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Nr. 303.

Dritter Jahrgang.

E Oler Neueste Nachrichten

L Beilage.

Sonntag, 30. November 1913.

Hesse« in großer Seit.

Nach dem Sturz der Fremdherrschaft; die Erhebung der Hessen und ihre Opfer, von

Horst Wechmar-Cassel.

Gar Vieler und Schoner wird erzählt non den großen Opfern, die Preußen vor und nach dem Sturz der Korsen gebracht, um sich der Fremd­herrschaft zu entledigen. Aber nicht geringer zu bewerten sind die Gaben, die in anderen deutschen Landen, so auch in Hessen-Tassel auf den Altar des Vaterlandes für Freiheit und Ehre ntedergelegt wurden. Stadt- und Landbewohner wetteiferten da­mals in edler öpf ermutigt eit miteinander, und es ist wohl nicht mehr wie recht und billig, in ein paar Worten Derer zu gedenken, die in den Herbsttagen des Jahres.1813 Gut und Blut für ihr Hefsenland gaben.

Hessen -Cassel war nach dem Sturz Jürörnes in einer ebenso traurigen Lage wie die übrigen deutschen Städte, die die Faust Napoleons gefühlt hatten, ja vielleicht in einer noch traurigeren, hatte das Land doch die ent­setzlichsten Kriegslasten und dazu die Ver- schwendungswirtschast Jsrümes tragen müssen. Als König Lustik dann Hals über Kopf Volk und Land verlassen hatte, da waren alle Kas­sen leer, und in Scheunen und Ställen der Bauern sah es genau so verlassen aus, wie in Laden und Werkstatt des Bürgers. Aber als dann der Appell an die Hilfsbereitschaft der Einwohner kam, da stand doch niemand zurück, wenn er auch noch so arm war, die letzten Taler und Pfennige wurden geopfert, und wer kein Geld befaß, der gab, was er an Geldes­wert nur irgend entbehren konnte: Schmuck­fachen und Tafelgeräte, Kleidung und Wäsche für die ausziehenden Krieger, und Lebens­mittel für diejenigen, die in der größten Not des Ernährers beraubt, daheim zurückblieben. In jener Zeit der allgemeinen Opferfreudig­keit haben sich in unserem Hessenland beson­ders die C a s s e l a n e r hervorgetan; da war wohl nicht eine Familie, die bei der allgemei­nen Begeisterung teilnahmslos geblieben wäre. Wohlhabendere Leute zahlten ihre Steuern zwei- und dreifach, damit Geld in die Kassen kam; Beamte verzichteten auf ihre Gehälter, und die Kinder gaben ihre Groschen und Pfen­nige aus ihren Sparbüchsen. So hatten zwei hoffnungsvolle Knaben mit gutem Herzen", Ernst und Georg von Cochenhausen, aus ihren Sparbüchsen zwei Taler 17 Albus, die beiden Söhne des Oberkammerrats von Meyer zwei Friedrichsd'or und die elf Kin­der des Pfarrers Ruppersberg in Cassel elf Taler zum Wohle des Vaterlandes gefpen« det. Die männliche Jugend drängte sich zu den Fahnen, Leute aus allen Ständen wollten Auf­nahme in den Freiwilligen Jägerkorps finden, die tote in anderen Städten auch in Cassel ge­bildet wurden; im sogenannten Rotenburger Palais, an dessen Stelle sich heute der Neubau des Hessischen Bankvereins erhebt, sand di« Aufnahme der Freiwilligen statt; unter ihnen waren neben den Söhnen der Bürger und der Arbeiter aus der Alt- und Unterneustadt auch die Angehörigen der angesehensten

Patrizier und Adelsfamilien.

