Lassekcr Neueste 9iaci)tl(i)tett
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M. M.
kcswotte.
«eise und zum Ferienaufenthalt notwendigen Aber iclbft in guten Hnnbeerzahren pflegt der Sachen einpacken. Es wird ihr dabei eine Preis dasür nicht Wohlseil zu sein, denn es
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lohnt bleiben wird, sei's auch nur durch einen dankbaren Blick oder ein Paar herzliche Dan-
wic die Sauerkirschen. Kirschsaft und allerlei gute Konserven werden in Mengen von Kirschen bereitet. Eine echte Julifrucht ist die Himbeere, deren Aroma sehr geliebt wird.
laich ein ungezogenes Kind. Und mci- lft'4 doch nur ein Leichtes, den kleinen
Reiseplagen.
Tas Reisen mit Kindern.
Wir stehen im Zeichen der großen Ferien; .eilweisc haben sic schon begonnen, teilweise werden sie in kurzer Zeit ansangen. Allenthalben wird eifrig zur Sommcrrcisc gerüstet. Gehört die Zeit vor der Reise und die Reise selbst schon an und für sich für die Hausfrau gerade nicht zu den Annehmlichkeiten des Levens, so kann sie zu einer wahren Plage werden, wenn eine Reibe von Kindern da ist, für die gleichfalls Rciscvorbcreilungen gelrosscu werden müssen, und die auf der Reise mehr oder minder der Mutter zur Last liegen. Wie sie sich, wenn größere Kinder da sind, von einem Teil der Rciscvorbercitnngcn entlasten
werden soviel Beere» gebraucht, daß die Bor- rütc auf den Märkten stets geräumt werden.
Die Heide und der Wald liefern jetzt die echten deutschen Heidelbeeren (Blaubeeren, Besinge, auch Bickbeeren genannt). Die Küche liebt eine kalte Heidelbeersuppc, die man durch Einlegen von Klößen, Milchreis oder Milch- gries sättigender gestalten kann, als Erfrischung an beißen Tagen. Auch zum Rachtisch oder als Beigabe zu Eierkuchen finden die Heidel beeren vielfach Bcrwendung. Das Ausland sendet die ersten Pflaumen, Birnen rind Aepfel, gelegentlich gibt cs auch deutsche Früh äpsel und Frühbirnen: man sieht schon Me Ionen, Weintrauben, Pfirsich« und Aprikosen. An Gemüsen bietet der Juli zunächst schöne Erbsen nebst den dazu gehörigen Mohrrüben oder Karotten; außerdem sind alle Arten Bohnen: grüne Bohnen, Sckmeidebohnen, Wachsbohnen nnd Sau oder Pnssbohnen für die Küche beliebt. Gurken, die schon dicker und reifer werden und mehr für Gurkengemüse als für Salat sich eignen, sind oft recht wohlfeil und werden gern für „gefüllte Gurke" verwendet. Pielfach noch wenig bekannt in der Küche ist ein pikantes Gurken-Ragout, das besonders gut zu Hammelfleisch oder Hammelbraten
paßt:
Die geschälten, von Kernen und Mark be freiten, in kurze Stücke geschniltcucn Gurken iverden in zerlassene Butter gelegt, dazu fügt man einen Löffel Zucker, etwas Salz und Pfeffer, sowie 1 bis VA Obertassen milden Estragonessig, deckt die Kasserole zu, läßt die Gurken über gelindem Feuer gar dämpfen, verkocht die Brühe mit etwas in Butter braun gedünstetem Mehl, schmeckt nach Zucker und Essig ab und würzt nach Bedarf mit etwas Zitronensaft. Die alten Kartoffeln sind vom Markt verschwunden und verschiedene Arten „neuer" sind an ihre Stelle getreten: längliche Weiße, runde Weiße, auch runde blaue, mehlige und glatte. In dieser Zeit eignen sich die Kar toffeln am allerbesten zu Bratkartoffeln, da sie noch nicht zu mehlig sind und alles Fett cin- ziehcn. Wild ist noch selten und hoch im Preise, von Wildgeflügel sind nur Enten vorhanden. Junge Gänse und Enten sind aus dem Geflügelmarkt sehr begehrt, und langsam wächst sich mit fortschreitender Getreideernte die Weidegans nun zlir Stoppelgans aus.
kann, habe ich bereits früher gesagt. Für Heinere Kinder muß sie schon selbst alle zur
Mpdar le-Vieux fand man eines Tages das stolze Denkmal Herrn Aiibergcois' zertrttm men, und auf der geborstenen, mit Schmutz :,ip ' Unrnt bedeckten Marmortafel vermochte nut nur mit Mühe die Inschrift zu entziffern: llnscrm edlen Wohltäter
Die dankbare Stadt."
