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Hummer fi.

Casseler Neueste Nachrichten

1. Jahrgang.

mehr zugesetzt wird. Man darf sie keinesfalls auswringen, sondern sie muß zwischen saube­ren Handtüchern so lange gedrückt werben, bis sie tetne Feuchtigkeit mehr enthält. Will man sie trocknen, dann lege man sie ausgebreitet aus ein sauberes Tuch und ziehe sie in die Form, die sie haben muß. Wenn man sie h ln- hängt, verzieht sich nämlich das Gewebe.

Außer der Golfjacke gehören zur Ausrü­stung der Damen für den Wintersport ein Paar Pumphosen, aus warmem Tuch hergeltellt und sehr breit und bequem gearbeitet. Dar­über wird der geteilte Rock getragen, doch da die kommende Mode die Pumphosen anschei­nend aus das Tapet bringen will, gehen jetzt sehr viele Damen ihren Vergnügungen bei Wintersports in den Pumphosen nach, ohne sich noch außerdem mit dem Rock zu bedecken. Wasserdichte Stiesel und dazugehö­rige Gamaschen sind ein unbedingtes Re- quisit, desgleichen die g e st r i ck t e M ü tz e, die man über die Ohren zieht. Den Schleier ver­schmähen die modernen Sportsdamen immer mehr, da er seucht wird, und sich somit weit lästiger als angenehm erweist. Als Handbe­kleidung wählt man gestrickte Hand­schuhe, vielfach werden auch Fausthandschuhe getragen. Sehr wichtig für die Ausrüstung zum Wintersport sind auch die wollenen Strümpfe. Wahrscheinlich werden die empsind- samen Damen schon bei der Bezeichnung »wol­lene Strümpse" einen leisen Ruf des Entset­zens ausstoßen. Und doch, so groß das Vor­urteil vielfach gegen das Tragen der wollenen Strümpfe ist, beim Wintersport dar j* man kei­nesfalls darauf verzichten, will man nicht mit erfrorenen Zehen die Freuden des Sportes büßen. Außerdem ist gerade beim Wintersport jeder andere Strumpf wie der wollene unschick. Außerdem gibt es wirklich entzückende Muster in wollenen Strümpfen.

Lily Forst.

Alls der Fraueniselt.

Frau Doktorin".

Die Fran erobert sich ihren Platz an der Sonne. Unter den Leitern der öffentlichen höheren Mädchenschulen Preußens sind 189 Akademiker, 24 Seminariker und 12 Direk­torinnen. Folgende Anstalten haben weibliche Leitung: Dahlem, Rathenow (Prov. Branden­burg), Lauban (Prov. Schlesien), Aachen, Vor­deck, Duisburg-Mciderich, Duisburg-Ruhrort, Kreuznach, Ohligs, Steele, Viersen und Voh­winkel (Rheinland). Interessant ist es, daß derKunze*-Kalender für das höhere Schul­wesen Preußens, 2 Direktoren als .Seminar- Akademiker" bezeichnet, weil sie trotz voller akademischer Grade zunächst ein Volksschulleh­rerseminar besuchten. Es geht doch nichts über eine stramme soziale Rangordnung.

Frauen als Architekten.

Drei weibliche Archilekten, zwei Russin­nen und eine Französin, haben an der Pariser Kunstakademie das Architektendiplom erlangt. Auch in Deutschland haben sich bereits Frauen im Baufach bewährt, und erst kürzlich ist die Architektin Marie Winkelmann mit der Erbau­ung des Leistikowhauses in Berlin betraut worden.

Die Frau im Ministerium.

Wie uns aus Madrid berichtet wicd, ist die Gräfin Emilie P a r d o B a z ä n zur M i - nisterialrätin im spanischen Ministerium des Aeußeren ernannt worden. Frau Pardo Bazäu ist 1851 in Corunna geboren und stammt aus einer politisch liberalen, aber kirchlich streng orthodoxen Familie. Ihr Vater war Mitglied der konstituierenden Versammlung 1869, In der er den meist fortschrittfreundlichen Deputierten angehörte. Aver trotzdem stimmte er als der einzige seiner Partei gegen die Re­ligionsfreiheit. Hierfür verlieh der Papst ihm den erblichen Grafentitel Seine Tochter, die damals noch jugendliche Komtesse, die anfäng­lich in politischer Beziehung in die Fußstapfen ihres Vaters getreten war, wurde dann später durch die revolutionären Exzesse zu der äußer­sten karlistischeu Reaktion binübergetriebe». al­

