Lbst und Hygiene.
Vorsicht beim Genuß von Obst.
Der ungewöhnlich heiße und trockene Som- lner dieses Jahres hat einen vermehrten Cbft- Hcnufi im Gefolge. So gesund nun das Obst an sich ist, so darf man doch bei seinem Genus, nicht alle Vorsicht äußer acht lassen. Zunächst oll man darauf achten, die Kerne nicht mit zu verschlucken. Einzelne Steine verlassen allerdings den Körper meistens ohne jede Schädi- mng. Dagegen ändert sich dies, wenn Kerne n größeren Mengen verschluckt werden. Sie önncn sich dann im Magen und Darm zu csten Massen zusammenballcn, sehr lästige Beschwerden Hervorrufen, ja, sogar diese Organe erheblich verletzen und zu gefährlichen, lanawiertacn Krankheiten Veranlasiuna «eben.
Die diesjährige Herbstmode.
Tie neuesten Pariser Modeschöpfungen.
Darf man jetzt schon über den Stil und die Richtung der neuen Herbstmode plaudern, jetzt, wo die Dame mit allem Nötigen versorgt noch an den Küsten der See oder im Gebirge ausruht von allen Berufspflichtcn und auch von den sie tyrannisierenden Launen der Göttin Mode? Wenn das Meer sein ewiges Lied singt, niurmelnd und gurgelnd, und die Wellen klatschend ans Ufer schlagen, wen» uralte Riesenbäume rauschend von Land und Leuten und vergangenen Zeiten erzählen, will man da hören, daß Taffet für Toiletten, Sammet für Kostüme in der kommenden Hcrbstmodc en vogue sein werden? Aber welche Frau hätte nicht immer ein offenes Ohr für alles, was die Mode betrifft? Die moderne Farbenskala läßt für den Herbst eine ganze Reihe beaiin- stigtcr Farben wahrnchmen; für Seidenstoffe und Sammete wird violett in verschiedenen Nuancen vorherrschen, während man in englischen Stoffen Grau bevorzugen wird.
Auch großkarriertc Schottenmuster werden vielen Anklang finden, und schon zu den letzten Sommerrennen haben zwei tonangebende Pariser Modehäuser, Paquin und Callo, schottische Stosse zu seitlich geknöpften, mit breiten Bordüren verzierten Taillcurkostümen verarbeitet. Was die Form der diesjährigen Herbstkostüme betrifft, so macht sich die vorwiegend englische Nahtteilung bemerkbar. Ausfallend ist der weite Rücken und eine scheinbare Ungleichheit in der Länge der einzelnen Jackettetle. Man schwört noch immer auf di« kurze Taille, die aber fast gar nicht markiert wird, denn die " Seilennähte sind absolut gradlinig. Hatte man schon im vorigen Winter und Frühling für den Sonmier die starke Dame prophezeit, so will man, nach der neuen Form der Herbftkostüme zu urteilen, jetzt von der schlanken Taille noch weniger wiffen.
Hier nnd da hört man wohl sagen, daß die englischen Röcke Wetter zu werden versprechen aber es scheint kein Fünkchen Wahrheit daran zu sein. Beim Tailleurkostüm wenigstens sind sic ganz eng und gerade, wohl aber ein wenig langer. Die Verzierung der Tailleurkostüme ist sehr einfach; es wird gern «in Seitenschlnß von oben bis unten markiert, wozu man abweichende Stoffblenden und Soutachestreifen ver- wendet. Die Zierknöpfe sind nur klein. Cha- • rakteriitiki«, für diese einfach«, aber vornehme
Herbstmode ist der glatt eingesetzte, möglichst : Imin«, wahrhaft klassische Aermcl, der wohl । vollkommener und schöner in der Form, aber I fiti das Tallleurkostüm passender nicht erfunden 1 kann. Jedenfalls gehen wir einer auf- sallend interessanten Herbstmodc entgegen und die aus d«m Bade zurückkehrenden Damen i Serben, wenn sie an die Vervollständigung I
