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ferner, das Saatgut mit etwas angefeuchtetem Mennigpulver oder einer Teer-Petroteumemulsion anzurühren. — In den meisten Fällen ist eine starke Stallmistdüngung rentabel. Sehr dankbar ist der Grünmais auch für «ine Jauchedüngung, die entweder vor dec Saat oder noch bester nach der Bestellung zu geben t|t. — Da der Mais eine tiefwurzelnde Pflanze ist, fo darf es an eurer tiefen Herbstfurche nicht fehlen. - Zuerst wird der Mais, solange er un Mtten jugendlichen Stadium gereicht wird, nicht zerkleinert spater muh er mit der Häckselmaschine geschnitten werden. Vor Beginn »er vollen Blüte und ehe der erste Nachtfrost eintritt muh der GrünmaiS vom Boden getrennt werden und wirv in Minen Bun- den in Stroh gebunden und auf dem Felde in runden ©hegen aufgestellt. Derartig behandelter Mair erfriert bei leichten Frosten nicht bleibt zart, und kann mit Vorteil noch verfuttert werden, wenn er sonst, auf dem Halme verblieben, bereits verholzt ober er­froren wäre — Der GrünmaiS ist eine gute Vorfrucht für Winter- wehen- da er jedoch dem Acker viele Nährstoffe entnimmt, mutz man dem Winterweizen genügend Kunstdünger geben, um eine be­ledigende Ernte zu erzielen. - Erwähnt fei noch, daß öfteres Jäten und Behacken der jungen Saat notwendlg ist.

Viehzucht.

* Förderung des Haarwechsels bei Fohlen. Um ben Haarwechsel bet Fohlen zu fördern, gibt man gern grob zerquetschten Leinsamen als Beifutter, welcher gleichzeitig als LorbeugungsmiMl gegen die Druse angesehen wird. Anderseits verabreicht mani ben Fohlen den Leinsamen in Form von Leinfamenschlcim, welcher m der Weise bereitet wird, daß man 1 Kilogramm Leinsamen in 20 Liter Master krcht, bann burchseiht unb von dem so erhaltenen reinen Schleim täglich mehrmals etwa 2 Liter verabreicht. Auch kann dec Leinsamen gequetscht unb in Wüster ausgeweicht verabreicht werben. Ein Quantum von Och Kilogramm Leinsamen kann zum Ersätze von ebensoviel Hafer gegeben werben. ,)tn übrigen empfiehlt eS fick Fohlen ausschließlich nut Heu unb Hafer zu ernähren. Für Pferde muß der -Safer als daS vorteilhafteste, Futter m allen Al. terSperioben unb für alle Nutzungszwecke angesehen werden Wenn es auch zulässig erscheint, denselben bei Arbeitspferden teilweise durch andere Kraftfuttermittel zu ersetzen, so sollen doch Foh en auAch 'cb- lich Haier erhalten, der durch seine leichte Verdaulichkeit seinen bohen Fettgehalt und seine antegcnbe Wirkung unerreicht bleibt ^uc Fohlen mit noch unvollständigem Rauapparat wird dec Hafer in gc» quetschten, Zustande verabreicht.

