Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Freitag, 23. Februar 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 67
moderne Staatsmänner noch immer von
Heyde-
Der befürchtete Riesenkampf im eng.
lifcheu Bergbau scheint abgewandt wer- großen Teucrungs- und Agrardebatte. Die den M rönnen: Wie uns ein LrivLt-TeleLrammj.jortschntlliche Interpellation wurde begründet'
DU teffeter Sleneftra Nachrlchr-V erfdjetnen wöchenM» fechrum! «Md pvar abenb«. D« ffbeanementepttts beträgt monatlich 60 $fg bet freier Zustellung tn« HauL. BefleOungen werben ieberjeU von der Eeschäftrstell, ober ben Boten entgegengenommen. Druckerei, Bering anb Redaktion: EchlochthoMraße 28/30. Sprechstunden der ERebattton von 1—3 Uhr en». mittag« jurlstllche Sprechstunde» für unsere Abonnenten Mittwochs und Sonnabend» von e-e Uhr abend«. Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße 16, Delephon: Amt rv 67«.
lichen Schnörkeln spricht?
Es ist löblich und gut, Wenn die Staats- männer sich die rührendsten Freundschaftstele- gramme senden, und nicht einmal an ihrer Aufrichtigkeit wollen wir zweifeln: Aber können
b r a nd veröffentlicht, die also nur durch Ver- trauenSbruch in fremden Besitz gelangt ftm kann. Die Rede ist in mancher Hinsicht charakteristisch für die konservative Auffaflung über die durch die Reichstagswahlen geschaffene Situation, denn wenn der in der sozialdemokratischen Presse mitgeteilte Inhalt authentisch ist, siebt Herr von Heydebrand die Reichsordnung durch den starken Ruck nach links
In der sozialdemokratischenPresse wird auf Grund des Protokolls einer vertraulichen konservativen Vertrauensmännerversammlung, .................. — .die am sechsundzwanzigsten Januar (also un- dem veralteten Diplomatenwahn befangen fein, I mittelbar nach Abschluß der Stichwahlen) m
Hebung des Zolls auf Mais und Fut- tergerste und die Suspendierung des Kartoffel- zolls bis zum ersten Mai boten Anlaß zu einer
die europäische Türkei bedrohend, im Aegäischen und Adriatischen Meer mit seiner Flotte Unruhe zu verbreiten gedenke, Unruhe, die in allererster Linie Oesterreich-Ungarn in Mitleidenschaft ziehen muß, und die die Donaumonarchie zwingt, zu Land und zur See sich so stark als möglich zu rüsten und mit dieser Rüstung ihre Völker zu belasten. Wo ist da etwas von jener »engen Intimität" zu spüren, von der der beredte Mund des Römers Giuliano in zier-
Mrnen in denSardanellen?
Am Vorabend der italienischem Flottenaktion.
Ein Privattelegramm berichtet uns aus Konstantinopel: Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge soll eine italienische Flottenaktion im Aegäischen Meere unmittelbar bevorstehen. Sollte sich diese Meldung bestätigen, so wird die Türkei sofort zahlreiche Tor Pillen am Eingänge der Dardanellen legen und außerdem weitere Maßregeln gegen die in der Türkei ansäsngen Italiener verfügen. Weiter wird berichtet:
Paris, 22. Februar.
(Privat-Telegram m.)
In einer an das hiesige Auswärtige Amt gerichteten Rote erklärt die Pforte, daß ite sich der Schäden und Gefahren für die Handelsschiffahrt wohl bewußt sei, die durch Legen von Minen am Eingang der Dardanellen notwendig entstehen müßten, aber diese Maßnahme werde beim ersten Anzeichen feindseliger Absichten italienischer Kriegsschiffe im ägäischen Meere unvermeidlich sein. Gleichzeitig erklärt die Pforte, daß sie beim Erscheinen der italienischen Flotte im ägäischen Meere dem ungestümen Verlangen der Bevölkerung, die Ausweisung allerJtaliener aus dem ottomanischen Reich werde willfahren müssen. Der Ton der Rote läßt keinen Zweifel darüber, daß es der Pforte mit dieser Ankündigung völlig ernst ist.
