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Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 51. Fernsprecher 951 und 952. Sonntage 4. Februar 1912. Fernsprecher 951 und 952. 2. Jahrgang.

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Kampf oder Arbeit?

Der Auftakt zum Reichstagsbrginn.

Die sonst so stille L a n d st u b e an der Prinz.Albrecht-Straße in Berlin ist zum Kriegshaus geworden. Seit ein paar Tagen erst ist die Zweite Kammer des Land- tags versammelt, und schon sind in die Sitz­ungsberichte mehr Ordnungsrufe einzutragen gewesen, als in normalen Zeiten im Verlauf einer ganzen Tagung. Einige der Herren ,M. d. A." haben in diesen Tagen schmerzlicher Wahlnachwehen sogar den Rekord geschlagen, und selbst in den muntersten Zeitläuften landes- parlamentarischer Kampflust las man in wenig Tagen nicht so vielHört, frört, Lärm rechts (oder links), große Unruhe, lebhafte Zwischen­rufe^ und andre unterhaltsame Randbemerken­gen in den sonst so züchtig-langweiligen Ver- handlungsberichten, als grade jetzt. Seit dem Beginn der Wintertagung unterhält sich das Abgeordnetenhaus nach dem offiziellen Pro­gramm intensiv über den neuen Etat, deffen erste Lesung in weniger erregter Zeit fast schon vollendet fein könnte. Die Etatberatung ist diesmal aber nur das parlamentarische Aus­hängeschild für ein regelrechtes Partei. Turnier, das mit so erheblichem Tempera, mentaufwand ausgefochten wird, als handle es sich gar nicht um diegroße Wäsche" der Parteien, sondern um irgend eine Kardinal- srage preußischer Landespolitik: In den Früh­sommertagen neunzehnhundertzehn, als man im Landtag um die W a h l r e f o r m stritt, war di« Stimmung wesentlicher angenehmer temperiert als heut.

Das Alles deutel nicht auf holden Frieden, scheucht vielmehr die Hoffnung auf diesüße Eintracht" (die hier und dort schon zart auf- keimte) weit hinweg. Denn Das, was in die. sen Tagen aus der Arena des preußischen Parteienkampfs laut und klirrend ins Land htneinklang, muß unter dem Gesichtswinkel des nahen Reichs tags.Beginns betrachtet werden, wenn es nach seiner tatsächlichen Bedeutung geschätzt werden soll. Ob im Ab­geordnetenhaus (anstelle des Herrn von Nor- mann im Reichstag) der Herr von Hen. nings-Techlin spricht, ob statt Ernst Baflermann der Doktor Lohmann zur Tribüne steigt, der weißbärtige Zentrumspatriarch Herold Peter Spahns Ideale in leuchtenden Farben malt, und Herr Ströbel oder Liebknecht für Ledebour oder Heine den Bannstrahl des Ordnungsrufs entfesseln: Der Kampf im Abgeordnetenhaus ist nur der Auftakt zur Premiere im neuen Reichstag, und man fühlt eini­ges Unbehagen bei der Vorstellung, daß auch des neuen Reichstags erste Lebens- und Arbeitstage von dem polternden Ungestüm dieser Groll-Attacke erschüttert werden sollen. Daß es dazu kommen wird, ist sicher, denn es scheint, daß der Wahlkampf dieses Jahres die polittschen und parteilichen Leidenschaften in ihren tiefsten Tiefen aufgewühlt hat und daß Rechts und Links das elementare Bedürfnis besteht, sich durch eine prasselnde Entladung des Haders zu erleichtern.