__ Das Ausschneiden der Klauen bei Rindern. Viele Landwirte versäumen es, ihren Kühen die Klauen regelmäßig aus­schneiden zu lasten. Schlecht gepflegte «lauen setzen ben Werl von Zuchtkühen sehr herab. Zuchtfarcen werden nicht se ten vor ber Zeit bicnstunfähig, weil man es bei ihnen an der richtigen Klaiien. pflege fiat feilten lasten. Fast regelmäßig werden bet JiiebBiefipra- miicrungen einzelne Farcen und Kühe nicht mit Preisen bedacht, weil sie wegen vernachlässigter Klauenpslege eine, schiech e, Stellung bekommen haben Das Ausschneiden der Klauen wird nicht im,Statt, sondern in einer Tenne, Remise ober an einem sonstigen geeigneten Crt vorgenominen, weil eS in ersterem zu dunkel ist und die anberen Tiere bei Ausführung dieser Arbeit beunruhigt wurden. Das Tier, dessen Klauen ausgeschnitten werden sollen, wird nebenetnet jJanb angebunden, damit es beim Aufheben des Fußes seitlich nicht aus- weichen kann. Das Ausschneiden wird häufig deshalb unterlassen weih wie man sagt, die Tiere dabei sehr unruhig seien weshalb die Arbeit nur mit großen Schwierigkeiten auSaefuhrt werden könne. Dies trifft manchmal zu; es «'btTiere, die selbst bet fefir fefionenber unb berufiiqtnber Behandlung sich nicht willig zeigen ~en weisten Tieren kann man baqeqcn bei solcher Behandlung die Klanen ohne ibeiondecs viel Mühe In den erwünschten Zustand bringen Die Diece müssen ähnlich wie beim Melken bald herauSsinben, daß man sie nicht quälen, sondern sie von etwas Lästigem befreien will. Bevor man den Fuß aujfiebt, soll man denselben streicheln und, wenn au. gehoben, rasch auf den Holzblock setzen weil buEiere den Fuß nur ganz kurze Zeit schwebend halten. Sobald sich da- -..rer furchst. füttert und zuckt eS; dies spürt ber Klauenschneider osort. Durch freundliches Zureden unb Streicheln wirb in ben meisten Zollen die Furcht bald beseitigt werden können. Unrichtig ist es, durch festes Halten des Fuße» oder gar durch Schläge baS ^>cr zu ruhigem Stehen bringen zu wollen. Ist es unruhig, weil es eine tbm unbe­queme Stellung eingenommen fiat, so lasse man ben Fuß nteder- flellen und warte kurze Zeit; wenn c8 gut steht, hebe man ben Futz toiebet auf und setze die Arbeit fort. Zwangsmittel sollten nur in Notfällen, nie aber bei trächtigen Kühen angewendet werden. Sehr hielt Raft innen bezw. junge Rübe werden beim Klauenfchneiden und ersten Melken durch rohe Behandlung verdorben unb zu ©Ma­lerinnen geradezu herangezogen. Der Landwirt sollte von Zeit au Zeit genau nachsefien, ob die Klauen seiner Rinder de? Ans. schneidens bedürfen. Zeigt sich dies als notwendig, so ;oll er diese Mrbeit entweder selbst vornehmen ober vornehmen lassen Bet der 'Rindviehzucht unb Rinbviefihaltung werben sich wenige Arbeiten so lut lohnen, wie. bie richtige Klauenpflege. (Ldw. Ztschr. f. d. St^einproej

Obst- un» Gartenbau. M

* Feinde des Gemüsegartens. Bei günstiger Witterung Wird ; jetzt fleißig im Gemüsegarten gearbeitet; unter der genannten Vor. aussetzunq kann man jetzt ja auch alle Gemüse faen ober pfUnjen. Leider pflegen sich auch, je nach der Witterung, allerlei tierisch-, Feinde ,ehr bald einzustellen, deren Bekämpfung oft viele Muh-> macht So lassen sich oft die bei feuchter Witterung tm ©emüfegar-, len und besonders auf ben Salatbeeten auftretenden nackten Schnet. kcn trotz aller angewandten Mittel nur schwer vertilgen. Das San«, neu unter hohlen Rindenstückchen, hohlgelegten Steinen, feuchten, Strohwischen usw. führt nicht immer zum Ziele Angewandt wird ferner das Bestreuen der Beete mit trockener Holzasche oder mit, Gerstengrannen. Jedenfalls ist das Ausstreuen von gemahlenem, gebranntem Kalk, dec dem Körper der Schnecke Wasser entzieht, f möglichst vor Sonnenaufgang, ein probates Mittel. Die aufgehen., den Kohlpflanzen fallen nur zu oft den Erdflöhen zum Opfer, bew sonders wenn während der Keimungspeciode Sonnenschein vor., herrscht Als Vocbeugungsmittel legt man Zweige über die Salat«, beete und bereitet über diese eine dünne Schicht Stroh auS. So.; bann bespritzt man vormittags gegen 9—10 Uhr die Flache orbent«; lief) mit Wasser. Die Erdflöhe ertragen Schatten und Nässe nicht«, Das Verfahren braucht nur einige Tage angewendet zu werden«. Man halt die Erdflöhe auch dadurch von den Kohlsaaten ab, daß man die Aussaat zwischen bie Reiben ber Steckzwiebeln macht. Der Geruch hält das Ungeziefer ab. Die Kohlpflanzen sinb längst aer^ setzt bis bie Zwiebelbeete gehackt werben müssen. Vor allen Din­gen'soll man "aber bie Saatpflanzen in möglichst schnellem und kräs. tigern Wachstum erhalten, fo baß sie ben Schaben durch ben Erb«, floh leicht überstehen. Dies ist zunächst büdurch zu erreichen, daß, man bie Saatbeete auf eine Stelle legt, woselbst längere Seit hinj Kohl angebaut wurde. Immer ist darauf zu achten, daß recht wett, gesät wird, denn die jungen Pflanzen wollen Platz haben; je mehrf Licht umso härter sind die Blätter. Dann soll das Land in guter. Nähr'kraft flehen. Sehr verderblich für manche Pflanzen treten oft die Blattläuse auf. Zur Vertilgung empfiehlt sich ein Absud von« TabakabsäNen. Bel den Puffbohnen tritt zuweilen an ber Spitze der Triebe bk schwarze Blattlaus auf; bas wirksamste Mittel ist hier das sofortige Abkneifen solcher befallenen Triebe. Zu erwäh» nen wären schließlich noch bie Drahtwürmen. Zur Vertilgung bet«, selben legt man zwischen die Reihen ber gepflanzten ober gesäten Ge. müse Rartoffel’ ober Rübenscheiben, nachbem man vorher eine Ropf-, bihtgung mit Chilesalpeter gegeben hat. Dieser hält bie Würmer eine Zeit lang von den Pflanzen fern, weshalb sie um fo eher an bie Köder gehen. Selbstverständlich werden die Scheiben mit ben Würmern abgekfen unb bitfe bann auf irgenb eine Art vernichtet.!

