ich Ihnen nicht einen vollen Erfolg
ein.
Sem
bas
recht, wo Sie wissen, baß wir endlich am Ziel sind, baß Ihr
*■
noch einmal herzhaft die Hand und Entgegnung abzuwarten, den Weg
liebeben wirst
dafür — wir lassen so ist mir schließlich für mich nur eine Du bist noch jung
bis das
mich sehr täuschen, wenn versprechen könnte."
Damit drückte er ihr ging eilig, ohne Maries nach dem Hause zurück.
ltch sollte, so mußt Du das schon meiner Dir bekannten losen Natur zugute halte». Ucbcrlege Dir's, was ich gesagt. Ich will keine übereilte Zusage: hoffe aber, Du mit meinem Vorschläge einverstanden sein."
Ein Klopfen an der Tür störte sic. Dr. Holm trat
uns selbst das Leben
Marie und hielt
begegne. Ich habe gestern viel über unS beide nachgedacht. Wir sind doch — jeder für sich, zwei ruhige, vernünftige Menschen. Warum sollten wir nicht unsere Zukunft besprechen können, ohne uns dabei zu erhitzen?"
Marie sah ihn still an. Er wartete einen Moment, dann fuhr er fort:
„Du hast mir vor einigen Monaten so entschieden Deinen Entschluß, Dich von mir zu trennen, kunbgetan, daß ich es für überflüssig halte, Vergangenes zu berühren. Du hast mir offen gesagt, ich hätte Dich unglücklich gemacht, und ich sehe jetzt selbst ein, daß unsere Ehe, so wie sie gewesen, ein schwerer Mißgriff war. Ich bin auch bereit, den größten Teil der Schuld auf mich zu nehmen. Ich hatte schwere innere Kämpfe zu be- stchen und habe dabei Deine Langmut auf eine harte Probe gestellt. Dieses Zugeständnis will ich Dir gern machen. Aber die Ereignisse der letzten Wochen haben mir gezeigt, daß es so nicht weitergeht, daß unser Verhältnis, wie es jetzt besteht, ein unhaltbares ist. DaS siehst Du doch selbst ein?"
Sie neigte stumm den Kopf.
„Es ist doch eigentlich ein Unsinn, baß wir uns darum kümmern, was die Mitwelt von uns denkt und sagt. Ich bin
Heinrich schwieg, veränderte sie ihre Haltung nicht. Nur schwere Tropfen lösten sich von ihren Wimpern und fielen in den Schoß: das einzige Zeichen ihrer inneren Erregung.
Heinrichs Stimme hatte einen rauhen Klang, als er fortfuhr:
„Es tut mir leid, ich scheine dazu berufen, Dir Kummer zu bereiten. Aber — es mußte sein: und glaube mir, ich will jetzt nur Dein Bestes. Da uns das Schicksal — oder soll ich sagen Dein Großmut — noch einmal zusammengeführt, halte ich es fürs richtigste, wir setzen uns in Ruhe auseinander. Und wenn ich Dir auch wieder heftig begegnete und Dir für das mir gebrachte Opser nicht so zu danken weiß, wie ich es eigevi-
strich er sich da8 Haar auS der Stirn und sagte:
„Es ist unrecht von mir, baß ich Dir immer so heftig
Glück und wirst es sicher finden. Doch solange Du noch das Gefühl des Gcbundenseins hast, wirst Du jeden anderen Entschluß in Dir nicht zur Reise kommen lassen. Wenigstens glaube ich Deinen Charakter so zu kennen: wenn Du auch meinst, Du seiest mir fremd. Und schließlich" — hastig fielen jetzt die Worte von seinen Lippen — „so wertlos an und für sich mir eine gerichtliche Trennung ist, auch ich werde daun vielleicht zufriedener sein. Dann sind wir beide frei, haben auf niemand Rücksicht zu nehmen, haben das Recht, nur an
liegen?"
Marie schüttelte den Kopf. „Schelten Sie mich nicht, Herr Doktor, ich bin nicht undankbar. Glauben Eie mir, ich bin sehr, sehr froh, daß mein Mann wiederhergestellt ist. WaS mich bedrückt, ist etwas anderes —* sie schwieg —
Da nahm Dr. Holm ihre Hand in die seine.
„Liebe gnädige Frau, darf ich als alter Mann einige gutgemeinte Worte an Sic richten?"
Sie sah vertrauensvoll zu ihm auf.
