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xitlid: stuv noch eines Gürtels zu man den Hänger Reihsalten anstatt

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Fn teuren Seiten.

Tic Hausfrau und die Teuerung.

Die Hausfrauen müffcn sich, während ... Parlament und Presse der Kampf ausgciochtcn wird, woher die Teuerung kommt und welche Mittel der Teuerung abhclsen sollen, mit den nun einmal bestehenden mißlichen Verhältnis­sen absindcn. Wie soll das nun geschehen? Durch Sparsamkeit, durch Einschränkung im Einkauf, durch bett Kauf geringartigcr Pro dulte? Rein . . . niemals! 'Denn nichts sirast

die Lampe angestecktz so ging ein bedauernd Jetzt schon Licht" von Mund zu Mund: cs wer uns gar nicht recht, daß all der Zauber, der uns eingesponneu durch das nüchterne List't so schnell gebrochen werden sollte.

ilnd heute . . . wie ist's in unseren Tagen mit dem Märchenerzählen? Ich glaube, cs gibt nicht mehr schr viele Häuser, in denen gute Großmütter oder freundliche Tante» und liebevolle Mütter den kleinen Blüten und Mäd- chen in der Dämmerstunde Märchen erzählen. Die Großmütter sind heute, so modern, daß sic in ihre Vereins- und Vorstaitdssitzungcn geben, den Tanten fehlt auch die Lust und das Interesse, sich um Reffen und Nichten zu bekümmern, und die Mutter haben ihre Fünf uhrtees und Gcsellfchgflen und was derglei­chen mehr ist. In den-ärmeren Volksschichteit aber, wo vielleicht manche Mutter ihren Lieb llngen gern Märchen erzählen würde, da ist keine Zeit, da muß die Mutter arbeiten. So sind die Kinder vielfach, wenn sic nicht Zn flucht in Kindergärten und Kinderhorten fin­den, sich selbst und der Aufmerksamkeit von Dienstboten überlassen, und die schönen Stun­den des Märchenerzählens gibt es für sie nicht. Wenn sie lesen können, lernen sie ja die Mär chen aus ihren Büchern kennen, aber gelesen sind sic nickt halb so reizvoll, haben nickt halb den Werl, beit sie haben würden, wenn man sic den Kindern erzählte. Und daß auch das Märchen ein wichtiger Faktor in der Erziehung unserer Kinder ist, hat man längst anerkannt.

Es ist desha'o notN'cndlg, daß unsere In gend wieder intensivere Fühlung mit dem Märchen gewinnt, daß sic das Märchen lieben lernt, wie wir Erlvachsene es als Kinder lieb­ten. Dazu gehört aber, daß denKiudern die Mär­chen erzählt werden, und können und wollen die Mütter und Großmütter nicht mehr Mär­chen erzählen, so müssen es eben Fremde tun, Vic ein ivarmes Herz für die Jugend Haven. Schon vor mehreren Jahren las man in den Zcitschriflcn von Märchentanten, die in ver­schiedenen Großstädten einen Kreis von Kin

dern um sich sammelten und ihnen Märchen erzählten. Jetzt ist man noch einen Schritt wei- t"r gegangen. In Leipzig veranstaltet ein Herr Wilhelm Elobes Künstler-Märchen- Vorstellungen. Angetan wie ein echter, rechter Knecht Rupprecht, erzählt er unter dem Tan­nenbaum der aufhorchenden Jugend all die schönen alten Märchen. Die Vorträge werden durch Lichtbilder illustriert, die von Künstlern wie Arpad Schmidhamm«r, Ernst Lie­bermann und anderen eittworfen sind. Die­se Bilder sind dem kindlichen Fassnngsvermö gen angepaßt und erwecken bei den Zuhörern außerordentliche Teilnahme und lebhaftesten Beifall. Da die Einttittspreisc sehr niedrig sind, ist es auch minderbemittelten Eltern

Künstler -MrchenvorstMngen.

DaS Märchen einst und jetzt.

