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die es nichts Wünschenswerteres «Ibt, als den SBcfl durch die Hochschule an die Staatsklippe, -ariiber darf man schon im Zweifel fein. Viele Rektoren deutscher Hochschulen haben in den letzten Jahren kaum eine passende Gelegenheit vor?beraehcn lassen, ohne mit Nachdruck darauf hinzuweifen, baß so viele ungeeignete Studierende an deutschen Hochschulen sind. Andere Hochschullehrer beschweren sich, über das „Gelehrtenproletariat", oder noch spezieller über das „Juristenproletariat", daö aus manchen deutschen Gymnasien gezüchtet werden soll. Halbbildung, Ueberbildung, Dilettan- tisnius und Banausentum, das sich (wie Kenner versichern) »heute allerorten breit macht", - sind die Folgen dieses gerühmten Idealismus.
Wirft man nun noch einen Blick in das Leben der akademischen Jugend, so kann man erschrecken über die Zustände, die man dort sieht: Biele Jünglinge ziehen zur Hochschule, nicht nur ohne genügende Begabung zu wissenschaftlichen Studien, sondern auch ohne ausreichende Geldmittel zum Unterhalt während des Studiums und des nachfolgenden Vorbereitun-s- dicnstcs. Sie ziehen dahin in der sicheren Hoffnung, durch Privatunterricht, literarische Tätigkeit und Hauslehrerstellen ihren llnterhalt erwerben zu können. Die sanguinischen Hoffnungen werden in der Regel schwer getäuscht. Die sogenannten »Arbeitsämter", die sich in den letzten Jahren an deutschen Hochschulen gebildet haben, um die Nachfrage nach geistiger Arbeit zu sammeln und sie den arbeitsuchenden Cornmllitonen zugängig zu machen, können ein Lied von den trostlosen Zuständen singen, die in Studentenkreiscn herrschen. Wie viele gehen in diesem äußerlich und innerlich trostlosen und haltlosen Leben unter! Und wie recht bat der Abgeordnete Oberrealschuldirektor Dr. H i n tz m a n n, wenn er seine Rede im Abgc- ordnetenhause mit den Worten schließt: »Der Freude über die immer weitere Ausbreitung der Bildung möchte ich den Gedanken gcgcn- übcrstellen, daß int allgemeinen Interesse möglichst nur diejenigen Schüler den Weg durch die höhere Schule geführt werden sollen, die auch wirklich die körperliche und geistige Fähigkeit dazu haben." Das sollten alle Eltern gerade um die O st e r z e i t bedenken."
Professor Dr. Otto liesse.
Iie Köchlehrer-rr.
Ein Beruf für ältere Damen.
Von staatlicher und privater Seite wird neuerdings die Einführung von Kochschulen stark befürwortet, ja, man richtet sogar Spezialkochkurse ein, wie Scesischkochkurse, Ge- müsckochkurse, Backkurse, um das Interesse und die Freude am Kochen bei der Frauenwelt zu pflegen. Natürlich werden Haushaltungs- und auch Kochlchrcrinnen jetzt mehr eingestellt wie früher. Den» jungen Mädchen, die Lust haben, Kocklehrcrin zu werden, wird man selbstverständlich nur die staatliche Ausbildung als Haushaltungslehrerin entpfehlcn, weil sic dann, genau ivk eilte wissenschaftliche Lehrerin, auf eine pcnsionsbcrcchtigte Anstellung rechnen können. Solche Bildungsanstalten gibt es in Danzig, Posen und hier in Cassel, auch das Berliner Lcttc-Haus schließt seinen Knr Ins mit einer staatlich zulässigen Prüfung ab. klnders ist es bei älteren, wirtschaftlich sehr üchtigcn Damen, die bereits die Altersgrenze ür die städtische oder staatliche Anstellung ibcrschritten haben, aber darauf angewiesen sind, auf eigenen Füßen zu sieben und weiter nichts ausgebildet haben als ihre Kochkunst.
