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groß war der

zig russischen Kriegern.

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Verantwortlich für den Inhalt: Chefredakteur Fr«d Selman, Truck und

Verlag: S-ffeler Neueste Nachrichten (F-rvinand Noch»: beide in Saffet.

die Russen und Preußen unter Wittgenstein, und tm selben Jahre noch wurde Napoleon durch die große Völ­kerschlacht bei Leipzig überwunden. Es gibt also keinen Ort in Deutschland, "ber in ähnlicher Weise mit der Ge­schichte verknüpft wäre, als die große Leipziger Ebene, das Schlachtseld von Leipzig, das zur Stätte der Wie-

nichtet wurde, hat nämlich (wie uns von militärischer Seite geschrieben wird) nicht weniger als acht große Schlachten im Laufe der Geschichte

diesem Augenblick, das Schicksal der Welt war ja ent­schieden. Das Schauspiel ging etwas unruhig vonstatien, denn die Gemüter waren zu voll von höheren Gefühlen; dazu kam, daß man einzelne Schüsse hörte. So wie rncln das Schauspielhaus verließ, fand man die ganze Stadt erleuchtet. Es war, als ob sie in Feuer stände; denn eine Stadt wie Berlin erleuchtet zu sehen, alle die großen und prächtigen Häuser in den langen geraden und breiten Straßen, solch ein Anblick ist einzig. Freudenschüffe aus Pistolen. Flinten und Kanonen erschollen durch die Stadt, die ganze Nacht hindurch, bis schon hoch die

Der Plan der Völkerschlacht.

Die Stellung der Trrtppen am Entscheidungstage: 18. Oktober 1813.

zig. in der das Deutschtum seine Wie­dergeburt erkämpft hat. Fünfzehn Jahre lang waren fleißige Hände ununter­brochen an dem gewaltigen Bau tätig, und während dieser Zeit sind schon manche interessanten Einzelheiten über die riesigen Abmessungen des einund­neunzig Meter hohen Denkmals und seiner einzelnen Teile bekannt gewor­den. Einige neue, bisher noch nicht all­gemein bekannte Angaben machen jetzt die Technischen Monatshefte. So besteht die Außenhülle des Denkmals aus Granit beziehungsweise Diorttporphhr, von dem 15 000 Kubikmeter erforderlich waren. An Beton wurden bei dem Denkmalbau insgesamt 300 000 Zentner Zement nötig. Von diesen Riesenmen- aen kann man sich erst eine rechte Vor­stellung machen, wenn man überlegt, daß die Beförderung des Zements und des Granits 5400 Güter-Doppelwagen erfordert hatte, die, aneinandergereiht, einen Güterzug von 54 Kilometer Länge bilden würden. Würde man nur den Stampfbeton, der im Denkmal steckt, auf eine Grundfläche von 2000 Qua­dratmetern aufschütten, so erhielte man ein Prisma von 60 Meter Höhe, also so hoch wie die Siegessäule in Berlin. Die größten verwendeten Steine wogen je .360 Zentner: ein einziger solcher Stein kostete 700 Mark. Das ganze Denkmal bat nach den angestellten Berechnungen ein Gewicht von sechs Millionen Zent­nern. Stellt man die sechs Millionen Mark betragenden Gesamtkokten dem Gewicht gegenüber, so ergibt sich die originelle Tatsache, daß ein Zentner Denkmal samt dem zugehörigen Grund eine Mark kostet. Freilich, derartige profane Dinge vergißt man, wenn man vor dem Bau steht und hinaufsieht an den gewalftgen Steimnassen oder

von Gontard. Dies alles stand zu lesen in einem Extrablatt, das einen leben­digen Eindruck von der überwältigen­den Würde der großen und feierlichen Stunde gibt, und nach einem Vermerk am Kopffür sechs Pfennig, zum Be­sten der Verwundeten" verkauft wurde.

Der Schlacht-Bericht.