Die Begeisterung für die große Sache löschte alle Standesunterschiede aus; viele der Frei­willigen standen noch im jugendlichen Alter von sechzehn Jahren. In der allgemeinen Opferfreudigkeit ging das Herrscherhaus vor­an; Kurfürst Wilhelm der Erste selbst stiftete 1000 Friedrichsd'or, die Landgräfin Friedrich von Hessen 1000 Gulden und ihre drei Töchter je 300 Gulden. Die Kurfürstin Karoline, die Kurprinzessin Augu- ste, eine Schwester Friedrich Wilhelms d-s Dritten, und die beiden Prinzessinnen Karo­line und Marie hatten einen Verein ins Leben gerufen, derjeden wohlgesinnten hessi­schen Patrioten, insbesondere Mütter und Töchter, auffordern sollte, Beiträge zur Equi­pierung hilfsbedürftiger, unbemittelter Frei­williger zu geben". Und die Frauen und Mäd­chen ließen sich nicht lange bitten. Selbst in den Krieg ziehen wie Väter und Söhne und Brüder, wie Gatten und Verlobte konnten sie nicht, aber sie nähten Kleidungsstücke und Wä­sche und strickten Strümpfe und zupften Schar­pie, damit es an nichts gebrach. Geradezu rüh­rend sind manche Opfer, die von Frauenhand damals gebracht wurden. Aus Heiligen- stadt fandte eine Hessin, die ungenannt blei­ben wollte, mit einem Schreiben,das das Gepräge der feurigsten Anhänglichkeit an das zwar nicht mehr von ihr bewohnte, aber in- nigst verehrte Vaterland darbietet", zehn Frie­drichsd'or, zwei goldene Ringe und eine gol­dene Halskette sowie eine Teekanne, eine Milchkanne und zwei Salzfässer von Silber. Charlotte von Lehsten aus Tellendorf in Riederschlesien, eine Schwester des Pagen von Lehsten, der

in Jeromes Diensten gestanden hatte, schickte einen wertvollen Brillantring und schrieb dabei:Leider zu entfernt, um meinem innigstgeliebten Daterlande mit Produkten meiner Handarbeit nützlich zu sein, opfere ich mtt Freuden das einzige von Wert, was ich besitze, und schätze mich glücklich, hierdurch die mir von der zartesten Kindheit an eingesiößte

treue Ergebenheit an meinen rechtmäßigen Für­sten und das mir so teuere Vaterland an den Tag zu legen." Unzählige gab es, die Freiwillige zu Fuß und zu Pferde ausrüsteten, weil sie durch Krankheit und Alter verhindert waren, persön­lich an dem Kampf gegen Napoleon teilzuneh­men. Mit fieberhafter Spannung sah man dann den Nachrichten vom Kriegsschauplatz entgegen, mit jubelnder Freude erlebte man die Rückkehr der hessischen Kämpfer in die Hei­mat. Doch damit waren die glorreichen Tage der Erhebung nicht vergessen. Im Dezember 1838 feierte man in Cassel ihre fünfuudzwan- zigjährige Wiederkehr. Ant sechzehnten De­zember des genannten Jahres versammelten sich hier die noch lebenden Angehörigen des vor fünfundzwanzig Jahren vom Kurfürsten begründeten Freiwilligen Jägerkorps, um ge­meinsam die Erinnerungsfeier an die glorrei­che Zeit zu begehen. Nach einem Gottesdienst in der Martinskirche fand am Nachmittag in Wilhelmshöhe ein Festmahl statt, an dem 308 Veteranen teilnahmen, 307 ehemalige Jäger, und, von den Feiernden mit besonderem Ju­bel begrüßt, eine Marketenderin, die auch ihren Anteil an den kriegerischen Ereignissen gehabt hatte. . .!

Nur dem dunklen Berlin.

Der Treuberg-Pvozeß am achten Tag.

(Bericht unsers Korrespondenten.)

Berlin, 29. November.

Im Prozeß gegen die Gräfin F i s ch l e r z n Treu berg wurde am gestrigen achten Verhandlungstag zunächst der Untersuchungs­richter Landrichter Dr. M e tz n e r als Zeuge vernommen, der die Voruntersuchung gegen die Angeklagte geleitet hat. Er bekundet, daß bei dieser eine große Anzahl von Briesen beschlag­nahmt wurden, ferner eine Anzahl von Provi­sionsscheinen, darunter solche von der Prin­zessin Luise von Coburg, dem Herzog von Braganza, dem Grasen Wolff- Metternich und andern. Die meisten Briefe waren Liebesbriefe. Darunter be­fand sich ein solcher an einen früheren Refe­rendar Poensgen, der ftüher mit der Angeklag­ten ein Liebesverhältnis unterhielt. Wie der Zeuge behauptet, machte der Brief auf ihn einen erpresserischen Eindruck. Die Angeklagte habe auch eine Zuwendung von der Mutter des Poensgen erhalten. Der Verteidiger Bahn pro­testiert gegyi die Verlesung dieser Briefe, da die Affäre um dreizehn Jahre zurückliege. Es kommt dann die Affäre des Oberleutnants Rüdel zur Erörterung. Unter den beschlag­nahmten Sachen der Angeklagten befanden sich

