Einzelbild herunterladen
 

COler Neueste Nachrichten

Caffeler Abendzeitung

Tie Caffeler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar ab en bl Der AbonnementSpretS beträgt monatlich 50 Pfg. bei freier Zustellung ins Haus. Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Berlag und Redaktion: Schlachthofftrabe 28/30. Sprechstunden der Redaktion nur von 7 bis 8 Uhr abends. Sprechstunden der Auskunft. Stelle: Jeden Mittwoch und Freitag von 6 bi» 8 Uhr abends. Berliner Vertretung: SW, Friedrichs». 18, Telephon: Amt Moritzplatz 1258t.

Hessische Abendzeitung

JnferttonSprelfe: Die fechSgespaltene Zeile für einheimifche Geschäfte 15 Pfg., für auS. wärtige Inserate 25 Pf, Reklamezeile für einheimische Geschäfte tO Pf, für auswärtige Geschäfte öl> Pf. Einfache Beilagen für die Gesamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend be­rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Restdenz und der Umgebung sind di« Saffeler Neuesten Nachrichten etn vorzügliches JnfertionSorgan. Geschäftsstelle: Kölnisch^ strabe 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzplatz 12584.

3. Jahrgang.

Donnerstag, 17. Juli 1913

Nummer 187

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Der Friede in Sicht?

Eiu Privat-Telegramm aus Belgrad meldet «ns: Vom Kriegs- schauplatz find keine nennenswerten Ereignisse zu melden. Es scheint, daß infolge der Entsendung zweier bulgarischer Unterhändler nach Belgrad tatsächlich eine Art Waffenstillstand eingetreten ist. Es wird ferner noch mitgeteilt, daß abgesehen von kleinen Zu­sammenstößen an der Grenze die Waffenruhe seit drei Tagen anhält.

Waefen-Revolutiim!

Der Bürgerkrieg in China; die Schlacht am Kiangfi; am Vorabend der Revolution.

Peking, 16. Juli (Privat-Telegramm).

Seit einigen Tagen tobt bei Kiangfi ein erbitterter Kampf zwischen den Truppen des Nordens und Südens. Man befürchtet, daß dieser Kampf den Beginn einer neuen Re­volution in China anzeigt. Eine Proklamation, die gestern im Laufe des Tages In Kiangfi angeschlagen wurde, fordert die Truppen auf, den Ehrgeiz des Präfitenten Yuanschikai zu bestrafen. Die Lage ist außer, ordentlich kritisch und sehr ernst. Das Gespenst der »Gelben Gefahr", das Wilhelm der Zweite in seiner Herrschaft Jugendtagen Europa auf Leinwand und in Oel vors staunende Auge zauberte, das dann, über­strahlt vom Siegerruhm des ins Weltmacht- Maß gereckten Japan, rasch in der Versenkung verschwand, kaum noch die Erinnerung an den Kaiserruf zurWahrung heiligster Gü­ter" gestattend: Dieses Gespenst der Asiatenge- fahr steigt jetzt, jedem Auge sichtbar, drohend und opfer-heischend über der Erde des Fernen Ostens empor! Als das Riesenreich der Mandschu-Dynastie, in jahrhundertlanger Ver­witterung entkräftet und zerrüttet, vorm ersten Ansturm der Revolution zusammenbrach und die Republik der Mitte die Despotie der Dra­chen-Kaiser ablöstc, erschauerte die Europäer­welt in staunender Bewundrung dieser jähen Wandlung, die über Nacht eine Dreihundert- Millionen-Nation von Halb-Barbaren, regiert von einem hinter mystischen Göttetnimbus-Woh ken thronenden Schwächling, zu einem freien* von starker Willenskraft beseelten, fortschritts- und entwicklungseifrigen Volke werden ließ. Millionen von Zöpfe fielen unter der Schere erd-westlicher Kultur; in Peking versammelte sich ein Parlament, dessen dröhnende Reden wie der Posaunenchor der Völkerfreiheit übers Erd­rund hallten und Herr Yuanschikai, den die Männer der jungen Republik ins Präsidenten- amt riefen, gebärdete sich wie Napoleon Bona­parte in den Tagen seiner Konsul-Herrlichkeit. Der gewaltige Völkerkessel im Herzen Astens, Jahrtausende hindurch fast unberührt von der Glut nationalistischer Leidenschaften, erzitterte in allen Fugen, drohte in jedem Augenblick die lockern Bande neuer Ordnung zu sprengen, und eine Weile schien's, als werde die von Sun- jatsen errichtete Republik in raschem Erwachen aus überlangem Traum die gewaltige Energie­kraft des Dreihundertmillionen-Volks zu Wun­dertaten stacheln, wie sie die Geschichte Astens als grauer Vorzeit Märchen erzählt.

