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Nummer 7.

dein verliert, so bah Ihr euch gegenseitig miß- versteht, die Ihr so ost weiter und weiter ab- aleitet von de» gemeinsamen Ledensinrrressen Eures Mannes, arbeitet an Euch selbst, gebt anderen nicht die Schuld an Eurer ffter- vosität, kämpft mit den Jahren, nicht um den Schein der Jugendlichkeit, aber um geistige Jugend, um Teilnahme an allem was Fort- lchritt heißt und Ihr werdet siegen, und das .gefährliche Alter" braucht Euch nicht zu schrecken! Adele Schreiber.

Frau und Geist.

Die gebildetste.Frau Frankreichs.

Man schreibt uns aus Paris: Judith Gautier ist der Würde, der erste weibliche Akademiker zu fein, teilhaftig geworden. Erst vor kurzer Zeit tobte an der Akademie rin hef­tiger Streit, ob die Frauen fick für die Würde des Stuhles in der Akademie eigne» oder nicht, und jetzt ist dieser Streit bereits dadurch zun> Stillschweigen gebracht worden, daß eine Frau ihren Sitz in der Akademie bekommen hat. Judish Gautier ist die gelehrteste und produk­tivste der sranzösische» Schriftstellerinnen, und die Akademie Goncourt, die sie als Mitglied erwählt hat, hat ihre Werke als das erkannt, was sie sind: Geistvolle Produkte einer gelehr­ten Frau, die aber an Charme nichts verloren hat, wenngleich ihr Kopf der gelehrten Dinge voll ist. Judith Gaufter war in ihrer Jugend eine blendende Schönheit, von der man in Paris allenthalben sprach. In bei» Hause ihres Vaters, des berühmten Dichters und Kunstkritikers Theophile Ganticr. hatte sie Gelegenheit, die interessantesten Menschen ken­nen zu lernen, und dieser Verkehr wirkte be- jsruchtend aus ihre Phantasie. Sie verfaßte schon im Alter von zwanzig Jahren ein Werk, das Anatole France außerordentlich lobte. Er sagte in seiner Kritik, daß .der Stil glänzt wie der Strahl eines reinen Tages". Judith Gau­tier beherrscht zehn Sprachen, unter denen sich die Sprache des Sanskrit und die chinesische Sprache befinden.

Aus den Werken der Dichter und Denker der fremden Länder hat sie wunderbar formen- vollendete Werke umgeschaffen, denn diese Uebersetzungen sind eigene Produkte, einer an­deren Sprache entlehnt. Kurze Zeit war diese Frau verheiratet, sie war die Gattin Catulle Remdes, aber die Ehe währte nur wenige Wo­chen. Judith Gaufter beschäftigte sich haupt­sächlich mit ihren Werken, es scheint, daß ihr die Zeit für Liebe und Ehe nicht geblieben ist, und bei ihrer vollendeten Schönheit, bei ihrer Anmut und ihr«» Geiste muß es Wunder neh­men, daß sie nur selten von einem Manne lei­denschaftlich geliebt wurde. Wahrscheinlich lag die Jntereffelosigkeit sür das Gebiet der Liebe zu aufgeschlagen auf ihrem schönen Gesicht. Judith Gautier ist eine begeisterte Verehrerin Richard Wagners, und sie schrieb ein Werk .Richard Wagner et so» oeuvre poetique". Als dieses Werk im Jahre 1882 erschien, er- weckte es einerseits einen Sturm der Entrü­stung bei den Gegnern Wagners, andererseits aber frenetische» Jubel und Beifall bei Wag­ners Anhängern. Heutzutage hat sich Madame Gautier von der Welt fast ganz zurückgezogen. Sie ist eine Tierfreundin, und sie lebt umgeben von sonderbaren, exotische» Vögeln und Tieren. Sie wohnt im fünften Stock eines Pariser Miethauses, und kein Lärm und kein Geräusch der Straße klingt zu ihr. Rur einige wenige Freunde aus ihrer Jugendzeit besuchen sie, und Wit denen lauscht sie dann Erinnerungen aus.

-gk-

Sie Mode im neuen Fahr.

Pariser Modebrief.

(Von unsrer Mode-Mitarbeiterin.)