— Ende.—
Angemachte Kirschen.
Praktische Ratschläge für die Einmachczrit.
Von den viele» verschiedenen Früchten, die uns die jetzige Jahreszeit in verschwenderischer Fülle bietet, eigner sich wohl die Kirsche mit am besten zum Einmachen. Beim Einkochen
'rledigl, dann kommt der für die Mutter un- ,»genehmste und schwierigste Teil des ganzen vcricnansenthaltes, die Reise selbst. Sind die Kinder schon größer, vielleicht sogar über acht Fahre alt, dann geht die Jache schon.
Sie haben dann bereits Interesse an den vorüberfliegenden Landschastsbilder» und brauchen keine Unterhaltung, oder sie nehme» ein Märchenbuch mit aus die Fahrt und ver- >reiben sich durch Lesen die Zeil. Eine angenehme Abwechselung ist's Unten natürlich auch, wcnn's heißt: „Frühstücken", oder wenn ihnen die Mutter ein paar Näschereien oder Obst gibt. Lästiger als die großen, können schon "nie ganz kleine» Kinder werden. Wenn sie schlafen, geht's ja, aber meistens schlafe» sie auch nickt, und wen» sie nickst schlafen, fdircien sie gewöhnlich. Die arme Mittler weiß dann vor Verlegenheit überhaupt »ich!, was sie an- sangen soll. Alles gütliche Zureden, alle Lieb koiungrn helfen so einem kleinen eigensinnigen Ting gegenüber getvölmlick nicht, und die Mit reisenden sind meistens »ock so verständnislos, der armen, geplagleit Mittler unfreundlich ztt begegnen. Sie bedenken nicht, daß ihr selbst das Reisen mit dem Kindchen schon zur Last ist und verschlimmern durck ihr Benehmen »och die peinliche Lage. Am allerunangenehm- sten aber ist so eine Eiscnbahnfahrt mit Kin der», die schon lausen können aber nock zu unvernünftig sind, um sich Bcschäftigttng zu machen.
Das Babit sitzt oder liegt wenigstens auf feinem Plätzchen, aber diese kleinen Racker können keine Minute aus ihrem Sitz bleiben. Bald ivollen sie an dieses Fenster nnb bald an lenes, jetzt möchten sie ans diesen Platz, dann ,«uk lenen, ober sie wollen gar ganz hinaus, t>aS Kupee ist ihnen zu eng. Ganz ratlos sckant »ce Mutier auf ihren sonst so braven Liebling, weiß gar nicht, tvas in ihn gefahren. Die Blicke b-’r Mitreisenden werden immer böser:
3 uln zur Ruhe zu bringen. Wenn nur einer er eisenden so viel Verständnis hätte, zu rgen iomm mal her ick erzähle dir nrfr eine Geschickte." In den allermeisten Men wird das ziehen, der Heine Wildsang yi dann ganz onbdctnig da und die Mutter l der <r»rnr wenigstens um das eine rtatb Tiit ein. paar Svenen kann man
ttf solch« C-einem Mitmenschen einen rhdtN Xr.e»st erwecken, der sicher nicht ruibe-
grotz« Erleichterung teilt, wen» sic die cinz»- vackenden Gegenstände notiert und dann beim tßarfeit alles, was schon untergebracht ist, HreMjrt. Auf diese Weise wird nichts vergessen. Sind alle Vorbereitungen zur Zusriedenheit
Die Küche im Full.
Im Zeichen der Garten- uttd Waldfrüchtc.
Bekanntlich ist der Juli eilt reicher Spender. Die Johannisbeeren tragen während des ganze» Monats ihre scinsäuerlichen Früchte, die so köstliche, kalte Sastflammcris ergeben, ebenso reifen von Anfang des Monats an die Stachelbeeren, die merkwürdigerweise in der deutschen Küche nicht so geschützt werden wie in der englischen, die über eine staunenswerte Fülle schöner Stachclbeergcrichte gebietet. Reste von Gartenerdbeeren und die erst nach und nach reisenden Walderdbeeren spiele» eine große Rolle in der Küche, auch in bezug aus das Einmachcn für den Winter. Rach russischer Art bereitete Pasteten sind seit einigen Jahren auch wieder sehr an der Tagesordnung. Durch den warmc» Mai, der uns in diesem Jahr« bcschicden war, kam alles Obst und Gemüse acht bis vierzehn Tage früher auf den Lebensmittelmarkt. Auch die Glaskirschen, so-
_____________________________1. Iayrguug. von Kirschen ist nun verschiedenes zu beachten. Ehe die Früchte vorbereitet werden, muß der Zucker in Stücke geschlagen, in Wasser geweicht und geklärt werden. Man nimmt zum Einkochen nur Raffinade ober Hutzucker. Der Zuk- Ver wird unter Zuhilfenahme des Knochenmessers und eines Hammers in kleine Stücke geschlagen, die man in einer irdenen Schüssel in Wasser aufweicht (auf 1 Kilogramm Zucker x/i Liter Wasser). Ein altes Mittel, den Zucker von jeglichem Staub zu reinigen, ist die Methode, das Wafser mit Eiweiß zu vermischen (aus % Liter Wasser kommt je ein Eiweiß). Rach dem ersten Aufkoche» des Zuckers wird die Flüssigkeit dnrchgeseiht und darauf weiter gekocht. Den aussteigenden Schaum muß man sorgfältig mit einem Schaumlöffel abnehmen. Die Lösung muß solange kochen, bis sie in breiten Tropfen vom Schaumlöffel fällt. Dann gießt man sie in ausgeschweselte Porzcllantöpse und stellt diese in heißes Wasser bis zum Gebrauch.
