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EMrReueU Nachrichten

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Unruhe rechts.) Die Hochagraner haben M

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schung im Herzen.

Und doch, wenn bei dem Vorfall irgendwie von Schuld die Rede sein konnte, dann traf sie ihn nur. der die Zahl seiner Jahre ver­gessen, der der Jugend sein Recht streitig ma­chen wollte, das ihr allein nur gebührt.

Allerdings, er galt in Koburg. dessen Ka­vallerieregiment er befehligte, noch immer für einen schönen Mann, und manch bewundern­der Mick aus Frauenaugen folgte ihm. wenn er an der Spitze seiner Schwadronen durch die Strassen ritt, oder sie auf dem Uebungs-

Abg. Gothein (Vv.) übt Kritik an der Wirt­schaftspolitik und Finanzreform. Wrr verlan­gen eine allgemeine Besttzsteuer. Die Erb­schaftssteuer muß kommen, ob die Rechte will oder nicht. Die Rede des Reichskanzlers über den sozialdemokratischen Vizepräsidenten h<ft geradezu provokatorisch gewirkt. Was geht den Reichskanzler die Frage des Präsidi­ums an? Er soll bch solcher Einmischungen in interne Wahlangelegenheiten des Reichsta­ges enthalten! Der Wablapparat der Land­räte hat wieder vorzüglich funttioniert. Die Konservativen werden aber dem Herrn von Bethmann-Hollweg ebensowenig Dank wissen, ! wie sie Herrn von Bülow Dank gewußt haben, i Reichskanzler von Bethmann-Hollweg: Ick habe nicht daran gedacht, dem Reichstage die volle Freiheit abzusprechen, sich das Prasidürm m Wählen, das er will. J-b habe lediglich aus der Haltung der beiden liberalen Fraktio­nen Nachweisen wollen, daß sie sich «ach links entwickelt haben. Das zu sagen, ist keine Anmassung, kein Ueberqrift. Es handelt sich dabei um Akte, die in unserer gesamten po­litischen Oeffentlichkeit das größte Aufsehen er-

meinsam ein, aber sonst ging ieder seine eige­nen Wege. Es schien, als läge etwas Unaus­gesprochenes zwischen ihnen, etwas, was sie nicht gern berühren wollten und dessen Vor­handensein sie doch täglich verspürten.

Bei ihm selbst aber befestigte sich von Wo­che zu Woche mehr der Entschluß, an Helene von Pöllau, die bald wieder in ihr Elternhaus zurückzukehren gedachte, die Frage zu richten, ob sie bereit wäre, die Seine zu werden und an seiner Seite die Ehrungen zu , fl«nieBen. die ihm in einer aussichtsreichen militärischen Laufbahn noch bevorstanden.

Zwar hatte er sich keinen Augenblick ihrer besonderen Gunst rühmen können. Mtt sich stets gleichbleibender Freundlichkeft war sie ihm vom ersten bis zum heutigen Tage begeg­net; sa, zuweilen wollte es ihm sogar scheinen, als klänge ihr Ton ihm gegenüber ein wemg respektvoll, während sie bei den lungen Ofsi- zieren mit Vorliebe den guten Kameraden

seid exerzierte.

»Der Alte nimmts mit dem Jungen tau­sendmal. auf," vernahm zuweilen sein Ohr. und wenn sein Blick dann prüfend zu Herbert, seinem Einzigen, hinüberglitt, der gleich chm die Uniform seines Regiments trug, mußte er sich selbst gestehen, daß jener mit dem Weichen, mädchenhaften Gesicht ibm an Strammheit und Sckneidiakeit beträchtlich nachstand

Trotzdem liebte er ihn mtt all der Innig­keit, deren er überhaupt fähig war, als das

schnallte. . , .

Ob die Welt etwas von dem, was «.sei­nem Innern vorging, erriet, wußte er nicht; soaar bei Herbert vermied er jede Andeutung.

