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Caffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 198»
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 30. 3ull 1913.
Fernsprecher 951 und 952. 3. Jahrgang.
Sombes-SvtzertSre.
Portugal am Vorabend der Gegen-Revo- lution; kein Tag ohne Bombenfunds r
Depeschen aus Lissabon berichten «nsr Bomben-Explofionen find hier an der Tagesordnung und die Bevölkerung befindet fich in höchster Erregung. Als gestern der Reifen eines Automobils platzte, wurde eine Panik hervorgernfen, da man an> nahm, es sei schon wieder eine Bombe geworfen worden. Die Blätter erklären, daß bereits einige Wagenladungen von Bomben in daS Arsenal gebracht worden seien.
Die Bomben von Lissabon reden, krachend und verderben-kündend, eine deutliche Sprache: Die Portugiesen-Republik ist in Gefahr, und hinter der düstren Szene, die das Volks-Entsetzen wie die Ahnung verhängnisvoller Zukunft rahmt, erharrt ein junger Mann, der einst den Goldreif einer Königskrone um die Stirne trug, den Augenblick, der ihm Thron und Krone, Land und Volk zurückgeben soll. Seit Monden kracht's und dröhnt's in Portugals Hauptstadt an allen Ecken; kein Tag verdämmert, der nicht mindestens ein erregendes Moment drohender Gefahr sah und in Lissabon hält die Sorge vor den Schrecken der kommenden Tage alle Gemüter in ehernem Bann gefangen: Die Ouvertüre der Gegen- Revolution hat begonnen, die Regie der Royalisten arbeitet mit dem Aufgebot aller Kräfte und der Augenblick, der Dom Manuels »großen Schachzug" bringen und krönen soll, ist nicht mehr fern. Unterm Krachen der Bomben und inmitten der Hast feucht-gepeitschter Stunden gedeiht die Saat der Verschwörer am besten!
Zuerst hieß es, die Anarchisten hätten sich gegen die zitternden Greise der Republik verschworen, und die Höllenmaschinen und ver- derben-speienden Bombenkapseln seien das Werk staats- und ordnungfeindlicher Fanatiker. Vielleicht ist wirklich der eine oder andre .Mann der Tat", besten leidenschaft-glühendes Hirn aller Hemmungen menschlicher Vernunft beraubt, mitbeteiligt an der grausamen »Propaganda des Schreckens", di« in Portugals Hauptstadt ihre verbrecherischen Orgien feiert; möglich sogar, daß der dumpfe Haß des Anarchismus im Dienst der Revolution aktionsbereit und werktätig geworden ist: Die treibende Kraft der Bewegung mit dem weithin sichtbaren Ziel gewaltsamer Staatsumwälzung regt sich indessen nicht in der dumpfen Schwüle anarchistischer Weltumsturz-Pläne; sie wurzelt im royalistischen Staatspriuzip und ihre Träger stnd die Parteigänger des flaumbärt'gen »Zigaretten-Königs", die in Kraganzas Renaissance das Heil der Nation erstreben.
Seit Manuel von Braganza dem Sturm der Revolution entwich, der de« Königsthron von Portugal zertrümmerte, hat die Agitation der Monarchisten keine Minute ungenutzt vorübergehen lasten, haben die Anhänger des leicht und ohne Harm von Thron und Land Geschiednen mit zäher Ausdauer den Kumpf wider die Republik geführt, und mehr «ls einmal schien's, als solle Braganza der MSkgen neuer Zukunft strahlend und lichtvoll heksufdämmern. Das republikanische Regime erfreut sich in Portugal nur bescheidner Sympathie*: Die Schwächlichkeit innerhalb der Regierung, die Zerriflenheit des Parteigetriebs und die Korruption im Heer und in der Verwaltung H-Äen der jungen Republik mehr Gegner als Freunde geworben; der republikanische Gedanke ist der Mehrheit des Volkes fremd und unsympathisch, und im Norden des Landes, wo noch Germanenblut in den Adern rollt, hat die Royalisten-Propaganda unerschütterliche Stützen. Di, Republik Portugal beschränkt sich auf den BanÄreis von Lissabon: außerhalb der Hauptstadt-Mauern ist der republikanische Gedanke citf inhaltloser Begriff.
