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Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

3. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, 16. Juli 1913

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 186

Das Balkan-Chaos

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Schrecklichkeiten in seiner Ausführung derart seien, daß es unmöglich erscheine, den Krieg lange durchzuführen. Seine Heftigkeit werde rasch einen FriedenSschlutz herbei­führen, ehe noch die Großmächte einzugreifen brauchten. Die Großmächte würden sortfahren in dem Bemühen, alle Schwierigkeiten beizu­legen und bestrebt sein, das Einvernehmen un­tereinander z« erhalten.

Der Balkankrleg im Unterhaus.

(Privat - Telegramm.)

London, 15. Juli.

Im Unterhause richtete gestern der Abge­ordnete Mason die Anfrage an die Regie­rung, ob England im Einvernehmen mit den Großmächten Maßnahmen treffe, daß der Friede auf dem Balkan wiederhergestellt werde. Sir Edward Grey erwiderte, daß Bulgarien und Rumänien in Friedensverhand- lungen cingetreten seien. Auch Serbien wolle unter gewisse» von Bulgarien zuerst anzuneh- menden Bedingungen die Feindseligkeiten ein-

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König Peter schwer erkrankt!

Ein Telegramm aus B u d a p e st meldet, daß König Peter von Serbien an seinem alten organischen Leiden schwer erkrankt sei. Der Thronfolger wurde aus dem Haupt­guartier von llesküb dringend zurückberusen. Eine Bestätigung der Nachricht liegt nicht vor.

Lasa sich nicht unter Denen befinden wird, die in diesen Tagen mit dem Gutsherrn von Hohenfinow zu Tische sitzen, und schon aus die­ser Tatsache allein darf mancherlei geschlos­sen werden, denn bis zum Herbst ist's nicht mehr weit, und Herr von Bethmann Hollweg hegt das begreifliche Verlangen, bis zum Be­ginn der Spätabend-Tagung im Reichshaus die Situation geklärt zu sehen. Daß es gelin­gen könnte, zwischen dem Kanzler und den Konservativen das brüsk zerschnittne Tischtuch bis zum Beginn der parlamentarischen Herbst­arbeit leidlich zu flicken, wagen selbst Die nicht

Wendet sich das Kriegsglück 7 (Draht-Meldung.)

stellen. Ueber die kriegerische Lage auf dem Balkan erklärte Grey: Er könne sagen, daß die

Sofia, 15. Juli.

Nach den letzten Meldungen soll der vorge­strige Tag einen vollständigen Umschwung in der Kriegslage gebracht haben und der Ansturm der griechisch-serbischen Ueber- macht soll endgültig gebrochen sein. Betresfs der Serben wird dies sogar schon offiziell be­stätigt: Tas Hauptquartier meldet, daß die Serben aus der ganzen Linie zurückgehen und von den Bulgaren verfolgt werden. Infolge der serbischen Mißerfolge ist die Lage der serbischen Hauptmacht in der Linie Weles-Kotschana und Ursküb-Kumanowo-Wranja äußerst kritisch ge­worden. In den letzten beiden Tagen machten die Griechen den letzten verzweifelten Ver­such, den rechten Flügel der zweiten bulgari­schen Armee zwischen Toiran und Strumitza zu durchbrechen und sich einen Weg gegen den linken Flügel der vierten bulgarischen Armee, die gegen die Serben kämpft, zu bahnen. Sie wurden aber mit großen Verlusten endgültig zurückgeschlagen.

