Casseler Neueste Nachrichten
sich die zuständigen Behörden mit der den‘«Spf unb läff?« fte l« Mefet ÄS JlbßrfM, in Balde in den hiesigen höheren Schu-i nung ebensoviel« Wochen lang nach dem Um- len die Kurzstunde und «nie Zusammenlegung zug. Eine gute Hausfrau muß wochenlang > T rt f orr t rntä nnor n Arft Vm flHtrtf+nwü Sn*- v»*, ,4* . . V J . . p ö
Cassel, wurde,
Die Tchüdlichkeit der Nadelstirtze.
Unvorsichtigkeiten.beim Gebrauch von Nadeln.
Die geschickteste Hausfrau stickt sich einmal beim Nähen in den Finger. Aber sie wird stets behaupten, daß ihr dies noch nie geschadet hat. Doch selbst der unbedeutendste Nadelstich kann, weil er die Schutzhaut öffnet, eine Blutvergiftung nach sich ziehen. Natürlich soll man nicht deshal baufhören, Nadeln zu gebrauchen, aber die Mütter sollten an Kleidung feine Nadeln stecken. Hier wird der Schürzenlatz mit einer Nadel befestigt, da ein Spitzchcn festgesteckt oder eine lose Schleife mit einer Stecknadel gehalten. Wie leicht kann sich an solchen verborgenen Nadeln das anschmiegende Kinderköpfchen verletzen, die Haut der streichelnden Hand reißen. Meistens wird im Kinderzimmer genäht und die. herabfallenden Nadeln bleiben achtlos ans dem Fußboden liegen bis ausgekehrt wird. Kinder stecken aber alles in den Mund, sie rutschen auf den Knien von einer Stelle zur andern; da ist die Gefahr, daß die Nadeln ein Unheil anrichten können, nicht gering.
Ein noch schlimmerer Mißbrauch als mit der Steck- oder Nähnadel wird von den meisten Hausfrauen mit der Haarnadel getrieben. Sie ist die eigentliche Waffe der Frau und ihrs ständige Hilfe in der Not. Wozu wird sie nicht verwendet! Als Schuhknöpfer und Buchzeichen: Kästen werden mit ihrer Hilfe geöffnet, daneben dient sie aber auch als Operationsinstrument. Man reinigt sich damit die Nägel, öffnet mit ihr Blasen und drückt Mitesser aus. Tiere oder irgend welche Gegenstände werden mit ihrer Hilfe aus der Nase oder dem Ohr des weinenden Kindes entfernt. Will man eine Nadel zu operativen Eingriffen oder als Sonde benutzen, so muß man sie vorher ausglühen, die entstandene Wunde aber muß vor allen Dingen reinlich behandelt, das heißt gewaschen und verbunden werden. Unreinlichkeit kann eine leichte Verletzung sehr verschlimmern.
Ile Kurzstunde.
Zur Einführung der Kurzstunde in
Wie vor einigen Tagen bekannt
dcö Unterrichts, oder doch wenigstens der wich- ligjten Unterrichtsstunden, auf den Vormittag c- ^nführen. Dieser Entschluß ist mit Freude zu vcgriißen, und sicherlich werden Schüler so- u-^pi als Lehrer vom Vorteil der neuen Einrichtung überzeugt fein. Denn Vorteil und
Was die Mode bringt?
Die neuen Mäntel und Jacketts.
Mit der kühleren Witterung haben sich auch die ersten Modelle der Herbstmantel, -Jacketts und -Kostüme eingestellt, zu denen fick eine reiche Auswahl von Abendmänteln verschieden, ster Schnitte gesellt. Die Jacketts haben durchweg, auch wenn es sich um jugendliche Modelle handelt, eine Länge von 75 bis 80 Zentimeter. Die Rücken sind meist völlig glatt gehalten und nur hier und da an dem unteren Naud mit einer Knopsgarnitur versehen. Dafür sind die Seitenteile und teilweise auch der Kragen um so reicher garniert, sei es durch eingesetzte Zwickel aus Samt- in die Seitennähte oder durch reiche Seiden- und Posamentenverschnü- rung, die sich auch aus dem breiten Rund- oder Matrosenkragen wiederholt. Bei sehr vielen Modellen sicht man hohe Stulpen und einen breiten kleidsamen Burcnkraaen mit vorn tief hinabgehenden Schalende», die mit Samt- oder Stickerei-Bordüren besetzt sind, zu denen sieh bei vorwiegend seitlichem Schluß große Stein- nußknöpse gesellen.
