Nr. 217. — 3. Jahrgang.
Casseler Neueste Nachrichten
Donnerstag, 21. August 1913.
Hundertjahrfeier der Dreiundachtziger
(Bericht unsers Korrespondenten.
Arolsen, 20. August.
An der Hundertjahrfeier unseres drittenBataillons des In sanier ie- Regiments Nr. 83 (über die wir bereits gestern telegraphisch berichteten) haben schätzungsweise Wohl an viertausend ehemalige Angehörige des Bataillons teilgenommen, ohne die grotze Zahl der Verwandten und Bekannten der .alten Soldaten", die auch mitgekommen waren. Der Montag-Abend war besonders den einzelnen Kompagnien gewidmet, die Kommerse in ihren Zelten feierten. Das war ein Wiedersehen der .Alten", ein Grützen, ein Händeschlag. Gegen elf Uhr setzte sich nach erfolgtem „Großen Zapfenstreich" ein Fackelzug in Bewegung, der durch die Apfel-Allee, Große Allee, Schloßstraße zum sürstlichen Residenz- schloffk führte. Am Dienstag morgen weckte das Musikkorps die Schläfer. Gegen acht Uhr trafen mit den Zügen aus beiden Richtungen die letzten Teilnehmer rin, freudig empfangen von den schon Anwesenden. Nachdem auch sie zur Kaserne marschiert waren, begann alsbald der Aufmarsch zum Festgottesdienst in den beiden Kirchen. Außer den aktiven Soldaten und „Ehemaligen" nahmen Abordnungen fast sämtlicher waldeckischer Kriegervereine mit ihren Fahnen am Gottesdienst teil. Nach dessen Beendigung erfolgte die Paradeaufstellung auf dem Kasernenhofe in Zugkolonnen^ das Reserve-Offizierkorps am rechten Flügel. Zur Teilnahme waren viele Generäle aus Cassel, darunter an der Spitze der Kommandierende General des elften Armeekorps von Scheffer-Boyadel, erschienen. Gegen elf Uhr sprengte Fürst Friedrich, der Chef des 83. Regiments, umgeben von seinem Stabe, vor die Front. Fürstin Bathildis folgte im offenen Vierspänner mit Spitzenreiter. Vorher hatte schon der Kominandeur des Bataillons eine markige Ansprache an das Bataillon und die „Ehemaligen" gehalten, dabei das Gelöbnis der Treue zu Kaiser und Reich erneuernd. Fürst Friedrich hielt eine Ansprache an die in der Parade Stehenden, worin er betonte, daß das Bataillon älter sei als das 83. Regiment, da es auf eine ununterbrochene Vergangenheit von 232 Jahren zurückblicken könne. Die
Geschichte des Waldecker Bataillons ließ Fürst Friedrich alsdann im Geiste vorüberziehen, von den Heldentaten im Türkenkriege, in den Niederlanden, in Amerika, in Florida,'in Frankreich und Spanien an bis zum ruhm- rerchen Kriege von 1870/71, in dem durch Blut und Eisen das Deutsche Reich geschmiedet wurde., Mit einem Hoch auf den Kaiser schloß der Fürst seine begeistert aufgenommene An- spräche. Er ritt dann die Fronten ab Nach einem Danke des Majors von Sodenstern an den Fürsten verlas letzterer das Begrützungs- und Danttelegramm des Kaisers aus Homburg vor der Höhe. Hierauf wurden eine Reihe Ordensauszeichnungen verliehen, die Ritter des Eisernen Kreuzes erhielten sämtlich das Ehrenkreuz als weitere Auszeichnung. Nun wurde zum Parademarsch in Zügen angetreten. Die Musik wurde außer von dem Musikkorps des Bataillons von der Regimentskapelle aus Cassel gestellt. Der Fürst führte das Bataillon selbst der Fürstin vor. Gleichzeitig fand die Einweihung eines Kriegerdenkmals vor dem Stabsgebäude statt, das den Gefallenen des Bataillons gewidmet ist. Zwei Soldaten in der alten waldeckischen Tracht, Ausrüstung und Bewaffnung standen als Ehrenposten am neuen Denkmal. Mit der Abfahrt der Fürstlichkeiten hatte der offizielle Teil der Feier sein Ende erreicht. Im Offizierskasino, im Unteroffizierskasino und in den Zelten auf dem Königsberge fand dann das Esten statt Nachmittags wurden eine Reihe von Svort- sprelen und Turnübungen vorgeführt Auch hierzu waren die Fürstlichkeiten nebst Gefolge erschienen, desgleichen das Offizierkorps. Abttrds wurden Lichtbilder gezeigt und ein mächtiges Feuerwerk abgebrannt. Der Rest des Abends gehörte den einzelnen Kompagnien.