länder in den

Strudel des Welfentums

hineingerissen werden würde, doch der Schwie­gersohn des Kaisers blieb fest und hielt sich au seine Erllärung. Er hatte als preußischer Of­fizier seinem Kriegsherrn den Eid geleistet der mußte ihn fortan binden. Trotz angelegentlicher Bitten verstand er sich nicht dazu, in München die Welfen-Deputation, die ihn für ihre Agt- tationszwecke in Anspruch nehmen wollte zu empfangen. Bei der Festigkeit seiner Anschau­ung wird der junge Herzog auch allmählich a.» les Welfenmurren zum Schweigen bringen, denn mit der königstreuen Gesinnung fallen al­le Welfcnhoffnungen in nichts zusammen, und die .hannoversche Frage" muß begraben wer- den. Des jugendlichen Husarenrittmeisters Blick ist gewiß viel zu klar, als daß er ein fa- belhastes Königreich Hannover anstelle des ge­sicherten Besitzes des Braunschweigischen Her- zogtums ersehnen wollte. Im Interesse des jungen Paares, das gestern in unsere Stadt eingezogen, darf man also hoffen, daß wclfsiche Deputationen vorläufig wegbleiben. Wie lan- ! ge das Herzogspaar in der Mark weilen wird, I ist noch nicht abzusehen. Vorerst dient eine einfache, aber trotzdem schmucke Villa in der Nähe des Bahnhofes als .Schloß", bis sie mit I der braunschweigischen Residenz vertauscht wer- den soll, Rathenow aber wünscht, daß sich dte jugendfrische Herzogin auch , hier wohlsuhlen möge. Einst bestand der einzige

Die Lage am Balkan wird heute etwas weniger pessimistisch beurteilt und in Ber­liner diplomatischen Kreisen macht sich zurzeit ogar eine unverkennbare optimistische Auffassung der Sachlage geltend. Die Zustellung der Pässe an den Vertreter Bulga­riens in Bukarest wird keineswegs als ein be­unruhigendes Symptom angesehen, sondern nur als eine Konsequenz der tatsächlichen Lage, die durch die Abberufung des rumänischen Ge- ändten aus Sofia zum Ausdruck gekommen ist Man hält nach wie vor daran fest, daß Rumänien seine Operationen durchaus in dem den Großmächten vorher bekannt gegebe­nen Rahmen halten wird und Komplikationen nach dieser Richtung hin ausgeschlossen sind. Ueber die Ereignisse am Balkan selbst liegen heute folgende Draht . Meldungen vor:

Das Ende des Krieges?

(Privat-Telegramm.) Sofia- 15. Juli.

Rußland hat die Kabinette von Belgrad und Athen ersucht, die Feindseligkeiten ein­zustellen und eine Demarkationslinie zwischen den feindlichen Linien zu verein­baren. Bulgarien unterhandelt über den Frieden d i r e k t mit Rußland. Nachdem es die Friedensbedingungen der Gegner zur Kenntnis genommen und erklärt hat, daß es sich Rußland anvcrtraue, ist die baldige Un­terzeichnung des Präliminarfrie­dens zu erwarten.

Auf dem Wege nach Sofia?

(Privat-Telegramm.)

Iie Linden blüh'«...!

Der Reichskanzler in der Sommerfrische; Ferienpolitik im Gutshaus zu Hohenfinow.

Seit einigen Tagen weilt nun der Kanz­ler des Reichs in der Stille von Hohenfi­now, und wenn die hohen Pappeln der Bran­denburger Mark leis im Abendwinde rauschen, mag der Gutsherr sinnend von den Tagen träu- g men, da er (zum erstenmal seit dem Werden seines Kanzlertums) des Ruhmes Süße kosten und sich an der Bewundrung eines der Helden­tat fast entwöhnten Volkes laben durste. Die Zeit der Siesta im stillen Frieden ländlichen Sommerglücks darf man dem Emsigen gönnen, der nach überlanger Dürre endlich aus dem magern Acker deutscher Reichspolitik die ersten Früchte sprießen sah und sich im Anblick jungen Hoffnung-Grüns berauschte. Seit Bernhard Bülow zur Villa Malta zog, hat sich die vater­ländische Atmosphäre ersichtlich gewandelt, ist die Physiognomie des politischen Geschäfts durch einen grämlich - düstern Zug der letzten Spuren muntrer Zuversicht entkleidet worden, und da die Volkseele sich leicht der herrschen­den Stimnrung anzupassen pflegt und über Per- sönlichkeitwerte selbst dann dankend quittiert, wenn der Wertgehalt nicht über ein paar Sor­genfalten auf schmaler Kleinmutstirn hinaus­reicht, hatten wir uns mit dem Wandel der Dinge leidlich abgefunden und wurden nur dann noch flüchtig an die schön're, befl're Zeit erinnert, wenn in der Lindenblüte Tagen der »Privatier von Villa Malta" zum deutschen Nordseestrande baden kam.

