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Nr. 32.

Zweiter Jahrgang.

durchführen. 1

Stadtv. Zimmermann stellt fest, daß der Magistrat zehn Meistern gestattet bat derartige Arbeiten auszuführen, worauf Stadtv Son- dcrmann den Klagen der Handwerker Ausdruck aibt, daß der Magistrat bei Vergebung von Arbeiten an Handwerker so rucknchtsloS am seinem Standpunkt verharrt, daß vrele Hand­werker sich direkt fürchten, Arbeiten für die Stadt auszuführen. Der ganze Prufungsrimr« mel sei ein Zopf, denn niemand habe die Ge­währ, daß ein großes Geschäft die Arbeit bester mache als ein kleines, in dem der Meister selbst mitarbeitet. Stadtv. van Heyö konstatiert hier­auf, daß in der Bürgerschaft viele Klagen über mangelhafte Installation laut geworden sind.

Oberbürgermeister Müller versichert, die Stadt werde weiter nachsichtig fein, oo aber die Bürger ein gutes Geschäft dabei machen sei seiner Meinung nach zweiselhaft. Hierauf Wünscht

Stadtv. Zimmermann auch die Namen der Meister veröffentlicht zu sehen, die bis letzt nachträglich zugelassen worden find. Die gro­ßen Firmen könnten die viele Arbei. gar n^ht schaffen und haben selbst Ausländer, alsGe Pilsen herangezogen, während die einheimischen Meister nichts zu tun haben.

Nachdem noch verschiedene Stadtverordnete und der Oberbürgermeister sich zu dieser Frage geäußert und Stadtv. Sondermann erklärt, er gebe keinen Pfifferling für die Prüfung, maß- gebend sei für ihn, tote dte Arbeiten ausge­führt werden, wird die Eingabe dem M a g i- trat überwiesen.

Eine weitere Eingabe derselben Innung, bet der Herausgabe neuer Bestimmungen über die Installation von Gasleitungen. Innungs- Mitglieder hinzuzuziehen, ist gegenstandslos, da solche Bestimmungen nicht herausgegeben werden sollen. Tritt aber dieser Fall ein, dann sollen zwei Jnnungsmttglieder berück- ichtigt werden. ... ,

Das Schwimmbad.

M Frage, wo die gemeinnützige Anstalt ihren Platz finden soll. Darüber herrscht noch keine Klarheit, jedenfalls wird man aber bestrebt sein, dieses für eine Großstadt unerläßliche ge­meinnützige Unternehmen möglichst in den Mittelpunkt der Stadt zu rücken. Eine umfangreich« Debatte hatte ein« Eingabe im Gefolge, die auf elektrische Beleuch­tung der Hohenzollernstraße hin- -ielt. Dte Hohenzollernstraße bildet dermal­einst de» Zugang zur Stadthalle, und man kann schon aus diesem Grunde den Wunsch verstehen, die Straße möglichst gut beleuchtet zu Wissen. Bei der Erörterung der diesbe­züglichen Eingabe kam eS noch zu einer kleinen Mittelstands - Debatte: Es wurde

zusammen 620 Quadratmeter.

Während nach dem Preisausschreiben der zu­künftige Hauptsaal der neuen stadthalle mit Podium 1250 Quadratmeter umfassen soll, also mehr wie daS Doppelte deS Stadtparksaa- les. Für die Berechnung der zulässigen Be­sucherzahl eines Saalbaues schreiben die polt- -eilichen Vorschriften über Treppen und Gange vor, daß mit einer Zahl von -wer Personen für den Quadratmeter benutzbare Fläche ge­rechnet werden muß. Das würde unter Zu- rechung einer Fläche von ea. 500 Quadratmeter für die Galerie des großen Saales ergeben, daß allein der große Saal von ca. 3500 Perso­nen benutzt werden könnte. Bet einer gewöhn­lichen Benutzung in Stuhlreihen wurden tttt Saal 1500 Personen, auf der ©alerte etwa 750 Personen Platz haben und außerdem wurde daneben das Podium zur Verfügung Men, das ausreichenden Raum für M0 sitzende San­ger und Sängerinnen und 50 O rckester-Munker liefet Durch die Ermittelungen deS Ver­kehrsamtes ist festgestellt, daß an etrent der größten Kongresse, die in Deutsch­land überhaupt stattzufinden pflegen, näm­lich der Versammlung der Naturforscher und Aerzte in Gaffel. 1500 Herren und 500 Damen teilgenommen haben, eine Zahl, die vollkommen bequem ohne Heranziehung des Podiums Platz finden würde. Eine noch

