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Casseler Neueste Nachrichten

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Nummer 185.

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 15. Juli 1913.

Fernsprecher 951 und 952.

3. Jahrgang.

Kriegs-Depeschen.

Ei« Prtvat-Telegramm berichtet uns aus Konstantinopel: Die tür­kische Regierung hat gestern den Tritppeu den Befehl erteilt, sofort »ach Adrianopel zu marschiere«. I« Eilmärsche« geht es nach Norden. Sine Abteilung türkischer Truppen ist bereits in Tschorl« eingetroffen. Die Bulgaren haben Rodosto geräumt.

Götzendämmerung.

König Ferdinands Kaisertraum und die geschichtliche Tragödie Bulgariens.

Belgrad, 14. Juli (Privattelegramm) Ma« erwartet hier eine baldige Beendigung des Krieges, da nach hiesiger Ansicht durch ein längeres Verharren Bulgariens im Kriegs­zustände und weitere empfindliche Niederlagen eins völlige Kata­strophe über Bulgarien herein- brechen würde. Aus Sofia vorliegende Depesche« berichte« über eine sehr bedrohliche Stimmung in der Haupt­stadt, die fich hauptsächlich gegen de««ig Ferdinand richtet. Nun, da auch die Türken aktiv in den Symeon, die Ferdinand von Coburg als Bezwinger der Türkenmacht schon über sei- itan Haupte funkeln sah, entschwindet in nebel­hafte Fernen und der Lorbeer des »Zar-Be- freierS* welkt in der Mittagglut verhängnis­voller Unheiltage rasch dahin. Bulgarien sieht des Schicksals Wogen über sich zusammen­schlagen; von allen Seiten droht Gefahr und von den kühnen Hoffnungen, die einst der Türkensieger Herzen schwellen ließen, ist eine nur geblieben: Die Hoffnung auf Rußlands Helferhand, die das Bulgareuland vorm Un­tergang bewahren soll! Die rumänische Armee ist in Bulgarien ringerückt, hat Silistria, das Heißumstrittne, militärisch besetzt und damit die Männer in Sofia vor die schmerzliche Alterna­tive gestellt: Kämpfen oder sich beugen! Und während man in der bulgarischen Zaren- Residenz noch zwischen müder Resignation und letzter Energie-Erltflammung schwankt, trägt vom Goldenen Horn her der Draht neue Hiobspost über die Balkan-Erde: Die Tür­ken marschieren! Das in mondelangem Kampf niedergerungne Reich .Osmans sieht die Stunde der Vergeltung nahen, erkennt den Moment, der des Halbmonds Schändung rä­chen kann und greift, sacht zur Erkenntnis er­wacht, in einem Augenblick zu den Waffen, wo Bulgariens Schicksal, vor einem Halbjahr vom Morgenrot glücklichster Zukunft überstrahlt, sich in einer düstren Tragödie der Entmach­tung und Demütigung erfüllen soll.