W.
* Harleshausen, 20. August. (Ein Unfall des Auto-Omnibuffes.l Der Auto-Omnibus, der den Verkehr zwischen Cassel und der Gartenstadt Harleshausen vermittelt, erlitt gestern abend gegen halb acht Uhr einen Unfall, indem die vordere Achse des Wagens brach, und zwar auf der Wolshagerstraße zwischen hier und Rothenditmold. Bis zur Behebung des Scha
dens bildete der Wagen ein Verkehrshindernis für den Fuhrverkehr?
* Zierenberg, 20. August. (Ballon-Landung) Dieser Tage ging in der Feldflur des benachbarten Gutes BodenhaUsen ein Luftballon nieder, der aus Hannover stammte, „Kontinental" hieß und mit vier Personen, zwei Damen und zwei Herren, besetzt war. Die Landung ging glatt von statten und der zusammengepackte Ballon konnte mit der Bahn nach Hannover zurückgeschickt werden.
* Großalmerode, 20. August. (Blutige Schlägerei.) Dieser Tage kam es in einer hiesigen Gastwirtschaft zwischen ausländischen Bahnarbeitern zu einer wüsten Schlägerei, wobei einer der Arbeiter am Kopfe schwer verletzt wurde. Zwei der Hauptschuldigen wurden vom hiesigen Gendarm in das Gerichtsgefängnis eingeliefert.
* Hofgeismar, 20. August. (Der Wettritt um den Kaiserpreis.) lieber den Wettritt um den Kaiserpreis, den 55 Offiziere der 38. Kavallerie-Brigade unternahmen, wird berichtet, daß der Ritt, der von der Senne nach Hofgeismar ging, in seinen Einzelheiten brillante Leistungen aufwies. Unter anderem konnte man beobachten, wie einer der Schiedsrichterofsi- ziere sich vor ein Hindernis, wie sie vielfach von Mannschaften hergestellt waren, stellte und ein Reiter glatt über ihn hmwegsetzie, zugleich einen breiten Graben überspringend.
* Hofgeismar, 20. August. (Der Saatenstand im Kreise Hofgeismar.) Im Kreise Hofgeismar War der Saatenstand Anfang August bei Winterweizen im allgemeinen gut, vereinzelt gut mittel bis unter mittel, Sommerweizen gut mittel, Winterroggen gut mittel, Wintergerste gut mittel, stellenweise gering, vereinzelt aber auch gut, Sommergerste mehr gut als mittel, Hafer zumeist gut mittel, vereinzelt über gut. vereinzelt unter mittel, Erbsen mittel, Ackerbohnen im Durchschnitt gut mittel, Wicken gut mittel, Kartoffeln gut mittel, stellenweise darunter, Zuckerrüben und Futterrüben über mittel, Klee mehr gut als gut mittel, vereinzelt gering, Luzerne gut bis mittel, Bewäffe- rungswiesen im Durchschnitt mittel, stellenweise gut, vereinzelt gering, andere Wiesen mehr gut als mittel, vereinzelt gering.
* Reichensachfen, 20. August. (Sckulhaus- Neubau) Ein neues, sechsklassiges Schulgebäude wird hier errichtet. Nachdem jetzt die Arbeiten ausgeschrieben werden, dürfte in nächster Zeit mit dem Neubau begonnen werden.