X

Der Traum ist rasch zerronnen: Im Ki­st n g s i - Tal, wo einst die kaiserlichen Truppen vorm Heer der Revolution die Waffen streckten, steht das alte China dem Jung-Chinesentum im Kampfe gegenüber; Yuanschikais Macht ist von allen Seiten bedroht und die Gefahr neuer Re­volution lauert in nächster Nähe. Es handelt sich um den Kampf des Südens gegen den Nor­den, um die Machtprobe zwischen dem Dikta­tor-Regiment Auanschikais und der Herr­schaft der I u n g ch i n a - P a r t e i, die in dem Präsidenten den Hort der Reaftion und den Volks- und entwicklungsfeindlichen Autokraten bekämpft. Daß diese Katastrophe einmal über die junge Republik hereinbrechen werde, war Vorauszusehen: Die Zerbröckelung des chinesi­schen Riesenreichs hat mit der Geburtsstunde der Republik nicht ihren Abschluß gefunden, ist vielmehr sichtbarer und verhängnisvoller ge- ivorden, und der Zerfall des unterm Mandschu- Szepter durch brutale Gewalt, durch Intrigen und Verbrechen zusammengeschweißten Staars- gebilds offenbart sich am deutlichsten in den Kämpfen, die jetzt im Kiangsi-Tal zwischen Nord und Süd geführt werden. Aber nicht der ifast naturnotwendig erscheinende) Zusammen­bruch des Chinesenreichs bedeutet Gefahr: Dro­hender und gefährlicher sind die Begleiter­scheinungen der Katastrophe: Japan und Rußland lauern auf Beute! Japan unter­stützt die Revolution der Jungchina-Partei, schürt mit allen Kräften den Brand, der die Trümmer der Chinesenmacht in Asche zu legen droht, und läßt kein Mittel unversucht, die chi­nesische Zerrissenheit für seine Zwecke auszu­beuten. Rußland protegiert die um ihre Un­abhängigkeit ringende Mongolei, fördert offen und geheim die Pläne der neuen Revolution und unterstützt die jungchinesische Süd-Armee durch Rubel und Kanonen. China steht vor inet Katastrophe, deren Endakt das Staaten-

Es scheint, daß der Ba l k a n k r i e g seinem Ende entgegengeht und daß der Abschluß des Vorfriedens bereits für die nächsten Tage zu erwarten ist. Hebet die Bedingungen des Friedensschlusses bestehen zwar noch Mei- nungsvrschiedenheiten zwischen den Kriegfüh­renden, doch handelt es sich hierbei nicht um Fragen und Forderungen, deren befriedigende Erledigung unüberwindbaren Schwierigkeiten begegnet, sodaß die Möglichkeit einer Verstän­digung nunmehr gegeben ist. Diese Auffassung wird auch in Berliner diplomatischen Krei­sen vertreten, wo man überzeugt ist, daß der Friede in Bälde zustande kommen wird. Wir verzeichnen darüber folgende Draht-Meldung:

Optimismus in Berlin!

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 16. Juli.

In hiesigen maßgebenden Kreisen ist man davon überzeugt, daß der Frieden zwi­schen den kriegführenden Balkanstaaten in Bälde zustande kommt, denn die Nachricht, Serbien und Griechenland hätte« die Ver­mittlung Rußlands schroff abgelehnt, trifft keineswegs zu. Die beiden genannten Staaten haben allerdings wegen des Waf­fenstillstandes direkte Verhandlungen mit Bulgarien eingeleitet, aber auch hier dürfte Rußland in milderndem Sinne zugunsten Bulgariens eingreifen. Von einer gänzli­chen Abrüstung Bulgariens scheint keine Rede zu sein; nach Ansicht unterrich­teter Kreise dürste es sich nur um die im Felde stehenden bulgarischen Korps handeln. Für die eigentlichen Friedensverhandlungen werden Serbien und Griechenland die rus­sische Vermittlung zweifellos anneh­men, sodaß die Hoffnung berechtigt ist, daß zunächst der Waffenstillstand in wenigen Ta­gen abgeschlossen sein wird und alsdann die eigentlichen Friedensverhandlungen begin­nen können. Die Meldung, Rumänien habe neuerdings eine

