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«en iy Havre eintreff en. Kapitän Hilch teilt

betCarmania"

l f mit, baß bie Zahl ber Geretteten 485 be­

bte Unglücksstelle su entsenden.

bas Feuer nicht fo schlimm fei und wohl in

Das eignete morgen

gebracht werben müssen. Tristepohl erzählt: Ich hatte in Newyorl eine neue Stellung angenom-

Unglück an Bord desBolturno" er= sich um halb zehn Uhr am Freitag- burch einen Brand, ber im Vor-

kenen, bereit Zahl auf hunbertzweiunb- sechzig angegeben wird, vermutlich biesenigen feien, die versucht^n, sich v o r ber Ankunft berCarmania" an ber Unfallstelle in Booten zu retten. DieCarmania" hat nur einen Ge­retteten an Bord Das Schiff traf heute früh in Queenstown ein. Eine andere Meldung von dem Cunard-DampferCaronia" sagt, daß der Bolturno" am Freitag abend noch in Flammen neftonben habe. An Bord des Bolturno" befanden sich 657 Köpfe, nämlich 24 Kajütenpassagiere, 540 Zwischendeckpaffa- giere und 93 Bemannung.

Gitte Erklärung des Diktators.

Nach einem Telegramm aus Mexiko ist dem General Felix Diaz angeraten worden, mit Rücksicht auf die bedrohte Lage des Landes Mexiko fernzubleiben. Die verhafteten Depu­tierten befinden sich nock immer in Haft. In einer Proklamation erklärt Präsident Huerta, daß die Mehrzahl der verhafteten Deputierten ihm jede finanzielle Unterftützung verweigert habe, trotz der großen Verpflichtungen des Lan­des. Er werde zurücktreten, wenn die Opposition von dem Volk unterstützt werde, was jedoch nicht der Fall sei. Nach Lage der Dinge ist damit zu rechnen, daß Huerta die Neuwahlen zum Kongreß am 26. Oktober ge­walttätig beehtflufien wird, um durch die Nie- derzwingung der Opposition seine Wiederwahl zu sichern. Die Lage gilt allgemein als außer­ordentlich kritisch.

Der verbrannte Dampfer Doltnrny.

Der verbrannte DampferVoltnrno" war ein Doppelschraubendampfer von 3600 Registertonnen und gehört eigentlich der Ca- nadian Northern Steamfh-ip Co. Er war im der Uran-htm Co. in Rotterdam zur Ueberfahrt nach Newvork gechartert worden. Tas Unglück hat sich mitten im Atlantischen Ozean zugetra­gen. Die Stelle liegt tu nordwestlicher Richtung von den Azoren auf der großen Schfffahtts- route, auf der die Ozeandampfer zwischen Newyork und Eur-pa verkehren. Daher erklärt es sich, daß dem brennenden Schiss in kurzer Zeit so viele Dampfer zu Hilfe eilen konnten.

zu denen sich alle Länder vereinigt haben, nicht allenthalben durchgeführt, und schon wieder hat sich ein entsetzliches Unglück ereignet, dem ein Schiffsriefe zum Opfer gefallen ist, und das zahlreiche Menschenleben als Opfer gefordert hat. Der holländische DampferVoltnrno", der zur Uraninm-Linie in Rotterdam gehört, ist aus einer Fahrt nach Newyork in Brand ge­raten, und ein großer Teil der an Bord be­findlichen Passagiere ist der Katastrophe zum Opfer gefallen. Wir verzeichnen über das Un­glück die heute vorliegenden neuesten Drahtt Meldungen:

Die Volturno-Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

London, 13. Ottober.