* Eschwege, 20. August. (Der findige Apfeldieb.) Ein heiterer Vorfall spielte sich an einem der letzten Abende ab. Einem Feldhüter be- gegenete bei seinem Rundgang durch die Gemarkung ein hiesiger Einwohner, der durch seinen außergewöhnlichen Körperumfang das Interesse des Beamten erregte. Bei näherem Zusehen stellte sich heraus, daß diese Fülle aus Aepfeln bestand, die von einem Grundstück gestohlen waren. Der erfinderische Spitzbube hatte die Hosen unten zugebunden und über den Rock einen Gürtel gezogen, und in den so entstandenen Taschen etwa vierzig Pfund Aepfel aufgespeichert. Zu seinem Leidwesen mußte er diese dem Eigenttimer abliefern und dürfte noch obendrein ein Strafmandat zu gewärtigen haben.
* Wihenhausen, 20. August. (Beim Turnen verunglückt.) Gestern vormittag zog sich der siebzehnjährige Wilhelm Kühne aus dem be- nachbarten Unterrieden durch einen Sturz vom Turngerät einen schweren Armbruch zu, sodaß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte.
* Jesberg, 20. August. (Ein bedauerlicher Unglücksfall.) Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag beim Dreschen auf der elektrischen Maschine. Die Frau des auf der hiesigen Domäne dienenden Arbeiters R. griff im Glauben, daß die Maschine still stände, in das Walzwerk, um noch einige Körner herauszuholen. Dabei wurden ihr mehrere Finger abgeschnitteii. Der Arzt verband die Wunde und übergab die Bedauernswerte der Marburger Klinik.
* Ockershausen, Kreis Marburg, 20. August. (Vom eigenen Fuhrwerk überfahren.) Gestern morgen ereignete sich hier ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein hiesiger Landwirt wollte einen Erntewagen aus feinem Hose heraus schaffen, kam aber bei dieser Arbeit zu Fall, und der Wagen ging dem Mann über den Körper hinweg. Außer einem Beinbruch bat der Verunglückte auch innere Verletzungen davongetragen. Das Kranken-Automobil brachte ihn in die Klinik nach Marburg.
* Frankenberg, 20. August. (Vorsicht: Mutterkorn!) In verschiedenen Gemarkungen des Kreises Frankenberg tritt durch die nasse Witterung das sogenannte Mutterkorn auf, das bekanntlich für Menschen und Vieh sehr schädlich wirkt. Viele Unglückliche (Blödsinnige usw.) sind noch in einzelnen Gemeinden des Kreises vorhanden, die ihre Leiden aus den Genuß des Mutterkorns in den Jahren 1879 und 1880 zurückführen müssen. Auf dieses starke Gift wird daher nochmals besonders aufmerksam gemacht und vor dem Genüsse gewarnt. Auch den Mül
lern wird empfohlen, das zu mahlende Korn einer strengen Prüfung auf Mutterkorn zu unterziehen.
* Earlshafen, 20. August. (Die Kirchenbau- Frage.) Die vielumstrittene Kirchenbau-Frage ist immer noch nicht zur Zufriedenheit der hiesigen Einwohnerschaft gelöst. Erst am Sonntag fand wieder eine Versammlung in Bergheims Felsenkeller statt. Der Vorsitzende, Herr C. Wenck, eröffnete die Versammlung und gab die schon bekannten Gründe an, die die beiden Presbyterien für den Kirchenbau anführen. Diese Gründe seien aber nicht stichhaltig. Auch seien die vorhandenen Summen (ca. 22 000 Mark und 10 000 Mark), die von der Gosantt- synode bewilligt sind, nicht hoch genug, um eine zu dem Gesamtbilde unserer Stadt passende, würdige Kirche zu erbauen. In der anschließenden Debatte erklärte Major Ulrich, er sei gerade in Cassel gewesen und habe die Versammlung der Gesamtsynode besucht. In dieser Versammlung fei von dem hiesigen Pfarrer Noll der Vorschlag gemacht worden, die bewilligten 10 000 Mark sofort, ohne die Bedingung, daß innerhalb drei Jahren mit dem Bau begonnen werden müsse, herzugeben. Der Beschluß, eine Kirche zu bauen, sei erst später auf Anregung der Synode gefaßt worden. Das Treibende wäre hierbei die Orgelfrage gewesen. Das einzige, um den Kirchenbau noch hinauszuschieben, sei, ein Gesuch an die Gesamtsynode mit der Bitte, die bewilligten 10 000 Mark zu einem späteren Bau zu geben. Nach mehrstündiger Debatte wurde von dem Bürgerverein die Bedürfnisfrage abermals verneint. Der Vorstand wurde beauftragt, die geplanten Schritte vorzunehmen. Außerdem soll in nächster Zeit eine Versammlung aller Einwohner ftattfinben.
