SomMg, 25. FriE» ML
6efTe!et Neueste Nachrichten
tümern in gewissen Beamtenkreisen oorzubeu- ®en, die int Einklang mit dem objektiven Recht befindliche Ueberzengung des Vorsitzenden des Verbandes mittlerer Staats, und Reichseiscn- bahnbeamten im Kanzleidienst bestätigt, mir anderen Worten, nickt Neuerungen getroffen, andern längst bestehende Rechtsverhältnisse öffentlich anerkannt.
A Tie neuen Kriegsbeorderungen. Ende nächsten Monats erfolgt an alle Mannschasten des Beurlaubtenstandes die Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen. Das Bezirkskommando macht ausdrücklich darauf
Petersburg, 24. Februar. (Privat-Te- legramm.) Bei einem Schneesturm tm Gouvernement Omsk sind über zweihundert Menschen erfroren oder in den Schneemassen umgekommen. Tie seit drei Wochen unvermindert andauernde Kälte fordert auch anderwärts zahlreiche Opfer. Die letzten Tage haben furchtbare Schneestürme gebracht, die manche Orte förmlich unter den Schneemaffen begraben haben.
Pa^ris, 24. Februar. (Priv attele» gram rn.) Gestern fand zwischen dem Leutnant Touny und einem Herrn Charvet ein Degenduell statt, das durch private Zwistigkeiten verursacht worden war. Beim zweiten Gange wurde Charvet ernstlich am Oberarm verletzt.
Eine französische Niederlage in Marokko?
Paris, 24. Februar. (Privattele« gram m.) Das „Echo de Paris" verzeichnet das Gerücht von einer Niederlage der französisch-marokkanischen Streitkräfte bei Mo- gador, gibt jedoch die Meldung unter formellem Vorbehalt wieder, da bisher weder im .Kriegsministerinm. noch im Kolonialministerium -ine Bestätigung der Nachricht eingelaufen ist.
Ein Siebzehnjähriger als Massenmörder.
Petersburg, 24. Februar. (Privat« Telegramm.) In Narwa tötete der sieb- zehnjährige Schneiderlehrling Bals durch Beilhiebc seinen Meister, dessen Frau und einen Lehrling im Schlafe. Der Mörder stellte sich selbst der Polizei. Als Ursache des dreifachen Mordes gab er schlechte Behandlung an.
Ter Herzog von Connaught verunglückt!
London, 24. Februar. (Privat-Te« legramm.) Herzog Arthur von Connaught, über dessen bevorstehende Ernennung zum Vizekönig von Indien kürzlich berichtet wurde, ist auf der Fuchsjagd mit den Pferden gestürzt und hat schwere Verletzung e n erlitten. Tas Befinden des Verunglückten soll zu ernsten Besorgnissen Anlast geben.
Grotzfeuer in den Phönix-Werken.
Riga, 24. Februar. (Privat-Tel«« g ramm.) Die drei Walzabteilungen und der Maschinenraum der Waggonbauanstalt PH ö - n i x stehen seit gestern abend in Mammen. Ter Schaden wird schon jetzt auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Tie Löfchversuche waren bisher vergeblich. Ueber die Ursache des Riesenbrandes schweben noch Ermittelungen.
(Rach Schluß der RrduMo« eingegaugen.)
Verhängnisvolle Srdrntsche inFrarrrreich (Privat-Telegrarnm.)
Lindequists Abschied aus der Armee-
Berlin, 24. Februar. (Privotteletz r a m m.) Der frühere Staatssekretär des Reichskolonialamtes, Exzellenz von Linde- guist, der Anfang November vorigen Jahres aus dem Amte schied, da er das Marokkoabkommen nicht mit seinem Namen decken zu können glaubte, ist jetzt auch aus der Armee ausgeschieden.
Wieder eine Gasvergiftung!
