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Nr. 20.

Kasseler Neueste Nachrichtet

L Jahrgang.

beschäftigt und kommen ost erst abends nach acht Uhr nach Hause. Da ist es nur natürlich, daß die Kinder nicht früh ins Bett kommen, denn sie wollen und sollen doch noch ein wenig mit den (Silent plaudern, sie müssen erzählen, wie der Tag verlausen ist. Der kleine Körper hat aber ein doppeltes Recht auf Schlaf, weil er dem Wachstunt unterworfen ist, und wenn ihm der nötige Schlaf entzogen wird, dann streikt er und will nicht mehr seine Pflicht tun. Die Kinder werden nervös und unartig, sind den ganzen Tag verschlafen und unaufmerksam, leiden an Appetitlosigkeit oder essen aus Ueber- müdung zu viel. Jedenfalls wissen alle müden Kinder nicht, was sie mit sich anfangen sollen, sie werden unlustig und träge. Alle Eltern soll­te» deshalb darauf halten, daß die Kinder mit dem Glockenschlag sieben oder acht, spätestens aber um halb neun Uhr zu Bett gehen, dann wird das Aufstehen nicht so schwierig sein. Die Kinder, die dann ordentlich ausgeschlafen ha­ben, sind weitiger nervös und machen Eltern und Lehrern niehr Freude.

Bur Reform der Kinderkleidung.

Eine allbekannte Tatsache ist es leider, daß die Tasche» in den Kleidern unserer Mädel und Buben sich oft in einem sehr fragwürdigen Zustande befinden. Alle möglichen und unmöglichen, sauberen und schmutzigen Sachen finden ihren Aufbewahrungsort in der Klei- vcrtasch«. Daß die Taschen selbst dadurch auch bald nach Wasser und Seife schreien, ist nicht mehr als natürlich. Da wollene Kleider und Knabenanzüge aber nur selten mit Wasser und Seife gereinigt werden können, so findet eine derartige Kindertasche meist nur dann eine Er­gänzung, wenn sie durch Ueberlastung mürbe geworden ist. In dem langen Gebrauch der Kindertaschen liegt aber eine große Gefahr für das Kind. Wieviel Schmutz und Staub mag oft dem Spielzeug anhaften, das die Kinder in die Tasche stecken. Und erst das Taschentuch, das das Kind an Mund und Rase bringt. Wie manche Ansteckung und Krank­heit mag dadurch schon entstanden sein, daß die Kindertasche nie gewaschen wurde. Diesem großen liebel ist in recht einfacher Weise vor­zubeugen. Man fertige nach einem bestimm­te» Maß eine Anzahl auswechselbarer Taschen an und versehe sie mit Druckknöpfen, deren Gegenstücke man den festsitzenden Kindertaschen «ufnäht, dann kann man ganz nach Bedarf in wenigen Minuten die schmutzige Tasche durch eine saubere ersetze».

Schulranzen oder Schultasche?

Bei Beginn des neuen Schuljahres entschei­det sicb auch wieder die Frage: Schulranzen oder Schultasche? Fast selbstverständlich ift es, daß die Jungen einen Ranzen tragen, während man die kleinen Mädchen noch sehr viel mit Schultaschen aut Arm zur Schule wandern sieht. Das ist aber ganz verkehrt. Durch das Tragen der Schultasche an einem Arm wird der zarte Körper des Kindes einseitig belastet, rind nian muß befürchten, daß sich allmählich eine Verkrümmung des Körpers herausbildet, da die Ktwchcn ttoch weich und leicht umformbar sind, und die Gelenke noch nicht die Festigkeit wie bei Erwachsenen haben. Ihr Elter», kauft darunt auch euren kleinen Mädchen Schulran­zen, die den Körper straff und gerade halten und das lästige Büchertragen nicht zu einer Plage werden lassen.

Köche und Keller.

/tSnigsberger Klops.

Ein halbes Pfund Schweinefleisch und ein Pfund Rindfleisch, beides fein geschabt, wer­de» mit vier geriebenen Semmeln, drei Eiern, einem Stich Butter, einigen Löffeln fetter Sahne, zwei bis drei geriebenen Kartoffeln und wenig Pfeffer und Salz vermischt. Von diesem Teig werden rund abgeslachte Bälle, größer als ein Fünsmarkstück, geformt, und in folgender Sauce gar gedämpft: Vier nicht zu kleine, in Butter gedämpfte, feingehackte Zwie­bel», werden mit gesalzener Fleischbrühe ver­mischt. Tann tut inan ein Liter Fleischbrühe

und eine bis zwei geriebene Semmeln hinzu, und ebenso sein gehackte Sardellen und eng- lisches Gewürz. Nachdem diese Sauce durch- gekocht und durch ein Sieb getrieben ist, kommt sie wieder aufs Feuer, um die Klopse darin gar zu kochen. Kurz vorher tut man entkernte Zitronenscheiben, Kapern und etwas weißen Wein hinzu. Die Klopse werden vor dem Servieren mit gerösteten Semmelscheiben oder Blätterteig garniert,

Kcrbelsuppe.

Etwas klein geschnittenes Wurzelwerk wird eine Weile in Butter geschwitzt. Dann stäubt man einen Kochlöffel Mehl darüber und füllt so viel Fleischbrühe oder siedendes Wasser dar­auf, als man zur Suppe bedarf, läßt sie damit verkochen, durchsetht sie und kocht sie noch eine Viertelstunde langsam mit einer Handvoll fetn- gehackten Kerbel. Man legiert die Suppe kurz vor dem Aufgeben mit einigen Eidottern, tut ein Stück frische Butter daran und serviert sie über gerösteten Semmelwürfeln.