* Marburg, 20. August. (Gedenkfeier an die Schlacht bei Leipzig.) Die Stadt Marburg beabsichtigt, zum Jahrestag der Schlacht bei Leipzig am 18. Oktober mit den sämtlichen Marburger Vereinen ein Fest zu veranstalten.
* Herleshausen, 20. August. (Immer noch Bürgermeisterkrise.) Noch immer fehlt unserem Orte das Oberhaupt, obgleich die Gemeindevertretung die Wahl des Herrn Kröschell zum Bürgermeister bereits am fünften Juni vorgenommen hatte. Eine Bestätigung dieses Herrn ist jedoch bis heute noch nicht erfolgt. Jedenfalls läge es im Interesse unseres ausstrebenden Ortes, wenn der Gewählte die erwünschte Bestätigung erhielte.
* Schmalkalden, 20. August. (Ein Drama auf der Landstraße.) Gestern abend wurde der Schlosser Richard E. aus dem benachbarten Näherstille schwer verletzt in das hiesige Land- kronkenhaus ausgenommen. Er war mit einem Mädchen gegen zehn Uhr auf der Straße nach Mittelstille spazieren gegangen. Plötzlich sprang der zwanzig Jahre alte Scklosser Louis W. aus dem Straßengraben und feuerte, jedenfalls aus Eifersucht, auf E. fünf Revolverschüsse ab. E. stürzte darauf zusammen: er hat verschiedene Verletzungen, besonders schwere Verwundungen am Kops, davongetragen. W. ist geflüchtet und konnte noch nicht ergriffen werden. Man vermutet, daß er sich im Walde erfchoflen bat, zumal Leute in der Nacht einen Schuß gehört haben wollen.
Handel »il gnbufttie.
Die Börse und die Kriegsgefahr.
Berlin, 20. August.
Eine Aenderung in der an der Börse herrschenden GeschäftSstille ist auch gestern nicht eingetreten. Die Spekulation geht angesichts der noch immer ungeklärten Sage zwischen der Türkei und Bulgarien sowie des drohenden Konfliktes zwischen Mexiko und Nordamerika aus ihrer Zurückhaltung nicht heraus. Zudem lagen wieder wenig befriedigende Nachrichten aus bet Eisenindustrie vor. Die Kurse verzeichneten daher fast auf der ganzen Linie mäßige Einbußen Durch feste Haltung zeichneten sich jedoch russische Werte aus. Tägliches Geld viereinhalb, Privatdiskont fünf Prozent.
Die Berliner Getreidebörse.
Berlin. 20. August. Brotgetreide verkehrte gestern in schwächerer Haltung, da Berichte aus der Provinz über besseres Wettet Vorlagen und Liverpool vorgestern matte Tendenz aufwies. Hafer zeigte im Gegensatz zu Brotgetreide feste Haltung, da das Angebot knapp blieb. Mais und Rüböl lagen träge. Wetter: Aufklärend.
Die Aussichten des Handwerks.