Berlin, 24. Februar. (Privat-Telegramm.) Heute früh um halb acht Uhr wurden in dem Hause Ritterstraste 101 die vierundsechzig Jahre alte Schneiderin Friederike Baumann und ihr um ein Jahr jüngerer Bruder als Leichen aufgefunden. Der Tod war durch Gasvergiftung eingetre. ten. ES liegt ein Unglücksfall vor.
Beim Einbruchsdiebstahl erschossen!
Hannover, 24. Februar. (Privat-Tk- leg ramm.) Beim Einbruchsdiebstahl überrascht und erschossen wurde in der vergangenen Nacht in Schillerslage ein Dieb. Der Posthilfsstelleninhaber M ü n st e r m a n n hörte in seinem Bureau die Alarmglocke läuten. Als er das Postzimmer betrat, sah er einen Mann in der Telephonzelle. Der Beamte rief nun feinen Bruder herbei. Im gegenseitigen Kampf wollte dieser den Dieb in die Hand schießen, verfehlte aber sein Ziel und traf den Einbrecher mitten ins Herz, der sofort tot niedersank.
Die Bombcumänner von Paris.
Paris, 24. Februar. (Privat-Tele- gramm.) Die Polizei setzt die Nachforschungen nach den Bombenattentätern ei'- rig fort. Sie glaubt, daß es sich um ein K o m plott handelt, das schon seit längerer Zeit vorbereitet ist. Auf Seite der ausständigen Autodroschkenführer glaubt man jedoch, daß es sich um Spitzel handelt, die ein Interesse daran haben, die Ausständigen in der öffcnlli- chen Meinung herabzusetzen.
Ehre . . .
aufmerksam, Lup ,
welche bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebracht sind, sofort dem Bezirks- eldwebel gemeldet werden müssen.
A Personalien von der Eisenbahn. Ober- bahnnteister Tontrup und Oberbahnhofsvorsteher Schütz (Rangierbahnhof) in Cassel wurde der Charakter als „Rechnungsrat" allerhöchst verliehen. Oberbahnassistent Bentling ist zur Kömglichen Eisenbahn-Direktion Cassel ver-
noch etwas besorgen und bat den Begleiter, etwas auf den Koffer auszupassen. Als das Mädchen zurückkehrte. war der Begleiter unter Mitnahme des Koffers verschwunden. Dos junge Mädchen eilte sofort dem Ausgange zu und sah noch, wie der junge Mann das Weite suchte und kurz darauf verschwand. Nun mußte die Reise unterbleiben...
A Trauer in der katholischen Gemeinde. Zunr Begräbnis des Stadtpfarrers Johannes Ferdinand Gruß zu Fulda begab sich gestern eine Deputation des hiesigen katholischen Ge- >llenvereins unter ihrem Präses Kaplan Wehner nach der alten Bischofsstadt. Der Verstorbene, der von 1894—1896 hier als Kaplan an der Kirche zur hl. Elisabeth tätig und allgemein beliebt war, har während seines hiesigen Aufenthaltes als Präses des Gesellenvereins gewirkt. Pfarrer Gruß, der, noch nicht dreiundvierzig Jchhre alt, der Lungenschwindsucht erlegen ist, wird in der hiesigen katholischen Gemeinde stets ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.
A Kurhessen im Heere. Bei den jüngsten Personalveränderungen im Beurlaubtenstande wurden befördert: Zu Leutnants der Reserve Vizewachtmeister Haefe (II. Königsberg) des Jager-Regiments zu Pferde Rr. 2; Pünder (IV. Berlin) des Feldartillerie-Regiments Nr. 55; Bauermeister (Dessau) Jnfanterie-Reg. 94; Bollmann (Halberstadt), Jäger zu Pferde 2; Braune (Magdeburg) Feldartillerie-Rearm. 11; Rohde (Minden) Jäger zu Pferde Nr. 2; Frey- oldt (Meiningen) Jnfant.-Regim. 95: von Buenguer (Worms) Husaren-Regiment 14; Rosendorf (Stade) Jnfant.-Ncgiment 94. Zu Oberleutnants sind befördert: von Meper (Torgau) Feldart.-Regim. 11; Friedrich (Glo- gau) Jnfant.-Regim. 167; Decker! (Deutz) Feldartillerie-Regiment 11: Fresenius (Wiesbaden) Dragoner-Regiment Nr. 5; Andreae (Frankfurt a. M.) Husaren-Regiment Nr. 14; Demski (Flensburg) Train-Bataillon Nr. 11. Der Abschied bewilligt: Kraiger. (Stettin) Hauptmann der Reserve, Feldartillerie Reg. 11.
