Einzelbild herunterladen
 

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 8. August 1913

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 206

Wer irrte nun...?

Die Stadt Gaffel und die AE.-G.: Alle Sach­

verständige raten von einer geschäftlichen Verbindung zwischen Stadt undA.«.-G. ab!

Die nunmehr beim Magistrat der

r

Wfe

E

senbahnlinie Saloniki-Serres. Cawalla ver­bleibt den Griechen. Die serbische Grenze

ben und Bulgaren und Griechen. Man ist in allen Punkten zu einem vollständi-

e t

g

T IX

e r i r t

it h r

nina entlang. Strumitza verbleibt den Bulga­ren. In das Protokoll wurde das serbisch-bul­garische Einverständnis als vollzogene Tatsache eingetragen.

Die Balkanier und die Machte.

(Privat-Telegram m.) Bukarest, 7. August.

In der gestrigen Friedensabschluß-Sitzung

Die Saffeler Neuester, Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal uxti> **

LbonnementSprei» beträgt monatlich 50 Pfg. bei freier Zustellung in* »«ftelhmam werden jeder,ett von der S-schästSst-ll- oder den Boten entgegenaenommen^ Druckerei. B-rlag und Redaktion: Schlachthosgrabe 28/30. Sprechflimhen der Redaktion nm von 7 btS S Uhr abendL Sprechstunden der Auskunft. Stell«: Jeden Mittwoch und Freitag dm 6W 8 Uhr abend« Berliner Vertretung: SW, striedrichstr. 16, Telephon: Amt Morttzplatz 12584.

folgt der Wasserscheide zwischen Strama und Wardar, den Bergen Swogro und Mala Pla­

gen Uebereinkommen gelangt. Die griechische Grenze geht von Mesta nach der Ei-

JnserttonSpreise: Die sechSgespaltene Zeile Mr einheimisch« »elchäft« » Pkg-, Artige Inserate 25 Pf, Reklamezell« für einheimisch« »°lchäft« « Bst.!35"?®^rttb8e Geschäft« 60 Pf. Einfache Beilagen für die Oefamtauflage werden mtt 5 Mark pro raufen» de- rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der R-stden, und der Umgebung M M' Wfeler Neuesten Nachrichten -in vorzüglicher JnserttonS-rgan. EeschäftS-telle: Kölnisch Straße 5 Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt MonSvlah 12584.

Wenn es (für die Hartnäckigkeit grundsätz­lichen Zweifels) noch eines Beweises bedurft hat, um die Unnatürlichkeit der Jnteressen- Paarung zwischen Stadt und A. E. G.-Konzern der Erkenntnis unverrückbar einzuprägen, so darf auch diese letzte Konzession an die im Kampf für die A. E. G. Beharrenden nun als erfüllt gelten: Die von den städtischen Körper­schaften eingeholten Gutachten dreier hervorra­gender Fachmänner auf elektrotechnischem Ge­biet kommen übereinstimmend zu dem Schluß, daßvon einer geschäftlichen Verbindung der Stadt Cassel mit der Allgemeinen Elettrizitäts- Gesellschaft in Form einer Betriebsgemein­schaft dringend abgeraten" werden müsse, daein Abkommen der geplanten Art für die Stadt Cassel Höch st nachteilig sei." Die drei Gutachten sind das Ergebnis einer vorurteilsfreien und unbefangnen Prüfung des gesamten Akten- und Berechnung-Materials, das in der Elektrizitätswerk-Frage den Ver­handlungen der städtischen Körperschaften als Grundlage gedient hat und das den Sachver­ständigen zur Verfügung gestellt wurde, um eine eingehende Prüfung des Projekts sowohl in wirtschaftlicher als auch technisch-organisatorischer Hinsicht zu ermöglichen. Daß diese Prüfung zu einer Ablehnung der lockenden Paarungs- Idee der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft gelangen werde, war nach allem, das über die Einzelheiten des seltsamenFinanzierungs­

