CMer Nmste Nchrichten
Caffeler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 53
Mittwoch, 7. Februar 1912
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 und 952.
Thronfolger Prinzen Ludwig zu sich rufen, der ters bot allerdings den Flammen reichlich
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tenstelle ersetzt!
F. K
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Die Wer des Winters
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Nahrung und daraus erklärt es sich auch, daß sich das Feuer mit so rasender Schnelligkeit auSdreiten konnte. An eine Rettung des Gebäudes war unter diesen Umständen von vornherein nicht zu denken.
dann gemeinsam mit dem Grasen Podcwils bei ihm erschien. Es heißt, der Regent sei sehr erregt über die politische Spannung. Es handelt sich allem Anscheine nach um die O p f e- r n n g der beiden dem Zentrum nicht genehmen liberalen Minister Pfaff und Frauen - d S r f f e r. Heute soll über die Lösung der Krisis eine offizielle Bekanntmachung erfolgen. Die feierliche Eröffnung des neuen Landtags wird Mitte Februar erfolgen und zwar (in Anwesenheit des Regenten, der nach Erledigung der Kabinettskrisis sich nach Berchtesgaden begibt) durch den Thronfolger, Prinzen Ludwig.
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vom Publikum besetzt. Gegen acht Uhr, als eben der erste Akt zu Ende gegangen war, bemerkten mehrere Zuschauer des Amphitheaters, daß direkt über der Fürstcnloge dicker Rauch aufstieg, und bald konnten auch schwelende Flam, men beobachtet werden. Mehrere besonnene Herren machten das Publikum in ruhigen Worten auf die Gesirhr aufmerksam und ersuchten es, das Theater ohne Aufregung zu ver- lassen. Das Publikum kam dieser Weisung nach und verließ in vollkommenster Ordnung das sich immer mehr in Rauch hüllende Theater. Bei der eigenartigen Konstruktion des über achtzig Jahre alten Theaters, deffen Jnnenräume noch vollständig aus Fachwerk bestanden, konuten sich die Flammen mit rasender Schnelligkeit ausbreite«, und bald stand der gesamte Zuschauerraum in eine einzige Feuerlohe gehüllt. Das Feuer griff von hier aus nach dehn Bühnenraum über, aus dem inzwischen durch das Theatrrpersonal, die Feuerwehr und herangezogencs Militär der größte Teil der Kostüme und der wertvollsten Theatcrreguifiten in das Freie gerettet worden war. Gegen neun Uhr bereits stürzte mit donnerartigem Gepolter der mächtige Theater, gicbcl zusammen, und haushoch schlugen die Flammen zum nächtliche» Himmel empor. Die Feuerwehr und das Militär vermochte« dem rasenden Element gegenüber nichts auSzu- richten und konnten sich nur darauf beschränken, di« umliegende« Gebäude zu schützen. Kurz nach Mitternacht war daS Theater voll, kommen ausgebrannt. Die Feuerwehr hatte nach der Bewälligung der Hauptarbeit eine Brandwache zurückgelaffen, die bis heute früh um halb zehn Uhr an der Tr^mmerstätte tätig war. Daun wurde mtt de« Ausräumungs- arbeiten begonnen. Das Theatergebäudr war gege« Feuer versichert, doch ist dem Direktor immerhin ein ganz bedeutender Schaden durch de« Verlust von Kostümen und Requisiten entstände«. DaS Hoftheater spielt bis zu.« Wiederaufbau des niederge. brannten Musentempels in einem Saale der Residenz.
Sie Ursache des Brandes.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Wie das Feuer nn Detmolder Hostheatcr entstehen konnte, ist bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt. Doch wird angenommen, vaß ,es durch einen überhitzte« Ofen, einen schadhaften Schornstein oder hinter einem Ofen stehenden Kästen, die zu schwelen begonnen hatten, verursacht worden ist. Die Untersuchung darüber ist aber noch nicht abge- schlosien. Tie altertümliche Bauart des Tdea-
zu machen seien. Ob das nützlich oder schädlich gewesen ist (und noch ist), soll hier nicht untersucht werden; sicher ist indessen, daß heute ein reichshauptstädtischer Journalist ohne diese »Beziehungen" einfach undenkbar scheint: Man mißt seinen Wert lediglich an der Zahl und der Qualität seiner Verbindungen!