Auf diese Erkenntnis gründet sich die Aktion der Royalisten. Im Land, selbst ist der Regierungswille schwach und fast einflußlos, und ein Staatsstreich mit dem Ziel der Wiederauftich- tung des Königtums würd--, wenn ihm Erfolg beschieden, bei der Masse dek Volks den gleichen Jubel entfachen, wie feine<3eit die Proklamierung der Republik und die Verjagung der Dynastie, deren letzter Sproß mit einem Lächeln auf den Knabenlippen und mit der Zigarette tot Mundwinkel von bamrh ging, um im Nusland Zuflucht und Heirtfftatt zu suchen. Die überwiegende Mehrheit bcf Volks ist politisch vollkommen indolent, steht Aen Kämpfen zwi- 'chen Republik und Monarchie ohne innere An- teflnahme gegenüber und »Krd von gewissenloser Parteipolitik (deren Fäden in Lissabon zu- jammenlaufen) beliebig geSngelt. In einem
solchen Land, das weder der Geist nationalen Bewußtseins noch das heilige Feuer völkischer Freiheit-Sehnsucht erwärmt, ist's leicht, die dürst'gen Früchte der Bürger-Revolution unter der Wucht einer monarchistischen Gegen-Revolution zu ersticken, wenn erst jene Stimmung allgemeiner Nervosität erzeugt ist, in der die Begriffe sich verwirren. Portugal steuert mit vollen Segeln diesem Entscheidungsmoment entgegen, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, dröhnen die Bomben von Lissabon den finstern Gruß der Revolution durchs Land ...!
F. H.
Sie Kruppschen Koruümlzen.
Am Vorabend des Krupp-Prozesses.
Der Krupp-Prozeß wird am kommenden Donnerstag vor dem Kommandanturgericht der Residenz Berlin seinen Anfang nehmen. Die Anklage vertritt Kriegsgerichtsrat Dr. Welt, als Verhandlungsführer fungiert Kriegsgerichtsrat Dr. Coerrens. Als juristischer Beisitzer ist Kriegsgerichtsrat Dr. Berensprung zu- gezogen worden, während die drei militärischen Beisitzer erst in letzter Stunde ernannt werden sollen. Die Verteidigung der Angeklagten haben die Rechtsanwälte Ulrich, Dr. Sarnau, Dr. Thurm und Grasso übernommen. Ueber den Prozeß selbst werden uns noch folgende Einzelheiten mitgeteilt:
Die Geheimberichte «ach Effe».
(Mitteilungen unseres P. L.-Mitarbefters.)
Berlin, 29. Juli.
Aus der Voruntersuchung in der Affäre Krupp ist bisher bekannt geworden, daß die Firma Krupp oder wenigstens einzelne Beamte der Firma Veranlassung genommen haben. sich mit Militärpersonen in Verbindung zu fetzen, um auf illegalem Wege die Preise und Bedingungen der Konkurrenzfirmen,, die Absichten der Militärverwaltung ufw.zu erfahren. Als Konkurrenzfirma kam namentlich die Waffen- und Munitionsfabrik von Ehrhardt in Düsseldorf in Betracht. Der Vorsteher des Bureaus der Berliner Niederlassung von Krupp, Brandt, ein ehemaliger Zeugfeldwebel, hat es verstanden (wie die Anflage behauptet), durch Geldgeschenke verschiedene Militärpersonen seinen Wünschen gefügig zu machen und von ihnen Nachrichten geheimer Natur zu erhalten, die er dann an die Essener Zentrale weitergab. Für die Geldgeschenke an die Militärpersonen stand Brandt ein sogenannter Repräfen« tatiousfonds zur Verfügung. Die geheimen Berichte Brandts gingen unter der felt- amen Bezeichnung „Kornwalzen" an den Vor- teher des Nachrichtenbureaus der Firma Krupp in Essen, Herrn von Dewitz, der sie, je nach ihrem Inhalt, den in Frage kommenden Direktoren vorlegte. Als