Ueberbaupt war sein Verhältnis zu jenem in den lebten Wochen entschieden weniger herzlich als früher. Zwar teilten sie eme

ausgelassener Fröhlichkeit ausgenommen, wenn auch die schwere Tracht der deutschen Ordens­ritter, die er angelegt, die Bewegungsfteihett der Glieder ein wenig hemmte. Wußte er stcv doch in der Nähe Helenens, ine als Kolom­bine bald hier, bald dort in der Menge unter­tauchte, um sich dann wieder zuttaulich an fer­nen Arm zu hängen. _ T _

Während einer Tamvause verlor er sie dann plötzlich aus den Augen, und so eifrig er auch nach ihr forschte, sein Suche« blreb vergeblich. Schon griff der Gedarcke in ihm Platz, sie habe unvermutet das Fest verlasse«. Da schlug auf einmal aus einer durch Grün verdeckten Nische, die durch die davor,postierte Musikkapelle noch unsichtbarer war e,n leises Sttmmengeflüster an fein Ohr. Behutsam war er näher getreten, hatte geräuschlos «inen Zweig zurückgebogen und in den heimlichen Winkel geschaut. Und was er dort sah. das batte genügt, um alle Jugendfrt,che mtt einem Male von ibm abfallen zu lassen: Helene von Pöllau. lieblicher denn je, in den Armen sei­nes Herbert, der ihren roten Mund wieder und immer wieder mit glühenden Küssen be­deckte.

Elimar stöhnte laut auf

Jetzt, an diesem ttüben Aschermtttwochmor- gen, wo die Menschheit sich anschickte, die vor- aufgegangenen Wochen der Lust und des .Froh­sinns durch ernstes Tun auszugleichen, mußte er. bevor er noch sein Heim erreichte und Her­bert qeaenübettrat. den Kampf wider sich selbst zu Ende führen, nachdem er soeben erfahren, daß wahre Liebe doch stacker als alle Lockun- gen. die von dem Glanz dieser Welt ausgeben.

Eine Wanderung nach Golgatha, drese : Heimkehr von dem so ftöhlich begonnenen t "'Ms der Oberst von Wardenbura wenige : Stunden später das gemeinsame Speisezimmer i betritt, kommt ihm Herbert strahlenden Ant-

machen wir den Vorwurf, daß er das, was er Ihnen jetzt gesagt hat, nicht schon vor den Wahlen gesagt hat. Nicht wir haben

die sozialdemokratische« Erfolge

Nr. 65.

Zweiter Jahrgang.

Der Krieg zwischen Rechts und Links.

Reichstagssitzung vom neunzehnten Februar.

Am Tisch des Bundesrats: Der Reichs­kanzler, einige Minister und Kommissare. Die \ erste Lesung des Etats wird fortgesetzt.

Abg. Gans Edler zu Putlitz (Konst): Mit | Rücksicht auf die Ausführungen des Schatz-1 sekretärs habe ich im Auftrage meiner Fraktion zu erklären, daß wir auf unserer ablehnenden Haltung gegenüber der Erbschaftssteuer mit Entschiedenheit beharren und uns da­von nicht werden abbringen lassen. (Hört! Hört!) Notwendig ist die Einheitlichkeit der Regierung, ist das feste Gefüge von Staat und Reich. Wir danken dem Reichskanz­ler, daß er sich zu dem gleichen Grundsatz hier ausdrücklich bekannt hat. Bei diesen Bestte- Rungen kann er auf unseren Beistand rechnen. (Beifall rechts!) Wir wünschen dringend, daß die bürgerliche Gesellschaft sich der ihr durch die Sozialdemokratie drohenden Gefahr bewußt wird. Ein Teil der Freisinnigen geht lieber mit den Sozialdemokraten als mit den bürgerlichen Parteien. Die Sozialdemokratie aber ändert sich nicht, außer für den Augenblick aus taftischen Gründen. In einem Teil der bürgerlichen Presse ist eine Begriffsverwir-

regt haben. Wenn man die Rede« der sozial­demokratischen Abgeordneten

Frank und Ledebotrr vergleicht, so ist die Besorgnis gerechtferttgt ob der Sieg des Revisionismus über den Radi­kalismus sich so schnell vollziehen wnd wre Herr Gothein annimmt. Es ist in b£r betocgten Debatte wiederholt von der Erbschafts- steuer gesprochen worden. Man sollte abwar­ten, bis die Steuervorlage erngebracht ist. Die Verbündeten Regierungen halten sich volle Freiheit in der Deckungsfrage o^n. Ich nehme dankbar von der Erklärung des Ab­geordneten Paasche Akt, daß seine Pattei nrcht daran denke, sich nach links weiter zn ent­wickeln und ich hoffe, daß dre Zeit wiederkehrst wo sich trotz aller Gegensätze zwrchen Konservativ und Liberal die Parieren nrchr mehr auseinander entwickeln und dar; daher der Boden wiedergefunden wrrd, auf dem sich schließlich die Politik der mittleren Linie bewegt hat, von der unser Rerch seit feinem Bestehen gelebt hat. Daß drescr Zcrt- punft bald wiederkommen möge, rst mem eru­ier Wunsch. (Beifall rechts und im Zentrum.)