Snfetttonlpretfet ®U fed)6gefpattene Zeile für einheimische Geschäfte 16 Pfg., für roärtlge Inserate 35 Pf. Rek'mmezeile für einheimische Geschäfte *0 Bf, für auswärtige Geschäfte 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werben mit 6 Mark pro Tausend de. rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Restben, und der Umgd>nng ftob btt SaHeler Reuesten Nachrichten ein vorzügliche« JnsertionSorgan. Geschäftsstelle: kölnische Straße 6. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt lV «76.
einer Partei gute Früchte erwachsen können.
kuthullungen zur Hawaue Fahrt?
Haldanes Reise und ihr Erfolg.
Unter der Ueberschrift .Haldanes Berliner Reise und ihr Erfolg" veröffentlicht der Berliner Lokalanzeiger von angeblich »besonderer diplomatischer Seite" eine längere Londoner Zuschrift, der zu entnehmen ist: Lord Halda n e hat seit seiner Rückkehr mit dem deutschen Botschafter Grafen Metternich konferiert, und das angestrebte Ziel besteht in der Ausstellung einer Art Protokoll, worin in Bezug auf die großen Hauptstagen der Weltpolitik die Anschauungen und prinzipiellen Standpunkte der beiden Regierungen niedergelegt werden sollen, und das beide Parteien als Richtschnur für ihre weitere Politik annehmen wollen, so daß in Zukunft icder
Wien eingetroffen, in dem von dem sympathischen Echo, das die Kundgebung des öfter« reichifch-ungarifchen Ministers des Aeußern in Italien gefunden hat, die Rede ist, und von der »immer enger zu knüpfenden Intimität zwischen unfern beiden befreundeten und verbündeten Ländern". Das alles liest sich vorzüglich und klingt sehr schön und beruhigend, und wir, die wir stets den hohe« Wert des guten Einvernehmens Mischen den Mächten des Dreibunds vertreten haben, könnten diesen Depe- schenaustausch nur mit Freude und Genug- tuung begrüßen, wären wir innerlich von jener Zuversicht erfüllt, in der die offiziösen Organe des Palais am Wirner Ballhausplatz schwelgen. Aber wird die Welt etwa schon dadurch besser, wenn wir sie durch eine rosenrote Brille betrachten?
Kaum; denn die Brille machts nicht, sondern der Erfolg und der Inhalt des poltischen Geschäfts! Und grade, weil dem so ist, möch- ten wir mit kühler Nüchternheit und unangekränkelt von der Sentimentalität, die der (ge- Witz beklagenswerte und durch seine Tragik erschütternde) Tod des Grafen Aehrenthal allenthalben ausgelöst hat, denn doch fragen, wieviel innern Wert die rührenden Freundschaftsversicherungen der beiden Minister haben, von denen der eine die auswärtige Politik Italiens leitet, der andere aber zur Leitung der auswärtigen Polittk der österreichisch-ungarischen Monarchie berufen worden ist. Der Worte von Italien (es lebt ein beredtes und süßredendes VoU jenseits der Alpen) haben wir genug gehört, wir haben aber gleichzeitig Taten gesehen, die mit den süßen Worten der Staatsmänner, ob sie nun di San Giuliano oder Tittoni heißen, schlecht in Einklang zu bringen waren. Wir sprechen nur von Taten, und wir wollen gar nicht daraus reflektieren, daß seit Jahren die italienische Presse von dem Geifer des wüstesten Hasses gegen Oesterreich-Ungarn und Deutschland trieft, und datz ein als Dichter hochgepriesener Mann wie Gabriel d'Annunzio (den allerdings völlig ernst zu nehmen nur der la. teinischen Rasse möglich ist) sich nicht scheute, die schmutzigsten Worte in den von Apollo gesegneten Mund zu nehmen, um das Teuerste zu beschimpfen, das der Oesterreicher kennt. Wie gesagt: Rur von Taten sprechen wir. Und diese Taten reden!
