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Casseler Tages-Zeitungen ist.
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Kluge Hausfrauen
Zurückgebliebene Kinder
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Henkels Bfcid) Soöa
- Henke?! & C2 Düsseldorf.
sedes Blattes. Erfahrene Inserenten werden daher bei der Wahl von Insertions-Organen
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Z Vorlage.
Freitag, 4. Juli 1913.
fragen, die bei den Casseler Neuesten Nachrichten die weitaus höchste unter allen
Freundlich sprachen sie es, ein wenig schwäbelnd und Werner erkannte, daß er durch eine kurze Lüge: '„Ja, ich bin des Königs Eugen einet," freien Weg gehabt hätte. . . . Aber ein Altenlohe lügt nicht, und wenn er es täte, hieße das nicht seine Schuld: Verträumt durch ein
Man achte ausdrücklich au! den Namen Henkel und webe minderwertige Nachahmungen zurückl
Wie im Taumel verließ Werner das Haus des Majors. Wintzer erwartete ihn und sah dem Freunde an, daß Großes im Werke sei. Und Werner rief schon von weitem: „Es geht los, Paul, noch heute wird marschiert, und ich muß ins Hauptquartier reiten, Meldung zu
gehen, daß sein Geschäft auch florieren würde, ließ er einen russischen Popen kommen und das Geschäft einweihen. Das schien aber auf das Florieren des Geschäftes nur einen geringen Einfluß ausgeübt zu haben, denn schon nach halbjährigen! Bestehen ließ sich der Zusammenbruch nicht mehr aufhalten. Schuld daran war zum großen Teil wohl der ungeheuere Aufwand, den der Angeklagte persönlich getrieben hatte, aber auch der große Luxus, mit dem er das Geschäft nicht nur eingerichtet, sondern auch weitergeführt hafte. So hafte er am Eröffnungstage für die Summe von 6000 Mark das Metropol- Th e ater gemietet und überreichte mit ver- bündlichem Lächeln jedem Kunden, auch wenn er noch so wenig kaufte, ein Freibillet für die Aufführung, „so lange der Vorrat reichte". So konnte es denn nicht Wunder nehmen, daß ihm bereits im März 1912 der Boden unter den Füßen zu heiß wurde und er es vorzog, unter Zurücklassung von Verbindlichketten in Höhe von mehr als 600 000 Mark zu entfliehe«. Erst Anfang Juni vorigen Jahres gelang es, den Angeklagten in Paris zu verhaften, und am 15. Juni wurde er in das Moabiter Unter- fuckungsgefängnis eingeliefert. Tragisch ist das Schicksal seiner Gattin, die sich in Verzweiflung über bett Zusammenbruch eine Ku- gel in den Kopf jagte, die ihre völlig« Erblindung zur Folge hatte. Zu der Verhandlung sind nahezu hundert Zeugen geladen, fo daß sie eine geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. «er.
bringen. Auf Wiedersehen heute abend in R- Witz!" Er ließ sich von des Majors Stallbur- schen eins der Pferde satteln und ritt dann in leichtem Trabe zum Tore hinaus.
Von R.-Witz hatte er nichts weiter erfahren können, als daß es drei Stunden zu Pferde von
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s> Freispruch im Casseler Meineidsprozeß. Vor dem Casseler Schwurgericht standen gestern der Arbeiter Reinhard Fack aus Cassel und die Aufwärterin Karoline Kirchner unter der Anklage des Meineids bezw. der Verleitung zum Meineid. Nach sechsstündiger Verhandlung verneinten die Ge- schworenen die Schuldfragen, worauf beide Angeklagten freigesprochen wurden.
Der Mörder des eigenen Kindes. AuS Berlin wird uns berichtet: Der drei- unddreißigjährige verheiratete Tischler-Geselle Rudolf Bull, der sein eigenes, neugeborenes Kind im Ofen verbrannte, weil er befürchtete, es nicht ernähren zu können, wurde vom Schwurgericht des Landgerichts Berlin I Wesen vorsätzlicher Tötung unter Zubilligung mildernder Umstände zu vier Jahren Gefängnis verutteilt.
r§3 Gefängnisstrafe für jugendlichen UeBet» mut. Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Mannheim: Das hiesige Schöffengericht verurteilte gestern zwei Karlsruher I n» genieurschüler, die am 29. April nacht? zwei Mannheimer junge Leute grundlos angegriffen und tätlich beleidigt hatten, zu ie vier Wochen Gefängnis und 20 Mark Geldstrafe.
