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Nr. 44. __________________________

nur schwer wieder auszurotten und übertragen sich nur ä>i leicht sogar aus die eigene Kleidung.

Soweit sollte es aber eine Mutter, die ihrem Kinde int Leben ein leichtes Fortlom ,nen wünscht, gar nicht erst kommen lassen. Schon in frühester Jugend sollte sie iedes ihrer Kinder zur Ordnungsliebe erziehen und aus diesem Grunde auch nie zugcbcn, daß ein Kind immer wieder bereitwillig Arbeiten aussührt, die eigentlich den Geschwistern znkonrmen. Am besten ist es. daß sie jedem Kinde ein Fach oder einen Kasten einräumt, in dem es seine Sachen untcrbringcn kann. Sie dulde nie, daß ein Kind sein Spiel verläßt, ohne seine Spielsa­chen sorgsam weggcräumi und die Spuren sei­ner emsigen Tätigkeit entfernt zu haben, evtl, gebe sie nicht eher das erwünschte Abendbrot, bis auch das letzte Stück verwahrt ist. Aus diese eindringliche Art stärkt sie das Pslicht- gesühl im Kinde, das in jungen Jahren nur selten besonders groß ist. Mag es auch hart scheinen, das ost stark verstreute Spielzeug nur allein durch Kinderhände einräumen zu lasten, besonders, wenn Kinderwärteriu oder -Mäd­chen zur Verfügung stehen, so geschieht es doch zu der Kinder Bestem, und in diesem Falle muß au» die liebevollste Mutter öfter den Ver­stand über das Herz siegen lassen. E. v. B.

Der abgettagene Strohhut.

Wie kann man alte Strohhntc verwenden?

Nur nichts aufheben, gleich ins Feuer damit, es sammelt sich so viel altes Zeug an," wird dem alten Sommcrhut zugerusen, wenn der protzig dreinschaucnde Winterhut in sein« Rechte getreten ist. Ist das Stroh aber noch 01t und nicht irgendwo gebrochen, so läßt sich der Hut. gut verpacht, für die nächste Saison aufheben. Hüte aber, die schon viel gelitten haben und die man deshalb nicht mehr aus- setzcn will, lassen sich noch zu mancherlei erfreu­lichen Dingen verwenden. Weihnachten ist in Sicht und die sorgsame Mutier sicht jetzt schon aus dem Sofa unter der Lampe eine Schar raueponicrter Puppenkinder in Reih und Glied sitzen, die neu ausgestattet werden sollen. Da läßt sich Vieles aus einem alten Strohüut schaffen. Man zertrennt ihn und Hai dann Strohstrcisen oder Strohbordc. Geschickte Hän­de nähen die gewonnenen Streifen zu kleidsa­men Puvpenhüten zusammen und garnieren sie mit Immortellen, kleinen Vergißmeinnicht, selbstgemachten Federchen oder schmalen Band- rosettcn. ,

Aus Zigarrenkisten lasten sich Puppenkmb- scstel schneiden, die man mit zusammengcnäh tcin weichen und seinen Hutstrob beziehen kann und dunkel särbt, dje äußeren Ränder werden mit nltcm Handschuhlcder in brauner Farbe eingefaßt. Die Kinder können auch den alten Sirobbut zu Weihnachtsarbeiten verwenden. Der Deckel des Hutes wird berausgctrcnnt. durch "angesetzte Strohbordcn vergrößert und mit grobem Karn bestrickt. Tas gibt einen hübsch aussrbcnden Untersetzer für beiße Schüsseln und Teller oder für die Lampe. Jeder Großmutter wird sicher die Arbeit der fleißigen kleinen Hände Freude machen. Doch damit, ist die Verwendbarkeit des Strobbutcs noch nicht erschöpft. Der erfinderische Geist einer Haus­frau und Mutier wird sicher noch Verschiede nes ausklügcln, wozu der alte Strohhut aut ist, fei es an» nur als Strohmatte für das Entree der Puppenstube.

Das Gardmenlrorlnen.

Praktische Ratschläge fiirS Großreinemachen.

Wenn im Spätsommer die Fliegenplage vorüber ist. kündigt sich das große Herbstsckeu- erscst mit dem Waschen der Gardinen än. Eine jede Hauskrau hat dafür ihre bestimmte Me­thode, deshalb erübrigt es sich auch, ihr Rat schlüge darüber zu geben. Die Hausfrau, die die Gardinen nun einfach auf einen Trok- kcnrahmcn spannen kann, ist damit auch der Sorae um die weitere Behandlung der emp­findlichen Gewebe enthoben, denn sobald sie aus dem Gardincnspanner gelöst werden, sind sic auch schon wieder zum Aushängen und Anstecke» fertig. Schlimmer sind jon« Haus-

Caffeler Neueste Nachrichtest__________

flauen daran, denen ein solches praktisches Ge­stell nicht zur Verfügung sicht. Diese möchte ick auf einen Spannrahmen für ihre Gardinen Hinweisen, der ihnen nichts kostet und in jeder Wohnung vorhanden ist: es ist der Tür­rahmen.

