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Nr. 200.

Dritter Jahrgang.

EMrReukstt Nachrichten

2. Beilage.

Freitag, 1. August 1913.

Warum

die diese

chrcrbic-

(cin, schnell zur Schwester.

Zum Schulbeginn

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für Kinder

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5.

August

Starke Wichsleder- Knopf- und Schnürstiefel

weint es?"

Eine Hobe Männergcstalt war cs, Worte an Ida richtete.

Turnscffiihe (vorschriftsmäßig)

.. in allen Größen

Aus den GerichtssKlen.

Das Spiel mit Millionen.

Im Sensarionsprozeß C b m, ber nun schon nabe an drei Monate die Dortmunder Straf­kammer beschäftigt, wurde dieser Tage die Be­weisaufnahme in Sachen der Lünener Bank zu Ende geführt. Fritz Müller- Zürich, der ehe malige Dortmunder Handelsschuldirektor und jetzige Schriftsteller, hatte auf seine Ladung als Zeuge hin ein ärztliches Attest geschickt, nach dem er krank sei und nicht kommen könne. Rach der an Gerichtssiellc verlesenen Aussage des Zew gen lernte Müller den Angeklagten Ohm ken­nen, als er ihm englischen Unterricht erteilte. Lhm überredete ibn, zu spekulieren und ein Konto zu übernehmen.

Müller tat dos, obwohl er damals nichts besä fe. Als man später teilt Konto auch mit 50(1000 Mark Aktien der Bochumer Mciattwa- rcnfabrik belastete, wurde er zwar unter Hin­weis auf seine Vermögenslosigkeit vorstellig doch beruhigte er sich, da man ihm sagte, es handle sich lediglich um eine Formalität, er werde ans dem Konto nicht in Anspruch ge­nommen. Recht interessante Feststellungen wur- den bei Erörterung der nächsten zur Anklage stebeitden Gründung gemacht. Kurz vor dem Zusammenbruche kaufte die Niederdeutsche Ban' eine in schlechtem Zustande befindliche Brauerei für bare 300 000 Mark Man liefe Taxen an- fertigen, die auf mehr als 1000 000 Mark laute­ten, gründete ein neues Unternehmen, die Ale­manniabrauerei A.-G., und die Bank brachte in dieses die erworbene Brauerei zum tarierten Werte ein. Auf diese Weise „verdiente" sie btc Kleinigkeit von etwa 000000 Mark. Obm be anspruchte eine Provision von 100000 Mark und der Angeklagte Hartwig, der die Gründttngsvervandluitaen geleitet hatte, sollte 12 500 Mark Honorar erhalten. Merkwürdiger­weise wurden diese Beträge jedoch nicht ohne weiteres von der Niederdeutschen Bank angc wiesen, sondern man stellte zwei Zessionen aus, die der Direktor der Lünener Bank

nach einem solennen Mahl unterschrieb, als er nach eigener Aussage schon nicht mehr bei ganz klarem Perstande war. Hartwig hob schleunigst das Geld ab, während cs Ohm aus irgend welchen Gründen unterliefe. Ohm hatte den Betrag für seine Kinder beansprucht und die Anklage erblickt hierin den Tatbestand der Untreue. Es kam bei dieser Gc-

Die Entwöhnung der Kinder im Sommer ist schwieriger als in anderer Jahreszett, weil durch bett Uebergang zur Kuhmilch bann unter Einwirkung ber Hitze sehr oft Magen- und Darmstörungen verursacht werben. Man gibt die Kuhmilch deshalb am besten zuerst mit et« ner dünnen Suppe von „Kufeke" vermischt, wodurch sie leichter verdaulich gemacht und ihr Nährwert erhöht wird. Durch die Ernährung mit „Stufetc" erzielt man eine geregelte Ver- battung, bett besten Schutz gegen bie sogenann­ten Sommererkrankungen.

für Erwachsene

Ich ... ich ..."

Tränen erstickten ihre Stimme. Ehe der Diener etwas saaen konnte, kragte eine Wohl« lautende, gütig klingende Stimme:

„Was hat das kleine Fräulein?

