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(Nachdem* ve 'otcn )

Skizze von I. Warnken.

rasender Geschwindigkeit sanft der Expreßzug dahin

Mit

■

fort.

Sie dünneS,

anS Eisen und Kupfer erst Leben, Glut und Bewegung. Er weih, bah er küeseS Nnaehener mit eiserner Hand in der Ge­walt behalten, bah sei» Ange jede seiner Bewegungen beobnch- ten muß und bah sein Aechzen und Stöhnen ihn weder erschüt­tern noch betäuben bars.

Aufmerksam betrachtet er da? Manometer, damit ihm keine Veränderung des Dampfdruckes entgeht. Sein Gehirn ist längst gewohnt, immer zu kombinieren, immer zn messen, jedem eigenmächtigen Willen des KolosteS, mit der Sicherheit des unbesiegbaren Bändigers zuvorzukommen. Er weih, bah er Leben und Tob Tausender vpn Existenzen, Glück und Un­glück Tausender von FamiliewiR der Hand hat. Taufende hat er gerettet durch einen richtigen Entschluß im letzten Augen­blick, durch ein vorsichtiges Jmzauinbalten des NngctümS, wenn er beim Nahen eines fremden Geräusches Gefahr ahnte, ober indem er durch eigenmächtiges Halten auf der Strecke bas entsetzliche Unglück eines Zusammenstoßes im letzten Augen- blick verhütete. Keiner hat ihm gedankt; die meisten wisien

und bnrchmtstt in gleichmässigen RKdcrdrchungen das öde Einerlei der Ebene, die romantische Schönheit der Wälder und Gebirge. Oede und romantisch für die Reisenden, an deren Auge die ewig wechselnden Bilder vorüberfliegen; gleichgül­tig aber für den Mann in blauer Bluse, der vorne ans der Maschine steht: den Lokomotivführer. Es ist ein kräftiger, robuster Mann in mittleren fahren, dessen bartloses Gesicht ebenso schwarz von Rett und Ruh ist wie sein Anzug. Sein Ange blickt ruhig und klar auf die Strecke, die vor ihm liegt; unbeweglich steht er da. während da» eiserne Ungetüm die Schienen mit unerbittlicher Gewalt und rasender Gier zu ver- schlingen scheint. Er steht eS kaum, weil er daran gewöhnt ist. Er hat dieses Ungetüm in seiner Hand: durch ihn bekommt eS erst seine gewaltigen Kräfte, seine drohende, gefährliche Macht, die entfesielt Vernichtung und Verderben bringen kann. Er ist für dieses moderne Fahrzeug Kapitän und Steuermann zugleich; durch ihn erhält dieser Organismus

hatte bei der Flucht ihren Mantel verloren, und ihr graues Jacket bot ihr nur wenig Schutz, so daß sie

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in der rauhen Nacht vor Kälte zitterte. Sabalb sie sicher war, daß man sie nicht verfolgte, blieb sie stehen, um sich einen Plan zurecht zu machen, wie sie sich aus dem Gewirr der Gasien und Gäßchen herausfinden könne. Am Ende beschloß sie, ab­wärts zu gehen, denn unten mußte doch irgendwo der Hasen und das Meer sein, und ein anderes Mittel, um sich zurecht zu finden, wußte sie nicht. Die Straßen waren aber jetzt völlig einsam und verlassen und es kam ihr so vor, als wandele sie in einer Stadt des Todes. Die Häuser schimmerten im Mond­licht bläulich-weiß wie Grabdenkmäler, und enge, überwölbte Gäßchen und Gänge gähnten sie an wie die düsteren Eingänge zu Katakomben. Schließlich kam sie auf einen kleinen, offenen Platz, der ihr bekannt vorkam. Möglicherweise hatte sie ihn bereits vorher mit dem Juden zusammen überschritten, und da sie atemlos und durstig war, so trat sie an den Brunnen heran, nm einen Schluck Wasser zu trinken. Da sie jedoch kein Gefäß besaß, um Wasier zu schöpfen, so sank sie einen Augen­blick auf die Steinfliescn nieder, nm sich auszuruhcn, bevor sic ihre nächtliche Irrfahrt weiter fortsetzte.

Die Einsamkeit war ordentlich bedrückend, und sie begann an ihr Heim in Amerika und die Ihrigen zn denken. Was hätten ihre Freundinnen gesagt, wenn diese sie o allein tief in der Nacht durch die Straßen Tangers hatten irren sehen. Was hätte ihre Mutter gesagt, die jetzt friedlich in ihrem Hotel in Gibraltar schlief, wenn sie ihre Tochter jetzt erblickt hatte? Was mochte Frau Ragsdale bloß von ihr denken, baß »e noch so keinerlei Anstalten zu ihrer Auffindung getroffen hatte.

