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Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 176.

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 4. Juli 1913.

Fernsprecher 951 und 952.

3* Jahrgang.

Kieler Rendezvous.

Kaiser Wilhelm uud König Viktor Emanuel; Kieler Woche und internationale Politik.

Das italienische Königspaar ist gestern abend nm zehn Uhr in Kiel zum Besnch des dentschen Kaiser« Paares eingetroffen. Beim Empfang auf demBahnhof begrüßten der Kaiser und der König sich aufs Herzlichste. Heute mittag fand an Bord der Kaiser­jachtHohenzollern" Tafel statt, der abends Tafel auf der italienischen KvnigsjachtTrinaeria" folgt. Dem gestrigen Empfang am Bahnhof wohnten anch der Reichskanzler und Staatssekretär von Iagow bei.

Der Höhepunkt der Kieler Woche: Königs- besuch und Hohe Politik! Seit einigen Tagen liegt die italienische KönigsjachtTri. nacria* in der Kieler Bucht und ihre Besatzung sicht den Wettkämpfen des internationalen Segelsports zu, die dort auch in diesem Jahr unter den Auspizien des Kaisers veranstaltet werden. Für den heutigen dritten Julitag wird König Viktor Emanuel selbst mit der Königin Helena erwartet. Der italienische Minister des Auswärtigen begleitet den König und wird heute dem Reichskanzler von Bethmann Holl­weg die Hand schütteln, der obendrein den kai­serlichen Dank für die Durchsetzung der Wehr­vorlage im Reichstag entgegennehmen darf. Man sieht: Anlatz genug, dem Kieler Rendez­vous, von dem jedePolitik" forglichst fernge­halten ward, auch politisch ziemende Bedeutung beizumessen. Die letzte Zusammenkunft der bei­den Monarchen hat im März des Vorjahrs in Venedig stattgefunden. Die Marmorpaläste am Canale Grande hatten geflaggt und die Gon­deln, die vor der Piazzetta schaukelten, trugen bunte Wimpel. Aber die Hauptsache wa­ren die neuen grauen Felduniformen der itali­enischen Truppen, die stramm zum Ehrendienst aufmarschierten: Italien führte Krieg um Tri­polis, und die Lust durchzitterte der patrio­tische Elan, der dann in den Sommermonaten, so ost die Kapelle auf dem Markusplatz den Tirpolis-Marsch spielte, frenetisch losbrach. Ter Deutsche Kaiser besuchte seinen Bundesgenoffen: Er kam im Namen des Dreibunds. Wohl bemühten sich die Mächte um den Abschluß des italienisch-türkischen Friedens, in Italien in­dessen dankte man für ihre Vermittlung; un­abhängig von ihrer Vormundschaft wollte man die Friedensstage entscheiden. Die Begegnung in Venedig war nur halb offiziell; einzig der damalige Botschafter in Rom, Herr von Iagow, war erschienen. Aber es ist sicher, daß die Visite des Kaisers von der öffentlichen Meinung Italiens als eine Manifestation im Dreibundsinn betrachtet wurde, und viel­leicht datiert von jenem Tag auch das enschie- dene Abrücken der römischen Staatsmänner von den Westmächten, das man seitdem (und stärker noch nach dem Frieden) beobachtet hat.