A Der Revolver bei der Polizei. Durch allerhöchsten Erlaß sind auch die hiesigen Polizeibeamten ständig mit Revolvern ausgerüstet worden. Der Dienftrevo-lver ist Drepse'sches Modell. Die außerordentlich gute Aidsführung ermöglichst eine Tragweite von taufend Me. fern und besitzt auf zweihundert Meter noch eine solche Durchschlagskraft, daß er ein zehn Zentimeter dickes Eichenbrett glatt durchschlägt. Me bei den Jnsauteriegewehren Modell 98 werden auch hier Stahlmantel-Gefchosse ver. wandt. Jeder Pvlizeibearnte ist mit sechzehn Kugeln ausgerüstet, von denen sich acht im geladenen Revolver, die übrigen sich in der Patronentasche zur Rachfüllung befinden. Der Revolver wird an einem gelben Ledergurt über der Uniform getragen.
△ Zum Mord in Rothenditmold. Die Königliche Staatsanwaltschaft arbeitet zusammen mit der Kriminalpolizei rastlos an der Aufllä- rung des am neunzehnten September vorigen Jahres in Caflel-R. verübten Raubmordes an der Ehefrau des Zeichners August Müller, Marie, geb. Cron. Die Beschleunigung aller angestellten Ermittelungen ist umsomehr erforderlich, als der Bruder der Ermordeten, der Kellner Fritz Cron sich bereits am elften März vor dem hiesigen Schwurgericht zu verantworten haben wird. Die Königliche Staatsanwaltschaft stellt noch immer umfassende Nachforschungen an, um die damals gestohlenen Sachen wieder aufzufinden. Es handelt sich um dne silberne RemontoiEamcnuhr mit Goldrand Nr. 2712 mit dünner Doublekette, deren Schieber etwas zusamengedrückt ist, einen goldenen Damenring mit Steinchen und einen solchen mit einem Diamant, einen goldenen Herren-Kettenring, eine goldene Herren-Uhr- kette, eine Damenbrosche mit Photographie eines jungen Mannes und eine Brieftasche, enthaltend den Militärpaß des Ehemannes der Ermordeten, August Müller. Auf Ermittelung dieser Gegenstände oder eines Teiles derselben hat der Regierungspräsident eine Belohnung von zweihundert Mark ausgesetzt. Wenn mehrere Personen verschiedene dieser Gegenstände ermitteln, so wird die Belohnung angemessen verteilt. Die Staatsanwaltschaft rechnet mit der Möglichkeit, daß die vermißten Sachen in der Nähe des Tatortes (Wolfhagerstraße 91) insbesondere in den an die Mombachstraße stoßenden Gärten verborgen sind und bittet deshalb die Anlieger, diesbezügliche Nachforschungen anzustellen.