Es mag sein, daß diesem Zustand (vom staatspolittschen Standpunkt aus betrachtet) ernste Bedenken anhaften, und es soll auch nicht bestritten werden, daß dem Kanzler die Aufgabe zufällt, e!wa vorhandnen Mißständen entgegenzutreten. Aber da wir bisher weder die enge Verbindung zwischen Presse und Staatspolitik (wie in Frankreich), noch das stramm disziplinierte Zusammenarbeiten zwischen Regierung und Presse (wie in England) erstreben konnten, so ist für die deutsche Presse der wenig angenehme und auch nicht sonderlich würdige Umweg der Inanspruchnahme gefälliger „Gewährsmänner" leider ein notwendiges Uebel geblieben, und wenn Herr von Bcthmann-Hollweg nun die Pflicht erkennt, der Flut peinlicher Möglichkeiten einen Damm entgegenzustemmen, dann wäre es klug und nützlich gewesen, das Aergernis gleich bei der Wurzel zu fassen, und sich nicht damit zu begnügen, ein paar Blüten des Unkrauts zu zerpflücken. Im übrigen darf bei dieser Gelegenheit auch darauf hingewiescn werden, daß selbst amtliche Informationsquellen zuweilen arge Verwirrung anrichten: In dem kürzlich verhandelten Prozeß gegen den Herausgeber der „Grenzboten" sind dafür Beweise gewichtigster Art angeboten (leider aber nicht berücksichttgt) worden. A u ch d a s sind Irrungen und Fehler, die im vergreisten System unsres politischen Nachrichtendienstes wurzeln; Fehler, denen der Herr Reichskanzler nicht etwa mit einer Pflichtermunterung der „Nachgeordneten Stellen", sondern nur dadurch beikommen kann, daß er das langst als Uebel empfundne „System Hammann" in der Wilhelmstratze durch eine zeitgemäße, politisch disziplinierte, und für die wirklichen Be^ dürfnisse der Tagesprefle berechnete Rachrich-
Irr Erlaß der Kanzlers.
„Größte Z«rütkhattu«g ist Pflicht-Gebot!«
In des Januars letzten Tagen hat der für das Reichsgeschäft verantwortliche Kanzler an die „Nachgeordneten Stellen" einen Erlaß ge- richtet, der in mehr als einer Hinsicht charakte- f ristisch und ein klassisches Dokument modernster Staatspolitik ist. Herr von Bethmann Hollwcg E*; macht es in diesem Erlaß den seiner Autorität unterstellten Beamten zur Pflicht, „im Verkehr mit nichtamtlichen Personen die ' größte Zurückhaltung zu beobachten". Der Erlaß an sich ist's nicht, der das Interesse der Oeffentlichkeit weckt, denn es ist dem Reichskanzler und Ministerpräsidenten natürlich unbenommen, soviel Erlasse und Randver. fügungen ins Land hinauszuschicken, wie ihm beliebt. Auch die Form der Kundmachung kann kaum befremden, wenn man berücksichtigt, daß in Runderlassen manchmal Dinge behan- beit werden, die mit dem Rein-Persönlichen weit mehr zu tun Haden, als mit dem eigentlichen amtlich-technischen Gebiet der Verwal- 7 hing. Was diese Januar-Verfügung für die Oeffentlichkeit so interessant macht, das ist ihre V o r g e s ch i ch t e nebst den b e g l e i t e n d e n Umständen: Die Vorgeschichte, hängt un. leugbar mit der „Affäre Lindequisi^ zusammen, und die Begleitumstände spielen im Bereich des Verkehrs der Presse mit den amtlichen Stellen; denselben, denen Herr von Beth- - man» soeben „größte Zurückhaltung" als dringlichstes Pflichtgebot eingeschärst hat. Es M verlohnt sich also, dem Ereignis ein paar Rück, gfe-.- blicke zu widmen.