Das Handwerk hatte im letzten wie im laufenden Jahre sehr unter den Schwierigkeiten der Kreditbeschaffung zu leiden. Jrn Kamps gegen die Großindustrie und die Groß- kausbäufer selbst darauf angewiesen, durch Ge
währung umfangreichen Kredits die Kunden an sich zu fesseln, hat es von Seiten deraLanken nicht die finanzielle Unterstützung erhallen, die es zu einer ruhigen Geschäftsentwicklung brauchte. Zum Teil wird dies auf die anhal- tende Geldknappheit zurückzuführen fein, die die Bankm veranlaßte, die Kreditgewährung einzuschränken. Tas Mißtrauen, das sich in schwierigen Geschäftslagen geltend macht, richtet sich ja meist zuerst gegen die kleinen Geldnehmer, und erst in zweiter Linie gegen die scheinbar zahlungskräftigeren Großunternehmer. War also das Handwerk im Konkurrenzkampf schon ohnehin ins Hintertreffen gerückt, so kam noch hinzu, daß die Lebensmittel, teuerung einen großen Teil dez kaufenden Publikums zur Bevorzugung der billigeren, fabrikmäßig hergestellten Waren veranlaßte. Das wirkte ebenfalls auf den Rückgang der Beschäftigung ilp-^Handwerk hin. Für den Herbst gestalten -'sich die Aussichten des Handwerks wesentlich besser. Insbesondere ist es der gute Ausfall der Ernte, der in der Provinz dem Handwerk reichlichere Aufträge sichert. Der Herbst und Winter ist für den Landwirt die
Zeit der größeren Anschaffungen.
Je besser die Ernte aussällt, um so mehr wird für Reparaturen, Ergänzung des Wirtschafts- und Haushaltsmatcrials ausgegeben. Von all dem hat das Handwerk, dessen Haupiwirkungs- kreis ja die kleineren und größeren Landstädte bilden, einen großen Nutzen. In den Großstädten ist die Lage des Handwerks nach wie vor recht ungünsttg. Das ziemlich gleichmäßige Tempo des Absatzes und die Größe des Ab- satzgebieles gestattet hier eher die Warenherstellung in größeren Mengen. Deshalb setzt sich hier die Tendenz zum Großbetrieb in den meisten Gewerben viel rascher durch als auf dem Lande, wo die Herstellung von Waren nach Bestellung immer noch eine ziemlich bedeutend: Rolle spielt. Freilich wird auch in den Großstädten der günstige Ausfall der Ernte nickt ohne Wirkung bleiben. Ter mit jedem guten Erntcresultat verbundene Rückgang der Lebe n s m i 11 e l p r e i s e erhöht die Kaufkraft der Konsumenten, insbesondere aber der unteren Volksschichten. Die Folge davon ist. daß auch hier die Nachsrage nach solchen Waren, deren Ankauf für den kleineren Mann erst in Zweiter Linine in Betracht kommt, steigt. Daraus zieht natürlich auch das Handwerk in den Großstädten Nutzen. Im großen und ganzen sind also die Herbstaussichten des Handwerks nicht allzu ungünstig. Es ist wmig- stens im Verhältnis zu der bisher wenig er« treulichen Lage dieser Gewerbegruppe ein Aufschwung zu erwarten. **
Der Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Am heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt wurden notiert: Schweine: 1. vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiloaramm Lebendgewicht, Lebendgewicht 63 bis 66 Mark, Schlachtgewicht 81 bis 84 Mark; 2. vollflessckige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht, Lebendgewicht 62 bis 64 Mark Schlachtgewicht 80 bis 82 Mark; 3. vollsleischige von 100 bis 150 Kilogramm Lebendgewicht, Lebendgkwickt 63 bis 66 Mark, Schlachtgewicht 81 bis 84 Mk. Aufgetricbm waren 1580 Schweine. Marktverlauf: Geschäft mittelmäßig, bleibt Ueber- stand.
«5 Der Frankfurter Fruchtmarkt. Weizen, hiesiger und kurhessischer 20.50 bis 20.75 Mark, Gerste. Wetterauer, Frauken, Pfälzer, Ried 16.50 bis 17.50 Mark. Roagen 16.7 bis 17 Mk , Hafer 16 bis 19.25 Mark, Raps 29 bis 30 Mark. Mais 14.50 bis 14.75 Mark, Kartoffeln en gros 4 bis 4 50 Mark, Kartoffeln en detail 5.50 bis 6 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.
