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SefteHungen

Amt

12584.

Em KöuigsDram«.

Der Märtyrer von FLrstenrred; König Otto von Bayern; der Bericht eines Augenzeugen.

Der unglückliche KSnigSttovon Bayern, der das Ende seiner Tage getrübten Geistes in Schloß Fürstenried abwartet, wird aller Wahrscheinlichkeit nach seine Krone, die er fett dem Tode seines Bruders, des Königs Ludwig (der fich bekanntlich in geistiger Umnachtung im Starnberger See ertränkte), dem Namen «ach trug, an seine» Detter, den sehige» Prinzrcgenten Ludwig abgeben. Einer unse­rer Mitarbeiter hatte unlängst Gelegenheit, den bedauernswerten König, der im llebrigen streng von der Autzenwelt abgeschieden gehal­ten wird, von Angeficht zu Angeficht zu sehen. Er berichtet uns darüber folgende Einzelheiten:

König Otto, deflen Geisteskrankheit schon zu Lebzeiten seines Bruders, Ludwigs des Zweiten, zu Tage trat, wurde zuerst im Schlöffe Nymphenburg, später in Schleißheim und end­lich in Fürstenried untergebracht, wo er sich heute noch befindet. Man wählte gerade Fürstenried, weil es im Gegensatz zu den ande­ren bayrischen Königsschlöffern, die bekairntlich zu Hauptanziehungspunkten des Fremdenver­kehrs geworden sind, abseits von der großen Heerstraße gelegen ist und insolgedeffen vom Publikum entweder ganz übersehen, oder aber kaum beachtet wird. Hier lebt der König nun schon feit bald dreißig Jahren ganz im Verborgenen, und wohl die Wenigsten, die la­chend und scherzend die Chaussee nach Starn­berg entlang fahren und sich an den herrlichen Fürstenrieder Wäldern freuen, ahnen, daß kaum dreihundert Schritte abseits von der Chaussee Bayerns König in geistiger Nacht hindämmert. Es war an sinem strahlenden Spätsommermor­gen, als eine Panne uns (ein paar Münchener Maler und mich) kurz hinter dem Dorfe Für­stenried zu halten zwang. Während der Chauf­feur den Wagen wieder in Ordnung brachte, ging ich mit einem Freunde waldeinwärts, um bei dieser Gelegenheit den herrlichen Forst nä­her zu beschauen, und da wir uns in ein Ge­spräch über Wald und Jagdschloß und seinen unglücklichen Bewohner vertieften, merkten wir schließlich gar nicht, daß wir uns mehr und mehr von der Chaussee entfernten und uns dem eigentlichen Schlotzpark näherten.

Zufällig wurde gerade in jener Zeit der Schloßpark wieder einmal erweitert, sodaß ein Stück der Umfaffungsmauern niedergelegt war, und man ungehinderten Einblick in den sonst so streng abgeschiedenen Park hatte. Der Sonntag und die sehr frühe Morgenstunde trugen wohl auch dazu bei, daß weit und breit nichts von einem Wächter zu sehen war und so konnten wir bis dicht an den eigentlichen Park herankom­men. Die Fenster des Schlosses blinkten durch die Bäume zu uns herüber, und unsere Gedan­ken begegneten sich unwillkürlich in der Frage: »Was mag der K ö n i g jetzt wohl tun?" Aber ehe wir noch zur Beantwortung dieser Frage kommen konnten, erschienen plötzlich auf einem der kiesbestreuten Parkwege zwei Herren, die ihren Weg auf uns zu nahmen. Wir standen fast unsichtbar in den Büschen, sodaß wir ste­hen blieben, umsomehr, als der Gedanke, es könne der König aus seinem Morgenspazier­gange sein, immer mehr in uns Raum ge­wann. Als die beiden Herren näher gekom­men waren, wurde unsere Vermutung zur Ge­wißheit, denn es war in der Tat der König, anscheinend mit einem seiner Aerzte. Der König ging geraden Weges bis fast in unsere Nähe, blieb dann stehen, um lange und unent­wegt in den Wald hinein zu blicken. Bei die­ser Gelegenheit hatten wir mehr als ausgiebige Muße, die äußere Erscheinung des Königs zu betrachten. In mancher Hinsicht, vor allem was die Statur anbetrifft, erinnert König Otto an seinen Bruder. Bei beiden, (selbst noch in den Jahren des Verfalles) der königliche Wuchs und die imponierende königliche Haltung. In den Zügen aber ist kaum eine Aehnlichkeit zu entdecken.

