-ft. 276. — 3. Jahrgang.
Casseler Neueste Nachrichten
Mittwoch 29. Oktober 1913.
verschiedene Klagen
AebkulM-imimmW 12 Seiten.
meradschast und die Hilfsbereitschaft M,bte.RegeMM, milde, reitwnfe«MischendeWiM
Letzte Telegramme.
(Nach Schluß der Redaktion eingegangen)
Mengershausen, der bei schlechtem Wetter unpassierbar sei. Es wurden noch
Stiftungsfest des Krieger- und Landwehrvereins.) Am Sonntag abend feierte in der Stadt Stockholm bei sehr starker Betern- gung der Krieger- und Landwehr- Verein sein sechsunddreitzigstes Stiftungsfest Tie Eröffnung der Feier wurde durch Vorführung eines lebenden Bildes „Der König rief, und alle, alle kamen", eingeleitet. Anwesend waren der Ehrenvorsitzende Polizeipräsident a. D. Graf von Königsdorff sowie die Ehrenmitglieder, Oberst z. D. B r ill v o n H a n st e i n und Hoflieferant Hugo Kttp- pert und weiter der erste Vorsitzende der Kur- heffischen KriegerbundrProfessor Dr. Fennel, der Vertreter des Kreiskriegerverbandcs Professor Dr. Siegel. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Bernhard Hildebrand, betonte in seiner Begrüßungsansprache die treue Ka-
— Das Wetter am Mittwoch. Der amtliche Wetterbericht sagt für den morgigen Mittwoch für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Veränderliche Bewölkung, aber vielfach wolkig,
Fünfter Kornwalrm-Tag.
Wilhelm von Metzen als Zeuge.
(P r i v a t - T e l e g r a m m.)
Berlin, 28. Oktober
Im Prozeß B r a nd t - Ec c ius wurde heute Herr von Metzen als Zeuge vernommen. Er gibt zunächst Auskunft über seine Stellung bei der Firma Krupp, von der er für die Leitung des Berliners Büros ungefähr 25000 Mark Jahresgehalt erhielt. Bei Auskünften will er sich nur an offizielle Persön-' (Weiten gewandt haben. Weiter bekundet er: Direktor Eccius habe ihm vor Antritt seines^ Berliner Postens gesagt, man habe in Berlin einen Mann, der vertrauliche Nachrichten liefere. Manches was ihm Herr von Schütz mitgeteilt habe, habe ihn bedenklich gestimmt. Als Zeuge die Tätigkeit Brandts kannte, habe er dem Direktor Eccius erklärt/ er könne sich nicht bagu hergeben, Brandt zu behalten, wenn dieser in der bisherigen Weise tätig sei. Da Briefe des Zeugen über die Tätigkeit Brandts im Original vor Gericht verlesen werden sollen, soll das Material aus der Wohnung Metzens durch Kriminalbeamte herangeholt werden, weshalb die Verhandlung bis zwei Uhr unterbrochen wird. Die Bekundungen Metzens wurden im Zuhörer- raum mit größter Bewegung aufgenommen, und es gewinnt den Anschein, daß der zweite Krupp-Prozeß jetzt ins kritische Stadium tritt.
Aus großer Zett: 1813.
Am 28. Oktober: Die Vorhut der bah- ; rischen Armee unter Wrede kommt in Hanau an, macht dort zahlreiche Gefangene und erbeutet viele Lebensmittel l aus dem Bestände der ftanzöstschen Armee. ... Die bis dahin schon nicht starke Verfolgung der Verbündeten erlahmt weiter, so daß an diesem Tage zwischen der Nachhut der Franzosen und der Vorhut der Verbündeten ein Zwischenraum von 30 Kilometern entsteht.
