­waltschaft rechnet mit der Möglichkeit, daß die vermißten Sachen in der Nähe des Tatortes (Wolfhagerstraße 91) insbesondere in den an die Mombachstraße stoßenden Gärten verbor­gen sind und bittet deshalb die Anlieger, dies­bezügliche Nachforschungen anzustellen.

A Teuerungszulagen für Unterbeamte. Dem Reichstag und dem preußischen Landtage liegen zahlreiche Petitionen von Unterbeamten» Organisationen um Gewährung von Teue­rungszulagen vor. Das gesamte untere Beam­tentum hat sich zu einer gemeinsamen Eingabe an die Parlamente entschlossen. Unter Hin­weis auf die Rotstandspreise, die für Kartof­feln, Kohlen und Gemüse gezahlt werden müs­sen, wird dringend um Hilfe gebeten. Die vom Neunerausschuß der Unterbeamten an Reichs­tag und Landtag abgesandte Petition bittet: 1. auf eine ausreichende Erhöhung der Ge­haltsbezüge der Unterbeamten hinwirken zu wollen. Vorgeschlagen wird die allmähliche Vereinheitlichung der Unterbeamtenklaffen durch Zusammenlegen aller vorhandenen Kate­gorien in höchstens drei Gehaltsklassen; 2. für alle Unterbeamten eine sofort zahlbare Teue­rungszulage erwirken zu wollen, und 3. darauf hinwirken zu wollen, daß bei sämtlichen Reichs- und Staatsbehörden mit der liebet» tragung einer etatsmäßigen Stelle auch an die unteren Beamten grundsätzlich die unkündbare Lebensstellung verknüpft sein soll.

A Die Kanzleibeamten sind mittlere Be­amte. Mr teilten dieser Tage mit, daß nach einer Entscheidung des Ministeriums der öf­fentlichen Arbeiten die Kanzleibeamten, deren Beamtenklasse bisher unbestimmt war, zu den mittleren Beamten zu rechnen sind. Dazu wird uns heute aus Beamtenkreisen geschrie­ben: Die Kanzleibeamten sämtlicher preußischer Verwaltungen sind schon seit langer Zeit und N'ckt neuerdings mitttere Beamte. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat nur, um Zer­

setzt worden.

A Ein neuer VerkehrSverband. Oberbür­germeister Müller hat eine Einladung an die Verkehrsvereine in Kurhessen, Waldeck und die angrenzenden Gebiete erlassen, in der er sie bittet, in einer Versammlung zu erscheinen, die am Montag den sechsundzwanzigsten Fe­bruar im Rathause zu Cassel über die Grün­dung eines Verbandes der Ver­kehrs vereine des angegebenen Gebiets beraten soll. Der Verband will mit Hilfe des Bundes deutscher Verkehrsvereine und mit eigenen Mitteln Propaganda im In- und Aus­lande für die wunderbaren landschaftlichen Schönheiten des Vereinsgebietes machen, die in weiteren Kreisen noch recht wenig bekannt find, obgleich sie sich mit denen anderer Gegen­den nicht nur messen können, sondern sie viel­fach noch übertreffen.

A Casseler Künstlerfleitz. Am Hause Ja­gerstraße 7 sind feit gestern zwei Plastiken an­gebracht, die im Atelier des Bildhauers Arthur Breitfeld, Holländrschestraße 84, entstanden sind und die Aufmerksamkeit der Passanten fesseln. Die beiden Reliefs stellen zwei Landschaften ,Ueber Land" undlieber Meer" dar und sind ;n ihrer Ausführung künstlerisch durchgear­beitet.

A Der Kriegerverein 1897. Am heutigen Sonntag begeht im schön dekorierten Saal des Tanzlehrers Persch, Untere Earlsstraße 3, der Kriegerverein 1897 feine diesjährige Fast, nachtsfeier in Gestalt einer Bauernkirmeß. Nach dem vom Vorstände aufgestellten Pro­gramm verspricht die Feier allen an sie zu stel­lenden Anforderungen und kann daher der Be­such allen Freunden und Gönnern des Vereins auf das Wärmste empfohlen werden.