Es hält einigermaßen schwer, die Nützkich- kett dieser knatternden Vorpostengefechte auch nur in den dunkelsten Umrissen zu erkennen, und sich an ihnen zu^rfreuen, ist schlechterdings unmöglich. Es darf auch bezweifelt werden, ob die letzten Kampftage im Landhaus zur Klärung der Verhältnisse" erforderlich gewesen sind, denn irgend einen praktischen Ge- winn haben sie jedenfalls nicht erbracht; nicht den bescheidensten. Die Linke beschuldigt die Rechte des Verbrechens der Reattion, macht sie für di« Verdrossenheit im Land verantwortlich und malt das unausbleibliche Strafgericht, das diese Sünden ahnden werde, in den finstersten Farben. Von Rechts her grollt der Vorwurf zurück, daß Liberalismus und Freisinn sich bei den Wahlen aller vaterländischen Bürgerpflich. ten frevelnd entäußert hätten, und der greise Herr vr« Karoorff, dessen Sitz rechts vom na. tionalen Liberalismus (in den Reihen der Freikouservativen) feit Jahren achtungsvoll gewürdigtes Privileg ist, zeiht die nahver­wandte Partei des Herrn von Heydebrand, daß siefür modernes Empfinden nie fonder- liches Verständnis offenbart habe". Und so Wetter. Es ist vielleicht ganz unterhaltend, den Bericht über solch muntre Neckereien beim Frühkaffee zu lesen, und sich am Temperament der mit frischer Kraft gerüsteten Landboten zu erwärmen; da indessen schon heute mit der Befürchtung gerechnet wird, daß der Etat nicht rechtzeitig (vor dem ersten April) fertiggestellt werden kann, dürste Nützlicheres doch wohl wichtiger fcheinen, als das ftöhliche Spiel.

Zumal uns das Parlament am Berliner Königsplatz doch sicher auch nicht den Reiz

einerstimmungsvollen" Premiere ersparen wird. Am zwölften Februar wird der neue Reichstag seine Präsidenten küren, und es muß sich dann schon zeigen, wieFreund und Freund sich neu zusammenfinden". Noch ift's völlig ungewiß, wie diese parlamentarische Familienfrage gelöst werden wird, denn das Rätselraten über die Chancen dieses oder je­nesAnwärters" auf den Adlerstuhl im Reichshaus ist schließlich brottos« Kunst. Sind die Präsidentenstühlerite" besetzt, dann rückt auch am Königsplatz die Etat-Unterhal­tung in die Tagesordnung ein, und vielleicht erfreut uns dann das zurzeit im Abgeordneten. Haus Widerhallende Fortissimo parteilicher Lei­denschaftlichkeit in noch gewaltigerer Klang, und Jnhaltfülle. Ein jeder Wahl, kämpf hat leider seine parlamentarischen Nachi­wehen, und di-r werden uns wahrscheinlich auch diesmal nicht verschonen. Aber dasParla­ment von Philippi" hat doch wichtigere und höhere Ziele: Es hat vor allen Dingen den Beweis zu erbringen, daß es arbeits. fähig und zu positiver Leistung gewillt ist, und es harren seiner ferner Aufgaben, die das volle Interesse und den ganzen Ernst des Reichstags heischen; Aufgaben, die für den Januar-Reichstag der Prüfstein seiner Exi­stenz-Berechtigung fein werden, und deren Be­wältigung höchste Kraftanspannung fordert. Die Stimmung in der Landstube deutet auf Kampf; die Pflicht des Reichstags ruft zur Arbeit. Wird sich das neue Parlament nun für den Kampf, oder für die Arbeit entschei­den: D a s ist die Frage, und das ist gleichzeittg auchSchicksal! F. H.

Notizen vom Tage.

Der Kaiser und die Reichstags-Thronrede..

(P r t v a t - T e l e g r a m m.)

In Berliner politischen Kreisen erzählt man sich von der diesjährigen Reichstags. Thronrede in bestinnnter Form, daß der Kaiser im Gegensatz zu früheren Jahren den Worttaut der kommenden Thronrede sozusagen Wort für Wort mit dem Reichskanzler durch, arbeitet. Wie man weiter berichtet, soll sich dabei in den letzten Tagen ein Gegensatz zwischen Kast'er und Kanzler herausgebildet haben. Der Kaiser soll in die Thronrede einen Passus einfügen wollen, über dessen Inhalt Genaueres nicht verlautet, gegen den aber der Kanzler mehrfach opponiert hat. Eine be­sonder« Bedeutung erhalte diese Mitteilung aber noch dadurch, daß man in konservativen Kreisen selbst Ursache zu der Annahme zu ha. ben glaubt, daß dieser ominöse Passus direkt oder indirekt gegen die Konservativen sich richten werde.