An einer Tür, die man recht bequem der Zuglust aussetzen kann, befestigt man rings um den Rahmen am äußeren Rande mit feinen Stiftchen ein breites Leinenband oder einen Streifen fester, alter Leinwand. Wenn man alle drei Seiten des Türrahmens damit ver­sehen. nagelt man auch noch einen solchen an die Türschwell« an. Nun beginnt man, den doppelt gelegten Gardinenfchal quer herüber, Zacke auf Zacke gelegt, am oberen Rande des Türrahmens mit Stecknadeln an das Band zu stecken. Dann steckt man unten rechts und links in gleichen Abständen vom Fußboden die zu­sammengelegte Mitte fest und teilt nun die Bogen recht gleichmäßig an den Seiten «in. Wenn das geschehen ist und die Gardine nicht bis zur Schwelle reicht, ersetzt man die Länge derselben durch ein angestccktes reines Hand­tuch. das man quer an das Band der Schwelle ansteckt, um zuletzt die Gardine daran zu be­festigen. ,

Run öffnet man die entgegengesetzten Fen­ster und läßt di« Lust durch die geöffnet« Tür streichen. Schon in kurzer Zeit ist der gespannte Schal getrocknet und kann durch einen neuen ersetzt werden. Zweckmäßig ist es, zwei Türen zugleich als Gardinenspanner vorzurichten. Die Arbeit ist dann bedeutend schneller beendigt. Die Länge und Breite der Gardinen wird na­türlich am besten im ungewaschenen Zustand gemessen, damit man die passende Tür dazu aussuckwn kann. Die Gardinen werden bei die­ser Behandlung einmal sehr geschont und zwei­tens spart man auch das Plätten, das, da die Gardinen sehr vorsichtig behandelt werden müssen, ein« ziemlich zeitraubende Arbeit ist. Ra» dem Trocknen im Türrahmen können die Gardinen sogleich wieder aufgestecki werden.

D. H.

Der Kürbis.

Allerlei Kürbisgerichte.

Der große gelbe Melonen-Kürbis, der grüne Feldkürbis, der gelbe Zentnerkürbis, sie alle sind dieses Jahr ganz gut geraten und entschädigen die Hausfrau für den Mangel an Senfgurken, deren Ernte recht spärlich ausge­fallen ist. Je größer der Kürbis ist, desto ge­ringer ist verhältnismäßig der Schalenabfall. Die Frucht wird erst gewaschen und dann flf schält und entkernt. Alle faserigen und weichen Teile werden herausgeschnitten, ^e nach Be­darf wird er von der Hausfrau in Scheiben und Streifen oder Kügelchen zerteilt. Natür­lich U'ird fast der ganze Kürbis eingemacht, und nur ein kleiner Bruchteil als Gemüse ge­nossen. Die Rezepte einiger beliebter und gut cingefülirter Kürbisgerichie seien im folgenden mitqeteilt.

Kürbiskompott, das sich den ganzen Winter hält, wird folgendermaßen hergestellt: Der in Streifen geschnittene Kürbis muß einen Tag ganz mtt Essig bedeckt stehen. Am zwei­ten Tage klärt man genau fo viel Zucker, als Kürbis vorbereitet ist, mit frischem Wasser und läßt in einem Mullbeutel 1 Stück Zitrone, et­was Ingwer, Zimmet und 4 Nelken mitkochen. Man läßt nun den Essig abtropfen und kocht den Kürbis in dem Zucker, bis die Streifen durchsichtig klar sind. Darauf wird er mit einem Schaumlöffel in Gläser gefüllt. Den Zuckersaft lockst man extra dick ein, gießt ihn nach dem Erkalten über die Frucht und deckt Rumpapier darüber. Die Gläfer werden mit Pergament luftdicht verschlossen. Kürbis wie Senfgurken eingemacht ist eine vom Hausherrn sehr geschätzte Speise. Kürbisstrei- scn werden hierzu gesalzen und abgetrocknet; dann läßt man sie mehrmals in Essig auf­wallen.

