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nttf fronjöMdjem ^eft sich gegen die Nase tollen zu [offen, - - retner dirigierte nach stattgehabtem Liebesmohl dos Mufikkörvs nn Kafmo mit fo lebensgefährlichen Armbewegungen ober oer- trat die Stelle des Paukenschlägers mit so durchschlagendem Erfolge. datz es mindestens ein Trommelfall kostete. Nein, aber nach dem Dienst, — nach der Kameradschaft kam fflr ihn das Höchste : das Weib! Das Weib war seine Sehnsucht, sein Traum, sein Ziel Geradezu oerbrecherisch konnten sich "seine Träume in der Richtung gestalten. Und doch war Alos, Meier tugendbaft. Er war so lugendbaft, datz er" über seine eigene Tugend Tränen vergietzen konnte. Denn diese Tugend, diese ewige Tugend war — sein allergrösstes Pech! Er war doch garnicht häßlich. — nicht zu klein und nicht zu groß, — kleidete sich vorzüglich, war auch nicht auf den Mund ge- fallen! Aber immer, immer kam ihm was dazwischen: bald ein Kamerad, bald der Besuch einer Tante, bald sonst etwas. Wie oft trug er sich mit Ideen liebenswürdiger Abenteuer! Wie oft erkannte er immer wieder den wahren Eharakter des Ideals: datz es in unerreichbarer Ferne bleibt. Aber als er bald zwei Jahre den schmerzens- und entsagungsvollen Weg der Tugend gewandelt war und wieder einmal der Frühling kam, stand es bei ihm fest: in diesem Jahre muhte er etwas — erleben!
Wenn sich's irgend tun lieh, streifte er darum in elegantem Zivil durch die Strahen bet Garnison. Auch schreckte es ihn nicht, gelegentlich von Vorgesetzten „gefloppt" und unangenehm verwarnt zu werden. Hatte er doch eines Abends ein derartig reizvolles Geschöpf gesehen mit blondem, starkem Haar und so lachenden Augen, mit kleinen, zierlichen Tripp ei« schritten und einem Wuchs, der die Venus Kallipngos vor Neid hätte platzen lassen. Freilich wat'? unangenehm, dah sie sich nun dreimal schon immer gerade in der Villengegend verloren hatte, wo der Oberst wohnte, so dah man ohne selbstmörderische Älbsichten nicht folgen konnte. Mer: kam Zeit, so kam wohl auch Rat!
Und wahrhaftig, als Alois eines lauen Abends soeben ein paar neugierige Kameraden obgeroimmelt hatte und die Gegend des Bahnhofs unsicher machte, sah er plötzlich einen Magen heranfahren, dem seine Angebetete entstieg, ein Handtäschchen am Arm. Schnell entschlossen, wenn auch errötend, wie sich das gehört, folgte er ihren Spuren zur Billetthalle, erlauschte noch gerade ihr Reiseziel und löste ebenfalls eine Karte. Wenige Minuten später sah er in einem Abteil und der Zug muhte sich jeden Augenblick in Bewegung sehen. Er iah sich gegenüber bas rosige Gesichtchen, bas ihm schon soviel Sehnsuchtsschmerzen bereitet hatte, unb er war allein mit ihr! Tenn schon stietz die Lokomotive ihren obligaten Pfiff aus. Aber da. -- wie fatal! — wurde dock noch die Tür oufqe- rifsen und ein Herr bestieg in Hast das Kupee, Leutnant Meier beachtete ihn nicht. Aber et Hatzte ihn, ohne ihn nur angesehen zu haben. Er hahte ihn bis zur Mvrdlust. Indem kam der Zug ins Rollen.
Ter Leutnant in Zivil heftete seine Blicke stier auf den roten Griff der Notbremse an der Wagendecke. Sein liebliches Vis-tz-vis betrachtete mit ungeteilter Aufmerlsamkeit die dtau- hen vorbeihuschende Gegend. Und aus der anderen Seite der Bank räusperte sich etwas. In diesem Räusvetn schien dem gequäkten Alois etwas unheimlich Anmahendes. Betirauliches, Aufdringliches zu liegen. Darum interessierte ihn die Notbremse mit jeder Sekunde stärker. Nur ein flüchtiger Blick streifte einmal rasch die junge Dame. Und wahrhaftig, wenn er nicht sehr irrte, lag ein feines Lächeln auf ihren Zügen. Wie herrlich hätte alles werden können, wenn er nun mit ihr allein gewesen wäre! Er war gerade so brillant angezogen! Wofür sie ihn halten mochte? Diese Frage beantwortete er sich auf dar Schmeichelhafteste. Denn seine Nase war doch entschieden von aristokratischem Schwung. Wie er sich wohl vorstellen würde? —
Nie hatte er seinem Vater mehr um des vererbten Namens willen gegrollt als in diesem Augenblick. Vielleicht gelang m, die Freundschaft der jungen Dame zu gewinnen, ehe sich mit bet Vorstellung der Name Meier wie eine kalte Dusche über die jungen Keime wärmeren Empfind ms ergiehen würde.