Von militärischer Seite wird uns mitgeteilt: Es liegt ein zeit­genössischer amtlicher Bericht über die Verluste der bei Leipzig kämpfenden Gegner vor, aus dem deutlich hervor­gehr, wie überaus blutig die Völker­schlacht war, und mit welch großen Opfern an Menschenleben Napoleons Vernichtung erkauft werden mußte. Die Verbündeten haben in den Tagen der Kämpfe um Leipzig vom 14. bis 19. Ok­tober Ges amtverluste von rund 5 4000 Mann gehabt. Davon waren etwa 2000 Offiziere. Am stärksten waren die Verluste der russischen Armee, die, einschließlich der Offiziere, um rund 22 500 Kämpfer geschwächt wurde. Die Zahl der gefallenen Offiziere betrug rund 850. An zweiter Stelle stehen in der Verlustliste die Preußen, die etwa 16 000 Mann, davon rund fünf­hundert Offiziere verloren. Fast ebenso Verlust der österreichischen Armee. Sie

Ansicht von Alt-Leipzig nach der Schlacht bei Leipzig.

Das Grimmaische Tor, im Hintergrund die Johanniskirche, am Morgen des 19. Oktober.

Auf dem Friedbof in Gr ö b e r n findet sich die folgende Inschrift:Un­ter Denen, die hier in der Völkerschlacht für deutsche wiedererrungene Freiheit am sechzehnten Oktober fochten, sind vom zehnten Infanterieregiment gefal­len: Schlesische Landwehr: Regiments- Kommandant Baron von Lessel, Hauptmann Graf von Korinskp, Premier-Lieutenant von Littwitz, Lieutenant von Buchholz, Lieutenant von T h i e m nebst fünfhundertvierundfünfzig Gemeinen. Dieses Denkmal ist den Kameraden zu Ehren im Namen des Offizierkorps gestiftet worden, von Fritsch, Batail­lons-Chef und Ritter des eisernen Kreuzes, Major von Lessel und Lieutenant von Buchholz ruhen vor diesem Denkmal." Ferner ruht auf dem Friedhof in Taucha der russische General von Manteuffel, dem am achtzehnten Oktober früh zehn Uhr einen Kanonen­kugel dicht am Leibe vorbeiging, sodaß er den Brand in den Eingeweide» bekam und noch an demselben Tage starb. Seine feierliche Beerdigung erfolgte am einund- zwanzigsten Ottober. Seine Gemahlin ließ ihm ein Denkmal setzen, ferner liegen auf demselben Friedhof ein Kapitän Bogue von der englischen Raketenbatterie und der Ulanencornet Friedrich Baron von Kleist ans Kurland. Auf dem Störmthaler Friedhof liegt ein russischer Oberst, und im herrschaftlichen Garten von Störmthal ist ein Massengrab von etwa siebzig bis acht-

ließ auf den Feldern von Leipzig zusammen 15 000 Kämpfer, darunter über 400 Offiziere. Äeußerst gering waren aber die Verluste der Schweden, die gegen-

gesehen. Die erste Schlacht auf der Leipziger Ebene fand im Jahre 933 statt. Heinrich der Vogjler, der erste deuffche König mit dem Namen Hein­rich, fühlte sich stark genug, den Un­garn den üblichen Tribut zu verwei­gern. Die Ungarn erschienen darauf mit einem Heere. Dessen eine Hälfte wandte sich westlich nach Thüringen und erlitt dort eine Niederlage, der anderen Hälfte stellte sich der König selbst entgegen und brachte ihr bei Merseburg eine Niederlage bei. 147 Jahre später, im Jahre 1080, folgte die zweite Schlacht auf dem historifchen Felde. Ihr genauer Ort ist die Ge­gend von Wölsen zwischen Weißenfels und Merseburg. Heinrich der Vierte, gegen den die deutschen Fürsten Ru­dolf von Habsburg als Gegenkönig gewählt hatten, lieferte hier dem Gegner eine Schlacht, die er zwar ver­lor, bei der aber Rudolf von Habsburg getötet wurde. 550 Jahre lagen zwi­schen der zweiten und dritten Schlacht bei Leipzig. Am 17. September 1621, im Dreißigjährigen Kriege, gerieten die vereinigten Heere des'Hrandenburgrschen Kurürsten Georg Wlhelm und des Kö­nigs Gustav Adolf von Schweden mrt dem kaiserlichen Heere unter Tilly bei Breitenfeld in der Leipziger Ebene zu­sammen und Gustav Adolf erfocht hrer einen glänzenden Sieg gegen Tilly, der die Macht des Gegners fast vernichtete. Kaum ein Jahr später folgte die neue große Schlacht bei Lützen, die Gustay Adolf das Leben kostete. Dort Meßen die Heere Wallensteins und des Stbwe- denkönigs aufeinander; zehn Tage dau­erte der Kampf, vom 6- bis 10. No- . .