Nord und Süd.

(Privat-Telegramm.)

Die Berliner Morgenpost erhält aus Stuttgart von angeblich genau unterrichte, ter Seite folgende Mitteilung: Wie in würt. tembergischen politischen Kreisen bestimmt ver­lautet, haben die Vertreter mehrerer norddeut- schen Staaten im Bundesrat eine weit­gehende Bekämpfung der Sozial, demokratie durch reichsgesetzliche Bestim. mungen angeregt. Diese Bestrebungen stnd aber bei den süddeutschen Regierungen auf Widerstand gestoßen. Die württember. gische, sowohl wie die badifche Regierung stimmen nur einem Schutz Arbeitswilliger ge. gen terroristische Ausschreitungen Streikender zu, lehnen aber im übrigen jede gesetzliche Be. schränkung der Koalitionsfreiheit entschieden ab. Auch andere größere Bundesstaaten sollen gegen diese Pläne Bedenken erhoben haben.

Keine Mnheits-Stenographie?

(Privat-Telegram m.)

Aus Berlin wird uns berichtet: Rach einer offiziösen Meldung sollte der von ver. schiedenen Systemgemeinschaften gebildete Sachverständigen-Ausschutz zur Beratung über die Schaffung"einer deutschen Einheits­stenographie von der Regierung zum neunundzwanzigsten Januar nach Berlin ein­berufen werden. Dies« Einberufung ist aber nicht erfolgt. Wie an unterrichteter Stelle verlautet, ist dies darauf zurückzuführen, daß stch ein Bundesstaat (es kann sich Um Sach­sen handeln) von den Verhandlungen zu­rückgezogen hat. Damit haben die Be­strebungen zur Herbeiführung einer deutschen Einheitskurzschrift ein vorzeitiges Ende gefun. den. In Regierungskreisen wird dieser Miß­erfolg lebhaft bedauert.

3r. Liebknecht und der Krieg.

(Privat-Telegram m.)

Zu dem Interview, das Pariser Korrespon­denten mit dem Abgeordneten Dr. Lieb­knecht gehabt haben wollen, schreibt Dr. Lieb­knecht dem Vorwätts: Ich habe den beiden Herren lediglich erklärt, daß nach meiner lieber; eugung Deutschlands Defensiv. Kraft gegenüber einem stidolen Ueberfall keineswegs durch die Entwicklung der Sozialdemokratie oettticn Labe und leide, daß

aber allerdings durch eben diese Entwicklung die provokatorischen Tendenzen unserer auswärtigen Politik trotz aller Ablen- kungs. und Verwirrungsbestrebungen wesent­lich geschwächt feien, und die viereinhalb Mil­lionen sozialdemokrattscher Wähler ein ge­höriges Gewicht in der Wagschale des Friedens bedeuten. Gegen den Wil­len eines solchen gewaltigen Teiles der Be­völkerung würden sich die Kriegstreibereien unserer deutschen Chauvinisten und Wort­patrioten nicht durchzusetzen vermögen und die Sozialdemokraten würden ihre volle Schuldig­keit zur Durchkreuzung der völkerver- hetzenden Machenschaften zu tun wissen.

lassen, wonach alle britischen Offiziere (und zwar die aktiven sowohl wie die penjtonierten), die stch nach Deutschland begeben wollen, sich bei der Regierung um Urlaub bemühen und alle in Deutschland reisenden Offiziere sieb bei dem Bürgermeister der Stadt, in der sie sich länger als vierundzwanzig Stunden aufhalten, melden müssen. *

Monsieur Lux im SHerisenlanÄ.

(Privat-Telegram m.)

Wie uns aus Paris berichtet wird, wird der durch seine Flucht aus der deutschen Fe. stung Glastberühmt" gewordene Haupt­mann L u x nicht nach seiner früheren Gar-

Dom Manuel und Dom Miguel.

Der Kampf in und um Porttlgal.

