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mehr bestreiten wollen!

F. H.

sinken ...?

hen und Prinz ErnstAugust von Cumber­land die Regierung übernehmen wird. Dem Personal des Herzogsregentcn Johann Albrecht (bet sich übrigens gar nicht mehr in Braun­schweig aufhält) ist zum ersten Oktober gekün­digt worden. An diesem Tage soll der Re­gent, dem Vernehmen nach, die Regentschaft niederlegen. Ferner sind Vorbereitungen für eine auf Mitte Oktober angesetzte Galavorstel­lung im Hostheater getroffen, woraus sich eben­falls der Schluß ziehen läßt, daß bis dahin der Regentschaftswechsel vollzogen sein wird.

Der Braunschweiger Herzogsthrou.

Einzug in Braunschweig am ersten Oktober?

Braunschweig, 23. August. (Privat- Telegrarnm.) In der letzten Zett mehren sich die Anzeichen dafür, daß die Regent­schaft in Braunschweig bald lu Ende ae«

Rußland steht auf der Wacht!

Rom, 23. August. (Draht-Meldung.) Einem Interviewer des Giornale dltalia, der gestern den russischen Botschafter Krupenski fragte, ob es wahr sei, daß man in Kon­stantinopel entschloffen sei, Bulgarien den Krieg zu erklären, erwiderte der Botschafter, daß dann sofort Rußland seinerseits der Türkei den Krieg erklären werde. DaS sei (so versichert der Botschafter mit Nachdruck) sicher!

züm Abschluß gekommen, bleibt nur noch übrig, aus der peinlichen Erfahrung die richtigen Lehren zu ziehen, denn daß das mit soviel Aufwand von Ueberredungskraft vertretene Projekt einerInteressengemeinschaft" zwischen Stadt und Großindustrie eine verhängnisvolle Irrung war, wird heut sicher niemand

Jas finde der A.fi. G.-Affäre.

Der Vertrag mit der A. E. ®. abgelehnt!

Die Erledigung der A. E. G. -Affäre bleibt nach den neuesten Entschließungen der städtischen Körperschaften nicht dem neuen Ober­bürgermeister Vorbehalten (wie es anfangs be­absichtigt war): Die städtischen Ausschüsse, die für die Elektrizitätswerk-Frage in Betracht kom­men (die Finanz- und die Gewerbliche Kommission) haben vielmehr den Beschluß gefaßt, noch vor dem Scheiden Dr. Scholz's aus Casielreinen Tisch" zu machen und die Angelegenheit zum Abschluß zu bringen. Die beiden Kommissionen haben in den letzten Wochen eine angestrengte Tätigkeit entfaltet, um die Frage der Entscheidung entgegenzufüh­ren. Die bekannten Gutachten der von der Kommission zur Prüfung der Angelegenheit be- auftragtne Sachverständigen, die sich scharf gegen ein Zusammengehen mit der A. E. G. wandten, wurden nochmals gevrüft, und das Ergebnis der Ausschuß-Verhand­lungen war,

dem Magistrat sowohl als den Stadt­verordneten die Ablehnung des Vertrags- entwnrfes vorzuschlagen. Der Magistrat wird fich in einer seiner nächsten Sitzungen bereits mit diesem Antrag zu befassen haben, sodaß schon die nächste Stadtver- vrdneteufihung amvierten September vor- ' auSfichtlÄy das Schlußwort sprechen wird.

Daß diese letzte Entscheidung das Todes­urteil für den Vertrag bildet, unterliegt nach Lage der Dinge schon heute keinem Zweifel. Bemerkenswert ist, daß die abratenden Gut­achten der Stadt Caffel das nette Sümmchen von ... dreißigtausend Mark an Kosten verursachen. Dreißigtausend Mark! Und bei der Ausschmückung der Straßen zur Ehrenfeier der Vaterstadt wird um jeden Pfennig des Kostenaufwands gefeilscht! Mit dem Urteils­spruch über die A. E. G.-Affäre wird gleich­zeitig die neue Hoffnungsflagge für das städtische Elektrizitätswerk gehißt werden. Der preußische Staat bat der Stadt einen Vertragsentwurf zum Zwecke gemeinsamer Ar­beit zugehen lassen, der (wie von Sachverstän­digen versichert wird) überaus günstig für die Stadt Cassel ist, günstiger jeden­falls, als die kühnsten Erwartungen es erhof­fen ließen. Man geht Wohl nicht fehl in der Annahme, daß die bekannten Verhandlungen im preußischen Abgeordnetenhause dazu beige­tragen haben, daß

der Staat für die Stadt Caffel größeres Entgegenkommen beweist. So ist der Staat damit einverstanden, daß die Ort- schäften im Landkreis Caffel, die bereits jetzt von der Stadt Caffel Kraft- und Lichtstrom beziehen, ans dem Abnehmer- Bereich der staatlichen Eddertal-!leber- landzentrale ansscheiden nnd der Stadt Caffel als ständige Abnehmer verbleiben.