Es hat zweifellos Jahre gegeben, in denen die Beziehungen zwischen Deutschland und Ita­lien förmlicher geworden waren und die Freundschaftsgefühle wesentlich herabgestimmt wurden. Die Entrevuen der Herrscher haben dennoch niemals ausgesetzt, und niemals hat es bei diesen Gelegenheiten an feierlichen Toasten gefehlt, die das Verhältnis aufs Neue festlegten In Neapel (im März 1904) hat König Victor Emanuel auf die Gemeinsamkeit beider Nationen, auf den Dreibund und auf das ge­meinsame Bestteben nach einer Zukunft des friedlichen Fortschritts gesprochen: Am selben Tage, an dem Eduard der Siebente und Loubet bei Paris zusammenkamen. Im April 1905 gelobte Humberts Sohn (ebenfalls in Neapel) unbedingtes F e st h a l t e n an der bisherigen Orientierung. Im Mai 1909 ver­kündeten der Kaiser und der König in Brindisi ihre gegenseitige Loyalität. Es war das Jahr der italienischen Aspirationen auf Albanien: Tas Jahr der größten und einzigen Gefähr­dung des Dreibunds, von der man zurückblik- kend reden kann. Mit der veränderten Konstel­lation, die seit dem Tripoliskrieg eingetreten ist, haben diese Schwankungen der italienischen Politik aufgehört: Die große Orientkrise hat den Dreibund einig gefunden. In Berlin, Wien und Rom ist man sich bewußt gewesen, daß nur ein festes Zusammengehen bei der Ordnung des türkischen Nachlasses den europäischen Frieden bewahren kann. Und man darf hoffen, daß es der konsequenten Durchführung dieser einheit­lichen Polittk gelingen wird, auch die Schatten, die der beginnende zweite Balkankrieg über den Sonnenglanz der Kieler Woche wirft, zu scheuchen. Es wäre töricht, die politische Be­deutung des Kieler Rendezvous zu überschätzen: Fürstenbcsuche und Tafel-Toaste bestimmen nicht mehr (wie einst) die Politik der Völker, und der

Wangen-Kuß zweier Potentaten entscheidet we­der über Krieg noch Frieden. Aber die Sttm- mungen internationaler Politik offenbaren sich auch in den Beziehungen der Fürsten untereinander, beeinflussen Wärme oder Kühle der in der offiziellen Welt den Verkehr von Volk zu Volk beherrschenden Gefühle und Interessen, und lassen also die eigentliche Fürstenpolitik, die früher die Weltgeschichte bestimmte und die heute in ihren äußern Wirkungs-Offenbarungen hinter die Völkerpolitik zurückgetreten ist, gewis­sermaßen zum Barometer internationaler Poli­ttk werden. Unter diesem Gesichtswinkel be­trachtet, gewinnt das Kieler Rendezvous als Höhepunkt der Wasserwoche sowohl wie als po­litisches Ereignis neuester Dreibundpolitik er­höhte Bedeutung, und der dritte Julitag, der Kaiser und König inmitten des bunten Ge- woges der internationalen Wassersport-Woche sieht, wird vielleicht auch in den Blättern der Völker-Geschichte und der Welt Poli­tik seine Spuren hinterlassen ...! «an. _

*

Der gestrige Empfang in Kiel.

(Draht-Meldung.)

Kiel, 3. Juli.

Zum gestrigen Empfang des italienischen Königspaares sanden sich auf dem Bahn­hose ein: Der Kaiser und die Kaiserin, die Kronprinzessin, Prinz und Prinzes­sin Heinrich, Prinz Adalbert, der Stattons- chcf Admiral von Coerper, der Stadtkomman­dant, der Polizeipräsident, ferner der Reichs­kanzler, Staatssekretär von Iagow, die Offiziere der Trinaeria und der Amalfi. Ter Sondcrzug des Königspaares lief um zehn Uhr abends ein. Nachdem der König und die Königin dem Salonwagen entstiegen wa­ren, begrüßten sich die hohen Herrschaften auf das Allerherzlichste. Kaiser und König küßten sich wiederholt auf beide Wan­gen. Der Kaiser überreichte der Königin einen Blumenstrauß. Bei dem Erscheinen der Herr­schaften auf dem Platze vor dem Bahnhof, der prächtig illuminiert war, wurden die Fürstlich­keiten von einer dichtgedrängten Menschenmenge stürmisch begrüßt. Der Kaiser und die Kai­serin geleiteten ihre Gäste an Bord der Trinaeria, wo der König und die Königin Wohnung nehmen.

Keine Kieler Woche-Politik?

(Privat-Telegramm)

Berlin, 3. Juli.