Während bei König Ludwig glänzende schwarze Locken das fein geschnittene Gesicht mit den großen blauen Augen krönten, ist bei dem König Otto das Gegenteil der Fall. Scharf geschnittene, harte Züge, farblose Augen, tief hinter bufchigen Augenbrauen versteckt, und strähniges, graues Haar, dem man ansieht, daß es einmal blond war. Eines aber haben beide unglücklichen Wittelsbacher gemeinsam: Wun­derbar feine, schlanke Hände. König Otto trug einen einfachen, dunklen Anzug, seine Rechte spielte unaufhörlich mit einem dünnen Spazierstöckchen und um seinen fest geschlosse­nen, schmallippigen Mund ging hin und wieder ein blitzartiges Zucken. Das Erstaunliche war aber, daß der König, wenigstens auf uns, durchaus nicht den Eindruck eines Geisteskran­ken machte, sondern vielmehr den Eindruck eines einsamen, müden und verbit­

terten Mannes. Die Stirn des Königs mit ihren tiefen Falten verriet unaufhörliches Arbeiten und Verarbeiten von Gedanken, und daß diese Gedanken wohl keine Klarheit mehr brachten, davon erzählte die hoffnungslose Re- sionation, die auf den Zügen des Königs lag. Nachdem er eine Weile lang so in den Wald hineingestarrt hatte, drehte er sich plötzlich mit einem Ruck herum und setzte seinen Weg fort. Seme großen, wuchtigen Schritte entführten ihn bald unseren Blicken nnd das letzte, was wir noch von ihm sahen, war, wie er mit einem pfeifenden Hieb seines Spazierstockes eine Blume köpfte. Wir gingen zur Chaussee zurück, ganz im Banne der ungeheuren Tragik, die darin liegt, daß der Träger einer Kro­ne, also ein Herrscher von Gottes Gnaden, den Millionen um den Glanz seiner Stellung be­neiden, hier so in Versunkenheit dahin lebt, nnd bestimmt keine Ahnung davon hat, daß in seinem Namen regiert und in seinem Namen Recht gesprochen wird, und daß um seine Krone eben wieder der Kampf der Parteien tobt ... I

Dr. P. St.

Die Krone von Bayern.

Unterredung mit Legationsrat von Schoen.

(Von unserem G. L.-Mttarbeiter.)

Berlin, 14. Oktober.

Die Lösung der bayrischen Königsfrage ift keineswegs so schnell zu erwarten, wie es nach Münchener Telegrammen erscheinen könnte. Aus der Reise des Ministerpräsidenten von Hertling nach Berchtesgaden zum Vortrag beim Prinzregenten ist geschlossen worden, daß es sich um eine Entscheidung in der Frage der Regentschaft handle, nachdem sich der Mi­nisterrat am Sonntag mit der Angelegenheit befaßt habe. Zu unserem Berliner G. S. -Mitarbeiter, der am Montag mittag den Legationsrat von Schoen, ein Mitglied der bayrischen Gesandtschaft, um eine Auskunft in der allgemein interessierenden Sache er­suchte, äußerte dieser Diplomat, der erst bot kurzem Gelegenheit hatte, mit dem Staats­minister Freiherrn von Hertling zu sprechen:

Aus der Reise des Ministerpräsidenten nach Berchtesgaden lasse sich noch keineswegs der Schluß ziehen, es handle sich um die Königs- vroklamation. Die Fahrt des StaatK.ninisters nach Berchtesgaden fei durchaus nichts Außer­gewöhnliches, da diefer dem Regenten alle acht bis vierzehn Tage feinen Bericht er­statte. In allen ber bayrischen Regierung nahestehenden Kreisen lege man der Sache überhaupt nicht die Wichtigkeit bei. die sie nach verschiedenen Blättermeldungen zu haben scheine. Die bayrische Gesandtschaft in Berlin fei weder offiziell noch inoffiziell über eine Königsfrage unterrichtet worden. Es fei auch nicht bekannt, daß Prinzregent Ludwig feinen früheren Standpunkt bezüglich der Be­endigung der Regentschaft geändert habe.