Als Kolonialstaatssekretär von Lindequist seinerzeit zwischen Morgen und Abend aus U dem Amte schied, erhob sich im offiziösen Blätterwäldchen ei« Orkan der Entrüstung Wer die angebliche „Preisgabe von wichtigen .Staatsgeheimnissen", die den deutsch- französischen Marokkohandel betreffen sollten, und von denen man im Druck halbamtlicher Lettern las, daß sie durch unentschuldbare Pflichtvettetzung von Beamten deS Reichs. Kolonialamts vom Ohr findiger Wilhelm- straßen-Reporter hätten erlauscht werden können. Die Folge war bekanntlich eine laut angekündigte „Disziplinar.Nntersuchung gegen Unbekannt", die den Zweck verfolgte, den eigenllich Schuldigen aus der langen Reihe der vom Verdacht Gestreiften zu ermitteln. Es scheint indessen, daß kein glücklicher Stern Wer diesem (von ernsten Leuten scharf verurteilten) _ Unternehmen gewaltet hat, denn der kreißende Berg der Entrüstung gebar nicht mal ein Mäuslein^ sondern nur einen toten Aktenberg, dem der Herr Kanzler dann einige Wochen später durch den merkenswerten Erlaß an die B „Nachgeordneten Stellen" ein wenig Leben einzuhauchen versuchte. Warum, ist nicht recht klar, denn wenn Herr von Bethmann Hollweg die Presse schon als Sünder beargwöhnt (gegen die Presse ist nämlich offenbar die Spitze der Verfügung gerichtet), dann hätte er wenigstens da den Hebel ansetzen sollen, wo es nottut: Am Pressedienst des Auswärtigen Amts! Dieser sogenannte g .Pressedienst" ist vielleicht alles mögliche; nur l: ist er für die Presse keine geeignete Jnfor- mattonsquelle, und da das amtliche Brönn- lein versagt, suchen die nach Neuigkeiten Dur. stenden eben nach andern Quellen. Und der Unfug blüht und gedeiht!
M Im Auswärtigen Amt in der Berliner Wil- Helmstraße gibt's eine fogenannte Prefse- Abteilung, die dem mannigfach bewährten Geheimrat Hammann untersteht, und zu deren Aufgaben es auch gehört, die Presse und ihre Vertreter mit zweckdienlichen und dem politischen Geschäft nützlichen Jnformattonen zu versorgen. Diese Presse-Abteilung ist jedem Journalisten zugänglich, der sich als Presse-Vertreter ausweisen kann, und die von dieser Stelle ausgegebenen Mitteilungen stehen Interessenten ohne weiteres zur Verfügung. Es geht indessen mit diesen „Informationen", wie mit den rühmlichst bekannten offiziellen .Polizeiberichten": Sie enthalten das Unwichtigste und Nebensächlichste in gradezn erdrük- kender Fülle, während sie über das wirklich Wichtige beharrlich schweigen! So ist j es denn auch erklärlich, daß jeder Halbwegs ; orientierte Zeitungsmann der offiziellen Preffe- Abiellung des Auswärtigen Amts in wettern ■ Bogen aus dem Wege geht, weil er sicher weiß, ■ daß sie ihm absolut nichts Brw'hbares bietet. Der Wettbewerb im Nachrichtendienst machte es aber notwendig, die in der Schwerfälligkeit und Dürftigkeit des amtlichen Informationsdienstes sich offerrbarendr Schwierigkeit zu überwinde», und so suchte man „Beziehungen, von denen zu erwarten stand, daß Le für.be» politischen Nachrichtendienst nutzbar
Fmer im Detmolder Hsftheater.
DaS ganze Theater niedergebrannt!
Das im Jahre 1825 erbaute Hoftheater in D e t m ol d ist in der vergangenen Nacht vollständig nieder, gebrannt. Das Feuer brach während der Vorstellung von Sudermanns „Der Bettler von Syrakus" im Zuschauerraum auf der Galerie infolge eines Schor«, steindefekts aus. Das Publikum konnte in aller Ruhe das Theater verlassen.