Mitteilung an die Mächte gelangen lassen, daß es gegen die Verteilung des bisherigen türkischen Gebietes ohne Be­rücksichtigung Rumäniens protestiere und eine Gebietserweiterung verlange, die dem Zu­wachs der Balkanstaaten entspreche, wird an bestunterrichteter Stelle in Berlin bestä­tigt. Diese Meldung ist zweifellos identisch mit der schon vor dem Einrücken der rumä­nischen Truppen in Bulgarien erfolgten An­kündigung Rumäniens bei den Mächten über seine Absicht, die Linie Turtnkai-Baltschik zu besetzen als Kompensation für die Ver­schiebung auf dem Balkan. Im Hinblick auf diese Ankündigung ergibt sich auch die Un­richtigkeit der Meldung, die österrei - chische Regierung habe int Verein mit Deutschland und Italien in Bukarest Schritte getan, um Rumänien vor dem Marsch nach Sofia zu warnen. Als gleich unrichtig erklärt man in Berliner Poli­tischen Kreisen die Meldung, Rußland habe Rumänien wissen lassen, es werde m i t bewaffneter Hand einfchreiten, fobalb die rumänischen Truppen über die Linie Tur- tukai-Baltschik hinausgingen.

In ähnlichem Sinne äußert sich ein uns zu­gehendes Privat-Telegramm aus Pe­tersburg: Das russische Auswärtige Amt ist aufgrund der neuesten diplomatischen Berichte der Meinung, daß die Einstellung der Feindseligkeiten auf dem Balkan nahe be­vor st e h t. Die Großmächte find unausgesetzt bemüht, das Kleichaewicht auf dem Balkan auf­recht zu erhalten. Sie wollen verhindern, daß Bulgarien allzusehr geschwächt wird, weil an- dernsalls künftig der Zwist aus dem Balkan niemals aufhören wird. Ter Druck der Groß­mächte ist ein finanzieller, da man von einem solchen mehr erwartet als von einem politischen.

* * *

Neue Bulgaren-Niederlage?

Die Bulgaren bei Alistois geschlagen!

(Privat Telegramm.)

Saloniki, 16. Juli.

Die militärischen Operationen, die zu dem Zweck eingeleitet wurden, um Mazedonien von den Bulgaren zu säubern, haben mit einem großen Siege der Grieche« begonnen. Gestern morgen wurde« die bulgarische« Vor­

posten bei Alistois zurückgetrieben und ohne Zeitverlust griffen die Grieche« das Gros der bulgarischen Armee an. Nach einem blutigen Kampfe mutzten die Bulgare« zurück- weichen. Die Griechen zogen am Nachmittag in das Dorf Drama ein.

Zwischen Krieg und Frieden.

(Privat * Telegramm.)

Wie», 16. Juli.

Die Militärische Rundschau meldet, datz sich starke rumänische Kräfte in der Ge­gend an der Donau versammeln. In Kot- schewa, nördlich von Weddi« und zehn Kilo­meter aufwärts der Donau in Rawowa haben ansehnliche Truppenabteilungen die Donau überschritten und marschieren landeinwärts. Es kann kein Zweifel bestehen, datz sie sich an einem Punkte vereinigen, um zusammen auf Sofia zu marschieren. Von jungtürkischer Seite wird versichert, die Bulair-Armee habe angeb­lich gestern vormittag die Grenzlinie Enos- Midia überschritten. Siebzig bulgarische Ge­fangene seien nach Konstantinopel einge­bracht worden. Eine offizielle Bestätigung liegt noch nicht vor.

Serbische Friedens-Hoffnung.

(Draht-Meldung.)

Belgrad, 16. Juli.