A Teuerungszulagen für Unterbeamte. Dem Reichstag und dem preußischen Landtage liegen zahlreiche Petitionen von Unterbeamten» Organisationen um Gewährung von Teuerungszulagen vor. Das gesamte untere Beamtentum hat sich zu einer gemeinsamen Eingabe an die Parlamente entschlossen. Unter Hinweis auf die Rotstandspreise, die für Kartoffeln, Kohlen und Gemüse gezahlt werden müssen, wird dringend um Hilfe gebeten. Die vom Neunerausschuß der Unterbeamten an Reichstag und Landtag abgesandte Petition bittet: 1. auf eine ausreichende Erhöhung der Gehaltsbezüge der Unterbeamten hinwirken zu wollen. Vorgeschlagen wird die allmähliche Vereinheitlichung der Unterbeamtenklaffen durch Zusammenlegen aller vorhandenen Kategorien in höchstens drei Gehaltsklassen; 2. für alle Unterbeamten eine sofort zahlbare Teuerungszulage erwirken zu wollen, und 3. darauf hinwirken zu wollen, daß bei sämtlichen Reichs- und Staatsbehörden mit der liebet» tragung einer etatsmäßigen Stelle auch an die unteren Beamten grundsätzlich die unkündbare Lebensstellung verknüpft sein soll.
A Die Kanzleibeamten sind mittlere Beamte. Mr teilten dieser Tage mit, daß nach einer Entscheidung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten die Kanzleibeamten, deren Beamtenklasse bisher unbestimmt war, zu den mittleren Beamten zu rechnen sind. Dazu wird uns heute aus Beamtenkreisen geschrieben: Die Kanzleibeamten sämtlicher preußischer Verwaltungen sind schon seit langer Zeit und N'ckt neuerdings mitttere Beamte. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat nur, um Zer
setzt worden.
A Ein neuer VerkehrSverband. Oberbürgermeister Müller hat eine Einladung an die Verkehrsvereine in Kurhessen, Waldeck und die angrenzenden Gebiete erlassen, in der er sie bittet, in einer Versammlung zu erscheinen, die am Montag den sechsundzwanzigsten Februar im Rathause zu Cassel über die Gründung eines Verbandes der Verkehrs vereine des angegebenen Gebiets beraten soll. Der Verband will mit Hilfe des Bundes deutscher Verkehrsvereine und mit eigenen Mitteln Propaganda im In- und Auslande für die wunderbaren landschaftlichen Schönheiten des Vereinsgebietes machen, die in weiteren Kreisen noch recht wenig bekannt find, obgleich sie sich mit denen anderer Gegenden nicht nur messen können, sondern sie vielfach noch übertreffen.
A Casseler Künstlerfleitz. Am Hause Jagerstraße 7 sind feit gestern zwei Plastiken angebracht, die im Atelier des Bildhauers Arthur Breitfeld, Holländrschestraße 84, entstanden sind und die Aufmerksamkeit der Passanten fesseln. Die beiden Reliefs stellen zwei Landschaften ,Ueber Land" und „lieber Meer" dar und sind ;n ihrer Ausführung künstlerisch durchgearbeitet.
A Der Kriegerverein 1897. Am heutigen Sonntag begeht im schön dekorierten Saal des Tanzlehrers Persch, Untere Earlsstraße 3, der Kriegerverein 1897 feine diesjährige Fast, nachtsfeier in Gestalt einer Bauernkirmeß. Nach dem vom Vorstände aufgestellten Programm verspricht die Feier allen an sie zu stellenden Anforderungen und kann daher der Besuch allen Freunden und Gönnern des Vereins auf das Wärmste empfohlen werden.
