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Nr. 51.

Zweiter Jahrgang.

baUler Neueste Nachrichten

2. Beilage.

Sonntag, 4. Februar 1912.

Tu bist mein!

Roma», von H. von etltn.

9) (Nachdruck uer6of#«J

Denn du glaubst, liebe- Kind, dir Rechte anmaßeu zu dürfen, well Madeleine für die Dauer deines Aufenthaltes hier' neuerdings eine geringe Pension für dich zahlt, fo irrst du. Geh hinaus, bitte, und sorge, daß der Tee bereitet wird/

Ulla fuhr in die Höh«, warf schmollend die Lippen auf und lies hinaus. Egon sah ihr la­chend nach.

.Sie hat Raffe, die große Kleine, freilich eine, die auf die Nerven fällt. Uebrigens hat sie bezüglich Madeleines Noblesse so unrecht nicht. Du und ich wissen das am besten, Ma« ma/

Die Gräfin zog die Brauen in die Höhe und machte eine Gebärde der Geringschätzung.

.Es gilt in unserem Kreise als selbstver­ständlich, daß die reiche Linie des Stammes die unbemittelten unterstützt. Uebrigen* . - . rin rasches Vorneigen des Kopfes . : . .suche Madeleine deine Anerkennung zu beweisen, indem du sie zu deiner Gattin machst, und ich will mich deinen Sympathien von ganzem Herzen anschließen/

Keine Antwort erfolgte. - . . Nachdenllich starrte der Graf den blauen Ringeln seiner Zi­garette nach und sah dabei im Geiste die vor

sich, die er zu seiner Gattin machen sollte: die überschlanke und doch kraftvolle Gestalt; den feinen, schmalen Kopf mit jener Haarpracht, deren Farbe ihm lange unbestimmbar erschie­nen, nicht blond, nicht braun, bis sich ihm ein­mal der Vergleich mit einer wunderbar Wei­chen, hellen Bronze aufdrängt; weich das tief über der Sttrn gescheitelte Haar, weich, müde fast die dunkel und langbewimperten llugen Augen, und kein Zug von Weichheit in dem blaffen, vergeistigten, markanten Gesicht mit dem knabenhaft festen Kinn. Kein Zug wei­bischer Unentschlossenheit in diesem Anllitz. kein Zaudern und Träumen, alles zielbewußt und groß. Und so ihre Art zu sprechen, zu handeln, von vielen mißverstanden, hochmütig, selbstherrlich genannt, von einigen geliebt . . . und dann grenzenlos geliebt. Geliebt . . .

Mit einem Ruck richtete er sich höher auf und strich nervös ein paarmal über seinen ta- tellos gepflegten Schnurrbart. Dann fagte er leichthin:

.Wo steckt denn übrigens unser hoher Gast? Mir dünkt, ich sah Madeleine seit gestern nicht/

.Auf irgend einer Wandertour vermutlich. Ich frage sie nicht danach, denn mir ist ihre os-brjische Art des Herumstreifens unerträg­lich/

»Madeleine plebijisch!" Mit überlegenem Lächeln blickte der Graf seine Mutter an. .Mir erscheint sie vielmehr als die Verkörpe­rung aller rassig verfeinerten Aristokratie/

Der Gräfin Mundwinkel zogen sich herab. .Ich sagte dir bereits, lieber Egon, unter wel­chem Gesichtspunkt ich deine Anschauungen gern zu den meinen machen werde. Bis da­hin werde ich mir indes gestatten, meine bis­herige Meinung über Madeleine noch beizube­halten. jedenfalls habe ich schon Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß, wo es darauf an­kommt, fogar Ulla im Grunde ihres Wesens mehr Dame ist als sie/

»Das Elefantenküken?* Graf Egon lachte hell auf und schnitt eine amüsierte Grimasse. .Verzeih, chdre maman, wenn ich mich trotz­dem dieser ebenso respektlosen als zutreffen­den Benennung fürDame* Ulla noch weiter bediene/

Nock in seine Rede hinein wmde Wr-nirch die Zimmertür aufgerissen und bildenden Auges, blutroten Gesichts stand Komtesse Ulla vor dem eine Armesündermiene aussteckenden Cousin.

Aber bitte, lieber Detter, geniere dich nicht im mindesten. Elefantenküken haben ja ein dickes Fell/

Aber feine Ohren, wie mir scheint- Doch schon zu Polonius' Zeiten war's gefährlich, Ullachen, allzu nahe hinter Tapeten zu . . /

Er kam nicht weiter, das Ullachen machte allen Ernstes Miene, ihm die Augen auszu­kratzen, so fuhr sie auf ihn ein.

Glaubst du etwa, ich hätte mir deinetwe­gen noch die Mühe genommen, zu horchen!

Ich kam nur fo angehetzt, weil ich euch fo schnell wie möglich erzählen wollte, was ich eben in der Küche erfahren. Denkt euch nur . .. aber zuerst, Madelein« ist zurück/

Ein gleichzeitigesAch* . .. von Mutter und Sohn.

Ja, gesehen hab ich sie noch nicht, aber die Jungfer sagte es. Sie kleidet sich um. Und nun denkt mal . . . alle Welt spricht davon... auf demUlmenhof hat «sein schreckliches Unglück ge­geben, und der Anstifter davon, der älteste Sohn, ist heut über alle Berge vom Vater aus dem Hause gejagt.*

Eine Stimme vom geöffneten Mittelgaug her, der in das mit dicken Teppichen ausgelegte Nebenzimmer führte, eine Stimme, dunkel und von seltenem Klange

Wer ist von seinem Vater aus dem Hause gejagt?*

Madeleine!* Alle riefen es wie aus einem Munde und wandten sich ihr zu, die lautlos erschienen war und nun voll dringen­den Fragens auf Ulla blickte

Und diese, stolz des Interesses, als dessen Mittelpunkt sie sich fühlte, gab voll aufgeregten Eifers Bericht über das, was sie soeben durch die Dienstboten von dem Ereignis auf dem Ulmenhof gehört.

Wie fürchterlich, wenn das alles wahr ist/ rief die Gräfin.Bedauernswerter Vater!*

Oder bedauernswerter Sohn!"

(Fortsetzung folgt.)

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Gerichtsbüttel. Ein Offizier. Ein Sergeant. Soldateff- Sbtrren, Damen, Herren, Bürger, Volk usw.' Ort der Handlung: Rom, Juni 1800. Musikalische Leitung: Herr Dr. Zulauf. Spielleitung: Herr Oberregiffeur Hertzer. Dekorative Ernrrchtung: Herr Oberinspektor Waßmutb. Kostümliche Einrichtung: Herr Garderobeinsvektor Sievers. Nach dem ersten und zweiten Akte Pausen. Keine Ouvertüre. Gewöhnliche Preise. Kaffenöffnung 6 Uhr. Einlaß 6-X Uhr. Anfang 7 Uhr f Ende gegen SVi Uhr.

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Ich bescheinige hier- mit, dass mir hier 4 Zähne mit Erfolg ge­zogen wurden.

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Dekorative Einrichtung: Herr Oberinspektor Waßmuth. Die vollständig neuen Dekorationen sind nach Angaben des Herrn Oberinspeftors Waßmuth in den Ateliers der Herren Gebrüder Kautsky und Rottonara, Königliche Hostheatermaler in Wien, angefertigt.

Es findet nur nach dem ersten Akte eine Pause von 20 Min. ftati. Keine Ouvertüre.

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Dienstag, den 6. Februar 1912 «Äbonn. B. 30): 1812. Schau­spiel in fünf Auirügen von O. v. d. Mordten. Sbd. 1U lihn.

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