Einzelbild herunterladen
 

. Nr. 24.

die ilhrniacherei den Augen schade, ist ein unbe rochtigtes Vorurteil. .

Das Schuhwett.

Leine gesundheitliche Bedeutung.

Die Mode will die Hellen Schuhe i» diesem Jahre ausschalten. Die elegante Iran trägt selbst zu den lichten Soiiimcrklcidern schwarze Lackschuhe oder auch schwarze Seiden- und Sanunctschuhc, mit Schleifen und Spangen ge schmückt und lies ausgeschnitten. Diese Form des modernen Schuhes im Verein mit der dunk­len Farbe lässt den Fuß klein und graziös er­scheinen und man versteht die Neigung der Da men, einen solchen Schuh anzulegcn, gewiß. Trotzdem muß daraus hingewicseu werden, daß die hvgienischc Bedeutung der dunklen Schuhe hinter der des helleuSchuhwerks weit zurücksteht. Gerade der Lack ist für die heiße Jahreszeit außerordentlich ungesund, er vermehrt die Transpiration des Fußes und läßt die Venti­lation weniger zu als ein Heller Ledcrsckmh. Tic seidene und sammetcne Fußbekleidung ist für das Zimmer und den Salon reizvoll und angenehm. Sie zeigt sich aber von der nugiin- sligsten Seite, wenn man In die Lage kommt, mit dieser Fußbekleidung weitere Strecken zn- rücklcgen zu müssen. Das Helle Leder der Som- mcrschuhe zieht die Strahleir der Sonne weni­ger an als die dunklen Farben und das Breit neu, das sich bei den Lack und Seidenschuhen einstellt, wird beim Tragen lichter Fußbeklei düng weniger zu bemerken fein.

’> Wer empfindliche Füße hat, der sollte auch auf das Tragen der moderilen, iveit ausge- fchnittene» Halbschnhe verzichten und lieber zu dein weniger eleganten, aber stabileren Stiesel greisen. Auch sollten alle Menschen, die schlecht zu Filß sind, und die meinen, mir in leich­ter Fußbekleidung gehen zu können, einmal den Versuch mit schweren, däuerhast gearbei teten Stieseln machen. Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, daß man im Sommer, da doch die Füße empsiudlicher sind, als im Winter, nur mit leichten Schuhen gehen könne. Hygienische Bedeutung besitzt eigentlich nur der Stiesel, wenn er passend für den Fuß gearbeitet ist. Menschen, die ein größeres Körpergewicht haben, sollten daraus achten, daß der Fuß sich nicht senkt und nicht den Schwung des Spanns verliert. Viele Fußleiden, Schmerzen beim Gehen, Unbequemlichkeiten im Tragen sonst an genehmer Stiesel finben ihren Grund darin, daß der Rüst sich gesenkt hat, das Gelenk sich dnrchtritt. Als Warnung und Warmingszci eben dafür möge es dienen, wenn man bemerkt, daß man den Schuh sehr bald schief tritt.

Krankenpflege.

Rücksichtnahme am Krankenbett.

Von welch großer Notwendigkeit es in nn irrem nervösen Zeitalter ist, neben der gewis­senhaftesten Körperpflege auch ans die Psnche des .Kranken zu wirken, das hat uns die Er- sahrung zur Genüge gelehrt, und doch ist das „Wie", das individuelle Sichanpasseii an den Kranken eine Kunst, die nur wenige richtig verstehen. Bor allen Dingen verliere die Pflegerin niemals die Einheit ihrer Stim­mung und lasse sich durch nichts aus dem cBcichgewicht bringen. Der Kranke sühlt in­stinktiv das geistige Uebergewicht heraus, es flößt ihm unbewußt Achtung ein. und er läßt sich beherrschen.

Nun kommt es aber auch vor, daß Kranke zeitweise fast gänzlich unzugänglich sind und in jene verzweifelten Stimmungen verfallen, wo jeder Trost Widerspruch bei ihnen herber« ruft und jedes gütige Zureden und Ermutigen nur ausslachelnd und reizend wirkt. Befindet sich der Patient in einem solchen Stadium, dann rede man nicht aus ihn ein. Kein Zer­streuen und Ableuken würde hier fruchten, er muß sich „zu Ende denken", wenn ich mich so ausdriicke» darf, und mit sich selbst fertig wer­den; denn es gibt Gedanken, die nur durch tiefere überwunden werden, und wollten wir die Gedanken des Leidenden ziiaeln. so wür-

Easfelcr Neueste Nachrichten den wir den seelischen Zustand des Kranken nur noch verschlimmern.