In Uebereinstimmuug mit diesen Mittei­lungen des bayrischen Legationsrats steht auch, was jetzt von bayrisch-offiziöser Seite über die Königsfrage bekanntgegeben wird. Die halb­amtliche »Bayrische Staatszeitung" veröffent­licht nämlich in ihrer gestrigen Nummer eine eingehende Erklärung zur Königsfrage, in der man die Auffassung und Stellungnahme des bayrischen Mimstenums erkennt. Das offizielle Organ des Herrn von Hertling erörtert die bis­her zur Lösung des Problems unternommenen Schritte und t*Ut zum Schluß mit, daß ein Entwurf zu einer Vorlage an den Landtag im Justizministerium bereits ausgearbeitet worden ist. . Damit ist also gesagt, daß ohne Mitwirkung des Landtags die Königsfrage nicht entschieden werden soll.

* . *

Der Friede von Braunschweig.

(P r i v a t - T e l e g r a m m.)

Braunschweig, 14. Oktober.

Daß die Lösung der Welfen frage dicht vor dem Abschluß steht, beweist die Tatsache, daß im herzoglichen Schlosse die Arbeiten bis zum zehnten November dieses Jahres unter allen Umständen beendet sein sollen. Auch ist ein Teil der Beamten, die für die küns- tige Hofhaltung nicht in Frage kommen kön­nen, von dem bevorstehenden Wechsel bereits in Kenntnis gesetzt worden. Es wird gesagt, daß das herzogliche Schloß j« Braunschweig trotz der baulichen Veränderungen, die der Herzogregent Johann Albrecht vorgenommen hat, mit Rücksicht aus die später zu erwartenden zahlreichen Besuche räumlich kaum genügen dürste: auch lasse die Lage des Schlosses viel zu wünschen übrig, zumal ihm irgend welche grö­ßeren Parkanlagen fehlen. J&en Gedanken an eine Wiederherstellung des Schlosses Rich­mond habe man fallen lassen, weil es zu nahe dem künfttgen Hauptbahnhof liegen würde. Dagegen sei ein Plan iür einen Schlotzneu-

bau außerhalb des Stadtgebietes in Er­wägung gezogen. Im übttgen dürfe für die künstige Sommerresidenz Schloß Blan­kenburg, und von den in der Provinz Han­nover belegenen Schlössern allenfalls noch die Marienburg bei Nordstemmen infrage kommen.

Nie neue Balkan-Gefahr-

Drohen neue Balkan-Kriegswirren?

Obwohl die Verhandlungen zwischen der Türkei und Griechenland wieder aus­genommen worden sind und in Athen mehr­mals in der Woche Besprechungen stattfinden, scheint sich die Lage neuerdings doch wieder zuzuspitzen. Hätten sich die Dinge in der Zwischenzeit nicht kritischer gestaltet, so wäre König Georg schwerlich wieder nach Saloniki abgereist, um unter den Truppen zu weilen, also nahe an der Front zu sein, und die von ihm gehaltenen Ansprachen lassen ziemlich unverblümt durchblicken, daß man mit neuen Verwicklungen rechnet. Die vom König verlesene Proklamatton sagt ausdrücklich, daß er der Soldaten noch bedürfe, um Das zu sichern, was mit vielen Opfern erworben wor­den sei. Man werde ihn wohl verstehen, und deshalb müßten die Truppen trotz der großen Sehnsucht, die heimatlichen Stätten wiederzu­sehen, die treuen und die unerschütterlichen Wächter des Königs und des Vaterlandes blei­ben. Das sind kriegerische Töne, und es läßt sich nicht leugnen, daß sie vom Ernst der Situation diktiert worden sind. Nachstehende Depeschen kennzeichnen die augenblickliche Lage:

Konstantinopel, 14. Oktober-

Dee Kommandant der Dardanellen hatdieBeschränkungfürden Verkehr von Frachtdampfern angeordnet. Ein­führende Schiffe dürfen nur während einer Dormittagsstunde, ausfahrende nur während einer Nachmittagsstunde ver­kehren.