An das alles wird, aus der schattigen Ter­rasse des märker Herrenhauses einsam träu­mend, Herr von Bethmann Hollweg mit der zufriednen Ruhe und der überlegnen Sicher­heit des Mannes denken, dem aus den Mühen rechtschaffner Arbeit erst spät die Früchte reif­ten, der aber nun, da das Werk getan, sich des Bewußtseins freuen darf, Nützliches und Er-

=»nf,rttontorette- Dte fed>8gefoaltene Zelle tüt einheimisch« »«schüft, 15 Ptg.. aaä. roättiae Inserate 25 Pt. ReNamezette für einheimisch« Geschäfte *0 W» für answärttg« Geschäftes» Bf. Einfache Bellagen für dte isefamtaustage werden mtt 6 Start pro Taufens be­rechnet. Weaen ihrer dichten Verbreitung in der Nefidenz und der Untgebmtg ffiafTeler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche» Jntertionrorgan. Geschäftsstelle: Kölnisch

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sprießliches geleistet zu haben. Daß das Ba­rometer des Volkempfindens, das noch zur Lcn- zenmitte Stunn und Wetterschlag als nahe Katastrophe kündete, so rasch zu seinen Gunsten sprach, darf der Kanzler als Zeugnis vorbe­haltloser Tatwertung deuten, und er darf dar­aus ferner den Schluß ziehen, daß der schäu­mendste Groll im politischen Leben ebensowenig auf Flaschen gezogen werden kann, wie die lohendste Begeisterung. Herr von Bethmann Hollweg müßte nicht Ku Füßen ruhmgekränzter Philosophen gesessen hoben, wenn er nicht Nei­gung spüren würde, aus dieser Erkenntnis die logische Nutzanwendung zu ziehen. Dem greisen Reichstag hat er im Schweiß des An­gesichts das Milliardenwerk der Herr-Vermeh­rung abgerungen und, nicht achtend der dro­henden Mienen der um Heydebrand Gescharten, mit Hilfe der Linken eine Lastenverteilung ver­wirklicht, die dem Grundsatz des gerechten Aus­gleichs weit mehr Rechnung trägt, als dem Ge­wissen konservativer Politik erträglich schien.

Gewiß: Ein Jdealwerk ists nicht, das der unterdessen zum Generalleutnant gereifte Kanz­ler vollbracht, gemessen aber am Wertgehalt früherer Tat präsentiert's sich als eine Lei­stung, die von Kraft und Willen zeugt, und in der der Entschluß offenbar wird, die Reichspo­litik nicht schwächlich in der Wagenspur ver­kümmernder Traditionen versinken zu lassen. Die parlamentarische Kraftprobe im Rcichshaus, die Abkehr von der »gottgewollten Abhängig­keit", die bisher die Aera Bethmann Hollweg mit der konservativen Parteipolitik verkettet, und der (noch etwas zage) Tastversuch des Kanzlers, seine Politik auf »wechselnde Mehr­heiten" zu stützen, scheinen in der philosophisch überhauchten Dorstellungswelt des vierten Er­ben Bismarcks neue Erkenntnis, neue Energie geweckt zu haben, deren Tat-Umwertung be­reits erkennbar wird: Während die Kaiserjacht in stolzer Fahrt die Majestät zu des Nordlands felsigen Küsten trägt, gedenkt Herr von Beth­mann Hollweg in der Einsamkeit von Hohen­finow traulicher Zwiesprache mit den im Wal­lothaus Maßgeblichen zu pflegen, um (wie's im Geheimrats-Zirkel flüstert) »die Nachwe­hen der letzten Kämpfe int Reichstag er­träglich zu gestalten." Das heißt also: Ter Kanzler ist überzeugt, daß die parlamentarische Isolierung der Konservativen bei der Lösung des Milliarden-Problems der Heereskosten- Deckung nicht ohne fühlbare Nachwirkungen bleiben wird; er weiß, daß man Herrn Ernst von Heydebrand nicht ungestraft erzürnt, und er rechnet, ein Weiser Mann, mit allen Mög- lichkeften, die die im Minister-Stürzen geschulte und erprobte Opposition der Konservativen heraufbeschwör?n kann.