r das Leiden aber erst einmal eingerissen, so erfordert seine Beseitigung eine langwierige Heilung. Vor allen Dingen muß man eine Aenderung der Diät vornehmen. Drei einfache, nahrhafte Mahlzeiten am Tage genügen; keine Appetltbrvtchen, keinen Morgenkaffee, kein« Süßigkeiten nebst den obligaten Tassen Tee im Laufe des Tages. Ob Neigung zum Essen vorhanden ist oder nicht, man darf des Morgens nicht aufbrcchen, ohne ein gutes Frühstück eingenommen zu haben. Wenn das Frühstück anfangs absolut nicht schmecken will, so tun es Eh Glas Milch, die man in kleinen Schlucken trinkt. Zum Mittagessen empfiehlt BJÄ?' aekochtes Fleisch und Gemüse Milchpudding und geschmortes Obst. Den Nachmittagskaffee oder -Tee kann man gut fortlassen. Der Genuß schwerverdaulicher Speisen. Pasteten, Mayonnaisen :c„ muß nach Möglichkeit vermieden werden
kann man täglich feine gutge- k?^ken Mahlzeiten haben, ohne die gesundheitliche Wirkung zu erzielen, Beweis: glanzlose Augen, grauer Teint und rote Rase. Dann liegt der Grund am ungenügenden Kauen- und der mangelnden Bewegung des Körpers. Wer ohne zu kauen mit Hilfe von kaltem Wasser die Bisen hastig hinunterschluckt, dem wird das beste Essen nichts nützen. Wer sich Wohlbefinden will, muß feine Mahlzeiten gut und gründlich kauen, und dazu gehören gesunde Zähne Ebenso wichtig für das Wohlbefinden ^. -^e Eiwegung im Freien. Ge- fchaftstatigen Mädchen fehlt es oft an Zeit, sich an Tennisspielen und anderen sportlichen Uebungen zu beteiligen; sie sollten am Tage dann und wann zehn Minuten Freiübungen und Atmungsübungen machen und nach ihrer Geschäftszeit einen längeren Spaziergang unternehmen. Spazierengehen in frischer Luft ist sie beste und billigste Körperbewegung, die ich auch der Aermste leisten kann. Wer vom Spaziergang müde ist. wird Hunger verspüren, gern essen, gut schlafen, und über keins der angeführten Leiden zu klagen haben.
Diät und Magenschwäche.
Schäden des unrichtigen Essens.
Ein Körnchen Wahrheit ist wohl an dem Ausspruch, daß Frauen gern von.Kaffee und Kuchen" leben. Die verheiratete Frau, die täglich das Mittagessen ihres Hausherrn berücksichtigen und bereiten muß. ist verständig genug. auf ihre eigene Diät zu achten. Aber die unverheiratete, gefchäftstätige Frau und das alleinstehende Mädchen verhalten sich mehr als gleichgültig gegenüber der Wichtigkeit der regelmäßigen Mahlzeiten und der nahrhaften Lebensmittel: Sie genießen oft als Mittagessen einen unzulänglichen Imbiß und schaden sich durch solche Lebensweise. Sie wollen aber niemals ihre unvermeidliche Verdauungsschwache mit der wirklichen Ursache, dem unregelmäßigen. unzulänglichen Essen, in Verbindung bringen und wundern sich noch, wenn sie an beständigen Kopfschmerzen. Müdigkeit. Schlaflosigkeit und gänzlicher Appetitlosigkeit
Sie praktische Hausfrau.
Kühle Schlafzimmer.
Zur Herabsetzung der Temperatur in den Schlafzimmern spanne man ein schweres, dunkles Tuch, das man vorher in Wasser tauchte, fest vor die Fenster, denen (in der Stadt wie auf dem Lande) sehr häufig die schützenden Jalousien fehlen. Je dunkler und schwerer das Tuch ist, desto mehr hält es die Kraft der Sonne ab. In einem Falle erzielte man (allerdings bei mehrmaligem Anfeuchten) ein Herab- mitidern der Temperatur von 26 auf 17 Grad. Ohnmachtsanfälle.
Obnmachten und Uebelkeit, die durch übermäßige Hitze hervorgerufen sind, lassen sich chmcist an heftigem Schweißausbruch und stark geröteter Haut erkennen. Man sorge, noch ehe der Arzt kommt, sofort dafür, daß sich die Betroffenen hinlegen. Dann löse man alle Kleider, sodaß keine Beengung stattfindet, und hülle Kopf, Nacken und Handgelenke in kalte, nasse Tücher, die anfangs jede Minute zu erneuern sind. Sorge ist auch zu tragen, daß besonders die am Halse befindliche Schlagader gekühlt wird. Ist starker schwarzer Kaffee gerade vorrätig, so flöße man dem Erkrankten davon ein, weil die Herztätigkeit bei solchen Zuständen sehr schwach ist und vor allen Dingen belebt werden muß. Im Notfälle kann auch zu gutem Kognak gegriffen werden. Doch ist starker Kasfee empfehlenswerter.
Kalte Getränke und saure Speisen.