Diese völlige Verzagtheit dauert jedoch in der Regel nicht allzulange, und sobald wir be­merken, daß die nervöse Spannung der Ge- sichtszüge nachgelassen hat und der Kranke wieder ruhiger geworden ist, dann müssen wir wieder zur Stelle fein und ihn auf heitere Ge­danken zu bringen suchen. Dann erst wird er wieder empfänglich dafür sein. Klagt der Pa tient über diese oder jene Schmerzen und ZU stände nicht nervöser Art, so sage mau ihm stets, daß man die bei anderen und bei sich selbst auch schon durchgemacht habe, damit er sich immer verstanden fühlt und sich niemals für einen Ausnabmemenschen mit Ausnahme cmpsindnngen hält. -ad-

Der kindliche Reid.''

Leine Verhütung und Unterdrückung.

Eine große Untugend ist bei vielen Kin­dern der Neid, und ein. Hauptmittel zur Ver Hütung desselben besteht darin, daß man das Kind von klein ans daran gewöhnt, nicht immer auf das zu sehen, lvas cs nicht hat, sondern aus das, was es hat, und dies als eine Gabe Gottes dankbar zu erkennen. Wer die große Tugend „Zufriedenheit" besitzt, wird nie im Leben neidisch fein. Im zartesten Kindesalter kann man sich allerdings noch nicht auf ideale Anschauungen stützen, da das Kind dafür noch nicht reif ist. Es bleibt also nichts übrig, als jeder Regung des Neides mit strengem Wort, ja mit angemessener Strafe eutgcgenzntreteii.

Sehr wirksam ist zum Beispiel Entziehung der Gabe, mit der das Kind nicht zufrieden war, weil es sie für kleiner hielt, als die des Schwesterchens. Damit ist zwar die Wurzel des Bösen nicht ausgcrissen, aber es wird doch die böse Neigung erdrückt; außerdem prägt sich dem Kinde wenigstens der Eindruck ein, daß der Neid etwas Häßliches ist. Viele werden fragen, ob nicht das Kind, um es in solcher Unterdrückung des Neides zu üben, manchmal absichtlich znrückgefetzt werden solle. Das wäre aber eine verkehrte Maßregel, denn in jedem solchen Falle würde sich der Neid in Unmut über die Willkür des Erziehers verwandeln, und so wäre das zweite Ucvcl größer als das erste.

Das richtige ist vielmehr, daß die Mutier oder der Erzieher durch strengste Unparteilich feit dem Reid jeden gerechten Grund entzieht, in allen den Fällen aber, wo Ungleichheit un­vermeidlich ist, dem Kinde durch das eigene Beispiel veranschaulicht, wie glücklich ein Mensch ist, den Glaube. Liebe und Zufrieden­heit neidlos machen. Noch eine andere hervor­ragende Tugend, die bei der KindererzieHniia zu beachten ist, will ich hier erwähnen, und zwar den „Mut". Ich habe hauptsächlich den Mut im Ertragen von Schmerzen im Sinne, den Mut, der uns kräftigt, stählt und tüchtig macht in dem Kampfe des Lebens, Vielleicht nennen wir ibn richtiger „Selbstüberwindung", die Tugend die sich so schwer lernt, und die uns doch oft so nötig ist. Hier wird das Beispiel der Eltern den Kindern gegenüber der beste Lehrmeister fein.

Sie praktische Hausfrau.

Druckstellen in Samtstoffen.

Sammetkleider oder Mäntel mit Druck­stellen sind mit einem in bestes Petroleum ge­tauchten Wollenlävpchen sorgsältia abzureiben, und zwar muß eine zweite und dritte Person die gedrückten Stellen während des Reibens straff auseinanderhalteii. Daraus ist der be­handelte Stoss, ebenfalls straff gespannt, über heiße Wasserdämpfe zu bringen und während dieser Behandlung mit weicher Hutbürste nach derselben Seite zu bürsten.

Das Putzen der Fenfterscheibe.r.

Durch Anwcudnug von Bürsten oder kräs- tiges Scheuern mit groben Lappen werden die Glasscheiben leicht zerkratzt. Benetzt man sie aber mit scharfem Essig ober verdünnter Talz-

_____________________________1. Jahrgang.

säure, so werden die grauen, matten Stellen, die sonst gar nicht weichen wollen, bald ver­schwinden und nach Abspülen mit reinen« Wasser wieder klar und durchsichtig werden.