Wer die Herren sind, die der Kanzler sich zum Hohenfinow-Rendezvous bestellt, ist noch Licht bekannt; es ist indessen anzunehmen, daß Herr Dottor Ernst von Heydebrand und der

Wien, 15. Juli.

Die hiesigen politischen Kreise sind beun­ruhigt durch Bukarester und Stambulcr Mel­dungen, wonach die Rumänen bei weiterer Hartnäckigkeit Bulgariens nach Sofia ge- hen würden und die türkische Militärpartei auf Adri an opel marschieren wolle. Auch Griechenland und Serbien sind gegen einen Waffenstillstand. Am meisten erregt die Hal­tung der Türkei Besorgnis, da der Einfluß der Großmächte fast ganz geschwunden zu sein scheint.

Ein weiteres Privat - Telegramm berichtet uns aus Wien: Nach hier aus Belgrad cingetrofsenen Privatnachrichten sollen Bul­garien und Griechenland in direkte Ver­handlungen eingetreten sein. Die bulga­rische Regierung hat ihre Vertreter bei den Großmächten beauftragt, gegen die von Ser­bien und Griechenland erhobenen Beschuldi­gungen über Massakres und Grausamkeiten bulgarischer Soldaten Protest zu erheben. Die bulgarische Regierung ist jederzeit bereit, sich einer internationalen Untersuchung über diese Beschuldigungen zu unterziehen. Der gestrige Tag ist mit Ausnahme eines kleinen Scharmützels bei Zajeoar ohne Kampf verlausen.

Die Schlacht bei Küstendil.

(Privat-Telegramm.)

Belgrad, 15. Juli-

Vor und um Küstendil in Bulgarien wütet seit einigen Tagen rin Kampf, dessen Heftigkeit alles hinter sich läßt, was sich bisher in den so blutigen Kämpfen ereignet hat. Die Serben geben imumwunden zu, daß die Bul­garen mit heroischer Tapferkeit kämpfen. Jeder Fußbreit Landes muß mit Strömen Blu­tes erkauft werden. Die Zahl der Opfer ist auf beiden Seiten ungeheuer. Augenzeugen er­zählen im Hauptquartier, daß sich namentlich in den artilleristischen Positionen förmliche Berge ineinander gekrallter Lei­chen türmen. Wenn auch die Einnahme von Küstendil den Serben noch nicht gelungen zu sein scheint, so kann es sich trotz der verzwei­felten Gegenwehr der Bulgaren nur um eine Frage der Zeit handeln. E muß übrigens be­tont werden, daß über daö Schicksal Küftendils nichts Authentisches zu erfahren ist. Es hat den Anschein, als ob die Nachrichten über kriegerische Ereignisse weniger aus militärischen als aus politischen Quellen stammen.

Die Bulgaren auf der Flucht.

Stolz der Stadt

in seinen Brillen. Sie sind nämlich weltbe- rühmt. Ein Fünftel der Zivilbevölkerung ist in der optischen Industrie beschäftigt, und die Hauptsehenswürdigkeit sind die großartig an­gelegten Fabriken! In der breiten Hauptstraße liegt ein langgestrecktes Gebäude mit der In-

Der Vormarsch der Serben auf Sofia; die Schlacht bei Küstendil; Rebellion im bulgarischen Heer; die Gefahr eines Bürgerkriegs in Dearien; ein Am- schwang der Kriegslage; Friedensbemühungen der europäischen Grotzmachte.

" findet. Bei Zajecar versuchten die Bulgaren nachts einen Frontangriff, der jedoch gänzlich mißlang. Auf dem Rückzug hausten die bulga­rischen Soldaten wie Unmenschen und metzelten in den Dörfern Weiber und Kinder nieder. Die ...........