c§3 Wieder ein Schönebeck-Prozeß! Unter dem Titel „Lieber ins Zuchthaus als entmündigt" hatte der bekannte Sathriker A. O. Weber seiner Zeit eine Broschüre erscheinen lassen, in der er eine kritische Darstellung der Behandlung feiner Frau, der früheren Frau von Schönebeck, während der verschiedenen Phasen des gerichtlichen und des Entmündigungs-Verfahrens gab. Durch bett Inhalt der Broschüre fühlten sich Hauptmann Lüders in Metz, der Bruder der Frau von Schönebeck, und Haupt- Mann von Schönebeck, ein Bruder des erschossenen Majors, beleidigt, da sie Ausdrücke wie „gemeine Schurkenstreiche" und „niederträchtige Gesinnung" auf sich bezogen. Es wurde daher gegen A. O. Weber Klage wegen Beleidigung erhoben, die das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beschäftigte. Den Vorsitz führte Amtsgerichtsrat Maier, die beiden Kläger waren vertreten durch Rechtsanwalt Philipp, während der Beklagte ohne Rechtsbeistand erschienen war. Rechtsanwalt Philipp beantragte eine Gefängnisstrafe wegen verleumderischer Beleidigung, da Paragraph 193 Str.-G.-B. nicht in Frage kommen könne. Der Gerichtshof billigte jedoch dem Beklagten den angezogenen Schutz- parographen in weitestem Umfange zu. Unzweifelhaft habe der Angeklagte geglaubt, daß er die Tatsachen richttg wiedergegeben habe. Da er aber namentlich im Vorwort sich zu Verbalbeleidigungen hat hinreißen lassen, wird er wegen öffentlicher einfacher Beleidigung zu 150 Mark Geldstrafe bezw. fünfzehn Tagen Haft verurteilt. Gegen dieses Urteil hat A. O. Weber Berufung eingelegt.
also die Zahl der festen Bezieher einer Tages-Zeitung ist für alle erfahrenen Inserenten die
Nr. 176.
dritter Jahrgang
feinem Quartiere entfernt lag, in östlicher Richtung und daß die Kirche zwei spitze Holztürme habe. Es war seine erste Kriegsleistung, die er tat, und das erfüllte ihn mit ungeheuerm Stolze. Wenn ihn der Vater so reiten sähe oder die Schwester! Oder wenn er zufällig irgendwo den Bruder träfe, der gewiß bei den Lüyowern als Offizier eingetreten war! . . . Was sie jetzt wohl zu Hause tun würden, die Seinen? Zu Hause! Ein großes Weh fiel ihm in feine Seele. . . . Sein Vater und seine Schwester, sie hatten ja kein zu Hause mehr, sie waren ja heimatlos, und das durch seine Kampfeslust und durch seine heiße Vaterlandsliebe. War es recht von ihm, den alten, kranken Vater und die hilflose Schwester so von Haus und Herd zu bringen?! . . . „ja, ja und tausendmal ja!" sagte eine feurige Stimme in feinem Herzen. „Und wenn Du es nicht tatest, tat es doch Dein Bruder," sagte eine erwägende Stimme in seinem Sinn.
Da stand plötzlich das Pferd still. Zwei Soldaten mit davorgehaltenen Flinten sperrten ihm den Weg. Hohe Röte stieg ihm ins Antlitz, Rote der Scham und des Zorns über sich selbst. So also hatte er feine erste Kriegsprobe bestanden! . . . Wie ein Träumer war er dahin- gerftten, seinen Gedanken nachhängend, statt zu spähen und zu forschen! «Da riefen ihn die Posten m gutem Deutsch an: „Wohin, Kamerad? Wer bist Tu? Welchem Heere gehört Deine Uniform? Bist Du auch Rheinbündler, wie ton Nassauer, unter König Eu-iens Befehl?" •
von Feinden besetztes Gebiet zu reiten, noch größer machen?! Er richtete sich auf und tief: »Seid Ihr Nassauer, so tut Ihr mir leid, auf Eures Fürsten Befehl dem Korsen dienen zu müssen. . . . Ich bin ein Preuße und kenne meine deutsche Pflicht. Gebt Bahn!" Und er schlug seinem Gaul die Hacken in die Weichen und sprengte vorwärts, und als die verblüfften Nassauer die Lage erfaßten und nach ihm schießen wollten, war er längst querfeldein gesprengt und hinter Gebüsch verschwunden.
(Fortsetzung folgt.)
Aus den Grrichtsfölen.
Der MiMonen-Konkurs Koghen.
Vor der dritten Sttafiammer des Landgerichts Berlin I beginnt am nächsten Montag der Riesen-Betrugsprozeß gegen bett Zigarettenfabrikanten Arnold Koghen und zwei seiner Angestellten, den Geschäftsführer Josef Jacobowitsch und bett Generalagenten Marcus Gellhorn, die der Beihilfe beschuldigt werden. Der Hauptangeflagte Koghen entstammt einer begüterten Familie aus Kiew. Er erbte von seinem Vater ein Vermögen von drei Millionen Rubel. Im Hechst 1911 kam Koghen nach Berlin und richtete in der Friedrichstraße einen mit raffiniertem Luxus ausgestatteten Zigarettenladen ein.
Nach kurzer Zeit eröffnete er in anderen «tadtteilen vier Filialen. Um ganz sicher zu
Bit Flammenzeichen rauchen.
Roman aus dem Jahre 1813.
Von Max Karl Böttcher.
131 (Nachdruck verboten.)