Auch die Orte, mit denen das städtische Elek­trizitätswerk gegenwärtig in Unterhandlungen steht, wie Wolfhagen, Papiermühle und andere, werden der Stadt Cassel Vorbehalten. Somit verbleiben die besten Ortschaften im Landkreise Caffel der Stadt. Tie wichtigste Bestimmung des Vertragsentwurfs, die zur Erhöhung der Rentabilität des Casseler Werks von einschnei­dender Bedeutung sein wird, ist die, daß die staatliche Ueberlandzcntrale der Eddertalsperre der Stadt Caffel für die Nacht­zeit e n den Strom liefert, dessen Erzeugung der Stadt Cassel bislang große Auwendungen verursacht hat. Dagegen verpftichtet sich der Staat, vom Casseler Eelektrizitätswerk Strom abzunehmen, wenn Störungen der Ueberland- zentrale. entstehen sollten durch Einfrieren der Eddertalsperre im Winter, sonstige unvorherzü- sehende Zwischenfälle oder Ereignisse elemen­tarer Gewalten.

Die Stadt und der Staat.

Der neue Vertrag entbindet, wenn er an­genommen wird, von jeder Sorge um die Zu­kunft des Casseler Elektrizitätswerks. Heute, wo wir trotz des unliebsamen A. E. G.-Jnter- mezz-os mit dem Staat ins Einvernehmen kommen, läßt sich erst so recht übersehen, welche Vorteile ein Zusammengehen von Stadt und Staat in sich birgt und das Bedauern regt sich, daß nicht schon früher mit dem Staate Fühlung genommen wurde, b e v or die A. E. G. die Stadt mit ihrem Angebot in Ver­suchung führte. Nun. da die AngeleLeutzoiL

der Tinte herauszukommen, in die die Poli­tik der letzten Jahre uns munter hineingeführt hat, und es wäre sicher eine ideale Krönung seines Werks, wenn Herr von Bethmann Holl­weg dem Erlaß über Eisengallus-, Blauholz-, klebrige und nicht-klebrige Tinten einen zwei­ten folgen lassen würde, in dem er mit der­selben Gründlichkeit und opferfreudigen Hin­gabe uns erzählte, wie einige andre Fragen (deren Dringlichkeit die des Tinten-Problems noch um ein weniges überragt) befriedigender Lösung entgegenzuführen seien. Wahl­rechts- Problem, Veteranen -Versorgung, Teuerungs-Bekämpfung, Reform der Diplomatie und Festigung unsrer inter­nationalen Politik: Das alles sind Dinge, die in der Wertschätzung den Vergleich mit der Kanzler-Tinte nicht zu scheuen brauchen, deren Lösung indessen bisher, dringlicherer Ge­schäfte. wegen, verschoben worden ist. Nun aber, da selbst das Tintenfaß Gegenstand exzel­lenter Sorge geworden, dürfen wir hoffen, daß auch diese Alltagdinge endlich Gnade vor den Augen der uns Regierenden finden werden. Oder soll im Meer der Tinte, als dessen Neptun sich Herr von Bethmann Hollweg eben offen­bart, die Forderung nützlicherer Taten ver-

Weltgeschichte.

Ei« Momentbildchen politischer Kultur: Der Erlaß des Kanzlers über das Tintenproblem.

