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„Erst müssen Sic machen," forderte sic Stimme aus, daß es hören konnte.
Erna klappte ihr
Frauenarbeit in unsrer Aeit
Nebenberufe für Frauen.
dienen, wenn es irgend angeht, einen Inne n- , o beruf crarcikt. eine Tätiakcit. die sic im ciac- । ~
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mein?" erwiderte sic stolz. »Ich bin Aktionä- lin dieser Gesellschaft und kann meine stenographische Kunst dort ausüden, wo es mir paßt. Int übrigen bitte ich Sie, mein Herr, meinen Arm gefälligst losznlassen und sich von
Frauenschmmk.
Ta» Lüiedernnftanchen dcr Ohrgehänge.
Wie schließlich jede Mode einmal längere Zeit vergessen wird, um dann plötzlich wieder anszntanchen und sich die alte Herrschaft zurück- znerobern, so werden auch die „Ohrgehänge", die so lange Zeit aus den Schmnckkästen schöner Frauen verbannt gewesen, tvicdcr mehr und niebr modern. Freilich wird heute ein besonderer Wert ans die Kostbarkeit des Materials gelegt, wie es unsere Großmütter eigentlich weniger gekannt. Die heutige Damenwelt bevorzugt im allgemeinen eine große Perle oder einen größeren Brillant, der knopsähnlich in das Ohrläppchen gesteckt wird. Das Tragen dieses Schmuckes an sich ist aber uralt. Bride. Geschlechter machten einst von dieser „neuen Modc" Gebrauch, und man sand „Ohrringe" schon in den- ältesten Zeiten bei' den Indern, den Arabern, Medern und Persern, bei den Germanen und Galliern, während sie bei den Griechen und Römern vom männlichen Geschlecht als „seiner unwürdig" verspottet wur- dcn und Frauenschmuck blieben, wie jetzt bei allen zivilisierten Völkern. Teils gründet sich die Sitte, das Ohr zu schmücken, aus den Aberglauben, daß inan dadurch Zaubertöne vom Ohr sernhalten könne, teils aus die Hoffnung, ein Mittel zur Ablenkung von Krankheiten durch ein solches „Amulett" zn besitzen, und heute noch wenden in vcrcinzcllcn Fällen Schisser und Landleute Ohrringe als Heilmittel gegeit kranke oder schwache Augen an.
Bei den Pampas-Indiairern sowohl als in Neu-Gninea und Nordamerika werden anl Tage der Namensnennung dem Kinde feierlich Ohrlöcher gestochen uicd dieser Akt durch ein großes Festessen besonders geseiert. Neger und Indianer pflegen Metallschmnck oder große Ringe von Knochen, Muscheln und Korallen zu tragen, die oft solche Größenverhnlt- nisse annehw.cn, daß sie als Schmuck launt noch anzusprechen sind. Auch die in alten gcrma- nischen Grabstätten gesundeucn „Bronzeringe" zeichnen sich nur durch ihre Größe aus, während solvohi die im Mainzer Museum aufbewahrten goldene»» Ohrgehänge, die aus ei.ru rische Herkunft deuten, wie verschiedener, in Griechenland, der Krim und Italien gesuude- ncr Ohrschmuck edle, wirklich künstlerische För men aufweist. Zur römischeit -Kaiserzeit schmückten sich die vornehmen Römerinnen auch gern mit sogenannten „Bommeln", das beißt mit einzelnen untereinander hängenden Perlen. Am berühmtesten sind die Ohrringe der Kleopatra geworden, die je eine große Perle zeigten, von denen sie die eine, einer Wette mit Antonius zufolge in Essig aufgelöst und getrunken haben soll. Dcr Wert dieses Trankes wurde unferem Gelde nach aus 900 000 Mark geschätzt. Die andere Perle kam nach dein tragischen Ende dcr Königin in den Besitz dos römischen Feldherrn Agrippa, der da.nit, nach dcin er sie in zwei Hälften geteilt halte, das Pennsbild im Pantheon schmückte.
Später waren in Italien auch Kugeln aus Goldsiligran als Obrschmuck beliebt; dann wechselte die Mode, die Gehänge bald größer, bald kleiner, bald in dieser, bald in jener Form, geschmackvoll wie geschmacklos zeigend. Kannte eine Zeitepoche dock, sogar Miniatur-Kron- leuchter und -Schiffchen. Glockenspiele und dcrgleicheit Geschmacksverirrungei» a l s Schmuck des Ohrläppchens. Zu den meisten Nationaltrachten bilden die Ohr- godäugc. einen wesentlichen Bestandteil: besonders großer Luxus wird damit in Holland.
altbewährten Einnahmeqnellen als Schneideriirg ? und Putzmacherin: Für geschickte Kräfte gibt« es in diesen Berufen stets zu tun: Sie eignen j n sich für die Arbeiterfrau wie für die Offiziers- , <v> rochier. Jedenfalls ist hier mehr zu holen als i % in der Schriftstellerei, die, einige Ausnahmen । abgerechnet, eine recht brotlose Kunst bleibt, e S wenn nicht hervorragende Begabung vorhanden | £
fetzte damit dem Herrn, der sie nm Arm gc packt hatte, einen heftigen Schlag ans seine Hand.