Für alle diese ist cs praktisch, sich in Heine« rin ober mittleren Städten als Kochlehrerin tu etablieren. Damen mit etwas Vermögen könnten die Kochschule mit einer Pension verbinden und in der Art einer Frauenschule ihren Pensionärinnen von städtischen Pro- sefforen wissenschaftliche Vorträge halten lassen. Um eine solche Pension zu gründen, könnten sich anch sehr gut eine wissenschaftliche Lehrerin und eine Kochlehrerin zusammcntun. Die Kochlehrerin kenn ober auch, wo die Ein kichtung einer Fraucnschule nicht möglich ist
Casfcker Neueste Nachrichten oder aus verfchiedenen Grüudett nicht geraten erscheint, einen feinen Mittagsiisch ftit Lehrerinnen, Beamte und Kausleute einrichten, um neben den Einnahmen durch die Schülerinnen noch ein festes Einkommen bttrd) die Mittagsgäste zu gewinnen. Um alle den modernen Ansprüchen genügende Küchen- und Haushaltungseinrichtungen kennen zu lernen, empstehlt cs sich sehr, int Lette-Haus, im Pestalozzi- Fröbelhaus oder in einer anderen gut eingerichteten Kochschule einen Kursus als Kochlehrerin zu belegen.
Im Anschluß hieran möchte ich auf einen neuen englischen Benis Hinweisen, der sich ebenso gut hier in Deutschland entführen läßt und einer ganzen Reihe von Damen eine sichere Existenz geben würde. Es ist der Beruf der Kochfran. In London besteht seit einigen Monaten ein von einer reichen Amerikanerin eingerichtetes Institut, in dem junge und alte Frauen gegen eilt mäßiges Honorar als »Kochfrauen" ausgebildet werden. Die Lehrzeit dauert fünf Monate und kostet mit Lehrgeld und völliger Pension 600 Mark. Die aus diesem Institut hervorgegangenen approbierten Kochfraucn sind von den englischen Hausfrauen bereits sehr gesucht. Sie sparen nämlich die Mühe des Herumsuchens, die Enttäuschung über Mißerfolge und, was wohl besonders ins Gewicht fällt, eine ganze Menge Wirtschaftsgeld. Denn es ist tariflich festgesetzt, daß eine aus dem genannten Institut hervorgegangene Kochfrau, je nach der Anzahl der Personen, nicht weniger als fünf, aber auch nicht mehr als zwölf Mark pro Mahlzeit berechnen darf. C. S.
Gefärbte Atereler.
Ratschläge zum Eierfärben.
Trotzdem in unserer Zeit in so mancher Familie die Kinder am Ostertage nicht mehr, wie es früher Mode war, mit gefärbten Hühnereiern, sondern mit Schokolade- und Marzipaneiern beschenkt werden, hat sich die alte Sitte des Eierfärbens doch noch vielerorts erhalten. Wahrscheinlich stammt sie von den Wenden, und nirgends sind die einfachen Leute darin so geschickt wie im Sprecwald. So habe ich selbst vor einigen Jahren im Spreewald zugesehen, wie das Hausmädchen, eine echte Wendin, auf die etwas angewärmten Eier geschickt mit flüssigem Wachs Sterne, Halbmonde und kleine Kreise malte und sie darauf in einer bcreitgehaltcnen, mit Spinatsaft grün oder mit Zwiebelschalen gelb gefärbten Flüssigkeit kochen ließ. Nach dem Herausnehmen wurde das Wachs sofort entfernt, und die gefärbten Eier hatten eine weiße Verzierung.
Man schreibt auch gerne kurze Worte mit flüssigem Wachs auf die Eier, das sieht allerliebst aus. Waschblau ist ebenfalls ein beliebtes Färbemittel, die himmelblauen Eier werden mit Gold- und Silberpapier beklebt. Recht hübsch sehen marmorierte Eier aus, die man auf folgende Weise herstcllt: Man schneidet marmoriertes Papier in Streifen, streut fein zerzupfte Malvcnblättcr darauf und wickelt die Eier hinein. Darauf umschnürt man sie, damit sie Zusammenhalten, fest mit Zwirn und kocht sie in Wasser, in dem etwas Alaun aufgekocht wurde. Beim Aufbinden werden die Eier in blaugrünem Marmor erscheinen, zwi- fdicn dem die bunten Papierfarben bervor- blicken. G. K.
Ar» der Frauenwelt.
Erleichterungen im Krankenpflcgeberuf.
Im Dienst der Krankenschwestern ist jetzt eine wesentliche Verbesserung und Erleichterung ein« getreten. Der Regierungspräsident in Potsdam hat den Tagesdienst der Schwestern im Krankenhause laut einer Verfügung derartig geregelt, daß die Schwestern nur eine tägliche Arbeitszeit von 10 bis 10% Stunden haben. Tie Scheuerarbeiten, das Fensterputzen, kurz "sie schweren Arbeiten sollen von nun an den Schwestern fernbleiben, so daß sie alle lediglich sich ihrer eigentlichen Berufsarbeit, der Kran-
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kenpsiege, widmen können. Ferner sollen die Anstaltsärzte sich mit den Krankenvisiten, sowie Operationen möglichst an feste Stunden halten. Mit großer Freude wird diese segcusrcicheVer- besierung von denen begrüßt werden, die den schwersten aller Berufe gewählt haben.