Tintenflecke.

Tintenflecke verschwinden ans bunten Wo st­und Baumwollstoffen durch Einreiben mit Gly­zerin und Rachwascheu in warmen- Wasser mit etwas Seife. Tintenflecke in weißen Stossen behandelt man mit Zitronensäure, indem mau die Flecken einige Zeit darin weichen läßt luib eventuell das Verfahren wiederholt. Der zu- rürfbleibcnbe gelbe Flecken wird in gleicher Weise mit Kleesalz präpariert.

Der Borax als Waschmittel.

Sehr schnutyigc Wolieustrümpse, die sauber zu verwahren sind, werden auf folgende Weife gereinigt, ohne daß sie von ihrer Weichheit ein- büßcn: Man bringt die Strümpfe mit eineui' tüchtigen Zusatz von Borax in kalten- Wasser und mit viel Seife zum Kochen und drückt fie danach in der erhaltenen Lange ans. Gespult werden die so behandelten Strümpfe in heißem Wasser, dem auf ein Liter zwei Löffel Salmiak zugegeben find. .

Tas Waschen weißer Strohhüte.

Weiße Strohhüte kann man selbst ans ein­fache Weise reinigen. Man kaust i». der Dro­gerie Kleesalz und löst davon für jeden Hut un­gefähr für fünf Pfennig in heißem. Waiser auf. Eine saubere scharfe Bürste wird wiederholt in diese Lösung getaucht und der Hut andauernd gründlich gebürstet. Ist er wieder zart und fleckenlos, so spült man ihn mit warnten, klaren Wasser sorgfältig ab und legt ihn auf eine glatte Fläche zum Trocknen.

Tas Glycerin in der Hausapotheke.

Ihn bei Husten und Heiserkeit schnell Linde- ruitfl schassen zu können vermische man einen Teelöffel reinen Glycerins mit einem Wasser­glas heißen Wassers, fchüttcle es tüchtig durch und gurgele • mehrmals damit. Schon nach ganz kurzer Zeit Pslegt sich eine Linderung des Hustens einzustellen. Sollten die Hustcuausölle jedoch wiederkehreu, so empfiehlt es sich, das Mittel wiederholt zu gebrauchen. ।

Tas Waschen dunkler Satinkleider.

Satin wird wie neu, wenn mau ihn in dün­ner Mehlsuppe ober in einer Abkochung von Kleie kocht. Ein halbes Pfund Kleie läßt man eine Biertelstunbe kochen und gießt bann die Brühe burch ein große» Tuch. Ist fie noch lau­warm, so brückt man das Kleid hinein und' wäscht es ohne Seife tüchtig durch. Tann wird es in reinem Wasser mehrmals gespült. Will man den Stoff etwas steifer haben, so weicht man ein wenig Leim und ein wenig Gummi in lauem Wasser auf, drückt bann das Kleid darin aus und trocknet es im Schatten halb ab. Rach dem Bügeln wird cs bann wie neu aus- feben.

Tie Verwendung trockener Holzasche.

Trockene Holzasche ist bas beste Reinigungs­mittel für Petroleumkocher sowohl als auch Pe­troleumlampen, die bamit schnell und gründlich ohne Wasser innen Ivie außen gesäubert wer­den können. Rian taucht zustnnmengcballtcS Papier in die Asche und reibt damit Becken und Brenner aus, die blitzblank werde t und nut mit einem trockenen Tuch nach gewischt zi» werden brauchen. Das sonst zur gründliches Reinignitg von Petroleumkochern und laippen meist augewcudete Auskocheit mit Seife und Soda ist bei der Afchenreinignug völlig über­flüssig.

Tas Polieren der Möbel.

Zum kommenden Psiugstsejt wird gcrot# manch« Hausfrau gern ihren Möbeln ein neues, frisches Aussehen verleihen ivollen. Ta ist eS nun nicht nötig, die Möbel zum Schreiner zu schicken, beim eine gute Politur kann man sich auf folgende Weise sehr gut selbst Herstellen: Man läßt ein Lot Alsaunawurzel mit 5-6 Eß­löffeln voll Leinöl in einem neuen Topfe über gelindem Kohlenfener laugfam sieden. Mit der