drei Sachverständigen, die jetzt der Stadt Cassel zu ernsten Warnern geworden, nicht eingeholt, b e v o r der Magistrat mit jener Vorlage an die Stadtverordnelen-Versammlung herantrat, die nach dem Urteil sachkundiger Autoritäten eine kommunal-wirtschaftliche Irrung darstellt; war­um wurde Monate hindurch öffentlich und hin­ter verschlossnen Türen über ein Projeft ver­handelt, dessen Tragweite von sachverständigem Auge noch gar nicht abgeschätzt war und dessen Konsequenzen von der Erkenntnis der Beteilig­ten offenbar zu gering gewertet wurden? War­um...? Es handelte sich um eine Frage von größter wirtschaftlicher Bedeutung, um eine Ak­tion, deren materieller Effett sich in sechsstelli­gen Ziffern präsentiert: Ein solcher Plan durfte gar nicht erst zur Diskussion gestellt werden, be­vor seine grundsätzliche, kommunalpolitische und wirtschaftliche Berechtigung durch das Zeugnis sachverständiger Kritik einwandfrei erwiesen! Man hat den umgekehrten Weg gewählt, an dessen Ende nun der Väter des Gedankens die Enttäuschung wartet. Weckt die Enttäu­schung dort, wo's nottut, Selb st erkennt, nis, dann kann sie für Cassel (vielleicht) noch einmal nützlich werden . . .1 F. H.

Bukarest, 7. August.

Die Formulierung des Friedensver­trages erfolgte gestern nach langen Beratungen, die während des ganzen Nachmittags andauerten. Eine große Menschenmenge wartete auf der Strafte auf die Entscheidung: Frieden oder Krieg ?

Bukarest, 7. August.

Die bulgarischen Delegierten haben alle Forderungen angenommen, da sonst eine Einigung nicht zustandege- gekommen wäre. Die Bulgaren sind tief niedergeschlagen, und einervon ihnen erklärte:Ein schweres U n g l ü ck für uns!"

Rumäniens Dazwischentreten hat die Grie­chen und Serben zur N a ch g i e b r g k e t t ver­anlaßt und Bulgarien einen erheblichen Teil einer anfänglichen Ansprüche auf die turkijche Beute gesichert. Der ersehnte Hasen Cawalla wird allerdings den Griechen verbleiben, dafür ] aber bekommt Bulgarien Strumitza und einen groben Teil der von Serbien verlangten Ge­biete Ob indessen das Ergebnis dieses zwar nur kurzen, aber überaus blutigen zweiten Bal- kankrieges die gebrachten Opfer lofint? Bulgarien hätte vor dem Kriege durch Ver­handlungen mehr erreichen können, als ihm jetzt nach unsäglichen Opfern und schweren.De­mütigungen seines nationalen stolzes zufallt, und wäre.außerdem nickt vor die Notwendig­keit gestellt, sick mit der Türkei wegen des Be­sitzes von Adrianopel in neue, vielleicht blu­tige Auseinandersetzungen einlassen zu müssen. Dieser neue Krieg war das Werk einer kurzsichtigen, starrköpfigen Diplomatie, die den beteiligten Völkern schwere Opfer auf­erlegt und das eben erst errungene Anseben ihrer Staaten in Europa untergraben bat. Ob der gestern geschlossene Friede, am Balkan ein Werk von Dauer sein, ob er die Leidenichaften zähmen und die Macktpolftik de: balkanischen Zaunkönige zügeln wird: Wer weiß es ...?

Projekts" vor und hinter den Kulissen bekannt geworden, voraussehen: Die Sachverständi- gen-Gutachten rechtfettigen in jedem Satz, in jedem Wort die scharfe Opposition, die in Bürgerschaft und Presse sich gegen die Auslie­ferung des Elektrizitätswerks an das Groß­kapital gestemmt, und all die durchsichtig­schwächlichen Argumente, die von den Verteidi­gern der neuartigen Idee, werbende Kom- munal-Betriebe durch die Millionen der Groß­industriebefruchten" zu lassen (um dann hin­terher auf die Früchte der Entwicklung resig­niert zu verzichten), ins Treffen geführt wur­den, splittern an der Tatsache, daß unabhängi- zes Sachverständigen-Urteil diese Idee eine verhängnisvolle Irrung, eine Gefahr für Cassel nennt!