die politische Polizei,
der die Untersuchung übertragen worden war, genügend Belastungsmaterial gesammelt hatte, griff sie zu und nahm zu gleicher Zeit etwa zwanzig Personen in Haft. Von diesen mußten dreizehn allerdings wieder außer Veröl gung gesetzt werden. Am selben Tage wurde in Essen bei der Firma Krupp eine polizeiliche Durchsuchung vorgenommen, wobei den Beamten etwa taufend Geheim-Be- richte in die Hände fielen, die das Material ür die jetzige Auflage bildeten. Es stehen demgemäß auch rund tausend Fälle des Vergehens gegen die Paragraphen 2 und 4 des Gesetzes betreffend den Verrat militärffcher Geheimnisse zur Aburteilung. Dir Auflage richtet ich gegen den Oberintendantur-Sekretär Bf eiff er vom Kriegsministerium. Zeugleutnant Hoge von der Artillerie-Prüfungskommission, den Kruppschen Beamten Droese, rüher ebenfalls bei der Artillerie-Prüfungskommission. Zeugleutnant Kilian von der Munitionsfabrik in Spandau, Zeugleutnant Hinst vom Artillerie-Depot in Marienburg, Zeugleutnant Schleuder vom Artillerie-De- 10t in Koblenz und schließlich gegen den Feuerwerker Jürgen Schmidt-Berlin.
Drei Tage Prozcßdaner.
Zn der am Donnerstag beginnenden Verhandlung des Krupp-Prozesses sind eine große 3ahl von Offizieren aller Chargen, Mitglieder es Direktoriums der Firma Krupp in Essen, 'enter ehemalige Direktoren der Firma Krupp und schließlich eine Reibe militärischer Sachver- tändiger geladen worden. Für die Verhandlungen sind drei Tage in Aussicht genommen. Die Annahme, daß der Prozeß unter völligem Ausschluß der Oeffentlichkeit slatt- inben werde, trifft nicht zu. dagegen ist es wahrscheinlich, daß die eigentliche Beweisaufnahme in dem Prozeß mit Rücksicht auf die besonderen Umstände hinter verschlossenen
Türen stattfinden wird, da die öffentliche Verhandlung dieses Teils des Prozesses die Sicherheit des Reiches gefährden würde. Die Entscheidung über Art und Umfang des Oeffent- lichkeitausschsufleS steht lediglich dem Gericht zu.
Bor einer Wirtschaft! Krise?
Die Zett des Krieges und der Krise.
Daß die fast feit zwei Jahren andauernde internationale politische Krisen zeit auch die allgemeine Wirtschafts la ge sehr ungünstig beeinflußt hat, ist eine Tatsache, die sich nicht leugnen läßt, und die am besten erkennbar wird, wenn man die Umsatzziffern des letzten Jahres in Handel und Industrie mit denjenigen früherer Jahre vergleicht. Aber es scheint, daß der Tiefstand der wirtschaftlichen Konjunflur noch gar nicht erreicht ist, denn der Oberfinanzrat Schwarz vom preußischen Finanzministerium kündigt in einer soeben erschienenen beachtenswerten Abhandlung einen weiteren Rückgang der Konjunktur an. Der Autor erklärt, daß der ......