Es ist schon lange, lange her, daß ick mir einmal Märchen erzählen ließ, aber jedes Jahr, Wenn s Weihnacht werden will, und ich gehe gegen Abend durch die Straßen, vorüber an den Schaufenstern, die mit ihren bunten Spielsachen und Puppen jedes Kindcrberz in Entzücken versetzen, bann wird die Kinder,zeit lebendig vor meinen Augen, und die Gedanken fliegen zurück in die Jahre, da ich im Kreise meiner Geschwister und Spielgefährten zu Füßen der Großmutter den alten Märchen lauschte, die sie mit nimmermüder Geduld uns Quälgeistern erzählte. Wenns draußen däm­merte, und der Wind heulend durch den Scnornsictn fuhr, oder der Regen gegen die Scheiben schlug, da liefen wir zur Großmut ter und baten: E' zähle! Und wie gern tat sic's. und wie sckön konnte sie's. Lcibba'tig sahen wir all die Märcheugestallen vor nns: das Rotkäppchen und den bösen Wolf. Hänsel und Gretel und die kindersressendc Here, die Priu jessin mit den Entcnfüßen, und r.ie sic alle heißen. Unferc Wangen glühten, die Augen leuchteten, und es tvurde uns nie zu viel. Und die gute Großmutter erzählte immer weite: und wurde nickt müde, all' die begierigen siinderhcrzen zufrieden zu stelle». Wurde dann

Taillenschluß berabrcichcu, dock braucht Sutter nur nach Erfordernis mit '2btt»

den Ausschnitt beliebig. Spangen zum Durchleiten bcfestiacn. Natürlich kann am oberen Teil auch durch

.Morgen reife ick mit Ihnen nach der großen Stadt.'

Das Mädchen, sah staunend in das. seine, blasse Gesickn mit den gebieterischen, glänzcn- fcrit Augen. Mißtrauen kam flüchtig in Gnn- delis Blick. Dann glomm ein leiser Hoffnungs- schimmcr in den verweinten Auge» auf. Sttimm folgte sie der schnell aufwärts kletternden Jutta. Das »erträumte Häuschen der .Ein­samen' sperrte erschreckt seine Augen auf. Sttm- mcn in ihm, die Schatten zweier Menschen an den Vorhängen!

Fragend schaute cs hinab zu dem dunkeln, nur zuweilen seltsam anfieuckrende» See, hin­aus zn den alten Bäumen, die ihre regennas­sen Häupter fduittfltci*. Sic alle wußten nichts von der Veränderung, die mit der .Einsamen' vor sich gegangen. ßknr die Statne der An­nette Droste lächelte int Lichtreflex, als wüß - t c sie.

Jutta stand lange vor dem weißen Lager, das sie bem erschöpften Mädckcn auf ihrem Di­wan zurecht gemacht. Wie friedlich das Gun- deli schlummerte! Wie kindlich waren die Züge des leick't geröteten Gesichts!

Als Verbrcckcrin batten die ehrsamen Bür­ger der Stadt sic ausgcstoßcn. Wahrscheinlich wäre sie wirklich zu einer solchen geworden, wenn die mahnende Stimme in Juttas Seele nicht zum Helfen gezwungen hätte.

Rackdeutlich suchte die Fran aus ihrer Gar­derobe die nötigen Kleidungsstücke für das Wjiiibeit berans. Dann begann sie ihre Kof­fer zu packen.

Wanne Freude füllte ihre Brust. Wicviele mochten . . . gteick dem Gundcli... am Zu- prundegehen sein! . . . Wicviele brauchten ihre rettende Hand! . . .

Bei Tagesgrauen stand die Einsame zum letzten Male aus demKönzcli". Rock lagen trübe Schatten über dem See und hüllten die Häupter der ewigen Alten drüben in nndurch- fidingen Flor. Aber in der Ferne, wo der mattgrane Himmel ans dem Wasser empor- wnchs, begann eine unsichere Hand langsam beit Vorhang zu lüsten.

Es sprühte und leuchtete, wie Blnt so rot und weckte die schlafende» Wellen zu sarbeu- srohcm Funkeln.

Es war Jutta, als umtoste der brennende Sckcin auch ihre Seele. Wie im mächtigen Schauer die schleppend schlvcren Schleier im Raum in leichten Morgenduft sich lösten, wich auch das letzte Widerstreben des alten stolzen .Ich' in Jutta Vanhaercn.

Zurück ins Leben...!

sich schneller, als der Einkauf nickt ganz tri sckcr Lebensmittel. 9?ein, die Sparsamkeit soll sich auf alles erstrecken, auf sorgliches Um gehen mit Heizung. Licht, auf die Schonung der Anzüge, ans das Vermeiden von Lnrns. in der Küche aber aus bi; Verwendung der Reste nnd das Nachdenken darüber, in welcher Weife man die Ernährung der Familie am befielt und bil­ligsten bewerkstelligt. Vorteilhaft ist es, sich zur» Mittagsmahl, auck gclegeitilich zum Abeudesseu der altmodisckc» Suppe anrunrtz

möglich, ihre Kinder in diese Märchenvorstcl- luiigelt z» schicken, und «s ist nur zn wünschen, daß Herr Elobcs bald Nachahmer finden mö­ge, die auck in anderen deutschen Städte» das Märckemr,zählen pflegen. An Publikum wür- dc cs sicher nirgends fehlen. M.