Daß der Brand im Detmolder Hoftheater so gewaltige Dimensionen annehmeü konnte, scheint darauf zurückzuführen zu fein, daß int ersten Moment des Schreckens niemand an eine Löschung des Feuers dachte. Auch die Feuerwehr war ungenügend. Kaum zehn Minuten, nachdem das Publikum das Theater ver. lassen hatte, stand der ganze Zuschauer» raum in Flammen. Militär und Feuerwehr wurden sofort alarmiert, doch waren sie gegenüber dem gewaltigen Feucrmeer macht- los. Um neun Uhr stürzte der hohe Giebel des Hauses ein und um die Mitternachtsstunde war das ganze Gebäude eingeäschert. Wir erhalten über die Katastrophe folgendes ausführliche
Telegramm unseres Korrespondenten:
Detmold, 6. Februar.
Das Fürstliche Hoftheater, in dem gestern abend „Der Bettler von Syrakus" anfgeführt wurde, war bis etwa dreiviertel s^nes Raums
Schwere Schäden durch die Kältewelle.
(Telegraphische Meldungen.)
Die enorme Kälte der beiden letzten Tage (die inzwischen im Süden des Reichs wieder etwas nachgelassen hat) hat überall schwere Schäden verursacht. Bremen hatte gestern früh 28 minus und Neumünster in Holstein sogar 303 minus. Nm AuSgang der Elbe ist durch de» anhaltenden Frost der E i S • gang so schwer geworden, daß selbst große Seedampfer nur mit Mühe verkehren könne" Wir erhalten folgende Meldung:
Berlin, 6. Februar.
(Privat-Telegramm.)
Im ganzen Reich und in Europa überhaupt hat die Kälte der letzten Tage enor» men Schaden angerichtet. Insbesondere ist der Schiffahrtsverkehr auf der Ostsee durch die Eisbildung sehr Gehindert. Zwar
Marokko-Tumult im Senat
Die gestrige Marokko-Debatte.
(Privat-Telegramm)
Paris, 6. Februar.
Vor überfülltem Hause begann gestern nachmittag im Senat die Verhandlung über den deutsch-französischen Marokko - Vertrag. Zahlreiche Personen mußten unverrichteter Sache wieder nmkehren, da sie keinen Platz mehr erhalten konnten. Auch die Diplomatcn- loge war stark besetzt. Als erster Redner kritisierte I e n o u v r i e r die französische Marokko- Politik. Er stellte fest, daß Deutschland bereits durch den Vertrag von 1909 auf Marokko verzichtet habe. P i ch o n unterbricht den Redner mit den Worten: „Und Deutschland selbst hat uns dies erklärt!" (Bewegung.) Jenouvrier sährt fort, Deutschland habe Frankreich im Jahre 1911 nur Das gegeben, was es bereits im Jahre 1909 zugestanden habe. Redner kommt dann auf die Haltung Frankreichs nach dem Vorfall der Desertion von Casablanca zu sprechen und betont, daß Frankreich nur durch Clemenceau vor einer großen Blamage bewahrt worden fei. (Lebhafte Bewegung. . . . 6.16= menceau, sichtlich bewegt, dankt dem Redner durch leichte Verneigung.) Redner fähtt fort: „Das Abkommen wird uns jedenfalls große Opfer kosten. Man fpricht bereits von 38 000 Mann." Poinear« ruft dazwischen: „Das ist der gegenwärtige Stand!" Jenouvrier kommt bann auf den Besuch zu sprechen, den der frühere Ministerpräsident C a i l l a u x dem bekannten Finanzier und Bankier Raoul Günzburg abgestattet habe. Bei diesem Besuch fei ein eventuelles
Bündnis mit Deutschland beraten worden. Beide seien sich darin einig gewesen, daß der Schwerpunkt der aus- toärtigen Politik nicht mehr auf England, sondern auf Deutschland verlegt werden müsse. Eine Einigung sei auch damals bald zwischefl Deutschland und Frankreich erzielt worden. Man habe seitens Frankreichs folgende Zugeständnisse an Deutschland machen wollen: Zustimmung zu dem deutschen Bagdadbahn - Projekt, zweitens sollten deutsche Werte zum Handel an der Pariser Börse zugelaffen werden und drittens sollte der ganze französische Kongo bis Alima in deutschen Besitz übergehen. Auf diese Weise sei auch Deutschland gern zu einem Vertrag geneigt gewesen. Bei diesen Worten erhebt sich ein großer Tumult. Von der Rechten werden Zwischenrufe: „Das verdient unter Anklage gestellt zu werden!" laut. Der Präsident unterbricht den Redner und fragt ihn, ob er feine Aussagen beweisen könne. Auf der Linken rüst jemand: „Wer hat dies alles angeboten?" Der Tumult steigert sich immer mehr. Von allen Seiten wird der Redner bestürmt, nähere Mitteilungen zu machen, bis er erklärt, daß er alles dies von dem früheren Minister des Aeußeren d e S e lves erfahren habe. Nun wird der Tumult wo möglich noch größer, de SelveS bestreitet, derartige Aussagen gemacht zu habe«, doch erklärt Jenouvrier, daß ihn niemand dementiere» könne.