— Die Wirkung des Kalkstickstoffes. Hierüber ergibt sich nach Untersuchungen von Professor Dr. Th. Remy folgende»: Der' Kalkstickstofl wirkt am beften auf tonreichen Böden. Schädliche Ne»; benwirkungen sind hier nicht beobachtet worden. In Sandböden ist die Wirkung bedeutend geringer. Auf diesen übt der Kalkstickstoff« auf die Keimung unb da» Wachstum ber Gewächse eine fcfiäbigenbe) Wirkung au». Bei Anwendung von Kalkstickstofs auf leichten Bö«' den ist zum mindesten Vorsicht geboten.

— Einfluss der Torfstreu bei Maul- und Klauenseuche. In ber Zeitschrift ber Landwirtschaftskaminer für bie Provinz Schic-, ien finden wir folgende Mitteilung eines pcaktifchen Landwirtes:, Ich selbst bin auch mehr durch Zufall als durch Belehrung dazu ge-. kommen, bie Wirkung ber Tocfstreu auf ben Verlauf der Maul, unb Klauenseuche kennen zu lernen. AIS seinerzeit bie Seuche hier auSbrach, hatte ich zufällig Torfstreu vorrätig. Ich stellte nun alle» Vieh auf Torfstceuh, ließ fleißig einstreuem Wahrenb übcraUi' sonst in ber Nachbarschaft die Seuche recht bösartig auftrat und zum Beispiel allein in einer benachbarten Bauerngemeinde sieben. Rinder davon eingingen, war in meinen Ställen der Verlauf äußerst, gutartig. Die Klauen heilten schnell, bie Euter wurden fast gar nicht wund, unb wo es doch der Fall war, heilten dieselben in we­nigen Tagen ab. Von insgesamt 100 Rindern ging nicht ein ein­ziges, nicht einmal ein Kalb, durch bie Seuche zugrunbe. Daß nun, tatsächlich die Streu so günstig gewirkt hatte, wurde mir klar, als! ich aus Sparfamkeitscücksichten gegen Ende ber Seuche zur Einstreu > von Strohstreu zurückging. In wenigen Tagen trat bei einer An-i zahl Kühe eine ausfällige Verschlimmerung ein. Alle bereits über-; wunden geglaubten Krankheitserscheinungen flackerten wieder auf«-< Ich stellte aber, sobald ich die» merkte, alle rückfällig gewordenen-, Tiere wieder auf Torfstreu, und diese haben in kurzer Zeit auch noch, die Reste der Seuche überwunden. Von all den teuren Mitteln, bie, "o gern empfohlen werben, habe ich keines angeroenbet. Das Gr-, aenftüct hatte ich einmal früher auf einem anbeten Gute kennen ge-; [ernt. Dort ließ bet Besitzet feine Zugochsen zwar täglich an den Klauen mit einem sehr schönen Medikament behandeln, bann kamen diese Ochsen aber wieder in ihren unauSaebüngten Tiefstall zurück/ wo sie den Rest des Tages im Safte standen. Die Maulkt waren chon längst abgeheilt, aber bie Klauen wurden Wimmer unb schlimmer Mehrere Hufe schuhten aus und von allen Ochsen ist höchstens 'ber fünfte Teil wieder zum Zuge brauchbar geworden. ,