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Kasseler Neueste Nachrichten

Feinde der Hausfrau.

Schädlinge in unfern Möbeln.

Die natürlichen Wandlungen, denen alles Stoffliche in diesem Leben unterliegt, werden nur zu häufig zum Schaden der Menschen da­durch erheblich beschleunigt, daß die Geschöpfe niederer Ordnung sich mit rüeksiehtslofer Ener­gie die Bedingungen ihrer Existenz erkämpfen und sie mit hartnäckiger Zähigkeit aufs Aeußer- stc verteidigen. Ein kleines Beispiel, dieser einflußreichen Einwirkung gibt die häufig sehr schnell sich vollziehende Veränderung, die mit unfern Möbeln vorgeht. Tie hölzernen Ge° rate haben nicht selten den Beruf, dem Wohl eraehen solcher niederen Geschöpfe zum Opfer zu dienen. Einige der hauptsächlichsten dieser Plagegeister kennen zu lernen, ist der Zweck dieser Zeilen. ,

Zunächst sind eS die augenlosen Larven des kleinen Holzbohrers (Klopfkäfer, Trotzkops), die die Möbel, Schränke uftv: fakt ganz in Wurm­mehl verwandeln. Die Anwesenheit dieser In­sekten verrät sich durch die morgens aus den Dielen liegenden gelblichen Häufchen Wurm­oder Holzmehl. Dieser Käser heißt darum Trotzkops", weil er bei der leisesten Berührung die Glieder an sich zieht, sich tot stellt und auch dann kein Zeichen des Lebens oder Schmerzes von sich gibt, wenn man ihn aufspießt. »Klopf­käfer- heißt er aus dem Grunde, weil das Männchen durch heftiges Klopfen mit dem Kopse am Holze einen dem Taschenuhrticken ähnlichen Ton hervorbringt. Abergläubische hören dann das Ticken der sogenannten To­tenuhr.

Aehnlich und ebenso schädlich im trockenen Holze ist der um die Hälfte kleinere Bohrkäfer, von dem die vielen runden Löcher in den Hausgeräten herrühren. Die gelblich weiße, vier Zentimeter lange Larve eines Bohrkäfers zerfrißt ebenfalls das Holz der Hausgeräte. Die durch sie hervorgerufenen Bohrlöcher sind so weit, daß man eine große Erbse htnein- stecken kann. Bemerkt man nun morgens am

Sie vraMchr Hausfrau.

Wann soll man Kindern Schuhe kaufen?

Kindern sollte man niemals am frühen Morgen Schuhe kaufen, da die Füße erst gegen Abend die maximale Größe haben. Bewegung und das Stehen vergrößern sie nämlich. Wenn diese Regel befolgt würde, würden die vielen Klagen über das Drücken der Schuhe und Schmerzen der Zehen unterbleiben.

Zahnwasscr.

Ein vorzügliches Zahnwasier stellt man sich selber folgendermaßen her: Man gießt in ein halbes Liter abgekochtes und wieder abgekühl­tes Wässer zwei Lössel voll guten Pfefferminz, oles und zwei Eßlöffel Ean de Cologne und vermengt durch Süchteln oder Umrühren alles zusammen gleichmäßig. Die Flüssigkeit wird in gut verkorkten Fläschchen ausbewahrt. Beim Gebrauch genügen einige Tropfen auf ein Glas Wasser, um dem vorgesehenen Zweck voll zu entsprechen.

Mandelmilch als Linderungsmittel.

Rach fieberhaften Krankheiten oder schon int Verlaus des Fiebers ist es meistens angezeigt, ein leicht verdauliches, schmackhaftes und er- rischendes Getränk zu beschaffen. Ein solches ist die Mandelmilch. Wo sie nickt fertig zu kaufe» ist, kamt man süße Mandeln zerstoßen und sie mit Wasser so lange verreiben, bis ein dicker Brei entsteht, den man nachher verdünnt und wie Milch trinken läßt.

Die Behandlung der Gummischläuche.

Um Gummischläuche in gutem Zustande zu erhalten, muß man vor allem vermeiden, daß sie geknickt oder geguetscht werden. Man hänge sie also senkrecht auf oder rolle sie in großen Windungen und lege sie a>x- einen sauberen Platz. Der Aufbewahrungsort muß vor allen Dingen auch kühl sein.

Firnis zum Möbelpokieren.

