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Nummer 3,

Casseler Neueste Nachrichten

Seite 3.

stickens

G. K.

Die

K. G.

Kinderkrankheiten

Hygiene Im Hause.

bald das Kind mit der Atmung ans- setzt und den Kopf nach hinten wirst, muß man durch rücksichtsloses Ein- greisen ihm zu Hilfe kommen.

DerDvrchschuittslahn beträgt dreißig bis vic^ zrg Pfennige für die Stunde,- bei sesterAnstellnna sunszehn bis zwanzig Mark im Rionat. An A'ührnitg erhalten die Stundenfrauen je nach der Zett ihrer Beschäftigung entweder früh­stück oder Nachmittagskasse.'. Die Stunden stauen oder Aufwärterinnen verrichten die groben Arbeite». Die Häüsfchn selbst trägt das ihrige zur Arbeitsleistung insofern bei als sie Lohn und Kost sür das Dienstmädchen spart, inib pch nut der Küche und mit der Lei­tung des Haushaltes allein beschäftigt. Da wo erwachsene Töchter ihr Brot nickt außcr- nald des Hauses verdienen, suchen sie durch häusliche Arbeit und Sparsamkeit das Haus- personal zu ersetzen. Viele Hausfrauen sind durch d,e Verhältnisse geztvungen, zu der An­sicht "gelaugt, daß cs eigentlich gar nicht so eine schwere Arbeit ist, seinem Haushalte mit einer kleinen Nut,kraft allein vorznstehen. Und so hat ein Ueberangebot an Dienstboten, das seit mehr als fünf Jahren nicht zu verzeichnen war wieder einmal stattgesnnden.

Küche und Keller.

Gänselcber auf Wiener Art.

Die Leber wird mit Zwiebel, Möhre. Sel­lerie, Pfefferkörnern, Butter utib wenig Wasser weich gedämpft. Ist sie erkaltet, so treibt niaii sie fein gewiegt mit der Brühe durch ein Sieb, mischt sic nlit der gleichen Menge tingesüßter L-chlagsahnc, füllt sie in eine mit Oel ausge-

. Schwester Hella.

Sie praktische Hausstau.

Rissige Gummischuhe.

Wir stehen mitten im feuchten Winter und fast Tag für Tag ist man genötigt, Gummi­schuhe anzuziehen. Dabei werden sie natürlich sehr strapaziert und bekommen allzu leicht Lö­cher und Risse. Diese Löcher und Risse kann man jedoch selbst ausbessern, indem man Kolo­phonium in Spiritus zu einem dicken Brei auf­löst, damit die schadhaften Stellen bestreicht und darauf die Masse hart stocknen läßt.

Wie verwendet man Hastnpfoten?

In vielen Familien gibt es zu Weihnachten einen Hasenbraten. Das Fell des Hasen pflegt man zu verkaufen, die Pfoten wirst man ge­wöhnlich weg. Sie eignen sich jedoch trefflich zum Aufträgen von Schuhkreme auf feines Schuhwerk und zum Reinigen der Ecken an den Möbeln. Vor dem Gebrauch werden die Pfoten zum Trocknen in einen luftigen Keller gehängt, nachdeni sorgfältig die Nägel entfernt worden sind.

Wie wäscht man wollene Sachen?

Wollene Jacken und Kleidungsstücke, die direkt auf der Haut getragen werden, reinigt man am besten und sichersten, wenn man die getragenen Kleidungsstücke in eine mäßig starke kohlensaure Kalilösung legt. Man wäscht sie dann unter Zusatz von heißem Wasser und et­was Ammoniak und spült sie endlich mit lau- toarmem Wasser ab. Sodalösung würde wol­lene, weiße Waren gelb und hart machen.

Fußboden und Möbelpolitur.