«der 1000 Liebesbriefe Rüdels

an die Angeklagte. In einem dieser Briefe schreibt Rüdcl:Jetzt hast Du ja er- reicht, was Du wolltest (Oberstleutnant Rüdel mußte bekanntlich wegen des Verhältnisses- mit der Angeklagten den A b s ch i e d nehmen). Was soll ich jetzt tun. gib Du mir nun eine Beschäf­tigung, Du weißt ja, daß ich mit der Feder ge­wandt bin und ich kenne auch die Art Deiner Beschäftigung einigermaßen ..." Ein Zeuge be­kundet noch, daß Rüdel in die Angeklagte sehr verliebt gewesen sein mutz, denn er habe aus dem Manöver mitunter täglich sechs b i s acht Liebesbriefe an die Angeklagte ge­richtet. Zeuge Gerichtsassessor Rölber bekundet, daß er einen Freund gehabt habe, einen Herrn von Franzius, der zuerst bei der deutschen Botschaft in Lissabon und später bei der Bot­schaft in Madrid erster Attachee war. Dieser befand sich eines Tages in Geldverlegenheit. Sie beide hätten die Angeklagte aus dem Palais de dause, der Nollendorf Bar und ähnli­chen Lokalen her gekannt und gewußt, daß sie derartige Geschäfte vermittle. Die Angeklagte habe seinen Freund durch Vermittlung des Do- marus an Pariser verwiesen. Von diesem habe .fiert von Franzius gegen ein Dreirnouats- akzept über 15 000 Mark bar 13 500 Mark er­halten. Die Weiter-Verhandlung des Prozes­ses wurde schließlich aus Montag vertagt.

*

Wieder eine Rechtsanwalt-Affäre.

Munweit, 29. November. (Privat- Telegram m.) Gewaltiges Aussehen erregt in Rosenheim in Oberbayern die Festnahme des Rechtsanwaltes N i l l e r, der aus einem Konkurse eine bedeutende Summe un­terschlug, um durch Spekulationen seine zer­rütteten Geldverhältnisse zu sanie­ren. Er stellte sich selbst der Behörde und wurde ins Landgerichtsgefängnis Traunstein eingelie­fert. Die Höhe der von dem Verhafteten unter­schlagenen Summe konnte mit Sicherheit noch nicht ermittelt werden, dürste ober sehr be­trächtlich sein.

Ein modernes Dackel-Märchen.

** Frankfurt a. M 29. November.

Eine höchst seltsame Geschichte, bereit Schau­platz eine südwestdeutsche Mittelstadt ist, hat sich in einer dortigen Beamtenfarnilie

ereignet. Auf einem Flur wohnte ein Ehepaar, das sich seit einiger Zeit im Besitze eines klei­nen Dackels befand. Der arme Hund wurde von Mann und Frau mit Fußtritten behandelt, wurde gepeinigt und gequält, sodaß die junge Frau eines kleinen Beamten, die gegenüber wohnte, sich des Tieres annahm, und die Nachbarin bat, ihn ihr ganz zu überlassen. Mit tausend Freuden wurde der Dackel abgegeben, er stammte aus dem Nachlaß eines On­kels, von dem man einst Millionen erwartete, der aher nach seinem Tode nur den Dackel hin­terlassen hatte, mit dem Bemerken, ihn zu pfle­gen. bis et sterbe. Man hatte also die Last und nichts anderes von ihm, mußte Steuern zahlen, mußteMänne" an der Leine führen, und ließ die Enttäuschung, die der vermeint­liche Erbonkel bereitet hatte, an dem unglück­lichen Tier aus. Die junge Beamtenfrau pflegte den Hund, so gut sie konnte, liebte ihn zärtlich und wollte ihm vergessen machen, was er in seiner ersten Pflege erlitten. Das Tier wurde zutraulich und freundlich, wie es bei dem ersten Herrn gewesen. Run erstaunte die junge Frau nicht wenig, als die vor einiger Zeit die nota­rielle Mitteilung zuging, daß sie nicht mehr und nicht weniger als eine runde Mil­lion geerbt habe. Der Erblasser hatte näm­lich in seinem Testament den Wunsch ausge­sprochen. nach Ablauf von einem Jahre sein Vermögen Demjenigen zu übergeben, der seinen Lieblingshund besitze und ibn gut und freu pflege. Nach dem Tode des Tieres falle das Geld an feine Pfleger. Die eigentlichen und ersten Erben des Millionendackels wollten nun den Hund natürlich zurückhaben, fochten das Testament an, aber das Gericht entschied zugunsten des Beamtenehepaares, das nun Männe" als Milftonen-Erben natürlich noch zärtlicher liebt ...!