Dieser Gedanke bracht- ihr eine gewisse Erleichterung, denn sicher hatte Frau Ragsdale bereits etwas unternom men und wahrscheinlich waren bereits deute unterwegs di

ÄSf Sft.- Ä vierte jedoch, der ihnen etwas voraus ging, w Siegln,,«.«* »«» £

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m"-i-"°-1«”0»6IMI »«»'■ '* " ”** •'S-' ruf der Verwunderung zurück. Mit ticsüem En f •c kannte ihn Elise jetzt gleichfalls als einen von denselben Männern, die ste aus dem Laden deS Kuchenbäckers fortge- schafft hatten! Zwar versuchte sie noch rasch, sich umzuwenden und zn fließen, aber er lachte nur rauh und hielt sie am Arme fest. Die Gesichter der anderen, die sie da im Laterncnschein vor sich sah, waren ihr fremd, und einer von ihnen, der Mann, der die anderen geführt hatte, war ein mächtiger Neger. Einen Augenblick lang berieten sie miteinander, dann nahm der Mann, den Elise bereits kannte, sie beim Arm, und alle schrit­ten in der Richtung weiter, die die Männer bereits vorher eingeschlagen hatten. (Schluß folgte

Melden.

Daher verhielt sie sich völlig ruhig, während der Künstler aus dem Dache war, und atmete erleichtert auf, als er schließlich wieder im Hause verschwand. Fast eine halbe Stunde blieben sie noch in dem Schatten niebergekauert sitzen, und zweimal versuchte eS Elise, auf englisch oder französisch eine Frage an die Jüdin zu richten, aber jedesmal schüttelte diese mit dem Kopf, und so saßen sie schließlich schweigend da.

Endlich erhob sich jedoch die Frau, glitt über das Dach hin und blickte über die Schntzmauer hinüber; was sie auf ihrem eigenen Hausdach sah, schien sie zu befriedigen, denn sie winkte Else zn, sie möge ihr folgen und ins Hans zurück- kchren. Leise stiegen die beiden die Treppe hernnter, aber ge­rade als sie den Fuß der Treppe erreicht hatten, hörten sie das Geräusch von Stimmen.

Eine Stimme klang dem jungen Mädchen bekannt und rüttelte ihre stumpf gewordenen Sinne auf. Der hypnotische Einfluß des Juden wich mehr und mehr, und ihr eigener Wille begann allmählich zurückznkchren. Deshalb stieß sie die sie zurückhaltende Hand der Jüdin fort und eilte weiter vor. Ein Lichtschein schimmerte zwischen den Vorhängen hindurch, die sie von dem Zimmer trennten, aus dem die Stimmen her­kamen, und mit zitternden Fingern schob sie die Vorhänge zurück in der Hoffnung, ein bekanntes Gesicht vor sich zu sehen. Aber welche Enttäuschung! Bei dem spärlichen Licht im Zimmer bot ihr das Bild nur neue Schrecknisie! Der schreckliche Jude saß gebunden auf dem Diwan, und auf 6ei andern Seite des Zimmers, mit dem Rücken nach ihr zu, stand ein mächtiger Maure der eine Frau in seinen Armen hielt. Das mußten Feinde sein, und mit einem Seufzer der Ent­täuschung wandte sie sich ab; aber diesmal nicht um wieder auf das Dach zurückzukehren, denn Elise hatte sich von dem Willen des Juden völlig frei gemacht und bemerkte, daß der Weg nach der Straße offen vor 'hr lag. weshalb eilte sie ohne weiteres die Treppe hinunter und nach der Haust»« »”• Oie bemerkte dabei, baß die Frau ihr folgte, und daß sich die Per­sonen die sie in dem Zimmer gesehen hatte, ebenso an ihre Verfolgung machten, und das alles verlieh ihren Füßen F ü- gel. Bald war jedoch die Haustür erreicht, und ste buschte hm- durch bevor man sie noch eingeholt hatte. Nun hörte sieeinen Schrei der Jüdin und ein kurzes Ringen und erwartete, daß jeden Augenblick ein paar Leute auS der Tür heroorhrechen würden um sich an ihre Fersen zu heften. Aber nichts der gleichen' geschah. Während sie sich eilig von dem Sause ent­fernte blickte sie zurück, konnte aber niemand entdecken, der L folgt"; iraen?etwas besonderes mußte sich wohl innen zugetragen haben, was eine Verfolgung verhinderte. Aber da» kümmerte sie auch nicht. ES war ihr schon «-«««, d°ß st- frei war und nicht mehr in schrecklichen Hau e zu W cvmmer ober stellte sich bei ihr noch nicht oas be­fühl der'völligen Freiheit ein. denn schon zweimal vorher '«ar sie in dieser Nacht den Klauen ihrer Verfolger entschlüpft, und fedeSmal war ihre Hoffnung aufs neue getauscht worden. Deshalb floh sie nur mit Angst und Beben von dem Hause

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