Die hier empfohlene Politur ist sehr billig herzustellen. Außerdem ist ihre Anwendung eine überaus leichte und der Ueberzug fast un­zerstörbar, da weder Wasser noch Spiritus schaden, und mechanisch verursachte Schrammen leicht durch Reiben beseitigt werden. Man löst ein Teil Carnantwachs durch Schmelzen und allmählichen Zusatz von 10 Teilen Terpentinöl auf. Beim Erkalten scheidet sich das Wasser teilweise wieder aus, doch bleibt die Masse weich genug, um sich nach dem Umscbütteln sehr gut verreiben zu lassen. Bei der Anwen­dung reibt man sie möglichst dünn auseinan­der und nach dem Trocknen mit einem wollenen Tuche ohne Druck nach.

junge Mutter kann gewiß durch nichts in der Welt so in Angst und Schrecken verseht werden, als wenn das Kind in der Nacht plötzlich Krämpfe bekommt. Richt immer ist ein Arzt sofort zu erreichen, und selbst wenn er in unmittelbarster Nähe wohnt, vergeht doch gewöhnlich "eine geraume Zeit bis zu dem Augenblick, da er eintrtfft. Die Geistesgegen­wart der Mutter kann aber deut Kinde die «ckstc Hilfe leisten, und jede Mutter sollte wis­sen, was sie zu tun hat, wenn das Kind Plötz ltch von Krämpfen befallen wird. Am hiiu- sigsteit tritt der Stimmritzenkrampf auf, der meistens Kinder mit englischer Krankhcit be­fällt. Es setzt eine pfeifende Einatmung ein, die in einen krähenden Ton übergeht; das Kind wird dabei ganz blau und steif. Auch bei der anderen Krampfform wird das Kind steif, weil ein Stillstand der Atmung eintritt. So-

; menLe Weite des Rockes hin. Da gibt es sloltc- Drot t« urröck« mit einem kurzen Mieder, feg;nannten Pichclanschnitt. Die Vor- dcrbahu ist eben glatt und unten kraus und boll attsfällend. Di« beiden Seitenbahnen sind mit angeschnittener Patte verschcn, die in Kniehohe vorn übcreinandergeknöpst ist und das krause Vorderteil zusammenhält. Dieser Rockschnitt wirkt sehr jugendlich Ein anderes Packst schmodell ist dreiteilig übereinandersal- lend. ein sogenannter Etagrnrock, mit Pliss- e Einlagen, vom geht der Rock glatt hoch, die Hüstcntrile aber sind eingekraust. Richt minder graziös sind die Trotteurröcke mit einseitig (eicht geraffter Tunika und spitz- zugehendem Pichelanschnitt. Die linke Seiten­bahn hat gerade heruntergehend eine breite Blende, die mit Doppelknöpfen pnd Schnür­ösen verziert ist.

Bei einem anderen dunkelblauen Tuchrock mit Tunik«r und Pichelanschnitt, der fast an keinem Rock fehlt, greifen di« Seitenteile in Kniehohe übereinander und werden mit einem großen Knopfe zitsautmengehalten. Alle dies« Modelle gehören zur Straßenkleidung und verlangen eine besondere Einfachheit. Die Röcke . der Gesellschastsroben sind bei weitem komplizierter geschnitten; fast alle sind seitlich drapiert; die Falten sind mit großen Motiven znsammeitgchaltcn. Ganz glatte Röcke haben recht eigenartige Gamicrungen rund um den Rocksaum. Ein schwarzer, glatter Tuchrock ist zum Beispiel mit einem Taffetansah versehen, der wieder mit schmalen Sammetstreisen und Knöpfen scheinbar willkürlich.verziert ist. Seit­lich ist dieser Rock geschlitzt, und bis hoch hinaus ist ein schmaler Streifen Taffet sicht­bar. Ein dunkelgrüner Tuchrock hat rund um den Saunt herum ovale kleine Samrnet-

Modsrne Röcke.

Die Vorboten des weiten RockeS.