An den langen Herbst- und Abendmänteln fällt besonders eine reiche Verwendung schwarzer und farbiger Seidenfranzen auf, die nickst nur den tief bis zum Rücken reichenden Ka-
Die meisten Hausfrauen ft^en den Umzügen rat- und hilflos gegenüber, oder sie stellen die ganze Wtrflchaft wochenlang vorher
vorher den Umzug vorbereiten; nur soll man davon in der Wirtschaft nicht allzu viel merken; sie muß die Termine der Wäsche und anderer Verricktungen so einrichten, daß sie die Vorbereitungen für den Umzug nicht beeinflussen; sie muß sehr zeitig die Handwerker bestellen, damit sie auch bestimmt am Umzugstermine für sie bereit sind. Das kann alles nicht früh genug geschehen. Da man nicht in jedem Falle eine leerstehende Wohnung mietet, sondern als Regel sogar gelten kann, daß die neue Wohnung am selben Tage erst geräumt wird, so hat die gute Hausfrau das Äugen merk darauf zu richten, daß zuerst die notwendigsten Dinge am Platze sind. Ist die Wirtschaft eine sehr große, so empfiehlt es sich, Kisten und Körbe zu nummerieren und an jedem Stück Notizen anzubringen, aus denen der Inhalt zu ersehen ist.
Zum Packen dieser Kisten und Körbe scheue man nicht die Ausgaben für einen Packer. Der kostet gar nicht viel; er wird in der Regel stundenweise bezahlt, und wenn die Hausfrau ihm dabei rührig zur Hand geht, hat ein Packer in drei bis vier Stunden mehr gepackt, als ein des Packens Ungeübter an einem ganzen Tage. Dafür hat man bann bie Gewähr, daß nichts von den Porzellan- oder Glassachen entzwei geht. Noch bevor man in die neue Wohnung einzieht, ist es notwendig, genau orientiert zu sein, wie man die Möbel zu stellen hat, so daß beim Abladen der Möbel sofort die Gegenstände an Ort und Stelle nie- dergestellt werden können. Dies ist auch bei Kisten und Körben zu beachten. Unerfahrene Hausfraüen lassen die Kisten und Körbe, weil ihr Auspacken in den Zimmern Schmutz bereitet, gern zuerst in die Küche oder in eine Kammer stellen, sodaß sie bann beim Auspacken der Kisten bie Gegenstände durch bie ganze Wohnung schleppen müssen. Abgesehen von der viel größeren Mühe, die das verursacht, hat es auch den Nachteil, daß das Stroh oder die Holzwolle nun durch die ganze Wohnung getragen wird.
Mit Nägeln und Bindfaden aller Art kann man sich zum Umzüge nicht genug versehen. Der Mangel daran rächt sich, wenn am Um« zugstage in der neuen Wohnung dergleichen gebraucht wird, unb man, mit ben Geschäften der neuen Gegend nicht vertraut, nun herum« geht, ohne das Geschäft, das man sucht, zu finden. Im allgemeinen sind noch die folgenden Ratschläge zu beachten: Man halte die Sachen, bie man in ber neuen Wohnung zunächst braucht, bei ber Hand; das sind: eine bereits in der alten Wohnung gefüllte Lampe, Eßwarcn unb yn paar Teller unb Tassen. Leicht ist's, am Tage vor bem Umzüge etwas Braten zu bereifen, den man kalt genießen
Segen bringt sie für beibe, bas hat ber Versuch in anderen Städten zur Genüge bewiesen. Man sollie sichMdeshalb eigentlich Wundern, daß die Kurzstunde erst jetzt hier in Cassel zur Einführung gelangt, unb wie es den Anschein hat, Haden ihre Anhänger noch einen ziemlich hartnäckigen Kampf mit den Freunden des alten Systems auszufechten gehabt, die teilweise aus Pedanterie, teilweise in Verkennung der Vorteile ber Kurzstunde mit der jahrzehntelangen Tradition nicht brechen wollten. Früher mag die Vollstunde ihre Berechtigung Gehabt haben, heute muß unbedingt daraus ingearbeitet werden, daß sie von ber Kurzstunde verdrängt wird. Denn es teeren heutzutage ganz andere Leistungen von Schülern sowohl als Lehrern verlangt, als das früher der Fall war.