Persönlich erWrt Abg. Bebel, daß ieme Partei es ab gelehnt habe, im Prassdnmr das Kaiserhoch auszubringen oder yosrsche Vervflichtungen zu übernehmen.

Dienstag Weiterberatung, ferner die Anträge auf Revision der Ge­schäftsordnung.

litzes entgeaen: . , , . _

.Mein Alterchen, mem gutes, treues Al­terchen, ich bin der Seligste der Sterblichen! Ich habe mich heute nacht auf dem Fastnachts- ball verlobt!"

Da schlingt Elimar die Arme fest um sei­nen Einzigen, und ohne Zögern kommt es von seinen Lippen:

.Ich weiß, auf wen deine Wohl gefallen und billige sie von Herzen. Werde so glücklich, wie-ich es für dich ersiehe .. *

L Beilage.

Mittwoch, 21. Februar 1912.

Zwei Familien-Tragädieu.

Ein schreckliches Familiendrama hielte sich, tote uns aus Insterburg gemeldet werd, in Parvenehre, einem kleinen russischen Dorfe zwischen Pillwischken und Wilkowischken ab. Von dott war vor zehn Jahren em da­mals zwölfjähriger Knabe mit Verwandten nach Amerika ausgewandett und jetzt in Die Heimat mit einem großen Vermögen zuruckge- kehtt. In der Schänke am Bahnhof m Par­venehre wurde er vom Witt erkannt, dem er auch von seinem Reichtum erzählte. Dann trat er den Weg nach seinem Heimaworfe an M Elternhaus war der Vater abwesend Mutter und Schwester ettannten den Henmehrenden nicht. Er logierte sich dort als unbekannt ein und erzählte von dem in Amenka erworbenen großen Barvermögen. Am nächsten Tage kam er immer noch unerkannt wieder, um zu nm^ tigert. Inzwischen war bei den Logisgebern der teuflische Plan gereift, dem Leben des rei­chen Gastes ein Ende zu machen Der heimge- kehtte Famsitenvater wurde von der Frau und der Tochter zur Mittäterschaft angesttstet Er schlug dem Fremden mit einem fAveren Ham­mer den Schädel ein. In der Wirtschaft wo der Mörder abends zu Gaste Werlte, erfuhr er dann, daß der Mann, den er erschlagen, der eigene Sohn gewesen sei. Mann, $'«« ««" Tochter wurden verhaftet. Die Mutter ist wahnsinnig geworden . . . Eine zweite Famr« lientragödie spielte sich in einem Haus- der Lichtenberger Straße in Berlin ab. Dott er­schoß der Arbetter Antonius nach vorouf- gegangenen heftigen Streitigkeiten seine Frau. Dann versuchte er seinem eigenen Leben ein Ziel zu setzen. Schwer verletzt wurde Antonius ins Krankenhaus gebracht.

, I« Südwest-Afrika verschollen.

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rammen.

Einen ganzen langen Winter hindurch mußte er sich immer von neuem dabei ettap- pen, tote das junge Dina sich in seine Gedan­ken gestohlen, wie er ihretwegen Feste mtt- machie. die er sonst niemals besucht, und wie er selbst den Schlittschuh an seine Fuße

Ei« KutturbUd a«s Sberschlefien.

Aus Pewitz in Oberschlesien wird uns gedrahtet: In einer besonderen Schwurae- richtsperiode aelangt von beute ab hier der umfangreiche Prozeß gegen die ® c t n e t b 5- bande Minerva zur Verhandlung Ange- klagt sind nicht weniger als zwanzig Personen, darunter eine Frau. Aus diesem Grunt^ sind für die Verhandlung vorläufig zwei Wochen in Aussicht genommen. Zur Ueberfuhrung der Angeklagten hat die Staatsanwaltschaft zahl­reiche Zeugen aus Zabrze. Zaborze, Paulsdorf und anderen Otten aufgeboten. Andererseits sind auch von der Detterdiaung zahlreiche Zeugen geladen worden. Den Spitz­namenMinerva' hatte sich die Bande sttbst gewäblt. Ihr Zweck war, für alle möglichen Prozesse Leute zu stellen, hte nach Wunsch rechts oder links schworen. In Klage-, Sttaf- und sonstigen Prozessen wurden, je «ach dem Wunsche der Besteller, Eni- und BelaNunas- zeugen gestellt, durch deren falsche Eide J>te