Projekt einer Reichs-Anleihe? Zu den an der Berliner Börse umlaufenden Gerüchten, wonach eine neue Anleihe-Emission des Reiches borbereitet fein toll. wird von unterrichteter Seite mitgeteift: Diese Gerüchte sind offenbar darauf zurückzuführen, daß der Vizepräsident der Reichsbank in einer der letzten Sitzungen des Zentralausfckusses geäußert fiat, daß das Reick voraussichtlich die ihm zur Verfügung stefienden Kredite durch Deckung von kurzfristigen und unverzinslichen Schatzanwei- fungen in größerem Umfange in Anspruch nehmen wird. Mit den Mitteln rollen die schon jetzt für die Wehrvorlage bewilligten Ausgaben gedeckt werden. Die neuen Schatzanweifungen sollen dann aus den nach und nach eingehenden Erträgnissen der in Aussicht genommenen Wehr steuern zurückgezahlt werden.
Jni Interesse der Vermeidung von Verzögerungen bitten wir, Zusendungen an die Redaktion nicht unter der Adresse eines Re- daktenrs, sondern nur „An die Redaktion der Casseler Neuesten Nachrichten" aufzuliefern.
Berliner Kursbericht
Adlerwerke
18 8..
407.75
249.60
545.50
19 8
402.- 238 75
545-
Phönix Bergbau Rhein. Stahlwerke Rombacher Hütten
18. 8.
252 96
159 5T
154,90
19. 8.
253.—
159.50
154 40
8®/a Reichsanleihe Russen von 1902 Türken-Lose
18. 8.
7410
19. 8.
74.10
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New-York Ontario
18. 8.
19. 8.
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niigetn- tdeKtr.*u«»
Badische Anilin
157.75
157'25
and Western S^uth Westafrika
31 —
1 or
31.—
166
18. 8.
19. 8
Gr. Berlin. Str.-Bahn Gr, Casseler Str. - B.
8. 8
19. 8
Bochumer Gußstahl Braunschweig. Jute Brown Boven Casseler Federstahl
218.— 227.— LT).— 131 —
218.-
230-
149 If
131.2"
Ruaa. Allg. Eiek Gee. Schockerl Elektr Siemens & Halske Stahl & Nöike
158.25
159.75
>14.-
173.-
1’8.50 149 60 214- 175 10
Ungarische Kronen Aumeti Friede Bochumer Gußstahl Deutsch-Luxemb.
166 25
21760
(Anfangskurse).
18. 8
Westrand coito. Tendenz:
n.R9
— 59
Pflvatdiekont Italien kurz London viata
5.—
78.20
5.—
78.85
160.10
160.—
217.35
19. 8.
London kur* Paria viata
L8k 1 "l 1
20.43
81.—
Lombarden
Ball iznore and Ohio
Canada-Pacific
Pennsylvania
PrinzHeinrich-Bahn 4e/0 Moskau-Kasan
27 10
90 50
27.25
Chem. Buckau
Concordia Bergbau
Oonsolidation
314.—
337.75
335/10
Steaua Romana Stolberger ZinkhütL Thale Elsenh. St.-Pr.
156.80 i'.28 30 224 60
157.25
128.40
220 50
Bergwerk Laurahütte Oberschi. Eisenbahn
143.85
164 75
143 60
164.60
2Vs»/n Konsola
4°/n D ReicbsanL
Atcbsoni Topeka and Santa-Fd
Baltimore and OhlO Canadian Paotfic
74-
74 —
73.8<
74.-
Schweiz kure Wien kurz l°l, Beichaanleihe
80.80
84.45
97.70
81,—- 80.80 84.45 97 70
218 40 114- 160 40
218.25
116*10
Daimler Motoren Dtsch-Luxb. Bergw. Dtsch. Gebers Elek. Deutsche Kaliwerke Dtsch- Lin. u Wachs
327 50 144.— 1'63.60 125.75 128.—
329.-
144.20
164.2-
125 25
127.50
331.-
323.50
Thörl Oelfabrik
Vogtland Maschinen Vorwohl er Zement
216.10
218.25
394.25
22.1.—
95.50
192.—
Bed
Oberschi. Eisenind Orenstein & Koppel Phönix Bergbau Rhein Stahlwerke
92 25
75 50
174.10
75.50
174.25
25275
98 75
99.25
225.10
99-
99.50
225.—
mnnnienaonß
Schlusskurse).