„Vielleicht werden Tie mir jetzt gestatte», meine Notizen sortzusetzen?" fragte sie mit geröteten» Gesicht. „Wenn sticht, würde mein Notizbuch nähere Bekanntschaft mit Ihrem Gesicht macken müssen.
Der Herr sprach ein paar Worte von Schutzmann holen lasse»» und begab sich so- danit sehr niedergeschlagen au {einen Platz zurück. Die Versammlung nahn» einen sehr stürmische»» Verlaus, und sätntliche Reden, die ans ihr gehalten wurden, wurden von Erna stenographisch anfgenomnien. Dani» eilte sie rasch nach Haus, »nd Stunde»» brauchte sie, um ihre stenographischen Notizen nrnznschreibcu. Es Ivar bereits spät, als sie endlich damit fertig jvar, und unverzüglich fuhr sie nach den» Re- daktionsburean des „Deutschen Adlers", wo sie sich dem alte»» Herrn Berwig melden ließ.
Ohne auf die erstaunterr Blicke des alten Herrn zu achten, fragte sic: „Ist die Abend ausgabe des „Deutschen Adlers" bereits im Druck?"
Wie sie so in der Tür stand, mit vor Aufregung leuchtenden Augen, mit etwas ausgc- löstem Haar und einem erwartungsvolle»» Zug um ihren schöne»» Mund, gab sie ein Bild ab, das jeden Manu, mochte er alt oder jung sein, bezaubcri» mußte. Herr Berwig hatte sich erhoben; er bot ihr einen Stuhl an, in höflichen» Tone erwiderte er:
„Gewiß, mein verehrtes Fräulein, sie ist bereits im Druck. Bringen Sie mir ober eine Wichtige Neuigkeit, so lasse ich gleich eine Extra-Ausgabe erscheinen. Es sind stille Zci- ten, und ein kleiner Mord oder ein großes Feuer würde»» das Interesse neu beleben."
„Ick bcdanre sehr, Herr Redakteur, daß ich mit solch aufregenden Sachen nickt diene»» kann. Ich war beute zufällig in einer General- versammlung, in der es sehr lebhaft zuging, und mir hat es besonderes Vergnüge»» gemacht, einen Bericht darüber abzufassen."
Dabei zeigte sie ihn» die ersten Seiten ihrer Notizen. Er war aufgesprungen, wie jemand, den die Freude toll gemacht hat.
„Prächtig, prächtig, mein liebes Fräulein!" rief er fast atemlos aus. „zwanzig Seite»» jo gewissenhafter Arbeit und schön »nd deutlich geschrieben. Tas Mndcl ist ebenso klug wie kntzückend!" fuhr er fort, indem er seine Gc- danke»» in laute»» Worten äußerte, wie er das immer tat, wen»» er sehr aufgeregt war. „Das ist dcr größte Schlager, den der „Deutsche Adler" feit Jahren hatte. Und nur biefent lieben, kleinen Dinge ist er zu danken. Sagen Sie mal, mein liebes, kleines Fräulein," fuhr er fort, indem er ihre beiden Hände erfaßte m»d sie kräftig drückte, „was verlangen Sie dafür? Hier kann es fick nicht um zebn ober fünfzehn Pfennig die Zeile handeln, und »venu Sie nickt etwas so kostbares wie ein Diaman- ken-Diadem oder ein Pcrlenbalsbaiid vcrlan gen, bin ich ernstlich böse mit Ihnen."
Mit zitternder Stimme entgegnete sie: „Ich brauche weder Geld noch Juwelen, Herr Berwig. Aber etwas anderes, estvas viel, diel Kostbareres möchte ich haben. Sie haben einen Sohn, Fritz mit Namen, und ick weiß, daß Sie sein Glück höher als alles in der Welt schätzen."
Das Gesicht des alten Herrn nobm einen zärtlichen Ausdruck an, und ihr tief in die Äugen sehend, erwiderte er: „Ja, liebes Frän- lein, das tue ich."