Taten wie die Bedrohung des Balkanfrie. dens durch die Hetze der Römer in den Schwarzen Bergen, Taten wie der vom Zaun ge- brochne Krieg mit der Türkei und der Raubzug nach Tripolis (von dessen Beabsichttgung Italien wohl kaum aus einem letzten Rest von Scham, sondern nur, weil man in so dunklen Sachen keine Mitwisser liebt, Oesterreich-Un, garn ebensowenig verständigt hat wie Deutschland): Taten dieser Art werden nicht so leicht vergessen, und sie werden auch dadurch nicht schöner, edler und rühmlicher, datz der tote Graf von Aehrenthal sie in einer schwachen Stunde zu rechtfertigen versuchte. Auch in der Politik und im Handel der Völker und Nationen entscheiden letzten Endes die Werke, und nicht die Worte, und niemand kann leugnen, daß die zarten Flötentöne der römischen Kondolenz- und Sympathie-Depeschen zu der rauhen Wirklichkeit der italienischen Konsulta- Politik in einem schroffen, fast grotesken Widerspruch stehen. Und schon beginnt Frühlingsahnen auf dem Balkan zu knospen, schon hört man von einer unliebsamen Unruhe in den fef« stzeu Schluchten der düstren Berge, und neuer« Lings werdenLogar Gerüchte, laut, daß Italien,
irredenttstifchen Wein gießen. Sie haben allen Grund dazu: Graf Aehrenthal hat Italien in dem Kriege mit der Türkei ritterlich Rückendeckung geboten und Graf Berchtold scheint dasselbe zu versprechen; und nun geht es den Italienern in Tripolis schlecht, und der dritte Teil ihrer Armee kämpft mit den todesmutigen Türken und Arabern in wenig erfolgreicher Weife. Da mag Oesterreich-Ungarn als Freund in der Rot, da mag die Dreibundstütze, die der Römerwitz in Hellern Tagen stech verhöhnt, willkommen fein, und in den Herzen der »Enkel der Caesaren" die Furcht die Bosheit meistern. Aber das alles ist nur eine Episode, und Rom bleibt Rom. Kein zartes Drahtspiel wird jemals seine Leidenschaften dämpfen!
-an.
Wenn der Draht Nell...!
Immer wieder: Das Dreibnnd-Jdeall
Lexa Aehrenthal, der tote Geschäftsführer der österreichischen Auslandpolitik, ruht noch nicht im Grabe, und schon hat sein Erbe der Welt kundgetan, daß der Minifterwechsel in der Donaumonarchie nicht auch einen S Y - st e m w e ch s e l in den altbewährten Traditionen der Wiener Ballplatzpolitik bedeute: Graf Berchtold, der neue Mann, hat auf die ungemein freundschaftlichen Worte, die der italienische Minister des Aeußern, Marchese di San Giuliano, dem Andenken des Grasen Aehren- t'hal gewidmet hatte (und in denen besonders die Festigung des Dreibundgedankens zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien betont worden war) mit einer ebenso herzlichen Depesche erwidert, in der er sich zum Programm fernes Vorgängers in fast feierlicher Weise mit den Worten bekennt: »Von den gleichen Gefühlen beseelt (wie Graf Aehrenthal gegenüber Italien) nehme ich mir vor, den Weg zu wandeln, den der Verblichne vorgezeichnet hat." Und in Erwiderung auf diese Depesche ist noch am gleichen Tag ein Telegramm di San Giulianos an den Grafen Berchtold in
englische Jntereffen-Konflitt rechtzeitig diskutiert und vermieden werden kann. Das offiziöse Wolfftche Depeschenbureau be- mertt dazu (offenbar auf Weisung der Berliner Wilhelmstraße): Von unterrichteter Seite erfahren wir, daß die Angaben des Artikels des Berliner Lokalanzeigers lediglich auf Kombinationen beruhen und daher nur geeignet sind, falsche Erwartungen oder falsche Befürchtungen hervorzurufen.
Heydebrauds Rus zur Buße.
„Nur noch eine Stufe bis zur Revolution".
Vorgänger fo zielbewußt gepflegt, in gevery- licher Weife sich fortentwickeln werden. Ihnen zur Erfüllung der würdevollen, hohen Aufgabe vollen Erfolg wünschend, bitte ich Eure Erzellenz, versichert zu sein, daß ich in fester Bundestreue bestrebt sein werde, Euerer Exzellenz Politik, wo ich kann, mit allen Kraft ten zu unterstützen.
aus London meldet, teilte gestern im Unter- Hause der Premierminister mit, daß beide Par- ieieit, sowohl die Zechenbesitzer wie die Bergarbeiter, der Einladung der Regierung zu Einigungsverhandlungen für heute Folge l e i st e n werden. Die Verhandlungen werden heute mittag im Auswärtigen Amt ihren An- ang nehmen und man erhofft einen befriedigenden Erfolg. Auch im deutschen Bergbau macht sich jetzt die ereits angekündigte Lohnbewegung energisch bemerkbar:
Bochum, 22. Februar.