Am 29. Oktober: Gefecht bei Gelnhau- ; fett. Einleitungsgefecht zur Schlacht bei Hanau. Endet nachteilig für die Ver- | kündeten, die von der ftanzösischen Vorhut geworfen werden. ... Der in dem belagerten Dresden kommandierende l- französische Marschall St. Ehr entwaffnet und entläßt die sächsischen und west- r fälischen Truppen seines Heeres und gibt r 1500 Kriegsgefangene frei.
|| , + Das Neueste im Bilde. Im Schau- fanier unserer Geschäftsstelle, Kölnische Straße 5, gelangen folgende Bilder von Euellen Zeit » Ereignissen zum Aushang: Die Grubenkatastrophe iu England. Bei- kletzungsfeier i« Berlin. Der Festzug des Jung- chentschlandbundes in Berlin. Einweihung *ines Denkmals für Santos Dumont. Der ftanzösische Aviatiker Pegoud in Wien. Löwen- iagd im Zentrum von Leipzig.
I- 4- Verein Casseler Presse. Der Verein Cas- «lcr Presse (Ortsgruvve Cassel im Verein ^kederfächsische Presse) hielt Sonntag im Ha- >tzch-Restaurant seine Jahresversammlung ab. arch in Hand mit einer erfteulichen Ausbiei» tttfl des Vereins im auswärtigen Wirkungs- -eis ging im Berichtsjahre ein festerer Zusammenschluß der hiesigen Pressemitglieder. Nach wtötienim 8L8 AtsüdrLsragLS-rNÄÄe^Ke
Ein Interview mit Ssasanow.
(Privat-Telegram m.) \
Petersburg, 28. Oktober.
Ein hiesiges Blatt veröffentlicht heute den Inhalt einer Unterredung des Ministers des Aeußeren Ssasanow. Der Minister erklärte: Ueber Deutschland nach Petersburg reisend, benutzte ich die Gelegenheit, Berlin zu besuchen und mit den dortigen Staatsmän- ttern zu sprechen. Mein Meinungsaustausch mit dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg und Unterstaatssekretär Zimmermann berührte die allgemeine Sage Europas und verschiedene Einzelfragen. Die Gespräche des Reichskanzlers machten einen sehr guten Eindruck auf mich und gaben die. Möglichkeit, festzustellen, daß die deutsche Politik dasselbe Ziel erstrebt, wie die russische: Nämlich die Erhaltung deö europäi»^ scheu Friedens und des Balkanfrie-' d e u s, und die Erhaltung des territorialen status qno in den asiatischen Besitzungen der. Türkei. Der Berliner Meinungsaustausch ergab, daß zur Erhaltung des status quo Deutschland und Rußland Reformen in Kleinasien für wünschenswert halten, die den örtlichen Verhältnissen entsprechen.
Deutsche Luftschifte für England.
Berlin, 28. Oktober. (P rivat-Teke^ gram m.) Tie englische Regierung hat bei der Bitterfelder Luftfahr-Gesellschast! drei neue Kriegsluftschiffe bestellt.- Dex Bau der Luftschiffe, die dem jüngst erst von der Parseval-Werft der englischen Regierung gelieferten Kreuzer ähnlich sein sollen, wird be. teils im Laufe der nächsten Woche in Angriff! genommen werden.
Braunschweiger Besuch in Rathenow.
Rathenow, 28. Oktober. (Privat«, telegramm.) Dem gestrigen Besuche einer Gmmwener Deputation folgte heute die Ankunft einer Gesandtschaft aus Braunschweig unter Führung des OberftallmeisterS von Hirswald. Um halb zehn Uhr traf die Deputation ein, um alsbald vom Prinzen Ernst August empfangen zu «erben. Die Teilnehmer! reifen heute nachmittag nach Braunfchweig zurück.
Das Königsproblem in Bayern.
München, 28. Ottober. (Privattele« gramm.) Heute vormittag gegen zehn Uhr fand in ber K ö n i g s f r a g e unter bem Vorsitz bes Prinzregenten Lubwig eine StaatSrats- sitzung statt. Der Prinzregent nabm be« Vortrag bes Ministeriums über die Berfaf- sungsänberungen in betreff der Königsfrage entgegen und erteilte seine Zustimmung dazu, daß die Vorlagen für die Verfassungsänderung noch heute mittag dem Landtag zugehe« werden.