Die Gerechtigkeit beginnt das Wert des Aus­gleichs am Balkan, u. wie Zar Ferdinands mär- chenhasterKaisertraum untermDonner der Kano­nen als ein Traumgebild krankhafter Phanta­sie verrintt, so zerbröckelt und zerfällt im Ge­wühl des Völkerkriegs auch der stolze Bau bul­garischer Balkan-Vorherrschaft, dessen Fundamente die Elite des Bulgarenheers einst bei Lüle - Burgas und Kirk - Kilisse mit ihrem Blut gemörtelt. Die Tragödie eilt dem Ab­schluß entgegen, und der Schlußakt wird mit dem Weheruf' eines zermürbten, enttäuschten und verbitterten Volkes ausklingen, dessen Auf­stieg zum Glück und zur Größe nur das Vor­spiel des Untergangs gewesen. In den Donner der Kanonen klingt, wie das Lachen des Mephistopheles, der Jubel der russi­schen Diplomatie, die sich nah am Ziele aller Wünsche sieht: Bulgarien geschwächt, der Balkanbund gesprengt, die Türkei zu neuer Tatkraft ermannt und das Großmächte-Konzert am Londoner Friedenstisch zur Passivität mü­ßigen Zuschauens verdammt: Läßt sich eine freundlichere Schicksalfügung für die Politik des Zarenreichs ersehnen? Rußland, das im Spätherbst 1912 das Zeichen zum Kriegsbe- ginn am Balkan gab, fühlt sich heut als Dikta­tor im Südosten EuropenS; es gibt Bulgarien Orders und Serbien Befehle; es hat die Mis­sion, Bulgarien zu retten, vom Bulgaren-Zar selbst übernommen und erhält mit unverhllll- tem Wohlgefallen Depeschen über Depeschen, in denen sein Machtwort erfleht wird. Es sieht fich schon als Präsiderck der Petersburger Kon­ferenz, die über die neue Landkarte des Bal­kans beraten, über das Wohl und Wehe von fünf Staaten (denen es schon Rumänien zu- rechnet) nach Gutdünken entscheiden soll, und erkennt in nächster Nähe die Möglichkeit der Verwirklichung jenes stolzen Traums, den schon die große Katharina geträumt, als sie die Ruffenmacht als Bannerträgerin des Slaven- tmns und Vorkämpferin der allslavischen RetchSidee euf europäischer Erde prokla­mierte.

Rußlands Politik war in zwei Bal- kankriegen die Politik der Versuchung und des Verhängnisses, die Politik der Verführung und res SchicksalF, und nun, da ihre Früchte reifen, rrkennt Mt Balkan-Volkheit, erkennt Europa, »ie Verhängnisvoll diese Politik der Schwich- iDGg unb Drohung, der Anspornung und

Nun, da auch die Türken aktiv in den Krieg am Balkan einzugreifen entschlossen sind, scheint die b u l g a r i s ch e T r a g ö d i e sich zu vollenden: Angreifer auf allen Seiten, Hilfe und Beistand nirgends, alle Hoffnung auf Er­folg und Kriegsglück geschwunden! Der Schritt der türkischen Regierung, in den Krieg einzu­greifen, bedeutet eine bedenkliche Verschärfung der allgemeinen Lage und eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf, da die Türkei zweifel­los doch nur zu dem Zweck zu den Waffen greift, um auch ihrerseits an Bulgarien, dem Hauptsieger im Türkenkrieg, Rache zu nehmen. Ueber den Vormarsch der türkischen Trup­pen erhalten wir folgende Drahtmeldungen:

Der Marsch auf Adrianopel.

(Privat - Telegramme.)

Konstantinopel- 14. Juli-

Ein Beschluß des Ministerrats auf Grund eines kaiserlichen Jrades befiehlt dem Ge­neralissimus, am gestrigen Sonntag den Vormarsch der türkischen Truppen einzu­leiten. Die Armee marschiert am Eigene- Fluß entlang. Die türkischen Beamten im Gebiete des Marmarameeres sollen auf Be­fehl des Ministers des Innern sich wieder auf ihre alten Posten begeben. Die Stimmung ist allgemein sehr kriegerisch.

Konstanttuopel, 14. Juli.

In einer Besprechung des Marsches der türkischen Armee führt der Tanin aus: Die Intervention Rumäniens, insbesondere das Vordringen der Griechen in das Wilajrt Adrianopel haben die Lage vollständig geändert. Die Armee bei Bulair werde gegen Dedeagatsch und Adrianopel marschieren müssen. Solange Bulgarien sich nicht verpflichtet, Adrianopel an die Tür­kei wieder abzutreten, werden wir Verhandlungen ablehncn müssen.

Konstantinopel, 14. Juli.

An unterrichteter Stelle wird erklärt, daß die Verhandlungen mit dem bulgarischen Unterhändler Natschewitsch offiziell ab gebrochen worden sind, und daß Natsche- witjch unverzüglich abreisen wird. Die Tür­kei hat von Serbien, Griechenland und Ru­mänien bündige Erklärungen erhalten, nach denen sie auf Unterstützung der drei Mächte für die Wiedereroberung Traziens und AorianopelS rechnen kann.

