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hcn Spitzen und Blumenranken. Auch weiße SiUflloden werden vereinzelt gekauft und wie dir Backsischhüte mit Früchten garniert.

Herbst-Erkältungen.

Ihre Entstehung und Verhütung.

Bei der rauhen Herbstwitterung, die sehr leicht Erkältungen herbeiführt; ist die Haus­frau und Mutter der berufenste Arzt, weil die Verhütung der berüchtigten Herbstcrkältungcn allein durch sachgemäße Pflege möglich ist. In erster Reihe muß davor gewarnt werden, daß man sich zu warm kleidet. Die meisten Erkäl­tungen im Herbst rühren daher, daß der S$or- per bei beginnender rauherer Temperatur eine viel zu warme Bekleidung erhält, durch die er leicht ins Schwitzen gerät. Der geringste Luft­zug aber, der die feuchte, schwitzende.Haut trifft," ist geeignet, eine Erkältung unange nehinsten Charakters herbcizuführcn. Eine leichte Trlkotunterkttidmtg dürfte für den Herbst vollkommen genügen, um die eigene Wärme des Körpers fcslzuhalten und den Zu­tritt kühler Lust zu verhüten. Daraus kommt es nämlich in per Hauptsache an.

Ein zweites Gebot, das noch sehr wenig oder gar nicht beachtet wird, beißt: Regelmä­ßige, nicht zu warme Bäder l Ein Arzt hat jungst die Behauptung ausgestellt, daß die be- riichtigte Influenza. die unangenehmste Krank­heit des Herbstes und des Winters, von einer zu geringen Ausatmung der Haut in dieser Jahreszeit herrühre. Ma,t wird vielleicht die­ser Ausfassung beitreten müssen. Die mensch­liche Haut kann desto besser ihrer Aufgabe nnchloiumcns je reiner sie ist und je weniger die Poren der Haut von Talg- und Fcttaus- fchcidungen, sowie von Staub verstopft sind. Wenn der Blutumlaus des Körpers völlig un­gestört vor sich gehen kann und die Haut in der Lage ist, die notwendigen Ausscheidungen ungestört vorzun'ehmcti, dann sind Erkältungen äußerst selten, da die Tätigkeit des Körpers beinahe allein ausrcicht, um Erkältungen und Erkrankungen zu verhüten.

Es muß deshalb daraus geachtet werden, daß die Hauk ihre regelmäßigen, nicht zu war mcn Bäder erhält. Rach dem Bad bekommt am bestell eine kühlere Dusche, soweit sic die "Haut ertragen kann ohne zu frösteln. Diese kühle Dusche bildet eine der Hauptwasscn beim Kampfe gegen die Erkältungen. Es gibt Leute, die, ohne sich zn erkälten die Dusche allmählich immer kühler werden lasten, bis das Master die gewöhnliche Temperatur bat. So kalte Gusse sind allerdings nicht »lotweudig. aber eine ast mählich immer kühler werdende Dusche ist durchaus erforderlich. Sind diese Maßnah men getrosten und ist der Körper durch leichte Trikotnntcrwöschc vor der Znströmung kalter Lust aeschübt, dann hat »ran alles getan, um den Arzt mit Erjoig vom Hause fcrnzuhalten und sich viel Unannehmlichkeiten zu ersparen. Dabei müssen die Zimmer täglich am Morgen put gelüstet und vor allen Dingen nicht zu stark überheizt werden, um den Körper nicht zu verwöhnen. >

Teure Zeiten.

Häusliche Freuden in Zeiten der Teuerung.

Zeiten der Teuerung wie wir sie jetzt durchkämpsen müssen, haben auch ihr Gutes. Es ist zwar sehr schlimm, wenn die Rahrungs mittel so im Preise steigen, daß sich eine viel­köpfige Familie kaum satt essen kann. Es ist recht verdrießlich, wenn der alte Winterpalctot des Töchterchens nochmals mit allen Schikanen zurecht gepaßt werden muß, wenn man ge­zwungen ist» aus den ständigen Klubabend mit seinen Freunden zu verzichten, wenn man sich einschränken muß. Freilich, das Leben unter diesen Umständen ist hart, denn der moderne Mensch muß gut gekleidet gehen und sich pfle­gen, er darf sich nicht vor der Welt verschließen. Das geruhige, einsame Leben Paßt nicht für unsere Zeit. Aber das Leben der Großstädter spielt sich heute fast ganz außerhalb des Hau­ses ab, da schadet es nichts, wenn sic gezwun­gen sind, hin und wieder einen Abend in ihren vier Pfählen zu verbringen, sie werden dann

Casseler Neueste Nachrichten_________

er nianchcs hrraussiuden, was ihnen in er Häuslichkeit nicht gefällt, Ustd werden es ich gemütlicher machen.

