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— Ende. —.
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Ctn paar Tage noch,' meinte die rundliche, “jrau Becker, „dann komult unsere ______ jo8 Minchen, auch zur Schule. Kott
Stumm blicken die anderen sich an, die schon so manches Menschen schicksgl vorüber »tchcu sahen.
.Die Tragödie eines Kindes/ sagt L-bcrarzt, als er das Jtmnicr verläßt.
Srziehungs-Fehler.
Ein Wort -ui» Schulbeginn.
Die beide« Nachbarinnen standen am Hau» und hielten ein Schwätzchen. Sie batten zu- füllig zufauunrn große Wäsche gehabt. Nun patlertrn die weißen Wäschestücke im frischen FrühlingSwlnd und die strahlende Sonne hatte freundlich do? Geschäft des Bleichens übernommen.
--rite 2.
Ende des Korridors, ehe sie entgegnet: .Der Herr Doktor ist nicht zu Haus/
.So werde ich warten, sagt Paul, sich tm Herz fassend.
Zwischen Portletkogc und Haustür in dem sinstcreii Eckchen steht er und wartet, bis er Türe» gehen hört . . . schnelle Schritte . . . hastige Worte.
Es rauscht und jagt die Treppe hinunter. Eiu rotblondes Weib in eineni Gewirr von Pelz und Seide. Wie eine Wolke umschwebt sic irgend ein pikanter Dust.
Und während ihr Heller Mantel ihn fast mit Fliigclschlägen streist, eilt eine zweite Gestalt die Stufen hinab.
»Papa!" will er rufen, aber er beißt die Zähne fest in die Unterlippe.
Ist es der Nebel, der seine» Blick trübt?
Die erste Gestalt iit in einer Droschke verschwunden. D.ie zweite (gestalt folgt. Noch Noch einmal streckt sie die weiße, beringte Hand heraus, um die Zigarette wegzuschlendern. Er rennt die Hand, die er so ost in kindlicher Liebe geküßt. <
Nun braucht er nicht länger zu warten. Run kann er gehen. Papa kommt nicht wieder, und wenn er käme . . . so hätte Paul jetzt nicht das Verlangen, sich an seinem halse satt zu weinen
Ziellos, planlos bummelt er dahin, das Straßenleben mit müden Blicken betrachtend • • unaufhörlich schluckend, würgend . . . Er inncrungen stürmen ans ibn ein.
Plötzlich fühlt er sich am Äermel gezupft.
„Machst du einen Solo Bummel?“ neckt eilt vorübergehender Schulfreund, „hast du schon präpariert^
»Was geht dich das an?“ gibt er schroff zuruck, um seine Wehmut zu unterdrücken.
lind dann steht er vor einem Schaufenster ^??"/"-A^richstraßc, in dem so schöne, blitzblanke Waffen liegen. . . . merkt nicht, daß er bis aus die haut durchnäßt ist. . . steht. . . Milcht die Tränen ab . . . steht und grübelt, bis ihn der Mensttzenstrom gewaltsam weiter jchtevt.
Zwei Ilhr nachts.
Der greife Pförtner des Krankenhauses Wunsch""" fWt bn' »ach seinem
„Mein Sohn ist heut« abend hier eingelie crt . . em Schuß Ins Gehirn ... ist er schon operiert? Lebt er?“
»kalt der Antwort weist der Pförtner nach "leuchteten Halle, wo die dienst tuend« Lchwestcr den fremden in Empfang "Aut. sie teilet ihn in ei» Zimmer, aus welchem gedawpil« stimmen tönen.
Zwei Anstaltsärzte und der Oberarzt.
teilt kühler Gruß wird gewechselt während sie das Gespräch fortsetzen,
»Dor einer Viertelstunde starb er.“ berichtet die Lchlvester im Flüsterton. »Di« Erschöpfung War so groß, daß von der Operation Abstand genommen tverden mußte.“
Es ist ein erschütternder Anblick, als der Vater am Bette des Knaben zusammenbricht, die blutleere Hand mit unzählige» Küssen be- beeftnb.
Fleht er nm Gnade? , .. Bereut ere .. Betet er?
fselrr Neueste Nachrichte»
sei Tank, daß wir die Kinder erst mal so weit haben. Ihr Aeltestcr muß ja auch wobl schon hin?“
»Ja, leider muß der Fritz, obschon er gar keine Lust zeigt/ seufzte die andere. »Wenn das nur was gibt mit dem Jungen! Und mein Mann und ich, wir haben uns doch schon so viel Mühe gegeben, ihn ein bißchen auf das Lernen und Stillesitzen vorzubcrcitcn.“
„Vorzubereitcn? Wie meinen Sic denn das, Frau Müller?“ fragte die kleine Frau ganz erstaunt und riß vor Verwunderung ihre lebhaften braunen Augen weit aus.