„Erzellenz." enigcanete der Diener tig. „deut Fräulein ihre Schwester liegt ohn­mächtig auf der Strafee und ..."

„Schnell. Friedrich, sagen Sie das der Frau Rat: sie soll sich darauf einrickten, einen Patien­ten ins Haus zu bekommen."

• Der Diener eilte, den Befehl zu erfüllen.

„Und nun kommen Sie. mein kleines Frau­

dem Interesse des Grafen für sie gehört hatte. Und Regina war ehrgeizig. Wer weife, ob sie da nicht törichte Hoffnungen hegen würde, die nie zu erfüllen waren.

Zweites Kapitel.

Juni war's und die Rosen standen in vol­ler Blüte.

An einem schönen, warmen Nachmittage machte Maria Regina mit ihrer kleinen Schwester Ida einen Krankenbesuch. Ihr Vater hielt sie dazu an und sie tat es auch sehr gern, überall willkommen, wo sie mit einem sonnigen, warmen Lächeln eintrat, das so ganz ihre Hcr- zensgüte wiederspiegelte. Zuweilen nahm sie die Schwester mit, wie heute. Da es so schön war, machten sie einen Umweg und kamen da­bei nach der Wallftrafee, einer vornehmen, fül­len Strafee, die größtenteils von der reichen Welt von Z. bewohnt wurde. Unter munterem Geplauder verging ihnen die Zeit.

„Du. Reni, sich die Villa vorn alten Roden­berg," sagte Ida, „darin rnufe es sich schön woh­nend Weifet Du, er könnte »ns eigentlich adop­tieren; denn zum Heiraten ist er doch zu alt! Schwiegersöhne würde er gleich kriegen."

Tie jungen Mädchen blieben einen Augen­blick stehen/ die Villa, die von herrlichen Park­anlagen umgeben war, sich näher zu betrachten. Da tönte ein klägliches Miauen an ihr Ohr. Regina wandte sich um und sah ein kleines Kätzchen auf dem Fahrwege entlang hinken. Gleich sprang sie hinzu, das Tierchen zu strei­cheln. das auch ganz ruhig stehen blieb.

„Die Katze gehört gewiß in eins der Häu­ser," meinte das junge Mädchen „sie sieht so sauber und woblgepflcgt aus ...!"

„Reni, um Goitcswillen! Sieh Ti<b vor, schnell, komm!" rief da Ida mit angsterfüllter Stimme.

Die Angeredcte hob ben Kopf.

„Was ist?" fragte sie.

Aber ehe sic recht wußte, was war. fühlte sie schon einen heftigen Stofe, siel um und schlug mit dem Kopse auf die scharfe Kante des Trottoirs. Der Uebeltäter. ein Radfahrer, war ungeschickt ausgebogen und hatte den Un- sall beranlafet Mit scheuen Augen sah er sich um und machte sich aus dem Staube, während Ida angstvoll nm die Schwester bemüht war, die bleich und mit geschlossenen Auacn dalag. Aus einer Wunde am Hmterkopfe sickerte das Blut hervor. Ratkos blickte das Kind um sich, sah aber niemand, der ihr hätte behilflich sein können. Vergeblich hatte sich Iba bemüht, die Schwester cmvor zu heben ... da lies sie kurz entschlossen die paar Schritte bis zu dem schmiedeeiserncn Torweg der vorhin bewunder­ten Villa und begehrte Einlaß. Ein schon ält­licher Mann in Livree öffnete und fragte nach ihrem Begehren. Hastig entgegnete sie:

„£, meine Schwester ist von einem Rad­fahrer umgeworfen und liegt draußen ohnmäch­tig. Könnten Sie mir etwas behilflich sein?

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meine garantiert reine Kernseife.

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wegen gänzlicher Geschäfts-Aufgabe.

Als et in ber Ohnmächtigen Regina er­kannte, blittte es seltsam in seinem Auge auf. Iba kniete neben ihr nieder und streichelte angstvoll das blasse Gesicht.

„Sie wird doch nicht sterben?" klagte sie.