1. Beilage.

Sonnabend, 13. Januar 1912.

ffrhShte Schlachthosgebühren.

Eine weitere Magistratsvorlage betrifft Abänderung derGebührenordnung f ü r d e n Schlachthof. Der Berichterstatter, Stadtv. Fleischermeister Schnell führt dazu aus: Die Direktion des Schlachthofs hat in einer Eingabe nachgewiesen, daß die Untersuchunas- kosten für Schlachtvieh, das dem Schlachthof direkt zuzesührt wird, den Etat mehr in An­spruch nehmen, als die Gebühren einbrinaen. Es stehen deshalb den Einnahmen höhere Aus­gaben gegenüber. Die Direktion schlägt daher in Uebereinstimmung mit Magistrat und Kom- mission vor, daß in Zukunft für die Untersuchung eines Ochsen neunzig Pfennige, eines sckwei- nes sünfunddreißig Pfennige und eines Scha­fes oder Hammels fünfundreitzig Pfennige er­hoben werden. Diese Gebührenönderung kann nicht als besondere Belastung angesehen wer­den Die Versammlung genehmigt die dahm- gehende Abänderung der Gebührenordnung ohne jede Debatte.

Die Gefielet Stabth-cke.

mehr als 100 000 Einwohnern in Rheinland, Westfalen und den benachbarten Gebieten betei­ligen sollen. Diese Schau soll Städtebau, Ein­richtungen für Gesundheitspflege und Kranken- Flege und Hochbau, besonders solchen von Schulen, Museen, Rathäusern, in Modellen nud Zeichnungen zur Ausstellung bringen. Da- ; u ist. auch Gaffel eingeladen worden. Nun können wir mit dem einen Modell unserer Kläranlage, das Gaffel noch auf allen ähnlichen Ausstellungenherausgeriffen" hat, nicht mehr blenden. Soll daher eine Ausmachung herge- tellt werden, die neue bessere Sachen darstellt, o verursacht das nicht unerhebliche Kosten. Der Magistrat will zwar noch mit einer Vorlage kommen, die einen Kostenanschlag enthält, aber es wäre besser, vor einer Schlüffigmachung die Höhe der Kosten zu erfahren.

Nachdem vom Magistrat aus die Kosten als nicht höher tote 1500 Mark angegeben sind, ist die Versammlung mit der Beschickung der Düs­seldorfer Ausstellung einverstanden und bewil­ligt eine Summe bis zu 1500 Mark.

Stadtparksaal stattsanden, für die aber der mehr als doppelt so große neue Saal zu groß ist, einen entsprechenden Ersatz, zu finden. e.er Eingaben-Ausschuß war deshalb der Ansicht, daß es sich empfiehlt, einen größeren Saal von etwa 500 Quadratmetern, vielleicht auch nut Galerie, und nur eilten kleineren saal von etwa 200 Quadratmetern zu schaffen. Geht man dann davon aus, daß durch geeignete Lage der drei Säle deren gemeinsame Benutzung möglich ein wird, so steht dafür eine Saalfläche von m ganzen 1950 Quadratmetern zur Herfu- gung. Der Eingaben-Ausschuß empfiehlt des­halb der Stadtverordneten-Versammlung, die Eingabe des Bürgervereins dem Magistrat zur Erwägung zu überweisen, wobei er davon aus­geht, daß es bei den vorgeschlagenen Maßen ür den großen Saal unter allen Umständen zu belassen ist, während hinsichtlich der Nebensale die vorstehend erwähnten Abänderungen zu empsehlen sind. , ,, ,