Natürlich ist es die Aufgabe der Hausfrau und Mutter, die ganze Familie bei guter Laune zu erhalten. Die Muster darf in schlechten Zei­ten nicht in Haushaltungssorgen untergchen. In den Tagen der Einschränkung, in denen man mehr ans sich angewiesen ist, lernen sich Eltern und Kinder näher kennen, verstehen und schätzen. Und warum sollte man nicht auch mit einfachen Speisen zufrieden sein, wenn sie kräf­tig bereitet und hübsch ausgetragen werden. Und wie viele Freuden kann man nicht ohne Geld im Hause haben. Gute Bücher bekommt man auch in kleinen Städten in der Stadt­oder Bolksbibliothek kostenlos. Musik und ge­meinsame Spiele sind amüsant und belehrend. Man kann auch gemeinsam wissenschaftliche Werke studieren. Kommt man dann einmal aus einem Vortrage oder Konzert nach Hause, so weiß man nicht, was einem in dieser engen, kleinen Welt so wohl gefällt. Und das sollte die Einschränkung in den teuren Zeiten zu Wege bringen? wird mancher ungläubig fragen. In allen Familien wohl nicht, aber doch in vielen. SB.

Zweckmäßiges Lesen.

Wie und wann sollen wir lesen?

Wee sollen wir lesen und unsere Kinder lesen lassen " Vor allem mit Sammlung und Muße. Wer ermüdet untz abgespannt von harter Ar­beit heim kommt, der soll das Buch ruhig lie­gen lassen, und lieber spazieren gehen oder sich auf dem Sofa eine halbe Stunde ausruhen. Solange nicht geradezu ein Verlangen und ein Bedürfnis nach Lektüre vorhanden ist, wäre es unklug, sich oder andere dazu zwingen zu wol­len. Jedenfalls aber versäume man nicht, täglich "etwa dreißig Minuten (länger ist es kaum notwendig, wenn es sich um wirklichen Genuß bei der Lektüre Hande«, bei Kindern ganz bestimmt nicht) der Lektüre zu widmen. Man glaubt nicht, wie viel geistige Gitter man sich im Laufe der Jahre zu eigen Machen kann, wenn man mit solcher Regelmäßigkeit verfährt; vorausgesetzt natürlich, daß man gute Werke liest und lesen läßt.

Allerdings müssen da Vater und Mutter den Kindern'mit gutem Beifpiel vorangchen. Von hohem Wert ist auch ein Notizbüchlein, in das der Leser mit möglichst wenigen Worten den Eindruck notiert, den das Buch.auf ihn gemacht hat. Natürlich den ganz persönlichen Eindruck, denn nur dieser hat erziehenden Wert, und das Notizbuch braucht ja nicht im Druck zn erschei­nen. Von rein objektiven Inhaltsangaben halte ich, besonders bei jugendlichen Lesern, wenig, sie führen leicht zum Schablone'nwesen und sagen ja doch nichts über die persönliche För­derung, die der Leser dem Buche verdankt.

Wann, soll man lesen? Auch hier ist cs schwer, eine starre Regel fcstzustellen. Die Be­antwortung dieser Frage richtet sich in erster Linie nach der zur Verfügung stehenden Zeit. Aber auch die Persönlichkeit des Lesers spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie bei den beiden ersten Fragen. Es kann als Regel aus­gestellt werden, daß man nut dann an ein gu­tes Buch herantreten soll, wenn die Arbeit des Tages vorüber ist. Das wird ja meistens in jenen Stunden der Fall sein, in denen sich das körperliche Gefühl der angenehmen Müdigkeit geltend macht und trotzdem der Geist noch Frische genug besitzt, um für neue Eindrücke empfänglich zu sein. Jedenfalls soll man in den Stunden, in denen man ein gutes Buch lesen will, auch mit wirklicher Sammlung und tiefem Interesse bei der Lektüre fein.

E. v. F.

bin neuer Frauenerwerb.

Z,«schneide Werkstätten für Frauen Kleidung.