A Kleine Tageschronik. Heute abend findet in den Sälen desHämisch" ein luftiger Abend, betiteltVolksfest", statt. Die Kapelle Henkel, in Schwälmer Bauernkostüm, wird ihre lustigen Weisen ertönen lassen- Mehrere Buden und auch ein Karussell tragen zur Be­lustigung bei. (Näheres siehe Inserat.) ImZentral-Hotel" findet heute (Sonntag) von sechs Uhr abends ab das Kostümfest des Kaufmännischen Vereins für weibliche Ange­stellte statt, wozu auch Gäste eingeführt wer­den können. Wir machen unsere Leser auf die im Anzeigenteil unseres Blattes befind­liche Einladung zur konstituierenden Versamm­lung der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft aufmerksam, die am Montag, abends sieben Uhr, im Ständehaus stattfindet. Die Bürgerschule sechs hält am Sonntag den dritten März von nachmittags drei Uhr ab im Stadtparksaale eine Abendunterhaltung, verbunden mft einem L-ichtbildervertrag, zum Besten der Ferienkolonie ab. Das Märchen­spielAschenbrödel" und sonstige Vorführun­gen werden den Zuhörern genußreiche Stun- ben bringen. DerVerein ehemaliger Schü­ler der alten Casseler Bürgerschule" hält am Montag, den 26. d. Mts., abends von neun Uhr an, in seinem Vereinssitz, Restaurant Moll (Holländische Straße), eine Mitglieder­versammlung ab, zu der alle ehemaligen Schüler der Casseler Bürgerschule herzlich willkommen sind.

A Königliche Schauspiele.Der Registra­tor auf Reisen" gelangt heute, Sonntag, nach­mittags 2% Uhr, als Sondervorstellung zu er­mäßigten Preisen zur Aufführung. Abends acht Uhr wird die OperStella maris" von Alfred Kaiser gegeben. Anstelle des erkrankten Herrn Koegel singt Herr Schwalb vom Stadttheater in Barmen als Gast die Partie des Yanik. Am Montag abend geht SchillersWilhelm Teil" in Szene. Den Tell spielt als Gast Herr Werther vom Leipziger Schauspielbaus auf Engagement. Die Vorstellung beginnt um sieben Uhr.

AHoheit amüsiert sich." Wie schon er­wähnt, steht für morgen abend halb acht Uhr ein ebenso interessanter wie amüsanter Thea­terabend im großen Stadtparksaale bevor. Es gelangt der Berliner Metropoltheaterschla- ger, die Vaudeville-OperetteHoheit amü­siert sich", zur einmaligen Ausführung.

A Datz Sonntagskonzert auf dem Frie- drichSplatz. Beim morgigen Sonntagskonzert auf dem Friedrichs-Platz bringt die Kapelle des Husaren-Regiments Rr. 14 folgende Musik­stücke zum Vortrag: 1. Brigademarsch von O. Wiese; 2. Venedig in Wien, Ouvertüre von Spari; 3. Melodien aus der OperTer Frei­schütz" von Weber; 4. Amina, ägvptisches Ständchen von Linüe; 5. Kometenwalzer aus Hurra, wir leben noch", von Holländer.

A Aus Cassels Varietees. Am Sonntag finden in denKaisersälen" zwei Vor­stellungen des rheinischen Burlesken Ensemb- les Blatzheim, sowie der gegenwärtigen Spe­zialitätenkünstler statt. Die Vorstellungen be­ginnen um vier Uhr nachmittags und acht Uhr abends. Die Nachmittagsvorstellung fin­det bei kleinen Eintrittspreisen statt. Im Par­terresaal nimmt um vier Uhr nachmittags das Münchener Kellerfest" mit Barro Nike! und den Oberlandlem seinen Anfang.

A Das Wetter am Sonntag. Ter aintr'.dbe Wetterbericht sagt für Sonntag für Hessen- Nassau folgende Bitterung voraus: Nock ein­zelne Niederschläge, später vorübergehende, ab­nehmende BewöÜuug, etwas kälter.

Paris, 24. Februar.