sich immer sichtbarer vorbereite und s , , von längerer Dauer fein werde als seine Vorgänger. Der letzte Aufschwung von 1909, oder von der flirzen Unterbrechung abgesehen, von 1907 her war nicht nur intensiver, sondern hatte auch eine allgemeinere Grundlage als seine Vorgänger. Fast alle Länder der Erde nahmen in diesem Zeitraum eine außerordentliche wirtschaftliche Entwicklung. Schon die ungeheuere Steigerung der Verkehrsmittel zeigt das an. Die Effertbahnlänge stieg in dem Jahrzehnt 1890 bis 1901 von 617 285 auf 816 755 und von da bis 1907 auf 957 283 Kilometer. Das starke Anwachsen der Goldgewinnung von 0,8 au 2 Milliarden ermöglichte es außereuropäischen Ländern durch Stabilisierung ihrer Währung ihren Warenaustausch mit den Kulturländern der alten Welt bedeutend zu erweitern. Um die Vorbedingungen für die gewaltige Steigerung des Warenaustausches zu schaffen, mußten die betreffenden
außereuropäischen Staaten
ihr Eisenbahn-, Straßen- und Kabelnetz entsprechend ausbauen und zu diesem Zweck riesige Summen von den Geldzentren der alten Welt entleihen. Dadurch wurden die europäffchen Geld- und Kapitalmärkte um so mehr angespannt, als die Warenbestellungen auf Grund jener Anleihen große Betriebserweiterungen nötig machten, die zum großen Teff auch wieder mit geliehenem Kapital ausgeführt wurden. Auch in den europäischen Grobstaaten wurden die Spar- kapitalien für heimische Zwecke außerordentlich in Anspruch genommen, und die letzten Reserven wurden herangezogen. Die gesteigerte Wirffchaftstätigkeit in Verbindung mH der Bevölkerungsvermehrung wirkte auf die Steigerung der Rohstoff- und Lebensmittel- treife hin. Diese Verteuerung regte wieder zu formierter Exporttätigkeit an. So entwickelte sich eine hochgespannte Wirtschaftstätigkeit, die chon etwas fteberhaft erscheint. Konkurse treten häufiger ein, Eisen- und Montanmärtte zeigen Spuren von Schwächen, Gruudstücks- und Baumarkt zeigen vielfach bedenkliche Seiten. Das überseeische Ausland flagt über eine unzulässig hohe Schuldenlast an Euro- p a. Der Zinsfuß steigt. Findet aber erst einmal eine Einschränkung der Kapitalaufnahme seitens des Auslandes statt, so mutz das den europäischen Export beeinträchffgen. Der Beginn der rückläusigen Bewegung, die alle Wirtschaftsgebiete ergreifen wird, ist längst da, und diese Bewegung wird auch durch die Reube- fchaffungen für Heeres- und Flottenrüstungen und durch den Wiederaufbau des Wirischafts- gebäudes am Balkan nur orübergehend aufgehalten werden könnet
Der Konkurs-Srekord in Deutschland.
Wie aus den amtlichen Beröffenffichungen hervorgeht, hat im letzten Vierteljahr (Januar bis Ende März 1913) die Zahl der Kon- k u r s e im Deutschen Reich eine Höhe erreicht, wie sie seit der großen Krisenzeit in den siebziger Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Seit Jahresfttst hat sich die Zahl der Konkuffe fast um die Hälfte der früheren Durchschnittsziffer erhöht, und es ist charakteristisch, daß diese Zunahme in der Haupffache auf Industrie und Handel entfällt, während die Konkurse von Privatpersonen fast gar keine Steigerung aufzuweisen haben.
Deutsche Schiffe für Wua!
Zum Schutz gegen die Gelbe Gefahr.
(Privai - Telegramm.)
Berlin, 29. Juli.
Zmn Schutze de» deutschen Interessen in China wird Ende dieser Woche eine sehr stattliche deutscheFlottein den chinesischen Gewässern versammelt fein. Kommandant dieser Flotte ist der Admiral Graf Spee, der mit feinem Geschwader, bestehend aus den Panzerkreuzern „Scharnhorst" und „Gneisenau"
dem Heinen Kreuzer „Goeben" und dem Geschwaderbegleitdampfer „Titania" Ende btefet. Woche aus der SÜdsee in den chinefischen Ge^ wässern eintreffen wird, wo diefes Geschwader seine Aufgabe im wesentlichen beendet hat. Die Entsendung des Geschwaders nach China erfolgt zu dem Zweck, nm gegenüber der drohenden Lage in der chinesischen Republik die deutschen Interessen nachdrücklich schützen zu können.
Krieg oder Friede?