Die von einigen Blättern ans dem Um­stande, daß der Reichskanzler und der Staatssekretär von Iagow, sowie der italienische Minister des Auswärtigen an der Monarchenbegegnung in Kiel teilnehmen, ge­folgerte Annahme, daß es sich bei der Kieler fsürsten-Kutrevue um besondere politische Abmachungen handeln werde, wird in Berliner politischen Kreisen als unzutref­fend bezeichnet. Die Anwesenheit des italie­nischen Ministers des Aeußern in Kiel ent­spreche einer italienischen Gepfloaenheit, wäh­rend die Anwesenheit des Reichskanzlers und des Herrn von Iagow in Kiel aus der Teil­nahme des italienischen Ministers an der Be­gegnung hergeleitct werden müsse. Selbstver­ständlich würden in Kiel sämtliche schweben­den Fragen besprochen werden, aber zu besonderen Abmachungen sei angesichts der festaelegten Politik des Dreibundes keine Veranlassung vorhanden, da über alle diejeni­gen Punkte, die die Politik des Dreibundes berühre, zwischen den Kabinetten von Berlm und Rom völlige Uebereinstimmung bestehe und allen aktuellen Fragen befriedi­gende Erledigung gesichert sei.

Offiziöse Stimmen über Kiel.

Norddeutsch - allgemeine Hoffnungen.

Berlin, 3. Juli.

Die offiziöse Norddeuffche Allgemeine Zcitung widmet dem Kieler Besuch des Königs von Italien einen herzlichen Begrü- tzungsartikel, der auch auf die Balkanwir­ren Bezug nimmt. Es heißt dattn: Die Wandlungen im Südosten Europas und ihr Uebergreifen auf Nachbargebiete werden in den Gesprächen zwischen den Monarchen und ihren Staatsmännern in Kiel um so ernstere Aufmerksamkeit in Anspruch nebmen, als ge­rade jetzt eine abermalige kriegerische Zu­spitzung zwischen den Staaten des Balkanbun­des eingetreten ist. Angesichts dieser neuen Gefahr bleiben wir überzeugt, daß die Kie­ler Begegnung, an der mit bundcsfreund- licher Sympathie auch Oesterreich - Ungarn im Geiste teilnimmt, dazu beitragen wird, die Fühlung zwischen Italien und Deutschland zu beleben, die Uebereinsttm- mung innerhalb des Dreibundes zu verstärken und die Behandlung der den Großmächten ge­stellten Aufgaben zu erleichtern.

Reue SrdstSße in Messina!

Die Bevölkerung in Angst und Schrecken.

Messina, 3. Juli. (Privat-Tele­gram m.) Die Bewohner von Messina find in der verganaenen Nacht abermals durch einen

schweren Erdstoß in Schrecken versetzt worden. Die Bevölkerung, die sofort die Häu­ser verließ, brachte die Nacht im Freien zu. Um ein Uhr spürte man den ersten Stoß, dem um halb zwei Uhr ein längeres und stärkeres Beben folgte. Ob das Erdbeben Schaden angerichtct hat und ob Menschenleben zu beklagen sind, ist noch nicht bekannt.

S»ttda«»derSskaM«tzse!

Neue Schlachten und neue Opfer.

Nun. nachdem der Kampf auf der gan­zen Linie entbrannt, kehrt sich auch die Diplo­matie vom rosenroten Optimismus ab: Wie uns ein Privat-Telegramm aus Wien meldet, wird die Lage in dortigen politischen Kreisen als äußerst kritisch bezeichnet; man be­tont aber noch immer, daß die divlomatischen Verhandlungen noch nicht abgebrochen sind und der völkerrechtliche Kriegszustand mithin noch nicht eingctreten ist. Inzwischen sind energische Bestrebungen im Werke, eine Vermittlung heibeiznführen, erforderlichenfalls durch eine europäische Großmächte-Jntervention. lieber den Fortgang der Kümpfe liegen uns heute folgende Draht-Meldungen vor:

Neue bulgarische Niederlagen.

(P r i v a t - T e l e g r a m m e.)

Saloniki, 3. Juli.

