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Rr. SS.

Casseler Neueste Rachrichte«

1. Jahrgang.

Geruch. Wird ein gleicher Papierstreifen mit Margarine bestrichen und angezündet, so spürt man von diesem Geruch nicht«, e« riecht viel­mehr brandig nach Lichtertalg. Dieser bran­dige, talgige Geruch entwickelt sich auch, wenn die Naturbutter mit Margarine versälscht ist. Auf diese einfache Weise ist eS also der Haus­frau leicht möglich, Raturbutter von Marga­rine zu unterscheiden.

QaltcS Wasser als Heilmittel.

Gegen Heiserkeit ist der Gebrauch des kalten Wassers innerlich und äußerlich sehr zu emp­fehlen. Der Patient trinkt des Morgens wäh­rend des AnkleidenS ein Glas frischen klaren Wassers, jedoch nicht auf einmal; auch muß er den ganzen Tag hindurch fortwährend eine kleine Quantität frischen Wassers trinken. Des Abends vor dem Schlafengehen nimmt der Kranke eine Serviette, taucht sie in kaltes Was­ser, drückt sie aus und faltet sie zusammen wie ein Halstuch und legt sie sich um den Hals; eine trockene Serviette wird ebenfalls zusam­mengefaltet, über die erste gelegt und befestigt. Dann legt sich der Patient ins Bett und deckt sich recht warm zu, uin eine neue Erkältung zu verhüten. Diese Kaltwasserkur, etwa acht Tage fortgesetzt, wird das Uebel sicherlich beseitigen.

Wundsalbe.

Eine vorzügliche Wundsalbe, die nach langen angestrengten Klettertoureu schätzenswerte Dienste leistet, wird nach folgendem Rezept be­reitet: XA Pfund zerflossener Hirschtalg wird mit zwei Eidotter und 10 Gramm Balsam 60 Minuten gerührt, sodaß eine Masse, steifer, guter Schlagsahne gleich, entsteht. Die Salbe ist in Blechdosen auszubewahren, sie hält sich jedoch nicht länger als acht Wochen.

Die Kartoffel als Putzmittel.

Kartoffeln sind ein Reinigungsmittel, das sich in der Hauswirtschaft recht mannigfach anwenden läßt. Zum Beispiel gibt der Abfall und die Schalen der rohen Kartoffeln, in Stückchen geschnitten, mit etwas Wasser ein vorzügliches Putzmittel für alle Arten von Glasgegenständen. Ebenso sind die Kartosfel- abfälle zum Putzen von Blech- und Zinngeschirr gut zu verwenden. Zum Putzen von Messern und Gabeln wendet man eine durchgeschnittene Kartoffel mit bestem Erfolg an. Dann lassen sich auch damit farbige Wollsachen, Stickereien und anderes waschen. Mau reibt gereinigte, jedoch ungeschälte Kartoffeln, wäscht den Ge­genstand dann zweimal in lauem Wasser durch und spült ihn in dem Wasser aus, dem etwas Essig zugesctzt ist.

Versengte Wäsche.

Man bereitet aus 100 Gramm Chlorkalk, den jeder Drogist vorrätig hat, und 900 Gramm heißem Wasser eine Chlorkalklösung. Nachdem diese sich geklärt hat, taucht man einen Watte­bausch oder ein kleines Läppchen hinein und be­streicht damit sanft die versengten Teile der Wäsche. Bei Oberhemden, Kragen, Manschet­ten usw. muß vor der Behandlung der Wä­sche mit der Cblorkalklösung die Stärke mit­tels heißen Wassers beseitigt werden. Sobald die versengte Stelle verschwindet und die Wä­sche wieder »veiß wird, wäscht man mit kaltem Wasser gründlich die Chlorkalklösung aus.

Küche und Keller.

Gedämpfter Blumenkohl mit Käse.

Zwei Zwiebeln schmort man in Butter hell- zclh, gibt die gehrühten Blumenkohlröschen, heißes Wasser (ni dem man auf % Liter ein Maggis-Bouillonwürfel aufbrühte) Salz, Pfef­fer und etwas Zitronensaft dazu. Dann läßt man den Blumenkohl weich dünsten, streut eine Tasse geriebenen Parmesankäse darüber, be» gkßt ihn öfter mit der Sauce und gibt ihn zu

Gefüllter Reis.

In Wasser und Butter ausgequollener Reis wird in folgenden Lagen in einer feuerfesten Schüssel geschichtet. Zuerst kommt eine Lage Reis In die Schüssel, dann ein feiner Klops­

teig, bestehend aus Schweineschabesleisch, Sar­dellen itnb Salz, dann wieder Reis, zerschnit­tene leichtgesalzene Tomaten, Reis, und als Oberlage eine Schicht Käse, aus Pannesan-, Kräuter- und geriebenem Schweizerkäse be­stehend. Mit großen Butterflocken belegt, ist vies schmackhafte und nahrhafte Gericht im Ofen 40 Minuten zu backen und mit sauren Gurken garniert zu Tisch zu geben.

Markklöße für Luppen.