Trotz des grausamen Verlaufs des Krie­ges hegt man in Regierungskreisen «och immer die Hoftnung, datz durch den bal­digst zu erwartenden Friedensschlutz mit Bulgarien ein den allgemeinen Balkan­interessen entsprechendes günstiges Ver­hältnis zwischen Serbien und Bulgarien wird hergestellt werden können. Man ist auch offenbar geneigt, trotz der Greueltaten der Bulgaren gegen verwundete serbische Solda­ten und wehrlose serbische Frauen und Kinder das bulgarische Nationalgefühl bei den Frie­densverhandlungen möglichst zu fchonen. In oppositionellen Streifen wird indessen diese ihnen zu weit gehende Nachgiebigkeit der Regierung in entschiedenster Weise verurteilt. Bon nationalistischer Seite wird die Forderung aufgestellt, datz das ganze Gebiet bis zum Struma-Flusse samt dem Hasen K a w a l l a Serbien einverleibt werde.

Eine Szene im Minifterrat.

(Privat-Telegramm.) Sofia, 16. Juli.

In einer der letzten Minister - Beratungen, zu der die Generäle Sawow und F i t ch e w hinzugezogen waren, kam es zu heftigem Wortwechsel zwischen General Sawow und Dr. Danew. dem Ministerpräsidenten, in dessen Verlauf der General den Regierungschef einen Sklaven Rußlands nannte. Man erzählt sich in gut Informierten greifen, datz General Sawow die anwesenden Minister m 11 seinem Revolver bedroht habe. Gene­ral Sawow erklärte, datz er im Namen der Ar­mee die Haltung der Regierung Serbien und Griechenland gegenüber nicht mehr mit ansehe« könne, und daß in der Armee grötzter Miß­mut wegen der Untätigkeit der Armee herrsche. General Sawow war bekanntlich im Kriege ge­gen die TürkeiHelfer des Zaren", das heißt Oberkommandierender der gesamten bul­garischen Armee. Fitchew war sein General­stabschef. Beide Generäle find bald nach dem Ministerrat ihrer Aemier enthoben worden.

Der Krourat in Bukarest.

(Privat-Telegramm.) Bukarest, 16. Juli.

Gestern fand unter Vorsitz des Königs ein Kronrat statt, in dem die letzten Gesetze be­sprochen wurden, die den Kammern heute dor- gelegt werden sollen. Das hauptsächlichste Ge­setz ermächtigt die Regierung, den Belage­rungszustand zu verhängen. Mit Rück­sicht auf die patriotische Haltung und die ruhige Stimmung in Rumänien soll jedoch nur in dringenden Fällen von diesem Rechte Gebrauch gemacht werden. De« Großmächten soll eine neue Note unterbreitet werden, in der der Standpunkt Rumäniens zur Lage auf dem Balkan klar gelegt wird. Amtlich wird bestä­tigt, datz die ganzen Gebiete zwischen der alten Grenzlinie und der verlangten neuen Linie Baltfchik - Tobkilfch besetzt sind.

bild des Fernen Hstens von Grund aus umge­stalten kann. Und Wilhelms des Zweiten Ju­gendwort übet die Gelbe Gefahr wird (nach einem Vierteljahrhnndert) zur düstern Wahr­heit . . .! * F. H.

Die Kampfe im Kiangsi-Tal.

(Kabel-Meldung.)

Schanghai, 16. Juli.

Die Unruhen im Norden der Kiangsi- Provinz sind ernst. Die Lage ist noch un­durchsichtig. Die Kuomintangpresse behauptet, der Vorstotz der Nordtruppen auf Nantfchang sei zurügewiesen worden, die Nordtruppen hät­ten schwere Verluste erlitten und bie Aufständischen seien überall siegreich gewesen. Dagegen meldet die Pekinger Regierung, die Südtruppen seien vollständig auf« gerieben worden. Ihre Führer, der ehe­malige Tutu von Klangst. Liliechuen, und Feld­marschall Huanghsin, seien an Bord eines ja­panischen Torpedobootes von Kiu- kiang den Uangtse abwärts geflohen. In Pe­king wird ferner behauptet, es seien japani- sche Offiziere unter den Kämpfern der Südtruppen gesehen worden. Anläßlich der von de« Japanern den Kiangfitmppen gewähr- ten Unterstützung und des Schutzes, den die Japaner den Verschwörern in den japanische» Niederlassungen angedeihen ließen, richtet die Presse schwere Anklagen gegen Ja­pan und spricht die Beftirchtung aus. datz China infolge der Haltung Japans niemals zur Ruhe kommen werde.

