Marschall Ney
General Bareleh de Tolly.
Fürst Schwarzenberg.
Fürst Blücher
Kaiser Alexander L von Nutzland
Kaiser Napoleon !.
Friedrich Wilhelm M. von Preutzcn. x Kaiser Franz I. von Oesterreich
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General und Geschütz, und eine andere von Württembergern ging über, bald gingen auch acht Bataillone Sachsen mit neunzehn Canonen über, und fochten gleich gegen die Feinde, und so mehrere. Schlag auf Schlag kamen dergleichen Nachrichten. Endlich erschien der Kron-Prinz (Bernadotte) auf der anderen Seite von Leipzig und war bald bis vor die Stadt; und schon hörten wir, Nöppcl beginne mit Relraite auf der Lützner Straße. Nur die zwei genannten Dörfer verteidigte er wütend durch seine besten Garden. Heber dem allergräßlichsten Morden in diesen Oertern und daneben brach die Nacht ein ..." Am dreiundzwanzigsten Oktober schreibt Prinz Wilhelm aus Breslau an seinen Bruder: „Victoria! Victoria! Victoria! So was ist mir noch nicht vorgekommen von Sieg! 500 Mann gegeneinander. Ich bin fee* lig! Wie froh muß der sein, der dabei war. Es ist vorbei mit Nöppel! ... alles aus. Ich kann keinen Teil mehr nehmen an dem heiligen Krieg. Wilhelm, der Ko- bols schießt vor Seeligkeit. Als fünfzigjähriger Prinz von Preußen h-tt er geschrieben: „Die Teilnabnie an der Erhebung des Vaterlandes war der erste Lichtpunkt für mein Leben. Wie kann ich meinem heißgeliebten Vater und König genugsam danken, daß er mich teilnehmen ließ an der E h r e und dem Ruhm des Heeres ... !*
Kronprinz«:n und des Prinzen Wilhelnr mrt ihrem Pater und ihrer Schwester Charlotte, der späteren Kaiserin von Rußland. Wir entnehmen diesem für die Charakteristik der Briefschreibenden wertvollen Veröffentlichung einige bezeichnende Aeußerungen des Kronprinzen. Am einundzwanzigsten Oktober tchrerbt er auf rosafarbenem Briefbogen an seine Schwester: »Allen den geliebten meiner Seelen. Ehre seh Gott in der Hohe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! (in Fraktur mit sechzehn Ausrufungszeichen). Diese Worte des Himmelsbvten bey des Herrn Geburt mögen Euch Theuren den herrlichen Sieg verkünden, den unsere Heere, unter dem göttlichen Beystande, nach viertägiger blutiger Schlacht, errungen haben. Der treue, rosenrothc, seeliae Bruder Fritz." Von dem ersten Schlachttage, dem sechzehnten Ottober, schreibt er: „Eine g r ä ß l i ch c. K a n o n a d e klang aus weiter Ferne, em unaufhörlich Donnern. Bon der Utterlräglichsten Ungeduld gepeiniat. erreichten wir Borna. Das Feuer schien zu ruhen. Wir dinierten sehr früh ä la bäte (Menschen und Vieh) und kaum faßen erste wieder auf letzteren, so donnert's mit doppelter Heftigkeit und Stärke von Leipzig herüber, und mit doppelter Angst ergreist's uns. Schon ziehen Scharen von Verwundeten an uns vorüber. Endlich brüllen die Kanonen ganz nah; es war bevm Dorf Magdeborn, da trafen wir in einer Wagen- konfusion Prinz Gallitzin, welcher uns glücklich zum Rex und Czaar hinbrachte. Die Schlacht dauerte schon von neun Uhr morgens und wir hatten angegriffen, war fast auf Röppels (Napoleons) ganze Macht gestoßen, und hatten uns schon ziemlich daran gestoßen."
