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vt. 52.

als ich unten ankam, erscholl ein lauter Schrei Die Schlange hatte ihr Opfer gefaßt.

Noch in der gleichen Nacht schielten wir die Polizei in das Haus Aischas Der Köm miffär sand nur zwei Leiwen. Auw die Mör­derin hatte, als sie ihren Plan mißlungen sah, ihrem Leben ein Ende gemacht.

KomMLnale Frauenarbett.

Die Fran in den Truerungskommissionen.

In eine ganze Reihe von Berufen, die frii her ausschließlich Vertretern des stärkeren ßje- schlechts zugänglich waren, hat sich Fraiieiifteiß und Fraucnenergie in den letzten Jahrzehnten Einlaß verschafft. Lange schon gibt es weib­liche Aerzte und Bibliothekare (um Berufe zu erwähnen, die ein Uuiversitätsstudium erfor­dern), weibliche Post- und Bahnbcamtc sowie weibliche Handwerker verschiedener Gewerbe, und da ist wohl kaum irgend ein Beruf, der nicht die Anfänge einer weiblichen Invasion erkennen ließe. Und alle düsteren Prophezei­ungen, durch die Feinde der modernen Frauen­bewegung deit Wert der Frauenarbeit herabzu­setzen bestrebt waren, die Fähigkeiten und Ent wicklungsmöglichkciten der Frau zu unterschät­zen sich bemühten, haben sich nicht erfüllt. Die Frau hat gezeigt, was sic leisten kann, und je­der billig Denkende kann sich der Einsicht nicht mehr verschließen, daß die fienifti* tätigen Frauen schon viel Gutes und Nützliches ge­wirkt haben und daß aller Voraussicht nach auch die Zukunft den Wert der Frauenarbeit ausweisen wird. Freilich stehen die beruflich tätigen Frauen heute durchaus noch nicht allent­halben da, lvo sie stehen müßten; es gibt noch lo manche Arbeit, Vie sie wohl verrichten, so mauehes Amt, das sie wohl verwalten fön»= len, wenn ihnen nicht mit aller Gewalt ent gegengearbeiiet würde.

So ist's zum Beispiel mit der kommunalen Frauenarbeit. Gewiß sind heute schon sehr viele Fraueil im kommunalen Verwaltungs- apparat tätig. Wir haben weibliche Mitglie­der in Kommiffionen für Waisen-, Armen- und Krankenfürsorge und im Vearntenkörper einer Reihe von Großstädten ist die Polizeiasiistentin keine srenide Erscheinung mehr. Trotzdem muß gesagt werden, daß der Frau in der Konnnu- ' nalverwaltung noch lange nicht der Platz einge- räumt ist, der ihr gebührt, und sicherlich wird noch geraume Zett vergehen, bis alle dahin- gehendeil Wünsche befriedigt sind. Man denke nur daran, wie nützlich Frauenarbeit in der städtischen Lebensmittelversorgung sein könnte. Die in diesem Winter besonders empfindliche Verteuerung aller Lebensrnittel macht sich zuerst den Hausfrauen fühlbar. Sie müssen die für den Haushalt nötigen Lebensmittel kaufen und müssen sehen, wie sie mit dem gleichen Wirt­schaftsgeld, das in besseren Zeiten zur Bestrei- tting des Lebensunterhalts vorhanden war, jetzt die Familie in ausreichender Weise speisen können. Das erfordert sicherlich manches Kopf­zerbrechen, nianche sorgenvolle SMnde, aber ich bin a>lch überzeugt, daß die meisten Hausfrau­en sich zu helfen wissen.

Wäre es, wenn man dies alles überlegt, nicht gut, nein, wäre es nicht erforderlich, den Hausfrauen Platz zu machen in den Kommis­sionen zur Linderung der Lebensmittelteue- rung. Es liegt doch klar auf der Hand, daß die Frauen hier äußerst wertvolle Arbeit leisten könnten, weil sie ja am besten wiffen, woraus es ankommt. Aber die genannte» Kommissi­onen bestehen fast nur aus Männern, und nur ganz vereinzelt hat man die Erscheinung beob­achten können, daß zur Linderung der Teuerung auch die Frauenarbeit herangezogen wurde. So kommt aus Troppau die Nachricht, daß die Stadtgemeinde beschlossen hat, zwei Frauen als Beirätinneu in den Verpflegungsausschuß auf zunehmen. Ihre Hauptaufgabe soll darin be­stehen, nach genauer Erforschung der städttschen Marktverhältnisse praktische Besserunqsvor- schläge zu machen. Hoffentlich ahmt man die­ses Beispiel bald in anderen Städten nach, und es wäre zu wünschen, daß auch hier in Cassel der Rat erfahrener Frauen in dieser Beziehung Gehört würde. Nützlich wäre es jedenfalls auch.

