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Cchler Neueste Mluhtm

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 953.

Sonntag, 11. Februar 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 57

gen früher gewandelt haben, und Herr^Doktor Peter Spahn würde nicht der kluge xantlct und erfahrne Politiker fein, der er (jahrelang der .Geschäftsträger" der alten Parlaments- Mehrheit in den Häusern der Wilhelmstraße/ zweifellos ist, wenn er der unaufhaltsamen Entwicklung der Dinge mit der Präsidenten- glocke in der Hand sich dräuend entgegenstem- men wollte: .Heut ist heut"; auch im politr-

hört, ein wertvolles Erzeugnis der kaiserlichen Porzellan-Manufaktur) enthielt. Im Hotel hielt sich £orb Haldane nur kurze Zeit auf Er begab sich fast auf der Stelle zum eng. tischen Botschafter und sprach später beim Staatssekretär von Kiderlen-Waechter vor. AberwS acht Uhr fand beim Reichs- anzler zu Ehren des englischen Ministers

In der Anklage heißt es, daß Grosse sich in Portsmouth auf verbotenen Plätzen aufgehal­ten und versucht habe, sich über die Kohlen - v o r r S t e in Portsmouth Ausklärungen zu ver­schaffen. Ferner soll er mit einem gewissen Petersen in Verbindung gestanden haben, um weitere gesetzwidrige Jnforinationen zu er­halten. Drei chiffrierte Briefe Petersens wur­den beschlagnahmt. Der Generalstaatsanwalt ! betonte, daß Grosse Informationen erhalten habe, die im Kriegsfälle dem Feind von Nutzen sein könnten. Grosse habe beabsichtigt, diese Informationen Petersen, dessen Aufent­halt unbekannt ist, mitzuteilen, der sie dann an eine dritte Person weitergeben wollte. In sei­ner Verteidigungsrede erklärte Grosse, daß er lediglich aus Gesundheitsrücksichten nach Südengland gekommen sei. Der Gerichts-

I Hof erachtete indessen Grosse als in vollem Um­fang schuldig und verurteilte ihn zu drei - - - - Bei der Verkündl-

strSmungen in der Zcntrumsftaktion gege­ben, die durch die Ablehnung einer Mit- arbeit des Zentrums in einem Reichstagsprä- fidium, dem ein Sozialdemokrat ange- HSrt, entstanden sind. Auch sind gestern abend von konservativer Seite beim Zentrum wegen der Annahme der Präsidentenwahl ldurch Spahn ernste Vorstellungen er­hoben worden. Dies und vie Opposition im eignen Lager haben dann Spahn zum Rücktritt

(Privat-Telegramm.)

Der Prozeß gegen den Deutschen Grosse wegen Vergehens gegen das Gesetz über die Verletzung des Amtsgeheimnisses in sechs Fällen begann gestern vor dem Geschwo­renengericht von Hampshire bei großem Andrang des Publikums, unter dem sich z a h l - reiche Damen befanden. Grosse antwor­tete auf die Fragen des Vorsitzenden mit kla­rer, überlegter Stimme, er sei unschuldig.

,t ............ hervor. Solche Provokationen müßten im Jn-

Verhandlungen gelte. jererre b£Ü)er Nationen auf beiden Seiten :-r'gänzlich aufhören und die schwerste Strafe müsse über alle Spione zum Besten

(Privat-Telegramm.) Ider aNtionen verhängt werden, da dies das Der angesehene und politisch ausgezeichnet beste Abschreckungsmittel sei.

unterrichteteNienwe Rvtterdamsche Courant" I

erfährt aus erster Quelle, daß die Verhandlun. gen. die in Berlin im Gange sind, inter. nationalerArt seien und daß außer Eng-! land auch Nordamerika daran interessiert .fei Der ausgesprochen politische Charakter der Reise des englischen Kriegsministers erhelle auch daraus, daß der französische und russische Botschafter bereits gestern auf dem Auswärti­gen Amte in London vorsprachen, und um Mitteilungen hinsichtlich des Zwecks Gerun-sgeoanve» «.....

baten. Es wurde ihnen verstchert, daß ^^smolizeia q ent en verkehrt Regierungen über die Besprechungen m Berlin < - - - - - -----

informiert werden würden.

gnftttlowreife: Die f.cWW «Ul.