Die letzten Worte erhalten eine nähere Erklärung durch einen Brief vom fiinfundzwanziasten Oktober: „Die Bataille stand gar nicht günstig, als ich ankam. Von beiden Sevten waren schon unzählbare gefallen, und unsere Linie war bereits etwas zurückge- drängl, als der König von Neapel eilte ungeheure Ka- oallerie-Atiaqne auf unser Centrum (wo eine Lücke war) machte, und durchdrang. Die Linie war nun in zwei Tbeilc gerissen Die russischen Garde-Husaren und Dra- aoner warfen sich wütend darauf, doch sich wie zwei Tropfen zu einem Glas von Wasser verhaltend, wurden sie geworfen. Kayser und König mußten ihren Standpunkt verlassen, da warfen sich auf Kaysers Befehl die Spießigen Garde-Cosacken auf die durch den vorigen Angriff schon erschütterte Cavallerie-Masse, und durch Hilfe der über alles tapferen Kaiserlichen Cuirasiiere, Kaiser Hobenzollern und Sommariva, wurde das Un- gewitter zuhaus gewettert. Fetzt kamen wir ungefären, und zu unserer Freude wendete sich jetzt das Glück des Feindes vollkommen, und obgleich wir abends unsere alte Position nur teilweise wieder besetzten, konnte man die Bataille mit gutem Gewissen für gewonnen annehmen, denn alle feindlichen Angriffe waren mit ungeheurem Verluste abgeschlagen, und dreizehn Kanonen erobert. Vorzüglich glücklich war aber die Schlacht auf Blüchers Seite gewesen, welcher über vierzig Canonen und einen Adler erbeutete. Blücher nämlich chorck und Lanaerou. hatten Ney (Irrtum: Marmont wär geschlagen worden) geschlagen, und das Dorf Möckern ... war der streitige Punkt gewesen, wie bey uns das Dorf Wachau."
Von der Schlacht am achtzehnten Ottober heißt es dann: „Als wir am achtzehnten, morgens wieder zu Grimma anlangten, war die ganze Armee schon in ft cq- reichem Vordringen begriffen. Eine ungeheure Canonadc entstand. Die Franzosen versuchten einige male Stand zu halten, doch immer vergebens, bis in den Dörfern Protsibeyde und Stötteritz eine Viertelmeilc von Leipzig. Wir hatten sehr viel Terrain gewonnen; und jetzt gingen von allen Seiten die herrlichsten Botschaften ein: Bennigsen eroberte fünfundzwanzig Canonen, wir vier, Platow nahm eine feindliche Brigade mit
am ersten Mai blieb, ward Halt gemacht. Napoleon verschaffte sich hier noch bett Genuß, eine Kolonne von 4000 bis 5000 österreichischen Kriegsgefangenen, den Ertrag der letzten acht Tage, mit dem er seine Berichte auszttschmücken gedachte, vorüberziehen zu sehen.
Ebenso führte die alte Garde immer die in der Schlackt von Dresden erbeuteten österreichischen Fahnen mit sich, die bei der Rückkehr nach Frankreich glänzen mutzten. Doch autzcr dieser Augenweide gewährte der Zug wenig Erfreuliches für ibn. Die Ordnung war zwar bei Anbruch des Tages einigermaßen in die Kolonne zurückgekehrt, aber das bunte Gemisch der zerstückelten Korps mußte für den Kaiser höchst empfindlich sein. Er zeigte zwar Ruhe und Fassung, war aber sehr niedergeschlagen und fühlte wohl zum ersten Mal ein unersetzliches und unabwendbares Unglück, das er ost andern bereitet hatte. Napoleon war in diesen Tagen der Enttäuschung ganz herabgestimmt und fast sanst- müttg, so daß er es gern zu hören schien, wenn jemand über die letzten, für ihn so unglücklichen Begebenheiten und deren Ursachen sprach. Er ging langsam am Wachtfeuer umher, horchte auf die Kanonade, startte die Borüberziehenden an und erregte durch seinen Gleichmut das Interesse der Umgebung. Ein armseliges, nur ein Stübchen enthaltendes Lusthaus im Weinberg diente ihm und Berthier zur Ruhestätte; alle übrigen biwakierten zwischen den Weinpfählen. Es fehlte an Raum, an Futter, an allem; die Nacht war kalt.