Weitere größere Erdrutsche ereig­neten sich in der Gegend von Croucat. Dir ganze Gegend scheint durch unterirdische ....----- ------ _ . . Wasserläufe unterminiert zu fein. Bor

daß Woh mm g sv eränb e tun gen, einigen Tagen kam ein Hügel bei Lellenkor ins Rutschen, wodurch die genannte Ortschaft und die Eisenbahnlinie crustlid; gefährdet wurden. Die Aufräumungsarbeiten haben die Bewegung zum Stillstanv gebracht. Nunmehr werden Erdrutsche aus der Gegend von Caprat gemeldet, wo ein Hügel von siebenhundert Me­ter Länge in Bewegung geraten ist. Bis jetzt sind Gruben von zehn Meter Tiefe entstanden. Die Behörden haben umfassende Maßnahmen getroffen, um eine Katastrophe zu verhin­dern. Man führt gegenwärtig Bohrungen aus, in der Hoffnung, auf unterirdifche Gewäs­ser zu stoßen, um dann zu versuchen, die Was­ser abzuleiten. Die Vorfälle sind darauf zurückzuführen, daß die ganze Gegend ent wölbet wurde und man trägt sich deshalb mit dem Plane, die Gegend wieder aufzuforstett

ftt. 69. 2. Jahrgang._____________________

Fall zu Fall ciuberujenen Zusammenkünften werden in der Regel Wm:fch: und Beschwer­den geäußert, von allen Seiten beleuchtet, durch andre Mitbürger bestätigt oder anders erläutert und schließlich in eine Form gegos­sen, die allen Ansprüchen genügt, um an die richtige Instanz zu geben. Aus diese Art konnte schon manchen berechtigten Wünschen Rechnung getragen werden; viele Anträge der Bezirks- Vereine waren von Erfolg gekrönt, wieder an­dere brachten wenigstens einige Verbesserun­gen. Die ständig 'steigende Mitgliederzahl der einzelnen Vereine zeug: am besten von dem Vertrauen, das die Bürgerschaft ihnen entge- genbringt. Zu den schwebenden Tages- fragen aber Stellung zu nehmen, ist den Bezirksvereinen nicht möglich. Der Grund da­für ist in der Gepflogenheit des Casseler Ma­gistrats zu suchen, sich über seine Vorlagen und Anträge an die Stadtverordneten bis zum letzten Augenblick in tiefes Stillschweigen zu hüllen. ...

In Cassel liegen die Dinge so, daß der Ma­gistrat die für die städtischen Körperschaften bestimmten Vorlagen aüSarbeitet. Regelmä­ßig am Montag vor jeder Stadtverordneten­sitzung wird die Tagesordnung in knapper Form öffentlich bekannt gegeben. Der Bürger kann daraus ersehen, welche Angelegenheiten am Donnerstag im Plenarsaal des Rathauses verhandelt werden, er kann auch Zeuge der Sitzung fein ober sich aus den Berichten der Presse übet das Ergebnis der Sitzung infor­mieren. Nicht aber ist er in der Lage, vorher zu irgend einer Vorlage Stellung zu nehmen, da ihm der Antrag des Magistrats, wie gesagt, bis zur Sitzung selbst ein Buch mft sieben Sie­geln bleibt In anderen Städten veröffentlicht das Stadtverordnetenbüro einige Tage vor der Stadtverordnetenversammlung, in der Regel am Sonnabend, nicht nur die Tagesordnung» sondern es gibt auch gleichzeitig die An­träge des Magistrats bekannt. Da­durch werden die Bürger in die Lage versetzt, sich noch vor der Sitzung mit den einzelnen Vorlagen zu beschäftigen. Die Bezirksver­eine fassen bann Beschlüsse und reichen diese den städtischen Körperschaften ein. Dieses Ma­terial, das oft erst die wahre Stimmung in bet Bürgerschaft enthüllt, wird dann bei den Beratungen der Stadtverordnetenversammlung außerordentlich geschätzt und mancher Beschluß des Plenums hat schon ein ganz anderes Aus­sehen bekommen, lediglich auf Grund der vor­herigen Durchberatung in den Bezirksver- fammlungen, an denen die Stadtverordneten teilnehmen und Anregungen sammeln. Auf diese Art wird den Bezirks- und Kommunal­vereinen ein intensiveres Arbeiten ermöglicht. Vielleicht befaßt sich der Große Bürgerverein einmal mit dieser Angelegenheit. Je größer die Möglichkeit des Einzelnen ist, sich über die die Stadtverwaltung beschäftigenden Vorlagen zu unterrichten,desto lebhafter wird das Interesse der Allgemeinheit am Wohlergehen der Vater­stadt werden. Der Residenzstadt Caflel aber wird durch ein weiteres Entgegenkommen für die Oeffentlichkett kein Stein aus der Krone gebrochen und sie ist es nicht zuletzt, die reichen Segen davon erntet. -=ey-