Der Gefangene von Schloß Fürstenried.
München, 28. Oftober. (Privatleke« gramm.) Eine ärztliche Kommission, bestehend aus Münchener und Nürnberger medizinischen Autoritäten, hat (wie verlautet) ge- stern beim König Otto von Bayern u«- heilbare Paralyse, aber einen sonst verhältnismäßig gesunden Körper konstattert. DaS Gutachten ber Aerzte-Kommisfion wird dem Parlament unterbreitet werden.
Hauptmann Sanchez' letzte Tage.
Madrid, 28. Oktober. (Privat-Tele- gramm.) Am Dienstag oder Mittwoch wird Hauptmann S a n ch e z, der den Geliebten seiner Tochter ermordete, und sträflicher Liebhaber seiner eigenen Tochter war, in die Arme-Sünder-Zelle gebracht werden, um bald darauf e t - schossen zu werden. Gestern behauptete die Polizei, Sanchez' Advokat habe den Augenblick, als die Königin in einem Automobil vorüberfuhr. benutzt, um ihr ein Schriftstück zu überreichen, in dem erumGuadefürdenBer« brechet bat. Der Advokat bestreitet dies allerdings.
Mexikanische RevoluttonS-Dramen.
Newyork. 28. Oktober. (Telegraphische Meldung.) Wie ein Telegramm aus Mexiko meldet, haben die Aufständischen eine» Militärzug in der Nähe von San Dal. vadot in ber Provinz Zacatecas nut Dynamit in die Luft gesprengt. 115 Soldaten find tot. zahlreiche andere schwer verletzt.
porgebracht, so über die Straße nach Waldau, dm Weg nach dem Bauplatz der Kaserne bei Mderzwehren usw. Der Kreistag bewilligte sodann den Landwegeetat und drückte den
Wiederwahl des ersten Vorsitzenden Chefredakteurs E. Quadt. Neu gewählt wurden: Chefredakteur Max Müller zum zweiten Vorsitzenden, die Redakteure R. Heynemann zum Kassierer, W. H. Lange zum Schriftführer, O. Seaar-Eschwege und A. Böhme-Göttingen zu Beisitzern. Eine Kommission wurde beauftragt, der Frage von geselligen Veranstaltungen im bevorstehenden Winter, eventuell im Verein mit der Freien Feder, näherzutreten.
-r- Ein Fliegetunglück bei Großalmerode. Zn der Nähe von Großalmerode hat sich heure früh kurz vor einhalb sechs Uhr ein Fliegerunfall zugetragen, der noch verhältnismäßig glücklich abgelaufen ist. Der Flieger Herbert Kühne von den Albatros-Werken in Berlin war dort mit seiner mit einem 100 P.-S. Merzedesmotor versehenen Taube aufgestiegen. Bei Großalmerode am Steinberg, in der Nähe des Bilsteins, versagte der Motor plötzlich, der Apparat geriet in Brand und stürzte aus ziemlicher Höhe herunter; im Fallen wurde der Flieger herausgeschleudert. Er kam jedoch glücklicherweise mir leichten Rippenbrüchen und einer geringfügigen Lungen-Verletzung davon und befindet sich verhältnismäßig wohl. Die erste Hilfe brachte ein Arzt aus Großalmerode; später wurde der Verunglückte ins Rote Kreuz nach Cassel überführt.
Aus Furcht vor Strafe. Gestern abend versuchte der zweiundzwanzigjährige Engelhard Tr., der in der Ultramarinfabrik in Großalmerode beschäftigt ist, seinem Leben ein Ende zu machen. Er brachte sich mit dem Revolver seines Bruders einen Schuß in die Brust bei, der jedoch nicht lebensgefährlich zu sein scheint. Tr. war, wie verlautet, in eine Strafsache verwickelt und hat die Tat anscheinend aus Furcht vor Strafe begangen.
