Gebrauch arrSgsbrühten Blumentopf darüber, der, weil er porös ist, das Wasser aussaugt und durch dessen Verdunstung tue Butter fest erhält.
krziehungsgedanken.
Wie behandelt man schüchterne Kinder?
Ein eigener Reiz ruht über dem Kinde und seiner unbewußten Anmut. Ein eigener Zauber liegt darin, das Wesen der Kinder in seinen verschiedenen Ausdrücken und Kundge- bungen zu beobachten. Es erfordert keine große Kinderschar, um das wechselreiche Bild genießen zu können. Oft heißt es: So viele Geschwister, so viele Charakterverschiedenheiten. Jede Mutter wird das bestätigen können, denn jeder ihrer Lieblinge erfordert ein anderes erziehendes Eingreisen und sittliches Lenken. Unter den Kindern ist wohl keines so schwer zu beeinflussen, keines so schwer zn erziehen, wie das schüchterne. Zwei Gründe sind es, die hierfür wirken. Erstens, die scheue Art des Kindes, die ein lebhaftes Herausgehen aus sich nicht erlaubt, dann der Reiz, der in dem Anschmiegen des jungen Wesens an die Mutter liegt. Wie ein Küchlein unter die Fittiche der Henne, so drängt sich das schüchterne Kind unter den Schutz der teuren Mutter, und sie fühlt sich durch die besondere Zärtlichkeit und Anhänglichkeit auf das innigste gerührt.
Sie hat nicht den Mut, das scheue, schüchterne Vöglein aus seine eignen Füße zu stellen, die eigenen Wege zu weisen. Mit süßer Freude merkt sie, wie es ihr auf Schritt und Tritt folgt, und immer wieder schlingt sie den Arm um das holde Geschöpf und verteidigt cs, wenn der Vater oder die Brüder über die „Sonderbarkeit" und „unausstehliche Schüchternheit" spotten und schelten. Sie allein kennt ja ihren kleinen Liebling und weiß, daß diese Charaktereigenart „sich geben" wird, wenn das Kind älter und verständiger ist. Manchmal behält die Mutter recht, und das schüchterne Baby wird ein frisches, fröhliches Kind. Manchmal aber auch ... und das ist vovzugsweise der Fall dort, wo wenig Kinder in der Familie sind . . . bleibt die kindliche Scheu hasten und erschwert nicht nur die Erziehung, sondern auch jeglich geistige und körperliche Ausbildung. ,
Diese Erfahrung kann man besonders bei Mädchen machen, da der weibliche Charakter schon von Natur ans eine gewisse Zuriickhal- lung zeigt. Daher muß man auf das schüchterne Mädchen ein besonderes Augenmerk richten und es schon in den frühesten Jugendtagen zu einer gewissen Lcbhastigkeit wecken. Leicht ist das nicht! Der zarte Kindersinn verbietet jedes energische Eingreifen, jede heftige Drohung, und das namentlich hier, wo der Fehler, im Grunde kein Fehler ist, wo er sich so lieb und traut zeigt. Nachsicht aber ist hier ein Unrecht, das sich in der Zukunft bitter rächt. Bemerkt man, wie das Kind sich von jeder Gesellschaft anderer Kinder zurückzieht, sich mit den eigenen Spielsachen ganz allein beschäftigt und scheu wird, wenn Spielkameraden zu ihm herantreten, dann suche man es mit Liebe und Ernst vorläufig an e t n e n Spielgcnossen zu gewöhnen. Man wird dann mit der Zeit gute Erfolge sehen.
Die Tomate.
Tomatengerichie und eingemachte Tomaten.
Nach dem Mmattsch weniger begünstigten nördlichen Europa, das sich nicht so gut zum rationellen Anbau der Tomate eignet, kommen fetzt aus Südamerika große Schiffsladungen der aromatischen Früchte. Da sie sich gut transportieren lassen, wird die Einfuhr immer bedeutender, und der Preis sinkt beständig, am meisten wohl in den Großstädten. In der Provinz will der Tomatenhandcl nicht so recht florieren. Die wenig bekannten Früchte werden nicht viel gekauft und verderben dem Händler. Bisher Haven auch nur wenig« Handelsgärt- her di« tat Sommer leerstehenden Gewächshäuser und Frühbeete zur versuchsweisen To« taatenkultur mit Erfolg benutzt. Di« Tomate ist sehr anspruchslos und nur aeoen Frost sehr
Nr. 33.