An Bord des Volturno

L haben (wie die Schilderungen von Ge­retteten ergeben) blutige Kämpfe mn die Plätze in den Rettungsbooten statt gefunden:

I Männ-r haben in Todesangst und Verzweif­lung Frauen und Kinder niedergetreten und niedergestoßen, um über die blutenden und znk-

I, lenden Körper ber Wehrlosen hinweg sich den Weg zum rettenden Boot zu bahnen. Matro­sen haben mit Passagieren gerungen, nm, im Moment größter Gefahr das Pflichtgebot nicht EL achtend, das eigne Leben in Sicherheft zu brin­gen. In der Erinnerung steigen die furcht­baren Erzählungen der Geröteten derTtta- nic* wie der Schatten des Verhängnisses empor; man sieht abermals erschauernd, wie der Kampf ums Leben, die brutale Gewalt des e Selbsterhaltungstriebs, angesichts der Todes- gsfahr alles Edle im Menschen vernichtet und den Menschen zum Tier, zum wild um Leben v und Sein kämpfenden Barbaren erniedrigt. Es P sind Tragödien, die vor unferm entsetzten Auge sich in erschreckendster Realistik aufrollen, | Tragödien von katastrophaler Furchtbarkett, und angesichts dieser erschütternden Menschen­dramen erhebt sich die Gewissenfrage: Wer s- sündigte hier? Rach derTitauic"-Kata- ! strophe wurde im Streit der Meinungen wider : die Schiffahrt-Gesellschaften die schwere Anklage » erhoben, daß sie aus wirtschaftlichen i Gründen die Rettungs-Einrichtungen an Bord nicht in dem Maße ausbauten, wie es die Men-

L schenpflicht gebiete. Wir hörten dann (zur Ent­schuldung), daß die Mitführung von Rettungs­booten für viele Tausende von Passagieren : technisch undurchführbar sei, und außerdem auch der Gefahr gegenüber versage. Ob Anklage ; und Entschuldung haltbar sind oder nicht, »soll hier nicht untersucht werden; Eins indessen steht fest: Die Rettungs-Vorkehrungen in ihrer heutigen Form entsprechen bei weitem nicht dem dringendsten Bedürfnis, und das neue Menschendrama auf dem Ozean mag nun neue Anklage zu alter Schuld häufen, oder als Zn- - fall-Katastrophe das Unheil-Konto des Ver-

Noch ist die Katastrophe derTitanic" ihren furchtbaren Folgeerscheinungen nicht vergessen, noch sind die Sicherungsmaßnahmen.

trage, davon von ber Besatzung 25. Es scheint also, daß im ganzen 76 Passagiere unb 86 Mann ber Besatzung umgekommen sind. Die SchiffahttKgesellschaftUraniwm" hat ihren Halifaxer Vertreter beauftragt, sofort zwei Schiffe zum Auffuchen bet Leichen be§ in Braiw geratenen DampfersBolturno" an

Feuer au Bord!

Die Brandkatastrophe a« Bord des Bolturno: Mangelnde Sicherung und größere Gefahr!

Das Verhängnis schläft nicht; es for- bert Opfer über Opfer, spottet der Menschen- krast und trägt das Unheil erbarmunglos von Welt zu Welt. Im April des Vorjahrs war's, als der Atlantic die furchtbarste Katastrophe sah, die jemals die Schiffahrt betroffen. Tas stolze Riesenschiff der White Star Line, die Titanic", stieß mit einem Eisberg zusam­men und sank mit über fünfzehnhundert Men­schen in die Tiefe. Seit jener entsetzen-erregen- te den Katastrophe haben sich auf dem Weltmeer Schiffsunfälle, die Hunderte von Menschenleben forderten, glücklicherweise nicht ereignet. Ver­anlaßt durch denTftanic"-Untergang sind in- r , zwischen (sowohl in Europa wie in Nord­amerika). Konferenzen ab gehalten worden, in denen alle nur möglichen Sicherheits­maßnahmen für den überseeischen Perso- | , nenverkehr beraten und sofort auch in den ; Dienst der Schiffahrt gestellt wurden. Mitten A- in all diese Maßnahmen, die noch nicht beendet sind, kommt nun die Kunde von einer neuen schweren Katastrophe, die sich wieder auf der Ueberfahrt eines Ozeandampfers von Europa Ev nach den Vereinigten Staaten ereignet hat. Auf hoher See ist der DampferVoltnrno" in Brand geraten unb vernichtet worden. Dank der fuilkentelegraphischen Einrichtungen auf den f Ozeanschiffen, die seit der^^-"-Kata­strophe weitgehende Verbesserungen erfahren haben, ist es zwar gelungen, sofort alle in der Nähe befindlichen Dampfer von der Katastrophe W. zu unterrichten und einen Teil der Passagiere fc Zu retten, doch hat auch das neue Ozean-Drama %' wieder den Beweis erbracht, daß die modernen k Riesenschiffe der Gefahr einer Katastrophe immer noch ohne ausreichende Sichernngs- M Vorkehrungen ausgesetzt sind, und daß nament- M lich die Einrichtungen zur Massenrettung |5' gefährdeter Passagiere bei weitem nicht ge- | nügen. Die düster-tragische Begleit-Erscheinung fast aller Katastrophen auf hoher See: Der Kampf um Leben, Rettung und Hülse unter Passagieren und Besatzung stempelt auch das B- jüngste Ozean-Drama zu einer furchtbaren Tra­gödie des Kampfs Aller gegen Alle, des Kampfs ums nackte Leben, dessen wilde Erbitterung ^7 und rasend-tobende Verzweiflung alle Gebote L der Kultur und Menschenwürde rücksichtslos in den Hintergrund drängen.