„91 ein, nein! Rur Mut, mein Kind."

Er nahm das still beiliegende Mädchen auf seine Arme und trug sie, von Ida gefolgt, sei­nem Hanse zu. Friedrich kam, ihm behilsttch zu sein, er aber wehrte ab. Gar seltsame Ge­danken bewegten ihn, als er auf das füße, bleiche Gesicht sab, und unwillkürlich preßte er die holde Last fest an sich. Sein Antlitz war sehr rot, und er schien sehr erregt, wie er sie auf den Divan im Zimmer ber Rätin nie­derlegte.

„So, hier ist die Patientin. Sollten Sie nicht allein fertig werden, laste ich den Sani­tätsrat kommen."

„Das wird nicht nötig sein, Exzellenz," meinte die Dame, „ich will vor allem bas Haar lockern."

(Fortsetzung folgt)

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1. 2. 4.

August August August

legenheit zur Sprache, baß ber Angeklagte Hartwig gelegentlich einmal ben Kurdern Ohms 100000 M ark zu Weihnachten schenk- t e unb baß ferner Ohm für ferne darnms elz- jährige Tochter Paula ein Perlen hals« band für 20000 Mark kaufte. Dieser Kauf ging aber nicht auf seinen Namen, son­dern auf den des Mädchens Der Vorsitzende bezeichnete alle diese Vorgänge als außerordent­lich seltsam, doch fand Ohm für jeden Fall eme Erklärung. Hartwig habe durch rhn viele Hun- derttausende verdient unb es sei durchaus zu verstehen, daß er (Hartwigs sich aur rrgenb eine andere Weife revanchieren wollte. Ohm bestrrtt entschieden, sich Geld auf die Seile geschafft zu haben: Er hätte Millionen in de n y r n • gern gehabt, aber nie auch nur einen Pfenmg in unrechtmäßiger Weise verwandt. Er sei beute ein armer Mann, und die Behauptungen des Staatsanwalts gegenteiliger Art müsse die­ser erst beweisen. **

s- Ein netter Sohn. Das Schöffengericht in H a g e n i. W. hatte den Studenten der Me­dizin Werner von dort wegen Bedrohung seiner Eltern und Hausfriedensbruch zu vierzig -Mark Geldstrafe verurteilt. In einer Beru­fungsverhandlung vor dem Landgericht bezeug­ten die Eltern und die Schwester, daß sie fort­während inAngstvorihrem Sohnund Bruder lebten unb sich oftmals hatten vor ihm verschließen müssen. Es kam zur Sprache, daß Werner SO 000 Mark „verstudiert" habe, wogegen Werner cinwanbte, es feien .höch­stens" 35 000 Mark gewesen. Die Berufung des Angeklagten wurde verworfen. Die Strafe wurde durch eine achttägige Untersuchungshaft als verbüßt erachtet.

Ein Drama im Irrenhaus. Ein S e l b st. Mordversuch in der Irrenanstalt beschäf­tigte das Reichsgericht. Am 12. November 1905 brachte ein Herr X. seine Fran, die an „melan­cholischer Verstimmung" litt, in die psvchiatrt- frhe Klinik der Universität Kiel. Tret Tage nach ber Einlieferung ordnete der Leiter der Klinik, Professor S., an, daß die Frau aus ber Beobachtungsstation in die offene Station, die sogenannte Villa, übergeführt wurde. Hier machte die Fran am Morgen bes 16. November einen Selbstmordversuch, indem sie aus dem Fenster sprang, toobeijte sich schwere Verletzungen zuzog. Für den Schaden machte Herr X. den preußischen Fiskus ver­antwortlich und erhob deshalb Klage gegen ben Leiter der Anstalt, als den Vertreter des Fiskus. Das Landgericht Kiel hat ein fahrläs­siges Verschulden des Leiters der Klinik für vorliegend erachtet. Das Oberlandesgericht Kiel dagegen bat auf die Berufung des Beklag­ten hin die Klage abgewicsen.. Die vom Klä­ger hiergegen eingelegte Revision hielt das Reichsgericht für begründet. Es hob des­halb das Urteil des Oberlandesgertchis auf und verwies die Sache an einen anderen Zivil­senat desselben Gerichts zurück.