Firnis zum Polieren der Möbel bereitet man aus gutem Weinspiritus und Leinöl, mischt beides zu gleichen Teilen ht einer Flasche untereinander, schüttelt die Mischung um und reibt damit die Möbel mittels eines wollenen Lappens recht kräftig dem Striche des Holzes nach. Dann nimmt man ein weiches seidenes Tuch oder auch einen reinen wollenen Lappen und reibt nochmals nach, bis das Holz gehörig glänzt.

Rostflecke in zarten Stoffen.

Nostflecke aus zartgefärbten Geweben ent- Srnt man auf folgende Weise: Rian verduniit

Gramm reine Salzsäure in 250 Gramm de­stilliertem Wasser, betupft damit die Flecke und spult mit reinem Wasser nach. Den noch feuch- ten Fleck benetze man mit Schweielammoninm

Boden Wurmmehl, so kehrt man die Möbel um, sodaß die Bohrlöcher nach oben liegen und verkittet sie mit einem paffenden Klebetzofs. Bei den von den ersten beiden Schädlingen her- rührenden kleineren Löchern geschieht das am besten mittelst eines in einen Klebestosf ge­tauchten Pinsels. Tie großen Löcher verstopft man mit Wattebäuschchen, die mit einem Klebe­st» ff durchtränkt sind. Wenn den Larven und Käfern die Luft und der Ausgang abgefperrt werden, sterben sie.

ßrzlehungssiinden.

DaS Bangcmachen der Kinder.

Dem weniger nachdenklichen Menschen scheint es als etwas Selbstverständliches, daß Kinder sich fürchten, und doch ist die Furcht durchaus keine kindliche Eigenschaft, sie ist immer erst ein Produkt der Erziehung. Kin­der, denen nie etwas vomschwarzen Mann", vonHexen- und sonstigen Spukgeschichten er­zählt wird, kommen gar nicht auf den Gedan len, sich zu fürchten; erst durch den Einfluß anderer wird in ihnen die Furcht geweckt. In der Regel sind es die Eltern und Aufsichtsper­sonen, die es nicht verstehen, sich so vielen Re- K bei den Kindern zu verschaffen, daß sie

t Anordnungen Folge leisten. Ost ist auch wohl nur eine häßliche Angewohnheit die Ur­sache des Bangemachens. Wer hat nicht schon Szenen beobachtet, wie ein Kindermädchen Sn em Schützling zuruft:O, der schwarze amt kommt!" Erschreckt und verängstigt eilt das Kind sofort zum Mädchen, das es nun gedankenlos bei der Hand nimmt und mit ihm fortzieht. Es ist sich gar nicht einmal bewußt, wie schwer es sich soeben an dem Kinde ver­sündigt hat. Je früher und je öfter sich diese Vorgänge wiederholen, desto schädlicher wir­ken sie auf das zarte Nervensystem des Kindes.

Bald aber merkt das Kind, daß es mit sol­chen Schreckgestalten belogen ist und nun ist aller Respekt hin, denn es hat den Glauben und das Vertrauen zu Eltern und Erziehern verloren! Aber eine nervöse Unruhe, die ost krankhast erscheint, wird im Kinde Zurückblei­ben. Fürwahr, ein höchst trauriger Erfolg! Oftmals liebt man es auch, Kinder durch harm­lose Tiere zu ängstigen. Der Hund beißt, die Katze kratzt, das Pferd schlägt, die Kuh stößt, das ist das erste, was das Kind von diesen Tieren lernt. Selbstverständlich soll man es auf etwaige Gefahren, die ihm von dieser Seite drohen, aufmerksam machen, aber man soll nicht von vornherein nützliche Tiere ihm als seine Feinde gegenüberstellen. Gefühllose Geschöpfe sind nur zu leicht ein'Produkt diese: Erziehung. Kinder zur Vorsicht zu erziehen, ist gewiß notwendig; die Vorsicht hat aber mit Furcht nichts zu tun. Hauptsache ist, daß die Kinder die wirklichen Gefahren sehen, und da­durch verstehen lernen, sich davor zu bewahren. Jeder weiß, wie leicht ein Erwachsener noch durch das Ungewisse aus dem Gleichgewicht zu bringen ist, um so mehr hüte man sich, Kinder durch Gedankenlosigkeiten zu nervösen Menschen zu machen.

Me!^Glas."

Unentbehrliches Reisegepäck.