Das Ozean-Drama

Die Katastrophe auf dem Dampfer Bolturno; Panik an Bord des bren­nenden Schiffes; hnndertzweinndsechzig Menschenleben als Opfer der Ka­tastrophe; vierhundertfirnfnndachtzig Gerettete; die Ursache des Unglücks.

Anarchie in Mexiko!

Ei« Gewaltstreich des Präfidente«; Bür­gerkrieg, Revolution und Straßenkämpfe.

Die Revolution in Me xiko, die seit Mo. naten die Republik beunruhigt, hat nun zur völligen Anarchie gefühkt: Am Freitag Hai ber Präsident Huerta durch einen Gewalt. streich der parlamentarischen Oppostttou ein Ende zu machen versucht, indem er abends die Deputiertenkammer durch fünfhundett Geheimpolizisten besetzen und hundert- vier Deputierte verhaften ließ, dir einen Ausschuß zur Untersuchung der Ermor- düng des Senators Dominguez eingesetzt hat- ten. Dominguez war nach einer Rede, in bei er Huerta angegriffen hatte, getötet worden. Die Maßnahme Huertas scheint das Signal zum allgemeinen Bürgerkrieg gewesen zu sein, denn aus dem ganzen Lande liegen Mel- düngen über blutige Kämpfe zwischen den An­hängern und Gegnern Huertas vor. Wir ver­zeichnen die folgenden Drahtmeldungen:

Straßenkampfe in Mexiko.

(Privat-Telegram m.)

Rewyork, 13. Oktober.

Präsident Huerta hat nach ber Verhaftung ber hmibertvier oppositionellen Abgeordneten den Kongreß aufgelöst und Neuwahlen für den 26. Oktober, den Tag ber Präsidenten­wahl, ausgeschrieben. Daraufhin herrscht in Mexiko die größte Aufregung. Es werben blutigeKämpfeerwartet. Maschinen­gewehre würben vor bem Regierungspalast aufgestellt, unb bie Straßen sind von Truppen besetzt. Nach scharfen Reden gegen Huerta hat die Wut der liberalen Opposition ihren höchsten Gipfel erreicht. In der Vorstadt Tlalne- pantla haben die Truppen gemeutert unb ihre Offiziere erschossen. Die Meu­terer wurden von anderen Regimentern nieder­geschossen. Am Abend verlautete, Huerta habe die verhafteten Abgeordneten wieder in Freiheit gefetzt. In der Stabt Mexiko umlaufende Ge­rüchte besagen, daß die Rebellen im Norden des Landes Torreon zur Hauptstadt erklärt hät­ten und gegen die Stadt Mexiko zu marschieren beabsichtigten.

Eine Intervention der Anion?

(Privat-Telegram m.)

Newyork, 13. Oktober.