Ein Stück Mark wird in frisches Wasser ge­legt, dann in einer Schüssel ein wenig zerlassen und wie Butter leicht gerührt. Zu der Maste tut man die abgeriebene Rinde von Milchbrot, und auf je ein Milchbrot ein Ei, Salz und Muskatnuß, formt kleine Klöße daraus und kocht sie in siedender Fleischbrühe, bis sie stei­gen. Man kann die Klöße in klarer, mit Ei­gelb abgezogener Fleischbrühe geben oder in Grünkernsuppe.

Bohnensalat.

Im Wasserbad sind 1 Lössel Butter, 2 große Eier, 1 Teelöffel Weinessig, 1 Tastenkopf süße Kaffeesahne und Salz nach Geschmack solange tüchttg zu quirlen, bis die Sauce dickflüssig ist. Darauf wird der Inhalt einer 2 Pfund-Büchse Wachsbohnen hineingegeben und nach mehr­stündigem Durchziehen serviert. Mit den ange­gebenen Mengen reicht das Gericht für fünf Personen.

Grüne Erbsen.

Die frisch ausgehülsten jungen Erbsen wer­den gewaschen, mit Butter, einem Stück Zucker und sehr wenig Master zum Feuer gestellt und unter öfterem Umschwcnken weich geschmort. Zum Sämigmachen tut man etwas geriebene Semmel oder einen Teelöffel voll in Master ausgelöstes Mehl daran und läßt sie damit durchkochen. Rach Belieben kann man auch etwas gewiegte Petersilie mit durchschwenken.

Erdbeergelee.

Man kocht ein Pfund Zucker mit y2 Liter Wasser auf, schüttet 2 Liter gereinigte Erd­beeren hinein, läßt sie einige Minuten kochen und gießt die Masse in eine Terrine, die man fest zudeckt und mehrere Stunden stehen läßt. Dann gießt man die Flüssigkeit durch eine Ser­viette und vermischt sie nut 24 Gramm Gela­tine, die man mit X/K Liter Wasser aufgelöst hat und die noch warm sein muß, wenn sie zu­gegossen wird; außerdem gibt man den Saft von 2 Zitronen und '/, Flasche Weißwein dazu, vermischt alles gut, füllt etwas davon in eine mit Wasser ausgespülte Form und läßt es er­starren. Inzwischen hat man schöne, große Gartenerdheeren eingezuckert; davon legt man eine Lage auf die Geleemasse, gießt Gelee darauf und läßt es wieder erstarren. Dann seht man, wenn man lagenweise alles hinein­gelegt hat, die Form an einen kalten Ort, stürzt sie, steif geworden, um und serviert das Gelee mit Schlagsahne.

Lachende Welt.

** Der größte Zwerg. Zorniger Besucher: „Das nenne ich einen direkten Betrug. Sie kün­digen an: „Der bedeutendste Zwerg der Welt/ und nun finde ich einen Mann, der zwei Meter groß ist/ — Aussteller (freundlich): „Ja, mein Herr, das ist ja gerade das Bedeutende an ihm, daß er der größte Zwerg der Welt ist/

** Zu eifersüchtig. Er: „. . . Und dann schreibst Du mir postlagernd unter A. B. 7 . . . hörst Du, Schatz?* . . . Sie (stockend): „Emil, ich bin doch nicht etwa Deine 7te?*

** Meisterstück. Bäckergeselle: „Heut' hab' ich mein Meisterstück gemacht/ . . . „Und das war?* , , , „Die kleinste Semmel!*

Rössel und Spiele.

Rätsel.

Eng ist es mit dem Glück verbunden.

Der Kaufmann braucht's für seine Kunden, Es macht ihn arm, es macht ihn reich.

Zu Lust und Arbeit dient's zugleich.

Homonym.

Kühlung beuts und Erquickung dem Wandrer im sonnigen Tale,

Wenn nach beschwerlichem Weg durstig und matt er's erreicht.

Nimmst du's in anderem Sinn, so hat es mit herrlichen Weisen

Ernst tind erhebend wohl ost den Weg dir zum Schönen gezeigt.

Vexierbild.

Wo ist der Tischgast?

WM' I kv«»”

Scharade.

Unter eins wohnen wir alle und sitzen aus zwei, wenn wir müde;

Doch aus dem Ganzen da ruht, nimmer ermü­det die eins.

Rätselhafte Inschrift.

* *

W- v

2/ i’ i

Scherzfrage.

Welches ist die leichteste Stadt?

V isitenkarten Rätsel.

s. Kgnirr-Kusso

lkssrgg.

Aus Namen und Wohnort des Besitzers der Karte ist der Stand des betreffenden Herr» zu erraten.

Rätsel-Auflösungen

(aus voriger Nummer);

Scharade: Brennerei.

Logogriph: Warum ... warm.

Vexierbild: Der Kopf steht umgekehrt rechts neben dem Gesicht der Kleinen.

Zitaten-Rätsel:

Doch der den Augenblick ergreift, Das ist der rechte Mann.

Richtige Lösungen

der Rätsel aus voriger Nummer sandte ein;

Georg Reinhardt, Sommerweg.

fcür dl« Redaktion verantwortlich: Chefredakteur Fred

Heiman, Truck und «erlag von 6erb. So <6 in Lallet