Schörzeakkeidk;'.

Praktische Schulgarderobe für Mädchen.

Schürzenkleider erscheinen für kleinere Mäd- eben, als Haus- und Schulklcidcr sehr praktisch, wett sic mit auswechselbaren Blusen getragen w"den können. Sic lassen sich so leicht her- flellen, daß selbst eine wenig geübte Hand ein einfaches rschnrzeukleid ohne Schnittmuster anfcrttgcu kau». Man nimmt zlvci Stofjvrci- ten, die knapp nnterhalb der Achsel bis über den Rocksaum hcrabrcichen, und steppt de» vorderen Teil von oben bis zum Taillenschluß n, nicht zu tiefe Säume oder Falte»; rück wäris siud tiefere Falten anzubriiigen, damit hier die Weite reichlicher ist. Daraus steckt man die Teile ans der Figur des betreffen den Kindes sest, bczeichuet dic Rücken und Brnstbreite und auck dic Armlochtiefe, schrägt dic seitlichen Ränder der unter dem Arm reichlich gemessene» Weite gemäß ab und run­det die Armausscknitte, die ziemlich tief sein müssen: von den oberen Breiten dars man je­doch nichts sortnehinen.

Nachdem dann die Teile zujammcitgcuäht siud fdie Naht kommt etwas nach rückwärts liegend) säumt man den Rock, seht oben rings- hcritm einen Sckrägsireifen dagegen, bringt Acks.lpaitcn mit Knopfschlus; an und schmückt

Ta die Kartoffeln schr teuer zu bleiben schei- ncn, ;o schaltet man an diesem oder jenem Tag das stercotyjic Kartoffelgericht aus und gibt statt dessen einmal nach süddeutscher Art «bereitete selbsthergestellte Spätzle», Mehlklöße oder auch fettig gekaufte Rudel». Die Verwer­tung des Reis nnd der deutsche» Hirse ist noch lange nicht genug anerkannt. Hirse ustt et­was Schweinefleisch gekocht, ist vorzüglich ebenso Milchhirsc, mit Zncker inib Zimt be­streut, als Nachtisch oder Abendessen. Dir sckö- nc Buchweizengrütze, dic doch so schmackhaft,, so billig, ,o nahrhaft uitb bekömmlich ist, wird auch mcht genng geschäht. Eicrspeisen sind Delikatessen getvorden. Manche Haussrari ge­traut sich kaum, einen sonntägliche» Flammeri zu bereiten, den die Kittder doch so gcru essen Auch da weiß man Rat. Man lasse schönen

^drisch dick ausquellen und süßt nach D?»» wird die dicke Masse in eine epdiole geschüttet und nach dem Erkalten nm- geitulpt: mit Obstsaucc gcnosscu, wird sic -u einem herrlichen Kerichr. 1 6

___i. Jahrgang.

»ich. Str muß aber irgendwie nahrbnft sei» mtd nicht zn kostspielig. Als zu kostspictig sckci den alle echten Fleischbrühen ans.

Ma» kochr gern Gemüse mit FlcischbrMc oder Fleisch, aber wen» man sparen will io ersetzt man dic Brühe einfach durch einen Bouillonwürfel, der dem Gemüse einen vor züglich kräftigen Geschmack gibt. Hat nuut Sahne und Knochcnabfall bon einem Fleischge­richt, so darf man das nie fortwerfen: man wäscht es, die Knochen werden von allen Flcischfasern gesänbcn, ans wcitzcm Papier bogen auf heißer Herdstclle geröstet und mit Wasser, Salz und neuem Wurzciwcrk ausge­kocht. Dann rührt man die Flüssigkeit durch ei» Sieb und verkocht sic mit Hafcrslockcn, Grünkcrnmehl oder mit ein paar geschnittenen Tomaten zn schmackhafter Snppc. Von Kar- toftelrcstcn kocht man mit Zngabc von Wurzel- Werk Kartoffelsuppe, von Brotrcsten Brot­suppe, und wen» inan, um Feuernng j« spa­ren, von dein langen Kochen der Hüffensrncht- snppen absehen innß, so benutzt man Hrilsen- fruchtmchl ober bie fertigen vortrefflichen Sup­pen, bic als Krebs-, Rumford- ober Tapioka- snppe auch für festliche Tafeln sehr am Platze sind.

dnrck Säume einengen; er ist in diesem Fall am Rande mehrfach einzureihen nnd wird nn fer dem Gürtel durch einen Zug znsaminciige- haltcu. Tic unter dem Kleid zu tragende