Dir Herren der Glocke. Spahn, «cheidemann und Paasche.

Wie tote gestern abend bereits durch mehrere Extrablätter mitge- teilt haben, wählte der Reichstag am Freitag «achmittag im dritten Wahl- gang zum ersten Präsidenten mit 196 Stimmen den AentrmnSaSgsordneten Dr. Spahn. Auf de« Abgeorbnst-u ] Augnst Bebel entfielen im dritten| Wahlgang 175 Stimmen. Zum erste« Vizepräfide«te« wurde der sozial­demokratische Abgeordnete Scheide- man« mit 188 Stimmen gewählt (gegen den Konservativen Dietrich mit 177 Stimmen). Zweiter Vizepräsident wurde der Nationalliberale, Geheim»

Der erste Präsidentenstuhl im Parlament als Besitz des Zentrums ist vielleicht ein zweckmäßiger Ausgleich der parteilichen und Diehrheitsströmungen im neuen Hause; eine Art natürlicher Hemmung gegen allzu im­pulsive Geftendmachung einseitiger Macht-Kon- -entration, und in gewisser Hinsicht auch ein Puffer zwischen den auseinanderplatzenden Energien der kämpfenden Geister. Spahn der Aeltere ist in jahrzehntelanger parlamentari­scher Praxis zum Routinier geworden, und wenn er als neuer Präsident seine (in frühem Tagen im Saal und auf den Galerien gleichmäßig gefürchtete) Vorliebe für übermäßig ausge­dehnte Sitzungen im allgemeine« Interesse einigermaßen meistert, wird er dem durch die Wahlen stark »verjüngten" Reichstag sicher nicht zur unbequemen Fessel, fondem zum klu­gen und ersahmen Wegführer werden können. Tie .Stimmungsprobe" bei der gestrigen Präsidentenwahl hat deutlich und anschaulich cüenbart, wie sehr sich die Verhältnisse ge-

Haldsue, Bethmarm und Kiderleu. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 10. Februar.

6in Parlame«tr-3dhll.

Sturmszenen im galizischen Landtag.

(Privat-Telegramm.)

Lemberg, 10. Februar.

In der gestrigen Sitzung des galizischen Landtags kam es zu großen Aus­breitungen. Gleich nach Eröffnung der Sitzung machten die Ruthenen «inen ohrenbe­täubenden Lärm, wozu sie Pfeifen, Sire, neu, Trommeln und Trompeten be­nutzten. Damit suchten sie die Verhandlungen zu unterbrechen. Trotz des Lärms wurden einige Referate vorgebracht und behandelt. Die ruthenischen Abgeordneten stellten wiederholt Fvagen, ohne das Wort zu Haden. Bei dem Referat betreffend die Uebeniachme der San- desgarantie für eine Anleihe der Stadt Lemberg versuchten die ruthenischen Abgeord­neten die Rednertribüne,u stürmen, wurden aber von den polnischen Abgeordneten zurückgedrängt. Der Vorsitzende sah sich dar­auf genötigt, die Sitzung abzubrechen. Die nächste Sitzung findet am kommenden Dienstag statt. Nach Schluß der Sitzung kam es «och auf der Straße, wo sich viele Menschen ange­sammelt hatten, zu erregten Szenen zwischen ruthenischen und polnischen Abgeord­neten. Ein starkes Schutzmannsaufgebot war nötig, um die Ruhe und die Ordnung auftecht zu erhalten. Da die gestrigen Sturmszenen die Erregung eher noch gesteigert als beschwichtigt haben, so find für de« nächsten DienStag neue Ausschreitungen zu erwarten, und daS Präfi- biiz.n des Landtags trägt fich deshalb mit dem Plan, am DienStag zur Aufrechterhaltung der 1 parlamentarischen Ordnung inner- und außer- : halb deS Hauses ein starkes Schutz- mannSaufgebot heranzuziehen.

rat Dr. Paafche mit 274 Stimmen.