Hastiges Trinken kalter Sachen bei der herr- chenden ungewöhnlichen Hitze ist zu vermei- >en. Zur Erfrischung genügt bereits ein vor- ichtig genommenes Schlückchen, das, bevor cs hinuntergeschluckt wird, erst einen Augenblick in der Mundhöhle zu bewegen tft. Mehrmals am Tage ist ein Ausspülen des Mundes mit kaltem Wasser vorzunehmen. -Saure Sachen ohne Zuckerzusatz sind möglichst °zü meiden, da ich aus ihnen, wie bekannt sein dürste, die heftigen, gerade in der heißen Zeit sehr gcsähr» lichen Darm- und Magcnkoliken entwickeln.
Mundwasser.
In der heißen Jahreszeit ist es sehr ersri- chend und auch gesundheitlich erforderlich, den biund tagsüber öfters auszuspülen. Man kann ich ein gutes Mundwasser folgendermaßen bereiten: Zwei Eßlöffel Pfeffermünzöl und . einen Eßlöffel Kölniscbes Wasser v.Xmische • man mit einem halben Liter destillierten Wetz- ers. Man verwahrt dieses Mundwasser gut mgekorkt und nissimt zum Gebrauch nur einige ! Tropfen auf ein Trinkglas Wasser.
Kirschslccke. ,
tlm Kirschflccke aus brr Tiscbwäsche zu enb • fernen, wasche man das fleckige Stück Zeug sck- gleich in lauem Wasser und Seife. Dann tauche man die Fleckstcllen iir Milch, sodaß st» ganz davon bedeckt sind, und lasse sie eine Rächt
__________Casseler Neueste Nachrichtett
chr«r Toilette denken müssen, an den neuen Mustern bei der Auswahl keine Enttäuschung erleben.
_____________________________1. Jahrgang.
Es gilt dieses nicht nur von den großen Kernen der Kirschen und Pflaumen, sondern auch von den kleinen der Beercnfrüchte. Sie sammeln sich leicht in dem Blinddarm, dem sackförmigen Anhang des Dickdarms, an, reizen und schädigen ihn und werden so leicht die Ursache einer Blinddarmentzündung.
Man soll sich daher nach Möglichkeit befleißigen, auch die kleinen Kerne vor dem Verschlucken des Fruchtfleisches aus dem Munde zu entfernen. Der zwette Punkt betrifft die Rei- nigung des Obstes vor dem Genuß. Angestellte Untersuchungen haben stets ergeben, daß eine Reihe von Kleinpilzen, die sich als Schmarotzer auf dem Obst anstedeln, nicht völlig unschädlich sind. Zudem hat man auch die Erreger verschiedener Ansteckungskrankheiten, sowie die Eier und Glieder von Eingeweidewürmern aus dem Obst wiederholt aufgefunden. Das Obst geht ja oftmals durch die Hände vieler Personen. die häufig von Hygiene nicht die leiseste Ahnung haben, und wird auch durch mangelhafte Aufbewahrung verunreinigt. Größere Früchte find daher vor dem Genuß stets abztp. schälen, kleinere mehrere Male abzuwaschen.
Rr. 37. -......-
ichnittsmann Frieden und beruhigende Zufriedenheit bei weitem höher als den Besitz eines schone», anziehenden, aber krapriziösen Weibes und er bedenkt bei seiner Wahl, daß eine lau« nischo Frau der häuslichen Ruhe ein schnelles Ende bereitet. Der Mann bewundert die geistvolle Frau, aber er erwartet von ihr eine besondere Eharakterstärke und ist grausam enttäuscht, wen» er sic vermissen muß.
Manch ein ehrenwerter Mann, bet daß die geliebte Frau unwirsch und launenhaft sein kann, läßt sich hierdurch zurückhalten, sie als Geköhrtin für fein Lebe» zu gewinne»; den» das Lebe» hat viele dunkle Regentage, die eine launische, unzufriedene Frau nicht erträglicher macht. Aber die Frau, die in keiner noch so schwierigen Lebenslage ihre Selbstbeherrschung verliert, hat eine immerwährende Macht über die Männer. Die launische Frau mag »och so klug, schön und bezaubernd sein und einen sehr dehnbare» Kredit bei der Bank buben, sie hält keinen Vergleich aus mit ihrer liebenswürdigeren Schwester. Gute, Selbstbeherrschung und Liebenswürdigkeit sichern die Machtstellung der Frau, sie sind die Zeugen vorhandener geistiger Reife und Gesundheit und bringen der Frau, ihren Freunden und ihrer Familie Glück und Zufriedenheit.