Set Nona« Nordsee Kam!.

Die Schiffbarmachung des Werra-Stroms.

(Bericht unseres R. ^.-Mitarbeiters.)

Meiningen, 16. Juli.

Der Verein für Schiff barmachung der Werra und der Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt halten seit gestern in Meiningen Versammlungen ab. An zwei Ver« Handlungstagen wird das Projekt einer Groß- schifsahrtsstraße von der Nordsee zur Donau und nach München-Augsburg beraten. Bei der Erstattung des Geschäftsberichts erklärte in der gestrigen Versammlung des Vorstandes und Äusschusses des Vereins für Schiffbarmachung der Werra, Senator Meyer-Hamburg, daß kurz nach der Eisenacher Versammlung, in der be­schlossen worden war, von den in Aussicht ge­nommenen 23 Talsperren sechs ausführlich aus- arbeiten zu lassen, Prinz Ludwig von Bayern zu einer Konferenz nach München eingcladen habe, in der über bett Ma in« Werra-Kanal verhandelt worden sei. Da­bei sei es zu einer Einigung mit dem Zentral- verein für Deutsche Binnenschiffahrt gekommen. Man habe einen Ausschuß gewählt, der in einer weiteren Sitzung in Koburg die Profile und die Linienführung des Main-Werra-Kanals festgelegt habe. Nun fei das ursprüngliche Projett der Werra-Kanalisierung ge- wachsen. Man müsse jetzt den für Lokalschiss- sahrtsverkehr zugeschnittenen Plan fallen lassen und ihn ersetzen durch den Plan einer Groß- schifsahrtsstraße

von der Donau bis zur Nordsee einer Schiffahrtsstraße,* die berechnet sei für Schiffe bis zu tausend Tonnen Tragfähigkeit. Dadurch würde die wirtschaftliche Bedeutung des ganzen Projektes bedeutend gehoben. Es sei nun ein Ausschuß damit beschäftigt, bie wirtschaftlichen Berechnungen für diese Groß- schissahrtsstraße aufzustellen, während die Firma Hovestadt und Contag die technischen Berechnungen in Arbeit habe. Ferner sei noch mitzuteilen, daß sich Prinz Ludwig von Bayern bei der Tagung des Bayrischen Kanalvereins sehr eingehend für den Main-Werra-Kanal ausgesprochen habe. Im Anschluß an diese allgemein interessierenden Ausführungen hielt Ingenieur Dr. Wolf einen Vortrag über bie von ihm bearbeiteten Talsperren. Im Schleusengebiet fmb drei Sperren geplant: Bei Unterneubrunn bei Ratschet und bet Klo­ster Vessra. Die erste hat bei 41 Meter Stau­höhe 8 500 000 Kubikmeter Inhalt und kostet 3 300 000 Mark, die zweite umfaßt 26 000 000 Kubikmeter, hat eine Stauhöhe von 27 Metern und verursacht 8 270 000 Mark Kosten, und die dritte bat nur eine Stauhöhe von 19 Metern, einen Inhalt von 18 Millionen Kitbikmetern und kostet 5 300 000 Mark. Im Haselgebiet sind zwei Sperren vorgesehen. Die eine liegt bei Schwarza und die andere bei Ellinghausen.

Die erste Talsperre

umfaßt bei 33 Meter Stauhöhe 23 Millionen Kubikmeter und kostet 8 460 000 Mark. Die andere mit ebensoviel Kubikmetern hat eine Stauhöhe von 19 Metern und kostet nut 4 333000 Mark. Weiter ist noch eine Sperre geplant, die die Werra bei Wasungen aus stauen soll. Bei einer Stauhöhe von nur acht Metern hat diese Sperre einen Inhalt von 11500 000 Kubikmetern und kostet 4 760 000 Mark. Diese Sperre soll als Ausgleichs- weiber dienen, durch den die aus den atu