Damit ist der Kreis der Angreifer geschlos­sen, und das Schicksal Bulgariens, wie Wohl kaum noch ein Zweifel übrig ist, besiegelt. Eine kriegerische Rettung wird daher wohl auch von den kühnsten Optimisten in Sofia kaum noch er­wartet werden. Destomehr tritt jetzt aber die Frage in den Vordergrund, welche Mittel Rußland sinken wird, um das um Hilfe bittende Bulgarien vor der gänzlichen Vernich­tung zu schützen. Friede mit den Ru- m ä n e n: Das ist jetzt die wichtigste Lösung für die Staatsmänner in Sofia. Ob dieser Frie­densschluß gelingen wird, ist freilich eine andere Frage.

Der Rückzug der Bulgaren.

(Privat-Telcgramm.)

Athen, 14. Juli.

Ter ck zu g der Bulgare» nach den Eng­pässen von Krrsna und Petsewo dauert fort, desgleichen der Vormarsch der Griechen. Die Straßen, auf denen sich der Rückzug vollzieht, sind mit allem möglichen Kriegsmaterial be­streut. Viele bulgarische Soldaten liegen, vor Erschöpfung sterbend, am Wege. Vier­hundert Karren mit Brückcnbaumaterial, Appa­rate für drahtlose Telegraphie, ferner Sanitäts­wagen, Munitionswagen und Lebensmittel sind erbeutet worden. AuS den Dörfern, die von den Bulgaren geräumt worden sind, treffen fortwährend neue Schreckensnachrich­ten ein. In den Taschen eines gefangenen bulgarischen Soldaten fand man a b g e - schnittene Frauen ohren mit Ohrrin­gen und abgefchnitteneFinger mit Ringen. In Rodosto entdeckte man nach dem Abzug der Bulgaren über tausend Leichen bul­garischer Soldaten, die an Cholera verstor­ben waren.

Angeheuer itt Menschengestalt.

(Draht-Meldung.)

garische Soldaten auf Befehl ihres Hauptmanns auf einem Schulhofe in Demir- hissar den Metropoliten, zwei Geistliche und mehr als hundert Notabel« zusannnenschleppten und sie dann umbrachten. Der Komman­deur der Division befahl, die Leichen wieder auszugraben. Auf diese Weise wurde das Ver­brechen bestätigt. Zur selben Zeit schände- t e n die bulgarischen Soldaten junge Mädchen. Eine, die Widerstand leistete, wurde in Stücke gehauen. Protestieren Sie in meinem Namen bei den Vertretern der zivilisierten Mächte gegen diese Ungeheuer in Men­schengestalt...!"

Waffenruhe am Balkan?

(Privat-Telegram m.)

Sofia, 14. Juli.

Wie es heißt, soll Serbien der Einstel­lung der Feindseligkeiten zustimme«, Griechen­land aber Schwierigkeiten machen. Hier ist die Ansicht vertreten, daß demnächst eine euro­päische Konferenz zusammentreten werde. Man will darauf hindringen, daß Griechenland Mazedonien erhält und Saloniki Freihafen wird. Von anderer Seite verlautet allerdings, daß sowohl Serbien als Griechen­land nnd Rumänien nur direkt Verhand­lungen mit Bulgarien annehmen werde« und nicht geneigt sind, eine Petersburger Konferenz zu beschicken, weil sie befürchten, daß Rußland, um die Wiederherstellung des Balkanbun- d e s zu ermöglichen, vo« ihnen große Kompen­sationen zugunsten Bulgariens verlangen wird. Die von Petersburg und Paris lanzierten Mel­dungen über eine europäische Konferenz wer­den als miiürestens verfrüht bezeichnet.

Reue bulgarische Kriegsgreuel!

(Meldung der Agence dAthenes.)

Athen, 14. Juli.