Stadtv. Landessekretär Beckmann beklagt die fehlende Weitsichtigkeit. Stets habe man bei solch großen Angelegenheiten klemliche Be­denken, und wenn das Haus dann fertig ist, dann sähe man ein, daß man zu ängstlich war, da die Räume zu klein gefunden werden Er gebe zu, daß bei einem zu großen Saal die Akustik leide und bittet, wenigstens den klei­nen Saal auf 500 Quadratmeter zu vergrößern, ohne daß die Nebensäle darunter leiden.

Stadtbaurat Höpfner stellt fest,, daS Gaffel zufällig dieselben Raumgrößen vorzehe, dte bet der ost angeführten Mainzer Stadthalle erst im Laufe von zwanzig Jahren durch Umbauten geschaffen worden sind.

Stadw. Kommerzienrat Rosenzweig ist ebenfalls der Ansicht, den Hauptsaal nicht allzu groß anzulegen, da abgesehen von anderen Gründen große finanzielle Opfer gebracht wer­den müßten, wie in Elberfeld und Essen. Trotz­dem muß der Saal groß genug fern, nm ftan» besuchte Kongresse auf zunehmen. Dte Zahl der Kongresse betrug in Gaffel IMS vier, E schon fünfzehn und im Vor;ahr endlich sech Sund - zwanzig. So werden sich dte Kongresse ver­mutlich weiter steigern. .

Die Eingabe wird nunmehr dem Magi­strat zur Erwägung überwiesen mit dem Vorschlag, das Stadtbauamt möge den ver­schiedenen geäußerten Wünschen nachkom­men.

Gafiel aus der StadteaussieLung.

Zur Beratung steht die. Beschickung der Städte aus st ellung 1912 für Rheinland, Westfalen und benachbarte Gebiete in Tussel- ^^Itadtverordneter Architekt Friede als B e- W t e r st a t t e r: Die Stadt Düffeldorf beab-

0t, in diesem Jahre eine Städteausstellung zu veranstalten, an der sich alle -stabte mit

Zweieinhalb Stunden wahrte die gestrige Versammlung der Stadtväter: Ei» wirk­lich verheißungsvoller Anfang für das neue Jahr! Nimmt man's recht, so waren eigent­lich nur wenige Punkte auf der Tagesord­nung. die begründeten Anlaß zu eingehender Debatte böten. Aber (wie dies immer der Fall ist), man erschöpfte sich auch gestern wie­der gar zu sehr in Kleinigkeiten und schweifte .weit hinaus in die Ferne". Es mag richtig sein, daß ein Schuldirektor nicht auf städti­sche Kosten ein Rauchtischchen in sein Direktor­zimmer setzen darf: Dann sollte man aber ent­weder ben Posten streichen, oder, wenn er trotz­dem bewilligt wird, die Klagen darüber kür­zer fassen. Das Hauptinteresse der gestrigen Versammlung gruppierte sich jedenfalls um die Frage, wie groß der Hauptsaal der zu er­bauenden Stadthalle sein werde. Der " .Große Bürgerverein" hatte sich bekanntlich schon mit dieser Frage beschäftigt und richtete eine Eingabe an den Magistrat, die gestern zur Erörterung kam. Es scheinen falsch« Vorstellungen in der Bürgerschaft auf« . gekommen zu fein, nach denen der Saal »nicht genügend groß" sein werde, um Kongressen Raum zu gewähren. Dem ist nicht so: Die beim Bau der Stadthalle in Betracht kommen­den Stellen haben zwar davon abesehen, einen übergroßen Saal zu projekieren, der Saal wird aber trotzdem noch tausend Quad­ratmeter groß und besitzt ein zweihundert­fünfzig Quadratmeter-großes Podium. Tas sind für Gaffel immerhin recht respektable Grö­ßen. Doch der kleinere Saal ist z u k l e i n gedacht, und die Versammlung War auch einig darüber, daß dieser Saal größere Matze be- kommen müsse, um einem fühlbaren Mangel abzuhelfen; denn im Stadtparksaal wird man bald nicht mehr zur Verfügung haben, da et für fünf Jahre (auch ein Zeichen der Zeit!) einem Kinemalographen - Unter­nehmen Überlassen werden soll. Dann kam die Rede auf da? Schwimmbad und die

werden soll.