Der Streik und die Unruhen in Lissa­bon scheinen ihrem Ende entgegen zu gehen. Die Fabriken haben in der Mehrzahl wieder den Betrieb ausgenommen. In den Forts, Ge­fängnissen und Lazaretten befinden sich Hun­derte von Gefangenen. Die Regierung hat beschlossen, das Parlament monatelang zu schließen und die Militärdiktatur auf­recht zu erhalten, bis alle Gefangenen, die nach Timor verbannt werden sollen, verurteilt sind. Inzwischen werden- noch Einzelheiten über die Pläne der Monarchisten zum Sturz der Republik bekannt:

London, 3. Februar.

(Privat-Telegram m.)

Von dem Privatsekretär des Exkönigs Manuel ist nunmehr offiziell bestätigt wor­den, daß eine Besprechung zwischen dem ent­thronten Monarchen und seinem Vetter Dom Miguel von Braganza in Dover stattgefun­den hat, aber die Ansichten über die Bedeutung dieser Zusammenkunft gehen auseinander. So wurde gestern morgen in London behauptet, daß es sich augenblicklich um eine n e u e V e r - schwörung gegen die Republik handle, und man geht fogar fo weit, darzulegen, daß der neue Versuch, in Portugal wieder Oberhand zu gewinnen, von Spanien und insbesondere vom König Alfons, unter­stützt werden soll. Von Madrid aus hat man die Aussöhnung zwischen den beiden Linien des Hauses Braganza als Bedingung dafür ge­stellt. Dem Daily Chronicle wird gemeldet, daß außer den beiden Fürsten noch acht Herren an der Zusammenkunft teilgenommen haben, unter denen sich der bekannte Monarchistenfüh­rer Kapitän Conceiro befand. Das Ge­spräch war von historischer Bedeutung. Dom Miguel hat versprochen, in jeder Weise seine Hilfe zur Verfügung zu stellen, um die R e h a - bilitierung Exkönig Manuels zu fördern.

Ne Verschwörer a« der Grenze.

(Privat-Telegram m.)

Depeschen aus Lissabon berichten, daß während der Unruhen in den letzten Tagen an der spanisch-portugiesischen Grenze Vertre­ter der monarchistischen Verschwörer eingetroffen find. Verschiedene dieser Persön­lichkeiten sind bereits verhaftet worden. Unter ihnen befinden sich auch solche, die z« den jüngsten Aufständen aufgereizt haben. In verschiedenen Teilen des Landes find Gewehre und Munition beschlagnahmt worden. In Coimbra und Braga sanden BolkSknnd- gebungen statt, um die Maßnahmen z« billigen, welche die Regierung getroffen hat. Die Zensur wird «ach wie vor in äußerst strenger Weise gehandhabt. I« Coimbra «vurden gestern mehrere Bomben gewor­fen, wobei zahlreiche Personen verletzt worden fein sollen. Die Kavallerie mutzte mit blanker Waffe gegen die Kundgeber vorgehen. CS kam zu einem regelrechten Kampf, in dem es auf beiden Seiten Verletzte gab.

Verschwörung oder... Familienrat?

Londoner Meldungen besagen zu der angeb­lichen Verschwörung unter der Aegide Exkö­nig Manuels, daß der entthronte König in England derart überwacht werde, daß er es gar nicht wagen könne, von England aus etwas gegen die Republik Portugal zu unternehmen. Es habe sich bei der Zusammenkunft nur um die Ausführung eines lange gehegten Wun­sches gehandelt, dem alten Familienstreit ein Ende zu machen. Es sei sogar wabrichein- lich, daß der Exkönig Manuel im Frühjahr bei Dom Miguel in Oesterreich einen Besuch ab- stattet, und es sprächen auch gewisse Anzeichen dafür, daß er sich mit einer Tochter seines Vetters verheiraten werde. Es handele sich wahrscheinlich um die achtzehnjährige Prin­zessin Elisabeth aus der »weiten Ehe des Herzogs mit der Prinzessin Löwenstein-Wert- Heim-Rosenberg.

nison Belfort zurückkehren. Er ist jetzt non einem längeren Erholungsurlaub an der Ri­viera hier eingetroffen und wird, wie verlautet, nach Marokko versetzt werden.

6ia Drama au? See.

Unterseeboot-Katastrophe an Englands Küste. (Telegraphische Meldungen.)