Bevor die Akten über dies seltsame Stück­chen allermodernster Casseler Kommunal-Poli- tik endgültig geschlossen werden, hat das Stadtparlament noch ein letztes Wott zu sagen: Der Beschluß über das Schicksal der Magistrats-Vorlage, die den Namen des Ober­bürgermeisters Dr. Scholz trägt, steht noch aus. Wie dieser Beschluß ausfallen wird, kann heut allerdings nicht mehr zweifelhaft sein, denn nachdem nicht nur die bürgerschaftliche Oeffent- fichkeit, sondern auch das Urteil selbstgewählter Sachverständigen den städtischen Körperschaften die Gefahren des geplanten Schritts ins Dunkle deutlich erkennbar gemacht, kann's (als eine Art versöhnenden Abschlusses) nur eine Entschei- dung geben: In den Orkus mit der locken­den Versuchung! Die Frage, die mondelang die Genutter erregt, hüben und drüben leiden­schaftlichen Kampf entfacht und mehr Unruhe geweckt hat, als entschuldbar und erträglich war, wird damit aus dem Bereich der Debatte ausscheiden, der papierne Erdenrest einer kom­munalpolitischen Irrung in irgend einem Ak­tenbündel verschwinden, und der Gedanke, ge­gen Preisgabe wichtiger Rechte magere Au­genblicks * Vorteile einzutauschen, hoffentlich für immer aus dem Ideenreich der Casseler Rathaus-Sphäre entschwinden. Geschieht's, dann hat der Kampf wider die Millionen der A. E. G. einen Sieg des kommunalen Unab-

etabt Gaffel eingegangenen Gut­achten der drei Sachverständigen, die mit der Prüfung der Elettrizi- tätswerkfrage betraut worden waren, sprechen sich übereinstimmend gegen jede geschäftliche Verbindung der Stadt Gaffel mit der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft aus, da das geplant gewesene Abkommen einer ^Betriebsgemeinschaft" zwischen

Bulgariens Thronfolger schwer krank!

Sofia, 7. August. (Privat - Tele­gramm.) Der älteste Sohn König Ferdi­nands, Kronprinz Boris, ist plötzlich schwer nervenleidend geworden. Er hatte (so heißt es) schon früher schwere neura­sthenische Anfälle; jetzt soll aber die Krankheit zum vollen Ausbruch gekommen sein. Komg Ferdinand hat beschlossen, den Prinzen in die HoheTatrazu schicken, wo er in einem ab­gelegenen Orte für ihn und seine Begleitung ein Haus zur Kur gemietet bat.

Saat zu neuem Kriege?

(Privat-Telegram m.)

London, 7. August.

Der Bukarester Korrespondent des Daily Telegraph devesckiert seinem Blatte, daß der gesttige Friedenssckluß die G e f a h r am Bal­kan eher vergrößert als beseitigt habe. Bulgarien werde gegen die Friedensbedingun- gen Protest erheben, und die Mächte bitten, den Vertrag von Bukarest zu seinen Guntten zu ändern. Der Text dieses Protests war bei Absendung des Telegramms noch nicht sestge- fetzt. Es wird jedoch wahrscheinlich gesagt werden, daß Bulgarien den Vertrag unterschrie­ben habe, weil die Mächte den Friedcns- schlnß wünschten nnd Bulgarien noch hofie, daß die Großmächte für die von ihm gezeigte Friedensliebe Bulgarien Schlitz angedeihen lassen würden. Ohne Zweifel wolle Bulgarien sich den Rücken decken. Zum Schlnß sagt der Korrespondent, daß das heute unterschriebene Friedensprotokoll die Saat zu einem neuen Balkankrieg sei.

Ein Riß im Zweibund!

(Privat-Telegram m.)

Paris, 7. August.

Rußland hat (nach Meldnngen ans Peters­burg) gestern Schritte unternommen, nm den Bulgaren Cawalla zu verschaffen. Frankreich soll eine dahingehende russische Anregnng ab gelehnt haben. Frankreich hat am dreißigsten Juli Griechenland seine Un­terstützung in der Frage von Cawalla verspro­chen und wird bei dieser Entscheidung bleiben. Die französische Regiernng wird deshalb sich einer Revision des Bnkarefter Vertrages w t - versetzen. Der frühere bulgarische Premier­minister Geschow reiste gestern abend von Petersburg nach Paris ab, nachdem er im Lau- fe des Tages eine längere Konferenz mit dem Minister des Aeußern. Ssasanow, gehabt hatte. I Heute ist die Stimmung der hiesigen offiziellen Kreise vorwiegend optimistisch und man hofft, daß es gelingen wird, eine Einmischung | der europäischen Großmächte in die Bedingun­gen des Bukarester Friedensschlusses zu verhü­ten, da dadurch neue unabsehbare Gefahren herausbeschworen werden würden.