In einem Runderlaß an die Nachgeordneten Stellen ergänzt der Reichskanzler die Bestim­mungen der vorjährigen Verfügung über den Ge­brauch und die Anwendung bestimmter Tinten- Sorten im amtlichen Geschäftsbetrieb. In dem neuen Erlaß wird im Einzelnen genau angeführt, welche amtlichen Dokumente mit Etfengallus-, mit Blauholz- »der mit Farbstoff-Tinte anzufertigen sind Wie schade: Hätte der alte gute Vater Oxenstierna noch das Jahr des Heils neunzehnhundertdreizehn erleben dürsen, dann wäre uns vermutlich jener üble Brief erspart geblieben, in dem die greife Exzellenz den Sohn darüber unterrichtet, daß die Triebkraft der Weltgeschichte nicht immer die Weisheit ist. Denn in diesem Jahr der Jubiläen und des Regens ist der Beweis erbracht worden, daß Oxenstierna's grimmiges Spötterwort der Be­rechtigung ermangelt, und es ist das Verdienst des Herrn Theobald von Bethmann H o l l w e g, diesen durch Jahrhunderte wie eine Offenbarung geschätzten Irrtum eines alten Mannes für alle Zeit korrigiert zu haben. Weltgeschichte braucht nicht im Donner der Ka­nonen ihren Widerhall zu finden; sie bedarf we­der verschwiegner Diplomatenkunst noch starker Völker-Regung: Es genügt, daß ein stiller, ein­samer Mann sich müht, seinem Jahrhundert und seiner Arbeit ein unvergänglich Denkmal zu setzen. Und dies Denkmal der Aera Bethmann Hollweg ist nun aufgeschichtet; nicht aus prot­zendem Marmelstein oder glitzerndem Erz, son­dern aus dem edlen Stoff, der seit Gukenbergs Tagen die größten aller Gedanken und Ideale trägt: Aus Papier! Und es ziemt sich, diesen Markstein allerneuester Geschichte des zwanzig­sten Jahrhunderts nach dem Maß seines Kul­turwerts zu würdigen.

Des Kanzlers Tat ist ein Erlgß über die Grundsätze, die im Bereich der Monarchie bei der Anwendung von ... Tinte im Amtsbe­trieb Beachtung zu fordern haben, und wix er­sehen aus diesem Erlaß, daß es durchaus nicht gleichgültig ist, ob ein Dokument, das. in fernen ~agen noch uuterm Schatz des Aktendeckels vom Werk des Jahres neunzehnhundertdrei- zehn Zeugnis ablegen soll, mit Eisengallus-, Blauholz- oder Farbstoff-Tinte aufs Papier ge­zaubert worden ist. Besondre Sorgfalt wendet der Erlaß der Beseitigung des Uebels zu, des­sen fatale Wirkungen sicher ein Jeder von uns schon selbst erfahren haben wird: Wenn die ide­alsten Gedanken im klebrigen Tintensaft müd und matt versinke«! Herr von Bethmann Holl­weg ken n t die Gefahr dieses Kleh'ns, und sein Erlaß widmet deshalb grade diesem Kapitel eine besonders eingehende Erörterung. Ueber- haupt zeichnet sich die Verfügung des Kanzlers durch eine Tiefgründigkeit in der Beherrschung der Materie aus, die Staunen weckt, und man fühlt ordentlich Bedauern darüber, daß all dieser achtunggebietende Aufwand von Geist, Witz und Hirnkrast lediglich dazu dient, Gal­lus-, Blauholz- uno Farbstoff-Tinten im inner­sten Wesen ihrer Naturgeschichte de..r Verständ­nis der Zeitgenossen näher zu bringen.

Eine Kulturtat bleibt's indessen trotz­dem, und der verbissenste Nörgler wird nicht das Gegenteil zu beweisen vermögen. Ein Weiser des Abendlands hat einmal die Tinte dasBlut der Weltgeschichte und Kultur" ge­nannt, und da wir uns daran gewöhnt haben, diese These als Tatsache zu schätzen, kann es naturgemäß auch nicht gleichgiltig fein, ob das Blut der Weltgeschichte" aus Eisengallus, Blauholz oder Farben-Chemikalien fabriziert wird. Der Erlaß des Kanzlers hat also un­zweifelhaft einemdringenden Bedürfnis" Rechnung getragen, und wenn wir nächstens die Feder ins Tintenfaß tauchen, werden wir uns stets dankbar des genialen Mannes erinnern, der dasProblem der Tinte" herzhaft und weise gelöst. Das Ereignis dieser Tat ward in den regen-nassen Augusttagen geboren, nach der mythisch überhauchten Friedens-Apotheose in der Kathedrale zu Bukarest, und da uns von den Posaunen-Engeln offiziöser Meinung er­zählt worden ist, die (selbst von den Säuglin­gen bespöttelte)Einmütigkeit Europas" habe alle Wölkchen am Himmel europäischer Hoff­nung gescheucht und dem Völkerftieden neue Garantien geworben, so dürfen wir vielleicht in dem Tinten-Erlatz den sichtbaren Nieder­schlag all dieser Hoffnungen und Segnungen er­blicken, deren Sein und Werden fast noch dunkler ist, als das Erzeugnis der Eisengallus- oder Blauholz-Extraktion.

