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Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Donnerstag, 11» Januar 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 30.
Meldung:
Wien, 10. Januar.
ten. Der französische Botschafter weilt aller-
Landesverteidigungsminister, Feldmarschallcut-
-
ter auch der Reichskanzler, anwesend waren. Mderlen, Tschirschky. Aehrenthal. (Telegramm unsers Korrespondenten.)
Berlin, 10. Januar.
schwierig gestalteten, daß in naher Zeit ein Wechsel auf dem Botschasterposten zu erwarten sei. Offiziös wurden alle diese Nachrichten mit schöner Selbstverständlichkeit als „haltlose Erfindungen" abgetan, bis nun rin Ereignis eingetreten ist, da? auf die Verhält- niffe in der Wiener Diplomatenwelt ein grel. les Schlaglicht wirst. Wir verzeichnen folgende
ein Vertreter des Ministcrums des Aeußeren, anwesend war, und auch der französische wie der englische Botschafter fehl-
dings augenblicklich fern von Wien. Als Vertreter des Gesamtministcriums war nur der
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sehr unliebsames Aufsehen erregt, da dadurch aller Welt offenbar geworden ist, wie
Die Ignorierung der gestrige» Traung der Tochter des deutschen Botschafters in Wien seitens der Wiener offiziellen Kreise hat hier
wie aus dem Heerbann der Freisinnigen 1 , Volkspartei. Die Reich sparte! zählt 1 2' in ihrer Mitte sieben Angehörige (darunter ' ~ Namen von bestem Klang), die endgültig vom
Hause Wallots Abschied genommen haben, die 1 Polen sorgen sich um Ersatz für acht aus 1 freiem Willen Scheidende, und die Wirtschaftliche Vereinigung hat vier Mandate neu zu besetzen. Sogar unter Denen, die als vom Volk Erwählte keiner Partei dienstbar waren, befinden sich sieben, die es als nützlich erachten, die Bürde des Reichsbotenamts andern, rüstiger» Schultern zu überlasten.
Angesichts dieser, im Verhältnis zur Gesamtzahl der Mandate riesig erscheinenden Zif- fei gewinnt das Wort über die „Flucht vorm Parlament" ernsteste Bedeutung, denn selbst wenn man annimmt, daß unter Denen, die „nicht wiederkehrcn", sich manche befinden mögen, die aus irgend welchen persönlichen, wirt- schasUichen oder auch partei-taktischen Gründen auf eine Wiederwahl verzichtet haben (zum Teil wohl auch deshalb den aufreibenden Strapazen eines neuen Wahlkampfs aus dem Weg gegangen sind, weil sie sich sagen mußten, daß selbst das anstrengendste Mühen um den Erfolg keinen Sieg versprechen könne), so bleibt doch trotz Allem die Zahl Derer, die wirklich vorm Parlament geflohen, immer noch groß genug, um die Frage zu rechffertigen: Was bewog diese Männer, die zum Teil ein Jahrzehnt und länger die Last eines Parlamcnt- mandats getragen, dem politischen Leben inner« r halb der Wendekreise parlamentarischer Arbeit zu entsagen und ihre Mandate in die Hände der Wähler zurückzugeben? Es ist nicht leicht, die Frage zu beantworten, aber man geht sicher kaum fehl in der Annahme, daß bei einer nicht geringen Zahl der Scheidenden politische ißerärgerung und der Mangel aller Aesthetik unsres parlamentarischen Lebens die Ursachen gewesen sind, die zum Abschiednehmen drängten.
Ein alter Parlamentarier erzählte einmal im alten, traulich-dämmerigen Siechenbräu in Berlin in fröhlicher Abendrunde (als die Rede auf die noch immer „ungelöste" Frage der Inschrift am First des Wallothauscs kam): „Wenn man der Wahrheit die Ehre geben und gleichzeitig auf Volk und Parlament erzieherisch einwirken wollte, müßte man ans Reichshaus in weithin leuchtenden Lettern schreiben: „Die Ihr hierherkommt, laßt alle Ideale draußen!" Dak sprach Einer, der es
Delrafsee an der Front?
1 (Privat-Telegramm.)
Paris, 10. Januar.