Casseler Neueste Nachrichten empfindlich, man sollte sie deshalb vor Anfang Juli nicht ins Freie setzen und dann auch nur an ein geschütztes, sonniges Plätzchen im Gemüsegarten. Jede Hausfrau auf dem Lande, die einen Gemüsegarten hat, kann, wenn sie sich nach den einfachen gärtnerischen Regeln für den Tomatenbau richtet, den Anbau der Tomate versuclien.
Wir Deutschen haben bisher die Tomate gleich den Franzoseil meistens als Salat mit Essig, Pfeffer und Salz und etwas Zwiebeln, oder in Scheiben geschnitten zn kaltem Aufschnitt und Butterbrot genossen. Rach und nach hat die Hausfrau aber cingesehen, wie viele schmackhafte Speisen sich aus dieser billigen Frucht Herstellen lassen. Die kalten To- malen sind nichts Neues mehr. Wer hierzu rohe Tomaten nicht mag, hält die Frucht erneu Augenblick in kochendes Wasser, läßt sie aus Eis erstarren, höhlt sie aus und füllt sie mit einer Fisch- oder Gestügelmayonaise oder mit einem erfttfchcnden Salat, unter den man das Tomatcnpuree mischen kann. Will man warmes Tomatenragout geben, so füllt man die Früchte mit der fertigen Fleischmasse und dämpft sie gar. Tomaten-Reis, «Makkaroni, -Suppe, -Omelette oder -Pudding finden gerade bei den Hausherren großen Anklang. Zwar gibt es fast den ganzen Winter hindurch frische Tomaten, sie sind dann aber ziemlich teuer.
Wer selbst Tomaten konservieren will, kann dies auf folgende einfache Weise tun: Tadellose reise, aber nicht Überreife Früchte werden ausqewählt. Mit in Sälizhllösung getauchten Fingern zieht man den grünen Stiel heraus und entfernt alles Grüne, das die Frucht bitter macht, Wischt sie darauf mit einem trockenen Tuch, ohne sie zu dtticken, ab, und schichtet sie lagcnweise in einen gut gelüfteten Steintopf. Vorher hat man eine Salzlösung gekocht, die so stark sein muß, daß darin ein frisches Ei schwimmt. Run gießt man die erkaltete Lösung auf die festgepackten Tomaten und bindet den Topf, den man an einen kühlen, luftigen Ort stellt, gut zu. Zwischen dem Verschluß und dem Inhalt muß man einen kleinen Zwischenraum lassen. Rach einigen Tagen prüft man den Inhalt; beschlagen die obersten Früchte, so nimmt man sie ab und kocht die Salzlösung nochmals auf. Jedenfalls hat man. wenn die Früchte richtig behandelt worden sind, auf diese Weise während des Winters billige Tomaten. G. K.
Aus dem Reich der Mode.
Der Hosenrock als modernes Schwimmkostüm.
Run scheint er endlich seine Bestimmung gefunden zu haben, der vielgeschmähte und vielbesprochene Hosenrock. Aus den Modebädern, aus Biarritz, Ostende, kommt die Nachricht, daß man ihn wieder sehr zahlreich erblickt, zwar nicht am Strande, auch nicht bet den gesellschaftlichen Veranstaltungen, wohl aber unweit des Meeres und in den Fluten der See. Wenn man sich auch niemals zu den Damen bekennen konnte, die mit dem Hosenrock spazieren gingen, so muß man doch zugestehen, daß er als Badekostüm seinen Zweck außerordentlich gut erfüllt. Der Hosenrock als Schwimm- und Badekostüm steht der Trägerin außerordentlich vorteilhaft und erweist sich überhaupt als sehr geeignetes Kleid für die Fluten. Summarisch kann man dieser Meinung Ausdruck geben, denn nicht nur jugendliche und elegante Gestalten wirken in diesem Schwimmkostüm sehr vorteilhaft, es hat sich gezeigt, daß Damen jeden Alters sich im Hosenrock sehr gut ausnahmen. Man kann ihn, wie man sich noch von der Wintermode her erinnern wird, außerordentlich variieren.