Am besten zur Eimnachekirschc eignet sich die berühmte Weichselkirsche, von vorzüglichcin Geschmack ist auch die Montmorency, und in Rord- und Ostdeutschland bevorzugt man als Einmachekirsche die kleine schwarze Alleekirsche. Die Hausfrau kaust die mit dem Stiel sorgsam gepflückten Einmachekirschen am besten frühmorgens und läßt sie bis zur Verwendung kühl stehen. Die Kirschen werden gewaschen, von den Stielen befreit und ausgekernt. Dann läßt man sic eine halbe Stunde im Saft liegen, nimmt sie mit einem Porzellanschäumer ans dem Saft, tut sie in ein Musselmbentclcken und läßt sie hiermit in der Zuckerlösung einige Male überwellen; bann gießt man sie in einen Porzellannapf. Am nächsten Tage legt man die Kirschen aus ein Porzellansieb, kocht den Säst dick ein, schüttet die Kirschen wieder vorsichtig dazu und läßt sie einige Minuten ziehen, aber nicht kochen. Der etwa sich bilbenbe Schaum wird abgeschöpft. Die fertigen Kirschen werde» in Gläser geschüttet und mit einer Blase verbunden.
E s s i g k i r s ck e n werden auf folgende Weise eingekocht: Tie Stiele werden kurz abge- schiiitten, die Kirschen mit einem Tuch abgewischt, mit einer Nähnadel durchstochen und in Gläser getan. Dam- werden Essig, Zucker, Wasser und Gewürzbeutel gekocht, und nachdem der Gewürzbeutel entfernt wird, die erkaltete Flüssigkeit auf die Kirschen gefüllt. Rach eini- gen Tagen gießt man bett Saft ab, kocht ihn dick ein und gibt ihn erkaltet wieder über die Kirschen. Wer keine Patenteitimachegläser besitzt, kann sich einen einfachen Gelatineverschluß folgendermaßen Herstellen: Man schneidet ein Blatt Gelatine, annähernd zur Oessuung des Glases passend, taucht cs in kaltes Wasser und legt cs über die Oessmtng des Glases, wobei man die Gelatine fest an bett Rand andrückt. Der Verschluß soll haltbarer sein als Pcrga- rnentpapicr.
Haussrauensorgen.
Der Küchenzettel im Sommer.
Jedes Gemüse mit kaltem Fleisch ist im Sommer angettchm, besonders beliebt sind Wirsing, Erbsen und grüne Bohnen. Die Bohnen bereitet man auch oft ganz, so wie Spargel mit brauner Semmelbutter. Ick rate den Leserinnen in bett heißesten Tagen zu kurz gebratenen Fleischgerichten: ein schnitzel, ein Gulasch, ein Rührklops ober eine fautrerte Kalbsmilch genießt man, soscrn sie srisck sind, auch im Sommer gern. . . Von beit Kalteschalcn ist zn erwählten, daß auch Essig (natürlich Frucht oder Weinessig) für eine Wasserkalte- schalc statt Wein eine billige Würze abgibt. Eine Kalteschale aus geriebenem Brot. Konnten, einer saitreicken Zitrone, Zucker und einigen Löffel» Essig schmeckt durchaus angenehm und wird auch einen verwöhnteren Geschmack befriedigen. Oft lasse ich im Sommer auch die Suppe ganz fehlen und gebe sodann Apsclwciir in Wasser mit Zucker als Getränk, das erfrischt ungemein. Abends bat man mit Kaltesckalen und einer Butterschnitte vollkommen genug.
Gern wird kalter Hoppelpoppel getrunken, der folgendermaßen bereitet wird: Man schlägt