Casseler Neueste Nachrichten

wenn den Frauen ein Teil der Arbeit der Marktpolizei übertragen würde, da sie dafür doch zweifellos ebenso berufen sind als die Mämier. So gibt es noch weite Gebiete öffent­licher Tätigkeit, die der Frauenarbeit harren. Ausgabe der Frauen aber wird es fein, sich den ihnen gebührenden Platz zu erkämpfen, wie sie sich schon so manches Amt, fo manchen Beruf zugänglich gemacht haben. M. M.

Weihnachtskonfett.

Vorbereitungen zum Christfest.

Ein Weihliachtsfest ohne Süßigkeiten ist den Kindern undenkbar. Hängen sie nicht zu ihrer großen Freude in verschiedenen Behäl­tern lockend in den» dichten Grün des Tannen- banmes, dann finden sie die Leckereien sicher auf ihrem Gabentische mit Nüssen, Aepfelu und Honigkuchen vereint ausgebant. Ganz beson­ders begehrt fmb *fie natürlich, wenn Mutter selbst sie im Hanse herstellte und sie mit dabei helfen durften. Ist das ein Jubel, wenn es heißt: Mandeln brennen oder backen. Wie blitzen die Augen, wenn unsere Kinder mit sauberen Händchen und Schürzchen bereitsteheu, der Mutter ihre Arbeit durch Mithilfe zu er- leichtern. Mutter würde gar nicht fertig wer­den ohne die emsige Hilfe ihrer kleinen Hein­zelmännchen, wie sie immer wieder betont, und sie sind stolz auf dieses Lob. Diese schönen Stunden des Zusantmenschasfens mit ihren Lieblingen sollte sich keine Mutter entgehen las­sen, und wenn es auch eine Vermehrung ihrer vor Weihnachten ohnedies nicht geringen Ar beitslast bedeutet, doch dieses oder jenes Kon­fekt selbst herstellen, wozu nachstehend perschic bene Anleitungen folgen:

Makronen. */t Pfund feingeriebene Mandeln, ein halbes Pfund Zucker, zwei Löf­fel Mehl. Die abgeriebene Schale einer halben Zitrone und soviel Eiweiß, daß die Masse recht schaumig wird, rührt man zusammen. Man füllt sie in eine weiße Papiertüte, die man oben eng zusammenfaltet, unten durch Abreißen der Spitze öffnet, und formt nun kleine Plätzchen, die man bei mäßiger Hitze bäckt. Größere Makronen verziert man in der Mitte mit et­was Johannisbeer- ober Himbeermarmelade, ober einer eingemachten Frucht. Mandel- bogen. Eine Taffe fein gewiegte Mandeln, l'/i Taffe Zucker unb das nötige Eiweiß ver­bindet man zu festem Teig, den man auf dem Feuer solange rührt, bis er sich vom Topfe löst. Dann stäubt man einen Löffel Mehl daran, verrührt alles noch einmal, streicht den Teig auf Oblaten, schneidet Stretfchen von Fingerbreite und -länge davon, unb bäckt sie über einem halbrund gebogenen Blech in mä­ßiger Hitze.

Spekulatius. Ein halbes Pfund Bnt ter, ein halbes Pfund Zucker, wenig Vanillin ober Zimt, zwei ganze Eier, ein Pfund Mehl, das man mit einem Päckchen Backpulver ge mischt, wirkt man zu festem Teig, mangelt ihn recht dünn/sticht ihn mit Blechformen aus und bäckt die Kuchen recht schon hellbraun auf gut bestrichenem Blech. Man bewahrt dieses wohlschmeckende Gebäck in Blechdose» auf, in denen es sich lange Zeit knusperig erhält. Pfeffernüsse. Ein halbes Pfund Honig bringt man zum kochen, läßt ihn etwas abkiih- le», unb gibt nach unb nach ein viertel Pfttnb Mehl mit ein Päckchen Oetkers Backpulver ver­mischt, sowie ein Teelöffel Zimt, einen Hal beit Teelöffel pulverisierte Nelken, bie abgerie­bene Schale einer Zitrone, etwas Muskatblüte unb den steifen Schnee von drei Eiern hinzu. Nu» formt man vom Teig walnußgroße Ku­geln, bäckt sie auf wachsbestrichenem Blech hell­braun und bebt sie, will man sie recht weich ha­ben, in offenen Behälter» auf, sie schmecken vorzüglich.*> > D. TL

Häusliche ßhemänuer.

Wie fesselt man de» Man» ans Hans?