Wetter und immer weiter ging die Flucht, auf den aufgeweichten, fast grundlosen Wegen, im Gebiete der Saale und Unstrut, im schweren Lehmboden Thüringens, bis schließlich Eckartsberga erreicht war: abermals wurde kurze Zeit gerastet, und am 23. Oktober war Napoleon um cinhalbdrei Uhr in der Nacht vor den Toren Erfurt?. Den 23. und 24. Oktober brachte er dort im Palais zu. Man sah ihn nur selten am Fenster; er ärgerte sich über den Zustand der vorbei- marschierenden Truppen, die heißhungrig über die wenigen Lebensmittel herfielen, die sie aus den Magazine« empfingen. Es war ein Elend, diese Zensierten und Ausgehungerten ankommen zu sehen. Die Kleidungsstücke und der Zwieback, den man verteilte, reichten nicht für alle hin, weshalb denn das Streiten, Zanken, Stoßen kein Ende nahm. Napoleon, der wohl seit seiner Erhöhung weder den Hunger, noch die physische Erschöpfung gefühlt hatte, in dessen Hauptquartter man die, die ohne Waffen zurückliefen, „la sacre" canaille" nannte, erkannte nun den Verlust, den er beim Rückzug erleiden mutzte, und entgegnete auf die Bemertttng, daß durch die gemachten Verteilungen in Erfurt die Truppen ein wenig in Ordnung kämen, voll Unmut: „Aber das sind H.....sie laufen zum Teufel, ich verliere auf diese
Art bis an den Rhein 80 000 Mann ...!" Endlich, am 25. Oktober um drei Uhr morgens, brach er im Wagen nach Paris auf, von neuen Hoffnungen erfüllt: er glaubte, bis zum Mai ein neues Heer von 250 000 Mann am Rhein zu haben ...I
Die Gräber der Helden.
Wo die Helden von Leipzig ruhen, von
Otto Krön er.
B§ie hundertjährigen Gedenktage an die Schlacht ß bei Leipzig regen natürlich auch die Frage an, V ob noch Gräber der vor hundert Jahren ge- c sallenen Helden in und um Leipzig vorhanden 3 sind. Dabei muß man sich zunächst vergegenwärtigen, wie die Helden der dreitägigen Völkerschlacht bestattet wurden. Am 20. Oktober 1813 früh um halb zehn Uhr trommelte in Leipzig ein Stadttambour das Volk zusammen und machte bekannt, daß jeder Hauswirt ein Mann zum Totenbegraben zu stellen habe. Die Bekanntmachung wurde dann am 23. und 28. Ottober wiederholt. Und während noch täglich Unzählige in den Lazaretten starben, wurden die Toten waggonweise in großen Gruben verscharrt. Wo ein Krieger gestorben war, wurde der Tote einfach vor die Tür gelegt, bis ein zu dem Zwecke vorüberfahrender Wagen die ost völlig entblößte Leiche aufnahm, lieber Namen und Stand der Verstorbenen Untersuihungen anzustellen, war wenig Zeit; in einzelnen Fällen tat man's, aber das angelegte Leichenbuch, das in bunter Reihe Feind und Bundesgenossen nennt, bringt die Namen höchst ungenau. Mißverständnisse (falsches Hören und falsches Schreiben der Namen) sind natürlich dabei unvermeidlich gewesen, oft fehlt der Name ganz und es heißt in dem Leichenbuch nur etwa wie folgt: „Gestorben ein preußischer Sergeant der Landwehr, hat die Leichen- tätsche erhalten; den Sarg haben seine Kameraden machen lassen. Starb in Pfaffendorf." Und dabei starb dieser Unbekannte nach langem Kranksein im Januar 1814, aber man hat dabei zu bedenken, daß viele, da fie tn Lazarette kamen, nicht mehr den Namen angeben konnten, nicht mehr auch in voller Montur waren, daß man sie ausforschen konnte, und daß man endlich sich auch kaum die Mühe gab, die Persönlichkeit der Braven festzustellen.
Die in der Schlacht Gefallenen kamen zumeist in Massengräber, wie solche auf dem alten Johan- nissriedhof noch nachweisbar sind. Dort ist auch das Grab des Hauptmanns John Motherbh vom ost-
Briefe aus der Schlacht.
Briefe Friedrich Wilhelms des Vierten.
ur Jahrhundertfeier der Völkerschlacht veröffentlicht gerade zur rechten Zeit der Archivrat Hermann G r a n i e r bisher ungedruckte Zeugnisse über die Empfindungen jener Zeit von drei Angehörigen unseres Volkes,
die es sozusagen von allen Preußen am nächsten anging. In einem Bande „Hvhenzollernbriese aus den Freihetts- kriegen 1813 bis 1815" (die soeben bei Hirzel in Leipzig erscheinen) erhalten wir den Briefwechsel des