Wir wissen nun, was wir von der Tinte zu halten haben, nachdem der Erlaß des Kanz­lers uns alle Licht- und Schattenseiten des Eisengallus, des Blauholzes und der Farb­chemikalien entschleiert hat. Zu erfragen bliebe um noch, wie wir es anjufangen haben, aus

Iroht immer noch Krieg?

Reue Gefahren-Häufung am Balkan.

Trotz der beruhigenden Meldungen, die in den beiden letzten Tagen über die Entwicklung der Dinge am Balkan durch die europäische Presse gingen, scheint die Gefahr kriegerischer Verwicklungen immer noch nicht ganz ge­schwunden zu fein, denn die neuesten Depeschen berichten über Truppenbewegungen und Flot­tenmanöver der Türken, die darauf schließen lassen, daß die Kriegspartei in Konstantinopel, die zurzeit die Entschließungen der Pforte be­stimmt, die Absicht hat, erfo'derlichenfa" - die . Politik der Türkei durch Waffengewalt zu unterstützen.

Die Kriegspläne der Türken.

(Privat » Telegramm.)

Sofia, 23. August.

Bei Kermanlin wurden gestern tür­kische Flugzeuge gesichtet, und bei Mustafa Pascha wurde eine ungewöhnliche Bewegung der türkischen Truppen bemerkt, sodaß e8 nicht außerhalb der Möglichkeit steht, daß die Türken bei paffender Gelegen­heit unter paffendem Vorwande die alte bulgarische Grenze überschreiten und Bulgarien tatsächlich einen neuen Krieg aufzwingen werden. Die ent­scheidenden militärischen Stellen sehen einem solchen Krieg nicht ohne Zuversicht entgegen.

Türkische Truppen in Bulgarien?

(Privat-Telegrarnm.)

Sofia, 23. August.

Wie amtlich bekanntgegeben wird, sind gestern reguläre türkische Truppen in K i r d j a l u, dicht an der Grenze von Alt­bulgarien, eingcdrungeu. Die dortige Be­völkerung ist panikartig ins Innere des Lan­des geflüchtet. Die Regierung hat bei den Mächten Protest eingelegt. Rach Mel­dungen aus Konstauttnopel entfaltet die türkische Flotte am Eingang der Dar­danellen eine lebhafte Tätigkeit. Die Kriegs­schiffe sind bereit, fich jeden Augenblick des Hafens von Dedeagatsch zu bemächtigen.

Wie aus Saloniki gemeldet wird, ist G ü - m ü l d s ch i n a gestern den bulgarischen Tnip­pen durch die griechischen Behörden nach Unter­zeichnung eines regelrechten Protokolls über­geben worden. Ferner erschienen bulgarische Truppen vor Zfanthi. Die griechischen Behör­den wollten die Stadt aufgrund der Unterzeich­nung eines regelrechten Protokolls übergeben, die Bulgaren verweigerten aber die Un­terzeichnung des Protokolls. Der Bukarester Friedensvertrag ist gestern von der bulaarischen Regienmg ratifiziert worden.

gubiläums-MWimmung?

Dis Tausendjahrfeier und die Bürgerschaft; Straßen-Ausschmückung und Stadt-Halle«

Der Große Casseler Bürgerver­ein, der Verband der Casseler Bezirksvereine, hielt gestern abend imCasseler Hof" eine Ge­samtvorstandssitzung ab, von der in der Bürger, schäft eine.Ansklärung über die unter den Bür- gern entstandenen mannigfaltigen Beunruhigun­gen erwartet wurde. Im gewissen Sinne wurde diese auch gegeben, aber die eigentliche Sache war doch vonoben" herab gedreht worden, so daß das Ganze in ein anderes, recht ruhiges Fahrwasser geleitet wurde. Die oftmals recht stürmische Versammlung löste sich dann in Wohlgefallen auf, aber die Unzufriedenheit blieb und die ungeklärte Sachlage. Der Leiter der Versammlung, Bildhauermeister Holtz­mann, schlug von Anfang an einen versöhn­lichen Ton an und stellte zunächst fest, daß der Große Casseler Bürgerverein mit den letzten Presse-Erörterungen über die angeblichen Diffe­renzen mit der Stadt nichts zu tun habe. (Die trotz aller Beschwichtigungsversuche aber nicht hinwegzuleugnen sind. Die Red.) Die in der Bürgerschaft laut gewordenen Beunruhigungen sind auf die am letzten Dienstag stattgefundene Sitzung des Ausschmückungs-Ans- s ch u sses für die Tausendjahrfeier zu­rückzuführen, in der beschlossen wurde, die Aus­schmückung der Stadt durch das Bauamt aus- zusühren und den Bezirksvereinen etwa 7500 Mark zu bewilligen, die früher geplante Bewil­ligung von je fünfhundert Mark an die Bürger- Vereine aber aufzuheben. Dafür erklärte sich der Ausschuß (in der Folge wurde das Wort Stadt" ängstlich gemieden, und wenn es fiel, sofort mitAusschuß" berichtigt) bereit, die größten Plätze auszuschmücken und dafür 10 OOP Mark auszusetzen. Für den Bahnhofsplatz wer­den 4000 Mark vorgesehen, für den Friedrichs-, Stände- und Königsplatz, vielleicht auch noch