Der eigene Beruf oder der Stand des Ehe­mannes macht es vielen Krauen, zur Pflicht, nicht nur gut und sauber, sondern auch modern und elegant gekleidet zu gehen. Das ist aber bei einem bescheidenen Einkommen sehr schwie rig. Dazu komntt noch, daß viele Schneiderin

I, Jahrgang.

neu ohne Gewissensbisse ihre Kundinnen mit der Ablieferung der bestellten Sachen warten lassen, und die teuren Kleider schließlich gar nicht ihren Zweck erfüllen können. Wie gern« würde jede Frau in einem dringenden Falle noch die letzten Stiche selbst genäht haben, wenn sie auch (da ihr die stete Uebung fehlt» es nicht übernehmen möchte, den Stoff kunst­gerecht zuzuschneiden . und das Kleid einzu­richten.

Im praktischen Amerika gibt es schon lan­ge Damen, die in ihren Werkstätten nicht Klei­der nähen, sondern nur zuschneiden und ein­richten. Sie geben eine kurze Anleitung, wie der zugeschnittene Stoss zusammen,unähen ist, und die Kundin kommt dann zur bestimmten Zett mit dem gehesteten Kleid zur Anprobe. Solche Werkstätten fehlen bei uns in jeder Großstadt, wie in jeder Kleinstadt. Lehrerin- neu, Beamtinnen, weibliche Kaufleute und Frauen anderer Berufe würden ebenso gern wie verheiratete Frauen von dieser Einrichtung Gebrauch machen, denn die Ausgaben für Blu­senreste, Kleiderstoffe stehen in keinem Ver­hältnis zu dem teuren Machelohn.

Industrie- wie Handarbeitslehrerinnen eig­nen sich wohl am besten zu diesem Berus, aber auch verheiratete Frauen mit einem Blick für das Schöne und Praktische und einer geschick­ten Hand, die nach einer einträglichen und an­genehmen Heimarbeit suchen. Ob sich diese Zu­schneiderinnen ihre Mühe stundenweis bezah­len lassen, oder ob sie einen festen Satz für das Zuschneiden und Anprobieren eines Kleidungs­stückes verlangen, bleibt jeder einzelnen über­lassen. Außer einer Bekanntmachung in der Zeitung erwachsen diesem Berns keine unkosten. In Berlin hat übrigens eine unternehmungs- lnstige Dame vor kurzer Zeit bereits eine der­artige Werkstätte eingerichtet. Ihr Geschäft wird bereits von vielen Frauen aller Stände ausgesucht und allem Anschein nach verspricht der neue Erwerbszweig einer Reibe von Frauen ein sicheres Einkommen. 8. B.

Sie praktische Hausfrau.

Emaillierte Bratpfannen.

Eine emaillierte Bratpfanne scheuert man am besten mit pulverisiertem Bimstein. Die Pfanne muß stets oben und unten gescheuert werden. Angebrannte Pfannen sollten nie­mals abgekratzt werden. Ist die Reinigung be­schwerlich, so gießt man die Pfanne voll Was­ser und läßt sie abweichen; sie wird dann sehr leicht zu säubern fein.

Salbe zum Nägelpolieren.

Ein gutes, bewährtes Nagelpoliermittel ist auf folgende Weise herzusteven: Man kauft 200 Gramm gebeutelte Zinnsaure, 100 Gtamm Schweineschmalz und 5 Gramm fettlösliches Anilinrot, schmilzt alles, rührt es bis zum Er- kalten, gibt einen Tropfen Rosenöl dazu und preßt die salbenartige Masse fest in ein Blech- schächtelchen. Beim Gebrauch nimmt man eine Kleinigkeit Salbe auf jeden Nagel und ver­reibt 'sic daraus mit einem weichen Lappen.

Schwarze Schleier.

Um schwarze Schleier auszusrischen, verfährt man folgendermaßen: In schwarzem Kaffee oder auch in Tee wird etwas Gummiarabikum aufgelöst, der Schleier wird hiermit ganz durchfeuchtet, bann glatt auf ein reines Leinen­tuch gebreitet und mit einem zweiten Leuten- tuch bedeckt. Wenn der Schleier etwas abge­trocknet, aber doch noch ein wenig feucht ist, bü­gelt man ihn tüchtig zwischen den beiden Lei- ucntüchcm.

Das Lackieren aufgcklrbtrr Tapeten.

Wenn die Tapete gut angelegt und trocken ist, so nehme man für ein gewöhnliches Zim­mer von etwa 5 Meter Länge, 4 Meter Breite und 3.50 bis 4 Meter Höhe ungefähr ein Kilo Krhstalleim, koche ihn in so viel Wasser, daß das ganze dann für das Zimmer reicht, strcickw mit einem weichen Pinsel auf und lasse dann 24 Stunden trocknen, bis der Ucberzug gut hart ist. Er muß natürlich überall gleichmäßig stark (ein, da der Lack aus schlecht gesättigten