Die Damen mit schlanken Gliedern, schmalen Hüsten und nicht breiten Schultern zeigen sich in dem Pluderhosenrock und sehen darin reizend auS. Stärkere und ältere Damen hingegen lassen die Rockverkleidung darüber fallen. In Verbindung mit dem Hosenrock werden auch, der Mode des Winters entsprechend, flanze Kleider getragen. Man siebt unter die- en Badekostümen sehr spicke und elegante Toiletten. Di« Damen, die den Badekarren verlassen, um sich in die Wogen des Meeres zu
1. Jahrgang.
werfen, schauen aus wie Diodebilder .. . man könnte meinen, es ginge zu irgend einer gesellschaftlichen Veranstaltang und nicht zu einem Bade in den salzigen Fluten. Reiche Stickereien zieren die Vorderfront des Kleides. Der Gürtel, der die Taille markiert, befindet sich unterhalb der Brust, und die Damen können es wagen, die Mode selbst aus die Badekostüme zu erstrecken, da sie ja fast alle unter dem Bade- gewande Korsetts tragen. Die Bademütze ist einem reizenden, modernen Badehut gewichen.
Besonders beliebt ist die Schutensorm, vie wir auch als Sommermode der Saison begrüßen können. Die aufstrebenden Schleifen, meistens in einer sehr lebhaften Farbe gehalten, werden aus imprägnierter Serde hergestellt, und das Wasser kann ihnen nichts anhaven. Zu den Hüten gehört eine ganze Frisur. Diese aber ist nicht, wie man meinen sollte, am Kops befestigt, die Damen tragen sie an den Hut angesteckt, und es wird behauptet, daß diese Lok- ken ebenso.für das Wasser vorberettet sind, wie die Garnitur des Hutes. Das eigene Haar muß vor dem Wasser geschützt werden. weil das salzige Raß das Haar leicht ausbleicht. Es wird in Zöpfe geflochten . .. sofern der Vorrat reicht... um den Kopf gelegt, und darauf wird nun der Badehut sorgfältig befestigt. Die Badepolizei achtet streng darauf, daß die Hutnadeln durch Schützer unschädlich gemacht werden, damit im Wasser Unfälle nicht eintreten können. Auch Badeschuhe und Badestrümpfe sind durchaus an der Tagesordnung, die Schuhe werden verschnürt getragen und sind mit großen Schleifen geschmückt. So gekleidet besteigt die Modedame das Meer, und sie spürt vom Bade selbst verhältnismäßig herzlich wenig. Nur selten zeigt sich ein junges Ding in kurzärmeligem und kniefreiem Badeanzug, ohne Schuhe, ohne Strümpfe, ohne falsche Locken und Hut. Natürlich wird eine solche Erscheinung mit der größten Aufmerksamkeit in Augenschein genommen. J. G.
Sie »taktische Kamm«.
Flecke aus Marmorgegenständen.
Um Marmor, der durch Fettflecke verunrei-' nigt ist, zu säubern, trägt man eine ziemlich dicke Schicht gepulverte sranzösische Kreide, tüchtig mit Benzin befeuchtet, auf und bedeckt sie, um das Verdunsten des Benzins zu verhüten. Nach sechs Stunden wird die Schicht erneuert und damit fortgesahren, bis die Flecke verschwunden sind. Hilft Benzin nicht, so nehme man Chloroform. Säuren dürfen dabei nicht verwendet werden.
Flecke in Samtstosfen.
Flecke in Samtstoffen kann man aus folgende Weise leicht entfernen: Man feuchtet die Flecke mit Wasser an und betupft sie mit Salmiakgeist. Hierauf zieht man die linke Seite des Samts Über einem heißen Plätteisen hin und her, sodaß der Dampf durch den Stofs geht und oie niedergestrichene Stelle wieder auf- richtet.
Tapisserie-Arbeiten.
Um Tapisseriearbeiten zu glätten, ohne sie bügeln zu müssen, versährt man wie folgt: Die Arbeit wird auf ein Brett ober auf den sauberen Fußboden genagelt, den man zuvor noch mit einem Tuch bedeckt, und zwar mit der rechten Seite nach unten. Tie linke Seite bestreicht man mit Spiritus und läßt die Arbeit Über Nacht trocknen. Am andern Tage ist sie vollständig glatt und das Muster tritt klar und erhaben hervor.
Kein Zugpflaster für Geschwüre.
Wenn sich in der Haut ein Geschwür zu bilden beginnt, dann mag es im allerersten Beginn ganz gut fein, ein Zugpflaster aufzulegen, um eine schnellere Entwicklung des Geschwürs zu bewirken. Wenn aber das Geschwür schon weiter fortgeschritten ist, so ist jedes Zugpflaster nur vom Uebel. Warum, liegt klär c-df der Hand: Das Pflaster verhin- dert eine (Entleerung nach außen, infolgedessen dringt der £iter tiefer in die Gewebe der Unterhaut ein, und es kommt zu einer viel aus-