Ministerpräsident Eaillaux wird heute morgen vom Präsidenten der Republik empfangen werden, um ihn über den gestrigen Ministerrat zu informieren und auf ihn einzuwirken, damit der Präsident seinen Einfluß auf D e l c a s s 6 gellend macht, damit dieser das Portefeuille des Aeußeren übernimmt. Das Blatt fügt hinzu: Wenn Delcasts Minister des Aeußern wird, so wird das Portefeuille der Marine, das er jetzt inne hat, dem Admiral Germ in et übertragen werden. Verminet wird in Marinekreisen als der am meisten in Betracht kommende Kandidat für dieses Amt bezeichnet. Es verlautet übrigens, daß am nächsten Donnerstag in der Kammer eine Interpellation über die Ursache der Demission des Ministers deS Aeußeren eingebracht werden soll.
ZerNewhorlerMefenbrmd.
Sieben Tote, neunzig Millionen Brandschaden. (Telegraphische Meldungen.)
Die Saffcter Neuesten Nachrichten berichteten bereit» gestern abend durch ein Extrablatt: Im Ge- bände der „Ednitable-LebensverstchernngSgefellschaft in New»Vork brach am Dienstag mittag Gropieuer ou§, verursacht durch Nachlässigkeit des mit der Heizungs- anlage betrauten Hausmeisters. Tie Flammen griffen mit folcher Schnelligteit um sich, dab nach wenigen Pt- nuten schon da» ganze RiesengebSude ein einzige» fieuermeer bildete. Die Feuerwehr richtete sofort ihre mechanischen Leitern auf und e» gelang ihr, alle in dem Gebäude bestndlichen Personen über diese Leitern zu retten, bis auf sieben, die bereit» dem rasenden Element zum Opfer gefallen waren. Das Riesengebäude ist vollständig zerstört.
Privat-Tepeschcn aus N e w y o r k berichten uns über die furchtbare Katastrophe folgende Einzelheiten: Ter Riesenbrand kam in den gestrigen Vormittagsstunden zum Ausbruch. Ein f u r ch t b a r e r S t u r m, der von
kleine Freude bereitete.
Jas übliche Dementi.
(Privat-Telegramm.)
(Privat-Telegramm.)
In der hiesigen Minoritenkirche fand ge- stern die Trauung der Tochter des deutschen Botschafters in Wien, Fräulein Marie von Tschirschky und Bögendorff, mit dem Prinzen Hermann von Hatzfeld! statt. Unangenehmes Aufsehen rief es hervor, daß bei Anwesenheit des päpstlichen Runtins und sämtlicher Hochzeitsgäste der Vertreter des österreichischen Kaisers, Erzherzog Leopold Salvator, noch nicht anwesend' war und erst eine Viertelstunde später erschien; seiner Verspätung lag jedoch keine Absicht zugrunde. Umso unangenehmer wirkte jedock, daß weder der Minister des Aeußern, Graf Aehrenthal, noch überhaupt
In der Berliner Wilhelmstraße scheint man nachträglich doch einige Gewissensbisse über diese neue Schwächlichkeit der Regierung ge- tief die Gegensätze finlb, die zwischen dem Bot- spürt zu haben, denn man versucht auf dem! schäftet von Tschirschky und dem Minister Gra- bekannten offiziösen Wege eine B e s ch w i ch 1 i- sen Aehrenthal einerseits und dem deutschen g u n g. Ein Telegramm aus Berlin meldet Botschafter und seinen Diplomatenkollegen an- uns nämlich: Zu dem Gerücht, daß die Fahrt dererseits bestehen. Daß unter diesen Um« des Kanonenboots „Panthe r" nach Antw er-1 ständen ein schleuniger Wechsel auf dem pen auf Wunsch der belgischen Regierung un- deutschen Botschasterposten in Wien unabwend- terblieben sei, wird offiziös gemeldet, baSI &aie Notwendigkeit ist, sieht man in Berliner Kanonenboot habe lediglich aus marine-! Regierungskreisen vollkommen ein,^und so technischen Gründen auf die Fahrt nach Pürsten denn Herrn von Tschirschlys Tage tat. Antwerpen verzichtet. Es wäre unrecht, irgend sächlich gezählt sein. Im übrigen war es welche politischen Erörterungen an biefe aKerbing8 in unterrichteten Kreisen längst ein Taffache zu knüpfen. (Es hält wirklich schwer, offtncS Geheimnis, daß Herr von K i d e r l e n diesem naiven Märchen gegenüber ernst zu ftit Monate» für die Abberufung bleiben.) ITschirschlys plädiert hat, bisher indessen
Re nicht wiederkehren...!