Wenn man aus Reisen gelegentlich des Auf­enthalts in Pensionaten und Hotels beobachtet, mit welcher Geschwindigkeit die Zimmermäd­chen die Waschtoiletten nebst den dazu gehöri­gen Gläsern usw. reinigen, fühlt man sich ost bewogen, ein ernstes Wort gegen allzu groß scheinende Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit im Gebrauch der verschiedenen, oft recht frag­würdig aussehenden Tücher einzulegen. Da aber in dieser Hinsicht erfahrene Damen wissen, daß sie damit durchaus keinen anderen Erfolg haben, als den, von dem betreffenden Mädchen für eineNörglerin" gehalten zu werden, so schweigen sie lieber und greifen zur Selbsthilfe. , Und die ist so einfach: Ein oder zwei billige , Gläser und einige kleine weiche Tücher zum . Abtrvcknen!

Meistens gehört nämlich sehr viel llcber- : Windung dazu, aus dem Glas, das auf dem i Tisch neben der Wafferkarasfe prangt, zu trtn-

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feit, denn es ist meist von derselben Art >oie die Mundgläser auf der Toilette, eine Ver­wechselung ist daher sehr leicht möglich und er­klärlich. Wenn man dnrstig ist, versuch^ man es trotzdem wohl, aber nur, um sich mit Schau­der abznweuden, denn aus, dem nur oberfläch­lich gespülten und getrockneten Glas duften vielleicht alle möglichen Gerüche verschiedener Mundwasser. Man kann auch nicht behaupten, daß die Benutzung eines solchen duftenden Glases für das Mundwasser angenehm ist. Ein Glas, das man allein benutzt, ist in jeder Bc- ziehung angenehmer.

Zwei etwas kräftige, in der Form, yarbc oder im Schliss verschiedene billige Gläser soll­ten uns darum aus jeder, auch der kleinsten Reise begleiten. Sie nehmen nicht viel Platz weg und sind gut in irgend einem Winkel des Kossers oder der Reisetasche unterzubringen. Diese Gläser, von denen man das eine für Trink-, das andere für Toilettenzwecke be­stimmt, spült man, durch Uebergießen mit kal- fern Wasser, selbst aus, trocknet sie mit den mit­gebrachten Tüchern und ist so jederzeit in der Lage, über appetitliche Gläser zn verfügen. Die kleine Mühe, die eigentlich kaum zu rech­nen ist, belohnt sich durch die Gewißheit, sich hygienischer und appetitlicher Gläser zu be- dienen.

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puzeu- oder den runden, Über die Schultern fallenden Schabrackenkragen umranden, fondern auch den frackartig abgerundeten Rand des Mantels vorn herunter und rings herum um­geben. Eine lange seidene Quaste bildet bei diesen Mänteln den Abschluß des Kapuzen­kragens. Für Herbstmäutel und Jacketts ist dunkelblau mit grün garniert, Havana mit oliv, zimtfarbig mit schwarz und grau mit schwarz besonders beliebt. Abendmäntel sind fast durchweg in sehr lebhaften Farben mit abste­chender farbiger Rückseite des Stoffes herge­stellt. Eine fehr beliebte Garnitur dafür bilden Pelzumrandungen und reiche Posamentenar- beit, Tressen und Quasten. Reiche Settenver- schnürungen in Treffe, Posamenten, Seide und Jet weisen auch die äußerst schicken, mit Pelz -am Kragen und Aermelabschluß verbrämten Samtpaletots auf, die als Futter fast aus schließlich weiche Seide in weiß, silbergrau, taubenblau oder auch in türkischer Musterung zeigen.

Recht solid und einfach sind fast durchgängig die Kostümpaletots gehalten, die seitlich durch 3 bis 5 große Knöpfe in Horn, Perlmutter mit Galalith, Zelluloid oder Steinnuß geschlos­sen werden. Hier und da, wenn gleich ver- hültnismäßig selten, ist auch in diesem Genre Franzenbesay vertreten. Jugendliche Modelle aus dunkelblauen Stoffen sind mit rubinroten Aufschlägen, graugrüne Jacketts mit schwarzen Ausschlägen und rotem Vorstoß daran und an dem tieshinabgehenden Schalkragen versehen, eine reizvolle Garnierung, die durch große Knöpfe mit dazu paffender farbiger Einlage noch gehoben wird. Der Kostümrock ist etwas weiter geworden, aber noch immer herrscht die so schnell beliebt gewordene Tunika vor, die, entweder vorn gekürzt ober seitlich geschlitzt, auch in der kommenden Saison die Verwen­dung von zweierlei Stossen gestattet, die be­sonders sparsamen Hausfrauen so viel Gelegen­heit zur Enisaltung ihres Geschmackes beim Ausarbeiten älterer Garderobestücke gibt.

J. v. M.