In einer Damengesellschast war es, wo vor kurzer Zeit lebhafte Klagen über die Unrast der heutigen Ehemänner geführt wurde».Es ist ihnen beute fast unmöglich, des Abends ein mal friedlich unb aenüafam tu Laufe m blei

____________________________i Jahrgang.

den," hieß es ba. Bald zwingt eine Verabre­dung mit einem Geschäftsfreunde, bald ein Kegel, bald ein Skatklub, heute der Gesang-, morgen der Turnverein zum Ausgehen. Was aber das Schlimmste habet ist: Er geht al lein dorthin, seine Frau ist dabei überflüs­sig. Kaum nimmt er sich Zeit, mit ihr zusam men ein Konzert, einen Vortrag ober das Theater zu besuchen. Ist das Geschäft ge schloffen, dann kommt er nach Hause gestürzt, in Hast nimmt er das Abendbrot zu sich, in größ­ter Eile kleidet er sich um, und ehe »och fein Weib zum Frage» kommt, ist er schon ver schwunde». Wohin? Sie weiß es nur in beit seltenste» Füllen genau unb gewöhnt sich all­gemach die Fragen nach seinem Ziel ab.

,3a, es ist wahr, der Mann von heute hat sich sehr zu feinem Nachteil verändert," in die­sem Resümee faßte eine blühende Brünette die gesamten Klagen der anwesenoen Dame» zu­sammen. Das nachfolgende Schweigen unter­brach die Mutter der Gaftgeberi»:Ja," be­kräftigte sie,bie Männer habe» sich gewandelt, weil ... sich die Frauen geändert haben!" Blitzschnell hoben sich bie gesenkte», blonde», braunen unb schwarze» Frauenköpfe rings um sie her, und manches Auge blitzte kampfbereit, manche Lippe öffnete sich zu schnellem Widerspruch. Doch lächelnd hob die alte. Dame die Hand:Nur gemach, meine Damen, auch Sie sollen später zu Worte kommen. Doch zunächst möchte ich Sie ver­schiedenes fragen.

Findet die Frau von heute noch ihr Ge­nügen in ihrer Häuslichkeit? Geht sie auch heute nur für ihre Familie auf? Teilt sie wie früher des Mannes Sorgen? Ist sie noch so anspruchslos und bescheiden wie früher? V e r- steht sie es, dem Mann sein Heim traut undbehaglich zu machen und ist sie liebevoll um ihn besorgt, wenn er müde und abgespannt des Abends heimkehrt? Vermag sie auf ein Bergungen zu verzichten, ihm zuliebe; versteht sie es, auf seine Interessen einzugehen? Ist es ihr möglich, ihre eigenen Interessen und Kla­gen über häusliche Sorge» hintenaiizufetzeir während der kurzen Zeit ihres tägliche» Bei­sammenseins? Nun, meine Damen, was können Sie darauf entgegnen?" Eine lange Pause folgte den Ausführungen der Greisin. Endlich erwiderte eine stattliche Blondine? ^Jch glaube, eine jede wird wohl in Ihren Worten eines gefunden haben, das sie auf sich selbst anwenden tarnt, und wird versuchen, in Zukunft den Fehler zu beseitigen. Gelingt es uns aber, unsere Männer wieder an das Haus zu seffeln, so danken wir das Ihnen!" Und mit ihr zugleich streckten alle anderen Damen der @rcifii# voll Dankbarkeit die Hände entgegen.

Das Abbitten.

Ei» Beitrag zur Kindererzichnng.

Int Register der häuslichen Pädagogik steht das Abbitten der Kinder nach einer begangenen Unart an erster Stelle. Es besteht gewöhnlich im Vorbringen der Phrasen:Ich will jetzt im­mer recht artig fein! oder:Ich will «s nie wie­der tun!' Leider glauben viele Eltern und Er­zieher, daß ein Kind nach empfangener Strafe abbitten müsse, um die Macht der Erzieher ganz zu fühlen, um zu lernen, sich unkerzu ord­nen und jeden Stolz ober Trotz von sich z» werfen. Man erreicht aber daburch bloß, daß das Kind charakterlos wird, daß es heucheln lernt und fchließlich zu der Einsicht gelangt, daß es auf Abbitten hin weiter fündigen darf. Roch Wimmer aber ist es, daß durch die Unsitte des Abbittens die Kinder zum Lügen unb zur Re- spettlostgkeit gegenüber den Eltern geführt werden.

Das intelligente Kind fühlt ganz genau, daß es ihm unmöglich ist, fest zu versprechen, diese oder jene kindliche Unart nicht wieder zu tim, unb es fühlt ferner, baß bie Eltern das ganz genau wiffen. Es merkt nur zu bald, daß man dieses Versprechen von ihm nur verlangt, um seiner Unart unb Bestrafung einen offiziellen Schluß zu geben, um der unerquicklichen, beide Teile nicht befriedigenden Stimmung, die nach