Ju Strumitza marterten die Bulgaren die serbischen Gefangenen. Sie verbrannten einen serbischen Offizier bei lebendigem Leibe. Die griechische Polizei entdeckte in den Häusern der Bulgaren in Strumitza eine große Anzahl Bomben und gestohlener Sachen aus grie­chischen und muselmanischen Häusern. Bulgari­sche Kriegsgefangene erzählten, die Offiziere hätten ihnen am Abend vor Beginn des Krie­ges in der Kaserne auseinandergesetzt, der Krieg werde alle Soldaten reich machen. In den Städten, die besetzt würden, würde ihnen volle Freiheit der Plünderung ge­lassen werden. Der König hat, unabhängig von dem an die Mächte gerichteten Protest per­sönlich den Staatsoberhäuptern einen P r o - t e st gegen die bulgarischen Greueltaten über­sandt. Mehr als 30 000 Personen veranstalte­ten gestern eine Protestversammlung gegen die Greueltaten der Bulgaren.

Bulgarien räumt Mazedonien.

(Amtliche serbische Meldung.)

Belgrad, 14. Juli.

Bei Tzer wurde gestern eine bulgarische Abteilung aufgerieben und auf der Flucht scharf verfolgt. Bel Tirantza erbeutete« die Serbe« vierzehn Militärbaracke« 150 Tonnen Mehl und fünf Tonne« Reis. Die serbische Kavallerie verfolgt den Feind und zwingt alles zum Rückzug. Bei Egri Palanka unternahmen die Bulgaren schwache Angriffs­versuche, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Gegenüber de» ener­gischen Vorstößen der serbischen Kavallerie find die Bulgaren außerstande, einen Stützpunkt zu finden. Sie lassen ihre Toten und Verwundeten zurück. Die serbische und t>« griechische Armee find auf der Linie Radowitsche-Stru- mitza in Fühlung miteinander getreten. Dies hatte zur Folge, daß Mazedonien von den regulären feindlichen Trup­pen geräumt wurde. Tie auf dem Rück­zug befindlichen Bulgaren verloren den Zu­sammenhang miteinander.

Ein deutscher Dampfer beschlagnahmt.

Hamburg, 14. Juli. (Privat - Tele­gramm m.) Dem Vernehmen nach ist der deut­sche Levantedampfer .Mudros* von einem grie­

Hemmung gewesen ist, der Europa es zu danken hat, daß in neun Monden zweimal die Kriegs­fackel blutigrot über den Gefilden des Balkans aufflammte, daß Hunderttausende auf blutge- träntter Wahlstatt verröchelten und wilder Bru­derkrieg das Drama des Türken-Schicksals en­det. Noch kämpft im Zarenpalast in Sofia ein am eignen Stern verzweifelnder, von selbst­verschuldetem Unglück schwergebeugter Mann den Verzweiflungskampf mit dem Schicksals noch ringt Ferdinand von Bulgarien, dessen Hand der glitzernde Goldreif des Balkan-Kai­sers längst entglitten, als Vasall des Russen­zaren, als der Gnade der Zarenpolitik bedin­gungslos Preisgegebner um den letzten Rest von Glück, das einst im strahlenden Mor­genrot der Siegettage von Lüle-Burges und Kirk-Kilisse so reich und gleißend den Weg des Triumphators säumte: Die Götzendämme­rung am Balkan hat begonnen und über das von der Hand des Verhängnisses zettrümmerte Götzenbild des Kaisers Symeon hinweg führt der Weg geschichtlicher Zukunft zur Nieder- zwingung Bulgariens, zur Spren­gung des balkanischen Völkerbundes und zum Triumph Rußlands, des »Be­schützers der Balkanier", dessen Kriegspolitik die Fesseln schmiedete, die die untereinander sich zerfleischenden Völker dem Zarenwillen dienst­bar machen . . .! F. H.

Dar Deutsche Turnfest.

Deutschlands Turner in Leipzig; Der Festzug der Sechzigtausend; im Stadion.

(Bericht unsers P. S. - Mitarbeiters.)

Leipzig, 14. Juli.