„Als Sie zu mir kamen, von Angst und Sorge erfüllt, da erzählten Sie aus freien Stücken, Sie hätten sich von Ihrem Gatten getrennt. Ich will nicht forschen, welcher Grund dafür vorlag: das geht mich nichts an. Aber — das können Sie mir glauben — als Arzt und Menschenkenner weiß ich heute, nachdem ich Sie und ihn beobachtet, daß Sie beide unter dieser Trennung leiden. Sehen Sie, cs gibt im Zusammenleben der Menschen unsichtbare Bande, die ebenso stark sind als die Liebe und die äußeren Verhältnisse. In erster Linie — die Ge- wohnheit. Werden wir aus dem gewohnten Gleise herausgeworfen, dann kommen wir oft erst zur Erkenntnis dessen, was wir verloren oder leichten Herzens aufgegeben. Bei Ihnen liegt cs wohl anders; daß Sie sich der Zugehörigkeit zu Ihrem Mann bewußt, das erkannte ich sofort, als Sie mich aufsuchten. Aber unser lieber Patient — dessen seien Sie versichert, — der ist krank darüber geworden und ist er jetzt auch geistig und körperlich auf dem Wege der Genesung, wollen Sie, daß auch in seine Seele der Frieden einzieht, so suchen Sie diese Entfremdung, die zwischen Ihnen besteht, zu überbrücken. Ich halte Sic für eine tapfere, gute Fran. Hören Sie auf den Rat eines Mannes, der Ihnen von Herzen wohl will. Bekämpfen Sie Ihren Stolz, suchen Sie die erlittene Unbill zu vergessen und bahnen Sic eine Versöhnung an. Ich müßte
uns scheiden. Was mich selbst anbetrifft, der Akt an sich ganz glcichgiltig. Es ist Formalität, weiter nichts. Aber Du — — Du hast ein Anrecht auf ein neues
brauchst Du mich nicht zu erwarten." Dann folgte sie vorangegangenen Arzt.
Dr. Holm begleitete sie durch den schattigen Garten ans Tor. Dort blieb er stehen und sah ihr teilnehmend in ernste, traurige Gesicht.
„Gnädige Frau, Sie sehen so trübselig drein. Ist
Ein wilder Kampf dnrchtobte Maries Innere, während st: ihr Hotel aufsuchtc. Die ernsten, wohlgemeinten Worte des Arztes, die zuerst noch in ihr nachklangcn, wurden bald von der klaren, kühlen Stimme Heinrichs übertönt. Immer wieder hörte sie feine sachgemäße, wenn auch nicht unfreundliche, so doch gleichmütige Auseinandersetzung betreffs ihrer Zukunft. Eine Auseinandersetzung, die eine Annäherung unmöglich machte und die Trennung für selbstverständlich annahm. Und da sollte sie den Versuch machen, eine Wiedervereinigung an- znkahncn? Ja, wenn sie sich selbst zn dieser Demütigung entschloß, würde sie nicht nur eine neue Niederlage erleiden? Waren die Ansichten des Arztes nicht bloß aus der Luft gegriffene Vermutungen? Sic war es, die von ihm gegangen, die ihm erklärt, daß sie nie wieder zn ihm zurück wollte. Hatte daher nicht Dr. Holm recht, wenn er ihr zusprach, den ersten entgegenkommenden Schritt zu tun?
Im Hotel fand sie auf ihrem Zimmer einen Brief von Emma Bodlnghaus. Mechanisch öffnete sie ihn und überflog die ersten Seiten; sie enthielten nichts besonderes: nur kurze Berichte über sich, daß es ihr gut gehe, Anfragen nach Heinrichs Krankheitsverlauf. Erst die letzte Seite fesselte Maries Aufmerksamkeit. Da hieß eS: Dr. Peter suchte un8 kürzlich wieder einmal ans. Er fragte auch nach Dir. Als Fritz ihm mitteilte, wo Du Dich aufhältst, da meinte er: Ja, ja, ich dachte es mir gleich: so sehen die Frauen nicht auS, die ihren Mann verlassen! Soll das nun ein Kompliment sein?
Marie las den Schluß deS Briefes mehrmals. Dabei erhellte sich allmählich ihr kummervolles Antlitz auf und sic lächelte leise vor sich hin. Der lebensfrohe Rheinländer hatte sie zuversichtlich gemacht. Noch einmal wollte sie ihr Schicksal in die Hand nehmen. Damals war der Zorn ihr Wegweiser ge- wcsen, jetzt sollte die Liebe ihr Führer sein. Würde sie ihr znm Siege verhelfen?
zu denken. Weshalb sollen wir uns gegenseitig erschweren?"
saß unbeweglich da. Sic hatte die Augen gesenkt die Hände krampfhaft ineinandergclegt. Auch als
10. Kapitel.
Gegen Abend, nachdem sie auf einsamen Wegen ihre Nerven beruhigt, ging Marie zu Heinrich.
Er schien sie nicht mehr erwartet zu haben; da» sah sie
Marie unterdrückte ihre Bewegung so gut wie sie konnte, und der Arzt war taktvoll genug, ihrer nicht zu achten. Er begrüßte sic herzlich, fragte nach dem gestrigen Nachmittag, wie sic ihre Cousine angctrofsen, wie ihr das Sanatorium gefiele; und als die junge Frau letzteres lobte, forderte er sic eifrig auf, ihrem Manne zuzureden, dasselbe noch für einige Wochen auszufuchen.
Als er aufbrach, verabschiedete sich auch Marie von Heinrich. Dieser sah ihr forschend in die Augen. „Kommst Du heute nachmittag? Sonst — wenn Du vielleicht das schöne Wetter zu einem Spaziergang benutzen willst — ich kann mir ganz gut ein paar Stunden allein die Zeit vertreiben."
Sie entgegnete: „Ich weiß cs noch nicht. Jedenfalls
Da wandte er sich wieder zu ihr. Mit müder Bewegung I Gatte bald genesen? Ist daS kein Grund zufrleden zrr sei«? r. — m kov „Mb fnnto: Haben Sic schon vergessen, welch sorgenvollen Tage hinter UNS