A Der Frühling in Sicht? Vorläufig sieht k? in der Natur rächt unftenndlich und redne­risch aus, aber aus meteorologischen Streifen werden frohe Frühlingshoffnungen gemacht, die wir keinem unserer Leser vorenthalten möchten. Es wird uns nämlich geschrieben: Nachdem in diesem Jahre alle Umstände, die zu frühzeitiger Erwärmung der Aimospbäre führen, recht günstig vorhanden sind, kann man auf ein warmes und zeitiges Frubiahr rechnen. Auch im vergangenen Jahre waren die meteorologischen Verhältnisse dem zeitigen Eintritt frühlingshafter Wärme günstig, die sich bann auch, den Voraussagen getreu, prompt eingestellt hatte. Nun ist es allerdings sehr fraglich, ob Frühling und Sommer neunzehn­hundertzwölf wieder so ungemein warm tote int Vorjahre fein werden; aber es besteht einst- weilen kein begründeter Anlaß zu der Annah­me, daß nicht wenigstens das Frühjahr wie­der zeitig einsetzt, zumal ja im Grunde genom­men der Vorfrühling bereits im Februar Er- chgnis geworden ist. K ä 11 e r ü ä f ä 11 e blei­ben niemals, selbst im wärmsten Jahre nicht aus, brauchen aber keineswegs den allgemeinen Witterungscharakter des Frühlings im März und Avril, auf den wir rechnen dürfen, erheblich zu beeinträchtigen. .

A DaS Steigen der Lebensmittelpreise. Das Statistische Sandesamt hat kürzlich eine Ueber« sicht über die Bewegung der Preise von Le­bens- und anderen Derpstegungsmitteln fett etwa achtzig Jahren gebracht. Ans dieser Uebersickt gebt zunächst hervor, daß mit Aus­nahme von Speck. Schweineschmalz und Lin­sen alle Leben smittelpreif« fett 1890 eine Stei­gerung erfaßen haben, besonders die Fleisck- preise. vor allem HammÄsteisch, daS fast und Kalbfleisch, das über die Hälfte teurer gewor­ben ist als vor einundzwanzig Jabren. Auch die Erhöhung der Eier- und Butterpreife übersteigt bei wettern den in diesem Zeittaum etngetretenen Rückgang des Geldwertes. Kar­toffeln sind gerade auf daS Doppelte ihres Wettes gestiegen. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sich die Preise beinahe noch einmal verbot,Pelt. Daß für die Fleisch- b reife in nächster Zeit kein Rückgang fon der» nur noch ein weiteres Anziehen M ettoarten ist, hat ja der immer knapper werdende Biebanfttteb mehrfach bewiesen.

A Unter falscher Flagge. Seit einigen Tagen treiben zwei Herren in Cassel ihr Un­wesen, die sich alsRriminalbcamtc aus Essen" ausgeben und hier mit den schwierigsten Tricks vorgehen. Sie gehen in die Goldwarenläden und versuchen Uhren auf Kredit zu erhalten. In einem Falle ist es ihnen sogar geglückt, Sie erhielten hier eine Uhr im Wette von ackt- unddreißig Mark. Es handelt sich um die Herren" Shlinskv und Werner, die beide ihr DomizU in Cassel aufgescklagen haben.

A Getäuschtes Vertrauen. Ein zur Bahn gebendes junges Mädchen wurde gestern von einem Herrn angesprochen, die jungen Leute ge­rietet; in ein Gespräch und wanderten zusam­men jum Bahnbos. Dort wollte das Mädchen