Die an der Lohnbewegung beteiligten drei Arbeiterverbände habe« in einer neuen hier abgehaltenen Konferenz beschlossen, jetzt mit b e - ftimmteit Forderungen an die Zechen- Verwaltungen heranzutreten. Es wurde eine Eingabe verfaßt, die den einzelnen Grubenver. waltungen in diesen Tagen zugehen wird, mit der Bitte, sich darauf bis zum fünften März zu erklären.
Breslau, 22. Februar.
Die Oberschlesische Bergarbetter-Organisation fordert fünfzehn Prozent Lohnerhöhung. Die Forderungen sind gestern den Grubenbesitzern eingereicht worden, mit der Bitte, sich dazu zu äußern. In Arbeitgeberkreisen besteht vorerst wenig Neigung, den Forderungen der Organisation zu entsprechen, sodaß mit der Möglichkeit von A r b e i t s k ä m p- fen zu rechnen ist.
Die Londoner Knappen-Konferenz.
Wie uns aus London berichtet wird, sind dort gestern die Delegierten der Grubm- arbeiter Englands, Frankreichs, Deutschlands, Oesterreichs und Belgiens zu einer Konferenz zusammengetreten, um die Grundlagen einer Vereinbarung zu beraten, in welcher Weise die Bergarbeiter des Konttnents ihre englischen Kameraden, falls der Ausstand zum Ausbruch kommen sollte, unter st ützeu können. England ist durch vier Delegierte, die übrigen Staaten durch zwei oder drei vertreten. Ueber das Resultat der Verhandlungen der Versammlung konnte bisher nichts in Erfahrung gebracht werden.
ernstlich gefährdet.
Rückblicke und Ausblicke-
Rach dem Wortlaut des Protokolls soll Herr von Heydebrand in der Breslauer Versammlung erklärt haben: Eine Zukunft haben wir ganz gewiß, auch in diesem Reichstag. Irgend eine positive Arbeit ohne die konservative Partei kann garnicht geleistet werden, und da hängt es nur von der Einigkeit, Kraft und geschickten Führung Unserer Partei ab und in gewissen Situationen von den Nerven, die wir behalten müssen, ob aus den Dingen etwas Schlimmes werden soll oder nicht. Wo aber wird und mutz das enden? Es ist nur noch eine Stufe bis zur ^Revolution. Wir stehen ähnlich da, wie vor der großen Revolution Frankreich. In dieser Situation kann man die Hoffnung nicht aufgeben, daß die Regierung ttotz ihrer jetzigen heiteren Sorglosigkeit sich doch noch darauf besinnen könnte, datz die letzten Grundlagen unserer staatsbürgerlichen Existenz in Frage gestellt sind Sollte !die Regierung nicht aufwachen, so würde die I Sozialdemokratie sie schon aufwecken. Wenn ein die friedliche, harmlose Stimmung, die wäh-
Telegramm an den Reichskanzler rend her Wahlen ?"r Schau getragen wurde, von.Bethmann Hollweg gerichtet, in dem cs vorüber ist, wird die Masse schon einen heißt: Es gereicht mir zum besonderen Ver. ganz andern Ton verlangen, gnügen, Euere Exzellenz zu begrüßen. Mein Dann wird den Hörigen derRevolutio- verewigter, tiefbetrauerter Vorgänger hat injnftre bimmelangft werden, ebenso man« dem Dreibund die un verrück b are anderen, die jetzt noch untätig sein wollen, n* J€1 ^uifbe8^ ® <™n wird unsere Stunde da fein. Man weiß,
ft cf) buraj fetrte fvct» vcroöi^rt’C «0ituö c» |. » .(Ms Hahit
treue jenes hohe Matz von Vertrauen erwor- daß man auf uns rechnen tann Seeweg ben, das ihm von feiten der verbündeten wollen wir diesen Tag in der Zukunft abwar- Mächte entgegengebracht wurde. Indern ich nun I ten und bis dahin, wie gesagt, unsere Arbeit das vom Grasen Aehrenthal hinterlassene reiche i» noch höherem Matze wie bisher weiter lei« Erbe inniger und vertrauensvoller „en etwa in dem Sinne, wie das der General Beziehungen-zur ftiiseMch-deutsthen Re- bjm' Carlowitz angeregt hat. Wehe uns, Sterling antrete, hoffe ich zuversichtlich aus die w ir n i ch t arbeiten ' In der Zeit