Oberbürgermeister Müller ist der Ansicht, die Stadtverordnetenversammlung könne noch keine Beschlüsse fassen, ehe Magistrat und Kom­mission schlüssig geworden sind und bettet, dem Magistrat keine gebundene Marsch­route zu geben. Ebenso wie füt dte Hohen- Zollernstrahe liegen auch Ersuchen um beffere Beleuchtung der Kölnischen-, Unteren Komgv- unb der Bahuhofsstraße vor. Stadtv. Komm- Rat Rasenzweig kann tote der Vorredner einen direkten Antrag nicht gutheißen.

Stadtv. Kaufmann Sondermann rühmt die Vorzüge des Preßgases, das sich auf der Ful­dabrücke bewährt habe, wahrend Stadtv. van <?e98 erklärt, daß ein gewaltiger Unterichted zwischen Brücken- und Straßenbeleuchtung be­steht, - .

nämlich angeführt, das neueste Gaffeier Wa­renhaus beleuchte seinen Palast außerordent­lich hell und treibe eine ausgedehnte Lichtrek­lame, wodurch die übrigen Geschäfte verdun- .kelt werden. Wenn nun aber die Hohenzol­lernstraße besser beleuchtet werde, dann helfe man auch dem Mittelstand endlich einmal durch eine Tat! Diese Mittelstand sfreundliche Debatte fand ihre Fortsetzung in teilweise recht scharfen Angriffen auf den Magistrat, der durch das Elektrizitätswerk einige bestimmte Firmen mit der Herstellung von JnstaLationsarbeitett privilegiert habe. Sehr zutreffend wurde besonders von ben Herren Sondermann und Zimmer­mann darauf hingewiesen, daß ein Hand- werkermeister, der die ihm übertragenen Ar­beiten feibft ausführe, diese zumindest eben­so gut herstelle, wie der Gehilse einer derpri­vilegierten" großen Firmen. Ebenso bewiesen auch die Klagen aus der Bürgerschaft, daß die bisherigen Jnstallationsarbeiten ost manches zn wünschen übrig ließen. Schließlich eilt« die Versammlung doch dem Schluß zu und er­ledigte eine Anzahl Rechnungsfachen, wobei es aber ebenfalls ohne langwierige Debatte nicht abf!' Erst, nachdem der Silberklang der groß hr über dem Pressetisch die Voll­endung t neunten Stunde verkündet, konnte der Vorsteher die erste öffentliche und arbeits­reiche Sitzung im neuen Jahr schließen, «ey

größere Abmessung des Saales wird die notwendige Folge haben, daß derselbe bei zahlreichen Gelegenheiten, weil zu groß, nicht verwendet werden könnte. Auf eine möglichst häufige Ver­wendung des Saales muß aber unter allen Um­ständen Bedacht genommen werden. Dagegen bat der Eingaben-Ausschuß anerkannt, daß die vorgesehene Größen-Verte Hu n g für die weiteren Säle dem Bedürfnis nicht voll entspricht. Namentlich, weil vom 1. April dieses Jahres art voraussichtlich auf Jahre hinaus eine Weiterbenutzung des großen Stabt« parkfaales wegfällt, ist es dringend wünschens­wert, für alle diejenigen sehr, zahlreiches Ver­anstaltungen, die jetzt jahrein, jahraus im

Tie gestrige Sitzung.