Wie gemütlich ging's doch vor zehn bis fünfzehn Jahren nock in ben meisten Schulen zu. Ich erinnere mich sehr wohl, daß zur Zeit meines Schulbesuchs manch halbes Stündchen mit unnützem Plaudern, Fragen und Erzählen zugebracht wurde. Vor bet Stunbe wurde dann verabredet, in welcher wichtigen Angelegenheit der Rat des Lehrers eingeholt werden sollte, und gewöhnlich bekamen wir auch unsern Willen. Der Lehrer, ben unser angebliches Interesse freute, hielt uns einen langen Vortrag über den betreffenden Gegenstand, unb auf biefe Weife ging minbestens eine halbe Stunbe hin. Das kommt heute wohl nicht mehr so häufig vor. Die intensive Arbeit zieht naturgemäß aber eine schnellere Ermüdung nach sich, und bei voller Unterrichtszeit würden Lehrer und Schüler bald überanstrengt werden. Durch die Verkürzung und Zusammenlegung der Schulstunden wird ber Nachmittag gänzlich ober fast gänzlich schulfrei, und beide Teile gewinnen Zeit zur Erholung. Hoffentlich begehen übereifrige Pädagogen aber bann nicht ben Fehler, ihre Schüler burch vermehrte Hausaufgaben um ben errungenen Vorteil zu kürzen. Unb bann noch eins: Warum führt man bie Kurzstunbe nur in ben höheren Schulen ein, und nicht auch in den Volksschulen; hier liegt meines Erachtens eine Verständnislosigkeit gegenüber ben Vorteilen, die diese Einrichtung für bie Volksschüler haben würbe, vor.
Man wird einwenden: In den Volksschulen braucht lange nicht so viel geleistet zu wer- den als in ben höheren Schulen, deshalb kann «an in der Volksschule an ber Vollftunbe kest-
___l Jahrgang.
kann. Eine Tasse Tee oder Kaffee ist schnell bereitet, und das muß dann einmal für einen Tag genügen. Ebenso ist dafür zu sorgen, daß zuerst das Schlafzimmer in Ordnung gebracht wird. Gegen ein Ertra-Trinkgcld stellen die Transporteure gern die Bettstellen zusammen, was für ben, ber nicht bamit Bescheid weiß, Ziemlich schwierig ist. Die Nachtruhe aber ist in ber neuen Wohnung sehr notwenbig, da man sie in der Regel schon in ber Nacht vorher entbehrte und einen anstrengenden Tag hinter sich hat. Alles bas sind Dinge, die vielleicht manchem bedeutungslos erscheinen, deren Vernachlässigung aber bei ben Umzügen oftmals recht lästige Folgen hat.
halten. Die Richtigkeit dieser Behauptung ist wohl unbestreitbar, aber sie wird entkräftet burch bie Tatsache, baß bie Volksschüler sowohl in ben höheren als in ben nicberen Klassen, gemeinhin weniger freie Zeit zu haben pflegen, als Schüler höherer Lehrtnstalten. Nach ben Schulstunben haben die größeren Kiitber meistens ihre Aufwarte- unb Ausgeh- stcllen, und die kleineren müssen ber Mutter S, Hanb gehen ober bie Geschwister beauf- igen, vielleicht sogar Sanbarbeiten machen, soviel sie schon können. Ta ist's meistens mit ber freien Zeit schlecht bestellt. Dann bars man auch nicht vergessen, daß die Leistungen, die heute in ber Volksschule gefordert werden, auch beträchtich gegen früher gestiegen sind; der häuslichen Arbeiten sind auch nicht weniger geworben. Aus biesen Gründen wäre zu wünschen, daß hervorragende Pädagogen sich einmal der Angelegenheit annähmen, damit auch unsere Volksschüler an den Segnungen bet Kurzstunde teil haben. _ M. M.
Wie zieht, man um?
Praktische Ratschläge zum Umzugstermin.
Nr. 43. _____________
erriet Va.er Setter schnell. Und firii hinsetzen, dem Maler einen Dankbries schreiben und ihn zu einem Besuche entladen, war eins; nur sollte das Rösle nichts davon wissen. Und als der Maler kam unb vom Vater mit beiden Händen am Wagenschlag warm begrüßt unb ins Haus geleitet wurde, da fand's Rösle, das von alledem nickts gewußt hatte und verborgener Zeuge ans der Ferne war, vor Staunen keine Erklärung. Und bann führte Vater Christian den Maler seinem Rösle zu: „Nun mögt Ihr Euch angeboren, wenn Ihr wollt," meinte et dabei, „nachdem ich gefehlt habe, daß Ihr jzum Malet gewandt) „auch das Hetz auf dem rechten Fleck habt. Geld allein, so unentbehrlich es leidet zum irdischen Leben ist, macht nicht glücklich." Unb er legte bie Hände der beiden ineinander. „Hab's immer gedockt, daß bet Hetbstzaubet mein Glück begtünben müßte!" meinte der Malet treuherzig mit einem verschmitzten Seitenblick auf die Verlobte. Unb mit einem Kusse bestätigte diese ihres Bräutigams schalchas.e Worte...
— Ende.—