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chen Schönheit aber sind zu ganz anderen Re­sultaten gelangt. Als man Sarah Bernhard eines Tages fragte, woher es denn käme, baft sie ihre Jugendlichkeit, ihre Schönheit und Schlankheit so bewahrt habe, antwortete ste, daß die ganze Kunst ihrer Kosmetik darin be- Ehe, jeden Tag, gleichviel, ob cS Sommer oder Inter sei, ein heißes Bad zu nehmen, ihr Ge­steht heiß zu waschen und dann gründlich zu frottieren. Trotz dieses Ausspruchs soll der Wohltat des kalten Badens, die man gerade jetzt In den Ferien genießen kann, durchaus nichts genommen werden. Es ist mindestens sehr angenehm, an einem besonders warmen Tage sich in den kühlen Fluten umherzu- tummeln.

Immerhin wird man nach einem kalten Bade eine gewisse Abspannung und Ermü­dung, sowie ein entschiedenes Rubebedürsnis verspüren. Auch scheint es, als sei vi« Körper­temperatur nach einem kalten Bade eine hö­here geworden. Nimmt man hingegen ein warmes Bad, nachdem man einen erfrischenden Schlaf getan hat, gleichviel ob eS morgens oder nachmittags ist, dann wird man die Ab­spannung und Ermüdung nicht fühlen, sondern im Gegenteil sehr erfrischt und gestärkt die Wanne verlassen. Heiße Waschungen des Ge­sichts an Tagen mit besonders hohem Sonnen­stand haben sich auch nachhaltiger in der Wir­kung gezeigt als kalte Waschungen, die mo­mentan einen sehr erfrischenden Einfluß haben, der jedoch sehr j&alb verschwinbet. Das Wasser spielt nun seine zweite, bedeutende Rolle als Getränk. Es kommt hierbei nur daraus an, daß es richtig temperiert ist, um im Wohlge­schmack den teueren Mineralwassern gänzlich gleich zu kommen. Allerdings muß man mit dem Wasser als Getränk in Reinen Sommer­frischen und kleinen Kurorten ohne Kanali­sation und Leitung ziemlich vorsichtig sein, da sich zuweilen in diesem Wasser die Keime von Krankheiten befinden.

Will man der Möglichkeit einer Krankheits­übertragung durch das Wasser aus dem Wege gehen, so tut man am besten, wenn man das Wasser, das als Getränk benutzt werden soll, zuerst abkocht. Viele Menschen legen aber einen Widerwillen gegen gekochtes Wasser an den Tag. Hierbei spielt jedoch die Einbildung «ine nicht unbedeutende Rolle. Wenn daö Wasser auf Eis gestanden, also eine er­frischende Temperatur angenommen hat, und wenn man ihm einige Tropfen Zitronen- ober Himbeersaft beifügt, bann wirb sobalb keine Zunge den Unterschied im Geschmack zwischen gekochtem und ungekochtem Wasser verspüren. Auch das Waschwasser hat seine besonderen Eigentümlichkeiten, und nichOede Dame kann ihrem Teint den vielfachen Wechsel deS Was- Iers zumuten. Man findet unterwegs sehr oft >as harte Wasser, und «S gehört einige lieber- windung dazu, dieses Wasser zu benutzen. Will man es angenehmer machen, dann genügt es s<bon, wenn man in, das Waschwasser einen Löllel Glyzerin hineinschüttet ober etwas Borar bazu tut. Glyzerin bat sich alS Zusatz zum Waschwasser immer sehr empfehlenswert gezeigt, unb die Damen, die eS in der Som- merkrische aushflssweise benutzten, haben eS auch nachher gern weiter gebraucht.

Was die Mode Bringt

Moderne Tischwäsche.

Di« Hausfrau, deren Pflicht eS ist, für die Behaglichkeit ihrer Hausgenossen zu sorgen, bekommt mit der Zeit einen scharfen Blick Hlr bas Schöne unb Zweckmäßige. Wenn eS ihr auch nicht immer möglich ist, bk AuSschmük- kung ihres HeimS, ihrer Festtafel ober ihres Lettisches im modernsten Stil vorzunebmen, so besitzt sie doch soviel Ueberblick, um mit ge­schultem Auge den Gesamteindruck in sich auf« iunehmen, um mit den vorhandenen ©egen» ständen eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Die deutsche Hausfrau ist zwar oft der Meinung, daß die gute Zubereitung der Spei­sen einen höheren Wert habe al» die festlich gedeckte Tafel, die Französin aber verspricht sich von beiden gleichviel und Verwendet sehr viel

Casseler Neueste Nachrichtest

Nr. 34.