„Run ja, er muß doch schon vorher Bescheid wissen, wies in bet Schule hergeht; da hat ihm mein Mann denn in seiner freien 3eit ein wenig das Lesen beigebracht: er bringts schon ganz hübsch fertig, der Jung'; und des Morgens, da bnt er bei mir immer ein Stund dien, oder auch zwei sitzen müssen und Buch. staben und Zahlen malen, damit er sich hernach nicht gar zu dumm anstellt. .Und jetzt meint der Fritz, wozu er denn noch in die Schule geh» sollt', er wisse ja schon bald alles.“ •
„Hann ich ihm gar nicht verbeulen,“ siel die Nachbarin ein. „Wie kann der Fritz denn an der Sch»le Freude haben, wenn er vorher schon mit Lesen und Schreiben geplagt ivirb, so daß er kaum ein wenig Zeit zum Spielen und Lustigsein fitidet. Das haben wir bei unfern K indem nie gemacht. Mein Mann und ich haben stets gedacht: Was sollen ivir die Kinder schon vor der Schule mit dem Lernen quälen, und in der Schule sagt der Lehrer ihnen doch alles anders. Und gar so dunun werden die Kinder auch wohl nicht sein, daß sie dem Unterricht nicht folgen könne». So haben wir sie ruhig umhcrlausen taffen, ohne sie zu plagen; da war ihnen die Schule etwas Neues, so daß sie jede» Tag lieber hingingen und alles, was ihnen da gesagt wurde, ganz wniiderschön behielten.“
„Aber," meinte jetzt Fritzens Mutter, »wenn der Fritz schon alles kann, was die andern noch nicht wissen, da tut er sich doch vor den andern Jungen hervor.“
„Sie wolle» Ihren Fritz wohl gar noch eitel unb eingebildet auf sein bißchen Lesen und Schreiben machen, daß er sich für was Besseres hält,“ ereiferte sich Frau Becker, »das ist grab' der richtige Weg. hervortun kann er sich nach her auch noch, und dann macht's ihm wirklich Freude, wen» er mit seinen Gefährten zusam men strebt und lernt. Unser Minchen weift wei ter noch nichts von der Schule, als daß es. dort wunderschön und nett ist, daß es dort mit vielen kleinen Mädchen zufonimenkommt, und daß der Lehrer ihm gar viel Neues und Gutes erzählt. Es fragt mich jeden Tag, ob die Schule noch nicht bald anging, und ob der Lehrer auch so schöne Geschichten wiffc Wie ich!“
»Und unser Fritz zieht schon ein schiefes Gesicht, wenn ich nur vorn Lehrer spreche,“ klagte die andre. „Er denkt dabei gleich an bett Stock, weil mein Man» beim Lesen immer zn ihm söge: Na, warte nur, wenn du in der Schule nicht auspaßt, dann gibfs jedes Mal gleich ein paar tüchtige Hiebe mit dem Rohr stock; da wirst du's schon lernen. Jetzt denkt er an weiter nichts, als an die Schläge, die er bekommen soll, und ich fürchte, er reißt mir am Ende aar noch ans, wenn's beißt: Du mußt in die Schule.“
»Wie ton um Sic aber auch so unvernünftig sein, Frau Müller, und dem Jungen die Schule so verleiden,“ meinte die Nachbarin. „In den paar Tagen bis zum Schulanfang wirb sich das nun nicht mehr ändern lasten, und vielleicht hat Ihr Junge nun schon für fein ganzes Leben die Schule baffen gelernt. Wenn ich Jhilen einen guten Rat geben soll, dann quälen Sie ihn wenigstens in diesen Tagen nicht mehr mit Buchstabieren und Zadlenmalen und lassen ihn ordentlich draußen bcrumtollen. Und bann schicken Sie mir ibn doch mal herüber; er kann ein Stündchen mit Miiuften spielen, wenn die ihm so nett von der Schule erzählt, wird er vielleicht ein wenig anderes Sinnes. Wir Eltern sollten uns bemühen, den Kindern Freude und Jittcrefle für die Schule, nicht Furcht und Abscheu vor ihr, eitizuflößen; bann wird ihnen der Schulbesuch leicht und das Lernen eine Lust sein. Und wir felbst werden nie
Nummer 19.