Braune Suppe mit Leberklöschen.

Eine Kalbsleber wird ganz fein geschabt, daß keine Fasern und Sehnen im Fleische bleiben, dann wiegt man sie mit dem Wiegemesser so fein als möglich, rührt hierauf 200 Gramm Butter zu Schaum, schlägt 8 ganze Eier und 3 Eidotter dazu, rührt sie glatt und gibt dann für 2 Pfg. in Milch aufgeweichte und wieder ausgedrückte Semmel, einen Spetselöffel feines Mehl, etwas Salz und Muskatblüte (oder ei­nige Tropfen Muskatextratt) dazu. Aus dieser Masse macht man nun Klöße von der Größe einer Wallnuß, kocht sie binnen einer halben Stunde in einer Kasserolle in Salzwasser, tut sie in die Terrine und richtet braune Jus darüber an. Von rohem, oder auch gebratenem Fleisch aus einer Kalbskeule kann man gleiche Klößchen machen; man nimmt dann 2 Pfund Fleisch, schabt es und reinigt es gleichfalls von allen Sehnen, nimmt ebensoviele Eier und kann statt der Semmel auch Mehl nehmen. Diese Klößchen reichen für 16 Teller Suppe.

Apfelsinen Reis.

250 Gramm guten gereinigten Reis läßt man mit % Liter Wasser, zwei Gläsern Weißwein, 250 Gramm Zucker, dem Saft von einigen Apfelsinen und einer Zitrone und etwas Apfel­sinenschale ausquellen, füllt den Reis in eine ausgespülte Form, läßt ihn erkalten und gar- niert ihn, nachdem er gestürzt, recht reich mit vorher eingezuckerten Apfelsinenscheiben.

Spinat auf norddeutsche Art.

Der Spinat wird, nachdem er gut ausgelesen und gewaschen ist, in Wasser abgekocht, tüchtig ausgedrückt, fein gehackt, wieder in den Topf getan und mit guter Fleischbrühe übergossen. Run röstet man etwas Mehl nebst einer Zwie- bel in Butter, rührt alles zu dem Spinat und läßt ihn auskochcn. Zuletzt tut man noch etwa« Zucker, Muskatnuß und fein gehackte Petersilie hinzu.

Frikaffiertc Eier.

Man läßt die Eier zehn Minuten in Salz- wasser kochen, nimmt sie heraus und legt sie in kaltes Wasser, damit die Schale sich besser löst, schält sie, schneidet sie der Länge nach vonein­ander und gibt folgende Sauce darüber: Einige Eidotter, etwas Sens, Essig, Zucker, gewiegte Zitronenschale, ein Stück Butter, Wein und Wasser, nachdem man viel oder wenig Sauce haben will, werden über dem Feuer gequirlt, bis die Sauce recht rund geworden ist. Die Eier schmecken am besten, wenn man sie sehr heiß serviert.

Gestürzte Zitronen Creme.

10 Eidotter werden mit 250 Gramm Zucker, der abgericbenen Schale von zwei Zitronen und dem Saft von drei Zitronen aus schwa­chem Feuer dick gerührt; dann gibt man 33 Gramm in einem Viertelliter Wein aufgelöste Gelatine dazu, und sobald die Masse unter fort­währendem Rühren etwas abgekühlt ist, den steifen Schnee der 10 Eiweiße darunter. In einer mit Wasser ausgespülten Form läkt man die Creme erkalte».

- ■ Ar Rätsel-Me. > ■

Homonym.

MS Hafenstadt ist'S allbekannt. Es liegt im deutschen Vaterland; Kein Schiff fährt durch die Wellen hin,, DaS eS nicht hat in anderm Sinn.

Vexierbild.

Wo ist der zweite Kavalier?

Buchstabenrätsel.

Visitenkarten-Rätsel.

ß. Sähn

Tuche!

Aus Namen und Wohnort ist der Stand des darauf Bezeichneten zu errate».

* Rätsel Auflösungen * / Z saus voriger Nummer.)

Anagramm: Flieh . ,. Hilfe..

KönigSzug:

Die Heimat ist, wo man dich gerne Erscheinen, ungern wandern sieht! Sie ist's, ob auch in weiter Ferne Die Mutter sang dein Wiegenlied.

Scherzrätsel: Nachtwächter , - . acht Wächter.

Ersetzungsaufgabe: Königsberg.

Richtige Lösungen

der Rätsel aus voriger Nummer sandten eint Richard Barthel, Jordanstraße; Ranuy und Oskar Hiege, Habichtswalderstraße; Franziska Bellson, Große Nosenstraße; Minna Hattenbach, Fliegengasse; Fritz Stein, HHohenzollernstraße; Lisa Fischer. Wilhelmshöher Aller; Margarete Töpfer, Holländische Straße; Hans Müller, Leip­ziger Straße; Elfriede Gohlke, Garde du Corps-Platz; Annaliese Hermann, Frank­furter Straße; Otto Jung, Mombachstraße; Friedel Voigt, Jahnstraße und Herta Berg» mann, Philosophenweg._______________

ftür Me Redaktion verantwortlich: «dcsredalteur Fred 6 e t m a n. Truck und Verlag von K « rd. »och, ttafltl