Sei solchen Gedanken hatte er die sichere Empfindung, dah fremde Blicke auf ihm ruhten. Der zugestiegene Herr sah so unruhig! Fast war es, als rückte er näher. Man soll dem
Feinde mutig ins Auge sehen: der Gepeinigte wandte sich so kühn wie möglich von der Notbremse zu dem unruhigen Nachbar.
Ein paar kleine, pfiffige Aeuqlein blinkten ibn an. die er swW einmal gesehen haben muhte. Aber ein Bart verdeckte das übrige Gesicht bis zur Unkenntlichkeit. Nur soviel ging aus der flüchtigen Musterung hervor: seine Nase hatte zum mindesten denselben Schwung wie die Alvis'. Und kaum erhaschte der Fremde dessen betrachtenden Blick, als sich auch schon seine Lippen öffneten wie ein Krater, der auf die nächste Eruption gewartet hat.
„Ach, Sie werden verzeihn, nicht wahr, Sie sind der Herr Meier? Entsinnen Cie sich vielleicht, dah wir Schulkameraden waren und in einer Klasse? Nun, es ist lange her. aber man hat sich herausgemacht. Was sind Sie geworden, wenn man fragen darf?" Und weiter ergötz sich unaufhaltsam der Redestrom. Er sezierte in wenigen Minuten Sflois’ ganzes Vorleben mit Einzelheiten, die so manches „Pech" verrieten unb jede Erkundigung nach seinem Ergehen als blotze Form und Mittel zum Zweck des Beschwatzens erkennen liehen.
Alois Meier fühlte sich in sich selbst zusammengesunken. Er war — erkannt! Und das Lächeln auf den Lippen seines Vis-tz-vis verstärkte sich zusehends. So reizend war es. Aber in dieser finge machte cs ihn rasend. Während des unerbetenen Freundes verhatzte Rede weiter plätscherte, sann der Unglückliche auf nichts als Flucht. Eben rollten die Räder langsamer und die Bremsen zogen quietschend an. Ohne seine Absicht merken zu lassen, erwartete er das Halten de« Zuge«. Dam, war er mit einem Satze an der Tür. Im nächsten Augenblick stand er auf dem Bahnsteig eines kleinen Nestes, dessen Name ihm von gröberen Schietzübungen her vertraut war. Und. während der Zug weiterrollte, berührte jemand von hinten vertraulich seinen Arm: „Nun. Herr Meier, sehen Sie, wie es sich trifft, datz Sie auch ausgestiegen sind! Gerade hier wollte ich hin!" . . .
Selten war sich Alois Meier klarer bewutzt geworden, was er für ein Pechvogel war, als an diesem Abend. Nachdem er seinen Peiniger abgeschüttelt und ein wehmütiges Gedenken seiner Angebetenen nachgeschickt hatte, die nun so herrlich allein weiterfuhr, mutzte er zu allem Bösen feststellen, dotz in dieser Nacht kein Zug mehr in die Garnison zurückfübrte. Nur ein Schnellzug kam vorbei. Aber der hielt nicht in dem Nest.
Eine nächtliche Futzwanderunq von fast drei Meilen ist unter Umständen ein Genutz. In Lackstiefeln kann es fein, datz man sie und sich selbst zum Teufel wünscht. Aber der Soldat überwindet vieles. So fand auch Leutnant Meier nich ein Stündchen Bettruhe daheim. Aber ihm war wirr $u Sinne, weil er immer wieder versuchte, Klarheit zu bekommen, welchem satanischen Geschick er sein Pech verdankte und womit er es verdient haben konnte. Und doch hatte er den Kelch des Leidens noch nicht ausgeleert.
Es war einige Tage später, als er seinem Oberst auf dem Kasernenhof in den Weg lief.
„Na, mein lieber Leutnant," hörte er den alten Herrn mit unheimlicher Jovialität sprechen, „Sie haben neulich die Freundlichkeit gehabt, meine Nichte zu begleiten, die manchmal zu uns berüberkommt. Aber sagen Sie blotz, was wollten Sie in aller Welt noch nachts im Schietzgelände? Ihr Diensteifer ist geradezu erstaunlich! Haben Sie rekognosziert, he?" . . .
Nach einem so unerhörten Fall von Pech wandelte Alois Meier entschlossen weiter den Pfad der Tugend. Aber der Himmel hatte ein Einsehen. 3m nächsten Winter schon sah er das Ziel seiner Wünsche auf allen Bällen der Garnison erscheinen, und indem ihm der Mui im gleichen Verhältnis mit der Zahl des Zusammentreffens wuchs, fand ibn der kommende Frühling bereits als Bräutigam.
Heute ist er längst ein wackerer Ehemann und vor allem Pech bewahrt ihn seine kluge Frau. Nur dagegen kann sie auch nichts machen, datz er noch manchmal beim Komvagnic- ererzicren eine falsche Front bekommt, sich bei Nachtübungen verläuft und beim Zielunterricht die Seelenachse niw. durch-, cinanb-erbrinot. Das ist und bleibt eben fein Pech , . .