»«als Anlaß haben, uns über ihre Trägheit und Unlust zu ärgern!“ m. m.
Frauen-Arbett. r
Aus der Geschichte der Frauenberufe.
Unsere Epoche wird häufig für dasjenige Zcitalter erklärt, in dem zum ersten Male bei Frau bic Möglichkeit geboten ist, auf eigenen süßen zu stehen unb wichtige Berufe im fozi aleu Leben anszuftitten. Demgegenüber muß betont werben, baß auch in früheren Zeiten Frauenarbeit etwas burchans nicht ttn gewöhnliches war. In ber ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunberts fanben bic Frauen in ber Inbu ft r i e unb im Handel, sei es mit Hilfe selbständiger Jrauenkorporatiouen, j f- {ei es durch die wachscnoe Bedeutung inbu strieller Unternehmungen, die die Vorläufer unserer Fabriken waren, fei es durch freie Arbeit, zahlreiche Mittel ber Existenz. Es gab damals bereits zahlreiche zunftarftgc Vereini gungen, die entiveber nur ans Frauen bestanden, ober in denen Männer unb Frauen völlige Gleichberechtigung hatten. Die Frauen durften fick, in biefetr Arbeiterkorporationen 1 < ganz so betätigen, wie die Männer; sic kann- j ten sich sogar zu leitenden Stellungen auf- fchwingcu. So spielt die Fran in der Inbu strie bes siebzehnten Jahrhunderts bereits eine gewisse Rolle.
Die weibliche Arbeit ist für alle H and werke sehr notwendig; sie überwiegt natur gemäß in jenen Bernsen, für die bic Frauen von altersher am besten vorbereitet waren. In alten Branchen, bic sich mit ber Herstellung von Kleidern, Geweben unb dergleichen beschäs iigcit, in allen Berufen, in betten häusliche Arbeit, wie Kochen und so weiter die Hauptrolle spielt, überwiegt bic Frau als Arbeiterin Ein seltsamer Beruf, ber bamals von Frauen ausgeübt wurde, ist ber ber vereidigten Wiederverkäuferin. Diese Frauen tarierten Grundstücke, vermittelten Terraiuvertänse, vcr kauften alte Möbel, liehen Geld auf Zinsen aus und verbanden die heute getrennten Me tiers der Grundstücktuakler, Trödler und Gelb Verleiher. Endlich staub bic Frau au erster Stelle in einem höchst wichtigen Berus, nämlto in dein bes Geburtshelfers. Die Heb amnienkunst wirb bamals nur von Frauen aus geübt unb erst gegen bas Ende ber ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts erhalten Manner im »Hotel Die»“, beut großen Pariser Hospital, die Erlaubnis, bet be» ersten Meiste- riunen der Geburtshilfe Unterricht zu nehmen, während bis dahin die „weisen Frauen“ nur Angehörige ihres Geschlechtes in die Geheim uisse ihrer Wissenschaft eiugeweiht hatten.
Bat» Arbeiten.
teilte reizvolle Hanokunst.
Die Batik -- Kunst hat vor allen anderen Künsten den Vorzug, daß sie aiuft ohne beson berc Begabung in kurzer Zeit erlernbar ist. Freilich werden künstlerisch Veranlagte origi ••euere Werke her Vorbringen, selbst Muster entwerfen, unb Farbenznfanunenstellungen unb Schattierungen in künstle rischer Weise Vertuer tett, aber atieft- tvcniq Geübte ober Begabte ton- nett mit Hilfe von Pausen und guten Vorla gen bei einiger Hebung geschmackvolle Arbeiten von schöner Wirkung schaffen. Die Batik Ar bett, zu deutsch „Wachs Färbekunst“, soll bereits vor anderthalb Jahrtausenden von den Chinesen ausgeübt toorben fein. Auch die Ja paner haben feit alter Zeit die Batik Malerei aitfldvanbt und durch diese einfache Technik vor allem sehr reizvoll unb eigenartig wirkende Stosse erzeugt.
Die Art der Arbeit ist folgeirde: Das Mu ter wird dem straft gespannten Grundstosf ausgezeichnet ober auch aufgepanst, bann werben Mustcrfigureu ober Grund mit einer flüs ’igen Wachsschicht überzogen Der Stoss wird n ein Farbbad gebracht und zuletzt wird die Wachsschicht durch Waschen in Benzin ent ernt, das Muster tritt dann in ber Ursprung lüften Farbe deutlich hervor. Diese Arbeit läßt sich noch ungemein vielfältig gestalten dadurch. baß mehrere Farftbäder angewandt wer«