vember; Gustav Adolf fiel zwar, aber Wallenstem wurde zum Rückzug gezwungen. Die fünfte Leipziger.Schlacht brachte gleichfalls den Kaiserlichen im DreMgiähngen Kriege eine gewaltige Niederlage: Torstenfon schlug Erz­herzog Leopold und Piccolomini am 2. November1642 bei Breitenfeld, auf dem Siegesfelde Gustav Adolfs, überwältigte Leipzig und verjagte den geschlagenen Geg­ner nach Böhmen. 115 Jahre später siegte Friedrich der Große bei R o ß b a ch zwischen Merseburg und Weißen­fels über die Franzosen und das Reichsheer. 1813 Na­poleon bei Großgörschen, südöstlich von Lützen über

wenn man von der höchsten Zinne aus in die Ferne blickt, wo der Harz und das Erzgebirge den Horizont begrenzen. Erhaben ist der Eindruck, und die Wucht des riesenhaften Bauwerkes läßt jeden die Größe der gewaltigsten der Schlachten empfinden, in der unser deutsches Volk um Sein oder Nichtsein, um Leben oder UMergang gekämpft hat. Ein unvergängliches Denkmal des Freiheitsdrangs: So wird das Denkmal der Völkerschlacht in die Jahrhunderte hineinragen ...!

über den Riesenopfern der anderen Verbündeten gar nicht ins Gewicht fielen. Sie betrugen nämlich nur 170 Mann und 10 Ofiziere. Weit höher aber noch als die Verluste der Verbündeten waren die fruchtlosen Opfer, die Napoleon im Ringen um Leipzig bringe» mußte. Das französische Heer, das von Leipzig floh, war um rund 75 000 Ma» schwächer als die Armee, die den Ver- bündeten bei Leipzig gegenübertrat, das heißt, sie war ungefähr auf die Hälfte zusammengeschrumpft. Tot und verwundet waren 37 000 Franzosen, in Gefangenschaft geraten 15 000, verwundet und krank lagen in den Laza­retten Leipzigs 16 000, sonst vermißt wurden gegen 7000 Mann, die zum Teil desertiert, zum andern Teil ver­sprengt waren. Von den Waffen des ftanzöflschen Hee­res erbeuteten die verbündeten Armeen weit über 300 Geschütze, mehr als 40 000 Gewehre, gegen 1000 Muni- tions- und andere Wagen und 30 Feldzeichen. Unter den Verlusten befanden sich mehr als 50 Generäle. Davon waren 35 in Gefangenschaft geraten, 12 verwundet wor­den und 6 gefallen. Mit kaum 80 000 Mann trat Napo­leon den Rückzug an, der ihm eine weitere Folge von Niederlagen brachte. Die Truppen, die er noch nach Frankreich hinein zu retten vermochte, waren nicht mehr als 70 000 Mann stark. Auf diesem Rückzug paßte ebenso wie auf den Rückzug aus Rußland das auf diesen ge­prägte Wort:Mit Mann und Roß und Wagen, hat sie der Herr geschlagen . . .!'

Das Völkerschlacht-Denkmal.