Gestern früh sand ein heftiger Zusam­menstoß zwischen den Griechen und Bulga­ren in der Ebene von Langaza statt. Bis nach zehn ffhr vernahm man starkes Gcschütz- feuer. Die Bulgaren wurden gezwungen, sich z u r ü ck z u z i e h e n. König Konstantin weilt mit seinem Stabe seit gestern früh an der Front.

Belgrad, 3. Juli.

Die serbischen Truppen haben in der Schlack-t ans der Linie Retki-Pnkwoi siebzig bulgarische Offiziere und viertausend Soldaten gefangen genommen. Die Serben haben bisher dreißig bulgarische Ge­schütze erobert. In Belgrad sind gestern abend fünfhundert serbische Verwundete eingetroffen.

Belgrad, 3. Juli.

Bei Owopolia findet augenblicklich ein mörderischer Kampf statt, bei dem die bulgarischen Verluste überaus groß fein sollen. Die Serben hatten nicht weniger als neuntausend Tote und Verwun­dete. Es gelang den Serben, viertaü- sendBulgarengefangenzu nehmen. Der Kampf dauert mit ungemindertcr Heftig­keit fort.

Belgrad, 3. Juli.

Nach Meldungen, die heute Nacht hier ein­trafen, habe» die serbischen Truppen eine wichtige Stellung bei Retki-Bukwoi erstürmt. Die Bulgarcnflohenin Un­ordnung nach Kotschana. Zwei bulgarische Bataillone wurden fast g ä n z l i ch v e r n i ch- t e t. Die Verluste auf beiden Seiten sollen ganz enorm sein.

Bulgarien scheint nach diesen Mißerfolgen einzusehen, daß seine Lage sehr gefährdet ist, denn ein Privat-Telegramm meldet uns aus Sofia: Die bulgarische Regierung hat sich gestern abend telegraphisch nach Pe­tersburg gewandt mit dem Ersuchen, die Serben und Griechen zur Einstellung-der Feindseligkeiten innerhalb vierund­zwanzig Stunden aufzusordern. Andernfalls würde sich die bulgarische Regierung veranlaßt sehen, heute mittag ein Kriegsmanifest zu erlassen. In diplomatischen Kreisen verlau­tet, daß die Gefahr eines bewaffneten Eingrei­fens Rumäniens beseittgt sei.

Die Kriegsproklamatio« Serbiens.

Belgrad, 3. Juli. (Privat-Tele­gramm.) Gestern vormittag wurde ein mehr­stündiger Ministerrat nbgehalten. Es wurde, wie verlautet, die Ncbergabe einer Kriegsproklamation beraten. Die Skupschtina hat gestern dem Gcueralstab nach einstündigem Beschluß ein Telegramm über­sandt, in dem es heißt:Die Skupschtina wird mit patriotischer Begeisterung die ruhmreiche serbische Fahne auf dem Wege ver­folgen, der ihr durch die hinterlistigen bulgari­schen Ueberfälle aufgezwungen worden ist!"

. Rumänien ist kriegsbereit!

Bukarest, 3. Juli. (Privat-Tele- g r a m m.) Hier herrscht außerordentliche Auf­regung. Aller Verkehr auf den Eisenbahnen hat aufgchört; sie weichen für die Truppen­transporte bereit gehalten. Infolge des Kriegszustandes find auch die Arbeiten der Ab- grenzungskommission für Silistrieu überflüssig

geworden und die Verhandlungen der Kom- Mission find abgebrochen worden. Die Mobili­sierung wird mit größtem Eifer betrieben.

Will die Türkei eingreifen?

Konstantinopel, 3. Juli. (Privat« ielegramm.) Die Regierung hat gestern lange Beratungen über die Haltung der Türkei gegenüber dem neuen Balkankrieg ge­pflogen, doch wird über die türkischen Pläne ab­solutes Schweigen beobachtet. Man weiß nur, daß die Regierung beschloß, die Erledigung aller zwischen der Türkei und den Balkanstaaten noch schwebenden Fragen einstweilen aufzuschie» ben und die Armee auf Kriegsfuß zu be­lassen.

* . *

Re Flucht der Vulgaren.

Die blutigen Kämpfe am ersten Juli.

(Amtliche serbische Meldung.)