A Kleine Tageschronik. Heute abend findet in den Sälen des „Hämisch" ein luftiger Abend, betitelt „Volksfest", statt. Die Kapelle Henkel, in Schwälmer Bauernkostüm, wird ihre lustigen Weisen ertönen lassen- Mehrere Buden und auch ein Karussell tragen zur Belustigung bei. (Näheres siehe Inserat.) — Im „Zentral-Hotel" findet heute (Sonntag) von sechs Uhr abends ab das Kostümfest des Kaufmännischen Vereins für weibliche Angestellte statt, wozu auch Gäste eingeführt werden können. — Wir machen unsere Leser auf die im Anzeigenteil unseres Blattes befindliche Einladung zur konstituierenden Versammlung der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft aufmerksam, die am Montag, abends sieben Uhr, im Ständehaus stattfindet. — Die Bürgerschule sechs hält am Sonntag den dritten März von nachmittags drei Uhr ab im Stadtparksaale eine Abendunterhaltung, verbunden mft einem L-ichtbildervertrag, zum Besten der Ferienkolonie ab. Das Märchenspiel „Aschenbrödel" und sonstige Vorführungen werden den Zuhörern genußreiche Stun- ben bringen. — Der „Verein ehemaliger Schüler der alten Casseler Bürgerschule" hält am Montag, den 26. d. Mts., abends von neun Uhr an, in seinem Vereinssitz, Restaurant Moll (Holländische Straße), eine Mitgliederversammlung ab, zu der alle ehemaligen Schüler der Casseler Bürgerschule herzlich willkommen sind.
A Königliche Schauspiele. „Der Registrator auf Reisen" gelangt heute, Sonntag, nachmittags 2% Uhr, als Sondervorstellung zu ermäßigten Preisen zur Aufführung. Abends acht Uhr wird die Oper „Stella maris" von Alfred Kaiser gegeben. Anstelle des erkrankten Herrn Koegel singt Herr Schwalb vom Stadttheater in Barmen als Gast die Partie des Yanik. Am Montag abend geht Schillers „Wilhelm Teil" in Szene. Den Tell spielt als Gast Herr Werther vom Leipziger Schauspielbaus auf Engagement. Die Vorstellung beginnt um sieben Uhr.
A „Hoheit amüsiert sich." Wie schon erwähnt, steht für morgen abend halb acht Uhr ein ebenso interessanter wie amüsanter Theaterabend im großen Stadtparksaale bevor. Es gelangt der Berliner Metropoltheaterschla- ger, die Vaudeville-Operette „Hoheit amüsiert sich", zur einmaligen Ausführung.
A Datz Sonntagskonzert auf dem Frie- drichSplatz. Beim morgigen Sonntagskonzert auf dem Friedrichs-Platz bringt die Kapelle des Husaren-Regiments Rr. 14 folgende Musikstücke zum Vortrag: 1. Brigademarsch von O. Wiese; 2. Venedig in Wien, Ouvertüre von Spari; 3. Melodien aus der Oper „Ter Freischütz" von Weber; 4. Amina, ägvptisches Ständchen von Linüe; 5. Kometenwalzer aus „Hurra, wir leben noch", von Holländer.
A Aus Cassels Varietees. Am Sonntag finden in den „Kaisersälen" zwei Vorstellungen des rheinischen Burlesken Ensemb- les Blatzheim, sowie der gegenwärtigen Spezialitätenkünstler statt. Die Vorstellungen beginnen um vier Uhr nachmittags und acht Uhr abends. Die Nachmittagsvorstellung findet bei kleinen Eintrittspreisen statt. Im Parterresaal nimmt um vier Uhr nachmittags das „Münchener Kellerfest" mit Barro Nike! und den Oberlandlem seinen Anfang.
A Das Wetter am Sonntag. Ter aintr'.dbe Wetterbericht sagt für Sonntag für Hessen- Nassau folgende Bitterung voraus: Nock einzelne Niederschläge, später vorübergehende, abnehmende BewöÜuug, etwas kälter.
Paris, 24. Februar.