Weibliche Sachverständige.
Der erste weibliche Sachverständige, ein Fräulein Elsa Deutsch, ist am Kaufnuumsge- richt in Charlottenburg eingestellt. Die Dame ist Leiterin der zweiten Charlottenburger Mäd- chenfortbildungsschule und debütierte anläMWi einer Gesamtsitzung des Kaustnannsacrichts über den Antrag: „Wieviel Lehrlinge im ein- xelnen Betrieb bei gründlichster und ordnungsgemäßer Ausbildung gehalten werden dürfen." Ihre klaren, durchaus sachgemäßen und präzisen Ausführungen trugen ihr ungeteilte Bei» stimmung ein.
Ter neueste Frauenberuf.
Staatlich geprüfte Blitzableitersetzerin ist kürzlich eine Frau in Landau, die Inhaberin eines Dachdeckungs- und Blitzableitergeschäfts, geworden. Sie unterzog sich einem „Blttzab- leiterkurse" unter Leitung von Professor Kuppel in der königlichen Kreisoberrealschule in Kaiserslautern. Nachdem sie die Prüfung tut Theoretischen wie im Praktischen gut bestanden, erhielt sie das Recht, den obigen Titel zu führen.
Ein Seminar für technische Lehrerinnen.
Zur Einrichtung von technischen Kursen an der Frauenschule zu Hildesheim hat der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten in letzter Zeit durch einen Er- kdß seine Zustimmung gegeben. Schon im nächsten Jahre werden Prüfungen für Sprachlehre- rinnen, Haushaltungs-, Handarbeits- und Turnlehrerinnen abgehalten werden.
Sie praktische Hausfrau.
Die Rettung angebraitnter Speisen.
Auch der besten Köchin kann es passieren, daß die eine oder die andere Speise anbrennt. Ist das geschehen, aber die Speise noch nicht ganz verdorben, so stellt man den Tops oder die Gafferotte fo schnell als Möglich in ein Gesäß mit kaltem Wasser; wenn das Wasser warm geworden ist, muß es wieder mit frischem vertauscht werden, und zwar so oft, bis sich das an den Topf Gebrannte löst und die Speise den brenzligen Geschmack verliert. Sollte das jedoch nicht ganz der Fall sein, so bedeckt man den Topf mit einem in frisches Wasser getauchten Tuche und bestreut dieses mit Salz, dadurch wird mau einen vollständigen Erfolg erzielen.
Stärk- und Plättrezept für feine Wäsche.
Eine Portionstasse beste Strahlenstärke, vier Portionstassen Wasser, ein Eßlössel Glizerin und ein Eßlössel Borax, das vorher mit einer halben Tasse Wasser ausgekocht wurde, werden gemischt. Man rührt diese Masse ein und stärkt damit die sehr sauber gewaschene, gut getrocknete Wäsche, reibt jedes Stück auf beiden Seiten mit einem Tuch ab und läßt es fest und feucht eingewickelt über Nacht liegen. Morgens wird geplättet. Man zieht jedes Stück recht gerade, legt auf die linke Seite desselben ein altes, dünnes, leinenes Taschentuch, fährt einmal schnell mit recht heißem Elsen darüber, zieht das Tuch fort und plättet die Wäsche nun vollständig rechts und links, zuletzt rechts, trocken. Das Rezept ist ausreichend für 36 Kragen, 12 Paar Manschetten und 6 Oberhemden.
DaS Reinigen von Perser-Teppichen.
Auf etwa 10 Liter Wasser, das langsam zui« Kochen gebracht wird, kommt ungefähr 1 Kilo in dünne Stücke geschnittene Harzkernselfe. Tic- fern Selfenwasicr wird unter fortwährendem Ur.'.Tübrcn zugesetzt.: weiße Tonerde, Borax, Sallcylsänre, Qulttavarindc rmd Salpeter, alles in gestoßenem Zustande und in Heinen Mengen. Die Mischung läßt man oster auskochen: wenn sic erkaltet ist bildet sie eine barte