Wahrheit oder Dichtung?
Wie zu der gestrigen stürmischen Marokko- Debatte im Senat aus Paris berichtet wird, hat der frühere Ministerpräsident C a i l l a u x die gestern von der Tribüne des Senats gegen ihn erhobenen Beschuldigungen i« aller Form als unzutreffend zurückgewiesen. Ebenso protestierte der frühere Minister des Aeußern, de Selves, gegen die wider ihn erhobenen An- schuldigimgen. Man erwartet deshalb für beute «ene stürmische Szenen im Senat.
Die gestrigen Wahlen in Bayern.
DaS Zentrum behält die Mehrheit!
Wie es nicht anders zu erwatten stand, haben die gestrigen Wahlen in Bayern die überragende parlamentarische Herrschaft des Zentrums nicht zu erschüttern vermocht, wenn die Patte: auch ein paar Sitze benoten hat. Die ausschlaggebende Stellung des Zentrums im bayerischen Landtag ist indessen auch fernerhin gesichert. Heber den Ausfall der Wahlen wird »ns berichtet:
München, 6. Februar.
(Telegraphische Meldung.)
Das Gesamtergebnis der gestrige« Landtagswahlen ist folgendes: Gewählt wurden 87 Zentrum, 35 Liberale und Deutscher Bauernbund, 30 Sozialdemokraten, 4 BahcrifcherBauernbund, 7 Konservative und Bnnd der Landwirte. DaS Zentrum gewinnt zwei und verliert 13, die Liberalen gewinnen 13 und verliere« 2, die Sozialdemokraten gewinnen 9, der Bayerische Bauernbund gewinnt drei «nd verliert zwei, die Konservativen «nd der Bnnd der Landwirte gewinnen zwei «nd verlierest 12 Sitze.
Bon der Walstatt des Wahlkampfs.
(Privat-Telegramm.)
Wie uns aus München berichtet wird, herrscht im Zentrumslager infolge des günstigen Ausfalles der Wahlen eine sehr gehobene Stimmung, die sich gestern abend mrch lebhafte Kundgebungen Ausdruck ver- chaffte. Biel bemerkt wurde die Niederlage des Zentrumsführers Dr. S ch ä d l e r in Bamberg, dagegen ist Dr. Pichler in Passau wiedergewählt. In Memmingen ist der liberale Kandidat Kroll gegen das Zentrum siegreich gewesen. München-Land ist von den Sozialdemokraten dem Zentrum entttssen worden. In Ingolstadt wurde der frühere Kammerpräsident Dr. Orter er wiedergewählt. In Bayreuth wurde der Führer der bayttschen Liberale», Casselmann, gewählt. Ebenso ist der bekannte adlige Zentrumsführer Freiherr vonMalsen wiedergewählt worden. Bemerkenswert ist auch, daß die beiden Kemptener Wahlkreise vom Zentrum zum Gegenblock übergegangen stnd.
Spferavg zweier Minister?
(Privat-Telegramm.)
München, 6. Februar.
Es heißt, daß Ministerpräsident Graf Podewils mit der Neubildung des Kabi- nitts betraut worden sei. Am späten Nachmit- taa ließ gestern der Regent neuerdings den