-z- Vereidigung der Rekruten ber Casseler Garnison. Die Vereidigung der in diesem Monat in das Heer eingetretenen Rekruten erfolgt am Mittwoch, den 29. Oftober, 11,45 Uhr vormittags auf dem Kasernenhofe der 83. Kaserne, Hohenzollernstratze. Nur die Rekruten des Feldarti'llerie-Regiments Nr. 11 werden schon um 11 Uhr vormittags auf dem Hofe der Ar- tillerieka ferne vereidigt. Vorher finden Gottesdienste in der Garnisonkirche, der katholischen Kirche und der Synagoge statt.
Die gestürzte Chaffala. Das letzte Erinnerungszeichen an die Glanztage der Taufe n d j a h r f e i e r ist heute gefallen: Die stolze Chassala auf dem Friedrichsplatz. Heute mittag wurde sie von ihrem hohen Postament gestürzt und zerschellte. Von der prächtigen Statue blieb nichts als ein wüstes Gewirr von weißen Gipsmassen. Dieses unrühmliche Ende des provisorischen Denkmals der Chassala rief einen großen Menschenauflauf hervor, und viele der Umstehenden nahmen ein Stuck Grps als Andenken mit nach Hause.
Grüße aus luftiger Höhe. Der Flieger Otto T o e p f f e r, der am Sonntag eine Freiballonfahrt mit dem Ballon „Berlin" unter Führung von Ingenieur Hans Rudolf Berliner unternahm, sandte uns „aus luftiger Hohe zwei Kartengrüße, die aus fünfhundert Meter abgeworfen worden waren. Eine Karte wurde bei Grüneberg im Kreise Ruppen von einem Knecht auf dem Felde aufgefunden, die zweite von einer Dame in der Nähe des Kurhauses Domjuch bei Strelitz (Alt) in Mecklenburg. Beide Finder gaben die Starte an uns auf.
— Ter Blumenverkauf am Totensonntag. Der Regierungs-Präsident hat genehmigt, daß in Cassel am Totensonntag, den 23. November, der Verkauf von Blumen und Kränzen in offenen Verkaufsstellen auch in der Zeit von 1 bis 5 Uhr nachmittags stattsindcn darf.
Die Stromversorgung bes, Landkreises Cassel. Wie Landrat Rabe von Pappenheim in der heutigen Kreistagsitzung mitteilte, wird dem Landkreise Cassel bis spätestens zum ersten Oktober 1914 von der neuen Ueberlandzen- tiflle Strom abgegeben werden können. Für einzelne Teile des Kreises tritt der Termin der Sttomlteserung schon früher ein. Die Vorarbeiten für den Anschluß irsw. werden aus diesem Grunde beschleunigt werden.
--- Eine Gefahr für cintaufenbe Kinder. Seit einiger Zeit treibt eine Diebin in der Gegend der Orleans st raße ihr Unwesen. Als gestern nachmittag ein vierjähriges Mädchen von einem kleinen Einkäufe nach Hause zurückkehrte, trat chm auf der Treppe eine Frau entgegen und nahm ber Kleinen das in Papier einäewickelte Wechselgeld weg. Bevor das erschrockene Kind um Hilfe rufen konnte, war die dreiste Räuberin, die bereits früher im selben Hause einem kleinen Jungen einen Geldbetrag ans der Hand gerissen hatte, verschwunden. Die Frau ist von Keiner Statur, trägt eine Schürze und führt ein Neines Mädchen bei sich.
Schwurgerichtsprozeß Fell. Der umfangreiche Konkursprozetz gegen den Ingenieur Alfons Fell aus Berlin wurde heute infolge Erkrankung des Angeklagten auf Antrag des Verteidigers auf vierundzwanzig Stunden vertagt. Am Freitag wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft zwecks gründlicher Ausarbeitung deS Plaidovers die Verhandlung abermals ausgesetzt, sodaß das Urteil am Sonnabend erst in den späten Abendstunden zu erwarten ist.