Hundertneun mandatsmüde Parlamentarier.
Unter den dreihundertsiebenundneunzig Volkserwählten, die neunzehnhundertsieben (und in den folgenden Jahren bei Ersatzwah- len) das Vertrauen der Wähler zum Wallothaus delegierte, befinden sich h u n d e r t n e u n, also weit über ein Viertel aller „M. d. R.", die freiwillig darauf verzichtet haben, abermals nm ein Mandat zu werben. Auf die einzelnen Parteien verteilt, ergibt sich eine vom normalen Verhältnis der Parteistärke zur Ziffer der Mandatsmüden wesentlich abweichende Zusammenstellung: Während beispielsweise in den Sänken der Sozialdemokraten nur vier müde Kämpen sitzen (oder vielmehr: Saßen), hat die konservative Partei achtzehn und das Zentrum gar einunddreißig Resignan- ten zu beklagen, und auch aus den Kreisen der Nationalliberalen scheiden siebzehn wackre Mitstreiter für immer aus; ebensoviel
wissen durfte, der ein Jahrzehnt und ein halbes in der Werkstatt des deutschen Volksparlaments verbracht und manche Wandlung überdauert hatte, und der deshalb aus dem Born reicher Erfahrung schöpfen konnte. Es ist an dieser Stelle jüngst an dem Beispiel Friedrich Naumanns bewiesen worden, daß dem modernen Parlamentarismus in gewisser Beziehung eine Art nivellierender Tendenz innewohnt, die kein fruchtbarer Nährboden für die Entwicklung von Persönlichkeitswerten ist. Vielleicht ist das sogar (vom Standpunkt der Parteidisziplin aus betrachtet) notwendig und nützlich, um die Arbeitskraft und Arbeitsfähigkeit des gesetzgebenden Körpers zu konzentrieren und einer ungehemmten Zersplitterung der Energien vorzubeugen. Ideal, aber ists nicht, und es darf deshalb auch nicht wundern, daß grade unser parlamentarisches Leben an einem auffälligen Man g e l überragender und in sich geschlossner Persönlichkeiten krankt.
Die Hundertneun, die „nicht wiederkehren", bedeuten an sich vielleicht nicht einmal einen Verlust für das Parlament, denn ihre Stühle werden ja nicht unbesetzt bleiben, und vielleicht schwemmen die hochgehenden Wogen des nun bald zuende gehenden Wahlkampfs sogar schätzbarere Werte ans Ufer, als die nun für immer im Meer des Vergessens Ver-
‘fnferttonSDTelfe: Die fechSgefpaUene gelle für Unheimliche Gefchäfie 15 Pia., für au»- roärttae flnferate 25 yf„ Mellamezelle für einheimische Gefchäfie 40 W_ für auswärtige Geschäfte 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werden mii.5 Mark pro raufend be- redmet sBeaen ihrer dichten Verbreitung in der Residenz und der Umgebung sind die ßaffeter Neuesten Nachrichten ein vorzügliche» Jnstttion»organ. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW„ Friedrichstraße 16, Telephon: Ami IV 6 6-
Paris, 10. Januar.
(Privat-Telegramm.) r- Der französische Minister des Aeußerck, be Selves, hat gestern dem Präsidenten der Republik sein A b s ch i e d s g e - s u ch überreicht. Als Nachfolger de Selves gilt allgemein D e l c a s s s, der schon früher einmal das Portefeuille des Aeubern innehatte, de Selves trat zurück, weil sich in der gestrigen Sitzung der StaafSkom- mission zwischen ihm und dem Mimstcr- prüstdentcn Eaillaux tiefgehende Meinungsverschiedenheiten hermls- gestellt hatten.