Zu Beginn des J-chres neunzehnhundett- fünf unternahm der in Deutsch-Sudwestasrika stationierte Stabveterinär Johannes Ro g g e einen Dienstrttt von-deritzbucht nach Bethanien und zurück. Auf dem RuDvege tttt er mit dem Reiter F e ib i ck e am zehnten Januar von Knbub weg und beabstchttgte, ; seinen Weg über die Wasserstelle Ukama zu ; nehmen. Diese Wasserstelle hat er nrcqt erreicht, und trotz eifriger Nachforschungen war weder von ihm noch dem Reiter Feibrcke irgendeine Spur zu finden. Am zwölften .vanuar sand nun. tote aus Lüderitz bucht berichtet wird, eine von Chami s ausgesandte Pa­trouille nicht sehr weit von Kolmanskuppe die Leiche des Stabvetettnärs. Sie tag aus der halben Höhe einer Wanderdüne und war gänz­lich mumifiziert und gut erhalten. Außer eigen­händigen Aufzeichnungen des Verstorbenen fand man ein Packet Feldpostbriefe und eine größere Geldsumme. Aus den Aufzeichnungen und Postkarten an seine Angehörigen geht her. vor, Rogge die Wasserstelle Warna verfehlt hat, und daß er seinen Tod durch Verdursten vor Augen sah. Um den schrecklichen Qualen zu entgehen, hat er sich schließlich durch einen Re. volverschuß durch die Schläfe den Tod gegeben. Es ist eine eigentümliche Schickung, daß er genau sieben Jahre nach seinem Todestage aus- gesunden wurde. Merkwürdigerweise besagen die hinterlassenen Schriftstücke nichts über den Verbleib des Reiters Feibicke.

Aschermittwoch.

Novelle, von Paula Kaldewetz.

Gegenpartei den Prozeß verlieren mußte. Die Angellagteu sind in der Mehrzahl kleine ~eu te7©d?neiber, Installateure, Grubenarbeiter, Maschinenwärter und Agenten. Die einzelmn Fälle sollen gesondett zur Verhandlung, ge langen in dem Sinne, daß von den Ang-.sag­ten immer einer nach dem

werden soll. Manche Falle sind so kompttziert. daß für sie allein zwei Tage in Aussicht ge­nommen sind.

' Ein trüber, grauer Februarmorgen! , Der sacht herniederfallende Regen hat leuchtende Weiß der Schneedecke in eine brau­ne, breiige Masse verwandelt. In dem kahlen Geäst der Bäume flattern melancholisch bunte Papierschnitzel, denen man es kaum noch an­merkt, daß sie tags zuvor, von den Händen einer jauchzenden Menge geworfen, mit dazu beigetragen haben, die Aeußerungen der Freu­de und der Lust zu entfachen, die der Pttnz im Schellenkleid und mit der Narrenpeitsche von seinen Getreuen fordert.

Aschermitttoochsttmmung!

Sie lagett auch auf dem Antlitz des hoch- gewachsenen breitschulttigen Mannes, der, den Kopf zu Boden gesenkt, mit gefurchter Stirn, die Hände in den Taschen seines weiten Man­tels verborgen, schnellen Schrittes vorwärts eilt.

Seinen Gang begleitet ein leises, silbernes Klingen, das von den Sporenrädchen seiner Stiefel herrühtt. Er aber achtet nicht der sanften Melodie. Seine Gedanken schweifen zurück zu dem Fastnachtsfest, das er mit den stolzesten Hoffnungen besucht, und das er ver­lassen mußte mtt einer grenzenlosen Enttäu-

bejubelt. Wir standen ja über all mit den So­zialdemokraten in Stichwahl. Sind wir Schrittmacher der Sozialdemokratte, dann sind Sie auf der Rechten es dreimal mehr. Zwölf Mandate haben Sie den Sozialdemokra­ten, fünf den Welsen au8geliefert. Dr. Paasche spricht bann über die Präsidentenwahl. Der Kanzler habe das Recht zur Kritik, aber tn die­sem Falle ist er zu weit gegangen. Kem Mensch, auch nicht die Rechte, habe damals daran gedacht, daß Scheidemann die ihm vorgehaltene Aeußerung über das Haus Ho- henzollern getan habe. Redner ironisiert dann die Aeußerungen des Grafen Posadowskp über die Vertrauensfrage gegenüber der Militärver­waltung. Die Voftsvertretung mutz das Recht haben, ernst zu prüfen. Niemals werden wir uns gefallen lassen, daß die Rechte der Krone und des Monarchen angetastet werden Wir find mindestens ebenso königstreu bis auf die Knochen, wie die Herren von der Rechten. (Stürmischer Beifall bei den Lib.) Die Poli­tik der Regierung kann nur dann zum Ziele führen, wenn fle in gewisser Beziehung einen Ruck nach links mitmacht. Rücken Sie ein klein wenig nach links und helfen Sie

die Unzufriedenheit beseitigen.

hervorkehrte. .