Kunsch aus, daß auf die Herstellung des 8 Pflasters in den Ortschaften nach wie r vor Wert gelegt wird. Weiter beschäftigte sich i der Kreistag mit der Rechnung der Kreis- - sparkasse für den Landkreis Cas
sel für das Rechnungsjahr 1912. Bei der | Prüfung der Rechnung hatte Landrat von Pap- i penheirn festgestellt, daß in der Verwahrung der ' Kasse sich Sparbücher befinden, von denen feit ; Über dreißig Jahren keine Zinsen abgehoben ! worden sind. Nach zwanzig Jahren solle ord-
Witwen und Waisen verstorbener Kameraden. Graf von Königsdorff erinnerte bann an die Gründer des Vereins, dtd vor sechsunddrei- ßig Jahren Schulter an Schütter gestanden haben. Heute sei der Verein einer der stärksten am Platze. Darauf brachte er auch dem Kaiser ein dreifaches Hurra aus. Das von dem Mit- gliede Herrn Josef Hübner aufgestellte Programm war ein sehr reichhaltiges. Unter anderem wurde das patriotische Festspiel „Deutsche Treue" von Theodor Körner, nach der Schlacht von Großbeeren, das von den Herren Söhnen der Mitglieder Theis, Wettig und Neuling sowie von dem Kameraden Hübner aufgeführt wurde, mit großem Beifall aufgenommen Für den humoristischen Teil forgte das Vereinsmitglied Josef Hübner. Die schöne Dekoration des Saales stammt vom Mitgliede Chr. Becker. Ein Ball beschloß das Fest.
Offene Koksfeuer in Neubauten verboten! Nach den gemachten Erfahrungen W die Anwendung offener Koksseuer zur Austrocknung von Neubauten auch bei Beachtung der vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln mit Gefahren für die Gesundheit der Arbeiter verbunden. Der Minister für Handel und Gewerbe hat daher an die Regierungspräsidenten einen Erlaß gerichtet, daß die Verwendung dieser Feuerungen im Innern eines Baues weiterhin nicht mehr zugelassen werden könne. Koksöfen, die zum Äustrocknen von Bauten dienen sollen, müssen mit Dunstklapen und Rohren zur Ableitung versehen fein.
-r- Aus bem Zuge gesprungen. Eine Galizierin, die in Nordamerika zurückgewieseu und sich aus dem Rücktransport nach ihrer Heimat befand, sprang gestern mittag (wie uns au? Witzenhaufen gemeldet wird) aus dem um 1,45 Uhr dort fälligen Personenzuge, als sich der Zug bereits schon wieder in voller Fahrt befand, auf der offenen Strecke aus dem Zuge heraus. Sie erlitt außer mehreren Schrammen und Fleischwunden eine Verletzung am rechten Auge. Die „kühne Springerin" setzte am Nachmittag ihre Reise fort, nachdem ihr von einem Arzt die Wunden verbunden worden waren.
-r- Neues Projekt zur Fuldabrücke. Die Stadt Cassel bat für die neue große Fuldabrücke zwischen Niederzwehren und Waldau ein neues Fassadenprojekt ausgearbeitet. Die Beschlußfassung darüber hat noch nicht stattgefunden. Gegenwärtig unterliegt es nach der Prüfung durch die Landespolizei, die Landes- verwattung und den Militärfiskus.