Das .Parlament von Philippi" hat die . erste Belastungsprobe überdauert:! Schwer genug, und vom Zünglein der Schul, salswage sichtlich beeinflußt. Daß es so und nicht anders kommen werde, war indessen vor­auszusehen, denn im neuen Reichstag ist (trotz aller Additionsklügeleien emsiger Parteirechen­künstler) eine kompakte Mehrheit nicht vor- = Händen, und unter diesen Umständen stand es von vornherein fest, daß die Lösung des Prä- sidentercvroblems größere Schwierigkeiten bringe tberfoe, als es feit Jahrzehnten der Fall war. ,11. ei Tage sind erforderlich gewesen, nm diese '^Vchäftsordnungsmäßigen Präliminarien zu erledigen: Am ersten war (trotz länglichster Fraktions-Konferenzen) guter Rat noch uner. schwinglich teuer; die Unsicherheit innerhalb der einzelnen Parteien ließ peinliche Ueberraschun- gen befürchten, und so wählte man der Tapser- keit besseres Teil und ging durch eine Ver. tagung der Entscheidung etwaigen unlieb­samen Konsequenzen klüglich aus dem Wege. Gestern (nach ausgedehnten Abend, und Vor­mittag-Sitzungen dc. Fraküonsräte) schritt man dann zur Tat. Aber auch am Freitag be­durfte es bei der Wahl des ersten Präsidenten dreier wackrer Anläufe, ehe endgültig die Wür­fel fielen. Am Abend hatte das Hohe Haus dann endlich sein Präsidium: S Pa h n auf dem Adlerstuhl, ihm zur Rechten Genosse Scher, d e m a n n und links Geheimrat P a a s ch e.

Peter Spahn, der OberlandesgerichtsratI von der Wasserkante, ist kein Neuling in der Führung parlamentarischer Geschäfte: Er war mehrfach erster und zweiter Vizepräsident des Reichstags, und wurde neunzehnhundertsieben als Präsidentschafts-Kandidat vom .schwarz- roten Antiblock" präsentiert. Einer der besten Köpfe des Zentrums, und Jahre hindurch ver­trauter Gast in den Vorzimmern der Berliner Wilhelmstraße, wo sein spiegelblanker Zylinder einen anerkannten Ehrenplatz hatte. Er dankt seine Wahl zum .Herrscher der Glocke" im Hause Wallots offensichtlich einem Zusammen­gehen der gesamten Rechten und eines großen Teils der Rationalliberalen, die sich nicht da­zu entschließen konnten, den greisen August Bebel auf den HerrschaftSstuhl im Reichs­haus zu berufen. Sozialdemokraten und Frei, sinnige (wahrscheinlich auch ein Teil des lm- | len Flügels der Nationalliberalen) haben rn- l dessen geschlossen für Bebel gestimmt, und es ist sicher das erste Mal, daß auf einen so­zialdemokratischen Kandidaten für den Pra;:- dentenstuhl im Deutschen Reichstag sich em- hundertfilnfundsiebzig Stimmen vereinigten: Nur einundzwanzig Stimmen weniger als aus den Kandidaten der vereinigten bürgerlichen Rechten! Die Tatsache bietet, schon rein psycho­logisch betrachtet, mancherlei Jnteressarttes; man wird indessen wünschen dürsen, daß sich'n ihr nicht die ureigenste und ausschließliche Wesensart des neuen Reichstags ausgeprägt

Was Herr Monttgny erzählt.

Ein Privattelegramm meldet uns aus Brüssel: Der belgische Advokat Mon­ti gny, der als Zeuge im letzten Spionage- prozetz vor dem Leipziger Reichsgricht fun- aierte, in welchem der Engländer Stewart zu dreieinhalb Jahren Festung bestellt wurde ^hauptsächlich auf Grund der Beschuldigungen des Belgiers 58 et tue), ertlarte dem Ver­treter eines hiesigen Blatte: Der Belgier Verme habe fortgesetzt rn den Wandelgangen des Gerichtsgebäudes mit den deutschen _und schien I mit 'diesen"auf "sehr gutem Fuße zu stehen. Uebrigens sei es offenkundig, daß Verme als Agent für die Gegenspionage von Deutschland benutzt werde. Der Advokat be­nagte sich dann über Mangel an Entge­genkommen seitens des Reichsgerichts während der drei Tage der Dauer des Prozes­ses und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Aussage des Spitzels Verrue zu Ungunsteu | des Angeklagten eine viel zu große Bedeu­tung beigemessen worden sei.