Was hat das vergangene Jahr d e r F r a n gebracht? In politischer und sozialer Be­ziehung eigentlich nichts Positives und weuia

__Casseler Neueste Rachrichteft_________ Erfreuliches, überall graue Theorie, aber nur wenige lockende Früchte am grünen Baum des Lebens. Da wenden wir uns lieber der schil­lernden Göttin Mode zu, die spöttisch lä­chelnd, ein ganzes Füllhorn ideenreicher Neu­heiten über die begierig aufschauende Frauen­welt ausaeschütter hat. Im vergangenen Jahr hat sich die Mode in geradezu bizarren Un­möglichkeiten gefalle», und alles hatte Erfolg: Der gewundene Seldenturban mit den inS Un­endliche aufstrebenden Reihern, die sanft nie» derwalleude, teure Pleureuse, die ägyptischen, korsettlosen Poiretgewänder, der Humpelrock und die Tunika, die Riesenmufsen uftd Pelz- ücharpes . . . Gleichmütig- und zuversichtlich sieht die Königin Mode dem neuen Jahr ent­gegen, viele Gesetze für die kommende Friih- jahrsmode sind schon sestgelegt, aber die Mode ist launenhaft, und folgt nur zu gern ihren augenblicklichen Eingebungen.

In der Uebergangszeit wird man Pele­rine n - S t o l a s tragen, wie sie vor etwa fünfzehn Jahren Mode waren. Diese Peleri­nen reichen bis etwa an die Ellenbogen, und enden, hinten etwas zugespitzt und verlängert, mit leichter Schweifung in der Taillengegend. Frühjahrsjacketts wird man wenig sehen, ent­weder trägt die Pariserin ein flottes Trotteur­kostüm oder einen Mantel. Aber einige sehr elegante kurze Jacketts aus breiter, schwarzer Tresse auf Taflet gearbeitet, werden sicher gro­ßen Anklang finden. Der Clou der Saison ist über entschieden die Mantea u-R o b e, die nur ganz vereinzelt einige niaßgebende Pariser Häuser im Winter in Pelz, in Seal oder Her­melin ausgesübrt hatten. Bei diesem Mantel wirkt nicht nur das Empiregenre durch die Enge kleidmäßig, die speziell taillierten Mäntel erhalten auch im Tatllenschluh Spange» oder Schnur. Der obere Teil der Mantean Robe ist meistens sehr blusig gehalten.

Ich will noch kurz die letzten Trottenr- k c st ü m e beschreiben. In der Hauptsache werden drei verschiedenartige Jacken hindert, das Bolerojäckchen, das Bolero im Genre Francis, und die kurztaillige, halbanliegende Jacke, wie sie Poiret seinen Kunden empfiehlt, und bereits sehr schöne Modelle in Rohseide ausgeführt hat, mit rotweiß gestreiftem Liberty sehr schick garniert. Meistens haben die Jacken breite, abgerundete oder eckige Revers, große Stulpen, besonders daun, wenn der Aermcl halblang ist. Die großen, meist runden Kra­gen, sind häufig von einer schönen, echten Stil Terei bedeckt. Die Röcke bleiben eng. Durch reiche Garnierungen sucht man Tunika-Affekte zu erzielen; auch Elagen-Röcke sind en vogu». Cn dit, daß im Sommer die taillenlose Dame hochmodern sein wird: Schon jetzt tragen schlanke, elegante Pariserinnen zum Ge- sellschafts- und Hansfleide kein Korsett. Aus duftigem Voile, aus kostbaren Spitzen, zattem Tuch und grobem Leinen, in Empireform, mit kurzem Jäckchen und duftigem Spitzensichus, werden die Sommerkleider der taillenlosen Pa­riserin gefertigt werden, aber immer in Weiß, denn: Weiß ist TrumpfG. P.

Aus der Frauenwelt.

Tie Frau im Staatsdienst.

Man schreibt un« aus Berlin: Die Bestrebungen der Regierung, den Frauen nach Möglichkeit Stellungen innerhalb der Ressorts zu schaffen, haben zur Einrichtung weiterer Posten geführt, nachdem sich heraus­gestellt bat, daß weibliche Kräfte den ihnen obliegenoen Dienst voll erfüllen können. Die Unterrichtsverwaltung hat »ach län­gerer Probezeit mit der Beschäftigung weibli­cher Kräfte im mittleren Bibliotheksdienst (»de Erfahrungen gemacht, so daß sie auf die- em Gebiete die Schasttmg neuer Pasten für weibliche Angestellte beschlossen hat. Seit ea. vier Jahre» sind zur Entlastung der Bibliothe­kare von Arbeiten mehr mechanischer Art an den Universitätsbibliotheken und an der Kö­niglichen Bibliolbek in Berlin Bibliotheks­sekretäre angestellt worden. Infolge der er wähnte» Eignung von Frauen sür den Biblio-

__1. Jahrgang.

iheksdienst sollen nun entsprechend vor- gebildete Bibliothekssekretärin- n e n anstelle der Sekretäre angestellt werden. Zunächst handelt es sich um die Universitäts­bibliotheken in Berlin, Breslau, Göt- tingen, Marburg, Bonn und Mün- st e r. Das Ansangsgehalt soll 1650 Mark be­tragen, wobei eine Steigerung bis aus 3000 Mark möglich ist. Außerdem ist bebasichtigt, die Stellen der Bibliothek sexpe» biente» gleichfalls F rauen zugänglich zu machen.