&*/••/• Reichaanl ei he
3*/o Reichsanleihe
h4.20
74.?5
97 80
84 20
74 10
97.80
4Wladikawkas
Wenderolh
252.—
Denver 8c Rio Grande
29 35
21.^4.'
18. 8.
19. 8.
1912
Argo Dampfschiff-?. Hamburger Paketf. Hansa Dpfschiffahrt Norddeutsch. Lloyd
Wittener Gußstahl
158 —
159.50
29.9C
*a/o Preuß. Coneols
8 V«0/« Preuß. Consols ß °/e Preuß. Consols *e/0 Argentinier
122/75
120 28
Deutsch .Spiegelglas Donners marckhütte
331.— 324 50
Otavi-Minen South-West-Afrika
Nachbürsenkurse.
107 70
112.75
107.25
112.25
Rombacher Hatten
Gelsenkirchener
154.90
154.75
Missouri Kansas *
.3.75
24
Weizen, Tendenz , Sept. Okt.
fest
203 25
matt 202.25
84.30
74.20
84.20
74.20
82.20
138.60
293 50
116 60
159.—
114.10
138.80
292.75
116 7')
Dynamit-Trust
168.—
169 50
8. 8.
9. 8.
Bergwerk
181.75
181.90
Southern
Southern Pacific
;25.60
26 .V
203 50
—.—
Eisenwerke Kraft Elberfelder Farben Eschweüer Bergw. Geisenkirch.Bergw. Ges. f.eiektr.linlern.
185 50 537.50 212.80 182.50
186.51
Harpener Bergbau
186 60
187.25
r8,~
9450
„ Dez.
203.75
203.25 matt.
165.25
*»/»•/• Chines, v. 189S ^/o Griech. Monopol
90.80
50.10
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Berlin. Handelsges. Darmstädter Bank
158.05
114 —
2,3.16
1817u
Oesterr. Credit Berlin. Handelsges. Darmstädter Bank Deutsche Bank
158*- 11410 *44.10
114.10
243 90
Gr. Berliner Straßen- Bahn
Hamburger Paketfahrt
—
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Union Pacific United States Sied
158 35
Roggen, Tendenz:
• Sept]
165.75
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91.40
91.40
Deutsche Bank Diskonto Comniand. Dresdner Bank Mitteid. Privatbank National-Bank Oesterr Credit Anal Petersburger intern»
Handelsbank
244.75
243 25
151 SO
151.70
130.-
183 50
Corp.
Amalgamated Copp, Anaconda Copper Rio Tinto East Rand
75 50
76 50
7 60
77 10
2.45
1.05
—.55
2 20
167 50
167.26
91.10
—— ——
182 80
182 30
Harpen er Bergbau Hartmann Masch.
187.25
187.—
OiskontoComma nd. Dresdner Bank
182.50
18225
Hansa Dampfschifffahrt
7.60
76.90
Hafer, Tendenz , Se-pt, , Dez.
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le/e Rumänen 1891
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86.70
148.90
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165.25
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Hasper Eisen
Höchster Farbwerke
167.75
611.50
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National-Bank
Schaaffh. Bankv.
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Norddeutsch. Lloyd
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116.50
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90.-
86.40
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202.10
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Hohenlohewerke König Wilhelm Laurahütle
1.1.1 3
148.10
252.-
164.90
325.—
Petersburger Intern. Handelsbank
202.50
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Allgem. Elektr. «Ges.
Deutsche Ueber- seeische Elektr.
239.90
A- Goerx & Co. Goldfields
—.55 W
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Türken-Lose
Buss. Bank für aus*
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Herkules Cassei Schöfferb. Brauerei
151.60
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Ludwig Loewe L Co* Neue Boden-Ges.
Oberschi. Eisnb.Bed. Oren stein & Koppe! ß^ersbUMer Elekta
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Siemens Sc Halske
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Randmines
6 —
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Rüböl, Tende ni:
fester
still
Lübeck—Büchen
17450
92 —
174.50
Lombarden
Baltimore and Ohio
Canada Paotie
27.25
99.3S
27.10
99.35
Gesellscb. f. elektr. ünteme||j^t|ngen
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