für den Altmarkt

je 200Ö Mark. Diesem Beschluß wurde in der Folge die verschiedenste Deutung gegeben. Be­stehen bleibt allerdings, daß die großen Pläne, die man hinsichtlich der Straßrnausschmückung hegte, schmählich ins Wasser fallen. Jetzt, vier Wochen vor der Feier, ist die Finanzlage nochnichtgeklärt und mit Recht bemerkte einer der Teilnehmer, daß wir demnach sehr weit zurück sind. Die Geldfrage ist bei einer derartigen Feier die Hauptfrage, und ein Red­ner konnte daher nicht umhin, seine grenzenlose Verwunderung auszudrücken, daß die maß­gebenden Stellen noch keinen definitiven Be­schluß gefaßt haben. Lehrer Keller regte dann an, daß nicht nur die erwähnten Plätze, sondern alle Plätze, die der Festzug berührt, und in erster Linie die der Altstadt ge­schmückt werden und zware in künstlerischer Weise nach einheitlichen Plänen. Kaufmann W a w ra gab der Mißstimmung beredten Aus- druck, die in der Bürgerschaft aufgekommen ist und bezeichnete das jetzige Angebot des Aus­schusses als einBettelgeschenk". Die Stimmung in der Versammlung war derart, daß Stadtrat Wagner zur Einigkeit mahnte. Die wahre Ursache der plötzlichen Sparsamkeit glaubte Photograph Strauß darin zu sehen, daß die Stadthalle zu große Aufwendungen ver­ursache und daß nun an der Ausschmückung ge­spart werden müffe. Stadtrat Wagner er­klärte hierzu, daß bei den Ausschuß-Sitzungen von der Stadthalle keine Rede gewesen sei. Endlich kam man zu der wichtigsten Frage, was nun eigentlich erforderlich sei. Kaufmann Tripp wies darauf hin, wie verärgert die Bürgerschaft sei. Tas gehe auch aus dem un­günstigen

Ergebnis der Sammlungen hervor. Kommerzienrat Wertheim hielt zwar Caffel für fo schön, daß nur eine schlichte Ausschmückung notwendig sei, eine Aus-schmük- kung, die jedoch zum Gemüt sprechen müsse, konnte aber damit nickt überzeugen. Daß alle Straßen, die der Festzug passiert, von der Stadt geschmückt werden könnten, hielt Ver- kehrsinspektor Weber für ausgeschlossen. Als später betont wurde, das Stadtbauamt habe die Angelegenheit verzögert, fiel aus dem Munde eines Stadtverordneten die für die Stimmung in der Bürgerschaft charakteristische Aeußerung: Die Schuld hat also wieder einmal das Stadtbauamt. Von den Vereinen war der Baurat gebeten worden, Pläne und Skizzen der Plätze zur Verfügung zu stellen, bis vor acht Tagen sei das jedoch noch nicht geschehen. Ueberdies wurde von verschiedenen Seiten festgestellt, daß die Obmänner der Be­zirksvereine zu der Dienstag-Sitzung überhaupt keine Einladung erhalten haben, sonst hätte der vielgenannte Beschluß nicht durchkommen kön­nen. Madtrat Wagner nahm den Stadtbau­rat in Schutz und erfiärte, daß alles, waS die­ser habe anordnen können, sofort erledigt wor­den fei. öeaen Ü12 Uhr las es endlich imr

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Caffeler Abendzeitung

3. Jahrgang.

Sonntag, 24. August 1913

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Nummer 220

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