Mit dem Schaumlöffel werden sie beraus- aenommen und in ausgeschwefelte, trockene Steintöpfe geschichtet. Senfkörner, Perlzwie- beln und Meerrettich streut die Hausfrau nach Belieben dazwischen. Der Essig wird mehr-

1. Jahrgang.

Mals ausgekocht, abgeschäumt und erkaltet über den Kürbis gegossen. Natürlich gibt es in de» meisten Haushaltungen, wenn Kürbis einge­macht wird, mittags wenigstens einmal Kür­bissuppe. Ungleich geschnittene Abfalt- tücke kocht man tu Salzwasser, läßt sie ab­tropfen und rührt sie durch ein Sieb. Dan» kockt man Milch auf und rührt beim Sieden den Kürbisbrei hinein. Etwas Butter, Zucker und Zimmet sind die noch notwendigen Zu­taten. Die Suppe kann auch mit einem Ei abgezogen werden. Röstzwieback oder Sem- meleroutons werden dazu gereicht. Man kann den Kürbis vor dem Kochen als Gemiise mit Zitrone oder Essig beträufeln, weil er hier- durch an Geschmack gewinnt. Wer sehr viel Kürbis geerntet hat, kann getrost die ganze Frucht monatelang hn frostfreien, trockenen Keller aufbewahren und sie noch nach einigen Monaten aus eine der angeführten Weisen ver­wenden.

Sie vlMsche Hauzftü».

Preißelbeerwoffer als Heilmittel.

Preißelbeerwasser ist gut bei akutem Gelenk­rheumatismus und bei der Gicht. Es gibt kein Getränk, das so blutreinigend auf den Or­ganismus wirkt, wie der Preißelbeersaft. Er ist der größte Feind der Harnsäure. Wer da­gegen an Magenkatarrh und Verdaunngs- jchwäche leidet, darf die sauren Preißelbeeren tauch versüßt) nicht genießen. Ein Uebermaß von Säuren hat nämlich den-Zerfall der roten Blutkörperchen zur Folge; geringe Mengen natürlicher Pflanzen- und Fruchtsänreu rege» dagegen die Blutkörperchenbildung an.

Weingeistfirnis.

Einen sehr harten und dabei Hellen Wein­geistfirnis erhält man aus 1)4 Kilogramm Sandarach und 3% Liter Weingeist, das zu­sammen in der Wärme unter öfterem Umschut- teljj zur Auflösung gebracht wird. Die Auf­lösung geschieht nach einigen Tagen; man fil­triert den Firnis dann und gießt % Liter Ter­pentinöl hinzu.

Konsistentes Maschinenfett.

Konsistentes Maschinenfett kann vorteilhaft nach folgender Vorschrift hergestellt weiden: 10 Gewichtsteile Talg werden in heißem Rub- öl aufgelöst und mit abgelöschtem Kalk (10 Teile gut gebrannter Kalk, 40 Teile Wasser) verkocht, bis sich ein dicker Schanin bildet; dann fügt man siebenmal je 10 Gewichtsteuc Rüböl hinzu und setzt das Kochen fort, bis herausgenommene Proben sich zwischen den Fingern in lange, dünne Fäden ziehen lassen. Hieraus werden' 100 Teile schweres Paraffmol unter beständigem llmrühren hinzugejügt und 25 bis 30 Teile Wasser zugesetzt. Das wahrend des Wasserzusatzes imunterbrochene Kochen wird weiter fortgesetzt und 500 bis 900 Teile Parassinol in die heiße Masse hinein,eruhrt, worauf man das Feuer loscht und den Inhalt sich klären läßt. Tas heiße und flüssige Fett wird schließlich von dem Bodensatz abgeschopft und kaltgerührt, bis die Masse anfängt, die richtige Festigkeit zu bekommen. Sollte das Feit zu fest werden, so kann man wahrend des Kaltrührens nach Bedarf noch etwas Paraffiir- ol hinzusngen.

Figuren ans Elfenbeinmasse.

Weiße Figuren und andere Gegenstände ans Elkenbeinmasse reinigt man tadellos durch gründliches, wenn nötig mehrmaliges Abpin- fein mit einer Mischung von zwei Teilen Wein­geist und einem Teil Salmiakgeist. Danach spült man die Sachen mit lauwarmem Wasser ab. Die so gereinigten Figuren werden wie neu, sogar die durch Zigarrenrauch vergilbten., Silberputzpomade.

Eine vortreffliche Silberputzpomade kann jede Hausfrau sich folgendermaßen selbst Her­stellen: Man rührt dazu eine Masse an, be­stehend ans 10 Teilen salpetersaurem Silber­oxid, 10 Teilen Kochsalz, 70 Teilen Weinstein und etwas Borax, sodaß sie einen Brei bildet. Mit diesem Material wird das zu putzende Silberzeug gleichmäßig bestrichen und cinge*