Anwesend sind vom Magistrat Oberbüraer- meister Müller, Bürgermeister Jochmuv, sowie der gesamte Stab besoldeter Stadtrate. Von den Stadtverordneten sehlen die Herren Frölich, Henkel. Henschel, Huhn, Kleinschmidt, Pulvermacher, Sistning, Steinig!, Thöne und Waege. Punkt halb sieben Uhr eröffnet Stabt« Verordnetenvorsteher Kommerzienrat Pfeif­fer die öffentlich« Sitzung.

Der Vorstand des Altstädter BezirksvereinS will von zuverläffiger Seite gehört haben das Schwimmbad komme in die WNhelmshoher Allee. Er ist der Ueberzeugung, ein Schwinmi- l>ab gehöre in zentraler Lage erbaut. Der Be­richterstatter, Stadtv. Zimmermeister Ger­hardt, vertritt die Meinung der Eingabenkom- misfion, daß die Hoffnung besteht, das Schwimmbad werde möglichst im Zentrum der Stadt erbaut. Dann wird die Eingabe ohne weitere Debatte dem Magistrat als Material überwiesen. *

A«s der MagistrstS'MaySe.

Die Versammlung genehmigt zwei Flucht- linienpläne für die Wilhelmshoher Allee in den Gemarkungen Wehlheiden und Wahlers­hausen, stellt den Betrag von 6400 Mark für Verlegung der Gasleitung in der Nsenburg- straße zwischen der W-ser- und Moncheberger- straß bereit und genehmigt, daß § 5, Absatz 2 der Besoldungsorbnung für Mittel- und Un­terbeamte btt Residenzstadt dahin abgeandert wird, daß daS Gehalt vietteftahtlich gezahlt wird! Weiter werben 1644,23 Mark Beitrage zu den Betriebskosten des Landkrankeichauses ausnahmsweise nachbewilligt, da ein Irrtum des Krankenhauses vorgekommen ist. Rachoe- willigt werden ferner die Mittel zur Bezahlung technischer Hilfskräfte beim Gaswerk. Zum Schluß der Sitzung werden noch verschiedene Rechnuiigssachen nicht ohne ziemlich langwie­rige, aber belanglose Debatten erledigt. Schluß ter öffentlichen Sitzung um neun Uhr. ,,

Stadtv. Friede betont, man müsse sich erst über die Kosten klar machen, ehe der Sach« selbst näher getreten werden kann.

Darauf zieht Stadtv. van Heys feinen Antrag zurück und die Eingabe geht zur Berücksichtigung an ben Magistrat.

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Prwilegrerrmg einzelner Firmen.

Die Zwangsinnung der Klempner unb In­stallateure hat an den Magistrat eine Eingabe auf Freigabe der Ausführung von In- st a l l a t i o n s a t b e i t e n z u e l ett r t.< fdien Anlagen gerichtet, worüber Stadtv. Fabrikbirektor Lins berichtet. Es ist bekannt, führte der Berichterstatter aus, daß der ^-agr« strat durch das Elektrizitätswerk einigen gro­ßen Jnstallationsfirmen das Privileg erteilt hat, Jnstallationsarbeiten anszusuhren. Sal­uber fühlen sich die Gasseler Klempner und In­stallateure mit Recht beleidigt. Das Verbot, daß andere Installateure als die Privilegierten solche Arbeiten machen dürfen, verstoßt d r« reit gegen die Gewerbeordnung und bildet eine Bevormundung der Bürger- Der Magistrat soll seine Bestimmung Milder