Aus Torreon wird gemeldet, daß die dor­tigen Truppen meuterten unb ihre Cf fi­xiere ermordeten. I« den diplomati- scheu Kreisen hält man die Sage in Mexiko für äußerst ernst und die amerikanische Regie­rung beabsichtigt, sofort weitere Schiffe nach den mexikanischen Gewässern zu entsenden. Der Staatsstreich des Präsidenten Huerta bestärft den Präsidenten Wilson noch in seiner bisheri­gen Haltung, bie Regierung Huertas nicht an­zuerkennen. Beim Auswärtigen Amt ging bie Bestätigung von ber Verhaftung ber Deputier­ten ein. Die Verhafteten würben in baS Ge­fängnis gebracht unb werden dort von Trup­pen bewacht; heute ober morgen bürsten sie aber toieber entlassen werben. Man weiß jedoch nichts von bem Schicksale des früheren Mini­sters Velasquez, ber sich auch unter ben Ber- hasteten befanb. Nur fünf Deputierten gelang eS, sich der Verhaftung zu entziehen. In der ganzen Stabt herrscht bie größte Auf­regung über ben Akt beS Präsidenten, unb bie Presse forbert ein sofortiges Eingrei­fen ber Union in Mexiko.

Das Depot der Royalisten.

Mabrib, 13. Ottober. (Privat-Tele« gram m.) In einem Walde auf spanischem Gebiet, dicht an der pottugiesischen Grenze, bei Vigo wurde gestern ein großes Waffen­lagerentdeckt. Bei Ankunft der Gendar­men entflohen einige Personen in einem Auto­mobil über die portugiesische Grenze. Man glaubt, daß die Waffen von Anhängern des portugiesischen Königshauses auf- gestapelt worden sind, und den Zweck batten.

men unb ein Billet brittcr Klasse zur lieber- ährt auf bemBolturno" erhalten. Das Schiff war an einem Donnerstag von Rotterdani ab­gefahren, unb eS ging auch alles gut bis zum Donnerstag letzter Woche. Da wurden wir mor- genS fechs Mr durch Fe «er lärm geweckt, Me Ungliicksftelle zu entsenden. Die Cnnard- Tx Gesellschaft hat eine Meldung von derCar-

^ben Es wurde uns bedeutet, daß | mania" erhalten deS Inhalts, daß die Erttim-

ratstaum ausbrach und der sich infolge der Lage deS Schiffes und des heftigen WinbeS nach dem Vorderteil zu ausdehnte. ES wurden fofort drahtlose Hilferufe nach allen Richtungen auSgesandt, die den Erfolg hatten, das nach etwa drei Stunden der erste Dampfer in der Nähe des Schiffes erfäffen, und zwar dieCarmania". Im Laufe des Nachmit­tags trafen noch eine Peihe großer Dampfer ein, amerikanische, englische, russische und von deutschen Schissen derSeydlitz" unb berGroße Kurfürst". Alle biefe Schisse legten sich in einem großen Bogen «tot ben verunglückten Dampfer unb versuchten nach Möglichkeit bei bem herrschenden Sturm an das Schiff herauzukommen. Erst gegen Mitter­nacht gelang eine nennenswerte Rettung ber Passagiere, unb zwar konnten um biefe Zeit gegen vierhmchert Passagiere von den zur Ret­tung berbeigeeiften Schiffen ausgenommen werben. Die Besatzung beS Schiffes wurde in ber Hauptsache gerettet, was in erster Linie daraus zurückzuführen ist, daß die Matrofen und die übrige Befatzung beS Schiffes bie Ersten waren, bie sich einen Platz in ben Ret­tungsbooten erkämpften.

Schilderungen eines Geretteten.

(Privat-Telegram m.)

London, 13. Oktober.

_ Funkentelegraphisch würbe hierher bie Erzäh­lung eines geretteten Deutschen, ber bei bem Un­tergang besVotturno" gerettet würbe, über­mittelt. Der Deutsche heißt Tristepohl, ist Handlungsgehilfe und war ber einzige Passagier derBolturno", der von derCarmania" gerettet wurde. Seine Stiefelsohlen waren vollständig burdjgebrannt Er befinbet sich in bemitleidens­wertem Zustande und wird nach der Ankunft