Die Friedens,Verhandlungen in Bukarest; die Türken und die Großmächte; Bulgariens Armee von Sofia abgeschnittenl
Die gestern von uns mitgeteilten Auslassungen der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung über die Stellung der Großmächte zur Türkei werden in Berliner diplomatischen Kreisen dahin gedeutet, daß eine über diplomatische Vorstellungen hinausgehende Aktion aller Mächte gegen die Türkei zurzeit keine Aussicht aus Verwirklichung hat. Auch gibt man fich der Erwartung hin, daß alle Ankündigungen von nichtoffizieller russischer Seite von einer Sonderaktion Rußlands vorläufig wenigstens unerfüllt bleiben werden. Mit anderen Worten: Die „Schritte" der Großmächte beschränken sich auf freundliches Zureden in Konstantinopell Inzwischen liegen folgende Meldungen vor:
Petersburg, 29. Juli.
Zn hiesigen diplomatischen Kreise« verlautet, daß Rußland mit Zustimmung der übrigen Großmächte eine Truppenlandung am Schwarzen Meer vornehme» wolle. Don einem Einmarsch der Rnwänen in Adrianopel will man absehen.
Belgrad, 29. Juli.
Die serbische Armee unter dem General Marinowttfch drang gestern von Pirot aus vor und besetzte die Bahnlinie KÜstendil - Sofia, so daß die bnlgarische Armee nunmehr von Sofia abgeschnitten ist und mit der Hauptstadt keinerlei Verbindungen mehr hat.
Wie uns aus B elgrab berichtet wird, versicherte gestern der Ministerpräsident P a s i t s ch in einem Interview, daß die strategische Lage der serbischen Armee ausgezeichnet und auch der Gesundheitszustand vorzüglich sei. Pastffch er- tlärte: Die serbischen Delegierten bringen einen Geist der Mäßigung zu den Friedens- Verhandlungen mit. Wir wollen uns für die Zukunft mit den Bulgaren verständigen; dazu aber ist es nötig, daß man aufhört, uns zu bedrohen. Die türkische Frage hat mit der Konferenz in Bukarest keinerlei Znsam- rn e n h a n g. Die türkische Offensive in Adrianopel betrifft ausschließlich Europa und wir werden uns weigern, sie auf der Konferenz überhaupt nur zu diskutieren.
Das türkische Wespennest.
Konstantinopel, 29. Juli. (Privat- Telegramm.) Hier verlautet, daß fich zwi- chen den Botschaftern der Mächte über den sogenannten „energischen Schritt" keine Einigung Herstellen lasse. Es war nicht möglich, eine gemeinsame Rote aufzusetzen, und es soll etzt jeder Boffchafter für sich allein operieren. Weiter verlautet, eine hervorragende diplomatische Persönlichkeit habe darauf Hingewiefeu/ daß Zwangsmaßnahmen der Mächte gegen die Türkei möglicherweise die Landung internationaler Truppen in Dedeagatsch er« orderlich machen könnten, wodurch neue Schwierigkeiten entstehen würden.
England gegen die Türkei!
Konstantinopel, 29. Juli. (Privät- Telegramm.) Der englische Bevollmächtigte Marling teilte gestern dem Großwesir folgende Erklärung Sir Edward Greys mit: Die britische Regierung hatte bereits stüher der Türkei mitgeteilt, daß sie geneigt sei, ihr m o • ralische und materielle Hilfe bezüg- lich der Organifaffon der afiatifchen Besitzungen angedeihen zu lassen. Gegenüber der Hanb- lungsweise der türkischen Regierung aber in Bezug ans die Besetzung Adrianopels ist die britische Regierung gezwungen, ihrVersPre - chenzurückzunehmen und der Türkei die Verantwortung für ihre Handlungsweise vollständig zu überlassen.
Kein Einzug in Sofia?
Sofia, 29. Juli. (Privat-Teke- gramm.) Die bulgarisch-rumänischen Beziehungen b e s s e r n sich ständig, sodaß die Herbei- ührung eines Einvernehmens wahr- cheinlich ist. Die Gefahr eines Einzuges in Sofia ist endgültig beseitigt. Auch