Lebhafte Debatte ruft eine Eingabe deS Vorstands des Großen Gasseler Bürgerverems über die Gr ö ß e des Hauptsaals der zu erbauenden Stadthalle hervor. Der Berichterstatter, Justizrat Dr. Harnier, gibt namens des Eingaben-Ausschusses eine über­sichtliche Darstellung der Sachlage, indem er etwa tote folgt ausführt: In einer Sitzung des Eingaben-Ausschusses unb weiter in einer ge. meinsamen Sitzuna des Stadthallen- und des Vcrkehrs-AusschuffeS ist man zu der Ueberzeu- gung gekommen, daß die Antragsteller im We­sentlichen von einem erheblichen Mißverständ­nis ausgehen, wenn sie sagen, es bestände der Plan, in der neuen Stadthalle einen Saal zu bauen, bet nur wenig größer als die jetzt vor. handenen Säle sei. Im Preisausichreiben wurde vorläufig eine Saalgröße von 1000 Quadratmeter Grundfläche mit einem Podium von 250 Quadratmeter für den Hauptsaal ver­langt, daneben aber ein kleiner Saal von 350 Quadratmeter, sowie zwei Speisesäle von zu­sammen ebenfalls 350 Quadratmeter und zwar in einer Anordnung, daß deren gemeinsame Benutzung stattsinben kann. Der größte hie­sige Saal, der Stadtparksaal, hat eine Saal, fläche von ca. 550 Quadratmeter mit einem Podium von ca. 70 Quadratmeter, also

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Kassels kommende Stadthalle, Gafiels neues Schwimmbad und Gafiels dringlichste Berkehrs-Fragen

Mehr Licht!"

Noch erheblichere Debatte hat die Erörte­rung einer Eingabe des Verkehrsvereins des Hohenzollernviertels auf Derbesferung der Beleuchtnngder Hohenzollern­st r a ß e im Gefolge. Darüber berichtet im Na­men des Eingabenausichuffes Stadtv. Rech- nungsrat Wieber. Die Geschäftsleute in der Hohenzollernstraße, so führte er aus, leiden un­ter der ungenügenden Beleuchtung dieser Straße, die sich im Laufe der letzten Jahre zu einer bedeutsamen Geschäftsstraße entwickelt hat. Es besteht nun die Frage, ob dft elek­trische Beleuchtung, die schon in manchen Stra­ßen eingeführt ist, zunächst auf die Hohen- zollernstratze ausgedehnt werden foll. Ems ist n der Eingabe nicht erwähnt, daß die Hohen- ollernstratze den Zugang stadt­halle bilden wird, über die eben verhandelt wurde Soll die Stadthalle em Anziehungs­punkt für Einheimische und Fremde werden, dann mutz die dorthin führende Straße gut be­leuchtet fein, wenn man Nicht den Fremden sagen will: »Gehen Sie dort den bunt« p tt 9^1 f a c n 11 a tt . .! QHstßövCtt-

Ausschuß beschloß, die Eingabe dem Magistrat zur wohlwollenden Erwägung zu empfehlen. In der Eingabe wird weiter dte Konkurrenz deS Warenhauses Tietz gegenüber derlang- ansässigen Geschäftswelt jener Gegend erwähnt Dieses Warenhaus ist gut beleuchtet und wirkt durch starke Beleuchtungsreklame Tie meisten Gasseler Geschäftsleute können da der großen Kosten wegen nicht folgen. Er (der Referent) ist der Meinung, die Schädigung der Geschäfts­welt durch bas genannte Warenhaus fei nur eine vorübergehende, denn es hat sich bereits jetzt herausgestellt, baß bte Preise durch das Warenhaus nicht gedrückt worden sind.

Stadw. Kommerzienrat Wertheim ist der gleichen Meinung, daß die Hohenzollernstraße besser beleuchtet werden muß, und wenn das Stadtbauamt die Beleuchtungspläne noch nicht fertig gestellt hat. bann muß dies eben sofort geschehen. Bei dieser Gelegenheit kann auch dem Mittelstand geholfen werden. Er faste seine Bitte an den Magistrat in die Worte zusammen: .Mehr Licht!'

Stadtv. Regierungsbaumeister van Hests zieht elektrisches Lickt dem Preßgas vor und beantragt, daß in diesem Jahr noch ein Teck der Hohenzollernstraße. im nacqsten Jahr der zweite Teil mit elektrischem Licht versehen