Milbe auf die Verschönerung der Tafel. Zu Anfang der letzten Wintersaison mag die vor­nehme Pariserin mit großer Sorge die luxurl- öse Tendenz bei der Ausgestaltung der Tisch­wäsche verfolgt haben, gibt sse doch gern mög­lichst viel für ihre eigene Person aus, beson­ders für die Leibwäsche. Und auf reizende elegante Neuheiten der Leibwäsche zu Gunsten der Tischwäsche zu verzichten, wird der Pari­serin nicht leicht.

Es gilt augenblicklich als sehr wenig vornehm, an großen Tafeln zu speisen, man nimmt an kleinen runden Tischen Platz. Hier­zu aber passen die langen köstlichen Seinen» tücher aus Großmutters Truhe mit den wun­dervoll handgewebten Mustern nicht, wenn sie auch den Stolz der besitzenden Hausfrau aus­machen. Sie müssen durch rundgeschnittene, zur Größe des Tisches passende Tafeltücher ersetzt werden, die in der Mitte ein dem moder­nen Geschmack entsprechendes Milieu auswei- sen. Es gibt ganz entzückende Muster, die von der Mitte des Tisches ausgehend sich über die ganze Fläche ausbreiten. Das Taselleinen ist schneeigweiß und wird geradezu verschwende­risch reich von Einsätzen unb Spitzen durch­brochen. Andere Tafeltücher werden aus ganz feinem, ungemustertem Seinen hergestellt und mit Hohlsaumstickerei durchbrochen. Die Ser­vietten sind auffallend flein und zeigen an allen vier Ecken das Muster deS Tafeltuches. Hausfrauen, denen es nicht möglich ist. sich neue Tafeltücher anzuschaffen, suchen durch Auflegen runder handgestickter Milieus einen ähnlichen Eindruck hervorzurufen. Der Tlsch- läufer ist infolgedessen vorläufig von der Tafel verbannt.

Die Ausnutzung der Fra«.

Ein Beitrag zur Ehe-Psychologie.

Zur Psychologie der Ehe machte jüngst her französische Schriftsteller Porto-Rich« geistreiche Ausführungen.Im allgemeinen," schreibt er, ist der Mann eisersttchtig und neidisch auf die Intelligenz der Frau; er gebt von der falschen Ansicht aus, daß die Frau ihm geistig nicht ge­wachsen sein könne. Wenn der Mann die Frau zu seiner Mitarbeiterin macht, sucht er (toenn ich mich so ausdrücken darf) diese Mitarbeit herabzusetzen. Er will nicht sagen hören, daß die Frau ihm hilft; er nimmt zu seinem Nutzen die geistigen Gaben seiner Gefährtin in Be­schlag unb will es nicht zugeben. Diese Un­billigkeit zeigt sich In gesteigertem Maße in ber Ehe: da die Mitarbeit der Frau im intimen häuslichen Leben erst recht verborgen bleibt, ge­lingt hier die Ausbeutung um so besser. Na­mentlich in Schriftsteller- unb Künstlerehen hat bk Frau eine weit schwierigere Stellung, als in jedem anberen Haushalt: hier tritt bte Aus­nutzung ber Frau oft In ganz eklatanter Weise zutage. Solange ber Künstler und ber Schrift­steller unbekannt unb arm ist, fühlt sich seine Mitarbeiterin nicht unterbrfldt unb verkannt. Der unbekannte Schriftsteller steht seiner Ge­fährtin auch geistig nabe; er gestattet ihr groß­mütig, ihm etwas zu sein. Sobald jedoch die Berühmtheit kommt, beginnt auch die Grausam­keit unb bk geistige Mißhandlung.

Die Berühmtheit macht ben Literaten zum kaltblütigen Lügner: er würbe jetzt um nichts in ber Welt zugebAi, daß ber Ruhm nur ein glücklicher Zufall ist; er wird vielmehr dreist unb kühn behaupten, daß er das Ergebnis sei­nes ganzen Lebens sei. Bevor daS Glück kam, sagte er immerwir", jetzt sagt er mit demsel- ven Brustton der Ucbeneugung nurich". Seine Frau hat gar kein Recht, sich ben von ihr inspirierten Heldinnen seiner Dramen unb Ro­mane ähnlich zu fühlen. Wenn sie jetzt in bem Hause, bas einst so armselig war und nur burch te einen Reiz gewann, allein ist (und sie ist etzt oft allein) wird sie sicher mit Wehmut an >ie schönen Tage ber Not und der Armseligkeit zurückdenken, denn damals bedeutete ste ihrem Manne noch etwas, während sie ihm jetzt nichts mehr ist. Es muß allerdings zugegeben werden, daß auch diese Medaille ihre Kehrseite hat, und daß es neben den ehelichen Mitarbei­terinnen, die das Opfer de» Ruhmes ihres Mannes werden, viele Frauen gibt, die ge-