Aus oler «elf-

* Von Räubern erschossen. Als in Del­menhorst (Oldenburg) zwei Kassenboten der Jut es pinn er ei von der Bank zurückkehr­ten, wurden sie von drei Männern in einen Hinterhalt gelockt und überfallen. Auf die ver­zweifelten Hilferufe der Ueberfallenen eilte der Nachtwächter der Fabrik herbei. Einer der Räuber feuerte auf diesen einen Revolverschuß ab, der den sofortigen Tod des Wächters zur Folge hatte. Da die Räuber aber die schweren Geldsäcke nicht transportieren konnten, nahmen sie nur einen Kassenbehälter, der 8750 Mark in Gold enthielt, mit, Bei dem Kampfe erlitten die Kassenboten Verletzungen.

* Der Student als Fremdenlegionär. Das Schicksal des Fremdenlegionärs Tropf wird ein diplomatisches Einschreiten zur Folge ha­ben: Wie aus Heidelberg gemeldet wird, hat auch die badische Regierung das Auswärtige Amt ersucht, den in die Fremdenlegion ver­schleppten Studenten Tropf, der nach ärztlichem Gutachten psychopathisch veranlagt sein soll, von der französische» Regierung zu reklaznie- ren. Ob die Bemühungen Erfolg haben wer­den, bleibt abzutoartcn.

* Giftmord am eigenen Manne? Unter dem Verdacht des Giftmordes wurde die fünsund- zwanzig Jahre alte Rentiere Luise Hatz in Liebendamm bei Marienwerder verhaftet. Sie soll ihren Mann durch vergiftete Speisen um­gebracht haben. Unter dem Verdacht der Bei­hilfe wurde auch der achtunddreißigjährige Ger­ber Schröder verhaftet, der mit der Hatz ein Liebesverhältnis unterhalten haben fall.

* Der DampferArzilia" auf gegeben! Der überfällige DampferArzilia" der Hamburg- Amerika-Linie. dürfte nun endlich aufzugeben fein. Bei der Londoner Versicherungsbörse hält man die Aussicht auf ein Wiederausfinden für ausgeschlossen, was.auch darin zum Aus­druck kommt, datz die Lückversicherungsprämie auf 92 Prozent gestiegen ist. Der Dampfer ist höchstwahrscheinlich gesunken.

*Wegen Maul- und Klauenseuche möt ik de Verlobung upphewen. . .!" Eine junge Magd in einem Dorfe bei Jever war mtt einem Knecht aus dem Nachbardorfe verlobt. An kei­nem Abend versäumte er es, seiner Braut die Aufwartung zu machen. Der Weg war zwar sehr weit, ' aber die Liebe überwindet alle?. Schon war der Tag der Hochzeit festgesetzt, da­mit Johann nicht immer zur Nachtzeit die wei­te Reise zu machen hatte, als sich den Heirats- Plänen der Verliebten plötzlich ein Hindernis in der Gestalt des Tierarztes in den Weg stellte. In dem Dorfe, in dem die glückliche Braut be­dienstet war, war die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen. Aus diesem Grunde hat­te der Tierarzt schon feit längerer Zeit die Lie­besfahrten des stürmischen Bräutigams mit be­denklicher Miene verfolgt, da er mit Recht an- nahm, daß dadurch die Seuche verbreitet wer­den könnte. Er fühlte sich nun veranlaßt, sich ins Mittel zu legen und Johann zu bewegen, die Heirat aufzuschieben, unter allen Umständen aber die Besuche zu unterlassen. Dar­

auf setzte sich Johann hin und schrieb feiner Braut folgenden köstlichen Absagebrief:Min leiw Marie! Uns Veihdoktor hett me seggt, bat ik Dich nicht heiraten mag, Wil be Jug bat Veih krank is. WegensMaul - unb Klauen­seuche" möt ik beshalb de Verlobung mit Dt upphewen."

* Richter Lynch in Rußland. Aus dem Innern des Zarenreiches wird eine Lynchjustiz an Zigeunern gemeldet. In dem Kosakendarfe Cesaretoiffchka bei Nowtscherkask ergriff die Volksmenge fünf des Pferdediebstahls verdäch­tige Zigeuner und tötete einen von ihnen. Die übrigen wurden schwer verletzt. Die Gendar­merie mußte die Zigeuner festnehmen, um sie vor der Wut der Menge zu schützen.