Frau Toseüi daheim.

Die neue Heimat: Wilmersdorf bei Berlin;

Wie uns aus Berlin berichtet wird, wird die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, die spätere Gräfin Monttgnoso und jetzige Frau T o s e l l i, die in ihrem schicksalsreichen Leben schon so oft ihr Heim gewechselt hat, in kurzer Zeit in Wilmersdorf bei Berlin »hr Quartier auflchlagen. Sie hat in der Xante»

ein Diner statt.

Die englische Presse fährt inzwischen in ihren Bes chwichtigungen fort. So schreibt heute der Londoner .Daily TelegM . Es ist Grund anzunehmen, daß dem Bchuch des Kriegsministers Haldane tu Berlin eine übertriebene Bedeutung beigelegt wird. Lord Haldane wird keine bestimmten Vorschläge zur Verminderung der Rustun- a e n im Hinblick auf die Einschränkung des deutschen und englische« Flotteichauprogramms erörtern. Man nimmt auch nicht an, daß der Besuch ein positives Ergebnis haben werde außer der Schaffung ei^ günstigen At­mosphäre für die friedlichen Handelte- zfthungen zwischen England und Deutschland.

Spion Grosse vor seinen Richtern.

Nicht Festung, sondern drei Jahre Zuchthaus!

In einem auffallendem Gegensatz zu den in letzter Zeit in Deutschland gegen eng­lische Spione gefällten Urteilen, durch dir diese zu Festungshaft, also zu einer .custodia honesta", verurteilt worden sind, steht ein gestern in England gefälltes Urteil, durch das der Deutsche Heinrich Grosse wegen Spio­nage zu drei Jahren Zuchthaus verur­teilt wird. England hat damit selbst gezeigt, auf welche Weise die Spionage am besten be­kämpft wird, lieber den Prozeß erhalten ton folgende Mitteilungen:

London, 10. Februar.

Das Ratfe! der Wilhelmstraße.

Internationale Verhandlungen in Berlin?

Das Geheimnis des englischen Kriegs­minister-Besuchs in Berlin wrrd immer undurchdringlicher und spannender. Lord Haldane entwickelt in der deusichen Reichs- Hauptstadt eine Geschäftigkeit, di« WJ ____ö _____

beängstigend wirkt: Er hat mit Woolen 3 f) r c n Zuchthaus. _ Staatsmännern und Diplomaten Konserermn, bcg urteil« erklärte der Richter, der An- weilt stundenlang außerhalb fernes Hot^s, g.^aate sei auf das klarste Beweismaterial hin jHfdkn Botschafter in Berlin, Sir Edward Go- eine Höchststrafe von sieben Jahren ftebe... Das scheu. Inzwischen verlautet nun, daß der Be-Ausspionieren rufe feindsellge Gesuh^e such ' Haldane's in Berlin wichtiger int er- nationaler

Wir verzeichnen folgende Meldung:

Rotterdam, 10. Februar.

des Reichstags.

Erster Vizepräfideut Scheidemann ist ein geborener C affe lauer. Er wurde hier 1865 geboren und erlernte nach Beendigung der Schulzeit die Buchdruckerei. 1895 gab er seinen Beruf auf und übernahm die Redaktion eines ozraldemokratischen Parteiorgans in Gießen. 1902 wurde er Chefredakteur des Offerchacher Abendblatts, 1905 trat er zum Casseler VoM- blatt über. Scheidemann ist fei 1903 Reims- tagsabgeordneter; feit 1908 war er auch Stadt­verordneter in Cassel, doch legte er vor einiger Zeit sein hiesiges Stadtverordneten.Mand at infolge seiner Ueberstedlung nach Berlin Nie­der.

Zweiter Vizepräsident Dr. Paasche ist 1851 in Burg bei Magdeburg geboren. Er habili­tierte sich 1877 in Halle für Staatswissenschas- ten. 1879 wurde er ordentlicher Professor in Rostock, 1884 bis 1897 hatte er den Lehrstuhl in Marburg, 1897 bis 1906 an der To­nischen Hochschule in Charlottenburg rnneJn den Reichstag wunde Paasche zuerst 1881 gewählt. Seit 1893 gehört er ihm ununter­brochen an. Von 1893 bis 1908 war er auch Mitglied des Ubgeordnetenhauses. 1903 war Paasche bereits zweite, 1907 erster Vizepräsi­dent des Reichstags.