Die Casseler Kanalisations- uub Straßenreinigungsbeiträge. Die Beschlüsse über die Erhebung von Beiträgen zur Deckung der Unterhaltungskosten und von Gebühren für Benutzung der Kanalisationsanlagen sowie über die Erhebung von Beiträgen zur Deckung der Kosten der Straßenreinigung i!n Cassel vom 2. Januar 1908 hat seinerzeit vom Provinzialrat zunächst nur bis Ende März 1914 die Genehmigung erhalten. Diese Beiträge sollen aber (wie berichtet) nach einem vorläufigen Beschluß der städtischen Körperschaften über den genannten Zeitpunkt hinaus Weiler erhoben werden. Einwendungen gegen die Aufrechterhaltung der Befchlüsse sind binnen einer Frist von vier Wochen, vom heutigen Tage an gerechnet, bei dem Magistrat der Residenz anzubringen. Der Plan der Straßenreinigung und der Kostennachweis liegen während der angegebenen Zeit im städtischen Steuerbüro (Zimmer Nr. 148 des Rathauses) zur Einsicht offen.
-i- Kunstgeschichtliche Vorträge in Cassel. Kunstgeschichtliche Vorträge kündigt Dr. Fettx P i s ch e l an. Auf Grund eigener Anschauung und Forschung wird der erste Vortrag am 29,. Oftober durch die Kunstwelt von Rom führen, ein zweiter Abend ist der deutschen Stadt gewidmet. Die Vorträge sind mit einer eigens getroffenen Auswahl sehr guter Lichtbilder ausgestattet und haben anderwärts schon sehr günstige Aufnahme gefimben, so in Braunschweig, Hannover, Hildesheim und Naumburg an der Saale.
_l_ „Der Sündenbock" im Residenz-Theater. Prangs Lustige Kölner Bühne, die mm (leider) bald wieder das Residenz-Theater verläßt, wartete gestern abend nochmals mit einer Premiere auf: Mit dem breiartigen Schwank 'S'er Sündenbock", bearbeitet und inszeniert von Direftor Th. Prang. „Der Sündenbock" ist, wie alle Prang'schen Schwänke, ein Stuck voll urwüchsiger Komik, voll köstlichen Humors und toller Einfälle. Die Aufführung belebt den Gehalt des Schwanks zu sprechendster Wirflichkeit und vom Beginn bis zum Aktschluß kommt das Publikum aus fröhlichster Stimmung nicht heraus. Auch die gestrige Premiere fand vor ausverkauftem Hause statt.
-T- Richard Strauß in Cassel. General-Musikdirektor Dr. Richard Strauß traf beute hier ein, um ber heute (Dienstag) abend stattfindenden Aufführung seiner Oper „Der Rosenkavalier" beizuwohnen. Als „Feldmarschallin" gastiert das frühere Mitglied des Königlichen Theaters, Fräulein Daniels vom Hoftheater in Coburg. Die Titelpartie singt Fräulein von der Osten, die „Sophie" Fräulein Hofacker, die „Annina" Fräulein Merkel, die „Marianne" Frau von Knorr-Jungk als Gast, „Baron Ochs" Herr Bartram, „Fanm- nal" Herr Wuzöl, „Ein Sänger" Herr Korell, „Balzachi" Herr Warbeck.
Kleine Tageschronik. Im Schaufenster Hohenzollernstraße 7 befindet sich seit einigen Tagen eine Heine Ausstellung kunstgewerblicher Arbeiten aus der Werkstatt von Fran Elsa W i ch u r a, Hohenzollern- straße 11, die die Vielseitigkeit ber häuslichen LrebhabeiWnste zeigt und daher jetzt vor Weihnachten ganz besonderes Interesse erregt. — Der Frauenarbeits-Verein bittet, bei bem herannahenden Weihnachtssest auch ihm Aufträge zukommen zu lassen. Die feinsten und einfachsten Arbeiten werden sauber angefertigt, je früher die Weihnachtsaufiräge gegeben werden. desto pünktlicher können sie ausgesühtt werden. Eine soziale Einrichtung, die zum Segen unterer arbeitenden Frauen besteht, wird damir unterstützt.