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Das alte Lied.

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„S4c Du willst, mein Kind," entgeg­nete der Pastor. „Möge es Dir aber nie­mals gereuen, einen so braven Mann abgetoici.it zu haben! Dies Thema ist nun ab­getan; wir wollen cs nicht weiter berühren! Ich werde morgen Pfc.sscr von der Aussichts­losigkeit feiner Bewerbung tagen, unb ich bin Äraurig, ihm Schmerz zulügen zu muffen. Der Mann ist mir sehr wert . . ."

. . und mir gebt er auf bie Nerven," sagte Regina.

„So etwas höre ich Dich nicht gern saaen, Kind, überlege Deine Worte," mahnte er. „Mir tut cs sehr leib, diesen Herzenswunsch begra­ben zu müssen. Doch genug, sprechen wir nicht mehr darüber!"

„Verzeih mir, Vater," sagte Regina leise.

Zärtlich küßte cr sie auf die Stirn, und fein Blick ruhte voll Vaterstolz auf der Tochter. Er hatte auch ein Recht dazu ... das junge Mäd chen war eine vollendete Schönheit. Die hoch- gewacbsenc, ebenmäßige, (ehr stolz getragene Figur, das blasse Gesicht mit dem üppigen, tiefroten Munde und den fast klassisch zu nennenden Zügen, umrahmt von berrli- cbcm Blondhaar, und die dunkelblauen, feuchtenden, arofecn Augen, von dunklen Brauen überwölbt, machte sie zu einer Erschei­nung. die überall, wohin sie kam, auffallen mußte. ..

Pastor Hartmann war der erste Geistliche an ber Sankt Markusgemeinde in Z. Tein mil­des, leutseliges Wesen, seine wahre Frömmig­keit, die so gar nichts mit Frömmelei zu tun • hatte, sein herrliches Rednertalcnt unb nicht zu letzt seine große Wohltätigkeit hatten ihm bie Liebe seiner Gemeinde in hohem Grade ge­wonnen. Seine Kinder, er hatte deren fünf, wurden einfach unb streng erzogen. Maria Re­gina war die Aelteste.

Unermüdlich sorgte Pastor Hartmann für seine Gemeinde unb suchte bie Herzen feiner Mitbürger für bic Armen zu erwärmen. So batte cr auch bic Bekanntschaft des Grafen Ro- benberg, eines ehemaligen Hofmarschalls eines Kleinstaates, gemacht, der immer und reichlich gab. wo es nur verlangt wurde. ...

Der Gras, ein Mann von einigen sechzig Jahren, besaß im vornehmsten Teile ber Stadt eine prachtvolle Villa mit herrlichem Park, in der er ziemlich einsiedlerisch lebte. Verheiratet war er nie gewesen; feinem Haushalte stand eine verwitwete Gebeinträtin von Schmied vor Ten größten Teil des Jahres brachte cr auf Reifen zu. Bei feinen Spazierfahrten hatte er Regina öfter gesehen und, von ihrer ungewöhn­lichen Schönheit betroffen, sich nach ihr erkun­digt unb auch halb erfahren, wer sie war. Oester als einmal hatte er Gelegenheit genom­men, ihrem Vater in Bezug ans sie einige schmeichelhafte Worte zu sagen.

Dieser legte, da ihm dies schon oft geschehen war, ber Sache keine weitere Bedeutung bei. da er unmöglich ahnen forvte, wie groß das Interesse des Grasen für feine schöne Tochter war. Auch Regina, mit ihrem weiblichen In­stinkt, hatte bemerkt, daß sic ihm aufgefallen war. Aber ohne sich etwas dabei zu denken, batte sie jene Aeußeruna der Mutter gegenüber getan, bic auch der Vater gehört hatte, der es für seine Pflicht gehalten, seiner Tochter bie Mahnung zu geben, keine unnützen Luftschlösser zu bauen. Er war doch etwas besorgt, da er glaubte, daß sie auch von anderer Seite von