Stolz erhebt sich heute das größte Denkmal der Welt aus der blutgeträntten Ebene bei Leip-

preußischen Königsberger Landwehrbataillon, das zum fünfzigjährigen Jubiläum der Schlacht bei Leipzig, 1863, ein eisernes Kreuz erhielt. Max von Schenkendorf hat diesen jungen Helden in einem Liede besungen.- Ferner ruhen auf dem genannten Friedhof der russische General­leutnant von Schewitsch, der russische Generalmajor Fürst Kudascheff, der Oberstlcu- nant Andreas von Jurgenow, der (wie es ans feinem Grabstein heißt) fielim heiligen Kampfe für Deutsch­lands Unabhängikeit an der Spitze sei­ner Scharen in der entscheidenden Schlacht bei Leipzig als Held, beweint von den Seine», denen er Alles war, geachtet von seiner Nation, wert einer Thräne der Nachwelt." Ferner befin­det sich in der sogenannten Milchinsel, mit einem 'einfachen Denkstein versehen, das Grab des Leutnants im ersten Pommerschen Jnfanterie-Königs-Regi- ment Carl Ludwig Leopold von B o r ck e, geboren am zwölften Januar 1793, gefallen beim Sturm auf Leipzig am neunzehnten Oktober 1813. Beim Vorrücken traf er feinen Bruder, auf dessenGott behüte dich, mein Bru­der!" jener lustig:Ein Ditto!" ant­wortete. Bald darauf traf ihn die töd­liche Kugel. Ein Hofrat Gehler ließ ihn in seinem Garten beerdigen und ihm den Denkstein setzen. Das sind die Gräber, soweit Leipzig selbst in Frage kommt.

dergeburt Deutschlands, zur Walstatt des Kampfs um Europas Freiheit und die Befreiung seiner Völker wurde.

Berlin und die Völkerschlacht.

Die Kunde von dem Ausgang der Völker­schlacht kam am 20. Oktober nach Berlin, also nach zwei Tagen,alsbald", wie ein höchst interessanter zeit­genössischer Bericht sagt, der ein anschauliches und ergreifendes Bild davon gibt, wie stark die Berliner von der Siegesbotschaft ergriffen wurden. Die Nachricht, die ein Kurier des Kronprinzen von Schweden dem Mi­litär-Gouvernement in Berlin überbrachte,verbreitete sich anfänglich nur im stillen; man hielt sie bloß für ein vorläufiges Gerücht. Am Abend ging man ins Schau­spielhaus, wo dieSchweizerfamilie" aufgeführt werden sollte; keiner der Zuschauer erwartete etwas anderes. Als das Stück angehen sollte, erscholl aus einmal eine hohe, herrliche Krieges- und Siegesmusik. Die Zuschauer, die hierher gekommen waren, dieSchweizerfamilie" zu se­hen, sahen einander an, da sie nicht wußten, wie diese Musik mit dem aufzuführenden Stück zusammenhinge. Die Musik ging indessen ungestört fort, stieg immer hö­her und lauter und jubelnder, und setzte die Menge in Erstaunen und Erwarten der Dinge, die da kommen soll­ten. Endlich schwieg die Musik, der Vorhang flog in die Höhe; ein Herold trat hervor mit einem Papier in der Hand, und las die erhabenen Worte des Berichtes von dem herrlichen Siege, den die Preußischen Helden und ihre Verbündeten erfochten hatten. Ein noch nie gehör­tes Jubelgeschrei durchbebte die Räume des weiten Ge­bäudes; einen Augenblick der Stille benutzte Lestocq und begann das Siegeslied:Heil dir im Siegerkranz!" Noch nie war dieses Lied öfter und gerechter gesungen worden, als in diesem Jahre, von Preußen, und noch nie feuriger und mit erhabeneren Empfindungen, als in

Hoch auf keinem Schlachtfelde der Welt sind so i viele Schlachten geschlagen worden, wie .auf M dem Schlachtfelde der großen Völ- »kerschlacht von Leipzig, auf das sich in diesen Tagen die Blicke der ganzen Welt richten. Die sogenannteEbene von Leipzig", auf der in den Oktobertagen des Jahres 1813 Napoleon ver-

Sonne des folgenden Tages stand." Die vollständige Siegesnachricht brachte dann am 21. Oktober Rittmeister von Auer, der einen feierlichen Einzug hielt. Den Zug eröffnete eine Abteilung reitender Polizei; es folgten vierundzwanzig blasende Postillons unter Anführung von zwei Hofpostsekretären, dann zwölf Feldpostillons, denen sich die reitende BLrgergarde an« schloß, in iyrer Mitte Rittmeister von Auer und die Majore von Hüfte! und

Völkerschlacht-Bilder

Das Schlachtfeld von Leipzig.

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