Es ist nichts so veränderlich wie die Mode; Addern hört man klagen, daß sie diesmal nichts ReucS gebracht habe. Das mag wohl daran, liegen, daß nicht jedes Ange mit Ernpsin- dunq begabt t|I für die unmcrklichen Aende- rungcn eines Jacken- oder Rockschnittes und ic: dadurch hcrvorgerusenen Acnderung der b ciantfHnir. Schon lange heißt es, der ganz enge Rock ist nicht mehr modern, und doch nm'pannt der Rock noch immer fest die Ge­statt der Trägerin, und nur die Art der Gar­nierung und Drapierung weist auf die kom-

Die Mutter oder Pflegerin hole durch den Finger die Zunge vor und schlage das Kind mit einem nassen Tuche auf die Brust. In der Regel erfolgt alsbald Beruhigung und na­türliche Atmung. Bei Krämpfen, die mit Bewußtlosigkeit beginnen, bei de­nen Zuckungen einsetzen, beruhigt man das Kind am besten durch ein war­mes Bad oder durch eine feuchtwarme Einhüllung des Rumpfes. Hat ein Kind einen epileptischen Anfall, dann gilt es in erster Linie, die Ruhe zu bewahren. Man lege das Kind auf ein weiches Lager und entferne alles, was es im Munde hat, da felbst ein kleiner Bissen die Gefahr des Er- mit sich bringt. Fangen di« epileptt- schen Zuckungen an, fo schütze man das Kind vor Berletzuitgen. indem man es im Fallen aushält. Die Hauptbedingung bei solchen Er­krankungen des Kindes ist, daß die Mutter vollste Ucberlcgung und Besinnung behält!

Herbst dieses Jahres. Es kamen durchschnittlich auf eine Stelle, die zu besetzen war, 2,5 Dienstboten. Haupt­sächlich Köchinnen und Hausmädchen blieben ohne Posten, Mädchen für alles wurden auch weit weniger be­gehrt, als noch im April dieses Iah- res. Am ersten November erreichte das Ueberangebot von Dienstmädchen den Höhepunkt. Schuld an diesem Zustande, der der Hausfrau wohl wie ein Lichtblick erscheinen wird, trägt die Teuerung, das rapide Steigen alter Lebensmittelpreise. Zu dem an­spruchsvollsten Teile der Bevölkerung gehörte bisher das Hauspersonal, haiiplsächlick das weiblichen Ge­schlechtes. Herrschaften, bereit Woh­nungen im vierten Stockwerk gelegen waren, mußten nicht selten einen Um­zug vornehmen, weil die Dienstboten nicht vier Treppen steigen wollten. Eine Woh­nung mit Zen trab Heizung gehörte beinahe zu den Selbstverständllchkcitcn, denn kein Dienst Mädchen mochte Kohlen tragen.

Zu dem Lohn kam noch das Weihnachts­geschenk, das in den letzten Jahren eine unge- heuere Höhe erreicht hatte. Keine Hausfrau erlaubte sich, dem Mädchen einen Gegenstand zu schenken, wie ihn etwa die Tochter des Hauses bekam. Goldene Uhren und Ketten waren neben dem Monatslohn und einer An­zahl von praktischen Dingen Geschenke, die nur zu häufig auf dem Wunschzettel manches Dienstmädchen« vermerkt standen. Und da eben die Not an dtenstbaren Geistern groß war, schenkte man lieber weit über die Ver- hättnnse, als daß man sich zum ersten Februar lundigcn ließ. Die Ernährung eines Dienst­mädchens bei normalem Appcttt kann in; Jahr ans fünfhundert Mark veranschlagt werden. Durch die Teuerung ist diese Summe auf sie­benhundertfünfzig Mark gewachsen. Es ist nur zu klar^daß eine große Anzahl auch wohl Jduiertejr Familien die Frage, ob man eine wlche Summe unlegen will und kann, sehr reiflich erwägt. Unter den Aufwärterinnen und Stundcnscauen findet sich augenblicklich im Durchschnitt.ein sehr gutes Material. Mci flens sino cs junge Frauen, die In herrschaft-

Hausern gewesen sind, und dort gute Arbeit gelernt und geleistet haben.

patten, darüber einen etwas geschweiften Streifen Kurbelftickerei. den eine Hochstehende Taffcttrüsche vervollständigt. Die Röcke sind Wohl int Schnitt die gleichen geblieben, die Garnierung aber hat manchen Wechsel ersah reit, aus dem man auf den fommeiiben weiten Rock schließen kann.