* Eine Eisenbahn auf Island. Das sagen, umwobene alte Island, auf dem der Reisend« bisher auf die Ausdauer seiner Bxine oder seines Pferdes angewiesen war, toftb binnen kurzem mit seiner alten Tradition brechen und der modernen Verkehrstechnik sein Opfer brin­gen. Wie berichtet wird, hat das isländische Parlament in einer seiner jüngsten Sitzungen die Summen bewilligt, die zu Vorarbeiten für den Bau einer Eisenbahn gefordert wurden. Der Schienenstrang soll von der Hauptstadt Reykjavik bis nach Thingvalla, einer kleineren Stadt im Innern dex Insel, führen. Die neue Bahn, die als Schmalspur­bahn geplant ist, wird die Möglichkeit eröffnen, die reichen Bodenschätze der Insel auszunutzen, und tut damit einen wichtigen Schritt zur wirtschaftlichen Erschließung Islands. Außer­dem soll der Hafen von Reykjavik ausgebaut und modern ausgerüstet werden. Man bezif­fert die voraussichtlichen Kosten dieses Unter­nehmens auf rund zwei Millionen Kronen.

* Unfälle bei den römischen Fuchsjagden. Am Freitag fand in Rom die erste der be­rühmten Fuchsjagden in dieser Saison statt. Jagdlich verlief sie äußerst günstig, leider aber nicht ohne ernste Zwischenfälle. Sechs Retter stürzten beim Sprung über ein schweres Hin­dernis. Die nicht transportfähigen Verwun­deten mußten in einem Bauernhöfe nahe bei der Unfallstelle untergebracht werden. Dir übrigen wurden nach Rom gebracht.

* Liebe durchs Telephon. Die amerika­nischen Zeitungen berichten über eine eigen­artige Eheschließung in Newyork. Ein Herr Hattley hat sich mit einer Frau ehelich verbün­den. die er nie in seinem Leben vor der Ehe- schlietzuna gesehen hatte. Aber er hatte sie am Telephon gehört, und die junge Dame hatte eine so bezaubernde Stimme, daß Herr Hart­lev nicht einen Augenblick daran zweifelte, dqß eine solche Stimme mit Naturnotwendigkeit auck nur einem der vollkommensten weiblichen Wesen gehören könne. Er offerierte, denn auch kuy entschlossen der Dame seine Hand, die diese ebenso kurz entschlossen auf dem Wege durch das Telephon annahm. Die Zeitungsberichte sagen nicht, wie es kam, daß die beiden, die sich versprochen hatten, sich nun auch bis zum Hochzeitstage nicht sahen. Es wird aber be« hauvtet, daß beide zur selben Zett in die Kirche kamen und wahrscheinlich an ihrer festlichen Kleidung erkannten, daß sie beide zu dem Zwecke gekommen waren, um sich durch den Priester vereinigen zu lassen. Die amerika­nischen Zeitungen, die mit großen Ueberschris- ten über diese sonderbare Eheschließung berich­ten. sind auch darin nicht vollständig, daß fit ihren Lesern nicht verraten, ob denn nun Her, Hattley enttäuscht war. oder ob er wirklich dl« Frau gefunden hatte, die er suchte.

* Massenvergiftungen in Spanien. In Ten» teeuvejuna in der spanischen Provinz Andalu­sien erkrankten mehr als hundert Personen nach dem Genuß verdorbenen Fleisches an Vergif- tungserscheinungen. Drei von ihnen starben noch an demselben Abend. Von den übrigen Erkrankten liegen viele im Sterben. Ein Ge­schäftsinhaber, der das verdorbene Fleisch ab­gegeben hatte, wurde verhaftet.

* Hochbahnunglück in Newyork. Ein schwe­res Hochbahnunglück ereignete sich in Newyork. Auf der Station Chattan Square rannten zwei Hochbahnzüge zusammen und wurden zerirüm- mert. Die Trümmer gerieten in Brand. Von den zahlreichen Passagieren wurden vier schwer verletzt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

* Enver Bei mit Heiratsanträgen verfolgt. Nach einer Depesche aus Konstantinopel wird Enver Bei mit Heiratsanträgen der­art verfolgt, daß er es vorgezogen hat, sich zu verbergen, bis sein Ruhm ein wenig verblaßt sein wird. Bekanntlich hat auch der Sultan ihm seine R-cktte zur Frau geben wollen, doch to -'»reu Mutter gegen die Heirat. Enver Bei soll übrigens selbst nicht sehr entzückt gewesen sein, da eine so nahe Verbindung mit dem Sultan -qn in seiner politischen Tätigkeit ge­bindert hätte Inzwischen sollen ihm neben anderen Damen auch zwei ägyptische Prinzes­sinnen Heiratsanträge haben machen lassen. Sein Herz ist indessen längst an eine sehr schöne und reiche Dame vergeben, die es mit keiner anderen zu teilen wünscht.

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