Allein gerade der feine Unterschied, den He­lene zwischen ihm und seinen Leutnants mach­te, bestärkte ihn in der Vorausfetzung, daß sie sicherlich keinen Moment zögern würde, seinen Antrag anzunehmen. Denn es war viel, was er ihr. der mittellosen Tochter eines verab schiedeten Majors, zu bieten hatte: einen Namen von gutem Klang, ein nicht unbeträcht­liches Vermögen und endlich eine einflußreiche Stellung . . . alles Dinge, die ein jugendliches Mädchenherz wohl verleiten konnten, et­waigen senttmentalen Schwärmereien Valet zu sagen und sich aus unsicheren Zukunftshoff nüngen heraus hinüber zu flüchten in das Land der Erfüllung. rr, ,,

Das Maskenfest, das die Kasinogesellschast am gestrigen Fastnachtsdienstag veranstaltete sollte ihm nun die langersehnte Gewißheit bringen. Ein Zufall batte ibm kurz vorher verraten, welch ein Kostüm Mene von Pöllau anlegen würde, und so durfte er denn boffen, noch vor der Demaskierung von ihren Lippen die Worte zu vernehmen, die ihn an das Ziel seiner Wünsche brachten.

T-er Offizier blreb etnen Augenblick sieben, schöpfte tief Atem und schritt dann langsam weiter, um sich die tatsächlichen Ereignisse des verflossenen Abends mit erbarmungsloier Deutlichkeit wieder ins Gedächtnis zuruckzu-

I rufen. _, _

I Mtt den Jüngsten batte er eS. Machst an

Zm Abgeordnetenhaus stand gestern das Wassergesetz auf der Ta- gesordnung. das auf allen Seiten des Hauses, einschließlich der Sozialdemokraten, warmer Sympathien begegnete, wenn man auch hier und da etwas auszusetzen hat. Landwirt, schaftsminister Freiherr von Schorlemer leitete die Besprechung ein: Die Vorlage ter das Er. gebnis langwieriger Beratungen. Sie ser not­wendig. da die Klagen über die geltenden Be- timmungen sich immer mehr häuften. Der Entwurf bebe sech sundsieb zrg ver­schiedene Gesetze auf. Da-s Eigentums­recht an .den Wasserläufen erster Ordnung werde dem Staate zugewiesen, bei_allentibn» aen den Anliegern. Die landwirtschaftlichen Interessen seien in dem Entwürfe genügend aewabrt. ebenso die Interessen von Handel und Industrie. Vielfach hätte man eine retchsgefttz- liche Regelung lieber gewünscht, doch habe üw dies aus verwaltungstechnischen Gründen mebt ermöglichen lassen. Die Debatte, die ziemlich träge dahinfloß, kam gestern noch nicht zu Ende, sie wird morgen fortgesetzt werden.

Mr aller West.

iritng eingezogen. Das sind die Schrittmacher

Kj Montag im Reichstag. I Mittelstandspolittk und Sozialpolitik.