1. Jahrgang.

radezn unerträglich sind und dem Manne das Leben zur Qual machen. Besonders zu fürch­ten ist die Frau, die alles besser weiß, die bei jeder Gelegenheit ihren iliittelmäßigen Geist gegen ben wirklichen Geist deS Mannes aus-, spielt, unb die ihren höchsten Triumph feiert, wenn sie den Mann herabseyen und bemütigen. kann."

Sie praktische Sausfrau. '

Die Beköstigungssrage auf Ausflügen.

Belm Einpacken Von Proviant finb zwei Hauptregeln zu beachten. Erstens: Man be­nutze nur sauberes, weißes Papier zum Ein­wickeln, und zweitens: man transportiere ble Lebensmittel in einer berartigen Umhüllung, baß ste auch bei größeren Märschen nicht allzu­viel von ihrer Frische einbüßen. Es ist natür­lich nicht appetitlich, Nahrungsmittel in bet Tasche mit sich herumzutragen; will man nicht einen kleinen Korb ober Rucksack mit sich neh­men, so packe man den Proviant zu einem Paket zusammen, indem man jedes Butterbrot einzeln in ein Pergamentpapier wickelt, ufio umhülle das Ganze, bevor man es in starkes Papier einschlägt, mit einem sauberen, schwach angefeuchtetcn altenLeinentuch, das man später wegwerfen kann.

Angelausene silberne Löffel.

Sehr häufig laufen silberne Löffel, mit denen man Eier gegessen hat, schwarz an, unb zwar namentlich, wenn die Eier sehr weich waren. Man heseitigt diesen Uebelstand da­durch, daß man die Löffel mit ganz fein ge­pulvertem Ruß putzt und zum Schluß mit in englisch Rot getauchtem Handschuhleder blank poliert.

Das Reinigen der Stahlfedern.

Stahlfedern werden, wenn man sie nicht richtig behandelt, nach mehrmaliger Benutzung häufig schon unbrauchbar. Um die Stahlfe­dern sehr lange zu erhalten, empfiehlt es sich, sie nach dem Gebrauch in ein Gläschen mit un­gelöschtem Kalkpulver zu stecken. Das Kalk­pulver zieht die Feuchtigkeit an, und die Fe­dern bleiben blank und sauber. Selbstver­ständlich muß das Kalkpulver von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Kitt aus altem Käse.

Man nimmt einen alten Weichkäse, schlägt ibn tüchtig in einem Mörser unb wäscht ihn hierbei mit heißem Wasser. Nachbem die lös­lichen Bestanbteile weggewaschen finb, wirb eine weiße Masse von fast reinem Käse übrig bleiben. Man quetscht sie in einem Tuche, um alle Feuchtigkeit baraus zu entfernen. Ist st« trocken, so wirb ste zu Pulver verrieben und in einer gut verstopften Flasche ausbewahrt. Will man Gebrauch bavon machen, so wirb eine kleine Quantität bes Pulvers mit sehr wenig Wasser zerrieben und zu einem dicken, zähen Teig verarbeitet, der sofort gebraucht werden muß, da er schnell hart wirb. Man mischt baher gerade nur so viel, als man braucht, beim, wenn ber Kitt einmal hart ge­worben ist, läßt er sich nicht mehr auflösen. Er wird weder vom Wasser noch von der Hitze angegriffen.

Senf Eiweiß Pflaster.

Das alte Senfpflaster ist verpönt, weil es leicht schmerzhafte Blasen zieht, die unter Um­ständen noch böser werden können, als die Krankheit, die es ursprünglich heilen sollte. Sobalb aber bem Pflaster das Weiße eines frischen Eies beigemischt wird, unterbleibt bk Blasenbildung ganz unb gar.

Imitierte Vergoldungen.

Dk imiHerten Vergoldungen an Spiegel- ober Bilberrahmen usw. sind in der Regel mit Schellack oder Harzfirniß überzogen, der durch Seife, Soda, Pottasche, Borax, VpiriMs usw. löslich ist. Deshalb darf man Lösungen dieser Substanzen nicht zum Abwaschen solcher Gold- rahmen verwenden, denn mit ber Entfernung des Ueberzuges verschwindet auch das darun­ter befindliche dünne Goldblättchen. Das Rei-