Krise im neuen Präsidium

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Berlin, 10. Februar.

Das neue Reichstagspräsidium hat bereits feine Krife: Der zum ersten Präsidenten ge­wählte Zentrumsabgeordneie Dr. Spahn hat in einer heute vormittag statt gehabten Sitzung der Zentrumsfraktion die Erklärung abgegeben, daß er am nächsten Montag fein Amt als erster Prästdent des Reichstags nie- 1 verlegen werde. Anlaß zu diesem Ent­schluß Spahns haben starke Opyositions-

Erster Präsident Dr. Spahn wurde 1846 in Winkel im Rheingau geboren. Er studierte Jura 1874 wurde et Richter, 1892 Oberland -! aerichtsrat. 1898 ging Spahn als Reichsge-. richtsrat nach Leipzig. 1905 wurde er als Ober-La ndesgerichisrat nach Kiel berufen. Spahn gehört seit achtundzwanzig Jahren un- unterbtocken dem Reichstag an, seit 1882 ist er (bis auf sechs Jahre) auch Mitglied des Preu- ßischen Landtags. Im Jahre 1895 Wurde Spahn zum eytenmal zweiter Vizepräsident

Die Wahl des sozialdemokratischen Abge- direkt gezwunge«. ordneten Scheidemann zum ersten Vize­präsidenten bedeutet keine Ueberraschung. Scheidemann war von seiner Fraktion für den Fall, daß der erste Vizepräsident ernstlich von der Sozialdemokratie erhofft werde, schon ml, den ersten Februartagen für den Posten in I f Aussicht genommen worden. Dennoch rsi die , auf ihn entfallene Mehrheit (elf Stimmen) I nicht fo erbeblich, als man nach dem Ergebnis I per Wahl des ersten Präsidenten hätte anneh­men dürfen: Mit Ausnahme einiger National- liberalen hat nämlich die ganze Wählerschaft Spahns gefchlossen g e gen den sozialdemokta- tifchen Kandidaten gestimmt. Der neu erfie Vizepräsident des Reichstags erfreut sich 'M eignen Parteilager sowohl wie bet den Geg­nern (bis hinaus in die feudal-konservativen Reihen) allgemeiner Achtung; ein Mann in der Vollkraft der Jahre, der in der Partei eine gewisse Mittelstellung einnimmt und im SM Molkenbuhrs einer Artgemäßigtem Radika­lismus" huldigt. Geheimrat Dr. Paasche, der sich mtt Spahn und Scheidemanu in die Präsidialgeschäfte teilt, ist (ebenso tote der

I Kieler Oberlandesgerichtsrat) kein Anfänger in derParlaments-Regierung": Er war wiederholt im Reichstag erster und zweiter : Vizepräsident, und hat also gestern ein Am'. I übernommen, dessen Pflichten ihm vertraur sind. Einer der erfahrensten und geschätztesten ' Parlamentarier, rüstiger Sechziger und matz- voll-vornehmer Polittker, ergänzt er das Dreimänner-Kollegium" des Philippi-Parla- ments in glücklichster Weise. Und nun, dadas Haus gerüstet", darf man der Taten harren, deren Vollendung sich hoffentlich nicht fo fchmerzvoll geftalten wird, Wie die erste Le­bensregung dieses jüngsten deutschen Reichs- tags! F- H- I Der englische Kriegsminister Lord Hal

* Ivane wellte gestern mehrere Stunden im-

Die drei RheinWnder. niglichen Schloß und kam erst fünf Uhr nach-

Die gestrige Präsidentenwahl tat Reichstag hat baS | ntjttan§ in das HotelBristol" zurück. Kurz merkwürdige Resultat ergeben, daß lautlich ebrei . routbe durch einen kaiserlichen Diener Wahlkreis Bonn, Scheidemann den Wahlkreis So-1 xjn Geschenk des Kaisers (wie man ling-n und Paas ch e den Wahlkreis «reuznach-Simmern.' --~ ------T* *-*-