Baroneß Gisela erhob sich mühsam und stütz- ke sich auf den Alten. „Ich glaube doch, daß ich mir den Fuß ein wenig verrenkt habe!" Sie versuchte zu gehen, mußte sich aber auf Etzin- ger stützen.
„Aber, beste Baroneß, ich bin wie vor den Kopf geschlagen. .. . Wollten Sie ins Schloß?"
„Rein, nein! . . . ich weiß selbst nicht, was ich eigetttlich hier wollte. Ich sah, als ich zu Bett gehen wollte, von meiner Kammer aus in dem Zimmer meines Bruders Linthardt Licht schimmern, und d«t trieb es mich mit unwiderstehlicher Gewalt fort. Ich schlich mich aus dem Hause über die Wiesen nach dem Parke und bis unter die Fenster und, aber, bitte, schweigen Sie gegen jedermann, Etzinge'r, . . . und sah wirklich den Schatten eines Mannes, der nur mein Bruder sein kann, Er ist ein- gezogen, er ist da, . .. er ist im Schloß! Er sagt sich also los von uns und ist ein Vaterlands. Verräter!"
„Nu, nu, Neines Baroneßchen! Das wird sich schon alles aufllären und zum Guten wenden. Jetzt beruhigen Sie sich erst, . . . Können Sie gehen?" Gisela nickte und schritt an Etzingers Seite dem Dorfe zu.
„O, wenn das mein Vater erfährt, bringt es ihm den Tod, freilich. Das muß ihm löffelweise beigegeben werden. Unser guter Pfarrer wird das schon besorgen." •
„Und nun gute Nacht, Baroneßchen. Sehen Sie zu, daß Sie unbemerkt in Ihr Stübel kommen, und wenn Ihr Fuß noch schmerzt oder etwa gar geschwollen ist, legen Sie feuchte Tücher drauf!" Etzinger drückte der Baroneß die Hand, ging dann die Dorfftraße abwärts, und er hörte noch, wie Gisela die Tür leise öffnete. Dann war alles still.
5. Teil.
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Wochen waren seit dieser Nacht vergangen. Jeder im Dorfe wußte, daß der Erbjunker Linthardt droben im Schlosse wohnte, nur der Freiherr von Altenlohe nicht. Pfarrer Tempel hatte bis jetzt noch nicht gewagt, ihm, der immer mehr kränkelte und oft über heftige .iöals- schmerzen klagte, dies mitzuteilen. Mer Gisela war heimlich allnächtlich aus dem Schulhause geschlichen, bis unter die Fenster von ihres Bruders Zimmer und hatte gehofft, ihn durch irgend einen Zufall sprechen zu können, und auf dem Rückwege hatte sie stets der alte Etzinger erwartet und dann schweigend nach Hause begleitet.
Die tagelang währende Auflegung der Dorfbewohner über die vaterlandslose Haltung des Erbjunkers wurde aber urplötzlich durch, ein anderes Ereignis abgelöst. Zunächst traf die Meldung ein, daß Napoleon mit einem ungeheuren Heere von Westen heranrücke, doch zeigte sich bald, daß diese Nachricht übertrieben war. Der Vizekönig Eugen, der Stiefsohn Napoleons, war es nur, der mit 30 000 Mann bei Magdeburg stand und mit dieser Truvpenmacht Berlin überfallen wollte, um die Hauptstadt in seine Gewalt zu bekommen. Aber der rus- -sische Heerführer Wittgenstein und die Preußischen Generale Aorck und Bülow sammelten die zerstreuten Scharen deutscher Truppen und rückten der bedeutend stärkeren Armee Eugens entgegen.
Paul Wintzer lag mit Werner von Mtenlohe in demselben Quartier. Seit Wochen waren sie nun von einem Orte zum anderen geworfen worden, untätig und' dadurch beinahe kriegsunlustig geworden. Der Major von Reitzenstein, unter dessen Kommando das Bataillon Freiwilliger stand, wartete täglich auf Order vom General Porck, sich mit einem größe- fr ren Heeresteile vereinigen zu können. Da, eines Morgens trat eine Ordonnanz in das Bauernhäuschen, welches Wintzer und Altenlohe bewohnten, und hrachte dem Musketier von Altenlohe den Befehl, sofort zu Major von Reitzenstein zu kommen. Dort wurde er ge- flagt, ob er reiten könne. „Dann nehmen Sie eins meiner Pferde, Altenlohe, und jagen Sie, was Sie können, nach R.-Witz ins Hauptquartier und überbringen Sie folgende Kunde: Das Bataillon Reitzenstein ist alarmiert und trifft am heutigen Abend in R.-Witz ein. Es ist kampfbereit und schlagfertig. . . . Nun reiten Sie los, was Sie können, wenn auch der Gaul kaput geht. Aber hüten Sie sich vor dem Feinde. Französische Truppen haben Patrouillen ausgefchickt, deren Spitzen bis dicht in die Nähe unseres Quartiers gekommen sind. Also verbinden Sie Mut mit Verschlagenheit. Heute i abend melden Sie sich bei mir in R.-Witz
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Carl Schmoll. Ob. Gaffe 44/46.