Der Sturm Im Senat.
lieber den Zwischenfall, der zur Demission de Selves' führte, wird gemeldet: Ministerpräsident Eaillaux gab in der Kommission eine Darstellung der Verhandlungen betr. die marokkanischen Bahnen und die gleichzeitig damit geführten Verhandlungen betr. das Prosekt der Kongo-Kamerun-Bahn. Er erklärte, daß er, da diese Frage nun einmal aufgeworfen sei, sein Ehrenwort gebe, daß er niemals Verhandlungen außerhalb des Ministeriums des Aeußern und ohne Wissen des Botschafters Jules Cambon geführt habe. Clemenceau richtete hierauf an de Selves die Frage, ob Cambon über alle Besprechungen und Unterhandlungen zwischen Berlin und Paris auf dem Laufenden gewesen sei, und fragte insbesondere, ob der Minister de Selves in diesem Punkte die Erklärungen des Ministerpräsidenten bestätigen könne, de Selves z ö g e r t e m 11 d e r A n t w o r t, woraus der Kammerpräsident Bourgeois die Frage wiederholte, de Selves erklärte schließlich stockend: Ich kann nicht antworten, denn mir liegt eine doppelte Pflicht ob: die Achtung vor der Wahrheit und das Interesse Frankreichs. Nach einer anderen Darstellung soll de Selves hmzugefugt haben: Und das Interesse der ministeriellen Solidarität. Clemenceau entgegnete hierauf: Ihre Antwort mag vielleicht von den Mitgliedern der Kommifsion als korrekt angesehen werden, mit Ausnahme eines einzigen Mitalie- des, und das bin ich; denn Sie sind vor kurzem zu mir gekommen und haben mir das Gegenteil gesagt. Die Sitzung wurde hierauf unter großer Erregung unterbrochen. Eaillaux selbst verließ den Saal und hatte mit Clemenceau in den Wandelgängen eine sehr lebhafte Unterredung. Sodann sand ein kurzes Gespräch zwischen Caillaux und de Selves statt, und alsbald verbreitete sich das Gerücht, daß de Selves seine Demission gegeben habe. Die Meldung rief außerordentliches Aufsehen hervor.
Der für heute angckündigte Besuch des Kanonenbootes „Panther" im hiesigen Hasen ist in letzter Stunde abgesagt worden und zwar auf Grund eines Telegramms des deutschen Geschäftsträgers in .............. _„u.„ ,___, u______________
Brüssel. Diese Abfage ist wahrscheinlich darauf öon Georgi erschienen, der die ein- zurückzuführen, daß in der deutschen Kolonie, ifle offizielle Persönlichkeit übergroße Festlichkeiten zum Empfang des beut« f)Qupt 6ci bcr roar. $iefe
scheu Kanonenbootes vorgesehen waren, von jolfa$e roirt) jn Men politischen Kreisen denen man befürchtete, daß sie in der ft an« $giEng lebhaft besprochen und bildet die Sen- zö fisch en Kolonie unliebsames Stuf’ f ation des Tages. Auch wird hierdurch sehen verursachen und zu ernsten Zwischen-! fim 6tfk)t bie Spannung illustriert, die fällen führen könnten. Eine Abordnung der t>cm Grasen Aehrenthal und Herrn
Mannschaft des „Panther" sollte vom Gouver- Don Tschirschky besteht. Tie Verwunderung neue der Provinz zur Tafel geladen werdeni. das Fehlen der offiziellen Persönlichkeiten Die deutsche Kolonie hatte ferne beabsichtigt, nmfg grb{i£r> o(8 6ei bcr unlängst in Verden Unteroffizieren und Mannschaften eilten (-n crfo( len Trauung der Tochter des öfter- estlichen Empfang zu bereiten Der „Pau.her „ichischen Botschafters von Szögyeny-Marich ist am Montag abend tn Vlissingen etngetrof- .Amtliche offizielle Persönlichkeiten, datun- scn und sollte gestern früh die Schelde hinauf!"" s .