Weitere größere Erdrutsche ereigneten sich in der Gegend von Croucat. Dir ganze Gegend scheint durch unterirdische ....----- ------ _ . . Wasserläufe unterminiert zu fein. Bor
daß Woh mm g sv eränb e tun gen, einigen Tagen kam ein Hügel bei Lellenkor ins Rutschen, wodurch die genannte Ortschaft und die Eisenbahnlinie crustlid; gefährdet wurden. Die Aufräumungsarbeiten haben die Bewegung zum Stillstanv gebracht. Nunmehr werden Erdrutsche aus der Gegend von Caprat gemeldet, wo ein Hügel von siebenhundert Meter Länge in Bewegung geraten ist. Bis jetzt sind Gruben von zehn Meter Tiefe entstanden. Die Behörden haben umfassende Maßnahmen getroffen, um eine Katastrophe zu verhindern. Man führt gegenwärtig Bohrungen aus, in der Hoffnung, auf unterirdifche Gewässer zu stoßen, um dann zu versuchen, die Wasser abzuleiten. Die Vorfälle sind darauf zurückzuführen, daß die ganze Gegend ent wölbet wurde und man trägt sich deshalb mit dem Plane, die Gegend wieder aufzuforstett
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Fall zu Fall ciuberujenen Zusammenkünften werden in der Regel Wm:fch: und Beschwerden geäußert, von allen Seiten beleuchtet, durch andre Mitbürger bestätigt oder anders erläutert und schließlich in eine Form gegossen, die allen Ansprüchen genügt, um an die richtige Instanz zu geben. Aus diese Art konnte schon manchen berechtigten Wünschen Rechnung getragen werden; viele Anträge der Bezirks- Vereine waren von Erfolg gekrönt, wieder andere brachten wenigstens einige Verbesserungen. Die ständig 'steigende Mitgliederzahl der einzelnen Vereine zeug: am besten von dem Vertrauen, das die Bürgerschaft ihnen entge- genbringt. Zu den schwebenden Tages- fragen aber Stellung zu nehmen, ist den Bezirksvereinen nicht möglich. Der Grund dafür ist in der Gepflogenheit des Casseler Magistrats zu suchen, sich über seine Vorlagen und Anträge an die Stadtverordneten bis zum letzten Augenblick in tiefes Stillschweigen zu hüllen. ...
In Cassel liegen die Dinge so, daß der Magistrat die für die städtischen Körperschaften bestimmten Vorlagen aüSarbeitet. Regelmäßig am Montag vor jeder Stadtverordnetensitzung wird die Tagesordnung in knapper Form öffentlich bekannt gegeben. Der Bürger kann daraus ersehen, welche Angelegenheiten am Donnerstag im Plenarsaal des Rathauses verhandelt werden, er kann auch Zeuge der Sitzung fein ober sich aus den Berichten der Presse übet das Ergebnis der Sitzung informieren. Nicht aber ist er in der Lage, vorher zu irgend einer Vorlage Stellung zu nehmen, da ihm der Antrag des Magistrats, wie gesagt, bis zur Sitzung selbst ein Buch mft sieben Siegeln bleibt In anderen Städten veröffentlicht das Stadtverordnetenbüro einige Tage vor der Stadtverordnetenversammlung, in der Regel am Sonnabend, nicht nur die Tagesordnung» sondern es gibt auch gleichzeitig die Anträge des Magistrats bekannt. Dadurch werden die Bürger in die Lage versetzt, sich noch vor der Sitzung mit den einzelnen Vorlagen zu beschäftigen. Die Bezirksvereine fassen bann Beschlüsse und reichen diese den städtischen Körperschaften ein. Dieses Material, das oft erst die wahre Stimmung in bet Bürgerschaft enthüllt, wird dann bei den Beratungen der Stadtverordnetenversammlung außerordentlich geschätzt und mancher Beschluß des Plenums hat schon ein ganz anderes Aussehen bekommen, lediglich auf Grund der vorherigen Durchberatung in den Bezirksver- fammlungen, an denen die Stadtverordneten teilnehmen und Anregungen sammeln. Auf