Depesche« aus Portsmouth mel­den: Das englische Unterseeboot A. III ist gestern infolge eines Zn- sammenstotzes mit dem Kanonenboot Hazard" auf der Höhe der Insel Wight gesunken. Es gehörte dem älteste« Typ der Unterseeboote an. Seine ge­samte, aus vierzehn Köpfe« be» stehende Besatzung wird für v e rl oren gehalten, da alle Bemühungen, sie zu retten, erfolglos geblieben find. Lieber das Schiffsnnglück werden «ns in einem Privat-Telegramm aus Londo« folgende Einzelheiten gemeldet:

DaS brittsche UnterseebootA, III" wurde gestern mittag an der Küste der Insel Wight von dem Zwillingsschrauben-Torpedo- bootHazard" in den Grund gebohrt. An Bord befanden stch vierzehn Mann, dar­unter vier Offiziere. Nach den letzten Nachrich- len von der Unfallstelle herrscht kein Zweifel mehr, daß Alle umgekommen stnd. DaS Unglücksboot, daS zur Tauchbootflottiüe von Portsmouth gehört, war gestern morgen mit sechs anderen Fahrzeugen dieser Klasse und demHazard" von Portsmouth abgegangen, um Manöver auszuführen. Gegen mittag stieß es mit demHazard" zusammen und erhielt ein gewaltiges Leck an der Seite. Es war zurzeit der Kollision halb unter Wasser und sank in wenigen Minuten aus den Grund. Von den übrigen Schiffen aus sah man mit Schrecken, daß große Luft­massen über der Wasserstelle, wo das Schiff gesunken war, aufsttegen, ein Zeichen, daß das Wasser in daS Boot eingedrungen sein mutzte. Man hegte deshalb von Anfang an keiner- lei Hoffnung für die Rettung der darin eingeschlossenen Mannschaften, von denen keine Spur zu sehen war. Das gewaltsam eindrin­gende Wasser hat den Unglücklichen zweifellos einen schnellen Tod bereitet. Auf die drahtlosen Hilferufe des TorpedobootesHa­zard" eilten sofort mehrere Kriegsschiffe zur Unglücksstelle und auch der Höchstkommandie- rende von Portsmouth begab sich an Bord eines Kriegsschiffes dorthin. Der herrschende Schneesturm erschwerte die Auffindung des Wracks. In später Abendstunde wurde gemel­det, daß die Lage des Bootes nunmehr ermit­telt ist. Die Rettungsarbeiten wurden für gestern eingestellt, heute früh aber mit großem Eifer wieder ausgenommen.

bin Beileidstelegramm des Kaisers.

(Privat-Telegramm.)

London, 3. Februar.

Bei der englischen Admiralität ist heute früh zum Untergang des Unterseebootes A. III" folgendes Telegramm des Deut­schen Kaisers eingegangen:

Seine Majestät der Deutsche Kaiser hat soeben ein Telegramm erhallen, in dem ihm der Verlust des UnterseebootesA. III" gemeldet wird. Seine Majestät wünscht sein tiefempfundenes Beileid für die Hinterbliebenen der braven Leute aus- zusprechcn, die ihr Leben bei diesem schreck, lichen Unglück verloren haben.

Der Erste Lord der Admiralität antwortete auf das Telegramm des Kaisers sofort in herz­lichster Weise wie folgt:

Ich bitte Sie, Seiner kaiserlichen Ma­jestät für seine Botschaft der Sympa­thie, die soeben eingelaufen ist, zu dan­ken, und die Versicherung entgegenzuneh­men, daß dieses Unglück die Offiziere und

Die Besatzung des gesunkenen Unters«:

Mannschaften der britischen und deut­schen Flotte in gemeinsamer Trau« vereinigt.

Die Herren Stzione.

Ein Erlaß des englischen SriegSministerS. Wie uns aus London berichtet wird, hat

der englische Kriegsminister soeben einen auf Die B e f a tz u n g des gesunkenen Untersee- die Spionagefälle englischer Offi- boots bestand nach amtlichen Mitteilungen aus zier« in Deutschland bezüglichen Befehle er.l vier Offizieren, einem Unteroffizier und neun