~ f Die Fortsetzung der Etat-Debatte. Weder von den Konservativen noch von dem Im Reichstag war es gestern (wohl aus An- Bund der Landwirte ist eine Erhöhung der laß ^es Beginns der .grünen W«he*) recht I GetreideMe verlangt worden. (Hort! Hort ) leer und einsam. Vor dem Sitze des Präsiden- Abg. Paasche (Ratl.): Die Rechte will. die ten Kaempf prangte ein großer Blumenstrauß, Erbschaftssteuer unter allen Umstanden, abley- den die Schriftführer ihm zum siebzigsten Ge- neit, obwohl sie noch nicht weiß, tote bte Vor- burtstage gestiftet haben, und stenndlich dank- [afte aussehen wird. Allerdings hat auch da» te Herr Kaempf für diese Ehrung. Zu Be- Zentrum von .Niemals* gesprochen, obgleich ginn der Sitzung hatte man eine kleine Sensa- diese Partei sich immer eine Hintertür offenge- tion erwartet, da man der Ansicht war, daß halten hat. Ich hofft, der patriotische Mist der Präsident von der Ablehnung d e r wird bei diesen Parteien erwachen. SterrSter- Audienz durch den Kaiser Mitteilung ma- muth ist durchaus auf dem richtigen Weg^ wir eben würde. Aber nichts dergleichen geschah, stimmen ihm bei, wenn er die bMertge B In der Debatte selbst befaßte man sich wieder- krottwirtschaft nicht rnttmachen will. Da um mit den Streit zwischen Links und Rechts, darf man ihn nicht tm Stiche lassen Daß we Den Anstatt machte der konservative Redner Erbschaftssteuer Ihnen (nach Rechts) «nange- von Putlitz, der den Liberalen vorwarf, nehm ist, verstehe ich. Aber sich so hmzust^n (SSArittm a<fi er b er Sozialdemokra- als ob Sie große Opfer gebracht hatten, (Sestr tie zu sein Von weitgehender Bedeutung war wahr! links.) ist.Heuchelei. Aus

IL L tonnten feiner Partei gegebene Erklä- scheu haben Sie die gebracht. (Beifall ums,

I Antipode kam der in den letzten Tagen >o viel genannte Rationalliberale Pa a s ch e, der mit selten dagewesener Schärfe g e gen die Kon­servativen sprach und ihnen den Vorwurf her Schrittmacherei für die Sozialdemokratie

M zurückgab, indem er ihnen vorhielt, zwölf Mandate den Sozialdemokraten .zugeschanzt" zu haben. Dann ging er auf die Präsidenten­wahl ein und wandte sich namentlich gegen | den Kanzler wegen dessen Aeußerung über die Präsidentenwahl. Ihm schloß sich der Fort­schrittler Gothein an, der gleichfalls sein Rößlein munter gegen die Rechte tummelte.

M Die sechste Stunde war längst hereingebrochen, t als der gestern im Hause anwesende Reichs- ka n z l er sich erhob, um die gegen ihn erhobe-

E nen Vorwürfe zurückzuweisen. Er habe nur gesagt, daß die Liberalen sich nach links ent­wickelt hätten, und das sei sein gutes Recht. Zum Schluß ließ der Kanzler erneut den Sam- fc melruf ertönen und warnte die Parteien, sich noch weiter zu entzweien; es sei sein sehn­lichster Wunsch, daß man.sich wieder zusam-

R menfinden möge, um eine Politik der mittleren Linie zu treiben. -ir-

I nach wenigen Jahren einer glücklichen Ehe in- | folge einer tückischen Krankheit dre Augen für immer schloß. .

Wann hatte er sie doch zuerst gesehen?

War es nicht zu Anfang des Winters ge­wesen, als sein Etatsmäßiger den Beginn der Saison mit einem großen Ball im Monopol- Hotel eröffnete ?

Ach ja, nun entsann er sich auch ganz deut­lich, wie er sich ihr, als der Nichte der Gast­geber, sogleich hatte vorstellen lassen, und tote er ihr tm firmt re mtt der Dame des Hauses gegenübergestanden.

Schon damals hatte ihr silberhelles Lachen ein Entzücken erregt, und nur mit Mühe war er dem Gespräch seiner Partnerin gefolgt, denn immer wieder lauschte sein Ohr dort hierüber, wo sie ntft dem Regimentsadfutanten tanzte und in ungebundener Fröhlichkett des- en Huldigungen entgegennahm.

Noch an demselben Abend, als die Musik die etoigiunge Walzermelodie .An der schönen blauen Donau* intonierte, hatte er den Arm um sie geschlungen und war mit ihr über das spiegelnde Parkett geflogen, bis sie endlich atemlos Haft machte. Wie erstaunt ruhte da­mals ihr Blick auf ihm! Sie konnte «s nicht begreifen, daß ein Mann, dem ein ganzes Re­giment gehorchen mußte, noch mit so jugend­lichem Ungestüm Vergnügen an den Freuden des Tanzes sand, und lachend hatte er auf fei­ne grauen Schläfen mit den Worten gedeutet: .Sie feiten, meine Gnädigste, Alter schützt vor Torheft nicht!*

Ja, das Atter hatte ihn in Wahrhett mcht vor Torhett geschützt.

Elimar von Wardenberg preßte dte pen. wie in Unmut über sich selbst, fest