Griechen haben bei der Eroberung von Kavalla anzunehmen, die der .Seelenverwandtschaft vier bulgarische Geschütze und fünftausend Ge- zwischen dem fünften Kanzler und den Ge­wehre erbeutet. Zwei Torpedobootszerstörer treuen des Herrn von Heydebrand sonst unbe- zerstörten Elevtere, sprengten ein Munitions- schränkte Wunderkraft zutrauen: Dte Kluft ist

Artillerie zum Schweigen. Presse im Aufschäumen des Grolls mit dem

Rebellion im Bulgaren-Heer? Dynamit der Leidenschaft gesprengt. Die tDrabt-Meldung) Eigenart der so geschaffnen Lage mag Herrn

(Draht Meid ng) x Bethmann Hollweg etwas unbequem und

Genf,. .nur. a^r die Tage politischer Glut-

Ein hierher geflüchteter bulgarischer jm Kreuzfeuer konservativer

O f f i z i e r, der den vom Ge,reral Kowatschew ^^anstrahlen stand, werden seine politische befehligten Truppen angehörte, und wahrend ^xsthetik vermutlich geläutert und von dem des ersten Balkankrieges wiederholt ausgezeich- -,^ichen Kummer-Rest kleinlichen Vorurteils nct wurde, erllärte einem Pressevertreter, er fabelt, sodaß ihn nun, da die Linden

habe den Kriegsschauplatz verlassen müssen, um blüh'n, der nahe Herbst mit seinen Kampf- und den Drohungen und Beschimpfungen ftiner I g0Igenttigen nicht zu schrecken braucht...! eigenen Soldaten zu entgehen und der F. H.

Gefahr, von ihnen getötet zu werden. Mehrere ---

SarSeim »etSaifet^o» er. getötet worden. Die Truppen, bei denen Einzug des Prinzenpaares Ernst -lugnst der zweite Balkankricg geradezu verhaßt, jeden- in Rathenow; das i»nge Paar dahcim. falls unpopulär sei, wollen durch derartige (Von unfern Dr. G. L.-Mttarbetter.) Maßregeln, dem Bericht des Gewährsmannes Rathenow, 15. Juli-

zufolge, einen Druck auf die Regierung aus- Bei herrlichem Hohenzollernwetter ist gestern üben zur Einstellung der Feindseligkeiten und abend das junge Paar, Prmz Ernst luguir, ihrer Entlassung. Alle Nachrichten über derar- Herzog zu Braunschweig und Luneburg und tige Gewaltatte und Kundgebungen würden von Prinzessin V r k t o tat os-iziellen EmPfang

Senf« Bel Ä*

Erbitterung der Bevölkerung sei der Bürger- Bcgeisterungsfreude aber, die alle

krieg in Bulgarien fast unvermeidlich. iRathenower darüber empfanden, daß die Kai- sertochter mit ihrem Gemahl nunmehr in der anmutigen Havelstadt weilen wird, ließ man sich nicht nehmen, und es wurde alles getan, um den Tag festlich zu gestalten, an dem das Paar sein neues Heim bezog. Die Flitterwochen sind vorbei und eine Zeit ernster Arbeit be. ginnt. Herzog Ernst übernimmt das Komman­do über eine Eskadron der roten Husaren mit dem Rang eines Rittmeisters. Freilich durfte die junge.Frau Rittmeister" bald ebenso über die Rathenower Herzen regieren, wie der Herr Gemahl über seine Husaren, denn schon lange sprachen die Bürger von der Zeit, da ihre Stadt Residenz werden würde. Wie wurde sich das Leben erst dann gestalten! Darauf freute man sich schon im Voraus, obwohl die Zieten- husaren und der frische Sinn der Einwohner von jeder genugsam dafür gesorgt hatten, daß man sich bei ihnen nicht zu langweilen brauch­te. Ganz waren dem jungen Paare dre Flit­terwochen nicht ohne Störungen vorüber ge­rauscht! In die Akkorde der jungen Liebe klang ein politisch Lied ... ein garstig Lied!" Es war ja vorauszusehen, daß der jung» Cumber-

(Privat-Telegramm.)

Rodosto, 15. Juli

Die Schlacht bei Küstendil hat mit der Nie­derlage der Bulgaren geendet. Eiste zuverläs­sige Persönlichkeit, die vom Hauptquartier zu­rückgekehrt ist, teilt mit, daß die bulgarische Ar­mee sich in vollständiger Dcroute be-