Deutschen Tristepohl darauf aufmertfam, daß der Kapitän desVoltnrno" drahtlich mit­geteilt hätte, er habe sechs Rettungsboote ins Wasser gelassen. Tristepohl erklärte aber mit aller Entschiedenheit: Das ist nicht wahr. Es waren nur vier Rettungsboote an Bord. Wir erhielten den Befthl, uns auf dem Hinterschiff aufzustellen. Das Feuer nahm immer größeren Umfang an und wir sähen jetzt auch die Flammen aus dem vorderen Deck herausschlagen. Wir sahen auch die Rettungs­dampfer, bie uns zur Hilfe herbeieilten, aber nicht in unsere Nähe gelangen konnten. Aus einmal kam bie Löschmannschaft und erklärte dem Kapitän, sie werde nicht weiter löschen. Der Kapitän zog den Revolver und trieb die Leute wieder an den Brandherd. Während bes ganzen Brandes spielten sich gräßliche Szenen an Bord ab.

Schreckensszenen an Bord.

(Privat-Telegramm.)

London, 13. Ottober.

Als ber DampferCarmania" ben draht­losen Hilferuf desVoltnrno" empfing, setzte er sich mit Volldampf in Bewegung unb machte zwanzig Knoten gegen ben rasenden Stur'm. Er erreichte denVoltnrno" gegen Mittag und sand das Vorderteil in hellen Flammen. DieCarmania" versuchte vergeb­lich, ein Boot zumBolturno" zu senden und manövrierte dann hundert Fuß von ihm ent­fernt. Man fah die Passagiere auf dem Hinter­teil des Schiffes zusaw! cngedrängt, während die Befatzung versuchte, die Flammen zu be­kämpfen. Bei Einbruch der Nacht benutzte die Carmania" ihren Scheinwerfer, um die mit den Wellen kämpfenden Schwimmer und Boote aufzufinden. Taufende von Passa^eren der zehn Rettungsdampfer betrachteten von dem Verdeck aus voller Graufen das enffetzliche Schauspiel. Mau sah, wie sich furchtbare Szenen unter benFrauen und Mädchen abspielten, die auf dem brennenden Schiffe dem Tode geweiht schienen. Die See ging so hoch, daß sich kein Boot demVoltnrno" nähern konnte. Um neun Uhr brach das Feuer in der Mitte des Schiffes durch und die Kessel flogen in die Luft. Das dem Verderben geweihte Schiff sandte em Bündel Raketen in die Luft, doch alles, was die vielen in der Nähe befindlichen Dampfer tun konnten, war, er­leuchtete Rettungsbojen auszuwerfen.

Me Opfer der Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Havre, 13. Oktober.

Der DampferTorraine« mit zweiundfünfzig Geretteten des in Brand geratenen Dampfers Bolturno" an Bord wird am Dienstag mor-

einiger Zeit gelöscht mürben könne. Trotzdem hielt eS der Kapitän für besser, nnS Rettungs­gürtel bringen zu lassen, die wir auch anlegten. Kapitän und Offiziere schienen den Kopf verloren zu haben. Sie liefen hin und hex und benahmen sich überhaupt sehr schlecht. Auch die Besatzung des Schisses War von gto= ?er Rücksichtslosigkeit gegen die Passagiere.

Panik beim Rettungswerk.

(Privat-Telegramm.)

Loudon, 13. Oktober.

Wie aus den Schilderungen von Geretteten desBolturno" hervorgeht, waren die Ret- tungSarbeiten an Bord des btemtertben Dampfers außerordentlich schwierig. Die Schiffsmannschaft drängte rücksichtslos zu den Rettungsbooten und nahm bie meisten für sich in Anspruch. Ein Boot kam auch glücklich vom Schiff los. würbe aber von einer riesigen Woge erfaßt unb gegen die Schiffswand geschmettert. ES zerbrach und alte Insassen ertranken. Das gleiche Schicksal hatten drei andere Boote. Auch diese wurden gegen die Schiffswand ge- chleuderi und brachen entzwei, während die

hängniffes belasten: Es mahnt abermals ein­dringlich die Gewissen, der Verbesserung der Rettungs-Einrichtungen an Bord der mo­dernen Riesenschiffe ernsteste Sorge zuzuwen- den. Denn es sind Menschenleben, die dem Schicksal preisgegeben Werden...! F. H. Insassen ertranken. Man machte den gerettete»

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1913

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