kommt, an der Hand der Reichsstatistik ermit­telt werden. Diese Ermitteluagcn ergaben nun, daß man den Frauen im Atter von 18 bis SO Jahren die Männer im Alten von 21 dis mindestens 40 Jahren uno höchsten» noch den Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren die Männer im Alter von 21 bi» mindestens 45 Jahren gegenüberzustellen hat. WS inter­essante Erössnung stellte sich itrnet heraus, daß bte Frauen vom 30. Lebensjahre an überwie­gend jüngere Männer heiraten. Die Hei- ratsaussichten der deutschen Frauen sind nach May deswegen wesentlich schlechter, weil die Frau von 30 Jabren in der deutschen Frau anscheinend eine sehr gefährlich! Vertreterin gäbet, denn die Frauen, die sich in dem von alsac als .intereffant*' gekennzeichneten Al­ter befinden, rauben den jüngeren Frauen an­scheinend eine Menge sogenannter »guter Par- tieen", da gar so viele jüngere Männer von älteren Frauen geheiratet werden. Das Re­sultat der Untersuchungen hat ergeben, daß i m Heiratsalter überhaupt kein Frauenüberschuß vorhanden ist, und daß die Männer erst für diejenigen Jahrgänge der weiblichen Bevölkerung rar wer­den, in denen die Heirat noch zu den Selten­heiten gehört.

Also nicht im HetratSalter liegt der Ucberschuß der Frauen, sondern erst nach dem­selben. Und jetzt beträgt der Gesamtüberschuß der weiblichen Bevölkerung im ganzen gerech­net, nicht eine Million, denn diese Million be­zieht sich einzig und allein aus bte ledigen Frauen. Rechnet man aber alle Frauen zusammen, so ergibt die Zahl einen Ueberschuß von zwei und einer halben Million. Es kommen 930 433, also nahezu die vielbe­sprochene Million auf den ledigen Stand, und es sind 1573 095 verwitwete und geschiedene Frauen darunter. Aber hiervon sind im Hei- ratSalter nur 284 000 vorhanden. Rechnet man etwa 84 000 Frauen ab, die der Prostitution verfallen sind, und die als HeiratSobjekte kaum in Betracht kommen, so ergibt sich ein Ueber­schuß an Frauen, der etwa 200 000 beträgt. Diesem Ueberschuß stehen Männer höheren Al­ters gegenüber, während im Heiratsalter bis zum 30. Lebensjahre der Frau und zum 40. Lebensjahre des Mannes aus der anderen Seite ein Frauenüberschuß überhaupt i5cht vorhanden ist. Interessant ist der Schluß, den der Statistiker aus seinen Beobachtungen und Berechnungen zieht: Er sagt, daß die Müt- ter selbst schuld daran sind, wenn der Frauenüberschuß noch immer ein so großer ist. Es werden nämlich mehr Knaben als Mäd- cv.'n geboren. Es hat sich erwiesen, daß die A ifziehung der Knaben ungleich schwieriger ist, und daß die Lebenskräfte der männlichen Säug­linge geringer sind als die der weiblichen. Wenn also alle Mütter ihre Söhne selbst nähren wollten, so würde der Frauenüber­schuß sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte Von selbst verringern.

Ella Steven.

Iie Frau und der Wort.

Die Ausrüstung für den Wintersport.

Der Wintersport, in mäßigen Grenzen be­trieben, findet immer begeistertere Anhänger, und unter ihnen sehen wir in den letzten Jah­ren immer mehr Damen. Wenn sich ein Teil der weiblichen Bevölkerung, der sich eine Win­te r r e i s e gestatten kann, noch von dem Win­tersport zurückhält, so geschieht dies auch nicht selten, weil die Damen glauben, daß der Win­tersport eine sehr kostspielige Ausrüstung er- fordert. Hören wir, was dazu nötig ist. Da ist zuerst der Sweater (auch Golfjacke ge­nannt, je nach der Art seiner Beschaffenheit mb seines Schnittes. Eine Golfjacke, die nicht mehr ganz sauber ist, kann selbst gewaschen werden, wenn man nur über ganz einfache Waschmittel verfügt. Man wäscht sie in Re- genwaffer oder in anderem weichem Wasier. Mit gelber, weicher Schmierseife, auch Olain- Kfe genannt, wird sie eingeseist, und dem affet wird ein Löffel Salmiakgeist beigesetzt Nach dem Durchwaschen spült man die Jacke tn 'ühlerem Wasser, dem der Salmiakaeist nicht

lerdings um schließlich doch zum Liberalismus und zur praktischen politischen Arbeit zurück­zukehren. Gräfin Bazän ist auch als Schrist- stellerin mit groß angelegten Werken hervor- getreten.