Endlich: Auf dem Balkan herrscht F r i e.- den! Die Voraussage, daß der sechste August den Friedensabschluß bringen werde, hat sich erfüllt, und den mondelangen Völkerkampf endet nun das Protokoll von Bukarest, das heute vormittag von den Friedensdelegierten unterzeichnet worden ist. Es war ein schwie­riges Stück Arbeit, dieser Friedensschluß, und man darf Rumänien die Anerkennung nicht ver­sagen, daß es sich in hohem Grade um Europa verdient gemacht hat. Europa hat in diesem ganzen langen Balkanftreit ver­sagt, aber Rumänien hat gezeigt, was ein fester Wille vermag. Rumänien hat den Streu unter den früheren Balkanverbündeten benutzt, die Vorteile für sich zu ziehen, die es für seine Zukunftsstellung auf dem Balkan für unerläß­lich hielt. Rumänien hat damit bis zu einem gewissen Grade die kriegerischen Aktionen Ser- _ ...

picns und Griechenlands gegen Bulgarien un- der Friedens-Konferenz ist bestimmt worden, terstützt, aber es hat dann auck die Klugheit daß etwaige Vorbehalte von feiten der und den Mut besessen, den Serben und Grie- Bulgaren nicht direkt in den Friedensvertrag chcn ein Halt zuzurufen, als die Gefahr einer citn.ettaQCn werden, sondern in einen Anhang Erdrosselung Bulgariens "aheKcktt Diefi I Beitrages. Man hat sich auch sehr eifrig ft ^affache^ibt dem gestrigen Fttedensschlutz bemüht, eine Revision des Vertrages durch etwas Versöhnendes, Mildes.Ueber den Ab- die Mächte zu vermeiden. Die drohende Revi- lchluß des Friedens erhalten wir folgende fion verstimmte die Griechen und Serben und Draht-Meldungen: auch die rumänffche Ovvosition ist wegen der

Bukarest, 7. Augmt. RevisionSansprücke der Mäckte verstimmt. In et-, «,c6 Friedens erfolgte der Konferenz selbst wurde nichts über ein Ein-

*"»«-*= -***T m" «:"* tag um elf Ahr wurde dann der Friedens- durch einen gemäßigten Frieden «ne Revision verttag unterzeichnet. Zugleich wurde zu vermeiden, oder Re wen,astens auf die Frage die Demobilisierung aller Armeen von Cawalla zu beschränken, sodaß eine Gefähr­der Kriegführenden beschlossen. , düng der in Bukarest getroffenen Vereinbarun-

1 gen verhütet werden könne.

Stadt und A. E.-G. für die Stadt Gaffel höchst nachteilig fei« würde.

IerMnda! von Paris.

Ritter der Ehrenlegion und Millionen» schwindler; vierzig Millionen Francs ver» lore«; Lieferant des Kriegsministeriums.

(Draht-Meldungen.)

Paris, 7. August.

Friede am Balkan!

Amtliche rumänische Meldung: Der Friede ist gestern zwischen Bulgarien einer» Atts und Serbien, Griechenland und Montenegro andererseits mündlich auf der Grund- laae abgeschlossen worden, daft Strumitza an Bulgarien nnd Gawalla an Griechen­land fallen? Der Friedensverttag wurde h-«te Vormittag um elf Uhr unterzeichnet.

Hängigkeits-Gedankens erbracht, der in einer Zeit des Uebergangs, wie sie Cassel auf kom­munal-politischem und kommunal-wirtschaftli­chem Gebiet eben durchlebt, doppelt hoch einzu­schätzen ist. Nur eine Schlußbemerkung ist noch erforderlich: Warum wurden die Gutachten der