diese Art wird den Bezirks- und Kommunalvereinen ein intensiveres Arbeiten ermöglicht. Vielleicht befaßt sich der Große Bürgerverein einmal mit dieser Angelegenheit. Je größer die Möglichkeit des Einzelnen ist, sich über die die Stadtverwaltung beschäftigenden Vorlagen zu unterrichten,desto lebhafter wird das Interesse der Allgemeinheit am Wohlergehen der Vaterstadt werden. Der Residenzstadt Caflel aber wird durch ein weiteres Entgegenkommen für die Oeffentlichkett kein Stein aus der Krone gebrochen und sie ist es nicht zuletzt, die reichen Segen davon erntet. -=ey-
A’ Der Frühling in Sicht? Vorläufig sieht k? in der Natur rächt unftenndlich und rednerisch aus, aber aus meteorologischen Streifen werden frohe Frühlingshoffnungen gemacht, die wir keinem unserer Leser vorenthalten möchten. Es wird uns nämlich geschrieben: Nachdem in diesem Jahre alle Umstände, die zu frühzeitiger Erwärmung der Aimospbäre führen, recht günstig vorhanden sind, kann man auf ein warmes und zeitiges Frubiahr rechnen. Auch im vergangenen Jahre waren die meteorologischen Verhältnisse dem zeitigen Eintritt frühlingshafter Wärme günstig, die sich bann auch, den Voraussagen getreu, prompt eingestellt hatte. Nun ist es allerdings sehr fraglich, ob Frühling und Sommer neunzehnhundertzwölf wieder so ungemein warm tote int Vorjahre fein werden; aber es besteht einst- weilen kein begründeter Anlaß zu der Annahme, daß nicht wenigstens das Frühjahr wieder zeitig einsetzt, zumal ja im Grunde genommen der Vorfrühling bereits im Februar Er- chgnis geworden ist. K ä 11 e r ü ä f ä 11 e bleiben niemals, selbst im wärmsten Jahre nicht aus, brauchen aber keineswegs den allgemeinen Witterungscharakter des Frühlings im März und Avril, auf den wir rechnen dürfen, erheblich zu beeinträchtigen. .
• A DaS Steigen der Lebensmittelpreise. Das Statistische Sandesamt hat kürzlich eine Ueber« sicht über die Bewegung der Preise von Lebens- und anderen Derpstegungsmitteln fett etwa achtzig Jahren gebracht. Ans dieser Uebersickt gebt zunächst hervor, daß mit Ausnahme von Speck. Schweineschmalz und Linsen alle Leben smittelpreif« fett 1890 eine Steigerung erfaßen haben, besonders die Fleisck- preise. vor allem HammÄsteisch, daS fast und Kalbfleisch, das über die Hälfte teurer geworben ist als vor einundzwanzig Jabren. Auch die Erhöhung der Eier- und Butterpreife übersteigt bei wettern den in diesem Zeittaum etngetretenen Rückgang des Geldwertes. Kartoffeln sind gerade auf daS Doppelte ihres Wettes gestiegen. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sich die Preise beinahe noch einmal verbot,Pelt. Daß für die Fleisch- b reife in nächster Zeit kein Rückgang fon der» nur noch ein weiteres Anziehen M ettoarten ist, hat ja der immer knapper werdende Biebanfttteb mehrfach bewiesen.
A Unter falscher Flagge. Seit einigen Tagen treiben zwei Herren in Cassel ihr Unwesen, die sich als „Rriminalbcamtc aus Essen" ausgeben und hier mit den schwierigsten Tricks vorgehen. Sie gehen in die Goldwarenläden und versuchen Uhren auf Kredit zu erhalten. In einem Falle ist es ihnen sogar geglückt, Sie erhielten hier eine Uhr im Wette von ackt- unddreißig Mark. Es handelt sich um die „Herren" Shlinskv und Werner, die beide ihr DomizU in Cassel aufgescklagen haben.
A Getäuschtes Vertrauen. Ein zur Bahn gebendes junges Mädchen wurde gestern von einem Herrn angesprochen, die jungen Leute gerietet; in ein Gespräch und wanderten zusammen jum Bahnbos. Dort wollte das Mädchen