Unsere Frauen in der Fürsorge-Erziehung.

Frauen als berufsmä.tztge Ans­si ch t s o r g a n e in der Fürsorgeerziehung empfiehlt eine vor kurzem ergangene Verfü­gung des sächsischen Ministeriums des In­nern. Sie beruft sich dabei auf die gute». Er­fahrungen, die mit der Verwendung von Frauen als Gewerbeaufsichtsbeam­tinnen bei der Ausführung des Kinder- schutzgesetzes, sowie auch als Polizeiassisten- tinnen gemacht worden sind. Als Ausgabe die- fer berufsmäßigen Fürsorgerinnen ist insbe­sondere die Ueberwachung der in Fa- milien untergebrachten Zöglinge erwähnt; sie sollen die hierbei gesundenen Mängel zunächst durch Beratung mit den Fürsorgern und Be­lehrung der Familien abzustellen suchen und weiter über ihre Erfahrungen den Vollzngs- behörden und dem Fürsorgeverbande berichten Auch ward empfohlen, diesen Frauei: gewisse Berechnungsgelder zur Verfügung zu stellen, damit sie dort, wo Armut und Unver­mögen der Beteiligten an einer mangelhaften Fürsorge schuld fein sollten, durch kleine Un­terstützungen sofort wirksam eingreifen körnt- tcn.

Die Stadt der Frauen.

Eine Stadt, die fast ausschließlich von Frauen verwaltet wtrd, besteht In bett Vereinigten Staaten von Rorbamerika. Dieser Ort, mit dem Rainen East - Elari» b o n, ist von den Männern saft vollständig verlassen; die meisten sind in die Ferne gezo­gen, um dort ihr Brot zu suchen. So blieb denn der Ort vollständig alsFrauendors" zurück, und seltsamer Weise ist es de» Frauen gelungen, die an sich arme Stadt so gut zn verwalten, daß alle Geschäfte dort ganz gut Vorwärtsgehen. Das Städtchen hat eine von Frauen geleitete Schule für Knaben und Mädchen, eine von einer Frau verwaltete Posthalterei, eine Sonntagsschule, in der Frauen unterrichten, ein von einet Fran verwaltetes Hotel, eine Kirchenchordirigentin, eine Künsterin, die auch die Glocken läutet, eine Aerzftn, und die gesamte Gemeiitdeverwaltung liegt in weiblichen Händen.

Sie praktische Hausfrau

Ewiger" Firnis.

Ein Firnis auf Holz, der dem siedenden Wasser widersteht, wird wie folgt bereitet: Man kocht in einem kupfernen, starken Kessel "50 Teile Leinöl und hängt in einem Säckchen, das den Boden nicht berühren bars, und geb« 150 Teile Bleiglätte und 92 Teile pulverisiert« Mennige dazu Das Sieden des Oels wird so lange fortgesetzt, bis dasselbe eine dunkel­braune Farbe angenommen hat. Mau nimmt nun das Säckchen heraus, bringt ein anderes hinein, worin sich eine Knoblauchzehe befinbet und wiederholt dies mit frischen Knoblauch! zehr» einigemale. Hierauf bringt man 60? Teile Bernstein in fein pulverisiertem Zustande mit 60 Teilen Leinöl über Feuer, läßt cS schmel­zen, bringt es in noch kocheftdeiu Zustande zst dem gekochten Leinöl und läßt es unter star­kem Umrübren noch etwa 2 bif 3 Minute» lang koche» Hieraus kann m«n abfefcen,, worauf man da? Klare abgießt und nach dem Erkalte« in gut verkorkten Gesäßen ausbewahrt.

Ein Hausmittel zum Blntftillen. i -

Im ersten Augenblick herrscht bei plötzlichen Verwundungen mit stackem Blutverlust gewöhnlich große Kopflosigkeit. Ist nicht gleich