Belgrad, 14. Oktober-

Die Nachrichten aus den serbisch-bul­garischen Grenzgebieten beweisen, daß die Bulgaren großen Anteil an den albanische« Aeberfälle« hake«.' Noch während des Krieges sandte Bul­garien an die Albanier Waffe».

Belgrad, 14. Oktober-

Hier soll eine militärische Grenze gegen Bulgarien «ach dem Muster der ehemals kroatische« Militärgre«ze er­richtet werden. Auch gegen Albanien wird eine Militärgrenze errichtet.

Die größte Gefahr am Balkan droht zweifellos aus dem griechisch-türki­schen Konflikt emporzuwachsen. Die Türkei versucht (wie immer) allerlei Winkelzüge und wirft Fragen auf, die mit den Fnedensver- handlungen nur in höchst lockerem Zusammen­hänge stehen. So hat beispielsweise die Pforte die Aufmerksamkeit der Mächte auf die angeb­lich unzulässige Behandlung der mazedonischen Muselmanen durch die Griechen gelenkt. Falls dieser Schtttt erfolglos bleiben sollte, droht die Pfotte mit der Ausweisung griechischer Rotabeln und eventuell aller hellenischen Staatsangehörigen überhaupt. Es liegt auf der Hand, daß dieses Verbalten der Türkei dem Zustandekommen einer Einigung nicht förder­lich ist, namentlich in diesem Augenblick, in dem man bemüht ist, endlich einen Friedensschluß herbeizuführen. Das türkische Zaudern ist viel­leicht dadurch erffärlich, daß man in Konstan­tinopel auf den Beistand Bulgariens rechnet. Ob mit Recht ober Unrecht, sei dahin­gestellt. Daß Bulgarien insgeheim die türkische Aktion unterstützt, ist ein offenes Geheimnis, und gerade in dieser Tatsache beruht das Hauptmoment der am Balkan drohenden neuen Kriegsgefahr.

Bulgarien für die Albanier?

Belgrad, 14. Oktober. (Privat-Tele- grammss In dem Kampf, den die Serben auf dem Wege von Resan nach Ochrida mit den Albaniern zu bestehen hatten, fiel ihnen eine Kanone der albanischen Gebirgs-Artillerie in die Hände, die offenbar bulgarischen Ursprungs ist. Sie trägt nämlich dieselbe Fabrikmarke wie die bulgarischen Geschütze, die man bei Kumanovo fand, und wie die, die die Serben bei Karköi erbeuteten. Die Fest­stellung dieser Tatsache hat in ganz Serbien große Erregung hervorgerufen, da da­mit der Beweis erbracht ist, daß Bulgarien den Aufstand der Albanier unterstützt.

Neue Erdstöße in Messina.

Eine Panik unter der Bevölkerung.

Rom, 14. Oktober. (Privat-Tele- gramm.) Ein Ewstotz, der von starkem unter­irdischen Getöse begleitet war, ist gestern nach­mittag in Messina vernommen worden. Unter der Bevölkerung entstand großer

Schrecken. Die Einwohner verließe« mit de« Habseligkeiten, die sie zusammenraffen konnten, in wilder Hast die Häuser und eilten nach dem Meeresstrande. Es gelang jedoch de« Behörden, bald die Ruhe wieder herzustellen. Der Schaden, den der Erdstoß angerichtet hat ist nur unbedeutend.

Jiplomatell-Nomane.

Mr. Leishrnan, der Botschafter der Anion, Miß Leishrnan und der Herzog von Croy.

Die für den achtundzwanzigsten Oktober an- gesetzte Hochzeit der schönen Tochter Nancy des bisherigen amerikanischen Botschafters in Berlin, Leish man, mit dem Herzogvon Croy erregt in Pariser Gesellschaftskreisen noch größeres Aufsehen, als in der deutschen Reichshauptstadt. Kundige wollen wissen, daß die bisher von beiden Seiten mit einem mysti­schen Dunkel umgebene Verlobung noch nicht zur Heirat führen wird, und daß die sensations- lüsterne Pariser Gesellschaft bald einen neuen dankbaren" Stoff erhalten dürfte. Es werden darüber folgende interessante Einzelheiten be­richtet:

Romantik am Grünen Tisch.