Die Affäre Deperdussin (über die wir bereits gestern berickttten) hält ganz Paris in atembeklemmender Aufregung. Die Unruhe ist umso größer, als der Fall noch nicht völlig auf­geklärt ist und stündlich neue skandalöse Enthüllungen zu erwarten sind. Der verhaftete Flugzeugfabrikant Deper­dussin war in Paris eine infolge ihrer Eigentümlichkeiten ganz bekannte Erscheinung. Er beschäftigte sich eigentlich mit allem, womit man sick überhaupt nur beschäftigen tarnt. Um feine selbst komponierten langsamen Wal­zer volkstümlich zu machen, gründete er ein Volksmusikhaus. Beim Theater Bous- ses Paristen war er Aufsichtsrat; außerdem be­teiligte er sich finanziell an mehreren industri­ellen Wochenschriften. Eine Reihe anderer Un­ternehmen, darunter mehrere Krankenhäuser, leitete er persönlich; in jüngster Zeit hatte er noch verschiedene Fabriken für Konstruktion von Sckiffen und Booten in Jurist, und Perrenx angekauft. Deperdussin war also außerordent­lich vielseitig. In der Aviatik ist er erst in der letzten Zeit bekannter getoorben; er gründete zahlreiche Flugplätze und Flugzeugfabriken. Im vorigen Jahre wurde er zum Ritterder Ehrenlegion ernannt, nnd noch vor acht Tagen empfing ihn Präsident P o i n - carce offiziell im Elysöe. Den ae;ckadlgten Banken war der Schwindel längst bekannt. Deperdussin erklärte ihnen:Wenn ihr klagt, verliert ihr alles. Wenn ihr still seid, arbeite ich mich heraus!" Deperdussin führte durchaus das Leben eines Grandseigneurs. In der Pro­vinz hatte er mehrere Schlösser, die er seinen zablreicken Geliebten zur Verfügung stellte. Seiner jungen Frau schenkte er noch im letzten

Trotz Friedensschlutz: Kriegsgefahr?

Wien, 7. August. (Privattelegramm.) An hiesiger unterrichteter Stelle herrscht die Ansicht vor, die Friedensbedingungen seien derart, daß die Großmächte unmöglich auf ihr Prü fung s recht verzichten könnten, sie würden sogar den Vertrag ändern müssen Mau steht hier auf dem Standpuntt, die Auf­teilung des bulgarischen Mazedoniens zwischen Serbien und Griechenland gefährde den dauernden Frieden.

Der Friede von Bukarest.

(Privat-Telegram m.)

Bukarest, 7. August.

Die gestttge Sitzung der Friedens- Konferenz, die den Abschluß des Friedens brachte, hat von drei Uhr nachmittags bis acht Uhr abends gedauert, und zwar mit besonderen Zusammenkünften zwischen Bulgaren und Ser-

CMerNemste Nachrichten

Hessische Abendzeitung __________

Jahre

zwei Prachtschlöffer

sowie einen kostbaren Schmuck, dessen Wert auf zwei Millionen Francs gesckötzt wird Trotz alledem aber kann man nickt begreifen, das Deperdussin in kurzer Zeit vierzig Millionen Francs verbrauchen konnte. Bei seiner Ver­nehmung erklärte er, daß er seine Flugzeugm- btifen zu Musterbetrieben gemacht habe, und daß er seinen Fabriken ebenso gut geleitete Fliegerschulen angegliedett habe. In einem der letzten Monate hat sich Deperdussin drei Au- tomobile für seinen Privatgebrouch gekauft Wie verschwenderisch er wirtschaftete, beweist die Tatsache, daß er ein luxuriös ausgestattetes Flieger-Krankenhaus einricktete. Im Zentrum von Paris kaufte er ein Haus, stat­tete es mit den notwendigen Einrichtungen aus und engagierte zwei Aerzte. Einer der ersten Patienten in Deperdussins Fliegerkranken- haus war Vidrines. Zu der Affäre liegt ferner die bemerkenswerte Enthüllung vor, daß Deper- dussin sein Unternehmen mit dem ihm von dem früheren Liquidator der in Staatsverwaltung übergegangenen geistlichen Güter, dem knr^ich nach Cayenne deportierten D u e z, nbermittel- ten Selbe gegründet hat. In dem Augenblick, als Duez sich verloren sah, hatte er dem rbm be­freundeten Deperdussin zuerst eine Million, dann eine zweite von den beifeiteWanten Summen in dem Glauben übermittelt daß der von ihm für einGeschäftsgenie" gehaltene De­perdussin diese Summen verzehnfachen und überdies seinen Einfluß in Pariser amtlichen Kreisen dahin aufwenden wurde, um ~ue$ vor der Zeit zu befreien. Von dem großen KraLwird auch

der französische Aero-Glnb

in Mttl-idenschaft gezogen, Bekanntlich ge­wann Frankreich im letzten in Chicago bet« anstatteten Rennen den Flugpokal Gordoit-