In Gegenwart des Königs Friedrich August von Sachsen und des Herzogs Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha hat am gestrigen Sonn­tag Alldeutschlands Turnerschaft in einer Stärke von nahezu hunderttausend Mann mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen in zwei großen Festzügcn ihre gewaltigste Heer­schau feit ihrem Bestehen abgehalten. Vom frühen Morgen ab leuchtete der festlichen Ver­anstaltung ein wundervoller Sommerhimmel. Hoch in den Lüften kreuzte das Zeppelin-Luft­schiff »Sachsen". Schon um sechs Uhr morgens wurde in dem Riesenstadion ein Sechskampf der Kreise I bis IX der Deutschen Turnerschaft geboten. Dann fand in den drei Haupt­kirchen Leipzigs rin Festgottesdienst statt, an dem sich abermals ein Sechskampf der Kreise X bis XV und der Gäste der Deutschen Turner- schaft anschloß. Um zehn Uhr morgens traten die Kreise zum Festzug an, für den sechzig­tausend Turner gemeldet waren. Herolde eröffneten den Zug, dann kamen qls Ehren­gäste die Turnvereine des Auslandes, zumeist mit Fahnen in den deutschen Reichsfarben, doch sah man auch das eidgenössische Kreuz, das Sternenbanner Nordamerikas, die Fahnen von

Holland, Belgien, Rußland

und einigen außereuropäischen Staaten. Or­kanartiger Beifall wurde laut, als das Bun- desbanner, umgeben von Ehrenjungfrauen, er­schien, dem der Wagen mit dem alten Goetz und den Mitgliedern des Ausschusses folgte. Unaufhörlich zog der greise siebcnundachtzig- jährige Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft seinen Hut, um auf die jubelnden Zurufe der Massen zu danken. Großen Beifall fanden auch die Oesterreicher, die der Deuffchen Turnerschaft angehören, mit rund fünfundzwanzig Vereinen. Frisch und stramm kamen dann die Hannovera­ner und Braunschweiger in besonderen Unifor­men, die Pommern und Brandenburger folg­ten. Die Berliner sühtten eine eigene Kapelle mit, die die neuesten Berliner »Volksweisen* zum Besten gab. Den Brandenburgern schlos- sen sich die vterschrötigen Gestalten der westfäli- schen Turner sowie die der Provinz Sachsen und die Kurhessen an. Der zweite Teil des Festzuges sammelte sich auf dem großen Platz vor dem Reichsgericht. Er wurde von einem Trompeterkorps * der Uniform der Lützower Jäger geführt, dem die Standarte der Deuffchen Turnerschaft mit der Jahn-Fahne und dec ersten Fahne der Leipziger Turneffchaft folgte. In weiteren Wagen hatten Mitglieder des Ausschusses und

Deterane» der deutsche« Turnerschaft

Platz genommen. Hierauf kamen die Deutsch« Oesterreicher, die deutschvölfischen Vereinen an­gehören. Besonderes Interesse erregte eine Gruppe Marine-Turner, die der Unter­offiziersturnverein des Efften Geschwaders der deutschen Flotte in Wilhelmshaven gestellt hatte. Nachdem die beiden Züge die Stadt durchauett hatten, trafen ste sich auf dem a l - ten Marktplatz der Stadt, an dessen Längsseite sich das alte Rathaus befindet, mtt einer Gedenktafel an das deutsche Turnfest vor fünfzig Jahren in Leipzig. Auf der blumen­geschmückten Altan« des Gebäudes hatte der Herzog von Coburg, umgeben von den Regie­rungsvertretern. dem Generalfeldmarschall von der Goltz, dem früheren preußischen Land- wittschastsminister von Podbielski Äs Vorsitz

Athen, 14. Juli.

König Konstanti« hat an den Minister des Aeußere« folgendes Telegramm gerichtet:

chischen Kriegsschiff b e schl ag na h mt wor­den, angeblich, weil er Reis, der als Kriegs­konterbande angesehen wurde, an Bord

Der Stab der 6. Division berichtet, daß b u l - führte.