Seinen Blick konnte sie nickt anshalten, Hl»d sie drückte daher ihr Gesicht acaci» feine
wisse Geschicklichkeit verfügt, kam» mit Gesichts- J rnassage und dem Eirtsernen von Gesichtshaaren j und so weiter durch Elektroluse gut verdiene», g Die Ausbildung in den Instituten für Schön- i r* Sie hrffpittPlT 1
heitspslegc, sowie die Beschaffung des kleinen elektrischen Apparates sind nicht nnerschwing- lich teuer. Da diese Tätigkeit noch »wenig be« - kamst ist, haben Frauen, die sich ihr widmen, ! niebr Aussichten als jene, die Unterricht geben. । Dabei ist die Vorbildung eine bei weitem kür- ■ zerc und einfachere. Kundschaft aber erhält} eine solche Dame in beit größeren Städten g wohl stets, dem» alle Frauen wollen gern i hübsch aussehen, »Rb nicht wenige wenden für ■ Kosmetik Viel Geld an. A. S.
Schulter, so daß er nickt sehen konnte, wie sie über und über rot geworden war.
„Dann erlaube» Sie mir, daß ich Sie Vater nennen darf," stammelte sic. «Ich bin näm- üch die kleine Maschinenschreiberin von Fritz, »nd »vir habe»» einander so gern."
Und als ihre weichen Lippen zum erste»» Male die gernnzeUci» Wange»» des alte»» Herrn berührter», gab dieser mit Freude»» ihrer Bitte nach ....
Der Lehrberuf, Musik-, Sprach- und Hand- • - arbeitsuntcrricht, zn dem natürlich auch die ; ? kunstgewerblichen Arbeiten zu zähle»» sind, ist । bereits außerordentlich besetzt, und dcr Rach- Jjc frage steht ein migeheures Angebot gegenüber. | Außerdem ist die Vorbildung nicht rasch zu er- g : lanaeit, und die Ausbildung muß nach den [ heutigen Ansprüchen eine vollkoiniilene [ein. , Dcr Mittagstisch rentiert nur, wenn matt für । • eine größere Anzahl von Gästen kocht, er ist l aber fein bequemes Brot und hat gar manche j Schattenseiten. In letzter Zeit haben sich den g , Frauen einige Berufe erschlossen, die recht gut J als Jnncnberufe betrieben »»erben können. , Wer eine leichte Hand hat und, über eine ge- g
b c r 1» f ergreift, eine Tätigkeit, die sie im eigenen Haushalt ansüben kamt. Von diesen Jnnenberufen sind »vicder solche am geeignetsten, die eine gewisse Freiheit in der Zeiteinteilung gewähren, dann kamt die Frau int Rotfalle selbst nachsehen, selbst eiitgreifcn und. helfen; sie behält den Iteberblicf über Haushalt i und Kindcrcrziehung. Wenn wir die Reihe, dcr Frauenbcrufc dttrchgchcn, fiudcn mir lei - der noch nicht allzuvicle, die als Jmtenberus - betrieben werden. Da sind in erster Linie die!
GM für die Jugend.
Tas Verhängnis der Prügelstrafe. j Uns wird geschrieben: Professor Felix g
Aßnaurow, ein bewährter russischer Päda-} goge, nimmt in einem äußerst bemerkenswerten , Aufsatz in der „Umschau" aufs schärfste Siel- g lung gegen die Prügelstrafe. Schon' oftmals haben Erzieher und Aerzte darauf hin- । gewiesen, daß die Prügelstrafe nicht nur eine i ganz unpädagogische Maßnahme darstellt, }■ ,
sondern auch in nicht seltene»» Fällen schwere j^Ug k» seelische und körperliche Schädi - g-£f “ gungcn der Gezüchtigten mit sich bringt: Be- ’S ' n könnt ist ja allen schon aus bett Bekenntnissen von Iran Jacques Rousseau, welche Rolle di«
Die sozialcit Verhältnisse spitzen sich immer 14 mehr zu, dcr Mittclstand leibet mehr und mehr • § unter dcr fortschrcitcnden Tcucrnng, die Zahl । dcr Ehefrauen, die mitverdienen müsse», steigt, i Z Erwerben ist nicht leicht für die Ehefrau, die es ! !S mit ihrem Beruf als Gattin und Mutter ernst । >-> nimmt. Es ist begreiflich, daß die Hausfrau i -g und Mutter, die sich gezwmigcit sieht, mitzuver- : S
Rußland, Ungarn und Rorwege»» getrieben.
Aber auch zu den Zeiten unserer Großmütter F__ ..
und als unsere Mütter jung waren, erfreuten 'm ,»v ich Ohrgehänge bei den Frauen aller Bcvölke- j— rtiugssckichten großer Beliebtheit. Irr den acht- g zigcr Jahre»» des letzte»» Jahrhunderts »vurdc l daun von den Modedamen plötzlich das „Ohr- j grhänge" abgelegt, um erst seit der letzten Zeit, »K. allerdings in geschmackvollerer Weise wie einst, ' °