eurer Exzellenz Mxrfau ba6 teir Me Rechte des Bürgertums vetteidigt
- j5*! T * Ä baden und verteidigen werden, wenn es an den Grafen Berchtold lautet: Eurer Exzel- . . hart geht Und ich bin überlenz danke ich herzlichst für das Telegramm, btoe »reife Me ietzt zur
womit Sie die Güte hatten, mir Ihre Emen-1 Zeugt, daß si<b ba”n „ 21
nung zum Minister des Aeußern mitzuteilen.Iradikalen Linken hinneigen, zu uns finden Ich spreche Eurer Exzellenz zu dem Beweise werden, wenn die Ziele der Radikalen nicht hohen Vertrauens, den Ihr allergnädigster I mehr zu verkennen sein werden. Ich vermute, Herr Ihnen damit gegeben, meine wärmsten! «in Wandel in den Dingen dann ohne Glückwünsche aus in der sesten und frohen schwere Zuckungendes Staatskör- Ueberzeugung, daß vw vertrauensvollem^ nid)t vor sich gehen wird. Auf diesen fi u u g e nf d^JbVuÄeVgeßlkcher Hm Amts- Tag aber wird die konservative Partei stolz Vorgänger' fo zielLewutzr gepflegt, in gedeih- fein können, und es wird sich zeigen, daß auch ------ - ■ •— —M—1 aus solchen Zeiten, wie wir sie letzt haben,
daß sie über Krieg und Frieden zu bestimmen Breslau sta"gesunden haben wll eine .«ehe haben, Wenn ...die Völker nicht hinter ihnen \ des konsewtiwen Führers on H e Y d e- stehen? In Oesterreich-Ungarn und in Deutschland wünscht kein Mensch den Krieg, und der Zorn des Volks würde jeden Minister, jede Partei Hinwegfegen, die ihn durch Intrigen herbeizuführen versuchen würde, aber ist auch Herr di San Giuliano, ist Herr G i o l i 111 sicher, daß in Italien dieselben Gefühle Herr- scheu? Diplomatensreundschaft ist papierne Freundschaft. Es ist ja möglich, daß augenblicklich besonnene Schichten des italienischen Volks etwas Wasser in ihren dunkel glühenden
Die Rüstungen dauern fort!
Depeschen aus Saloniki berichten, daß die türkische Regierung sich, entschlossen hat, außerordentliche militärische Vorkehrungen zu treffen, und zwar mit Rücksicht auf die allgemeine Lage auf dem Balkan. Die Garnisonen an der bulgarischen und montenegrinischen Grenze werden bereits jetzt verstärkt; für den fünfzehnten März fallen dreihunderttaufend Mann unter di« Fahnen einberufen werden. Die. sämtlichen Grenzbefestigmigen sollen neu armiert werden
Teuerung und Notstand.
Die Teuerungsdebatte im Reichstag. (Von unferm parlamentarischen Mitarbeiter.?
Die große .Grüne Woche" hatte gestern auch auf den Reichstag abgefärbt: Die (inhaltlich im wesentlichen übereinstimmenden) freisinnigen und sozialdemokratischen Interpellationen über die sofortige zeitweilige Auf--
Roch zwei Depesche».
Der neuernannte österreichisch - ungarische Minister des Auswärtigen, Graf Berch. t o l d, hat nach dem Depeschenwechsel mit dem italienischen Minister des Aeußern nun auch
Hertliugs Wschiedsbrief.
Aus Münster wird uns berichtet: Der bayerische Ministerpräsident Freiherr von Hertling, der bisherige Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Münster, veröffentlicht einen Abschiedsbrief an seine Wähler, in dem es heißt: Mtt Bedauern scheide er von einer Tätigkeit, der er mit kurzen Unterbrechungen fünfzehn Jahre hindurch seine Kraft gewidmet habe. Er bertraue auf die politische Schulung der Wähler und ihre Anhänglichkeit an die Sache und hoffe zuversichtlich, daß sein Nachfolger mit großer Mehrheit gewählt werde.
gnternationale Lohnkampfe in Sicht?
Drohende Bergarbeiterbewegung im Frühjahr.
Cchler NM Nachrichten
Hessische Abendzeitung __