(Mitteilungen von informierter Seite.)

Paris, 14. Oktober.

Der einstige Findlingsknabe Leishrnan hat es dank eiserner Energie und eines rück­sichtslosen amerikanischen Geschäftssinnes vom Schreibmaschinisten zum hohen Be- amten des Stahltrustes gebracht, um dann in die polittsche Laufbahn einzutreten und unter Taft die Berliner Botschaft zu übernehmen. Während der zwei Berliner Jahre zog den republikanischen Selfmademan vor allem das Gesellschaftsleben der deutschen 2lriftolraiie; mächtig an, und sein Stteben konzentrierte sich bald darauf, dem Hause Leishrnan eine Her- zogskrone zu erwerben. Durch die Verbin­dung mit dem Herzog von Croy glaubt er sein Ziel erreicht. Der Herzog von Croy wiederum hofft in Nancy Leishrnan eine D ollarprin- zessin zu heiraten; denn ihr Vater hat es immer verstanden, den Nimbus des reichen Amerikaners um sich zu breiten. Diesen Schleier konnte er während seiner Berliner Botschafter- Zeit besonders stark aufrecht erhalten. Ein Europäer steht ja noch in jedem Amerikaner einen kleinen Rockefeller oder Vanderbild. Seit aber vor einigen Tagen

der neue Botschafter Gerard

die Geschäfte übernommen hat, fft das Kartengebäude Leishmans zusammengebrochen. Auf seinen Reisen nach Paris Hai der damalige Botschafter eine Schuldenlast auf sich ge­laden, die ihn jetzt zu erdrücken, und die seine ehrgeizigen Pläne zu vernichten droht. Mode- schneider tote Sleator and Caster und Hill Brothers, Juweliere und andere Firmen räum, ten ihm auf den Botschaftertitel hin Kredite ein, ohne jemals Geld zu erhalten. Schon die Klage des Bankhauses Reymond Pinchon, das die Spekulationen Leishmans be­sorgte, und die ihm zustehenden Gebühren nicht erhalten konnte, wurde als Zeichen sür die pre­käre Lage des angeblichen Milliardärs gedeu­tet. Jetzt ist es so weit, daß die geschädigten Pariser Firmen bereits gemeinsame Schritte beraten, wie sie zu wrcm Geld kommen können. In der amerikanischen Kolonie herrscht Unwil­len darüber, daß ein Vertreter der Republik seine Stellung zur Erlangung persönlicher Vor­teile ausgenutzt hat. Die Pariser Salons aber machen sich über die Sucht des Republikaners nach einer Herzogskrone lustig.

Der Herzog und der Botschafter.

Ob unter den oben geschilderten Umftänbett der Herzog von Croy die schöne Nancy Leish- man zum Altar führen wird, erscheint vielfach fraglich. Sicher gewinnen bei einer Heirat (die Hochzeit soll nicht in Berlin oder Paris, son­dern in Genf stattsinden) die Leishmans mehr als der Herzog. Selbst Herzöge vermögen sich aber manchmal über finanzielle Verluste hin­wegzusetzen und halten Schönheit für einen ge­nügenden Lohn. Wie die Dinge nun aber ein­mal liegen, darf man gefpannt darauf sein, was werden wird: Glück und Friede, oder ... Skandal und Sensation!

Mr. Gerard, der Obdachlose.

Der neue Botschafter ber Vereinigten Staa­ten in Deutschland, der Richter Gerard, der seit einigen Tagen in Berlin der Woh- nungsjagd obliegt, rechnet bereits mit ber Mög­lichkeit, dauernd in einem Hotel Wohnung zu nehmen und auf ein eigenes Heim zucherzich- ten. Denn die Preise, die die Besitzer der wenigen in Betracht kommenden Häuser for­dern, gehen über das Mictsbudset eines

Mssckr Reuch Mrichtm

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang.

Nummer 264

Mittwoch, 15, Oktober 1913

Fernsprecher 951 und 952.

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