nach Antwerpen fahren. Inzwischen traf aber der Gegenbefehl ein, der die Hoffnung der Deutschen in Antwerpen zerstörte und . . . den Herren Franzosen in Belgien eine
gen drohen, sucht her Senat diese Verhandlungen als eine Schande Frankreichs darzustellen und einen Schuldigen zu finden, der der Gloire Frankreichs geopfert werden kann. Dieser Aermfte ist nun gefunden und der alte Ministerstürzer Clemenceau hat seinen alten Rns wieder einmal bewährt. Unter Zuhilfenahme von Privatgesprächen brachte er am Dienstag abend endlich den zähen Minister des Aeußern, de Selves, zu Fall:
snnknen es für Volk und Reich waren undi daß dem Reichstag noch vor Ostern eine
ter Zeit vorm Parlament flieht, mit dem festen b£m hundertfünfunddreißig Mann Entschluß, nicht wieder an die Stätte zurück- herabzusetzen und den überschießenden Teil zukehren, die in der Vorstellung des Volks als dazu zu verwenden, die bisherigen Regimen- Schauplatz deutscher Schicksalgestaltung lebt. Es ter mit zwei Bataillonen auf den Stand von ist oft beklagt worden, daß unser gesamtes Po- drei Bataillonen zu bringen. Del diesem litisches Leben der soliden rechtlichen und cthi- Vorschlag wurden^nachAbzugTeiles wr schen Grundlagen ermangle, daß dasParlament technische Truppen ^sur« w Wanten e mehr als notwendiges Uebel denn als gleich- ^paß etwa achtunddreißig
berechtigter Faktor neben der administrativen 0 ta {Q n £ ncu gebilbet werden konnten. Gewalt der Regierung gewertet werde, und daß ---------
And immer wieder: Zer Panther!
Ein neues kleines „Intermezzo".
Die bekannte „Delikatesse" der deutschen Reichsregierung hat den Franzosen wieder einmal zu einer billigen Genugtuung verhalfen. Am Dienstag wurde aus Pans berichtet: Es scheint, daß die deutsche Kolonie in Antwerpen die Absicht hat, den Offizieren und der Mannschaft des „Panther", der in den nächsten Tagen auf seiner Ausreise nach W e ft a f r i t a den Hasen von Antwerpen an- lausen wird, Festlichkeiten darzubringen. Darüber regt sich der Antwerpener Korrespondent des „Echo be Paris" heftig auf und droht, daß die französische Kolonie und die Franzofenfreunde der belgischen Hauptstadt auf die deutsche Feier mit einer Gegenkundge- bung antworten würden. Die Reichs re- gierung zeigte auch für die französischen Beschwerden volles Verständnis. Man höre und ...staune: ~
Antwerpen, 10. Januar.
(Privat-Telegramm.)
CaMer Neueste NchriW
~" Hessische Abendzeitung __
infolgedessen auch ein schätzbarer Teil der von ~ w Mnfp« EMffeN.
ihm geleisteten Arbeit nutz- und fruchtlos bleibe. DSk UHU giWlCT UKU
Das alles sind Dinge, die uns nicht erst seit Neue Wiener Diplomaten-Jntimitaten.
gestern oder ehegestern betrüben, sondern die Wir berichteten schon kürzlich über allerlei seit dem Tag beklagt werden, da das Paria- seltsame Gerüchte aus Wien, denen zufolge ment des jungen Reichs zum ersten Male seine zwischen dem boriiqen deupchcn Bo tlch af.
Schwachen fühlbarer geworden sind, seit Aehrenthal, sehr gespannte Person- die Großen und Führenden schaden, die bemM.^ 9eäie6unacn bestehen sollten, die auch auf ersten und zweiten Jahrzehnt deutscher Reichs-1 politrfcfjem Gebiet sich bemerkbar machten und tagarbcit den Stempel ihrer starken Persönlich- Position des deutschen Boffchastcrs derart leit einprägten. Es stimmt traurig, am V o r- abend der Wahl daran erinnern zu müssen, aber die Flucht bet Hundertneun kann nicht mit einem flüchtigen Lächeln abgetan werden.
F. H.
----------* I ohne Erfolg.
Die kommende Heeresvorlage.
Neuer Reichstag, neue Forderungen. Französische Minister-Sensanoneu.
(Telegramm unsers Korrespondenten.) Minister be Selves Rücktritt; Tclcaffs Favorit!
Berlin, 10. Januar. Die Marokkoaffäre läßt die Ftanzo-
Unier parlamentarischer Mitarbeiter er- sen nicht zur Ruhe kommen: Wayrenb-England infiri non unterrichtetet und zustaN-I und Spanien ihnen die yruajte der langen biVcr Stelle über die neue Heetes - Vot- Verhandlungen mit Deuffchland «ach Kräften läge folgende Einzelheiten: Es trifft zu,svergällen, und mit Abbruch der Verhandlun-