Belgrad, 3. Juli.

Das amtliche Pressebüro veröffentlicht Ei«, zelheiten über den zweiten Kampftag, den ersten Juli. Die siebente bulgarische Divi­sion, die vierundzwanzig Bataillone und etwa siebzig Geschütze stark war, floh danach in großer Unordnung und wurde über das linke Ufer des Sletowofluffes zurückge. warfen. Die serbischen Truppen verfolgten die Fliehenden und zwangen sie, eine große Anzahl vo r Toten und Verwundeten zurückzu- lnffen. Als di- Bulgaren darangingen, sich wieder festznsetzen, ging die serbische Infanterie und später ihre Kavallerie mit einer solche« Schnelligkeit vor, daß der Rückzug der Bul­garen zu einer regellosen Flucht wurde. Die Bulgaren ließen ihre gesamte« Bat» t e r i e n sowie Maschinengewehre im Sttch unb warfen ihre Gewehre, Munition und Gepäck fort. Gefangen genommen wurden: Ein Oberst, leutnant, der Kommandeur des 13. bulgarischen Infanterieregiments, das vollständig zersprengt wurde, zehn Offiziere und an tausend Unter- Offiziere und Soldaten.

Die Verluste der Bulgaren dürften etwa 800 Tote und 1800 Ver­wundete betragen. Die serbischen Verluste sind, obgleich hoch, weniger beträchtlich als die der Bulgaren. Der blutigste Kampf spielte sich auf dem rechte« serbischen Flügel ab und nach einer fürchterliche« Niederlage de, Bulgaren, wobei die Serben 19 bulgarische Cf« fiziere, 191 Unteroffiziere und mehr als 1500 Soldaten gefangen nahmen. In Belgrad herrscht große Erbitterung über das allckat Völkerrecht widersprechende Verhalten der Bul- garen während der Schlacht bei Jstip. Aus dem Rückzüge ließen die Bulgaren ein mit der Roten - Kreuz - Flagge versehenes Lazarett zurück. Dari« fand man schwerverwund ote serbische Offiziere und Soldaten, die von den Bulgaren niedergemacht waren. Einzelne der Unglücklichen waren förmlich zer» fleischt. Die Wut der serbischen Soldaten kannte aus diesem Grunde keine Grenzen. Die Bulgaren sind auf der ganzen Linie geschlagen, Auf allen Punkten wurden die bulgarischen Angriffe zurückgewiesen.

Die Serben auf dem Rückzug?

London, 3. Juli. (Privat - Tele« gramm.) Hier sind Gerüchte von einer Schlacht am Flusse Jzlotowo im Uulaus, wobei sich die Feindseligkeiten über eine Front von 110 Kilometern erstreckten. Die Serben sollen gezwungen gewesen sein, ihre Posi­tionen zu verlassen, wobei 54 Offiziere gefallen find, darunter vier Oberste. Eine Be­stätigung der Nachricht liegt allerdings noch nicht vor.

Balkan Panik an der Börse!

Bukarest, 3. Juli. (Privat - Tele­gramm.) Die Kriegsnachrichten von gestern früh riefen an der Börse eine riesige Pa. nik hervor. Sämtliche Werte erlitten Kurs­rückgänge von 40 bis 60 Francs. Die Re­gierung erließ eine Verordnung, wonach biS zur offiziellen Eröffnung der Börse keiner­lei Geschäfte abgcwickelt werden dürfen, um eine neuerliche Panik zu verhüten. _ Han­del und Verkehr stocken in Rumänien gänzlich und man befürchtet eine Krise.

Wei Reichstagr-Wahle«.

Zauch-Belzig und Salzwedel-Gardelegen.

(Draht - Meldungen.)

Berlin, 3. Juli.

Bei der gestrigen Reichstags-Ersatzwahl int Wahlkreise Z a uch-B el z ig-Jütetbog- Luckenwalde erhielt nach den bisher be- kannt geworden Ziffern der Sozialdemokrat Ewald 12 834, von Oertzen (Reichspar­tei) 7123 und Lormann (Fortschrittliche