Mutter und Tochter als Finanzgenies.

Eine der reichsten Frauen Amerikas, deren Vermögen aus 400 Millionen geschätzt Wirb, ist zurzeit Frau Rawles Oelrichs. DaS Außergewöhnliche an diesem fabelhaften Reich­tunt ist die Tatsache, daß er von seiner Besit­zerin selb st erworben wurde, und zwar aus Grundlage eines schon ansehnlichen Ver­mögens, das gleichfalls seinen Ursprung einer Frau, und zwar der Mutter der jetzigen Multimillionärin verdankt. Die Mutter, die als unbemittelte Stenotypistin, später als Sekretärin bei der Londoner Un­tergrundbahn ihr Brot erwarb, hatte aus eige­ner Straft durch glückliche Minenunternehmun- gen es zu einem Vermögen von mehrere» Millionen gebracht. Ihre Tochter, die offen­bar das finanzielle Genie der Mutter geerbt hat, vermehrte dann diese Millionen zu vie­len Hunderten, sodaß sie heute als eine Groß­macht der amerikanischen Finanzwelt dasteht.

Vorsicht beiau pair".

Deutsche Mädchen, nehmt k e i n c S t e l l u n g au pair im Auslände an! Dies ist der War- nuugsruf, der aus einem beherzigenswerte» Artikel hervorgeht, der an erster Stelle der neugegründcten Wochenschrift »Die deutsche Frau" erscheint. Der Aufsatz rückt in energi­scher Weise jener Institution zu Leibe, die er alsau pair - Schwindel" im Auslände be- zelchtiet. Er will mit allem Nachdruck die deutschen Frauen davor behüten, ihre Arbeit zu verschenken, und macht auf die « n w ü r - dige Behandlung aufmerksam, die den unentgeltlicheit Ärbeitsktäfteii zu teil wird, die unter dem tiertodenbeit Titelau pair" atige­rn arbeit werden. Au pair-Stellungen sollten In einem gerechten Austausch bestehen; sie wären auch berechtigt, wenn die im Haushalt aufge­nommene Ausländerin gegen gerittge Seift im- gen freie Station erhalten würden, so daß fit über einen großen Teil ihrer Zeit verfügen und ihren eigenen Studiert obliegen könnten. In der Praxis aber werden allzuoft diese Ausländerinnen als unbezahlte, hingegen v o l l b e l a st e t c Arbeitskräfte angese­hen, die von früh bis spät sich zur Verfügung halten müssen, wenig zu essen, viel Schmutz und enorm viel Arbeit voriinderc; Stiesel put­zen, Treppe und Keller waschen, Wäsche besor­gen, Küche versehen, Kinder warten und Kam- inerzofe spielen müssen: All dies wird häufig unentgeltlich Verla» t. Darum fort zum Schlup darauf hingewiesen werden, daß ohne genaueste Erkundigungen keine Stellungen im Anölande angenommen werden sollen, am al­lerwenigsten au pair. Wer nicht selbst über gute Beziehungen verfügt, auf deren Auskunft er sich verlassett kamt, wird solche stets erhal­ten durch bett Internationalen Verein bei Freundinnen junger Mäbchen", der in fast al­len deutschen Städten seine Auskunstss'elle» hat.

Das Ende der Dienstboten Misere?

Die Quintessenz des kürzlich in Kraft ge­tretenen Stellender mitllergesetzcs besteht darin, die gewerbliche Stellenvermitt­lung nach und nach auszurotten und in öfsent liche gemeinnützige Arbeitsnachweise umzu tvandeln, und hierdurch würden auch eine ganze Anzahl Vakanzen für städtifche weib­liche Angestellte entstehen. Rach den verschärften Bestimmungen des neuen Gesetzes wird die Erlaubnis zum Betrieb einer gewerb­lichen Stellenvermittlung nur erteilt, wenn in dem betreffenden wirtschaftlichen Betrieb kein ausreichender öffentlicher Arbeitsnachweis be­steht. Ist ein solcher vorhanden (aber vor­läufig ist dies nur in wenigen Gemeinde» der Fall!, fo kamt die einmal erteilte Erlaubnis zurückgenommen werden, denn nicht mit Un­recht gibt man dem persönlichen ErwerbS- intcreffe des Vermittlers die Schuld am haust gen Stellenwechsel (befoitders des HauS- Personals), unter dem bk Haussraueu am