nungsmäßig die Verzinsung aufhören und nach dreißig Jahren in den Besitz der Kasse übergehen. Aus der erfteulichen Entwicklung der Kasse glaubte der Landrat zu schließen, daß i einNotstandimKreisenichtbestehe. ( Direktor Rivoir hatte empfohlen, vom 1. Ja- | nuar ab den Zinsfuß von 3% auf 3% Prozent
,» erhöhen, wie das in Cassel der Fall gewesen ist. Auch andere Institute haben sich dem ! Casseler Vorgehen angeschlossen. Der Landrat kl äußerte dagegen Bedenken und eine lebhafte | Debatte entspann sich über die Zinsfußfrage, f Die Mehrzahl der Mitglieder des Kreistags ; sprach sich für eine Erhöhung des Zinsfußes E aus. Der Kreistag erklärte sich mit der Ab- I hörung der Rechnung einverstanden. Die Erhö- | hung des Zinsfußes wurde der Frühjahrssit- ( jung des Kreistags überlassen. Bei Abhörung l ber Rechnung der Kreiskommnnalkasse ' erklärte Landrat von Pappenheim, daß
die Umsatzsteuer
enttäuscht habe. Größere Beanstandungen X konnten nicht vorgebracht werden. Ein Antrag . auf Rückgabe der von den Beamten der Kreis- ’ sparkasse gestellten Dienstbürgschaften wurde ■ abgelehnt. Der nächste Punkt der Tagesordnung
betraf das Projekt zum Neubau derBrük- k e über den Dorfbach im Zuge des Landwegs ‘ Weimar-Fürstenwalde in der Ortslage Weimar, k Es ist eine steile Brücke vorhanden, die den it Verkehr hemmt. Das Projett sieht eine eiserne s Brücke mit Verbreiterung vor und erfordert [ 3100 Mark. Die Hälfte der Kosten soll vom Be- zirksverband erbeten werden. Bürgermeister E Führe r-Harleshausen wurde zum Vorstands- - Mitglied der Kreissparkasse wiedergewählt. Die
Frage einer eventuellen Erweiterung ber Walbauer Jungviehweide beschäf- । tigte sodann außerhalb der Tagesordnung den i Kreistag. Der Kreis würde in diesem Falle bei - der Regierung die Genehmigung nachsuchen, i weitere 40 bis 50 Morgen zwischen der Jung- i Viehweide und der Eisenbahn anzukaufen. Die : Mitglieder waren zum größten Teil gründ- r sätzlich mit der Erweiterung ber Jungvieh- - weide einverstanden, obwohl ber Mißstimmung r in verschiedenen Ortschaften über Nichtberiick- | fichtigung Ausdruck gegeben wurde. Aus Vor- L schlag des Landrats soll noch eine Umfrage f nach ber Beteiligung an ber nächsten Weide ver- anstaltet werben. Zum Schluß beschloß der x Kreistag, baß er vom Herbst 1913 ab aus 23 statt aus 22 Mitgliedern zu bestehen hat, nach- e dem über die Rechtsfrage eine längere Aussprache erfolgt war. Durch bas Los würbe bas l neue Mitglied ben Sanbgemeinben zugeteilt. *■ Es muß nun eine Neueinteilung ber Bezirke stattfinden, sodaß die Wahl im nächsten Jahre i stattfindet.
J Besprechung der Landwege im Landkreise t eingetreten. Dabei führte Bürgermei- «cr Massie- Niederzwehren aus, daß die ^Wcge wohl in gutem Zustand seien, daß aber, -„weit die Ortslage in Betracht komme, eine - Litte Behauptung nicht ausgestellt werden könne, g Las Pflaster ist meist innerhalb der Orte in ei- bgetn weniger guten Zustande. Der Landrat D stimmte diesen Ausführungen im allgemeinen
«t während derLandesbauinspektor erklärte, daß tt'bis 1916 mit den notwendigen Pflasterungen fertig zu sein hoffe. Bürgermeister Betten- Häufer-Oberzwehren besagte sich über den I schlechten Zustand des Landwegs Fürstenstraße-